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25 Jahre sind vergangen seit
Mina Harker Graf Dracula verfiel und dieser von ihrem Verlobten und
seinen Freunden vermeintlich getötet wurde. Mina und Jonathan sind
inzwischen verheiratet und haben einen Sohn namens Quincey, der jedoch
von der Vergangenheit seiner Eltern nichts weiß. Mina und Jonathan hüten
dieses Geheimnis strengstens, führen jedoch keine gute Ehe, da Jonathan
Mina ihre Liaison mit Dracula nicht verzeihen kann. Quincey bekommt viel
von den Problemen seiner Eltern mit und hat daher kein sehr gutes Verhältnis
zu seinem Vater, der darauf besteht, dass Quincey ihm nacheifern soll um
Recht zu studieren. Heimlich hat sich Quincey jedoch der Schauspielerei
verschrieben. Sein großes Vorbild ist der bekannte Schauspieler Basarab.
Eines Tages fällt Quincey ein Buch namens „Dracula“ in die Hände
und er erkennt darin die Geschichte seiner Eltern und somit beginnt er
die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, plötzlich
versteht er seinen Vater, doch zu einer Aussprache kommt es nicht mehr,
da sein Vater brutal ermordet aufgefunden wird – gepfählt! Quincey
beginnt damit Nachforschungen über Dracula anzustellen, denn immer mehr
Menschen aus dem Umfeld seiner Mutter ermordet werden. Es scheint so als
sei Jack the Ripper wieder auferstanden…25 Jahre sind diese
furchtbaren Schlitzer-Morde inzwischen vergangen, niemals wurden sei
aufgeklärt und auch eine mysteriöse Gräfin namens Báthory sorgt für
Aufsehen in London…
Seit
„Twilight“ grassiert ein regelrechter Vampirhype wohin man auch
sieht! Einerseits ja ganz schön, jedoch bekommt man derzeit leider auch
Massen an unzumutbaren Filmen/Büchern dadurch regelrecht aufgedrängt,
dass es jenseits von gut und böse ist! Von den ganzen neunmalklugen „Ich-habe-Twilight-gelesen-und-kenne-mich-somit-im-Vampirgenre-aus-Leuten“
ganz zu schweigen! Eines sogleich vorweg, ich habe auch diese Bücher
gelesen und fand sie auf ihre Art auch sehr schön, jedoch gibt es sehr
viel mehr Vampirliteratur als nur die Bücher von Stephanie Meyer! Eines
der wichtigsten und bedeutendsten dieser Bücher dürfte unverkennbar
Bram Stokers Dracula sein. Kaum verwunderlich also, dass auch vor einem
solchen Klassiker der Horrorliteratur kein Halt gemacht wird und zufälligerweise
gerade in diesen Zeiten eine Fortsetzung des einzigst wahren Dracula auf
den Markt geworfen wird. Um dieser Fortsetzung nun noch mehr Nachdruck
zu verleihen, wirbt sie mit dem Namen des Autors Dacre Stoker, der wie
sollte es auch anders sein, ein Nachfahre des bekannten Bram Stoker ist.
Fortsetzungen
sind ja gut und schön aber manchmal auch absolut überflüssig! Die
Idee zu diesem Buch wurde wohl schnell gefunden, man nehme alles was
einem gerade zum Thema Vampire und Horror im Kopf herumschwirrt und
werfe es in einen Topf, dann ziehe man wahllos diese Ideen heraus und
reihe sie wirr aneinander, egal wie verrückt die Ergebnisse auch
erscheinen, es wird schon dem Sinne genügen damit ein Buch zu füllen.
So zumindest der erste Eindruck nach dem Lesen des Buches. Dabei fängt
das Buch anfangs noch relativ interessant an und setzt 25 Jahre nach
Ende des ersten Buches an. Man erfährt einiges über das Leben der
damals Überlebenden und was aus ihnen geworden ist, wie z.B. dem
inzwischen alkoholabhängigen und untreuen Jonathan Harker, dem drogensüchtigen
Dr. Seward oder der nicht alternden Mina Harker. Doch leider schon sehr
bald, bahnt sich etwas an, wo man anfangs noch hofft, es würde nur eine
Randgeschichte bleiben, denn Jack the Ripper hat nun mal nichts bei
Dracula zu suchen!!! Dazu taucht auch noch eine gewisse Erzébeth Báthory,
besser bekannt als die „Blutgräfin“ auf und bereits zu Beginn ahnt
man wie alles laufen wird und wird auch nicht enttäuscht. Keine Überraschungen,
außer vielleicht der letzte Satz des Buches, der dem ganzen schließlich
noch die Krone aufsetzt.
Erschien noch im Ursprungswerk die Liebe von Mina und Jonathan als allüberdauernde
Romanze, so ist ihre Ehe in der Fortsetzung zerrüttet, Jonathan trinkt
und betrügt Mina, sogar mit deren Wissen. Sie dagegen spielt ihm das
brave, leidende Hausmütterchen vor und sehnt sich heimlich nach ihrem
„dunklen Prinzen“ Dracula zurück. Beide haben einen Sohn –
Quincey, der seinem Vater so gar nicht ähnelt und der heimlich seine
Liebe in der Schauspielerei sucht, anstatt auf väterlichem Geheiß
Recht zu studieren. Einige Vorkommnisse von Band 1 werden nun aus
anderer Sicht erläutert und erscheinen nun vollkommen anders. Besonders
die Gestalt des Draculas scheint eine komplette Wende vollzogen zu
haben. Um jedoch an Band 1 anzudocken, hat sich Dacre Stoker einer
gelungenen List unterzogen, denn Band 1 erscheint sogar in dieser
Geschichte, ebenso wie sein Vorfahre Bram Stoker, dem nun die Rolle
eines Theaterchefs zu Teil wird und der verbittert versucht sein
erfolgloses Buch „Dracula“ auf die Bühne zu bringen. Als Quincey an
dieses Buch gelangt und er erst darin die wahre Geschichte seiner Eltern
erfährt, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Für Dacre Stoker ist dies sein Romandebut, ich schätze dass er auch
nur seinen Namen für das Buch hergegeben hat. Co-Autor ist der
Drehbuchautor Ian Holts, der wohl den größten Teil der Arbeit auf sich
nahm. Das Buch liest sich weitestgehend auch sehr filmlastig, daher
meine Vermutung Holts habe den Hauptpart übernommen. Den Figuren fehlt
es jedenfalls an Tiefgang, man baut zu niemandem eine enge Bindung auf
und vieles geschieht einfach viel zu schnell. Dacre Stoker versucht mit
seiner Fortsetzung an den Erfolg seines Verwandten anzuknüpfen, vor
allem auch nicht ganz eigennützig, da Bram Stoker zu seinen Lebzeiten
der Erfolg des Buches verwehr blieb und auch seine Familie sich stetig
mit Rechtsverletzungen und Tantiemen herumärgern musste.
Spannung existiert nicht wirklich, hin und wieder wird recht bildgewandt
von den brutalen Morden der Báthory berichtet, doch das war es dann auch schon. Die
dramaturgische Gestalt des Draculas und der fesselnde Schreibstil Bram
Stokers fehlen gänzlich!
FAZIT:
Leute,
die Bram Stokers Dracula liebten, sollten einen großen Bogen um diesen
Band machen!!! Irgendwie scheinen sich immer mehr Leute Vampire als die
Guten, glitzernden Wesen vorzustellen und der Ursprung des Bösen bleibt
dabei auf der Strecke…sehr schade! Da bleibe ich doch dann lieber bei
den Vampirbüchlein von Markus Heitz! |
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