Das Serienmörder-Prinzip

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Fakten

Autor

Stephan Harbort

Verlag

Droste

Erscheinungsdatum

August 2006

Seiten

335

Preis

18,95€

Das Serienmörder-Prinzip

Story & Kritik

Was lässt Menschen zu todbringenden Maschinen mutieren? Einige unserer Artgenossen scheinen offenbar eine versteckte Steuerung im Kopf haben, die nur darauf wartet gestartet zu werden. Aber warum?

Eine Frage, die interessant ist und oft gestellt wird. Experten sind auf der Suche nach den mörderischen Abgründen der menschlichen Seele, doch die Mannigfaltigkeit der verschiedenen Geschehnisse scheint kein schlüssiges, alle Fragen beantwortendes, Konzept zuzulassen. Doch nun gibt es "Das Serienmörder-Prinzip".

Nach "Ich musste sie kaputt machen" (2004) und "Der Liebespaar-Mörder" (2005) hat Dipl. Verwaltungswirt, Kriminalhauptkommissar und Deutschlands Serienmord-Experte Stephan Harbort im Jahre 2006 wieder den Weg in die Vielschichtigkeit gewählt. Weg von einer einzelnen Geschichte eines Serienmörders. Basierend auf Interviews mit mehr als 50 Tätern stellt der Autor den heimischen Serienmord der näheren Vergangenheit vor. Die Fälle verfügen über eine enorme Bandbreite: Vom "üblich verdächtigen" Triebtäter über eine Giftmischerin bis hin zu der tötenden Mutter, die neun eigene Kinder zur strecke bringt. Fast alle Tötungsmethoden scheinen vorzukommen, auch wenn kein richtiges Ungeheuer wie Dahmer, Gein, Bundy, Tschikatilo oder Gacy vorkommt. Stephan Harbort präsentiert nicht nur die Verbrechen, sondern analog dazu sein 7-Phasen-Modell: "Das Serienmörder-Prinzip". Die Aufteilung des Buches ist dabei logisch und gut gewählt. Es wechseln sich Täterbeschreibungen, die meist in Interviewform abgedruckt sind, mit Tatbeschreibungen und Analysen ab. Harbort gibt dabei eine ernorme Portion seines Fachwissens, welches er im Laufe der Jahre angesammelt hat, wieder. Sein guter Schreibstil, der ein lockeres, flüssiges Lesen erlaubt, geht Hand in Hand mit Originaltexten der Verbrecher. Diese werden so wiedergegeben, wie sie verfasst wurden. Interessant sind die sprachlich unbearbeiteten Interviews und Briefe, die Harbort zum einen beim Interview mit einem Diktiergerät gespeichert und zum anderen von Gefangenen bekommen hat. Man kann sich durch das Originalmaterial sicherlich ein besseres Bild des Täters und einen Eindruck von seinem Lebensumstand machen. Als kleine Leseprobe soll das folgendes Zitat aus dem Buch (und auch der Homepage www.stephan-harbort.de) dienen: "Da war so eine Energie. Da saß ich dem gegenüber und hab‘ den so angeguckt. Der wusste nicht, dass ich ihn gleich killen würde – aber ich. Das war so ein Machtspielchen. Das hab‘ ich genossen, das war klasse." Dies und viele weitere, oft vom Nivea flachere, Originalerzählungen machen die Spannung des Buches aus. Man hat kaum die Gelegenheit, dass Buch aus den Händen zu legen, um es zu einem späteren Zeitpunkt weiter zu lesen. Für Menschen, die gerne mehr über ihre fehlgeleiteten Artgenossen, in Sachen Gewaltverbrechen erfahren wollen, ist "Das Serienmörder-Prinzip" die richtige Lektüre. Man erfährt sowohl etwas über die Gräueltaten als auch über den Weg der Täter dorthin, der von Stephan Harbort über 15 Jahre erforscht wurde. Die Aktualität und die Tatsache, dass die Täter selbst zu Wort kommen sind ungewöhnlich und zugleich genial. Zudem überzeugt das 7-Phasen-Modell, dass alles in allem plausibel klingt.

Bewertung

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Serienmörder – Bestien in Menschengestalt

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Fakten

Autoren

Harry Lieber Heidi Stock Louis Paul

Verlag

Bertler+Lieber

Erscheinungsdatum

2000

Seiten

400

Preis

50DM

Serienmörder – Bestien in Menschengestalt

Story & Kritik

Das Buch ist eine Art Nachschlagewerk über sehr viele Serienmörder, über die wohl der ein oder andere schon mal was gehört hat. Namen wie Charles Manson, Ed Gain oder Ted Bundy sind wohl die bekanntesten dieses Genre und werden natürlich ebenfalls in dem Buch erwähnt. Jedoch auch weniger prominente Menschen finden in diesem Buch Erwähnung. Eins haben alle gemeinsam, sie haben auf bestialische Art und Weise Menschen getötet. Das Buch verschleiert nichts und ist vielleicht auch so nicht zu empfehlen, für die sensibleren unter Euch. Von einer kurzen Biografie, bis hin zu detaillierten Beschreibungen der Täter, wie sie ihre Opfer umgebracht haben, was sie dabei gefühlt haben, Photos… alles wird erwähnt. Viele Opfer werden sogar namentlich erwähnt, was einen direkt wieder daran erinnert, dass es sich hierbei nicht um eine Horrorgeschichte von Stephen King handelt, sondern vielmehr dass es einfach wahr ist und tatsächlich so geschehen ist und selbst in der heutigen Zeit noch immer geschieht!

Wer von Euch in irgend einer Form ängstlich ist und bereits bei Horrorfilmen das Fürchten bekommt: Finger weg von diesem Buch!

Ich würde mich eigentlich als abgehärtet bezeichnen, da ich nun mal Horrorfilme/Bücher liebe, jedoch selbst mir blieb manchmal der Atem weg! Auf welche Ideen solche „Menschen“ kommen können, ist unvorstellbar!

Jedoch muss ich trotzdem sagen, dass das Buch sehr gut geschrieben ist. Im Fernsehen wird manchmal der ein oder andere Serienkiller kurz erwähnt, nur genaueres über ihn erfährt man eigentlich nie. Es heißt nur immer wieder, dass der ein oder andere als Vorlage für irgendeinen Roman verwendet wurde, jedoch die genaueren Gräueltaten werden eher verharmlost oder gar nicht erwähnt. Das Buch ist so konzipiert, dass man an jeder Stelle problemlos einsteigen kann, man kann es als eine Art Lexikon dieser Verbrecher betrachten.

Die Autoren sind Harry Lieber, Heidi Stock und Louis Paul. Es ist im Bertler + Lieber Verlag /München erschienen und kostet 50 DM.

Inhalt:

Historie:

Vlad Tepes (Dracula)

Gilles de Rais (der französische Dracula)

Elisabeth Báthory (die Blutgräfin)

Jack the Ripper

Das 20. Jahrhundert:

Peter Kürten (der Vampir von Düsseldorf), Albert Fish (der wahre „Hannibal Lector“), John Reginald Halliday Christie (das Monster von Rillington Place), Ed Gein (er diente als Vorlage für „Buffalo Bill“ aus „Das Schweigen der Lämmer“, sowie das „Texas Chainsaw Massacre“), Albert de Salvo (der Würger von Boston), Charles Manson (Möchtegern Serienmörder und Rassist), der Zodiac-Killer, Edmund Emil Kemper III (der Co-Ed-Killer), David Berkowitz (alias Son of Sam), Theodore Robert Bundy (Ted Bundy), John Wayne Gacy jr. (the Killer- Clown; Stephen Kings „Es“ lässt grüßen), Henry Lee Lucas, Richard Munoz Ramirez (the Night Stalker)

A-Z des Grauens:

Richard Angelo, der Axtmörder von New Orleans, Joe Ball, Daniel Camargo Barbarosa, Herbert Baumeister, Martha Beck und Raymond Fernandez, Marie Alexandrine Becker und noch viele mehr, die ich jetzt jedoch nicht näher erläutern möchte, da es einfach viel zu viele sind.

Fazit:

Das Buch ist in die obigen drei Bereiche unterteilt, des weiteren gibt es auch ein Namensregister durch das man nach bestimmten Personen schnell suchen kann.

Wie bereits oben erwähnt finde ich das Buch äußerst informativ und interessant ist, jedoch überlegt euch gut, ob ihr so etwas vertragen könnt. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele von Euch davon Alpträume bekommen oder sich bereits nach den ersten paar Seiten übergeben werden. Für Leute die sich für das Thema interessieren, so wie ich, ist das Buch einfach nur genial, daher spreche ich auch deutlich eine Empfehlung dafür aus!

Bewertung

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Roter See

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Fakten

Autor

Sandra Herrler

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Verlag

Dresdner Buchverlag

Erscheinungsdatum

02.06.2009

Seiten

236

Preis

ca.17,90€

Roter See

Story

Christian kann es kaum fassen als er eines Tages von einem Spaziergang zurückkommt und seine Frau tot, mit aufgeschnittenen Pulsadern im Badezimmer vorfindet. Sie waren doch so glücklich! Und auch für ihre 3 Kinder Tina, Lena und Tim ist dies ein schrecklicher Verlust, den sie kaum ertragen können. Christian zieht sich komplett aus dem Familienleben zurück und ist nicht mehr fähig sich alleine um seine Kinder zu kümmern. Glücklicherweise beschließt seine Schwägerin Kerstin für eine gewisse Zeit bei der Familie einzuziehen und sich um alle zu kümmern. Nicht ganz uneigennützig wie sich schließlich heraus stellt. Doch etwas Seltsames geht mit Christian vor sich. Immer wieder quälen ihn schreckliche Alpträume, er führt Selbstgespräche und schließlich häufen sich auch seine Blackouts. Immer wieder verschwindet er für mehrere Stunden in seinem geliebten Wald. Immer wieder stellt er sich die Frage, was an jenem schicksalhaften Tag passierte als seine Frau nur noch den einen Ausweg sah, sich umzubringen. Christian fehlen genau an diesem Tag 2 Stunden in seinem Gedächtnis…

Kritik

Sandra Herrler wurde 1972 in Neumarkt geboren und lebt seit etwa 12 Jahren in München, wo sie als selbstständige Personalbearbeiterin tätig ist. "Roter See" ist ihr bereits 3. veröffentlichter Roman. Sandra Herrler führt uns in "Roter See" in eine ländliche Kleinstadtidylle wie sie schier überall vorkommen kann und gewährt uns Einblicke in eine nach Außen hin völlig intakte, "glückliche" Familie. Erst nach und nach bekommt der Leser einen besseren Einblick hinter die Fassade. Die Charaktere werden sehr detailliert geschildert, besonders der Charakter der Vaterfigur durchlebt beim Leser seine Höhen und Tiefen, mal blickt man mitleidig auf ihn herab, mal wünscht man ihm den Tod. Die Autorin weiß geschickt mit ihrer Leserschaft zu spielen um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Gleich zu Beginn denkt man zunächst dass es eine einfach 0815er Geschichte werden könnte, doch dem ist nicht so, zu viele Rätsel um die Beweggründe sind offen und füllen sich erst nach und nach. Aus Opfer wird Täter und aus Täter wieder Opfer. Es ist ein Verwirrspiel der Psyche mit dem Sandra Herrler hier spielt. Alles scheint bis ins kleinste Detail nachrecherchiert und zeigt wie aus einem ehemaligen Vorzeigemenschen durch jahrelange Demütigungen schließlich ein regelrechter Teufel wird. Der Spannungsaufbau ist Sandra Herrler sehr gut gelungen und zieht sich auch konsequent durch die Geschichte. Einzigst bemängeln würde ich, dass leider auf der Buchrückseite bereits viel zu viel vom Ende preisgegeben wird. Mein Tipp wäre daher für Leute, die neugierig auf das Buch werden, keinen Blick auf den Buchrücken zu werfen und sich lieber von der Geschichte überraschen zu lassen und die Rückseite erste nach Beendigung der Geschichte zu lesen. Empfehlen würde ich diesen Thriller Leuten, die sich für relativ authentische wirkende Geschichten interessieren und die auch keine allzu schwachen Nerven haben, da die Morde schon sehr brutal geschildert werden.

Bewertung

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Der Liebespaar-Mörder

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Fakten

Autor

Stephan Harbort

Verlag

Droste

Erscheinungsdatum

Februar 2005

Seiten

351

Preis

19,95€

Der Liebespaar-Mörder

Story

In den 50er Jahren kommt es in Düsseldorf und der direkten Umgebung zu einer Serie von ungewöhnlichen Mordfällen. Es kommt dabei zu Tötungen und Tötungsversuchen an Liebespärchen, die sich im Schutz der Nacht in ihrem Auto vergnügen. Die Polizei tappt lange im Dunkeln, findet dann aber einen dringend Tatverdächtigen und dessen Helfer, die inhaftiert werden und denen Jahre später der Prozess gemacht wird. Allerdings stellt sich das Verfahren als äußerst schwierig heraus, da der Haupttäter sich höchst intelligent verteidigt und der Helfer, der Kronzeuge wird, wenig glaubhaft scheint. Es kommt schließlich zu einem Indizienprozess, der viele Fragen aufwirft und dessen Ausgang völlig offen ist. Gerade weil ein weiter Liebespaar-Mord begangen wird, während die Tatverdächtigen in Untersuchungshaft sitzen…

Kritik

Der Düsseldorfer Kriminalhauptkommissar, Schriftsteller und Serienmord-Experte Stephan Harbort präsentiert nach seinem Ausnahmewerk „Ich musste sie kaputt machen“ sein neustes Buch, dass sich mit einer Mordserie in den 50er Jahren beschäftigt, die sowohl Menschen als auch Presse über Jahre in Atem hielt.

„Der Liebespaar-Mörder“ beschäftigt sich im ersten Teil mit den Taten und im zweiten Teil mit dem Indizienprozess, was spannungstechnisch mehr als genial ist. Harbort hält sich dabei fast ausschließlich an Fakten und versucht nur in wenigen Passagen das Geschehen etwas aufzupeppen. Die künstliche Dramaturgie ist aber wenig störend, da man sich so für eine kurze Zeit in die Rolle des vermeintlichen Mörders versetzen kann. Harborts Erzählstil ist sehr fesselnd und in Kombination mit der Geschichte kommt man kaum auf die Idee, dass Buch wegzulegen. Wenn man denkt, die Spannung würde im Verlauf abnehmen, da sich der zweite Teil des Buchs ja mit der Gerichtsverhandlung befasst, irrt man sich gewaltig, da es mit Abnahme der verbleibenden, ungelesenen Seiten immer spannender wird und es am Ende zu einem absoluten Highlight kommt, dass an dieser Stelle aber natürlich nicht verraten werden soll! Neben der Faktenwiedergabe gibt es natürlich auch wieder ein Profiling des Experten und Psychogramme der Angeklagten, die einen tiefen Einblick in ihre Verhaltensweisen erlauben. Die wiedergegebene Fachkenntnis von Harbort ist nicht nur beeindruckend, sondern auch so niedergeschrieben, dass Laien sie ohne Probleme verstehen können. Das Buch ist sicherlich nichts für Leute mit schwachen Nerven, wenn es auch nicht so hart ist, wie sein Vorgängerwerk „Ich musste sie kaputt machen“. Wer sich für Serienmörder, Profiling und spannende Gerichtsprozesse interessiert, wird mit „Der Liebespaar-Mörder“ ein packendes Buch finden, dass einen auch noch nachhaltig beeindruckt!

Bewertung

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Kinder des Judas

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Fakten

Autor

Markus Heitz

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Verlag

Knaur

Erscheinungsdatum

1.12.2008

Seiten

666

Preis

ca.14,95€

Kinder des Judas

Story

17. und 18. Jahrhundert: Osmanisches Tributland (später Habsburgisches Territorium) Die kleine Jitka lebt mit ihrer Mutter in der ländlichen Stadt Gruza in einer kleinen, bescheidenen Hütte. Jitka trägt an ihrem Unterarm ein blutrotes Feuermal, weswegen die abergläubische Bevölkerung von Gruza die Kleine und ihre Mutter meidet. Man fürchtet ihren bösen Blick und hält die Familie für verhext. An ihren Vater hat Jitka kaum Erinnerungen, da er fort ging, als sie noch sehr klein war, von daher ist es Jitkas größter Wunsch eine Tages eine richtige Familie zu haben. Als eines Tages Janitschare im Dorf auftauchen, die einen Dieb suchen, werden sie zu allem Überfluss auf dem Dachboden von Jitka und ihrer Mutter fündig und sie verschleppen ihre Mutter. Jitka kann gerade noch zu entkommen, indem sie auf Geheiß ihrer Mutter aus dem Haus läuft und sich versteckt. Ein Großbauer, der ehemalige Arbeitgeber ihrer Mutter bietet ihr schließlich Unterschlupf an, bis eines Tages ein wohlhabender Mann namens Karol Illciz auf dem Gehöft auftaucht und behauptet Jitkas Vater zu sein und die Kleine mit sich nimmt. Jitka erfährt schließlich vom Tode ihrer Mutter und schwört innerlich Rache zu nehmen. Karol nimmt Jitka mit in seine Mühle und beginnt den immensen Wissensdurst seiner Tochter zu stillen, indem er sie im Bereich von Forschungen, Sprachen und dem Kampf unterrichtet. Jitka lernt sehr schnell und wechselt eines Tages auch ihren Namen von "Jitka" um in "Scylla", eine griechische Sagengestalt, die wunderschön war und die aus Eifersucht zu einer rachsüchtigen Bestie gemacht wurde. Eines Tages erfährt Scylla schließlich, dass ihr Vater einem geheimen Bund von Wissenschaftlern angehört und er möchte dass Sycalla seine Nachfolgerin wird. Der Bund nennt sich "Kinder des Judas" und ihre Cognatio besteht aus 13 Mitgliedern, von denen jedes Mitglied noch eine/n Elevin/Eleven hat. Ihr Bestreben sei die Forschung zum Wohle der Menschheit. Doch die Cognatio ist sehr streng und legt Scylla viele Steine in den Weg und auch die Dorfbewohner der näheren Umgebung sind Scylla und ihrem Vater nicht wohlgesonnen und stürmen eines Tages die alte Mühle und töten beide, doch dies ist nicht das Ende…

21. Jahrhundert: Leipzig, Deutschland

Theresa Sarkowitz ("Sia") sitzt am Krankenbett der kleinen, krebskranken Thea und begleitet sie bei ihren letzten Atemzügen. Die Ärzte denken, dass sich die Kleine von der Operation erholen wird, doch Sia weiß es besser, denn sie hat die Gabe den Tod zu spüren. Ihre Aufgabe im Krankenhaus besteht darin Patienten in den Tod zu begleiten, nur bei der kleinen Thea ist es diesmal ganz besonders schlimm. Als Ventil um mit solchen Geschichten abzuschließen, kämpft Sia hin und wieder bei Käfigkämpfen, wo jedoch niemand ihr Gesicht sieht und sie auch als ungeschlagen gilt. Regeln gibt es bei diesen Kämpfen nicht. Alles ist erlaubt und sie gehen immer sehr blutig aus, was Sia jedoch nicht weiter stört, denn ihre Wunden heilen sofort und sie braucht diesen Kick um zu spüren, dass sie noch lebt. Als dritten Job arbeitet sie in einem Nachtclub als Türsteherin, wo sie jedoch ihre Vergangenheit eines Tages einholt und ein älterer Herr namens Marek plötzlich vor ihr steht, der verlangt, dass sie mit ihm kommen soll um endlich an seiner Seite zu stehen. Sie verneint, was er nicht akzeptieren will, Sia weiß, dass von nun an nichts mehr so sein wird wie zuvor und sie beginnt noch in derselben Nacht ihre Lebensgeschichte niederzuschreiben. Wenig später steht ein neuer Käfigkampf auf dem Plan, doch diesmal wird es anders laufen als sonst und der Kampf beginnt…

Kritik

"Leipzig im Jahr 2006. Sie ist die gute Seele des Krankenhauses. Sie steht denen bei, die in ihren letzten Stunden nicht allein sein sollen. Jeder, der die junge Frau am Bett eines Sterbenden wachen sieht, wird sie für einen Engel halten. Denn niemand weiß, wer sie wirklich ist …" (Zitat Buchrückseite "Kinder des Judas")

DER AUTOR: MARKUS HEITZ:

Markus Heitz ist ein deutscher Fantasy-, Horror- und Science-Fiction-Autor aus Homburg/Saar. Zur Zeit lebt er als freier Autor und Mitbesitzer eines Irish Pubs und einer Studentenkneipe in Zweibrücken. Bereits 2003 erhielt er den Deutschen Phantastik Preis für "Bestes Roman-Debüt National" für sein Werk "Die Dunkle Zeit I – Schatten über Ulldart", weitere Preise folgten in den nachfolgenden Jahren für seine Werke "Der Krieg der Zwerge", "Die Rache der Zwerge", "Die Mächte des Feuers", "Ulldart – Zeit des Neuen" sowie für seine Webside. Außerdem wurden bereits die Filmrechte für "Die Zwerge", "Ritus" und "Sanctum" vergeben. Auf der Frankfurter Buchmesse 2008 hatte ich die Gelegenheit ein paar Worte mit Markus Heitz zu wechseln und muss sagen, dass er sehr sympathisch wirkt und auch gerne Autogrammwünsche erfüllt hat. Wer sich näher über seine Person informieren möchte, dem empfehle ich seine Webside: www.mahet.de Sein Markenzeichen: Schwarze Kleidung! Jitka /Scylla /Sia:

Sie ist die Hauptperson des Romans, deren Entwicklung von der kleinen, neugierigen Tochter aus ärmlichen Verhältnissen bis zur gebildeten Baronin und Forscherin wir miterleben dürfen. Außerdem trägt sie ein dunkles Geheimnis in sich, das sie nur ungerne entfesselt. Marek:

Scyllas Halbbruder und ebenfalls ein Judaskind, das seine Schwester nur zu gerne an seiner Seite wüßte. Er ist egoistisch und überaus Selbstverliebt. Karol Illciz:

Vater von Scylla und Marek, auch er ist ein Judaskind und möchte dass seine Tochter eines Tages seinen Platz einnimmt. Er ist Forscher mit Leib und Seele und steht auch den Judaskindern in mancherlei Hinsicht kritisch gegenüber, weswegen er auch Nachforschungen über die Entstehung der Judaskinder heimlich aufnimmt. Viktor von Schwarzhagen:

Ein junger wissbegieriger Kaufmann, der aus Trauer um seine verstorbene Geliebte beginnt sich mit dem Vampirmythos zu beschäftigen und der dabei ungewollt zwischen die Fronten dunkler Mächte gerät.

KRITIK:

Da muss mich erst mein Vater darauf aufmerksam machen, dass es in meiner unmittelbaren Umgebung einen Autor gibt, der zu Deutschlands derzeit angesagtesten Fantasyautoren zählt und von dem ich zuvor nichts gehört hatte. Etwas schlau über ihn gemacht und kurze Zeit später hielt ich "Ritus" in meinen Händen, eine Woche später auch "Sanctum" und inzwischen bin ich bei diesem hier angelangt und ich finde seinen Schreibstil absolut klasse!!! Die Story um "Kinder des Judas" ist spannend geschrieben und hebt sich stark von allen herkömmlichen Vampirgeschichten ab. Heitz flechtet viele neue Elemente in den Vampirmythos hinein und stützt vieles auch auf wahre historische Begebenheiten der damaligen Zeit. "Kinder des Judas" ist in vier Teile (Das Mädchen, Aeterna, Entdeckungen und Tod) aufgeteilt. Während des Lesens taucht man ein in zwei unterschiedliche Zeitepochen, man erfährt zum einen die Entstehung und das Leben von Scylla im 17. Und 18. Jahrhundert und zum anderen das Leben in der Gegenwart im 21. Jahrhundert. Die beiden Epochen wechseln sich dabei stets ab, so dass man immer nur Einblicke in einen kleinen Teil erhält, der erst gegen Ende des Buches zusammen führt. Der Scheibstil ist dabei sehr fesselnd und spannend. Mann liest das Buch einfach in einem Stück durch, da man es kaum mehr aus der Hand legen möchte. Auch Horrorfans kommen auf ihre Kosten, da auch bei den blutigen Stellen an Details nicht gespart wurde: "…Im Grab richtete sich der unbekleidete Oberkörper einer Frau auf. Aus dem Gesicht und überall aus dem Leib waren von scharfen Fingernägeln Fleischstücke herausgerissen worden. Das Fleisch an den Fingern, Händen und Unterarmen der Vampirin fehlte gänzlich; im Licht der Lampen schimmerten blutige, aber auch sauber abgeleckte Knochen. Obwohl Muskeln und Sehnen fehlten, bewegten sich die Gliedmaßen!" (Seite 541) Aber auch erotische Stellen sind recht nett geschildert und das Buch besteht nicht einzig aus Gemetzel! Die Charaktere der Hauptfiguren werden sehr detailreich geschildert, so erlebt man z.B. das Heranwachsen und die Entwicklung von Jitka bis zu Scylla/Sia sehr schön mit. Und selbst Figuren die erst im Nachhinein auftauchen werden nicht einfach nur sporadisch angerissen sondern auch deren Leben bleibt nicht im Verborgenen. Der Mythos um die "Kinder des Judas" und die "Cognatio" weißt religiöse Vorboten aus und dennoch ist er sehr interessant und hebt sich von den bekannten Vampirclans des Rollenspieles "Vampire – Die Maskerade" deutlich ab, so dass keine Parallelen entstehen. Denn die Cognatio besteht aus 12 bzw. 13 Vampiren und deren Eleven, alle der gleichen Gattung zugehörig. Sie fühlen sich als höhere Wesen und betrachten alle anderen Vampire als Abschaum und wollen sie bekämpfen. Dabei schieben sie stets vor, ihr Belangen sei die Forschung zum Wohle der Menschheit, obwohl sie eher zu ihrem eigenen Wohle forschen und einmal im Jahr auch selbst ihrem Blutdurst nachgeben und ein Massaker anrichten. Dass Markus Heitz sich mit dem Vampirgenre bestens auskennt wird in diesem Roman sehr schnell deutlich. Alleine schon die Bezeichnungen, die er für Vampire nutzt, gehen auf fundiertes Wissen zurück, so nutzt er z.B. den Begriff des "Upir", der im Jahr 1047 im Nordwesten von Russland als Name eines Fürsten "Upir Iichyi" auftauchte und der als Vampir bezeichnet wurde und er greift auch auf weitere frühere Namen für Vampire zurück (Tenac, Murony, Tenjac etc.). Dazu geht er auch am Ende des Buches in seinem Nachwort ein.

DATEN:

Kinder des Judas (2007)

Droemer Knaur Verlag (München)

ISBN 978-3-426-66277-9

ISBN 3-426-66277-9

Seiten: 704

FSK: 16 (empfohlen)

Preis: als Weltbild Reader: 9,95

Judastöchter

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Fakten

Autor

Markus Heitz

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Verlag

Knaur

Erscheinungsdatum

1.12.2010

Seiten

608

Preis

14,99€

Judastöchter

Story

Rückblick zu „Judassohn“: Zwar achtet Sia stets sorgsam darauf alle ihre Nachkommen genauestens zu überwachen, doch ausgerechnet bei ihrem Sohn war sie einst nicht gründlich genug, als dieser sich nach seinem Menschentod in einen Judassohn wandelt ist sie sogleich zur Stelle und tötet ihn, zumindest denkt sie, dass sie ihn getötet hat, doch es gelingt ihm zu überleben und er sinnt auf Rache an seiner Mutter…Jahrhunderte vergehen und schließlich kommt es ausgerechnet in der Wohnung von Emma + Elena zum Wiedersehen und finalen Showdown, bei dem alle Freunde von Emma + Elena brutal getötet werden. Emma wird dabei so stark verletzt, dass sie ins Koma fällt. „Judastöchter“: Emma liegt noch immer im Koma und Sia kümmert sich derweil um Elena, wobei das junge Mädchen sie teils zur Weisglut bringt, denn Elena will alles ganz genau wissen und legt ein besonderes Interesse bezüglich der Judaskinder an den Tag, sehr zum Missfallen von Sia, die lieber alles Böse von Emma + Elena fernhalten möchte. Eines Tages lauern Elena beim Eislaufen 2 düstere Gestalten auf, ein Engländer kommt ihr zu Hilfe und flieht kurzerhand zusammen mit ihr in eine andere Stadt. Sia ist außer sich vor Sorge, dann wird auch noch Emma aus dem Krankenhaus entführt und Sia erhält einen Erpresserbrief, der mit „Sidhé“ unterzeichnet ist. Sia soll nach Irland kommen um dort als Auftragskillerin für diese Sidhé eine Liste von Namen „abzuarbeiten“. Gehorcht sie nicht, sollen Emma + Elena sterben. Sia rennt die Zeit davon. Noch dazu kann sie als Judastochter kein fließendes Gewässer überqueren und Irland ist nun mal eine Insel. Durch eine glückliche Fügung trifft sie schließlich auf Eric von Kastelle, der ihr schließlich verspricht zu helfen. Gemeinsam gehen sie auf die Suche nach Emma + Elena und geraten dabei Mitten in die Fronten um die Vorherrschaft in Irland zwischen den Wandelwesen und den irischen Vampiren.

Kritik

Charaktere: Theresia „Sia“ Sarkowitz: Sia ist eine Judastochter, die es sich zur Aufgabe gemacht hat dafür zu sorgen, dass es keine weiteren Judaskinder aus ihrem Geschlecht mehr geben wird. Aus diesem Grunde wacht sie über all ihre Nachkommen um zu beobachten, ob sich jemand von ihnen nach seinem Tod in ein Judaskind verwandelt, tun sie es, so schreckt Sia auch nicht davor zurück ihre eigenen Nachkommen zu töten um es ihnen zu ersparen zu einer Dämonendienerin, wie sie, zu werden. Emma + Elena Karkow sind Sias letzte Nachfahren. Elena ist Emmas Tochter. Mit ihren 7 Jahren ist sie bereits sehr klug und hat im letzten Band „Judassohn“ mit ansehen müssen, wie all ihre Freunde und Bekannte von einem Judassohn brutal getötet wurden. Emma liegt seither im Krankenhaus im Koma und Sia kümmert sich derweil um Elena. Eric von Kastelle: Eric zählt zu den am meisten gefürchteten Wandlerjägern aller Zeiten, dabei umgibt ihn selbst ein düsteres Geheimnis. Die Suche nach einem Heilmittel für sich blieb bisher erfolglos… Justine Marie Jeanne Chassard: Sie ist die Halbschwester von Eric und ebenfalls ein Wandelwesen, im Gegensatz zu den sonstigen Werwölfen ist ihr innerer Wolf sehr viel mächtiger, da er noch auf die Ursprungsbestie des Gévaudans zurückreicht. Justine + Eric könnten unterschiedlicher nicht sein und dennoch scheint Justine eine wertvolle Hilfe für Eric + Sia zu sein. Bereits in „Blutportale“ durfte Justine ihr Können unter Beweiß stellen. DER AUTOR: MARKUS HEITZ: Markus Heitz ist ein deutscher Fantasy-, Horror- und Science-Fiction-Autor aus Homburg/Saar. Zur Zeit lebt er als freier Autor und Mitbesitzer eines Irish Pubs und einer Studentenkneipe in Zweibrücken. Bereits 2003 erhielt er den Deutschen Phantastik Preis für "Bestes Roman-Debüt National" für sein Werk "Die Dunkle Zeit I – Schatten über Ulldart", weitere Preise folgten in den nachfolgenden Jahren für seine Werke "Der Krieg der Zwerge", "Die Rache der Zwerge", "Die Mächte des Feuers", "Ulldart – Zeit des Neuen" sowie für seine Webside. Außerdem wurden bereits die Filmrechte für "Die Zwerge", "Ritus" und "Sanctum" vergeben. KRITIK: Bei „Judastöchter“ handelt es sich um den 3. und vorerst letzten Teil der Kinder des Judas-Saga von Markus Heitz. Da ich bereits von den vorherigen Romanen („Kinder des Judas“ und „Judassohn“) sehr begeistert war, konnte ich es kaum erwarten, dass es mit der Geschichte weitergehen würde. Im Dezember 2010 war es schließlich soweit und somit landete Band 3 dieser Reihe auch sehr bald in meinen Händen. Neben dem rigorosen Boom an Vampirromanen, der uns seit Stefanie Meyers Biss-Romanen überfährt, ist es inzwischen schwierig geworden, die wirklich guten und vor allem neuen Geschichten herauszufiltern, um nicht ständig nur einen weiteren Abklatsch der gleichen Geschichte zu erwischen. Glücklicherweise sieht Markus Heitz dies ähnlich und greift zu einer völlig neuen Gattung Vampir, die fern jeglichem Teenigeturtele mitsamt einer etwas brutaleren Vorgehensweise agiert. „Judassohn“ endete äußerst spannend und ließ viel Raum für diverse Spekulationen und genau da setzt nun „Judastöchter“ sehr gekonnt an. Zwar ist es nicht unbedingt nötig die gesamte Vorgeschichte zu kennen, da gleich zu Beginn des Buches eine kleine Namenschronologie sowie Erklärung zu den einzelnen Vampirgattungen den Leser erwarten, jedoch dürfte es sehr viel mehr Spaß machen, wenn man diese kennt und somit die Zusammenhänge oder auch nur einfache Pointen besser ersichtlich sind. Da Heitz eine große Vorliebe hat, seine Romane untereinander zu verzweigen, tauchen auch stets bekannte Gesichter aus anderen Romanen auf. Ich denke die beste Reihenfolge für Neueinsteiger wäre es, noch etwas vor den Judaskindern zu beginnen (1. Ritus, 2. Sanctum, 3. Blutportale, 4. Kinder des Judas, 5. Judassohn, 6. Judastöchter), doch dies nur als Tipp. Auch ohne die Vorkenntnisse findet man sich sicherlich schnell in das Buch hinein und bekommt sicherlich aus Neugier auch den ersten Geschmack auf die anderen Werke. Während noch die ersten beiden Judasbände parallel in verschiedenen Zeitepochen spielten, verzichtet Heitz diesmal auf die vergangenen Ereignisse und konzentriert sich mehr auf aktuelle Geschehnisse, die systematisch zusammenführen und abermals erfährt man einiges mehr über seine Hauptakteurin Sia. Sehr spannend finde ich vor allem auch die Gestaltwandler diverser Gattungen, die neu in diesem Roman auftauchen und etwas an Charlaine Harris`s Gestaltwandler aus den Sookie Steakhouse-Romanen erinnern, wobei ich glaube eine Schlangenwandlerin tauchte dort nicht auf, wenn ich mich noch recht entsinne. Alleine die gesamt Geschichte um die Sidhé finde ich sehr gelungen, vor allem da es sich bei den Sidhé um eine irische Legende handelt. Interessenten sollten einfach mal den Begriff im Internet nachschlagen. Man merkt wieder deutlich dass Heitz seinen Büchern jedes Mal eine ausführliche Recherche einhergehen lässt. Der Schreibstil ist wie gewohnt fesselnd und durchweg spannend. Es fällt schwer das Buch zwischendurch wieder aus der Hand zu legen, da man es am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte, doch schlafen + essen müssen ab und zu ja auch mal sein. Die 600 Seiten lesen sich jedenfalls sehr fix! Wieder einmal werden die Kampfszenen sehr detailliert geschildert und es hält sich auch ein kontinuierlicher Bodycount…Zartbeseitete sollten also besser einen großen Bogen um die Judaskinder machen. Action-/Horrorfans werden ihre schiere Freude daran haben!!! Auch wenn die Judaskinder mit diesem Band „vorerst“ beendet sein sollen, behält sich Heitz vor, erneut ein Ende zu schreiben, das wiederum gespickt ist mit einer möglichen Fortführung. Wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt…ich hoffe auf eine Fortsetzung!!! LESEPROBE: „Wilson hatte nie an Vampire geglaubt. Auch nicht an Werwölfe oder Dämonen. Und doch beschrieb sein alter Chef, der nie ein Spinner gewesen war, diese Spezies mit all ihren Unterarten, mit ihren Stärken und Schwächen, woran man sie erkannte, wie man sie eliminierte, was man bei Begegnungen vermeiden sollte und so weiter und so fort. Zuerst hatte der einstige Butler auf die Zeilen gestarrt. Dann hatte er gelacht. Dann war er ins Wanken geraten, und jetzt befand er sich in einem merkwürdigen Zwischenzustand: Er wollte eines der Monster sehen! Wilson hatte sehr viel Geld von Harm Byrne als Hinterlassenschaft erhalten und im Gegenzug einen Auftrag bekommen: Elena Karkow, ein Mädchen von knapp sieben Jahren, und ihre Mutter Emma, irgendwo um die dreißig. Sie sollte er aus der Ferne beschützen, behutsam Kontakt zu ihnen aufnehmen, sich ihnen als Freund nähern und zu einem Vertrauten werden.“

Bewertung

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Ich musste sie kaputt machen

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Fakten

Autor

Stephan Harbort

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Verlag

Droste

Erscheinungsdatum

Februar 2004

Seiten

384

Preis

19,95€

Ich musste sie kaputt machen

Story & Kritik

Serienmörder wecken seit jeher in großem Maße das Interesse der Menschen. Woher dieses Interesse stammt ist wohl eine nicht eindeutig zu beantwortende Frage, denn es gibt sicherlich die verschiedensten Beweggründe. Zum einen ist es mit Sicherheit die grosse Abscheu, die man dem Täter gegenüberbringt, denn die meisten Serienmörder sind nicht gerade zimperlich zur Sache gegangen. Zum anderen wird aber auch eine gewisse Faszination dadurch ausgeübt, das die Täter meist lange Jahre unentdeckt bleiben und von Nachbarn und Bekannten als ruhig, nett, entgegenkommend usw. eingestuft werden. Somit ist die Möglichkeit gegeben, dass ein mordender Psychopath neben Dir sitzt und Du merkst es nicht… Deutschland hat im letzten Jahrhundert einige dieser Serienmörder hervorgebracht, von denen einige sehr bekannt wurden, wie zum Beispiel Fritz „Der Metzger“ Haarmann oder Peter „der Vampir von Düsseldorf“ Kürten. Aber der grausamste aller deutschen Mörder ist wohl der weitgehend unbekannte Joachim Georg Kroll, der im Juli 1976 festgenommen wurde und dem acht Morde sowie ein Mordversuch nachgewiesen werden konnten. Der Autor und Kriminologe Stephan Harbort greift in seinem Buch „Ich musste sie kaputt machen“ die Geschichte des Serienmörders Joachim Georg Kroll auf und bietet dem Leser einen interessant geschriebenen und mit viel Faktenwissen dokumentierten Einblick in dessen Leben. Man wird durch das Leben des grenzdebilen Mörders geführt und erfährt wie der zurückgebliebene junge Mann nur wenig in der Lage ist, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Schritt für Schritt kapselt er sich von seiner Umwelt ab, lebt zurückgezogen und sieht sich alltäglich mit sexuellen Problemen konfrontiert, die er nicht lösen kann, durch ein „komisches Gefühl“ aber gezwungen wird ihnen nachzukommen. Sein Weg scheint vorprogrammiert und das, was der Leser befürchtet, wird von Stephan Harbort detailliert beschrieben. Kroll streift über 20 Jahre durch das Sauerland, den Niederrhein und das nördliche Ruhrgebiet um Duisburg und hinterlässt eine Spur des Schreckens, die nur schwer zu verstehen ist. Seine kriminalistische Karriere endet dann auf ihrem Höhepunkt, als Kroll sogar zum Kannibalen mutiert und von der Polizei beim zubereiten des Abendessen ertappt wird, da er das Toilettensystem durch Gedärme eines getöteten Kindes verstopft hat. Die Beschreibung der Ereignisse lässt selbst abgebrühte Leser stocken, aber aufgrund des spannenden Erzählstils schafft man es nicht den Wälzer an die Seite zu legen, um seine Gedanken von den eben erworbenen schockierenden Informationen zu befreien. Nach dem Ende der Morde ist bei Stephan Harbort aber noch lange nicht Schluss, denn er beschreibt im weiteren Verlauf des Buches die Vernehmung des Täters, bei der es noch das ein oder andere Kuriosum geben soll. Die Beschreibung dieser Geschehnisse ist dabei ebenso interessant zu verfolgen, wie authentisch, da Harbort Passagen aus den Originalverhören niederschreibt. Es gibt aber natürlich nicht nur trockene Auszüge, der Grossteil des Buches besteht aus sauber analysiertem Material, dass sehr spannend und ohne Wertung des Autors dargebracht wird. Der „Kannibale vom Rhein“ wird nicht als Monster dargestellt, es wird aber auch nicht schöngeredet, was sich Kroll zu Schulden hat kommen lassen. Stephan Harbort geht am Ende dieses durch und durch gelungenen und extrem empfehlenswerten Romans allerdings auf die Frage ein, wie eine gerechte Bestrafung von Kriminellen a la Joachim Georg Kroll auszusehen hat und regt zu einer Diskussion an, die leider viel zu wenig geführt werden dürfte. Dieses Buch ist für Interessierte des Themas „Serienmörder“ unbedingt empfehlenswert!

Bewertung

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Spannung books_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern_halb.gifbooks_stern_leer.gifbooks_stern_leer.gif
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Ich liebte eine Bestie

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Fakten

Autor

Stephan Harbort

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Verlag

Droste

Erscheinungsdatum

September 2009

Seiten

303

Preis

19,95€

Ich liebte eine Bestie

Story & Kritik

Stephan Harbort hat im August 2009 sein neues Werk rausgebracht. Der Kriminalhauptkommissar aus Düsseldorf, der zuvor bereits acht Bücher zum Thema Serienmord geschrieben hat, nähert sich seinem Forschungsthema diesmal auf eine neue, so noch nicht gesehene Art. Im September 2008 kam sein Buch „Wenn Frauen morden“ raus, worin er über Frauen als Täter berichtet. Nun schildert der Autor aus dem Leben der Gattinnen eines Serientäter. Zumindest in der Hauptsache. Harbort berichtet auch was andere Mitglieder der beschädigten Familien erlebt haben und wohl immer noch erleben. Die mörderischen Verbrechen der Täter stehen bei der Betrachtung oft im Vordergrund, die Geschichte muss ja ein Gesicht bekommen. Es wird aber auch viel auf das Drumherum eingegangen. Das Drumherum in weiblicher Form. Die verschiedenen Texte sind aufgrund des Schreibstils von Stephan Harbort flüssig zu lesen. An eine Unterbrechung ist meist nicht zu denken, da man zwangsläufig in spannende, fesselnde und auch erschreckende Geschichten gezogen wird. Die Wiedergabe des Autoren ist aber nicht aufgeblasen, er versucht nicht künstlich Spannung zu erzeugen. Die Spannung schreibt das Leben.

Das Buch ist in sechs Kapitel unterteil. Jedes befasst sich mit einer anderen Tat und anderen Opfern. Zwei Kapitel schließen mit einer kurzen Betrachtung eines weiteren Falles ab. Es gibt Schilderungen von wenig bekannten und sehr bekannten deutschen Serienmördern. Einer dieser unbekannteren und abschließenden Fälle ist besonders interessant. Hier erfährt man, wie eine Angehörige durch ein Buch von Stephan Harbort herausfindet, dass ein Verwandter von ihr wegen Serienmordes im Gefängnis sitzt. Man kann ihre Gefühle nachempfinden. Ihren Zorn, die Enttäuschung, die Frustration.

Das man so mitleben kann, liegt nicht zuletzt an der Zusammensetzung des Textes. Es gibt die kühle Schilderung des Falls und die dadurch erstandenen Emotionen. Diese werden nicht selten als Protokolle oder Interviews dargeboten. Interviews, die Stephan Harbort mit den Angehörigen selbst geführt hat. Hier können sich die Betroffenen einem Experten öffnen, ohne befürchten zu müssen, dass ihr Wiedergegebenes von Käseblättern verunglimpft wird. Denn für sinnfreie Übertreibungen ist in „Ich liebte eine Bestie“ kein Platz.

Dadurch kommt nicht mal im Ansatz Langeweile auf. Die 300 Seiten lesen sich fast von selbst. Man kann mit den Angehörigen mitfühlen und nur erahnen, was sie durchmachen müssen. Zudem sind die Einzelfälle sehr facettenreich. Es geht von Mittäterschaft bis zur puren Unterdrückung. Man erfährt, was Frauen bereit sind aufzugeben, respektive bereit sind zu verdrängen, um eine Beziehung zu retten. Wie kaputt diese auch sein mag. Nur, um nicht allein zu sein. Für diejenigen, die sich für das Thema Serienmord interessieren, sind die Werke von Stephan Harbort eh Pflichtlektüren. Diese kann da nicht ausgeschlossen werden. „Ich liebte eine Bestie“ ist absolut authentisch, regt zum Nachdenken an und ist von der Bewertung her ganz oben anzusiedeln. Die Bestnote bleibt diesem Werk nur verwehrt, da Harborts „Ich musste sie kaputt machen“, wo es um den Serienmörder Joachim Kroll geht, noch schockierender, noch ergreifender war und viel mehr Gänsehautstimmung erzeugt hat. Ansonsten kann dem Autor in seinem Fachbereich niemand das Wasser reichen. Nicht im Ansatz.

Bewertung

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Spannung books_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern_leer.gifbooks_stern_leer.gifbooks_stern_leer.gif
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Das Haus am Elmpter Stadtrand

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Fakten

Autor

Holger Ucher

Verlag

Telescope

Erscheinungsdatum

November 2007

Seiten

104

Preis

7€

Das Haus am Elmpter Stadtrand

Story

Der semiprofessionelle Schriftsteller Volker Ullmann bezieht mit seiner Gattin Bettina ein neu gekauftes Haus. Es liegt im idyllischen Elmpt, einem Örtchen am Niederrhein, nahe der niederländischen Grenze. Bettina, die von ihrem Mann kurz Betty gerufen wird, hat bereits beim Einzug ein schlechtes Gefühl, da ihr das alte Gemäuer unheimlich vorkommt. Und Bettys Intuition soll sich auch nach kurzer Zeit bestätigen: Es passieren seltsame Dinge in ihrem neuen Heim.

Ein Freund von Volker verschwindet nach einem kleinen Saufgelage spurlos. Das geschieht allerdings noch ohne großes Aufsehen, da Volker vermutet, dass sein Freund im Suff die Flucht ergriffen hat. Doch als tagelang nichts von ihm zu hören ist, seine Frau sich große Sorgen macht und dann auch noch die Polizei vorbeikommt, ahnt der Hausmann das etwas schreckliches vorgeht. Als dann auch noch seiner verhassten Schwiegermutter der Leibhaftige begegnet, macht er sich auf, um genaueres über das Haus zu erfahren. Was er dann in alten Schriftstücken zu lesen bekommt, übertrifft seine schlimmsten Befürchtungen…

Kritik

Holger Ucher ist Schreiber dieses Buches und aufstrebender Nachwuchsautor. Mit dem Baujahr 1978 ist Ucher vielleicht einer der Hoffnungsträger im Horror-Genre, denn an einigen Stellen kann man den Vergleich zum Großmeister Stephen King lesen. Ob dieser Vergleich treffend oder doch eher utopisch ist, kann nach dem Kurzgenuss seines neusten Werkes „Das Haus am Elmpter Stadtrand“ nicht eindeutig beantwortet werden. Das 104 Seiten starke Buch entstammt der Jugend des gelernter Bankkaufmanns, der als Trainer für operative Systeme und Schriftsteller arbeitet. Bereits mit 16 Jahren hat Holger Ucher dieses Werk verfasst und nach dem Erfolg seines ersten Schriftstückes „Geschichten aus dem Leben“ überarbeitet und veröffentlicht. Wie gesagt ist eine Beurteilung zum Vergleich mit King nicht wirklich möglich, Fakt ist aber, dass man den Vergleicht nicht als maßlos übertrieben bezeichnen muss und das „Das Haus am Elmpter Stadtrand“ eine gruselige Geschichte ist, die Spannung garantiert und bestens unterhält.

Die Geschichte, die Ucher erzählt, spielt am Niederrhein, im direkten Grenzgebiet zu den Niederlanden. Dem in Nettetal (Nordrheinwestfalen) geborenen Autoren merkt man seinen Lokalpatriotismus an und wer von dort kommt, oder schon mal in der Gegend zu besuch war, wird die kleinen Ausflüge in das hiesige Kulturleben gerne lesen. Ob es um Spezialbier der Brauerei aus Issum, oder ein Einbeziehen des Pilgertortes Kevelaer ist, gelungen sind diese Details auf jeden Fall. Aber das ist natürlich nicht der Kernpunkt der Geschichte. Im Mittelpunkt steht dort ein junges Pärchen, dass quasi einen Neuanfang macht und in eine grausame Geschichte gezogen wird. Das Geschehen wird sehr spannend und detailgetreu beschrieben, sodass man kaum eine Chance hat, dass Buch beiseite zu legen.

Der Ablauf ist gradlinig und es gibt nur wenige Stellen, die etwas verwirren. Zwar sind hier und da auch Logiklücken vorhanden, über die kann man zu einen aber locker hinwegsehen und zum anderen werden sie mit etwas Mystik kaschiert. Protagonist Volker verhält sich an einigen Stellen schon arg merkwürdig, doch alles bleibt so glaubhaft, dass man sich in die Lage des Mannes reinversetzten kann.

Schön ist auch, dass man bis zu einem gewollten Zeitpunkt gegen Ende keinerlei Ahnung hat, wie die Geschichte wohl ausgehen mag. Somit bleibt die Spannung stets vorhanden und die Phantasie des Lesers stimuliert.

Was im Nachhinein vielleicht etwas störend ist, dass die Geschichte etwas zu abrupt zu ende geht. Da hätte man sicherlich noch etwas mehr Material herausholen und das Buch so füllen können. Denn die 104 Seiten, die mit recht großen Buchstaben bedruckt sind, gehen sehr schnell vorüber. Für den geübten Leser und Verschlinger von vielseitigen Büchern könnte die Geschichte daher etwas zu kurz geraten und dementsprechend preislich (7€) leicht überdimensioniert sein.

Wen das aber nicht stört und wer sich für kurze, knackige und spannende Horror-Geschichten begeistern kann, der sollte bei „Das Haus am Elmpter Stadtrand“ zuschlagen. Es ist zwar kein King, aber immerhin ein Ucher. Und wer weiß, ob der demnächst vielleicht ähnlich begehrt ist?

Bewertung

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Spannung books_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern_halb.gifbooks_stern_leer.gifbooks_stern_leer.gif
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Dracula – Die Wiederkehr

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Fakten

Autor

Dacre Stoker, Ian Holt

Fotoquelle

http

Verlag

Lyx

Erscheinungsdatum

09.2009

Seiten

600

Preis

ca.19,95€

Dracula - Die Wiederkehr

Story

25 Jahre sind vergangen seit Mina Harker Graf Dracula verfiel und dieser von ihrem Verlobten und seinen Freunden vermeintlich getötet wurde. Mina und Jonathan sind inzwischen verheiratet und haben einen Sohn namens Quincey, der jedoch von der Vergangenheit seiner Eltern nichts weiß. Mina und Jonathan hüten dieses Geheimnis strengstens, führen jedoch keine gute Ehe, da Jonathan Mina ihre Liaison mit Dracula nicht verzeihen kann. Quincey bekommt viel von den Problemen seiner Eltern mit und hat daher kein sehr gutes Verhältnis zu seinem Vater, der darauf besteht, dass Quincey ihm nacheifern soll um Recht zu studieren. Heimlich hat sich Quincey jedoch der Schauspielerei verschrieben. Sein großes Vorbild ist der bekannte Schauspieler Basarab.

Eines Tages fällt Quincey ein Buch namens „Dracula“ in die Hände und er erkennt darin die Geschichte seiner Eltern und somit beginnt er die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, plötzlich versteht er seinen Vater, doch zu einer Aussprache kommt es nicht mehr, da sein Vater brutal ermordet aufgefunden wird – gepfählt! Quincey beginnt damit Nachforschungen über Dracula anzustellen, denn immer mehr Menschen aus dem Umfeld seiner Mutter ermordet werden. Es scheint so als sei Jack the Ripper wieder auferstanden…25 Jahre sind diese furchtbaren Schlitzer-Morde inzwischen vergangen, niemals wurden sei aufgeklärt und auch eine mysteriöse Gräfin namens Báthory sorgt für Aufsehen in London…

Kritik

Seit „Twilight“ grassiert ein regelrechter Vampirhype wohin man auch sieht! Einerseits ja ganz schön, jedoch bekommt man derzeit leider auch Massen an unzumutbaren Filmen/Büchern dadurch regelrecht aufgedrängt, dass es jenseits von gut und böse ist! Von den ganzen neunmalklugen „Ich-habe-Twilight-gelesen-und-kenne-mich-somit-im-Vampirgenre-aus-Leuten“ ganz zu schweigen! Eines sogleich vorweg, ich habe auch diese Bücher gelesen und fand sie auf ihre Art auch sehr schön, jedoch gibt es sehr viel mehr Vampirliteratur als nur die Bücher von Stephanie Meyer! Eines der wichtigsten und bedeutendsten dieser Bücher dürfte unverkennbar Bram Stokers Dracula sein. Kaum verwunderlich also, dass auch vor einem solchen Klassiker der Horrorliteratur kein Halt gemacht wird und zufälligerweise gerade in diesen Zeiten eine Fortsetzung des einzigst wahren Dracula auf den Markt geworfen wird. Um dieser Fortsetzung nun noch mehr Nachdruck zu verleihen, wirbt sie mit dem Namen des Autors Dacre Stoker, der wie sollte es auch anders sein, ein Nachfahre des bekannten Bram Stoker ist.

Fortsetzungen sind ja gut und schön aber manchmal auch absolut überflüssig! Die Idee zu diesem Buch wurde wohl schnell gefunden, man nehme alles was einem gerade zum Thema Vampire und Horror im Kopf herumschwirrt und werfe es in einen Topf, dann ziehe man wahllos diese Ideen heraus und reihe sie wirr aneinander, egal wie verrückt die Ergebnisse auch erscheinen, es wird schon dem Sinne genügen damit ein Buch zu füllen. So zumindest der erste Eindruck nach dem Lesen des Buches. Dabei fängt das Buch anfangs noch relativ interessant an und setzt 25 Jahre nach Ende des ersten Buches an. Man erfährt einiges über das Leben der damals Überlebenden und was aus ihnen geworden ist, wie z.B. dem inzwischen alkoholabhängigen und untreuen Jonathan Harker, dem drogensüchtigen Dr. Seward oder der nicht alternden Mina Harker. Doch leider schon sehr bald, bahnt sich etwas an, wo man anfangs noch hofft, es würde nur eine Randgeschichte bleiben, denn Jack the Ripper hat nun mal nichts bei Dracula zu suchen!!! Dazu taucht auch noch eine gewisse Erzébeth Báthory, besser bekannt als die „Blutgräfin“ auf und bereits zu Beginn ahnt man wie alles laufen wird und wird auch nicht enttäuscht. Keine Überraschungen, außer vielleicht der letzte Satz des Buches, der dem ganzen schließlich noch die Krone aufsetzt.

Erschien noch im Ursprungswerk die Liebe von Mina und Jonathan als allüberdauernde Romanze, so ist ihre Ehe in der Fortsetzung zerrüttet, Jonathan trinkt und betrügt Mina, sogar mit deren Wissen. Sie dagegen spielt ihm das brave, leidende Hausmütterchen vor und sehnt sich heimlich nach ihrem „dunklen Prinzen“ Dracula zurück. Beide haben einen Sohn – Quincey, der seinem Vater so gar nicht ähnelt und der heimlich seine Liebe in der Schauspielerei sucht, anstatt auf väterlichem Geheiß Recht zu studieren. Einige Vorkommnisse von Band 1 werden nun aus anderer Sicht erläutert und erscheinen nun vollkommen anders. Besonders die Gestalt des Draculas scheint eine komplette Wende vollzogen zu haben. Um jedoch an Band 1 anzudocken, hat sich Dacre Stoker einer gelungenen List unterzogen, denn Band 1 erscheint sogar in dieser Geschichte, ebenso wie sein Vorfahre Bram Stoker, dem nun die Rolle eines Theaterchefs zu Teil wird und der verbittert versucht sein erfolgloses Buch „Dracula“ auf die Bühne zu bringen. Als Quincey an dieses Buch gelangt und er erst darin die wahre Geschichte seiner Eltern erfährt, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Für Dacre Stoker ist dies sein Romandebut, ich schätze dass er auch nur seinen Namen für das Buch hergegeben hat. Co-Autor ist der Drehbuchautor Ian Holts, der wohl den größten Teil der Arbeit auf sich nahm. Das Buch liest sich weitestgehend auch sehr filmlastig, daher meine Vermutung Holts habe den Hauptpart übernommen. Den Figuren fehlt es jedenfalls an Tiefgang, man baut zu niemandem eine enge Bindung auf und vieles geschieht einfach viel zu schnell. Dacre Stoker versucht mit seiner Fortsetzung an den Erfolg seines Verwandten anzuknüpfen, vor allem auch nicht ganz eigennützig, da Bram Stoker zu seinen Lebzeiten der Erfolg des Buches verwehr blieb und auch seine Familie sich stetig mit Rechtsverletzungen und Tantiemen herumärgern musste.

Spannung existiert nicht wirklich, hin und wieder wird recht bildgewandt von den brutalen Morden der Báthory berichtet, doch das war es dann auch schon. Die dramaturgische Gestalt des Draculas und der fesselnde Schreibstil Bram Stokers fehlen gänzlich!

FAZIT: Leute, die Bram Stokers Dracula liebten, sollten einen großen Bogen um diesen Band machen!!! Irgendwie scheinen sich immer mehr Leute Vampire als die Guten, glitzernden Wesen vorzustellen und der Ursprung des Bösen bleibt dabei auf der Strecke…sehr schade! Da bleibe ich doch dann lieber bei den Vampirbüchlein von Markus Heitz!

Bewertung

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