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Dr.
John Rollason (Peter Cushing) ist mit seiner Frau Helen (Maureen Connell) in
ein tibetanisches Kloster gereist, um die dortige Pflanzenwelt zu studieren.
Schnell muss Helen allerdings herausfinden, dass dies nicht der einzige
Grund für die gemeinsame Reise nach Tibet war. Als nämlich ein
Expeditionstrupp unter der Leitung von Tom Friend (Forrest Tucker)
auftaucht, erfährt Helen, dass John mit Tom und seinen Männern nach dem
legendären Yeti suchen möchte. Obwohl sie sich entschieden dagegen
ausspricht, lässt sich John von seinem Vorhaben nicht abbringen.
Der Aufstieg auf den Himalaja gestaltet sich wie zu erwarten war schwierig,
und als der eher unerfahrene Bergsteiger Andrew McNee (Michael Brill) auch
noch in eine Bärenfalle tritt, steht die Gruppe vor einem weiteren Problem.
Es bleibt jedoch keine Zeit, lange darüber nachzudenken, denn kurz darauf
gelingt es Tom und seinen Männern tatsächlich, einen Yeti aufzuspüren und
zu töten. Mit dem Kadaver wollen sie eine weitere Kreatur anlocken und
fangen, doch der Plan geht schief... |
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Wenn
man an die frühen Vertreter des Horrorfilms denkt, dann fällt einem nach
den Universal-Studios sofort eine andere Produktionsschmiede ein, die sich
wohl so ziemlich jedem Thema angenommen hat, was das Horror-Reportaire
hergab. Zu den bekanntesten Gesichtern der britischen Hammer-Filmen zählen
insbesondere Christopher Lee und Peter Cushing, die beinahe in jeder
größeren Horrorproduktion von Hammer mit von der Partie waren. Ich
persönlich konnte mit dem Streifen "Das schwarze Reptil" schon
einmal gute Erfahrungen mit Hammer sammeln und erwartete von "Yeti -
Der Schneemensch" vermutlich einen ähnlichen Unterhaltungswert. Diesen
kann er jedoch nicht bieten, denn "The Abominable Snowman", so der
Originaltitel, schlägt einen anderen Kurs als die typischen
Hammer-Horrorfilme ein, in denen Aristokraten, dunkle Schlösser und der
typische britische Gothic-Stil beherbergt waren. "Yeti" ist
vielmehr ein Abenteuerfilm mit einigen gesellschaftskritischen Untertönen,
was ich in dieser Form nicht erwartete.
Die Inszenierung des Ganzen war dabei die Aufgabe von Val Guest, der
außerdem zusammen mit Nigel Kneale das Drehbuch schrieb. Kneale wiederum
schrieb zuvor das Script zu der Serie "The Creature", auf der
"Yeti - Der Schneemensch" basiert. Val Guest seinerseits war in
seiner Karriere für eine Vielzahl an Filmen verantwortlich, die sich
hierzulande jedoch in den meisten Fällen keiner all zu großen Bekanntheit
erfreuen. Lediglich das Original von "Casino Royale" dürfte
sicher vielen Filmfans, insbesondere den James Bond Anhängern, ein Begriff
sein.
Dass "Yeti - Der Schneemensch" mit einem eher trägen Ablauf
aufwartet, das offenbart sich bereits in den ersten 20 Minuten. Die Szenen
in dem tibetanischen Kloster sind überaus dialoglastig und ziehen das Ganze
bereits so früh zu Filmbeginn schon merklich in die Länge. Dem ersten und
auch einzigen wirklichen Highlight darf man dann kurz darauf
entgegenblicken, wenn die Gruppe die Besteigung des Himalaja antritt. Die
prachtvollen Bergpanoramen wurden zum Teil in der Schweiz gedreht, während
andere Sequenzen allerdings klar als Studiokulisse zu erkennen sind. Dennoch
gehören die verschneiten, undurchdringlichen Berglandschaften ganz
eindeutig zu den positiven Seiten des Films. Die Schwarzweiß-Optik tut ihr
Übriges, um das Geschehen in den Bergen äußerst kalt, hilf- und
orientierungslos aussehen zu lassen.
Nun möchte ich aber nicht um den heißen Brei herumreden, sondern offen
gestehen, dass mich "Yeti - Der Schneemensch" über weite Strecken
nur langweilen konnte. Wer sich den Film in Erwartung eines klassischen
Grusel - bzw. Horrorfilms kauft, wird sehr schnell enttäuscht. Val Guest
setzt hier vielmehr auf die Pracht seiner Kulissen und streut immer wieder
mal längere Dialoge ein, die über die innerliche Verfassung der Charaktere
Aufschluss geben. Die Yetis selbst haben nämlich nur äußerst selten ihre
Auftritte, die wirklichen Konflikte spielen sich innerhalb der Gruppe ab, so
wie dies meist bei Filmen dieser Art der Fall ist. Leider bietet "Yeti
- Der Schneemensch" aber kaum Highlights oder spannendes, zum Gruseln
ist hier höchstens der gewöhnungsbedürftige Look des Yetis am Filmende.
Irgendwann im Filmverlauf packt der Regisseur die Moralkeule aus und drischt
sogleich munter drauflos. So wird die Frage in den Raum gestellt, ob nun
wirklich die Yetis, oder nicht doch die Menschen die wahren Monster sind.
"Yeti - Der Schneemensch" übt in einigen Szenen eine klare
Gesellschaftskritik, wartet mit einigen interessanten Denkanstößen auf und
bietet dadurch durchaus Diskussionsstoff. Das Problem dabei ist nur, dass
der Streifen als Horrorfilm vermarktet wird und dies leider absolut nicht
bieten kann. Was wir hier haben sind vielmehr innere Konflikte der
Hauptakteure, die diese lösen müssen. Ob es die Yetis nun wirklich gab,
oder ob letzten Endes doch alles nur Einbildung war, darüber wird man im
Unklaren gelassen.
Die Schauspieler machen ihre Sache überaus zufriedenstellend. Insbesondere
Peter Cushing in der Rolle des Wissenschaftlers, der das Wesen erforschen
möchte, während Forrest Tucker als Tom Friend nur daran denkt, es zu
töten, liefern sich interessante Wortduelle. Die Leistungen der
Nebendarsteller fällt dabei kaum ins Gewicht, so präsent sind Tucker und
Cushing.
"Yeti - Der Schneemensch" entsprach leider nicht meinen
Erwartungen. Ich erwartete einen Monsterfilm und bekam eine
Bergsteigergeschichte, gemischt mit etwas Gesellschaftskritik und einem
Minimum an Horror.
Die wunderschön eingefangenen Berge sind ein Hingucker für sich, keine
Frage, doch leider schafft es "Yeti - Der Schneemensch" kaum,
Spannung aufzubauen. Stattdessen zieht sich die Handlung oftmals sehr träge
dahin und kann einfach keine großartigen Highlights bieten. Meiner Meinung
nach hätte man aus der Yeti-Thematik mehr machen können. |