Fans des Horrorgenre können endlich wieder aufatmen! Es kommt mal wieder ein Film in die Kinos, der nicht der 12.000 Abklatsch von „Scream“ ist, sondern in einem Genre wütet, dass über längere Zeit vernachlässigt wurde. Die Tage von Filmen wie „Kettensägenmassaker“ oder „Hügel der blutigen Augen“ schienen gezählt zu sein, doch jetzt kommt ein Horrorkracher, der sich auf die guten, alten Werte besinnt. Das solche Filme sicherlich nicht bei allen Kinobesuchern Anklang finden, besonders nicht beim popcornessenden, ist logisch, denn hier hat man es natürlich nicht mit einer Produktion zu tun, die auf ein solches Budget zurückgreifen kann, wie es die vielbesuchten Mainstreamfilme können. Dafür bekommt man bei „Wrong Turn“ aber etwas geboten, dass kaum ein anderer Film aufweisen kann und das ist Spannung und Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Minute.

Der Film fängt gleich knallhart an, als das Schicksal zweier Freeclimber gezeigt wird, die in dem Gebiet der drei Inzestbrüder eine Felswand besteigen wollen, was natürlich äusserst schmerzhaft und schlussendlich tödlich endet. Neben der Spannung, dem Blut und dem mysteriösen Andeutungen bekommt man, sozusagen als Sahnehäuptchen, noch die wunderbare Landschaft des amerikanischen Bundesstaats West Virginia geboten, was im Verlauf natürlich auch noch der Fall ist. Dann sieht man die Geschichte von Chris, bis er auf seine fünf Leidensgenossen trifft. Von nun an kommt „Wrong Turn“ nicht mehr zur Ruhe! Es gibt kaum störende Dialoge (kaum, weil einige ja nun mal bei solchen Filmen dazugehören), keine Szene, in der die jungen Leute mal Zeit zur Entspannung haben und glücklicherweise gibt es auch kein Irreführungen in der Story, die sich, wie es sich fürs Genre gehört, schlicht durch den Streifen schlängelt.

Neben den guten Masken der drei Kannibalen, fallen einem besonders die Splatter- und Goreszenen auf, die komischerweise in Deutschland nicht entfernt wurden und sogar nur mit einem „ab 16“ von der FSK eingestuft wurden. Dies ist doch recht merkwürdig, weil es in dem Streifen wirklich hart zur Sache geht und er jegliche Art von Ironie vermissen lässt. Aber anscheinend geht der Trend wieder in die Richtung von gezeigter Härte, was zum einen natürlich positiv ist, zum anderen das System aber noch lächerlicher macht als es ohnehin schon ist! Filme die vor 20 Jahren beschlagnahmt wurden kommen bei der FX mit Filmen wie diesem oder „Final Destination 2“ nicht mit, dass ist aber ein anderes Thema. Es ist für Freunde des Splatters auf jeden Fall schön anzusehen wie Leichen zerteilt werden, Pfeile in Augen fliegen und Köpfe mit Äxten halbiert werden! Was neben den guten Spezialeffekten noch zum guten gelingen des Films beigetragen hat, ist sicherlich die dichte Atmosphäre, welche die ganze Spielzeit hindurch auf den Betrachter einwirkt. Der dichte Wald, dass Horrorhaus und die grausamen Gestallten passen einfach wie „Arsch auf Eimer“

Allerdings gibt es auch das ein oder andere zu vermelden, dass nicht unbedingt zu den positiven Aspekten zu zählen ist, im Betracht auf den Gesamteindruck sind diese Sachen aber verschwindend gering. Zu einen wäre da einige kleine schauspielerischen Einlagen von Eliza Dushku (Jay & Silent Bob schlagen zurück, Girls United) die sich sonst aber recht gut hält, was auch für die anderen Beteiligten gilt. Sicherlich wurde hier auch nicht besonders viel von den Schauspielern abverlangt, es ist in der Vergangenheit aber nicht selten vorgekommen, dass Laien einen Film ungeniessbar gemacht haben. Die Synchronstimme von Eliza ist ebenfalls nicht sonderlich gelungen und am Anfang gab es einige Tonprobleme, in denen sich alles etwas unecht anhörte, im Verlauf des Films tauchen diese Probleme dann aber nicht mehr auf. Auch einige Einlagen im Film, wie zum Beispiel der Sprung vom Turm in die Baumwipfel und der anschliessende Kampf im Geäst sind etwas an den Haaren herbeigezogen, aber man darf ja auch nicht vergessen, dass es sich hierbei um einen Horror- und keinen Heimatfilm handelt...

Auch wenn „Wrong Turn“ das Genre sicherlich nicht neu erfunden hat, ist es einer der herausragenden Filme der letzten Jahre, denn es gibt eine gelungene Atmosphäre, viel Spannung und Splatter, wie man ihn nicht erwarten konnte. Horrorherz – Was willst du mehr?