Doberkiller

Informationen

OT:To Kill A Clown

ca.80 Minuten

USA 1971

Regie

  • George Bloomfield
Darsteller

  • Alan Alda
  • Blythe Danner
  • Heath Lamberts
  • Eric Clavering
  • u.a.

Doberkiller

Story

Das Hippie-Künstler-Pärchen Timothy und Lili Frischer macht zur Entspannung Urlaub auf einer einsamen Insel. Besitzer und einziger Bewohner der Insel ist Evelyn (sic!) Ritchie mit seinen beiden Lieblingen, zwei monströsen Dobermännern, die ihm aufs Wort gehorchen. Zwar hat Ritchie als Vietnamveteran im Krieg die Funktionsfähigkeit seiner Beine verloren, nicht jedoch seine militaristisch-disziplinierte Einstellung zum Leben. Mit eher verachtungsvollen Blicken beobachtet er die Neuankömmlinge mit ihrer eher unkonventionellen lockeren Art, insbesondere Timothy, der stets versucht, den Clown zu spielen.

Bei einem gemeinsamen Abendessen, kommen die beiden so unterschiedlichen Männer auf das Thema Selbsterfahrung und Disziplin zu sprechen. Ritchie schlägt Timothy ein Spiel vor: Kriegsgefangenenlager, mit Timothy als Häftling und Ritchie als kommandierenden Aufseher. Timothy willigt amüsiert ein. Am nächsten Tag steht Ritchie pünktlich mit seinen Dobermännern vor Timothy’s Haus. Das Spiel hat begonnen. Doch für Ritchie ist es mehr als ein Spiel, er meint es todernst…

Kritik

DOBERKILLER? Klare Sache: Muss sich wohl um einen lupenreinen Tierhorrorfilm mit amoklaufenden Dobermännern handeln… Dem ist aber nicht so!! Die Dobermänner in diesem Film spielen bei genauerer Betrachtung eine eher untergeordnete Rolle, mehr als Waffe oder Mittel zum Zweck eingesetzt. DOBERKILLER ist nämlich in erster Linie ein subtiles Psychodrama um Hass, Sadismus und Menschenverachtung, kurzum genau das, was man einen Terror-Film nennen kann. Der Originaltitel „TO KILL A CLOWN“ bringt es daher eigentlich eher auf den Punkt, als der offensichtlich mal wieder aus kommerziellen Gründen gewählte deutsche Titel. Einen Clown zu töten, genau das ist es nämlich, was der Vietnam-Veteran Ritchie versucht. Und die Zerstörung des Clowns, nämlich Timothys, des heiteren unbeschwerten Zeitgenossen, der stets den Clown spielt, geschieht hier in zweierlei Hinsicht: physisch und psychisch. Trotz seiner eigenen körperlichen Einschränkung sieht sich Ritchie ständig in der Situation, dem hippiemäßigen Timothy (der in der Tat ein wenig aussieht wie ein etwas aufgequollener John Lennon…) in allen Belangen überlegen zu sein, sei es in moralischer Sicht oder Lebenserfahrung. Aus den anfänglichen sarkastischen Untertönen, den höhnischen Provokationen gegenüber Timothy wird letztendlich purer Terror, den Ritchie jedoch in erster Linie von seinen Hunden ausführen lässt Die Verachtung Richties resultiert dabei sicher weniger aus dem blanken Hass gegenüber „moralische Unsitten“, wie z.B. Undiszipliniertheit, sondern wohl eher aus Frustration und Neid. Neid darauf, aufgrund seiner im Krieg erlittenen Verletzung eben nicht die Möglichkeit zu haben, diese Art von Leben führen zu können, wie Timothy und Lili sie ihm gerade präsentieren. Zu Beginn des Films verteilen sich die Sympathien des Zuschauer mitunter noch auf die verschiedenen Parteien. Ritchie offenbart schließlich nicht direkt von Anfang an seinen fiesen psychopathischen Charakter, zudem kann man Timothy als „Witzeclown“ mit seinen plumpen Versuchen, komisch zu sein einen gewissen Nervfaktor nicht absprechen. Nach und nach entpuppt sich Ritchie jedoch als absolut boshafter, verbitterter Sadist dieses wird nicht nur durch die zunehmende Terrorisierung des Pärchens deutlich, sondern insbesondere auch in einem Dialog mit einem seiner Kriegskameraden, wo er in schallendes Gelächter über eine sadistische Anekdote ihrer gemeinsamen Militärzeit ausbricht…. Und gerade auch diese Zeichnung des Unmenschen (sehr überzeugend dargestellt von Alan Alda), der mit seinen militärisch gedrillten Hunden seine „Gäste“ fast schon generalstabsmäßig in Schach zu halten weiß, ist eine der großen Stärken des Films. Auch die anderen Schauspieler spielen ihren Part souverän. Dabei wird insbesondere auch die Naivität des Hippie-Pärchens gegenüber der knallharten Rationalität von Ritchie sehr gut deutlich. Erschreckend und amüsant zugleich, wie Timothy und Lili das Spiel von Ritchie zunächst nicht durchschauen und alles für einen Spaß halten. Lili beteiligt sich sogar noch hilfreich dabei, indem sie Ritchie bereitwillig diverse Utensilien für das „Spiel“ überlässt… Der Film gleicht mit seiner klaustrophobischen Art und der stark begrenzten Zahl der Charaktere einer Art Kammerspiel. Verstärkt wird dieser Anschein durch die Wahl einer Insel als Schauplatz des Films. Untermalt wird das Ganze durch wunderschöne typische 70er Jahre Musik, wie man sie aus zahlreichen Krimiserien oder Filmen dieser Art kennt.Auch stilistisch wartet der Film mit ein paar sehr schönen Elementen auf. Sehr gelungen: das „Einfrieren“ der Bilder am Ende einzelner Szenen. Diese verdeutlichen nicht nur den Beginn eines neuen Erzählabschnitts, sondern wirken im Nachhinein in ihrer Gesamtheit fast wie eine Art Fotoalbum über Timothy, den tragischen Clown. Doberkiller ist ein kleines 70er-Jahre Terrorfilmchen der etwas anderen Art. Hier regiert nicht offensive Aggression oder physische Folter seitens des Bösewichts. Der Schrecken nimmt eher dezent seinen Lauf, dafür aber umso eindringlicher. Sehr düster letztendlich auch das Ende!!!

Bewertung

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Atmosphäre 4_5.gif
Gesamt 4.gif

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