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In einer stürmischen Nacht irgendwo in den
Sümpfen Louisiana's wird ein junges Pärchen auf einer schmalen Brücke
Zeuge eines Autounfalls. Der unfreundliche Redneck Ray (Rick Cramer)
verliert aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse die Kontrolle über
seinen Truck und rast in den Wagen einer älteren Dame. Dieser droht
daraufhin, von der Brücke und in die reißenden Fluten zu stürzen, weshalb
sich Ray todesmutig in das schwankende Auto wagt und der alten Frau das
Leben rettet. Wimmernd bittet diese ihn daraufhin, noch einmal in den Wagen
zu steigen, um einen enorm wichtigen Koffer von der Rückbank zu holen.
Obwohl Ray weiß, dass er sein Leben aufs Spiel setzt, begibt er sich
daraufhin noch einmal in das Auto. Als er den Koffer sieht, überkommt ihn
die Neugier und kurzerhand öffnet er ihn. Das hätte Ray besser unterlassen
sollen, denn pfeilschnell schießen zahlreiche Schlangenköpfe aus dem
Koffer und greifen den irritierten Mann an. Plötzlich stürzt der Wagen in
den Fluss und Ray in seinen sicheren Tod.
Das junge Paar, welches dies miterlebt hat, ist schwer erschüttert, ebenso
wie Cece (Meagan Good), die Enkelin der in den Unfall verwickelten Frau, die
noch in der Nacht gestorben ist. Als die Augenzeugen Cece von dem Koffer
berichten, schwant dieser übles, und schon bald sollen sich ihre
Vermutungen bestätigen. Ray's Leiche, die geborgen und in die
Gerichtsmedizin gebracht wurde, ist plötzlich verschwunden, der
Leichenbeschauer hingegen tot. Wie Cece ihren Freunden verrät, war ihre
Tante eine Voodoo-Priesterin, die einst Mördern und Verbrechern das Böse
entnahm und dies in 13 Schlangen hineintransferierte. Die Schlangen wiederum
sperrte sie in den Koffer. Durch die zahlreichen Bisse der Schlangen hat
sich das Böse nun in Ray übertragen, der fortan alles tötet, was sich ihm
in den Weg stellt... |
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Es ist kein Geheimnis, dass der Slasherfilm
seine Blütezeit bereits hinter sich gelassen hat. Streifen wie
"Scream", "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast"
und wie sie noch alle heißen, waren schon ihrer zeit keine wirkliche
Neuerung im Horrorgenre, doch sie brachten zumindest einen erfrischenden
Wind mit sich und machten den sogenannten Teeniehorror wieder populär. Doch
wie es immer so ist, wenn etwas Erfolg verbuchen konnte, drängten sich
gleich etliche Nachahmer ins Feld und das Subgenre des Teenieslashers kam
schon überaus schnell wieder aus der Mode. Allerdings werden auch heute
noch Jahr für Jahr etliche Streifen des Genres produziert, die dann
allerdings nie im Kino landen, sondern ihren Release in den Videotheken
feiern dürfen. "Venom" ist auf den ersten Blick ein absolut
uninteressantes 08/15 Werk, und auch das Cover weckt unangenehme
Erinnerungen an die Gurke "Adam & Evil". Dennoch ist da ja
noch der kleine, rote Aufdruck auf der Rückseite der DVD Hülle und so
dachte ich mir, dass der Streifen vielleicht wenigstens auf der
Splatter-Ebene was rausreißen kann.
Falsch gedacht, denn zu meiner Überraschung muss ich gestehen, dass
"Venom" sogar noch etwas mehr als nur Blut bieten kann, welches
hier ganz und gar nicht zu kurz kommt. Zu aller erst muss allerdings gesagt
werden, dass der Titel im ersten Moment durchaus irreleitend sein kann, denn
die sogenannten "Teufelsschlangen" stehen hier nicht im
Mittelpunkt, es ist vielmehr ein Killer, der stark an Jason Voorhees
erinnert. Die Schlangen hingegen sind nur mal kurz zu bestaunen, wenn sie
aus dem Köfferchen springen und den guten Ray mit den Geistern von 13
Mördern "infizieren", um es mal so zu auszudrücken. Ja, es
fällt sicher schon auf, dass die Story hierbei ziemlich hanebüchen
daherkommt, doch letzten Endes läuft jede Story in jedem beliebigen
Slasherfilm auf das selbe hinaus: Irgend ein Außenseiter, geisteskranker
oder mutierter Mörder macht Jagd auf kreischende Teens, und so ist es auch
hier.
Das ist alles andere als neu und erschreckender weise bedient sich
"Venom" weitgehend auch nur altbekannten Klischees, so dass
schnell klar werden dürfte, für welche Zielgruppe dieses Werk gedreht
wurde. Zum Einen für die noch unerfahrenen Horrorfilmfans, die selbst an
den vorhersehbarsten Stellen noch erschrocken aufschreien, und außerdem
für die unerschütterlichsten Slasher-Fans, die sich selbst den noch so
dämlichsten Streifen des Genres geben müssen. Diese beide Gruppierungen
werden mit "Venom" einen ziemlichen Spaß haben, denn was Jim
Gillespie hier inszenierte, lässt sich definitiv als souverän bezeichnen.
Schon beim Dreh zu "Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast"
durfte Gillespie Genreluft schnuppern und beweist nun 8 Jahre später, dass
er die wichtigsten "Must Have's" eines Teenie-Slashers noch immer
im Kopf hat.
Das bedeutet nichts anderes, als dass "Venom" einer
vorprogrammierten Handlung folgt und sich von anderen Slashern nur durch die
Schauspieler unterscheidet. Zweierlei Aspekte sorgen aber dennoch dafür,
dass der Schocker noch knapp über dem Durchschnitt anzusiedeln ist. Da
hätten wir zuerst den Gewaltfaktor, welcher hier durchaus überraschend
brutale Ausmaße annimmt. Für die ganz zartbesaiteten Zuschauer(innen), die
sich diesen Streifen mit ihrem Freund antun müssen, ist es sicherlich zu
viel des Guten, wenn ein schreiendes Opfer zwischen zwei fahrenden Autos
festgehalten wird und mit einer rasanten Geschwindigkeit Bekanntschaft mit
einem sehr spitzen Gegenstand macht - Zerteilung und umherfliegende
Eingeweide inklusive. Der Bodycount bricht dabei sicherlich keine
Weltrekorde, doch es gibt schon ausreichend Splatter zu bestaunen, der zudem
noch recht gut aussieht.
Über das Aussehen des Killers möchte ich mich nicht weiter beschweren, da
derartiges eigentlich unwichtig ist. Es gab schon so viele Schlitzer und
Massenmörder, so dass es irgendwann schwer wird, sich etwas Neues einfallen
zu lassen, und so haben wir hier eben einen bösartig dreinblickenden, an
einen Zombie erinnernden Kerl, durch dessen Adern sich scheinbar Schlangen
bewegen.
Um aber auf den zweiten Punkt zu kommen, der mir an "Venom" sofort
positiv aufgefallen ist: Die Optik hält einiges her und wirkt des öfteren
sehr atmosphärisch. Die Sümpfe Louisiana's wurden nicht selten gekonnt
eingefangen, wodurch eine schöne Schauerstimmung entsteht.
Zwar sind die hier vorgestellten Charaktere verhältnismäßig sympathisch,
doch um ehrlich zu sein hatte ich sie alle nur 10 Minuten nachdem der
Abspann zu Ende lief wieder vergessen. Im gesamten Cast finden sich
ausschließlich austauschbare Nachwuchsschauspieler, von denen man
vielleicht den einen oder anderen kennen könnte, doch wirkliche
Bekanntheiten sucht man hier natürlich vergebens. Für das Niveau eines
Slashers spielen die Darsteller ausreichend, es ist einfach nicht viel
dabei, ein wenig in die Kamera zu kreischen und ein verängstigtes Gesicht
zum Besten zu geben.
"Venom" ist kein überragender Genre-Meilenstein, doch er bietet
zumindest für 80 Minuten einen kurzweiligen, blutigen Slasherspaß, den
sich jeder unbesorgt ansehen kann, der schon "Ich weiß, was du letzten
Sommer getan hast" mochte. Gerade die Splatterszenen und die
atmosphärischen Aufnahmen heben "Venom" minimal vom sonstigen
Einheitsbrei ab, doch letzten Endes ist er auch nicht mehr als guter
Durchschnitt. |