Der semiprofessionelle Schriftsteller Volker Ullmann bezieht mit seiner Gattin Bettina ein neu
gekauftes Haus. Es liegt im idyllischen Elmpt,
einem Örtchen am Niederrhein, nahe der niederländischen Grenze. Bettina,
die von ihrem Mann kurz Betty gerufen wird, hat bereits beim Einzug ein schlechtes
Gefühl, da ihr das alte Gemäuer unheimlich vorkommt. Und Bettys Intuition soll
sich auch nach kurzer Zeit bestätigen: Es passieren seltsame Dinge in ihrem neuen
Heim.
Ein Freund von Volker verschwindet nach einem kleinen Saufgelage spurlos. Das
geschieht allerdings noch ohne großes Aufsehen, da Volker vermutet, dass sein
Freund im Suff die Flucht ergriffen hat. Doch als tagelang nichts von ihm zu
hören ist, seine Frau sich große Sorgen macht und dann auch noch die Polizei
vorbeikommt, ahnt der Hausmann das etwas schreckliches vorgeht. Als dann auch noch
seiner verhassten Schwiegermutter der Leibhaftige begegnet, macht er sich auf, um
genaueres über das Haus zu erfahren. Was er dann in alten Schriftstücken zu
lesen bekommt, übertrifft seine schlimmsten Befürchtungen...
Holger Ucher ist Schreiber
dieses Buches und aufstrebender Nachwuchsautor. Mit dem Baujahr 1978 ist Ucher
vielleicht einer der Hoffnungsträger im Horror-Genre, denn an einigen Stellen
kann man den Vergleich zum Großmeister Stephen King lesen. Ob dieser Vergleich
treffend oder doch eher utopisch ist, kann nach dem Kurzgenuss seines neusten
Werkes „Das
Haus am Elmpter Stadtrand“ nicht eindeutig beantwortet werden. Das 104 Seiten
starke Buch entstammt der Jugend des gelernter Bankkaufmanns, der als Trainer für
operative Systeme und Schriftsteller arbeitet. Bereits mit 16 Jahren hat Holger
Ucher dieses Werk verfasst und nach dem Erfolg seines ersten Schriftstückes „Geschichten
aus dem Leben“ überarbeitet und veröffentlicht. Wie gesagt ist eine
Beurteilung zum Vergleich mit King nicht wirklich möglich, Fakt ist aber, dass
man den Vergleicht nicht als maßlos übertrieben bezeichnen muss und das „Das
Haus am Elmpter Stadtrand“
eine gruselige Geschichte ist, die Spannung garantiert und bestens unterhält.
Die Geschichte, die Ucher erzählt, spielt am Niederrhein, im direkten Grenzgebiet
zu den Niederlanden. Dem in Nettetal
(Nordrheinwestfalen) geborenen Autoren merkt man seinen Lokalpatriotismus an und
wer von dort kommt, oder schon mal in der Gegend zu besuch war, wird die kleinen
Ausflüge in das hiesige Kulturleben gerne lesen. Ob es um Spezialbier der
Brauerei aus Issum, oder ein Einbeziehen des Pilgertortes Kevelaer ist, gelungen
sind diese Details auf jeden Fall. Aber das ist natürlich nicht der Kernpunkt der
Geschichte. Im Mittelpunkt steht dort ein junges Pärchen, dass quasi einen
Neuanfang macht und in eine grausame Geschichte gezogen wird. Das Geschehen wird
sehr spannend und detailgetreu beschrieben, sodass man kaum eine Chance hat, dass
Buch beiseite zu legen.
Der Ablauf ist gradlinig und es gibt nur wenige Stellen, die etwas verwirren. Zwar
sind hier und da auch Logiklücken vorhanden, über die kann man zu einen aber
locker hinwegsehen und zum anderen werden sie mit etwas Mystik kaschiert.
Protagonist Volker verhält sich an einigen Stellen schon arg merkwürdig, doch alles
bleibt so glaubhaft, dass man sich in die Lage des Mannes reinversetzten kann.
Schön ist auch, dass man bis zu einem gewollten Zeitpunkt gegen Ende keinerlei
Ahnung hat, wie die Geschichte wohl ausgehen mag. Somit bleibt die Spannung stets
vorhanden und die Phantasie des Lesers stimuliert.
Was im Nachhinein vielleicht etwas störend ist, dass die Geschichte etwas zu
abrupt zu ende geht. Da hätte man sicherlich noch etwas mehr Material herausholen
und das Buch so füllen können. Denn die 104 Seiten, die mit recht großen
Buchstaben bedruckt sind, gehen sehr schnell vorüber. Für den geübten Leser und
Verschlinger von vielseitigen Büchern könnte die Geschichte daher etwas zu kurz
geraten und dementsprechend preislich (7€) leicht überdimensioniert sein.
Wen das aber nicht stört und wer sich für kurze, knackige und spannende
Horror-Geschichten begeistern kann, der sollte bei „Das
Haus am Elmpter Stadtrand“ zuschlagen. Es ist zwar kein King, aber immerhin ein Ucher.
Und wer weiß, ob der demnächst vielleicht ähnlich begehrt ist?
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