H6 – Tagebuch eines Serienkillers

Informationen

og_title OT: H6 – Diario de un asesino
origin_date
  • Spanien
  • 2005
duration ca. 82 Minuten
Regie Martín Garrido Barón
Darsteller Fernando Acaso María José Bausá Xénia Reguant
Bildformat
  • 1:1
  • 78 (16:9 anamorph)
Tonformat Deutsch Dolby Digital 5.1; DTS Spanisch Dolby Digital 5.1
Sprachen
  • Deutsch
  • Spanisch
Untertitel
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Freigabe fsk_kj.gif
H6 - Tagebuch eines Serienkillers

Story

Antonio Frau wandert, nach der Ermordung seiner Freundin, für lange Zeit ins Gefängnis. Nach 25 Jahren kommt er wieder frei und will sein Leben neu aufbauen. Er erbt eine leerstehende Pension, sucht sich eine neue Frau und will die Welt vom denen befreien, die schlecht für die Gesellschaft sind. Vorzüglich Frauen. Da seine neue Ehefrau nachts arbeitet, hat Frau viel Zeit, sich tagsüber mit seinen Opfern zu beschäftigen. Damit niemand etwas davon erfährt, hat er den Raum 6 hergerichtet. Hier werden die Opfer gequält, vergewaltigt, getötet und mit der Kettensäge zerstückelt. Damit seine Taten nicht umsonst sind, führt er ein illustriertes Tagebuch, um der Welt später damit zu helfen. Doch sein Treiben ist nicht frei von Fehlern und da er bereits wegen Mordes verurteilt wurde, kommt die Polizei, bei der Suche nach den vermissten Opfern, schnell auf seinen Namen. Eine Verhaftung scheint nicht abwendbar und so fasst er den Entschluss, durch sein Tagebuch reich und berühmt zu werden.

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Kritik

Als besonders hart und schonungslos wird das Serienmord-Drama "H6 – Tagebuch eines Serienkillers" angepriesen, doch diese plakativen Ansprüche können bei weitem nicht eingehalten werden. Das heißt nicht, dass der Film etwas für den lustigen Familiennachmittag ist, doch die Vorstellungen, die einem bei Betrachtung des DVD-Covers in den Sinn kommen, werden nicht auf die Matschscheibe transportiert. In Sachen Härte kann er nicht mit vielen modernen Filmen mithalten, die noch mit einem FSK 16 davongekommen sind ("Final Destination 2", "Wrong Turn" usw.). Die physische Härte spielt sich im Off ab und selbst in Sachen Vorstellung gibt es viele andere Beispiele, die das Gehirn des Betrachters mehr belasten. Auch die Schonungslosigkeit hält sich in bescheidenen Grenzen. Filme wie "Henry – Portrait Of A Serial Killer" oder "TCM" sind bei weitem schonungsloser. Was Regiedebütant Martin Garrido Baron, ein zum Zeitpunkt des Drehs gerade einmal 21 jähriger Künstler, abliefert, kann sich aber trotzdem sehen lassen. Man darf halt nur nicht mit der Erwartungshaltung an den Film gehen, dass dort mit der Kettensäge zerstückelt wird oder der Film so verstörend ist, wie es einige Filme über reale Serienmörder sind. Martin Garrido Baron erzählt nüchtern und ohne Wertung die Geschichte eines schwer gestörten Geistes, der völlig emotionslos Mordet. Dies ist natürlich keine alltägliche Geschichte, kommt aber in vielen Szenen alltäglich, ja manchmal sogar etwas langweilig, rüber. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Martin Garrido Baron viele Male sehr lange mit der Kamera starr auf dem Szenario bleibt, auch wenn es nicht gerade spannend ist. Detailverliebtheit ist ja normalerweise kein schlechtes Stilmittel, hier in einigen Szenen aber fehl am Platz. Dann, nachdem das Tempo rausgenommen wird, gibt es immer mal wieder schön eingefangene Bilder des malenden Regisseurs. Positiv zu erwähnen sind auch die aus dem Off gesprochenen Kommentare des Protagonisten. Sie sind oft sehr zynisch und spiegeln den Gesamteindruck des Films gut wider. Das Springen des Antonio Frau zwischen dem "normalen" Leben mit seiner Frau und dem "unnormalen" mit seinen Opfern, wird glaubhaft in den Kasten gebracht, was einige weibliche Darsteller als Opfer nicht gerade behaupten können. Hier klafft die Schere zwischen Können und Nichtkönnen schon kräftig. Freunde des Spezialeffekts kommen trotz der Ankündigung auf dem DVD-Cover nicht auf ihrer Kosten. Es wird nichts gezeigt, was sonderlich blutig ist und eine Freigabe ab über 16 rechtfertigt. Anders sieht dass mit der nicht blutigen Gewalt aus, die überdurchschnittlich ausgekostet wird. Gerade die Vergewaltigungs-Szenen, die doch sehr übertrieben lange dargestellt werden. Optisch und akustisch weiß "H6 – Tagebuch eines Serienkillers" aufgrund der Bilder, der klassischen Musik und der Stimme aus dem Off zwar zu gefallen, filmisch bleibt aber einiges im Argen. Der Film ist etwas zu kühl, von den Opfern sowie dem Täter erfährt man so gut wie gar nichts und Regiedebütant Martin Garrido Baron hat zu wenig temporeiche Szenen eingebaut, die einem die langwierigen Passagen hätte vergessen machen können. Gerade die Sache, dass sich nicht mit der Psyche des Serientäters beschäftig wird, lässt einen bitteren Nachgeschmack zurück, da der Titel doch deutlich mehr erhoffen lässt. Somit bleibt "H6 – Tagebuch eines Serienkillers" ein Film, der sich nur für Viel- respektive Allesgucker lohnt, oder halt für Leute, die mehr Wert auf Optik/Akustik anstatt des Inhalts legen.

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DVD

Trailer, Interviews, Behind The Scenes

Im sehr schlicht animierten DVD-Menü gibt es folgendes bei Extras zu sehen. Den Originaltrailer, den Trailer, eine Trailer-Show, ausführliche Interviews mit dem Beteiligen und ein Behind The Scenes von knapp über 20 Minuten, dass äußerst interessant ist.Bild und Ton sind technisch sehr gut gelungen. Das Bild hat eine sehr hohe Auflösung und bleibt glücklicherweise von störenden Einflüssen verschont. Akustisch gibt es auch nichts zu bemängeln, nur vielleicht, dass der Sound im Film nicht richtig zur Geltung kommt.

Bewertung

Splatter 2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Story 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Spannung 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_halb.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Ekelfaktor 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Atmosphäre 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Ton 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif
Bild 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif
Extras 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_halb.gif2007_stern_schwarz.gif
Gesamt 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_halb.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif

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