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Christian
kann es kaum fassen als er eines Tages von einem Spaziergang zurückkommt
und seine Frau tot, mit aufgeschnittenen Pulsadern im Badezimmer
vorfindet. Sie waren doch so glücklich! Und auch für ihre 3 Kinder
Tina, Lena und Tim ist dies ein schrecklicher Verlust, den sie kaum
ertragen können. Christian zieht sich komplett aus dem Familienleben
zurück und ist nicht mehr fähig sich alleine um seine Kinder zu kümmern.
Glücklicherweise beschließt seine Schwägerin Kerstin für eine
gewisse Zeit bei der Familie einzuziehen und sich um alle zu kümmern.
Nicht ganz uneigennützig wie sich schließlich heraus stellt. Doch
etwas Seltsames geht mit Christian vor sich. Immer wieder quälen ihn
schreckliche Alpträume, er führt Selbstgespräche und schließlich häufen
sich auch seine Blackouts. Immer wieder verschwindet er für mehrere
Stunden in seinem geliebten Wald. Immer wieder stellt er sich die Frage,
was an jenem schicksalhaften Tag passierte als seine Frau nur noch den
einen Ausweg sah, sich umzubringen. Christian fehlen genau an diesem Tag
2 Stunden in seinem Gedächtnis...
Sandra
Herrler wurde 1972 in Neumarkt geboren und lebt seit etwa 12 Jahren in München,
wo sie als selbstständige Personalbearbeiterin tätig ist. "Roter
See" ist ihr bereits 3. veröffentlichter Roman.
Sandra
Herrler führt uns in "Roter See" in eine ländliche
Kleinstadtidylle wie sie schier überall vorkommen kann und gewährt uns
Einblicke in eine nach Außen hin völlig intakte, "glückliche"
Familie. Erst nach und nach bekommt der Leser einen besseren Einblick
hinter die Fassade.
Die
Charaktere werden sehr detailliert geschildert, besonders der Charakter
der Vaterfigur durchlebt beim Leser seine Höhen und Tiefen, mal blickt
man mitleidig auf ihn herab, mal wünscht man ihm den Tod. Die Autorin
weiß geschickt mit ihrer Leserschaft zu spielen um keine Langeweile
aufkommen zu lassen. Gleich zu Beginn denkt man zunächst dass es eine
einfach 0815er Geschichte werden könnte, doch dem ist nicht so, zu
viele Rätsel um die Beweggründe sind offen und füllen sich erst nach
und nach. Aus Opfer wird Täter und aus Täter wieder Opfer. Es ist ein
Verwirrspiel der Psyche mit dem Sandra Herrler hier spielt. Alles
scheint bis ins kleinste Detail nachrecherchiert und zeigt wie aus einem
ehemaligen Vorzeigemenschen durch jahrelange Demütigungen schließlich
ein regelrechter Teufel wird.
Der
Spannungsaufbau ist Sandra Herrler sehr gut gelungen und zieht sich auch
konsequent durch die Geschichte. Einzigst bemängeln würde ich, dass
leider auf der Buchrückseite bereits viel zu viel vom Ende preisgegeben
wird. Mein Tipp wäre daher für Leute, die neugierig auf das Buch
werden, keinen Blick auf den Buchrücken zu werfen und sich lieber von
der Geschichte überraschen zu lassen und die Rückseite erste nach
Beendigung der Geschichte zu lesen.
Empfehlen
würde ich diesen Thriller Leuten, die sich für relativ authentische
wirkende Geschichten interessieren und die auch keine allzu schwachen
Nerven haben, da die Morde schon sehr brutal geschildert werden. |