August Underground

0

Informationen

OT:August Underground

ca. 71 Minuten

USA 2001

Regie

  • Fred Vogel
Darsteller

  • Kyle Dealman
  • Casey Eganey
  • Dan Friedman
  • Fred Vogel
  • u.a.

August Underground

Story

Zwei völlig geisteskranke Typen vertreiben sich die Zeit damit, andere Menschen zu entführen und diese dann zu Tode zu quälen. Ihren Alltag nehmen sie dabei stets mit einer Videokamera auf. Egal ob die Beiden eine Anhalterin totprügeln oder ein Geschäft überfallen, jede noch so abscheuliche Tat wird von ihnen gefilmt…

Kritik

Hört man sich so nach den härtesten Filmen um, stößt man zwangsläufig immer wieder auf die selben Titel. Bei einer Aufzählung dürfen sowohl die berüchtigten "Guinea Pig" Streifen, wie auch das Foltermachwerk "Oxen Split Torturing" nicht fehlen, ganz zu schweigen natürlich von Titeln wie "Men Behind the Sun" oder "The Untold Story". Was allerdings wirklich hart ist, ist eine rein subjektive Frage, was wiederum zu der Erkenntnis führt, dass all diese Listen und Statements in irgendwelchen Foren Bullshit sind, die niemand braucht. Klar, sie stellen eine brauchbare Einkaufsliste dar, doch welcher Film denn nun wirklich der Schlimmste von allen ist, muss man für sich selbst beantworten. Der Amerikaner Fred Vogel hat es unglaublicher weise geschafft, gleich an mehreren Filmen beteiligt gewesen zu sein, die wunderbar auf eine derartige Liste passen. Zum Einen hat der Gute die Effekte für "Murder-Set-Pieces" kreiert, außerdem war er bei den Werken "August Underground", sowie der Steigerung "August Underground’s Mordum" als Regisseur tätig. Diese beiden Streifen prägten das Genre des Pseudo-Snuffs nachhaltig und stellen das bis dato realistischste dar, was man in diesem Bereich anfinden kann. Snuff Filme sind eigentlich ein moderner Mythos, kamen aber durch Joel Schumacher’s düsteren Thriller "8MM – Acht Millimeter" richtig ins Gespräch. Ein Snuff Film zeigt die reale Tötung eines Menschen, die rein aus Unterhaltungszwecken begangen wurde. Zuerst wollte Fred Vogel eigentlich einen Zombiefilm drehen, um darin seine Effektkünste zu zeigen, doch da ihm dazu das nötige Kleingeld fehlte, dachte er sich etwas neues, gewagtes, vor allen Dingen aber günstiges aus. In einem Interview gab Vogel mal an, dass man sich "August Underground" wie ein Video vorstellen sollte, das man irgendwo auf der Straße findet. Man nimmt es mit nach Hause, sieht es sich an und stellt mit Entsetzen fest, dass man das Videotagebuch zweier völlig Geisteskranker Mörder in Händen hält. "August Underground" ist durch und durch auf Realismus getrimmt und ist auf den ersten Blick auch absolut nicht als Fake zu entlarven. Der Film hat nicht mehr als 2000 $ gekostet, gefilmt wurde mit einer wackeligen, nicht besonders hochwertigen Kamera. Im Nachhinein wurde das Material dann sogar erneut bearbeitet, so dass es einen noch günstigeren Eindruck erweckt. Was so abartig an dem Ganzen ist? Nun, an und für sich zeigt "August Underground" nichts, was man nicht schon kennt, es ist vielmehr die Art und Weise, wie die Macher die Gewalt transportieren. Man hat tatsächlich den Eindruck, auf die Amateuraufnahmen zweier völlig kaputter Menschen gestoßen zu sein. Alles wirkt so intensiv real, dass es einen an einem wunden Punkt trifft. Es ist überaus starker Tobak, was uns Vogel und seine Kumpanen hier vorsetzen. Wir sehen eine mit Blut und Kot beschmierte Frau, die an einen Stuhl gefesselt ist und der man die linke Brust mit einem Messer verstümmelte. Fröhlich betreten die beiden kranken Typen den Raum, schreien die Frau erst einmal ausgiebig an und machen sich dann über ihren Freund lustig, der ein Zimmer nebenan bereits verfaulend in einer Badewanne liegt und dem der Penis abgeschnitten wurde. Das war jedoch noch längst nicht alles. Die Frau wird dazu gezwungen, einen abgetrennten Zeh in den Mund zu nehmen und entledigt sich im Minutentakt vor Angst zitternd ihrer Körperflüssigkeiten. Der kleine Raum in dem sie gefesselt auf einem Stuhl sitzt ist voller Körperausscheidungen und Bildern von anderen Opfern. Das Opfer wird jedoch nicht einfach erlöst, es wird einfach weiterhin angebrüllt und weiteren Demütigungen ausgesetzt. Damit keine "Langeweile" aufkommt gibt es in regelmäßigen Abständen einen Szenenwechsel. So sehen wir zum Beispiel, wie einer der Killer, gespielt von Fred Vogel himself, sich einer Anhalterin mit sexuellen Absichten nähert, sie dann aber grundlos halb tot schlägt und irgendwo im Gras liegen lässt. Das ist jedoch noch eine eher harmlose Szene. Und, vergleicht man das Ganze mal mit Vogel’s Folgewerk "Mordum" ist das, was wir hier zu sehen bekommen, noch gar nichts. Dort werden dann Bauchwunden penetriert und die Opfer minutenlang vollgekotzt, doch weitere Einzelheiten erspare ich Euch an dieser Stelle. "August Underground" verbreitet eine absolut deprimierende, abartige Stimmung und ist nur für feste Mägen zu empfehlen, die Erfahrung mit derartigen Filmen haben. Ich würde sogar sagen, dass dieses Machwerk einen Tick besser ist als "Mordum", da die Gewalt und die Obszönitäten hier nicht so überzeichnet sind, dass es einem wie eine einzige, groß angelegte Provokation vorkommt. Nein, "August Underground" wirkt einfach wie die perversen Auswüchse einiger kranker Geister. Hier gibt es keine Möglichkeit, das Ganze mit Sprüchen wie "Ist ja nur ein Film" zu verharmlosen. Es sieht nicht so aus wie ein Film und es fühlt sich nicht so an. "August Underground" ist kurz, ganz kurz davor als authentisch aussehender Snuff durchzugehen. Obwohl ich mit "August Underground" nicht ganz so hart wie mit "Mordum" ins Gericht gehen möchte, stellt sich mir dennoch die Frage, wer an so etwas Gefallen findet? Ich muss zugeben, dass Fred Vogel sein Ziel erreicht hat, und mit geringsten Mitteln einen Film inszenierte, der Entsetzen und Abscheu hervorruft, doch die Frage ist, ob sich tatsächlich jemand für so etwas begeistern kann? Ich habe es nicht direkt bereut, "August Underground" gesehen zu haben, was allerdings nichts an meiner Meinung ändert, dass wir es hier mit allem – nur nicht mit einem guten Film zu tun haben. Man muss die Dinge betrachten, wie sie sind und der Streifen ist einfach nicht mehr als ein 70minütiges, auf realistisch gestelltes Pseudo-Snuff Filmchen. Menschenverachtend, Frauenfeindlich, pervers und für die Meisten einfach nicht geeignet.

"August Underground" erzeugt ein Gefühl von Abscheu und Unwohlsein und liegt wohl weit über der Grenze des Zumutbaren vieler. Dennoch fehlt hier das Übertriebene, das lediglich dem Selbstzweck dient und das "Mordum" in meinen Augen zu einem einzigen, großen Ärgernis machte. Dadurch ist "August Underground" zwar einen kleinen Tick besser, aber noch lange kein guter Film. Wer so was mit Sprüchen wie "Toller Film, weil man dadurch sehen kann, wie krank manche Menschen sind" verteidigt, geilt sich vermutlich auch daran auf, wenn kleine Mädchen entführt und über Jahre hinweg in ein Kellerverlies gesperrt werden. Von der atmosphärischen Seite her ist "August Underground" sicherlich interessant, aber letztendlich ist es einfach menschenverachtender Schund.

Bewertung

Splatter 2_5.gif
Spannung 1.gif
Story 1.gif
Ekelfaktor 5.gif
Atmosphäre 4.gif
Gesamt 1_5.gif

Ähnlicher Film:

  • Mordum

Armee des Jenseits

0

Informationen

Drehland Italien
Drehjahr 2002
Laufzeit ca. 85 Minuten
Regie Ivan Zuccon
Darsteller Michael Segal Roberta Marrelli Liliana Letterese Alessio Pascuti u.a.
Bild
  • 1:1
  • 66
Ton
  • DD5.1
  • 2.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Italienisch
Untertitel
  • Deutsch
  • Englisch
LC 2
FSK 16
Armee des Jenseits

Story

Vor zwei Milliarden Jahren wurde die Erde von den großen Alten kolonisiert, die daraufhin das Leben schufen, um sich zu ernähren und die Menschen, um sie zu ihren Sklaven zu machen. Irgendwann lehnten sich die Menschen jedoch gegen ihre Tyrannen auf und es entbrannte ein Krieg, der bis heute andauert. Eine Gruppe Überlebender verschanzt sich seit einiger Zeit in einer alten Festungsanlage und harrt Tag für Tag verbittert ihrem Schicksal, das da auf sie warten mag. Eine Aussicht auf Rettung vor den finsteren Dämonen scheint es nicht zu geben, doch da hört der Anführer der Menschen, Ian Hicks (Emanuele Cerman) eines Tages von dem Buch Necronomicon, das womöglich den Schlüssel zur Vernichtung der Schattenwesen in sich bergen soll. Mit mehreren Männern macht er sich auf die unerbittliche Suche nach dem unermesslich wichtigen Relikt, nicht ahnend, dass das Böse längst einen Weg in ihre Festung gefunden hat. Eine der Frauen wurde auf ihrer Patrouille kürzlich von einem Dämonen vergewaltigt und trägt nun das Kind der Alten in sich, das laut einer finsteren Prophezeiung die Macht besitzt, alles menschliche Leben auf immer zu vernichten…

09_2008_Armee_des_Jenseits_1.jpg09_2008_Armee_des_Jenseits_2.jpg

Kritik

Eine Lektion lernt man als langjähriger Fan des Horror-Genres irgendwann aufs Schmerzlichste: Ein Streifen kann noch so abgrundtief grottig und ein Regisseur noch so sehr im absolut falschen Gewerbe gelandet sein, das Marketing solcher Filme legt einen doch immer wieder aufs Neue rein. So auch bei dem Dünnschiss-Haufen "Armee des Jenseits", dessen Coverbild und eigene Beschreibung stolz Lovecraft-Anleihen verlauten, und den Anhänger dessen Lektüren schon einmal in heller Vorfreude schwelgen lassen. Querverweise, Zitate und Anspielungen auf die umfangreiche Welt des Necronomicon gab es in Film und Fernsehen zwar schon genug, nicht selten wurde auch schon direkt darauf Bezug genommen oder gar eine Lovecraft’sche Geschichte verfilmt – aber auf die ultimative Umsetzung wartet der Fan noch heute. Und obgleich wohl niemand damit gerechnet hätte, diese ausgerechnet in einem italienischen B-Movie eines berüchtigten Schrottfilmers zu finden, so werden es nicht wenige Allesseher eben doch wieder versuchen – und dabei einen üblen Tritt in die Weichteile kassieren. Nun könnte man ja mit der Phrase "andere Länder, andere Sitten" kommen und naiv davon ausgehen, dass Unterhaltung in Form von "Armee des Jenseits" in Italien hochgradig angesagt ist. Blöd nur, wenn man dann gleichzeitig von einem Land spricht, dass Namen wie Argento und Fulci hervorgebracht hat und in den 70ern und 80ern an der vorderen Front des Horrorfilm-Geschehens stand. Was Ivan Zuccon aber mit "Armee des Jenseits", dem Sequel zu einem Werk namens "The Darkness Beyond" (der vermutlich genau so desaströs ausfällt), verbrochen hat, spottet beinahe schon jeder Beschreibung. Als unbelehrbarer B-Movie-Massenvernichter erliegt man ja bekanntlich irgendwann dem Irrglauben, an einem Punkt angekommen zu sein, an dem man jeder noch so großen Filmgurke etwas abgewinnen kann, da man schließlich "schon weitaus schlechteres gesehen hat". Doch "Armee des Jenseits" ist dann die ultimative Belehrung des Gegenteils, der jeden noch so trash-versessenen Schrottliebhaber in Zukunft vorsichtig mit diesem Ausspruch umgehen lassen wird. Würde man der Crime Scene Investigation (kurz CSI) eine Kopie dieses Werkes zukommen lassen und sie um Aufklärung bitten, wie es zu einem derartig scheußlichen Verbrechen kommen konnte, so würde die Erklärung vermutlich folgendes auf den Punkt bringen: Ein psychisch labiler Masochist (Ivan Zuccon), der sich selbst zum Regisseur berufen fühlt, eine Aufgabe, mit der er hoffnungslos überfordert ist, wollte nach seinem ersten verbrecherischen Akt ("The Darkness Beyond") noch einen draufsetzen und sich mit einer gemeingefährlich-schlechten Fortsetzung dafür an der Menschheit rächen, dass er damals hochkant von der Filmakademie flog, zu der er einen Freischein in der Lotterie gewann. Zu diesem Zweck engagierte er ein Team vollends verblödeter Dumpfkacheln, das die am Set anfallenden Tätigkeiten zwar nicht erledigen, zumindest aber nachahmen sollte. Die nächstgrößere Schwierigkeit bestand darin, einen Haufen freiwilliger Schauspieler zu finden, woraufhin Zuccon zu seinem eigenen Glück in einem Asyl für Schizophrene fündig wurde (welche den Vorteil mit sich brachten, dass sie sich später nicht mehr an ihre schmachvolle Tätigkeit erinnern würden). Als nächstes musste nur noch eine gebrauchte Digitalkamera bei ebay abgestaubt und ein passendes Plätzchen für die Dreharbeiten gefunden werden, doch auch da erwies sich unserem Pseudo-Filmemacher das Schicksal hold. Ein altes Kellersystem und ein kleines Außenaral sollten ausreichen, schließlich benötigt ein Film von 85 Minuten keine großartigen Szenenwechsel. Nachdem dann kurz der Begriff Lovecraft gegoogelt und einige Notizen auf dem Oberarm notiert wurden (ein solcher Film braucht schließlich auch ein Drehbuch), konnte es schon losgehen. Ja, so muss sich das Ganze in etwa abgespielt haben, anders lässt sich ein Film wie "Armee des Jenseits", bei dem von vorne bis hinten nichts, aber auch gar nichts stimmen mag, nicht erklären. Filme mit leichten Handlungsschwierigkeiten sind im B-Bereich bekanntlich kein unbekanntes Phänomen, doch dieses Werk setzt dem gekonnt die Krone auf. Jeder, der vor Filmbeginn nicht ausgiebig die umfangreiche Zusammenfassung des Inhaltes auf diversen Film-Webseiten studiert hat, steht nach ein paar Minuten auf verlorenem Posten, denn das, was "Armee des Jenseits" als Story zu verkaufen versucht, ist in jeder Hinsicht undurchschaubar und wohl nur den Verantwortlichen selbst zugänglich. Da hocken ein paar Menschen in einem Kellersystem und faseln etwas vom Ende der Welt, bis sich dem Zuschauer irgendwann erschließt, dass das Ganze wohl in einer fernen Zukunft spielen soll. So weit alles klar, doch was es mit der angeblichen Dämonin auf sich hat, die vielmehr wie ein zugedröhntes Groupie von Marilyn Manson aussieht und sich mit Vorliebe von dem Anführer der Menschen knallen lässt, bleibt ein Rätsel. Die Protagonisten reden im Verlauf des Films recht viel (das können sie zumindest ganz gut), hocken in ihrem Keller(das auch), reden noch etwas, weil es so schön war, dann taucht gelegentlich das Marilyn Manson-Fangirl auf, später fließt etwas Blut, plötzlich hat der Anführer der Menschen weiße Kontaktlinsen auf den Glubschern und soll wohl auch ein Dämon darstellen. Wer es bis dahin ausgehalten hat, bekommt später dann noch etwas mehr Konfusion, seichten Splatter und einen plötzlichen Showdown zu sehen, doch den Durchblick ergattert man dabei nie. Man kann bestenfalls versuchen, sich krampfhaft an irgendwelchen Schauwerten festzuklammern, doch da diese hier nicht gegeben sind, ist auch dies zum Scheitern verurteilt. Vor billigen Kulissen hampeln einige Laiendarsteller im billig-digitalen Look umher und haben dabei vermutlich die gesamte Handlung improvisiert, anders ist das Fehlen jedweder Story-Dramaturgie oder gar eines Sinns nicht nachvollziehbar. Zwischenzeitlich würde "Armee des Jenseits" dann noch gerne etwas Bezug zu Lovecraft herstellen und zitiert fleißig umher, doch dabei kommt schnell der Verdacht auf, dass Ivan Zuccon bislang bestenfalls den Buchdeckel eines der zitierten Werke gesehen hat. Was sich hier also zwischen grenzenloser Banalität und nicht enden wollender Langeweile abspielt, ist ein sinnentleertes und ärgerliches B, nein, C-Movie, das in allen Belangen des modernen Filmemachens versagt und nichts anderes als ein Armutszeugnis seitens der Macher darstellt. Aber etwas anderes war von einem Regisseur, welcher der Filmwelt schon Titel wie "Nympha" und "Bad Brains" bescherte, auch nicht zu erwarten. Die Bezeichnung des "italienischen Uwe Boll" dürfte Zuccon sicherlich bald gewonnen haben, doch selbst das wäre beinahe noch ein Lob. Boll dreht wenigstens noch mit Selbstironie und findet selbst als blindes Huhn ab und an noch ein Korn, doch in dieser Hinsicht ist bei Zuccon eher dunkelschwarz zu sehen.

09_2008_Armee_des_Jenseits_3.jpg09_2008_Armee_des_Jenseits_4.jpg

DVD

"Armee des Jenseits – Unknown Beyond" erschien bereits vor geraumer Zeit auf DVD und zwar im Vertrieb des Labels epiX. Überraschenderweise hat man sich dabei tatsächlich noch Mühe gegeben und einen Silberling auf den Markt gebracht, der ein gutes Stück über dem Standard dessen steht, was man in der Regel von solcher Kost erwarten würde. Die Scheibe kommt mit deutschem und italienischem Sound daher, wobei ersterer gar ins Dolby Digital 5.1-Format gepackt wurde. Auch an den Extras wurde nicht gespart, bestehen diese doch aus einem Audiokommentar (!) des Regisseurs, Bloopern, Deleted Scenes, einem alternativen Ende und dem Kurzfilm "Bad Brains". Alles also ziemlich üppig für einen derartig unterirdischen Hauptfilm wie "Armee des Jenseits". epiX beließ es jedoch nicht auf diesem einen Release und brachte den Streifen zudem noch in der Horror Collection 2, sowie in der sogenannten Necronomicon – 4DiscSpecialEdition heraus. Letztere ist dabei auch recht umfangreich ausgefallen und liefert den Film zusammen mit den Streifen "Darkness Beyond" und "Shunned House", sowie einer Extra-DVD mit Bonusmaterial in einer ordentlichen Zusammenstellung. Die Horror Collection 2 hingegen besteht neben "Armee des Jenseits" noch aus den Titeln "The Roost" und "Blood & Donuts", Bonus sucht man hierbei allerdings, bis auf die üblichen Trailer, vergebens.

Bewertung

Splatter 2008_2_5.gif
Spannung 2008_1.gif
Story 2008_1_5.gif
Ekelfaktor 2008_1_5.gif
Atmosphäre 2008_1.gif
Tonqualität 2008_4.gif
Bildqualität 2008_4.gif
Zusatzmaterial 2008_2.gif
Gesamteindruck 2008_1.gif

Armee der Finsternis

0

Informationen

OT:Army Of Darkness

ca. 91 Minuten

USA 1993

Regie

  • Sam Raimi
Darsteller

  • Bruce Campbell
  • Embeth Davidtz
  • Marcus Gilbert
  • Ian Abercrombie
  • u.a.

Armee der Finsternis

Story

Zu Beginn des Films gibt es einen kleinen Rückblick auf das Geschehen in "Tanz der Teufel 2":

Ash (Bruce Campbell) ist ein gewöhnlicher, unscheinbarer Typ, der als Verkäufer im S-Markt arbeitet. Eines Tages beschließt er, mit seiner Freundin Linda zu einer abgelegenen Waldhütte zu fahren um dort ein ruhiges Wochenende zu verbringen. Mit dieser Ruhe ist es allerdings schnell vorbei, als er die Tonbandaufnahmen eines Professors findet, der darauf aus dem Buch der Toten, dem Necronomicon, vorliest. Die Aufnahmen wecken böse Dämonen, die Linda töten und Besitz von Ash’s Hand ergreifen. Diese sägt er sich mit Hilfe einer Kettensäge ab, wird daraufhin allerdings in einen Zeitstrudel gesogen und mitsamt Auto, doppelläufiger Schrotflinte und Kettensäge ins 14. Jahrhundert katapultiert.

Dort angekommen wird Ash von den Männern Lord Arthur’s (Marcus Gilbert) gefangengenommen, die ihn für einen von Graf Henry’s dem Roten (Richard Grove) Leuten halten. Zusammen mit Graf Henry wird Ash in eine Burg gebracht, wo er in eine Grube geworfen wird, in der dämonische Wesen hausen. Ein weiser alter Mann (Ian Abercrombie), der in Ash die prophezeite Rettung der Menschheit sieht, kann ihm gerade noch rechtzeitig seine Kettensäge zuwerfen, mit der dieser sich der Dämonen in der Grube entledigen kann. Ash hat somit zwar die Ehrfurcht der Ritter gewonnen, doch alles was er will, ist zurück in seine Zeit zu gelangen. Deshalb trifft er mit dem weisen alten Mann die Vereinbarung, dass er das Buch der Toten, das Necronomicon, von einem verfluchten Friedhof beschaffen soll. Mit diesem Buch ist es möglich, Ash in seine Zeit zurück zu schicken. Bei der Beschaffung des Buches unterläuft dem tollpatschigen Ash allerdings ein fataler Fehler, durch den er versehentlich die untote Armee der Finsternis erweckt. Die skelettierten Krieger wollen das Buch zurückhaben und marschieren unaufhaltsam auf die Burg Lord Arthur’s zu. Es kommt zu einer großen Schlacht..

Kritik

Kaum ein Horrorfilm hat in Deutschland einen derart schlechten Ruf wie "Evil Dead" aka "Tanz der Teufel". Obwohl das Werk zu den ganz großen Klassikern des Horrorfilms zählt, ist er bei uns bis heute zum Teil noch als ultrabrutales Schlachtwerk verschrien, in dem sich ein blutiger Kettensägenexzess auf den anderen reiht. Dass das Ganze tatsächlich nur halb so wild ist und sich hinter dem Titel ein atmosphärisch dichter Horrorfilm verbirgt, der von einigen jungen Leuten damals mit viel Liebe auf die Beine gestellt wurde, das dürfte der deutschen Zensur so ziemlich egal sein, die sich bis heute so sehr an den Splattereffekten stört, dass das Werk noch immer verboten ist. Traurig aber wahr und das, obwohl heutige Filme wie "Texas Chainsaw Massacre: The Beginning" dem Klassiker in Sachen Gewalt in nichts nachstehen. Aber wie dem auch sei, Fakt ist, dass Sam Raimi mit den "TdT" Filmen eine der einflussreichsten Horrorfilmreihen überhaupt gelungen ist, auch wenn diese sich über die Jahre immer mehr verändert hat. Bot der erste Teil noch harten Horror, wurde in "Tanz der Teufel 2" der Gewaltgrad schon nach unten geschraubt und erste, humoristische Tendenzen erkennbar. "Armee der Finsternis", der 6 Jahre darauf erschien, ist letzten Endes fast schon eine pure Komödie, die beinahe gänzlich ohne Splatter auskommt.

Ganz anders als viele Sequels im Horrorbereich ist "Armee der Finsternis" im Prinzip ein gänzlich eigenständiger Film, den man auch dann problemlos verstehen kann, wenn man die Vorgänger nicht gesehen hat. "Tanz der Teufel" 1 & 2 haben beinahe die haargenau selbe Geschichte erzählt, deshalb war es genau die richtige Entscheidung von Sam Raimi, die Story an einem anderen Ende anzupacken und gänzlich umzukrempeln. Bis auf den einmalig arroganten und coolen Hauptdarsteller Ash hat "Army of Darkness" nur sehr wenig mit seinen Vorgängern gemeinsam, da sich das Geschehen hier nicht nur auf eine kleine Waldhütte fixiert, sondern in einer großen, mittelalterlichen Welt angesiedelt ist. Dort landet dann unser sympathischer Hauptdarsteller mit seiner Schrotflinte, der Kettensäge, die er sich als Armersatz auf den Stumpf geschraubt hat und seinem Wagen – und darf sich natürlich prompt verbale Gefechte mit angrifflustigen Rittern liefern.

Das Erfreuliche an "Armee der Finsternis" ist, dass er so gut wie jede Zielgruppe zufrieden stellen dürfte. Fans der vorangegangenen Teile werden vielleicht anhand des fehlenden Horrors enttäuscht sein, werden aber schnell durch Ash wieder entschädigt, denn dieser ist hier so cool wie nie zuvor. Beinahe am Fließband bringt er einen zitatwürdigen Spruch nach dem anderen. Besonders einprägsam ist dabei die Szene, in der Ash den verängstigten Rittern und sonstigem Bauernvolk seine doppelläufige Schrotflinte als Zauberstab vorstellt und deren Funktion erklärt. "Armee der Finsternis" ist ganz klar als Komödie gedacht, bedient sich aber großteils des schwarzen Humors. So kann es durchaus mal vorkommen, dass Ash plötzlich mit drei kleinen Mini-Ash’s zu kämpfen hat oder gar ein böser Doppelgänger auftaucht, dem er kurzerhand das halbe Gesicht wegschießt.

Wer flotte und leichte Unterhaltung sucht, kommt hier definitiv auf seine Kosten, doch den ganz großen Kultfilm, den viele Fans in "Armee der Finsternis" sehen, kann ich nicht bestätigen. Natürlich ist Ash unglaublich cool, doch ganz so lustig, wie oftmals umschrieben, ist das Werk dann doch nicht. Es ist zwar schon einmalig, wenn der Anführer der Armee der Finsternis Sprachprobleme hat und ihm bei einem bestimmten Wort immer wieder der Kiefer wegfällt, doch auf die ganz großen Lacher wartet man vergeblich.

Doch sei’s drum. "Armee der Finsternis" hat alles, was ein unterhaltsames Genrespekakel braucht. Zerlegte Dämonen, flotte Sprüche, ein ordentliches Tempo, Witz und eine gehörige Portion Selbstironie. Langweilig dürfte bei diesem Spektakel sicherlich niemandem werden, doch sollte man sich davor hüten, hiervon einen Horrorfilm im Stil vom ersten "Tanz der Teufel" zu erwarten. "Armee der Finsternis" hat andere Stärken. Die Effekte sind zwar oftmals nicht die Teuersten, erfüllen ihren Zweck aber vollkommen. So sehen die marschierenden Skelette zwar nicht nach einer überwältigenden Millionenproduktion aus, passen aber bestens in den Streifen. Und spätestens wenn Bruce Campbell zum Schluß gegen die Armee der Finsternis in die Schlacht zieht, dann dürfte wohl niemand mehr den Horror in diesem dritten Teil vermissen.

Zu den Schauspielern möchte ich nicht viel Worte verlieren, doch zumindest Bruce Campbell muss an dieser Stelle noch einmal gelobt werden. Durch seine Darstellung der Figur Ash wurde der Schauspieler selbst schon zum Kult und das hat er sich auch verdient. Kaum ein anderer hätte den genervten und arroganten Antihelden so treffend verkörpern können, so viel steht fest. War Ash in "Tanz der Teufel" noch unscheinbar, ist er nun endgültig zum gefeierten Allein-Entertainer mutiert und liefert eine großartige Show ab.

Wer schon immer mal sehen wollte, wie ein sprücheklopfender S-Markt Verkäufer mitsamt Schrotflinte und Kettensäge im Mittelalter gegen allerlei dämonische Wesen kämpft, der ist hier richtig. "Armee der Finsternis" verfolgt nicht mehr ganz das Konzept seiner Vorgänger, was aber auch nicht erforderlich war, um eine gute Fortsetzung abzuliefern. Sam Raimi und seine Crew haben sich jedenfalls viel einfallen lassen, um einen unterhaltsamen Mischmasch aus Action, Humor und etwas Horror auf die Beine zu stellen und garnieren dies mit vielen Effekten und einem großartigen Bruce Campbell. Der Streifen macht Spaß, keine Frage, doch das ganz große Meisterwerk, das viele darin sehen, ist er dennoch nicht. Alles in allem reicht es aber allemal für ein überzeugtes: Groovy!

Bewertung

Splatter 2.gif
Spannung 4.gif
Story 4_5.gif
Ekelfaktor 2.gif
Atmosphäre 4_5.gif
Gesamt 4_5.gif

Ähnlicher Film:

  • Tanz der Teufel 2

Are You Scared

0

Informationen

OT:Are You Scared

ca. 76 Minuten

USA 2006

Regie

  • Andy Hurst
Darsteller

  • Carlee Avers
  • Caia Coley
  • Erin Consalvi
  • Brent Fidler
  • u.a.

Are You Scared

Story

Völlig perplex und ohne zu wissen, wie sie hierhin gekommen sind, erwachen sechs Jugendliche in einem düsteren und verschlossenen Fabrikgebäude. Wie sich jedoch schnell herausstellt, haben die sechs eine Gemeinsamkeit. Jeder von ihnen hat sich vor einiger Zeit bei der Reality-Show "Are You Scared" beworben, bei der es darum geht, seine größten Ängste zu überwinden, um so einen großen Batzen Geld zu gewinnen. Von einem unbekannten Mann, der den Spielern über einen Lautsprecher die Regeln erklärt, wird einer nach dem anderen dazu gebracht, sich seiner größten Angst zu stellen. Als die ersten Kandidaten jedoch nach einiger Zeit nicht mehr zurückkehren, wird den verbleibenden Spielern bewusst, dass hier irgend etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Der Preis von "Are You Scared" ist nicht Geld, sondern das blanke Überleben, denn die perversen Spiele des unheimlichen Psychopathen enden für die Opfer meist mit dem Tod…

Kritik

Als hätten wir es nicht alle geahnt, dass es früher oder später der Fall sein würde, sind es mittlerweile nicht mehr nur die Teenieslasher, die für einen schnellen Dollar kostengünstig abgedreht werden, auch orientiert man sich im B-Movie Bereich zur Zeit immer häufiger an der sogenannten "Terrorwelle". Dass von diesen Low Budget Produktionen kaum eine mit den Vorbildern Schritt halten kann ist vermutlich unnötig zu erwähnen. Jedenfalls hat es nun nach "House of 9" ein weiterer "Saw" Ableger in die Videotheken geschafft, der gar nicht erst versucht, seine große Inspiration zu verleugnen, sondern dieser in allen Belangen nacheifert. Der Regisseur dieser Produktion ist ein gewisser Andy Hurst, der schon im Jahr 1999 den eher unbekannten Streifen "You’re Dead…" inszenierte und sich ansonsten meist für Drehbücher verantwortlich zeichnete. So stammen die Scripts zu den beiden "Wild Things" Sequels von ihm, wie auch das zu "Vampires: The Turning", ansonsten kann sich Hurst noch mit keinerlei einigermaßen bekannten Titeln rühmen.

Erst letztes Jahr wurde der blutgierigen Horrorfilmmeute mit dem Foltersicko "Saw 3" die ultimative Steigerung des Überraschungshits "Saw" präsentiert, die in erster Linie durch ihre Härte auf sich aufmerksam machte. Nun muss man sich natürlich fragen, inwiefern man nun einen billigen Direct to Video Ableger der Reihe braucht, von dem man schon im Voraus weiß, dass er sowohl in Punkto Inszenierung, wie auch in Sachen Goregehalt und Härte niemals an die Vorbilder heranreichen kann. "Are You Scared" ist schon deshalb kein Must See, weil hier im Prinzip genau die gleiche Handlung wie in "Saw" 1-3 erzählt wird. Wer eben diese in einigermaßen teuren Bildern sehen möchte, der soll gleich zur mittlerweile sehr berühmten Folterreihe greifen, "Are You Scared" hingegen ist wirklich nur für all jene zu empfehlen, denen ansonsten schon alle Filme aus der Videothek bekannt sind.

Die hier dargebotene Story ist völlig an den Haaren herbeigezogen und bloßer Aufhänger für die eine oder andere Mordsequenz. Gleich zu Beginn darf eine Frau ein Säurebad nehmen, woraufhin dann die sechs Hauptcharaktere eingeführt werden, die allesamt entführt und in einem verlassenen Fabrikgebäude ausgesetzt wurden, wo sie nun um ihr Leben spielen müssen. Bis hierhin ist das alles noch erträglich, erinnert es doch sehr an den zweiten Auswurf der "Saw" Reihe. Sobald "Are You Scared" aber versucht, seine Handlung von perversen kleinen Foltereien auf eine ernstzunehmende Geschichte mit Hintergrund, inklusive einem unerwarteten Plotttwist am Ende zu erweitern, geht das Ganze gehörig baden und gibt sich unfreiwillig der Lächerlichkeit Preis. Ohne hier zu viel verraten zu wollen, sei vorab verraten, dass es Regisseur und Drehbuchautor Andy Hurst absolut nicht gelungen ist, seine Folterszenen in eine plausible Handlung einzukleiden, vielmehr wirkt das Ganze absolut künstlich und auf den bloßen Effekt ausgelegt. Die Charaktere werden kaum erklärt, sondern sind lediglich Schlachtvieh, das nach einer gewissen Zeit ohnehin das Zeitliche segnet. Der Versuch, parallel zu den Geschehnissen in dem Fabrikgebäude die Ermittlungen eines Polizeiduos mit einzubringen, ist ebenfalls gescheitert, denn diesen Szenen merkt man in jeder Sekunde an, dass sie nur vorhanden sind, um "Are You Scared" auf eine passable Laufzeit zu bringen. Dennoch beträgt die Spielzeit des Ganzen gerade mal gute 74 Minuten.

Hier jedoch haben wir dann einen der positiven Aspekte, denn aufgrund der relativ kurz bemessenen Laufzeit kommt nur selten Langeweile auf. Ich werde mich davor hüten, dieses Machwerk mehr als unbedingt notwendig zu loben, doch zumindest darf man ihm zu Gute halten, dass es meist recht unterhaltsam daherkommt. Zusammenfassend ist "Are You Scared" aber nicht mehr als ein "Saw" Abklatsch fürs Videothekenvolk. Die Schauspieler sind untalentiert, die Kulissen nicht wirklich unheimlich, die Hintergrundgeschichte lächerlich und der Fadenzieher hinter dem Ganzen längst nicht so brillant und mysteriös wie das große Vorbild Jigsaw. Einzig die Fallen sind als gelungen zu bezeichnen, jedoch hapert es hier stellenweise doch etwas an der kostengünstigen Umsetzung, wie auch an frischen Ideen. Die Säure kennen wir bereits aus "Saw 3", und auch, dass sich jemand etwas aus seinem eigenen Körper schneiden muss, um zu überleben, ist nicht neu. Innovativ hingegen ist die Idee, zwei Geschwister jeweils an eine Bohrmaschine zu fesseln und den Geschwistern die Wahl zu lassen, welcher von Beiden für den anderen ins Gras beisst. Ganz so schlimm, wie es sich nun anhören mag, ist der Streifen aber längst nicht geworden, denn letzten Endes ist es einem dank der mangelnden Charakteristik vollkommen egal, wer sterben muss.

"Are You Scared" ist eigentlich nicht mehr als ein unmotivierter und einfallsloser, kleiner "Saw" Verschnitt, der auch noch ein bisschen Profit aus der derzeit grassierenden Terrorfilmwelle schlagen möchte. Wer nichts dagegen hat, dass hier bis auf kleine Änderungen 1:1 die selbe Story erzählt wird, der darf sich den Streifen bei zu viel Langeweile mal ansehen, allerdings sollte man die Erwartungen dabei sehr zurückschrauben. "Are You Scared" ist recht unterhaltsam geworden, und dadurch noch knapp zu empfehlen, allerdings sollten aufgrund der eher billigen Aufmachung, der untalentierten Schauspieler und der peinlichen Rahmenhandlung wirklich nur Freunde des B-Films auf dieses Werk zurückgreifen.

Bewertung

Splatter 3.gif
Spannung 3.gif
Story 2.gif
Ekelfaktor 3.gif
Atmosphäre 3.gif
Gesamt 3.gif

Ähnlicher Film:

Arachnid

0

Informationen

OT:Arachnid

ca. 91 Minuten

Spanien 2001

Regie

  • Jack Sholder
Darsteller

  • Chris Potter
  • Alex Reid
  • José Sancho
  • Neus Asensi
  • u.a.

Arachnid

Story

Bei einem Testflug über den Süd-Pazifik sieht der Pilot eines Kampfjets plötzlich ein seltsam schimmerndes Objekt am Himmel, das sich zu materialisieren scheint. Bevor er ausweichen kann, kommt es unweigerlich zu einer Kolision mit dem Flugobjekt und der Pilot muss seine Maschine auf einer dicht bewaldeten Insel notlanden. Auch das UFO hat eine ungemütliche Bruchlandung auf der selben Insel hingelegt, was dem Piloten zum Verhängnis wird. Die Strahlen des Außerirdischen Raumschiffs haben sich auf die Umgebung ausgewirkt und eine Spinne zu einem riesigen Monster werden lassen. Kurze Zeit später versammeln sich auf einem nahe gelegenen Festland einige Forscher und Ärzte im Krankenhaus von Dr. Samuel Leon (José Sancho). Dort wurde kürzlich ein Mann eingeliefert, der von einer unbekannten Spinnenart gebissen wurde und nun unter schrecklichen Schmerzen im Krankenhaus verendet. Dr. Leon möchte ein Gegenmittel gegen das Gift finden und organisiert einen Flug zu einer Inselgruppe, wo er sich ein Gegenmittel zu finden erhofft. Mit dabei ist der toughe Abenteurer Valentine (Chris Potter), Dr. Leon’s Assistentin Susana (Neus Asensi), die hübsche Pilotin Mercer (Alex Reid), der etwas eigenartige Arachnologe Henry Capri (Ravil Issyanov), sowie einige andere Begleiter. Blöderweise läuft der Flug nicht wie geplant und Mercer verliert die Kontrolle über das Wasserflugzeug. Die bunte Gruppe muss auf der selben Insel notlanden, auf der bereits der Kampfjet und das UFO abgestürzt sind. Kurz nach ihrer Ankunft kann Capri bereits kleine, mutierte Insekten bestätigen, doch das ist noch nichts im Vergleich zu dem, was im Inneren der Insel auf die Expeditionsteilnehmer wartet…

Kritik

"Arachnid" ist eine Produktion der spanischen Filmschmiede "Fantastic Factory", die jedem Horrorfilmguru sofort ein Begriff sein sollte. Fantastic Factory – Oberhaupt Brian Yuzna kennt man durch seine Beteiligung an zahlreichen namenhaften Horrorstreifen wie etwa "Faust", "Re-Animator" oder "The Dentist" und vielen, vielen weiteren. Bei "Arachnid" nahm er nicht auf dem Regiestuhl Platz, sondern übernahm lediglich den Part des Produzenten, was man dem Werk auch deutlich anmerkt. Für die Inszenierung des Tierhorrorflicks wurde Jack Sholder verpflichtet, ebenfalls kein No-Name. So war er unter anderem für den wirklich guten "The Hidden – Das unsagbar Böse" verantwortlich, konnte allerdings auch durch die beiden Werke "Nightmare 2" und "Wishmaster 2" für kurze Zeit von sich reden machen. "Arachnid" beginnt nicht sehr vielversprechend und zeigt dem Publikum als Vorheizer gleich mal eine unsagbar schlechte CGI-Animation, die so auch aus einem beliebigen PC-Spiel stammen könnte. Positiv fällt dagegen sofort die gewählte Lokation auf. Die Insel, auf der sich der Anfang und das spätere Geschehen abspielt, sieht toll aus, vermittelt zuerst ein bisschen Urlaubsstimmung, bevor es dann ans Eingemachte geht. Dichte Wälder bestimmen das Hauptszenario und gerade dadurch erhält "Arachnid" eine tolle Atmosphäre. Bevor es aber so weit ist, müssen die verschiedenen Charaktere vorgestellt werden, die hier sehr abwechslungsreich ausfallen. Mit Valentine haben wir den Inbegriff des Filmhelden, von dem man schon im ersten Moment weiß, dass er den Streifen überleben, und zum Schluss das Mädchen bekommen wird. Das "Mädchen" ist in diesem Fall die ehemalige Airforce Pilotin Mercer, die die Ärzte und sonstigen Expeditionsteilnehmer zur Insel fliegt. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und sieht zudem blendend aus. Dr. Samuel Leon ist der typische Film-Arzt aus dem Lehrbuch, etwas älter und besserwissend, zudem mit einer vollbusigen, blonden Assistentin, Susan, an seiner Seite. Henry Capri ist ein typischer Außenseiter und Sonderling, eine Art Steve Buscemi Verschnitt, der alles über Spinnen und sonstige Insekten weiß. Das waren die wichtigsten Charaktere, der Rest besteht aus Kanonenfutter, das so früh es geht verheizt wird. Die Story ist simpel und deren Verlauf im Schlaf vorhersehbar. Sobald man auf der Insel angekommen ist, stößt man zuerst auf kleinere Exemplare von mutierten Insekten, bis dann die große Spinne in Erscheinung tritt. "Arachnid" lässt sich nicht viel Zeit für eine Einleitung, sondern liefert den Fans sofort das, was diese sehen wollen. Zermürbendes durch den Dschungel waten, und nach und nach dezimiert werden. So kennt man Tierhorrorfilme, so will man Tierhorrorfilme sehen. Obwohl sich "Arachnid" sicherlich nicht durch seine Story auszeichnen kann, hat er Stärken, die ihn vor anderen Streifen des Genres etablieren. Da hätten wir zum Einen den Ekelfaktor des Films, der sogar mich manchmal erschaudern ließ. Die derbste Szene ist wohl die, in der ein Insekt in einen armen Kerl eindringt und sich im Stil von "Die Mumie" unter seiner Haut fortbewegt. Als ob das noch nicht genug wäre, darf der Kerl später noch faustgroße, madenähnliche Tiere auskotzen, bis ihm Parasiten bei lebendigem Leib aus dem Hals und dem Auge herausplatzen. Wer auf derartige Ekeleffekte steht, wird sie hier geboten bekommen. Etwas überraschend ist die FSK ab 16 Jahren schon, aber dies erklärt sich vermutlich dadurch, dass die explizite Gewalt in diesem Fall von Tieren und nicht von Menschen ausgeht. Ebenso zu gefallen weiß stellenweise die Darstellung der Riesenspinne. Während die Anfangssequenz schon überaus billig am Computer entstand, waren meine Befürchtungen groß, doch die Spinne ist glücklicherweise mithilfe eines Models dargestellt worden. Dadurch sind die Bewegungsabläufe des Monsters zwar ziemlich peinlich, doch wenigstens sieht die Spinne halbwegs glaubhaft aus. Zudem wurde am Set viel mit echten, kleineren Spinnen gearbeitet, weshalb man "Arachnid" für Leute mit einer Spinnenphobie abraten sollte. Trash bekommt man hier nicht geboten, doch wer auf strohdoofe B-Kost steht, darf hier dennoch zugreifen. Das Verhalten der Charaktere ist meist unter aller Kanone und die Story ohnehin blödsinnig. Die Expeditionsteilnehmer wussten im Voraus nichts von einer eventuellen Gefahr, sind allerdings dennoch bis an die Zähne bewaffnet. Die Spinne hingegen ist gegen Maschinengewehrsalven und Handgranaten immun, kippt aber nach drei Giftpfeilen schon um. Ebenso darf natürlich der Einsatz weiblicher Reize nicht fehlen, auch wenn sich dieser hier, im Vergleich zu anderen Genrevertretern, stark zurückhält. Was die Schauspieler angeht, habe ich ausschließlich positives zu berichten. Sehr erstaunt war ich von dem Mitwirken des eher unbekannten Akteurs Chris Potter, der mir, als ich "Arachnid" zum ersten Mal sah, auch noch kein Begriff war, den ich aber nun schon seit geraumer Zeit als Dr. David aus der Serie "Queer as Folk" kenne. Den smarten Helden und Frauenaufreißer spielt er glaubhaft und, wie man es von ihm kennt, mit viel Talent. Alex Reid dagegen ist ein guter Grund für alle Männer, sich den Film mal näher anzusehen. Eine derart gutaussehende Schauspielerin muss man erst mal auftreiben, die trotz ihrer Schönheit natürlich wirkt und durchaus schauspielern kann. Auch beim restlichen Cast, wie etwa Ravil Issyanov als Arachnologe und Sonderling, oder José Sancho als altkluger Dr. Samuel Leon gibt es nichts zu meckern. Natürlich sind die Charaktere nicht sonderlich tiefgehend oder perfekt geschrieben, doch für das Drehbuch können die Schauspieler ja nichts.

"Arachnid" ist ein sehr guter Tierhorrorfilm. Ich bin mir sicher, dass diese Meinung nicht jeder teilen wird, doch wenn man weiß, dass diese spanische Produktion kein unendliches Budget hatte, dann sollte einem unterhaltsamen Abend nichts mehr im Weg stehen. Die Effekte sind, bis auf die Anfangssequenz, solide, der Ekelfaktor erstaunlich hoch und die Schauspieler allesamt überzeugend. Die Spannung hält sich hier zwar in Grenzen, doch dafür wird man durchweg gut unterhalten und bekommt die typischen Merkmale eines Tierhorrorfilms geboten. Das Einzige, was ich als Negativ empfunden habe, war das etwas in die Länge gezogene Ende, das "Arachnid" einen Teil des zuvor aufgebauten Tempos raubt. Ansonsten aber ein absolut zu empfehlendes B-Movie.

Bewertung

Splatter 3.gif
Spannung 4.gif
Story 2_5.gif
Ekelfaktor 4_5.gif
Atmosphäre 3.gif
Gesamt 3_5.gif

Ähnlicher Film:

Arachnia

0

Informationen

OT:Arachnia

ca. 84 Minuten

USA 2003

Regie

  • Brett Piper
Darsteller

  • Rob Monkiewicz
  • Irene Joseph
  • David Bunce
  • Bevin McGraw
  • u.a.

Arachnia

Story

Es klingt zunächst nach einem Routine-Auftrag, als der Pilot Sean Pachowski (Rob Monkiewicz) den hoch angesehenen und berühmten Professor Mugford (David Bunce) mit einigen seiner Studenten zu einer Ausgrabungsstätte fliegen soll. Zuerst läuft alles wie geplant, bis nachts plötzlich ein Meteorit vom Himmel rast und die Maschine zum Absturz bringt. Glücklicherweise bleiben die Insassen des Charterflugzeuges unverletzt, doch ernüchtert stellen sie fest, dass sie mitten im Nirgendwo abgestürzt sind. Da mit Hilfe von außen zunächst nicht zu rechnen ist, sucht die Gruppe selbst nach Hilfe und stößt dabei auf ein scheinbar leerstehendes Farmhaus, das kurzerhand als Notunterkunft herhalten muss. Sean, dem Professor und dessen Studenten ist jedoch keine Ruhe vergönnt, da plötzlich ein kauziger alter Mann auftaucht, der ihnen den toten Körper einer riesigen Spinne zeigt. Die Zweifel der Gruppe, dass es sich dabei wirklich um ein einstmals lebendes Tier handeln könnte, werden schnell beseitigt, denn der Meteoriteneinschlag hat ein lange verschüttetes Tunnelsystem freigelegt, in dem Dutzende dieser riesigen Kreaturen hausen. In der darauf folgenden Nacht kommen die Monster an die Oberfläche und attackieren das Farmhaus. Die Gruppe hat jedoch keine Lust, als Spinnenfutter zu enden und setzt sich zur Wehr…

Kritik

Spinnen, egal ob in naturgetreuer Größe oder in überdimensionaler Form, haben nun schon unzählige Male die Protagonisten etlicher Horrorfilme in Angst und Schrecken versetzt. So dürfte so mancher Genre-Liebhaber mittlerweile etwas auf Distanz gehen, sobald ein neues Werk dieser Art das Licht der Welt erblickt, schließlich ist die Weide langsam aber sicher abgegrast und es gibt kaum noch etwas, das man in derartigen Filmen nicht schon gesehen hat. Der demnächst in Deutschland erscheinende "Arachnia" dürfte es demzufolge einigermaßen schwer haben, reißenden Absatz zu finden, was vor allem hinsichtlich des Mainstream-Publikums kein Fehler darstellen wird. Was einem hier geboten wird, ist Trash in allen Belangen, der sich für Freunde des ernsthaft angelegten Horrors schlichtweg als unkonsumierbar erweist, während Liebhaber der bewusst schlechten Unterhaltung hier wieder einmal ein regelrechtes Highlight vorgesetzt bekommen. Zu verdanken ist das Werk, das schon 2003 in den USA erschien, keinem geringeren als Brett Piper, der seinen Ruf als Schrottfilmer durch Werke wie "A Nymphoid Barbarian in Dinosaur Hell" oder "Galaxy Destroyer" längst zu festigen wusste. Neuerdings stellt Piper seine Dienste als Filmemacher gänzlich der Erotik-Produktionsschmiede Seduction Cinema zur Verfügung, der die Filmwelt Werke wie "The Lord of the G-Strings" oder "Spiderbabe" zu verdanken hat. Dies ist auch "Arachnia" überdeutlich anzusehen, wird dieses Werk doch von allem gekennzeichnet, was man in der Regel mit einem Billigfilm in Verbindung bringen würde: Schlechte Schauspieler, Titten als Storyersatz und lausig in Szene gesetzte Monster, bei denen selbst der gestandene Allesseher kaum seinen Augen traut. Genau diese Zutaten sind es aber, die immer wieder mal für höchst spaßige, wenn auch nicht gerade all zu anspruchsvolle oder tiefsinnige Unterhaltung sorgen. "Arachnia" stellt da keine Ausnahme dar und wirkt wie eine herrlich selbstironische Verbeugung vor dem US-Monsterkino der 50er und 60er Jahre, das diesem auch hinsichtlich der Story zur Ehre gereichen würde. Die Geschichte um einen Forscher, Wissenschaftler oder was auch immer, der mit einigen Studenten auf Forschungsreise oder dergleichen ist und dabei alsbald von Monstern angegriffen wird, könnte altbackener nicht sein, funktioniert in diesem Fall jedoch als bewusster Trash vorzüglich. Natürlich kann der Zuschauer den Studenten ihre Rollen zu keinem Zeitpunkt abkaufen, werden diese doch von den typischen Klischee-Bildern, etwa dem Kiffer oder den ebenso erotischen wie hirnlosen Blondinen ausgefüllt. Deren IQ erreicht in "Arachnia" dabei neue Tiefpunkte, so dass dem Zuschauer in regelmäßigen Abständen die absurdesten Dialoge um die Ohren gehauen werden, die sich ein Drehbuchautor nur einfallen lassen kann. Als positiver Nebeneffekt geizt "Arachnia" allerdings nicht gerade mit nackter Haut und lässt eine der Blondinen, zur großen Überraschung hinsichtlich der FSK 12, schon nach wenigen Minuten ihre Klamotten ablegen. Nachvollziehbar, schließlich hat niemand, der gerade in einem abgelegenen und rustikalen Haus angekommen ist, etwas Besseres zu tun als ein Bad zu nehmen und sich vor allen zu entblößen. Die Story wird in der ersten halben Stunden mit Nackt- oder Lesbenszenen gefüllt, die zwar absolut nichts zur Handlung beitragen, den Zuschauer jedoch bestens bei Laune halten. Danach geht es dann Schlag auf Schlag ans Eingemachte und die ersten Spinnen haben ihren großen Auftritt. Deren Aussehen unterbietet dann glanzvoll alles, was man in den letzten Jahren an billigen Horrorfilm-Monstern gesehen hat, auch wenn die Intention der Verantwortlichen sicher eine andere war. So verzichtete man hierbei in jeder Hinsicht auf CGI und setzte stattdessen auf selbstgebastelte Attrappen, die neben den Akteuren jedoch wie ein Haufen Knetmasse wirken. Vermutlich lässt sich daraus auch die Freigabe ableiten, denn welcher 12jährige fürchtet sich schon vor bösartiger Knetmasse? "Arachnia" lässt nichts von dem vermissen, was der Zuschauer schon aus anderen Spinnenschockern kennt, auch wenn es hier aufgrund des niedrigen Budgets und den eher niedlichen Monstern keineswegs bedrohlich wirkt. Die größte Stärke des Films ist sicherlich das konsequente Fehlen von langatmigen Szenen, die das Tempo auf ein gesundes Level bringen und die 84 Minuten zu einer unterhaltsamen Angelegenheit für Trash-Fans machen. Mit einem mörderischen Spannungsaufbau sollte man dabei natürlich nicht rechnen, dafür ist das Ganze dann eben doch eine Spur zu lächerlich geraten, was dem Werk aber zu verzeihen ist. Auch die Schauspieler sind nicht gerade das Gelbe vom Ei und zudem auch nicht weiter bekannt. Ein Großteil des Casts war bereits in anderen Seduction-Cinema-Produktionen zu sehen und dürfte selbst im restlichen B-Movie-Markt keine Chancen haben. De besten Eindruck von allen Akteuren hinterlässt letztendlich noch immer Alexxus Young, die es sich nicht nehmen ließ, sich in einer beinahe schon grenzdebilen Szene ihrer Klamotten zu entledigen. "Arachnia" ist gutgelaunter Trash mit all seinen Stärken, Schwächen und typischen Merkmalen. Wer diesem Genre von Grunde auf abgeneigt ist, wird hiermit nichts anfangen können, alle anderen dürfen jedoch einen Blick riskieren. "Arachnia" ist kurzweilig, nimmt sich nicht all zu ernst und hat zudem etwas nackte Haut, sowie außerordentlich abstruse Stop-Motion-Monster zu bieten, die alleine schon die investierte Zeit wert sind. Objektiv betrachtet eine Katastrophe, ist "Arachnia" immerhin solider Trash, der unter diesen Gesichtspunkten annehmbare Unterhaltung liefert.

Bewertung

Splatter 1_5.gif
Spannung 3.gif
Story 2_5.gif
Ekelfaktor 2.gif
Atmosphäre 3.gif
Gesamt 3.gif

Ähnlicher Film:

Angriff der 20 Meter Frau

0

Informationen

OT:Attack Of The 50 Ft. Woman

ca. 87 Minuten

USA 1993

Regie

  • Christopher Guest
Darsteller

  • Daryl Hannah
  • Daniel Baldwin
  • William Windom
  • Frances Fisher
  • u.a.

Angriff der 20 Meter Frau

Story

Nancy Archer (Daryl Hannah) ist trotz ihres vermögenden Vaters nicht gerade zu beneiden. Nicht nur, dass die leichtgläubige und viel zu gutmütige Frau ihrem Erzeuger vollkommen egal ist, der nur dann mit ihr spricht, wenn er mal wieder eine Unterschrift benötigt, auch mit ihrem Mann Harry Archer (Daniel Baldwin) läuft es nicht all zu gut. Dieser betrügt Nancy regelmäßig mit einer Prostituierten. Als Harry seiner Affäre eines Nachts wie so oft einen Besuch in einem abgelegenen Motel abstattet, hält Nancy die Demütigung nicht mehr aus und folgt ihm. Dabei geschieht das Unglaubliche: In einem abgelegenen Wüstenstück sieht Nancy ein UFO am Nachthimmel, welches sie kurz darauf mit einem Strahl beschießt und eben so schnell wieder verschwindet, wie es aufgetaucht ist. Natürlich glaubt niemand der völlig verwirrten Nancy. Harry sieht diese Situation sogar als ideal an, um seine Frau endlich in eine psychiatrische Anstalt abschieben zu können. Um ihrem Mann aber beweisen zu können, dass sie nicht verrückt ist, nimmt Nancy ihn eines Abends mit in die Wüste, genau zu der Stelle, an der sie das seltsame Erlebnis hatte. Und siehe da – erneut taucht die Fliegende Untertasse auf, holt Nancy sogar zu sich an Bord und verschwindet wieder. Harry sieht sich schon in Erklärungsnot, da taucht Nancy nach kurzer Zeit wieder auf. Doch irgendetwas hat sich verändert. Jedes Mal, wenn sich die Blondine aufregt, wächst sie um ein beachtliches Stück, so dass sie schon bald eine Größe von 20 Metern erreicht hat. Die Ärzte raten Nancy, sich bloß nicht weiter aufzuregen, da ihr Herz diese Belastung nicht aushalten würde, doch Harry, der nur auf das Geld von Nancy`s Vater aus ist, legt es genau darauf an. Und tatsächlich schafft er es, Nancy zur Weißglut zu treiben, die daraufhin Amok läuft…

Kritik

Bei "Angriff der 20 Meter Frau" handelt es sich um ein Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahre 1958, damals noch unter der Regie von Nathan Juran. Der Streifen wurde vergleichsweise kostengünstig für das amerikanische Fernsehen gedreht. Hierfür nahm Christopher Guest auf dem Regiestuhl Platz, der bislang noch durch keine überaus bekannten Filme auf sich aufmerksam machte. Allerdings ist Guest auch als Schauspieler, Drehbuchautor und Komponist aktiv und somit kein gänzlicher No-Name. Wie dem auch sei, ob das Remake zum Science-Fiction Klassiker "Angriff der 20 Meter Frau" wirklich eine Daseinsberechtigung hat, wage ich zu bezweifeln. Das größte Problem des Films ist eindeutig, dass er dem Original nicht viel neues hinzufügen kann. Wer die klassischen "Riesenfilme" à la "The Amazing Colossal Man", "War of the Colossal Beast" und eben "Attack of the 50 Foot Woman" kennt, weiß, was einen hier erwartet. Das Ganze ist eine direkte Nacherzählung, mit dem einzigen Unterschied, dass Nancy nun in Farbe wüten darf und die Effekte noch ein kleines bisschen besser aussehen. Dennoch standen Guest für die Realisierung dieses Projekts "nur" 7 Millionen Dollar zur Verfügung, was zwar nicht gerade einem Amateurniveau entspricht, doch in die B-Movie Ecke fällt der Streifen definitiv. Dieser Film ist ganz klar für Leute gemacht, die schon mit den alten Klassikern ihren Spaß hatten und sich durch den Konsum von "Angriff der 20 Meter Frau" wieder an die gute alte Zeit zurückerinnern können. So wundert es nicht, dass Guest auch mit Zitaten und Anspielungen arbeitet. In Erinnerung geblieben sind mir dabei ein Truck, auf dem der Schriftzug "Arkoff & Corman" zu lesen ist, des weiteren stampft die riesige Nancy in einer Szene an einem Autokino vorbei, in dem gerade der Originalfilm aus dem Jahre 1958 gespielt wird. Diese kleinen Anspielungen geben Aufschluss darüber, was "Angriff der 20 Meter Frau" sein will – ein geruhsames zurückschwelgen in die Zeit, als Roger Corman und Samuel Arkoff noch unzählige Gummimonster auf das meist jugendliche Publikum losließen. Die Grundidee des Streifens ist somit sicherlich nicht zu verachten, doch als eigenständiger Film betrachtet, fehlt es dem Werk einfach am nötigen Inhalt. Es dauert viel zu lange, bis Nancy in ihrer riesenhaften Gestalt in bester "Godzilla" Manier wüten darf, zuvor werden wir in den Plot eingeführt, was sich sehr lang zieht. Zwar muss man sagen, dass Guest eine interessante Metapher über den Ausbruch einer kleinen Frau gelungen ist, die sich aus einer Welt befreit, in der sie von Männern unterdrückt wird, doch dies hätte durchaus noch mit etwas mehr Action garniert werden dürfen. Zum Schmunzeln regt dieser Gedanke jedoch durchaus an, dass Nancy erst von Außerirdischen entführt und in eine Riesin verwandelt werden muss, um sich gegen die schlechte Behandlung ihres Vaters und ihres Ehegatten zu wehren. Während die Effekte die meiste Zeit über recht ansehnlich geraten sind, sind Guest ab und an leider auch kleinere Ausrutscher unterlaufen, etwa wenn Nancy den winzigen Harry in ihrer Hand hält und man ganz klar erkennen kann, dass die Schauspielerin Daryl Hannah eine Spielzeugpuppe durch die Gegend trägt. Andererseits verleiht dies dem Streifen wiederum einen sehr trashigen Charme, was B-Movie Fans wiederum erfreuen dürfte. Die Darsteller letztendlich machen ihre Sache durchaus zufriedenstellend. Daryl Hannah, die vor kurzem in beiden "Kill Bill" Streifen zu sehen war, ist die Rolle der gutgläubigen Hausfrau, die von ihrem Vater und ihrem Mann dominiert wird, wie auf den Leib geschneidert, und Daniel Baldwin war vermutlich die Idealbesetzung für das selbstverliebte Arschloch, das ohne den Anflug eines schlechten Gewissens regelmäßig seine Frau betrügt. Zwar ist hier und da mal etwas Overacting zu bemerken, doch im großen und ganzen gibt es am Cast nichts auszusetzen. "Angriff der 20 Meter Frau" stellt zweierlei dar, zum Einen ein charmanter, kleiner Rückblick auf die guten, alten Monsterfilme, zum Anderen eine Metapher über die Unterdrückung der Frau in einer "Männerwelt". Recht unterhaltsam ist der Streifen dabei über weite Strecken zwar schon, doch alles in allem hätte ich mir ein größeres Ausmaß Zerstörung bei Nancys Amoklauf gewünscht, der leider einen zu kleinen Teil im Film einnimmt. Spannung kommt nur sehr selten auf, da die Handlung zu jedem Zeitpunkt vorhersehbar ist. Die Effekte sind einem B-Movie entsprechend, ab und an billig, doch für einen derartigen Film ausreichend. Wer die alten Monsterfilme, insbesondere die drei, von mir bereits erwähnten, schon kennt, kann sich "Angriff der 20 Meter Frau" guten Gewissens sparen.

Bewertung

Splatter 1.gif
Spannung 2.gif
Story 3.gif
Ekelfaktor 1.gif
Atmosphäre 3.gif
Gesamt 2_5.gif

Ähnlicher Film:

Angiralus – Es reisst dich in Stücke

0

Informationen

OT:Razortooth

ca. 91 Minuten

USA 2006

Regie

  • Patricia Harrington
Darsteller

  • Kathleen LaGue
  • Doug Swander
  • Matt Holly
  • Brandon Breault
  • u.a.

Angiralus - Es reisst dich in Stücke

Story

Zwei Schwerverbrecher entkommen aus dem Gefängnis und flüchten in die Sümpfe Floridas, einen dicht nacheilenden Suchtrupp im Nacken. Als von diesem kurz darauf jede Spur fehlt, zieht Sheriff Ruth Gainey Coates (Kathleen LaGue) ihren Ex, den Tierfänger Delmar (Doug Swander), zu rate, der dahinter zuerst einen Alligatorenangriff vermutet. Gemeinsam stellen sie Nachforschungen an, bei denen sie sich nicht nur erneut näherkommen, sondern auch die Machenschaften eines gewissen Dr. Soren Abramson (Simon Page) aufdecken, der in dieser Gegend dubiose Experimente an Aalen betrieb und dabei ein monströses, 4 Meter langes Ungetüm heranzüchtete. Genau dieser Killeraal ist es, der vor einiger Zeit aus dem Labor des Wissenschaftlers entkam und nun unter zahlreichen Einheimischen ein regelrechtes Blutbad anrichtet…

Kritik

Dass es gar nicht so schwer sein kann, einen technisch halbwegs ordentlichen Horrorfilm auf die Beine zu stellen und diesen dann international zu vermarkten, dass zeigt sich wieder einmal an dem jüngsten, perfekten Beispiel "Angiralus", der im Original weitaus passender mit "Razortooth" betitelt wurde. Zuerst sollte man sich als Regisseur für ein Subgrenre entscheiden und da liegt der Tierhorrorfilm natürlich immer besonders nahe. Die Vergangenheit hat in diesem Fall schon zahlreiche Male bewiesen, dass den Fans hierbei jeder Müll anzudrehen ist, des weiteren sind CGI-Effekte heutzutage für jedes noch so kleine Filmstudio erschwinglich, gut aussehen müssen sie schließlich sowieso nicht. Als nächstes caste man eine handvoll unbekannter Akteure, die sich durch einen solchen Trash eine steile Karriere erhoffen und für jeden Scheiß bereit sind – schon steht der eigene Tierhorrorfilm. Ein derartiger Mumpitz wie ein Drehbuch ist für ein solches Vorhaben im Grunde überhaupt nicht von Nöten, im Zweifelsfall engagiert man sich eben mal schnell die zwei erstbesten Dumpfkacheln, die im nächsten Drogenrausch ihre geistigen Ergüsse zu Papier bringen sollen. So und nicht anders muss der Arbeitsvorgang der hier als Regisseurin agierenden Patricia Harrington ausgesehen haben, die bislang ohnehin auf eine äußerst merkwürdige Filmkarriere zurückblicken darf. Bevor sie mit "Angiralus" ihr bahnbrechendes Debüt auf die Beine stellte, war sie zuvor schon als Casting-Verantwortliche für das Meisterwerk "Hot Ticket" tätig, produzierte den oscarverdächtigen "Stripteaser", spielte eine Nebenrolle im überragenden "Carnosaurus", schrieb das Drehbuch zum Kulthit "To Sleep with a Vampire" und kümmerte sich am Set des preisgekrönten Klassikers "Sorority House Massacre II" um die Elektrik. Ja, das ist doch mal eine Karriere, die im Grunde nur zu beneiden ist. Nachdem das Tierhorrorgenre mittlerweile schon dutzendfach querbeet abgegrast wurde und beinahe schon jedes noch so friedliche Lebewesen als teenieverschlingendes Monstrum herhalten musste, erwischt es in "Angiralus" nun den Aal. Natürlich ist dieser in seiner ursprünglichen Proportion noch nicht sonderlich furchteinflößend, wieso er hier dank reichlich CGI als riesenhaftes Untier mit zahlreichen Reißzähnen dargestellt wird. Dem ist im Grunde nichts entgegenzusetzen, handelt es sich dabei doch um eine gängige Prozedur bei Tierhorrorfilmen. Blöd nur, wenn das Resultat dann in etwa so aussieht wie etwas, das in der Regel im Klo runtergespült wird. Die optische Präsentation des Aals ist eine Katastrophe, was auch nicht gerade von der Tatsache verbessert wird, dass das Vieh auch an Land aktiv sein kann und somit reichlich Screentime erhält. Natürlich darf dabei nicht vergessen werden, dass es sich hierbei zum einen um reinrassigen Trash handelt und sich die Käufer dieses Werkes dieser Tatsache zudem durchaus bewusst sein werden. Wenn es also nur genretypische Unzulänglichkeiten wären, die aus "Angiralus" eine mittelschwere Katastrophe machen, dann wäre das noch zu verschmerzen, doch Patricia Harrington’s Werk versagt selbst für Anhänger derartiger Unterhaltung. Storytechnisch wird über 90 Minuten ein absolut spannungsarmer, belangloser Quark runtergeleiert, der schon nach nur 15 Minuten alle erzähltechnischen Unfähigkeiten der Verantwortlichen entblößt. "Angiralus" führt eine handvoll unterschiedlicher Charaktere oder Gruppen ein, darunter das Ex-Paar, das nun wieder zusammen arbeiten muss und nach wenigen Minuten in der Kiste landet, zwei entlaufene Sträflinge, einige Studenten, ein Kanu-Club und viele mehr. Der Riesen-Aal frisst sich fleißig durch die reichlich vorhandenen Opfer und sorgt dabei für ordentlich Splatter, was sicherlich erfreulich wäre, wenn dieser zum Teil nicht auch äußerst unschön anzusehen aus dem Computer stammen würde. "Angiralus" mag ein unerwartet blutiger Film mit zahlreichen Entweidungen und ähnlichen Leckereien sein, doch wenn dies dann derart dilettantisch in Szene gesetzt wird, dann hat selbst der letzte Gorehound keine Freude mehr daran. Viel mehr hat das Werk dann leider auch nicht zu bieten. Die Handlung ist, da stets nur von einer Attacke zur nächsten gesprungen wird, enorm spannungsarm und schnell ermüdend, die Charaktere absolut belanglos. Genre-Kenner werden das Geschehen des weiteren natürlich mit verbundenen Augen und zugehaltenen Ohren vorhersagen können. "Angiralus" hat seine spaßigen Momenten, etwa wenn ein Redneck-Fettsack auf einem Dixi-Klo zur Hauptmahlzeit des Aals wird und das stille Örtchen dabei munter wackeln darf, oder wenn Delmar das riesige Monster im Finale beinahe mit den bloßen Händen bezwingt, doch von ein paar kleinen Erheiterungen abgesehen ist das Gezeigte absolut belanglos und selbst für Trash-Fans langweilig. Die Schauspieler bleiben in ihren Rollen allesamt blass und können dem Streifen letztendlich auch keine Qualitäten hinzufügen.

Tierhorrorfilme sind eine leichte Rechnung, die in den meisten Fällen aufgehen. Hier ist dies jedoch nicht der Fall, "Angiralus" bietet selbst den Trash-Fans kaum Sehenswertes. Der Killeraal ist, ebenso wie die zahlreichen Splattereffekte, sehr dürftig inszeniert und somit nur mit reichlich Alkohol zu ertragen, während die Story von vorne bis hinten nur öde und vorhersehbar erscheint. Im direkten Vergleich bieten sich da viele ähnliche Filme an, die ihre Sache weitaus besser machen und sogar wirkliche Unterhaltung liefern können, als Beispiel sei hier der 2004 erschienene "Frankenfish" genannt. Um "Angiralus" hingegen darf gerne ein Bogen gemacht werden.

Bewertung

Splatter 3.gif
Spannung 2.gif
Story 2.gif
Ekelfaktor 1_5.gif
Atmosphäre 2.gif
Gesamt 2.gif

Anaconda: Offspring

0

Informationen

OT:Anaconda III

ca. 87 Minuten

Rumänien, USA 2008

Regie

  • Don E. FauntLeRoy
Darsteller

  • Crystal Allen
  • David Hasselhoff
  • John Rhys-Davies
  • Patrick Regis
  • u.a.

Anaconda: Offspring

Story

In einem geheimen Forschungslabor ist es einem Team von Wissenschaftlern unter dem Auftrag des skrupellosen Unternehmers Murdoch (John Rhys-Davies) gelungen, eine Anakonda genetisch so zu manipulieren, dass sich daraus letztendlich vielleicht sogar ein Heilmittel gegen Krebs gewinnen lässt. Unglücklicherweise wuchs das Tier durch die Experimente zu einem riesigen und aggressiven Monster heran, das in seinem Terrarium nur auf eine Möglichkeit zur Flucht wartet. Als Murdoch die Forschungseinrichtung eines Tages selbst besichtigt und die Anakonda dabei mit einer Taschenlampe beleuchtet, bringt diese Aktion das Tier derart in Rage, dass es das Panzerglas beinahe mühelos zerstört, ein heilloses Blutbad unter den Mitarbeitern anrichtet und anschließend gemeinsam mit einem schwangeren Weibchen ins Freie flüchtet. Es muss schnell gehandelt werden, denn wenn das Weibchen seine Babys zur Welt bringt, wären die Bewohner der umliegenden Städte in höchster Gefahr. Aus diesem Grund wird der Söldner Hammett (David Hasselhoff) angeheuert, der sich auf das Einfangen gefährlicher Tiere spezialisiert hat und die Anakondas nun mit Hilfe seines Teams und der Unterstützung der Wissenschaftlerin Amanda (Crystal Allen) unschädlich machen soll. Die gefährliche Jagd entwickelt sich bald darauf zu einer äußerst verlustreichen Angelegenheit…

Kritik

Vor nicht all zu langer Zeit ging ein allgemeines Lachen durch die Reihen der Horror-Fangemeinde, als bekannt wurde, dass der Tierhorror-Hit "Anaconda" aus dem Jahr 1997 mit zwei weiteren Sequels bedacht werden soll, bei denen es sich um zeitgleich gedrehte, US-Rumänische Koproduktionen handelt. Zu allem Überfluss sollte kein geringerer als Schnapsleiche David Hasselhoff als Star für Teil 3 herhalten, was den Spott perfekt abrundete und dieFilmeschon in die Trash-Kategorie beförderte, noch bevor sie überhaupt erschienen oder gar erstes Bildmaterial vorhanden war. Nun ist der erste der beiden Filme, "Anaconda: Offspring" unlängst erschienen und hat souverän alle Befürchtungen der Fans bewahrheitet. Der dritte Teil ist ein übles Trash-Machwerk, das als ernstzunehmender Film vollends versagt, in punkto billigem Horror-Klamauk aber neue Akzente setzt. Zwar handelte es sich schon bei dem 2004 erschienen "Anacondas – Die Jagd nach der Blut-Orchidee" um eindeutige B-Ware, doch mit dem Abstieg, die diese Filmreihe 2008 vollziehen würde, hätte damals wohl noch keiner gerechnet. Während der zweite Teil wenigstens noch passable Drehorte, erträgliche Effekte und sogar ein Kino-Release vorzuweisen hatte, lässt Teil 3 all diese Attribute vermissen und präsentiert sich als unverschämt billiger Ramsch der Marke US-TV-Produktion. Storymäßig bedient man sich nicht an den Vorgängern, sondern griff stattdessen tief in die Klischee-Mottenkiste, um die altbekannte Handlung um den todkranken Millionär erneut zu erzählen, der aus Gründen der Selbsterhaltung fragwürdige Experimente mit Tieren durchführen lässt, die daraufhin zu riesigen Killern mutieren. Hat man zwar schon dutzendfach gesehen, dennoch hat "Anaconda: Offspring" seine Stärken gerade in der ersten Viertelstunde, die sich noch in dem Labor abspielen und sogar eine brauchbare Spannung aufbauen können. Je weiter sich die Story dann voranschlängelt, desto mehr bleibt der Einfallsreichtum auf der Strecke. Es wird die typische Crew aus hirnlosen Machos, ähem, Jägern zusammengetrommelt, welche die Schlangen wieder einfangen sollen und sich dabei ungefähr so geschickt anstellen wie eine Horde scharfer Elefanten im Porzellanladen. Entgegen der Behauptungen bleibt es zu bezweifeln, ob überhaupt schon mal irgend einer dieser Knallchargen an einer Jagd beteiligt war, da die Aktionen keinerlei Sinn ergeben, aber den Zuschauer soll dies nicht stören. Diesem fällt schnell auf, dass "Anaconda: Offspring" ungemein blutiger als seine Vorgänger ausgefallen ist und die Freigabe ab 18 Jahren definitiv zu Recht trägt. Selbstgefällig und aus reiner Freude am blutigen Effekt werden da Gliedmaße entfernt, Köpfe abgerissen und Opfer bei lebendigem Leib gefressen, was aus diesem Film definitiv einen der blutigsten Tierhorrorfilme überhaupt macht. Mehr als ärgerlich ist da allerdings die Tatsache, dass kaum althergebrachte FX-Arbeit zu sehen ist, sondern hauptsächlich CGI-Blut fließt, was einen Großteil der Freude über den reichhaltigen Gore wieder revidiert. Der digitale Ursprung der Effekte ist einfach zu deutlich zu sehen, als dass der Zuschauer seinen Spaß damit haben könnte. Ähnlich desaströs verhält es sich bei der Inszenierung der Riesenschlangen, was aber zu erwarten war. Sorgten schon die Animationen in den ersten beiden Filmen nicht gerade für Jubelschreie bei vielen Zuschauern, so befindet man sich nun endlich um 15 Jahre in der Zeit zurückversetzt und wird mit Effekten aus Atari-Zeiten gequält, die aus diesem Machwerk unter ernsten Gesichtspunkten eine mittelschwere Katastrophe machen. Da der Streifen aber ohnehin für die Trash-Klientel gedreht worden zu sein scheint und sowieso niemand mit Besserem gerechnet hätte, kann an dieser Stelle auch nicht ernsthaft Beschwerde eingereicht werden. Was dagegen vielmehr für Enttäuschung sorgt, sind die lieblosen Kulissen und Szenarien. Während sich die Anakonda einstmals perfekt in die Dschungel-Szenarien der Teile 1 und 2 einfügte, muss sie sich nun mit einem rumänischen Wald begnügen, wo bekanntermaßen schon viele trashige B-Monster ihr Unwesen treiben mussten. "Anaconda: Offspring" erfüllt wirklich alle Kriterien eines unterirdischen Trashfilms. Rumänische Tagelöhner, die im Abspann sogar als Schauspieler bezeichnet wurden, werden in öden Wäldern von David Hasselhoff auf Schlangenjagd angeführt, der vom Publikum aber mehr bemitleidet wird, als dass er das Machwerk mit seinem Namen in höhere Ebenen hievt. Nach zahlreichen Alkohol-Eskapaden bedeutet sein Auftritt in einem solchen Machwerk wohl das endgültige Aus seiner ernstzunehmenden Schauspielerkarriere, was er im Laufe des Films aber wenigstens mit einigen selbstironischen Späßen quittiert. Ein weiterer, bekannter Name findet sich dann noch mit John Rhys-Davies, der hier tatsächlich noch eine passable Rolle abgreifen konnte und seine Sache als einziger noch ordentlich macht. "Anaconda: Offspring" ist genau der Scheißfilm, den der typische Filmkonsument hiervon auch erwarten würde und gleichzeitig, oder gerade deshalb, das langersehnte Spektakel für Trash-Fetischisten. Alle Qualitäten der Vorgänger wurden konsequent die Toilette runtergespült, Einzug hielten hingegen katastrophal schlechte Effekte, unpassende Locations und eine schon tausendmal gesehen Story. Wer deshalb schon "Anaconda" und seine Fortsetzung als Billigfilme ansah, wird hier endgültig den guten Glauben verlieren, Freunde der bewusst schlechtenUnterhaltungwerden hiermit jedoch ihren Spaß haben.

Bewertung

Splatter 3.gif
Spannung 2.gif
Story 1_5.gif
Ekelfaktor 3_5.gif
Atmosphäre 2.gif
Gesamt 2_5.gif

Ähnlicher Film:

  • Boa vs. Python

Amazonas – Gefangen in der Hölle des Dschungels

0

Informationen

OT:Nudo e Selvaggio

ca. 84 Minuten

Italien, Brasilien 1985

Regie

  • Michele Massimo Tarantini
Darsteller

  • Michael Sopkiw
  • Suzane Carvalho
  • Milton Morris
  • Marta Anderson
  • u.a.

Amazonas - Gefangen in der Hölle des Dschungels

Story

Kevin Hall (Michael Sopkiw), der als Paläontologe für ein Institut in Boston arbeitet, befindet sich zur Zeit in Brasilien, um dort Ausgrabungen vorzunehmen. In einer Bar hört Kevin zufällig das Gespräch zweier Männer, die mit dem bekannten Forscher Pedro Ibanez (Leonidas Bayer) einen Flug in das berühmte Tal der Dinosaurier planen. Kevin ist sofort versessen von der Idee, ebenfalls am Flug teilzunehmen. Dass besagtes Tal dabei in einem Gebiet liegt, in dem noch ein kannibalistisches Urvolk lebt, ist im dabei herzlich egal, erhofft er sich doch den Fund von höchst gewinnbringenden Dinosaurierknochen. Und nachdem er Ibanez mitteilt, dass er alle seine Bücher kennt, ist dieser sogar sofort bereit, Kevin mitzunehmen.

In dem kleinen Flugzeug befinden sich neben Kevin, dem Professor und dessen Tochter Eva (Suzane Carvalho) noch ein Vietnamveteran mit seiner Frau, sowie ein Fotograf mit zwei Models im Schlepptau. Unerwarteter weise kommt es beim Flug über den Dschungel des Amazonas plötzlich zu heftigen Turbulenzen, die den Piloten dazu zwingen, die Maschine mitten im Dickicht Notzulanden. Während bei der Bruchlandung zwei der Passagiere sofort ihr Leben verlieren, sind die Überlebenden dazu gezwungen, zu Fuß einen Weg hinaus aus der grünen Hölle zu finden. Dabei bekommen sie es allerdings nicht nur mit Schlangen, Piranhas und Treibsand, sondern auch mit dem Kannibalenstamm zu tun…

Kritik

"Amazonas" wurde im Jahr 1985 gedreht, also zu einer Zeit, in der der Kannibalenfilm langsam aber sicher wieder in der Versenkung zu verschwinden drohte. Die Grausamkeiten aus Filmen wie "Make Them Die Slowly" und "Cannibal Holocaust" waren nicht mehr zu toppen und auch das Publikum erkannte langsam aber sicher, dass den Regisseuren einfach nichts neues mehr einfiel. Während Ruggero Deodato und Umberto Lenzi bereits alle ihre Ideen auf Zelluloid gebannt hatten, lag es in der Endphase noch einmal an unbekannteren Filmemachern, dem Genre noch einige Beiträge hinzuzufügen. Für "Amazonas" wurde Michele Massimo Tarantini verpflichtet, der zuvor zwar schon eine Vielzahl an Filmen drehte, im Horrorgenre allerdings noch nicht Fuß fassen konnte. Um so überraschender ist es da, dass aus "Nudo e Selvaggio", so der Originaltitel, ein unbedingt empfehlenswerter Genrefilm wurde.

Mit viel Abwechslung konnten die Kannibalenstreifen ja noch nie glänzen und so ist es auch in diesem Fall nicht weiter enttäuschend, wenn "Amazonas" genau gleich aufgebaut ist, wie fast alle seiner Kollegen. Der einzige wesentliche Unterschied zu den sonstigen Filmen besteht darin, dass man am Anfang auf die Behauptung verzichtete, dass der nun folgende Film auf wahren Begebenheiten beruhe. Ebenso, aber das ist erst im späteren Filmverlauf von Belang, fällt auf, dass man in "Amazonas" komplett (!) auf reale Tiertötungen verzichtete. Der Tiersnuff war stets für viele Zuschauer ein Grund, den Kannibalenfilm zu boykottieren, weshalb "Amazonas" alleine schon deshalb ein größeres Publikum ansprechen dürfte als ein "Cannibal Holocaust", um nur mal ein Beispiel mit exzessivem Tiersnuff zu nennen.

Die Atmosphäre des Films ist recht ordentlich, lässt sich jedoch nicht mit denen vergleichen, die Deodato in seinen Werken zu erschaffen vermochte. Insbesondere wenn am Anfang von "Amazonas" ein Mann bei einer Prügelei geschlagen wird und mit einem unpassenden, cartoon-ähnlichen Geräusch durch die Luft fliegt, dann fragt man sich schon, wieso das in einen derartigen Film gehört. Nach dem Flugzeugabsturz fängt sich Tarantini allerdings wieder und präsentiert dem Publikum genau das, was es sehen möchte. Eine Gruppe unterschiedlicher Menschen, die sich durch den Dschungel schlagen muss, was mitunter auch recht brutal wird. Dabei kommen auch Freunde von Abenteuerfilmen auf ihre Kosten, sofern sie gegenüber ein paar härteren Szenen nicht abgeneigt sind. Für mich persönlich ist der Abenteuergehalt in diesem Subgenre auch sehr wichtig und was das anbelangt konnte "Amazonas" genügend bieten.

Nachdem genügend an Blut geflossen ist, wird im Kannibalengenre gerne noch einmal mit der Moralkeule draufgehauen. So im berühmten Fall von "Cannibal Holocaust", wo einem auf unmissverständliche Art und Weise die Frage aufgezwungen wurde, wer denn die wahren Monster sind, die "zivilisierten" Menschen oder eben die Urvölker. Auch bei "Amazonas" wird man wieder mit einem derartigen Denkanstoß konfrontiert, wenn die Protagonisten nämlich in die Hände eines reichen Amerikaners fallen, nachdem sie dem Kannibalen entkommen sind. Doch die wahre Leidensprozedur fängt erst jetzt an, da der äußerst gefährliche Mann heimlich nach Diamanten graben lässt und keine Zeugen gebrauchen kann. Er wäre jederzeit bereit, Kevin und die anderen Überlebenden zu töten, um an noch mehr Geld zu kommen, während die Eingeborenen nur aus Gründen des Glaubens und des Hungers töten. Dennoch sollte man nicht den Fehler machen, "Amazonas" Anspruch zutrauen zu wollen, denn im Endeffekt ist es einfach nur blutige ,abenteuerliche und spannende B-Unterhaltung für Fans des Kannibalengenres.

Die Darsteller erledigen ihren Job sehr unterschiedlich. Während manche ganz klar nicht für den Beruf des Schauspielers geboren wurden, machen andere ihre Sache fabelhaft. Michael Sopkiw zum Beispiel ist ein Hauptdarsteller, wie man ihn sich besser nicht wünschen könnte, er passt bestens in das Bild des abenteuerlustigen Paläontologen und hat optisch sogar eine geringe, doch nicht bestreitbare Ähnlichkeit mit Sean William Scott.

"Amazonas" ist ein astreiner Kannibalenfilm, da lassen sich nur wenige Abstriche machen. Jeder, der auf knallhartes Abenteuerfeeling gepaart mit einigen blutigen Szenen steht, kommt um dieses Werk nicht herum. Michele Massimo Tarantini inszenierte den Film nicht ganz so drastisch und beklemmend, wie dies bei anderen Streifen des Genres der Fall war, zudem gibt es keinerlei Tiersnuff zu sehen, deshalb ist er vielleicht für eine etwas größere Zielgruppe interessant. Natürlich ist "Amazonas" im Endeffekt alles andere als ganz großes Kino, doch gerade für Fans von den sonstigen italienischen Klassikern ist der Streifen Pflicht.

Bewertung

Splatter 3_5.gif
Spannung 4_5.gif
Story 3.gif
Ekelfaktor 3.gif
Atmosphäre 5.gif
Gesamt 4_5.gif