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Linda Westinghaus ist Angestellte einer
Rechtsanwaltskanzlei und hat neuerdings seltsame Träume, die voller Erotik.
Eine fremde Frau ruft nach ihr. Es hat den Anschein, als wolle die Fremde
Linda zu sich ziehen, aber es sind ja nur wirre Träume...
Als Linda eines Tages geschäftlich nach Anatolien reisen muss, um dort eine
Erbschaft zu verwalten, lernt sie die Erbin, Gräfin Nadine Korodin, kennen,
die der Frau aus ihren Träumen zum Verwechseln ähnlich sieht. Lindas
Interesse an der Gräfin ist bald ebenso groß, wie das der Gräfin an
Linda. Die beiden verbringen in der Folge sehr viel Zeit miteinander und
schnell wird der wahre Grund für Lindas Besuch vergessen. Es entwickelt
sich eine bizarre Beziehung, in der Linda bald im Bann der Gräfin gefangen
wird.
Denn die Gräfin ist keine normale Frau, sie ist eine lesbische Vampirin und
die Witwe des Grafen Dracula, die am Blut der hübschen Frau interessiert
ist. Bald kommt es auch zum ersten ungewollten Körperkontakt, der ebenso
intensiv wie lebenswandelnd ist... |
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Jes(u)s Franco, der Trashfilmer schlechthin,
hat in seinem Leben viel Müll gedreht und ist deswegen wohl auch zu so
einem hohen Bekanntheitsgrad gekommen. Er hat sich in vielen Teilbereichen
probiert und seltsame Werke geschaffen, die in (Trash)Filmliebhaberkreisen
in aller Munde sind. Eines der besseren Werke ist sicherlich „Vampyros
Lesbos“, auch wenn es kein einfacher Film ist, der sich zum Nebenbeigucken
oder als Partyfilm in geselliger Runde anbietet.
Die Story ist sehr schlicht und gerät beim Anblick der verwirrenden
Eindrücke schnell in den unbeachteten Hintergrund. Dies wird bereits am
Anfang klar, als man eine minutenlange Tanzeinlage bewundern darf, in der
Franco vor allem auf Erotik setzt, was im Herstellungsjahr sicherlich nicht
jedermanns Sache war. Dann bekommt man die Geschichte zweier Frauen
erzählt, die extrem unterschiedlich sind, die allerdings irgendetwas
verbindet. Sex und Erotik spielt hierbei, wie so häufig bei Jess, eine sehr
große Rolle und steht, ohne Frage, im Mittelpunkt des Geschehens. Die
Erzählweise ist sehr bildhaft und lebt von meist professionellen
Kameraeinstellungen, die der Großmeister des europäischen
Exploitationfilms ja nicht immer beherrscht. Farben und die psychedelische
Musik spielen auch eine große Rolle und machen das Ganze zu einem
besonderen Erlebnis, das auf diesem Gebiet seinesgleichen sucht.
Allerdings bieten diese verstörenden Bilder und Klänge auch Raum für
Lageweile, die von fehlender Spannung unterstützt wird. Wie bereits
erwähnt, gibt es so gut wie keine Geschichte in diesem Film, was einigen
Cineasten sicherlich nicht liegen wird. Aber Franco hat sein eigenes
Publikum, das ihn verehrt und seine Arbeit meist zu schätzen weiß.
Soledad Miranda spielt auch in diesem Streifen die Hauptrolle. Bis zu ihrem
tragischen Tod war sie ja Francos Hauptdarstellerin und in einigen seiner
Werke zu sehen. Sie war nicht unbedingt die begnadetste Akteurin, die Rolle
der lasziven Vampirin füllt sie aber prächtig aus und mit ihrer Optik und
Zeigfreudigkeit war sie wie geschaffen für diesen Film. Der Rest der Crew
bleibt weitgehend unauffällig, spielt aber solide.
„Vampyros Lesbos“ ist ein bizarres Kunstwerk der 70er Jahre, das einem
Drogenrausch nahe kommt, auch wenn es ab und an etwas langweilig zugeht.
Freunde des Mainstreams sollten einen weiten Bogen um diesen Streifen
machen! |