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Kelly Ann (Samantha
Shields) hat gerade erst eine schwere Zeit durchgemacht, nachdem sie sich
auf Anraten des Pfarrers Steve (Peter Capaldi) dazu entschied, ihr
neugeborenes Baby zur Adoption freizugeben. Um sich abzulenken, nimmt Kelly
Ann an einem Wochenendausflug teil, der von eben jenem Pfarrer organisiert
wird und bei dem sie und ihre Freunde, David (Kevin Quinn), Mark (Jamie
Quinn) und Louise (Nicola Muldoon) irgendwo in einer verlassenen
Hügellandschaft ausgesetzt werden. Ziel ist es, mit Hilfe von Karten zu
einem vereinbarten Treffpunkt zu finden. Als dann auch noch Lee (Martin
Compston), Ex-Freund von Kelly Ann und Vater ihres Kindes, auftaucht und die
Gruppe mit Alkohol versorgt, scheint es fast so, als würde eine überaus
spaßige und feucht-fröhliche Zeit bevorstehen. Dann allerdings entdecken
die Jugendlichen in einer verfallenen Ruine einige entsetzlich zugerichtete
Leichen, sowie ein ausgesetztes Baby. Unter Schock nimmt sich Kelly Ann des
Babys an, unwissend, dass sie damit den Zorn einer gefährlichen,
wolfsähnlichen Bestie auf sich und ihre Freunde zieht... |
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In Filmen wie "Dog Soldiers" und
insbesondere "Underworld" wurde die Werwolfthematik in den letzten
Jahren endlich wieder mal in aufwändigeren Produktionen aufgegriffen und
somit wieder einem breiteren Publikum in Erinnerung gerufen. Vielleicht ist
genau das einer der Gründe dafür, dass der B-Movie Sektor in letzter Zeit
viele Tierhorrorfilme herausbringt, in denen sich Werwolf-ähnliche
Kreaturen tummeln und die Jagd auf Menschenfleisch eröffnen. So nimmt sich
auch der vor zwei Jahren erschienene "Wild Country" der Thematik
an, schafft es dabei aber leider nicht, auch nur annähernd zu überzeugen.
Wie es aber so schön heißt, ist aller Anfang schwer und so sollte man auch
im Hinterkopf behalten, dass Craig Strachan hiermit erst sein zweites Werk,
nach dem im Jahr 2000 erschienen, fast gänzlich unbekannten Film
"Hidden", veröffentlichte.
Dies mag einem zwar gestatten, einem Streifen einige kleine Mängel zu
verzeihen, doch wenn sich ein Film als beinahe komplett misslungen
herausstellt, dann fällt es schwer, noch darüber hinwegzusehen. Lobenswert
an dem Pseudo-Horrorstreifen ist jedenfalls die Intention des Regisseurs,
mal wieder solide Horrorkost fernab von unrealistischen CGI-Effekten
kreieren zu wollen und als Monster wie in der Tradition von Genreklassikern
à la "Das Tier" oder "American Werwolf in London" eine
animierte Puppe auf seine Nachwuchsschauspieler loszulassen. Ob ihm dies
letztendlich auch gelungen ist, ist eine andere Frage, dennoch ist es schön
zu sehen, dass nicht jeder dem derzeitigen CGI-Trend folgt.
Die Ausgangssituation könnte für einen Tierhorrorfilm typischer nicht
sein. Wir lernen kurz jemanden kennen, der sich schnell als Hauptfigur
herauskristallisiert, und um den herum die Handlung aufgebaut wird. Als
nächstes begibt sich eine Gruppe von jungen Leuten in eine bevorzugt
abgeschiedene Gegend, aus welchen Gründen auch immer, und wird dort mit
einem schrecklichen Monster konfrontiert. So etwas funktioniert eigentlich
immer, nur leider dann nicht, wenn sich ein Regisseur ganz und gar auf die
Handlung verlässt und keinerlei eigene Ideen und sonstige Talente mehr
hinzusteuert. Ich persönlich habe es ja schon längst aufgegeben, in einem
Tierhorrorfilm auf ansprechend geschriebene Charaktere, realitätsbezogene
Spannungsmomente und viele Neuerungen zu hoffen. Als Minimum könnte man
allerdings verlangen, dass einen der Film wenigstens angemessen unterhält
und einem ein paar hübsche Morde serviert, doch nicht einmal das gelingt
"Wild Country" ansatzweise.
Nach einer auf Schema-F ausgelegten Einleitung will "Wild Country"
sein Publikum mit blutigen Effekten, einem schaurigen Monster und
furchterregenden Nachtaufnahmen überzeugen. Blöd nur, dass das alles so
ziemlich nach hinten losgeht. Der nur 64 Minuten lange Film verfügt
nämlich über so einige Nachtaufnahmen, bei der der Kameramann über
keinerlei Beleuchtung zu verfügen schien, weshalb es einem schwer fällt,
überhaupt etwas erkennen zu können. Einige endlos scheinende Minuten lang
tapsen die Darsteller durch vollkommene Dunkelheit, während man das
Geschehen anhand von Schreien bestenfalls erahnen kann. Wenn nur noch
schemenhafte Umrisse zu erkennen sind, soll das wohl Suspense erzeugen,
sorgt aber eher dafür, dass man sich schnell über die dilettantische
Machart ärgert. Meinetwegen kann sich ein Horrorfilm gerne im Dunkeln
abspielen, allerdings sollte man schon noch in der Lage sein, etwas erkennen
zu können, ansonsten kann man sich gleich ein Hörspiel anhören.
Sobald sich dann das erste Tageslicht bemerkbar macht, läutet das keine
Besserung ein, sondern hat zur Folge, dass man das ach so gefährliche
Monster zum ersten Mal in seiner ganzen Pracht bewundern darf. Blöderweise
sieht es allerdings alles andere als unheimlich aus, sondern erinnert mehr
an ein zotteliges schweineähnliches Wesen, das sich zufällig in die
Muppetshow verirrt hat. Wenn man sich so die Bewegungen des Monsters
ansieht, entsteht sofort der Eindruck, dass es sich um eine Handpuppe
handelt, denn meist taumelt das Vieh mit seinem Kopf wie betrunken direkt
vor der Kamera, komplett sieht man es nie. Blöderweise wehrt sich
"Wild Country" auch mit Händen & Füßen dagegen, in die
Trashecke zu rutschen, so dass man es hier mit nichts halbem und nichts
ganzem zu tun hat. Für Horror ist das "Monster" zu lachhaft in
Szene gesetzt, für Trash kommt die Handlung zu gewollt ernst daher. Blut
gibt es hin und wieder schon mal zu sehen, so etwa bei der ganz ordentlich
anzusehenden Halbierung eines Körpers, besonders lang in Erinnerung bleiben
einem die Effekte aber auch nicht. Als überaus nervend fällt noch der
moralische Zeigefinger auf, den der Streifen in Bezug auf das Thema Adoption
erheben will, dazu möchte ich aber nicht näher eingehen, da dies das
(peinliche und lachhafte) Ende des Films vorweg nehmen könnte.
Dass die Schauspieler kaum über nennenswerte Talente verfügen, muss wohl
nicht noch lange erklärt werden. Die meisten von ihnen standen zum ersten
Mal vor der Kamera. Regisseur Craig Strachan rechtfertigte dies mit dem
Argument, dass er seinen Film mit einem gewissen Grad an Realismus versehen
wollte und die Darsteller auch möglichst authentisch wirken sollten.
Natürlich handelt es sich dabei aber nur um eine Ausrede dafür, dass für
talentierte Schauspieler kein Geld zur Verfügung war. Craig Strachan jedoch
versucht sein Realismus-Argument um jeden Preis aufrecht zu erhalten und
stimmte auch die Dialoge der Akteure auf "Jugendslangs" um.
Unvorteilhafterweise gehen einem die vulgären und dämlichen Sprüche der
durch und durch klischeehaften Charaktere aber schon sehr schnell auf den
Geist.
"Wild Country" ist der Titel eines missglückten Versuches, dem
Tierhorrorgenre einen ernstzunehmenden Beitrag hinzuzufügen. Es wäre eine
kluge Entscheidung gewesen, das Projekt gar nicht erst in Angriff zu nehmen,
denn mit dem Endresultat haben die Macher wirklich niemandem einen Gefallen
getan. Als Fan des Subgenres hat man zwar anhand des billig aussehenden
Monsters einige erheiternde Momente, alles in allem fehlt dem Werk aber das
gewisse Etwas, um als Trash durchzugehen. So hat man mehr einen zähen
Pseudo-Horror vorliegen, der zu keiner Sekunde wirklich spannend oder
fesselnd wird, sondern durch nervende Charaktere und eine dilettantische
Inszenierung weitgehend langweilt. |