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Bei einem Jagdausflug in Tschechien wollen
sich ein paar deutsche Arbeitskollegen inklusive Boss vergnügen. Alles ist
bestens vorbereitet und bei einigen Schießübungen auf Bierdosen wird sich
der nötige Mut angeschossen. Am Tag der Jagd verstreuen sich die fünf
männlichen Jäger im Wald und hoffen, dass ihnen etwas Fettes vor die
Flinte läuft. Denn derjenige, der nichts mit heimbringt, muss die
abendliche Tellerwäsche übernehmen. Also genug Motivation für alle.
Nach wenigen Minuten sind auch schon die ersten Schüsse zu hören.
Anspannung macht sich breit. Und dann der erste Blattschuss. Allerdings
trifft es kein Tier, sondern den Firmenchef. Erst sieht alles nach einem
unglücklichen Jagdunfall aus, doch dann verstrickt sich die Sache in einem
Sumpf aus gegenseitigen Schuldzuweisungen. Eine reine Weste scheint niemand
der beteiligten Personen zu haben und so läuft die Sache sukzessive außer
Kontrolle. |
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Der erste abendfüllende Beitrag der
Jungregisseure Daniel Hedfeld und René Sydow darf durchaus als Erfolg
gewertet werden. Als Abschlussarbeit wollten sie mehr bieten, als ihre
Studienkollegen, und haben sich an einem Langfilm (alle anderen drehten
Kurzfilme) versucht. Mit einem gut durchdachten Drehbuch und einer Mini-DV
Kamera ging es dann in die sauerländischen Waldgebiete, die sich als
Kulisse angeboten haben.
Was der Betrachter dann schlussendlich zu sehen bekommt, ist auf jeden Fall
mehr als man erwarten darf. Der Anfang zieht sich zwar ein bisschen, wird
durch die schönen Naturaufnahmen aber aufgewertet. In vielen Dialogen
stellen sich die Protagonisten ausreichend vor, um Leben in den Film zu
bringen. Einige der Dialoge sind durch die minderwertige Technik nicht ganz
so gut zu verstehen, Freunde des No-Budget-Films und anderer
Billigst-Produktionen können damit aber ganz gut leben. Denn es gibt viele
Filme aus diesem Bereich, wo das Gesprochene weniger verständlich aus den
Boxen kommt.
Ungefähr nach der Hälfte der knapp 80minütigen Spielzeit nimmt der Film
Fahrt auf, und lässt die zuvor gesehenen Längen schnell vergessen. Die
Darsteller machen zwar in einigen Szenen, durch eher mittelprächtige
Schauspielkunst, negativ auf sich aufmerksam, allerdings sei auch hier
erwähnt, dass sicherlich 90% der artverwandten Filme über schlechtere
Akteure verfügen. Das Verwirrspiel um den Mord nimmt im Verlauf stark zu,
sodass ein Mitraten ziemlich zwecklos wird. Dies und die Tatsache, dass im
Film zumeist unverbrauchte Ideen verwurstet werden, macht „Unter Wölfen“
zu einem guten Film, der ein wenig an einen sonntagabendlichen Tatort
erinnert. Allerdings wird sich dieser Streifen nicht für eine Ausstrahlung
zur Prime Time anbieten, denn der Gewalt-Faktor ist doch recht hoch. Das FSK
16 geht aber dennoch in Ordnung. Neben dem Mord am Chef gibt es weitere „nette“
Szenen und sogar ein blutrünstiges Finale, auf das an dieser Stelle aber
natürlich nicht näher eingegangen wird.
Sicherlich ist „Unter Wölfen“ nicht für den Mainstream geeignet,
Filmliebhaber und Freunde des Horror-Films könnte er aber durchaus
gefallen. Er wirkt frisch, relativ hart und verfügt über ein gutes
Verwirrspiel inklusive eines gelungenen Abschlusses. Negativ ist lediglich
die Musik in einigen, wenigen Szenen aufgefallen, da sie dort etwas zu
hochfrequent aus den Boxen strömt. Den beiden Verantwortlich ist dies aber
sicherlich leicht zu verzeihen.
Mit einer soliden Grundspannung, einer guten Atmosphäre und tollen
Außenaufnahmen, die trotz Mini-DV gut gelungen sind, gehört „Unter
Wölfen“ sicherlich zu den besseren Produktionen aus Deutschland. Das
macht Mut und vielleicht sieht man bald mal wieder etwas von Daniel Hedfeld
und René Sydow. Verdient hätten sie es. |