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Die toughe Einzelgängerin und Revolverheldin
Clementine Tempelton (Victoria Maurette) folgt unerbittlich der Spur ihres
flüchtigen Ex-Lovers Blake Sentenza (Javier De la Vega), der sie vor kurzem
hat sitzen lassen. Auf ihrem Weg trifft sie auf eine kriminelle Bande, die
ausschließlich aus Frauen besteht und von einer gewissen Mary Black (Janet
Barr) angeführt wird. Diese ist mit ihren Anhängerinnen ebenfalls hinter
Blake her, da dieser angeblich Marys Tochter Michelle (Mariana Seligmann)
vergewaltigt haben soll. Von der gleichen Motivation getrieben, schließt
sich Clementine, trotz einiger Anfeindungen, der Gruppe an. Gemeinsam machen
die Frauen Blake schnell ausfindig, der sich in der Geisterstadt Amnesty
versteckt hält, um die eine schaurige Legende kursiert. So soll angeblich
der ruhelose Geist eines von Gott abgewandten und einstmals fürchterlich zu
Tode gekommenen Priesters (Andreas Bagg) sein untotes Unwesen in dem
ausgestorbenen Kaff treiben. Gerüchten zufolge verlassen nur wenige Amnesty
lebend, was sich schon bald bewahrheiten soll, denn als die Frauen ihre
Vergeltung an Blake üben, dauert es nicht lange, bis auch der mörderische
Geist munter mitmischt... |
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Filmemacher Albert Pyun darf nach beinahe drei
Jahrzehnten in der Branche auf eine ebenso vielseitige wie eigenwillige
Karriere zurückblicken. Nachdem der Mann Ende der 80er mit dem Van
Damme-Reißer "Cyborg" und kurz darauf mit dem endzeitlichen
Actionfilm "Nemesis" zwei durchaus bekannte und sogar halbwegs
erfolgreiche Titel in den Kasten bringen konnte, setzte sich anschließend
eine unaufhaltsame Talfahrt in Gang. Unbeirrt schlug sich Pyun dennoch
weiterhin durchs Filmgeschäft und setzte konsequent auf B-Entertainment,
das unter dem landläufigen Terminus "Trash" wohl am Besten
beheimatet sein dürfte. Ernsthaft würde wohl kaum jemand einen Großteil
seines Schaffens vermissen, wenn man diesen provisorisch aus der
Filmhistorie streichen würde, dennoch waren unter vielen Komplettdesastern
immer wieder mal Erzeugnisse dabei, die als durchschnittlich eingestuft
werden konnten und in diese Sparte fällt auch Pyuns aktuellstes Werk
"Vergeltung der Verdammten".
Zwar gelingt es dem Film nicht, an die im
Voraus aufgebauten Erwartungen des Zuschauers hinzureichen, doch diese
Tatsache sollte verschmerzbar sein. "Vergeltung der Verdammten"
stellt in einer Zeit, in der sich der allgemeine B-Movie-Sumpf beinahe
ausschließlich aus ideenlosen und dutzendfach kopierten
Plagiatsabkupferungen zusammensetzt, vor allem eins dar - ein unverbrauchter
und frischer Windzug, der zwar filmisch gesehen so manchen Manko in sich
birgt, letztendlich aber alleine schon durch seine Kuriosität besteht. Wann
gab es ansonsten zuletzt eine inszenatorisch überaus extravagante Mixtur
aus Spaghetti-Western, Horrorfilm und psychedelischem Arthouse-Wannabe zu
sehen? Eben. Hinzu füge man noch einige Elemente des derzeitig im Trend
liegen Folter-Equipments und fertig ist ein Film, den die Welt so noch nicht
gesehen hat.. Und vielleicht auch nie sehen wollte.
Zuerst sei gesagt, dass es sich bei
"Vergeltung der Verdammten" um pures Gift für jeden
Mainstream-Liebhaber handelt, dessen Kenntnis von abseitiger Unterhaltung
sich in etwa auf Null beläuft. Wir haben hier eines jener Werke für
allessehende B-Movie-Rats und sonstige Trash-Enthusiasten, die sich selbst
für die absurdeste Mutprobe nicht zu schade sind und ihren guten Geschmack
schon vor langer Zeit an der Garderobe abgegeben haben. "Vergeltung der
Verdammten" ist weder Horror noch Western im klassischen Sinn,
schließlich wäre dies viel zu konventionell und ersichtlich. Nein,
"Left for Dead", so der schmackhafte Originaltitel, ist vielmehr
ein inszenatorischer LSD-Trip, dessen Handlung sich zwar aus Fragmenten
jener Genres zusammensetzen mag, im fertigen Bild aber eine gänzlich andere
Sprache spricht. Manch einer, der dieses Werk bis zum Abspann durchsteht,
möge dem Regisseur im Anschluss gerne künstlerische Ambitionen zugestehen,
doch sind jene, die ihm aufgrund dieses Filmes erste Anzeichen von Demenz
diagnostizieren, sicherlich auch nicht auf der gänzlich falschen Spur.
"Vergeltung der Verdammten" hat zwar
durchaus eine Geschichte zu erzählen und legt sogar einen gewissen Wert auf
diesen Unterpunkt, dennoch scheint es, als würde sich der Film in dieser
Hinsicht eine Spur zu wichtig nehmen. Die Story um einen verfluchten
Priester, dem einst Schreckliches angetan wurde und der nun in einer alten
Geisterstadt spukt, kombiniert sich nahtlos mit der Geschichte des
Draufgängers Blake, der auf der Flucht vor einer gefährlichen Frauenbande
ausgerechnet in diesem Nest landet. Entgegen den Erwartungen des Zuschauers
mausert sich das Ganze jedoch nicht zum typischen Abschlachten nach
bekannten Mustern, sondern fixiert sich stark auf die zwischenmenschlichen
Beziehungen einzelner Charaktere untereinander. Zwischen Folter, Mord und
etwas Blut hat "Vergeltung der Verdammten" also durchaus so etwas
wie Charaktere zu bieten.
Hervorstechendstes Kennzeichen dieser
Genre-Mischung ist jedoch nicht seine Handlung, sondern die Art und Weise,
wie man diese in Szene setzte. Es wird fleißig mit Farbfiltern, Close-Ups,
Digitalkameras, Zeitraffern und, vor allem, Freeze Frames hantiert, so dass
beinahe der Eindruck entstehen könnte, ein künstlerisch interessierter
Filmstudent habe unter Drogeneinfluss sein schrilles Erstlingswerk in den
Kasten gebracht. Dem Auge des Zuschauers wird somit einiges geboten, was
aber auf Dauer ebenso schnell wieder ermüdend wirkt und irgendwann nicht
mehr darüber hinwegtäuschen kann, dass sich der Plot ab einem gewissen
Zeitpunkt in seichtem Einheitsbrei verliert. "Vergeltung der
Verdammten" nimmt sich unter diesem Aspekt eine deutliche Spur zu
wichtig und verlässt sich gänzlich auf Attribute, die zwar vorhanden sein
mögen, einen Film aber nicht im Alleingang tragen. Horrorfans werden hier
ebenso enttäuscht, wie jene, die mal wieder mit einem soliden Western
rechnen, da das Werk zwar fleißig Versatzstücke dieser Genres verwendet,
das Flair beider aber eindeutig verfehlt.
Der Streifen hat im Großen und Ganzen zwar
durchaus seine Stärken, die das Gesamtbild aber nicht mehr ins Positive
bugsieren können. So ist die farbenprächtige Naturkulisse ebenso gelungen
wie der fabelhafte Soundtrack, der mit seinen stets passenden und
nachdrücklichen Untermalungen beinahe schon die Tatsache vergessen macht,
dass man sich hier ein kostengünstiges B-Movie ansieht. Im Gesamtkontext
verblasst dies jedoch und wird von den erzählerischen und sonstigen,
kleineren Schwächen regelrecht unter den Teppich gekehrt. Bei den
Schauspielern besann man sich auf unbekannte Akteure verschiedenster
Herkunft, die man in Zukunft wohl niemals auf der großen Leinwand
betrachten können wird, die ihren Job aber verhältnismäßig gut machen.
Natürlich sind auch hier Höhen und Tiefen zu vermelden, doch gerade die
Hauptrollen wurden passend besetzt.
"Vergeltung der Verdammten" ist ein
B-Movie wie kaum ein anderes, das sein Ziel durchaus erreicht hat, sollte
dies daraus bestanden haben, aus der Masse herauszustechen. Leider bleiben
bei der ganzen Angelegenheit zu wenig positive Eindrücke beim Zuschauer
zurück, da sich das Werk auf kein eindeutiges Genre festlegen kann und
durch seine irgendwann ins Leere laufende Story auch nicht unbedingt zum
Unterhaltungswert beiträgt. In gewisser Weise mag das Gezeigte zwar
einmalig sein, jedoch wird dies nur von einer sehr überschaubaren Anzahl
positiver Fragmente unterstützt. Als Lernstück für drogenbeeinflusstes
Filmemachen mag "Vergeltung der Verdammten" ebenso durchgehen wie
als nette, technische Spielerei, doch unter den Gesichtspunkten eines
Horror- oder Westernfilms fällt das Werk letztendlich durch. |