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Spanien ist in
filmischer Hinsicht schon seit längerem kein Synonym mehr für Jess
Franco Filme, sondern hat sich in den letzten Jahren zu einem echten
Horrorfilmexportschlager entwickelt. Einen grossen Anteil besitzt daran
der Regisseur Jaume Balagueró, der mit dem Ausnahmefilm „The Nameless“,
welcher 1999 abgedreht wurde, eine neue Art des Horrors schuf, die nicht
nur grossen Anklang fand sondern Jaume offensichtlich auch in seinem
weiteren Machen bestärkt hat. Denn „Darkness“ ist ebenfalls ein
Horrorfilm, der so noch nicht gesehen wurde und das ist in diesem Subgenre
sicherlich nichts alltägliches.
Man könnte zwar die ein oder andere Parallele zu anderen Filmen wie zum
Beispiel „Shining“ ziehen, doch in seiner Gesamtheit ist „Darkness“
eine neue Idee, die ebenso tiefgründig wie mitreissend ist. Zu bemängeln
ist allerdings, dass sich der Mittelteil etwas zieht. Man bekommt zwar
erst einen netten Eindruck über den Umzug der Familie und ihr Einleben in
der fremden Welt mit und auch die Charaktere werden interessant
durchleuchtet, dann gibt es allerdings einige Minuten lang nicht
sonderlich viele Neuigkeiten, die dem Betrachter aus seinen Stiefeln,
respektive Hausschuhen, hauen. Jaume Balagueró war zwar offensichtlich
bemüht den Zuschauer bei der Stange zu halten, da er viel mit Farben
arbeitet, einige sehr schnell Schnitte zur Spannungsverstärkung einfügt
und auch mit einigen Effekten arbeitet, es fehlt aber irgendetwas...
Das Fehlende wird dann aber glücklicherweise nachgereicht, als die
Tochter der Familie sich auf die Suche nach der Wahrheit macht, die den
Betrachter nicht nur ein wenig verstört, sondern ihm sogar einen knapp
30minütigen Trip ins Ungewisse bietet, der spannungsgeladener kaum sein könnte.
Hier werden die grundlegenden Elemente des Horrors voll ausgeschöpft, was
die vorangegangene Zeit schnell vergessen lässt. Die mystischen Szenen
wurden wirklich perfekt in Szene gesetzt und man denkt nicht mal im Traum
daran, die Pause-Taste des DVD-Players zu drücken, um sich anderweitig zu
unterhalten.
Spannung und Atmosphäre stehen hier also klar im Vordergrund und es ist
schon erstaunlich, dass dies mit einem 12 Millionen Dollar Budget
bewerkstelligt wurde. Die Kulissen, in deren Vordergrund natürlich das
alte Landhaus steht, sind eine perfekte Auswahl zur Erzeugung einer
gruseligen Horroratmosphäre. Auch die Darsteller tragen zum guten
Gelingen des Streifens bei, da sie ihre Rollen glaubhaft auf den
Bildschirm bringen. Iain Glen, der aus „Tomb Raider“ bekannt sein dürfte,
spielt die Rolle des durchdrehenden Vaters natürlich nicht so gut, wie
Jack Nicholson in „Shining“ er steht aber für den Gesamteindruck den
die Protagonisten hinterlassen und der ist durch und durch solide.
„Darkness“ ist also ein bemerkenswerter Horrorfilmbeitrag, der zwar so
gut wie keine Gewalt auf die Matschscheibe bringt, sich aber als
Gruselfilm mit Terroreinlagen einen Namen machen wird. Es gibt lediglich
kleine Abstriche aufgrund des sich etwas ziehenden Mittelteils, der Rest
überzeugt aber durch ein Hochmass an Spannung, Atmosphäre und
Schockszenen, die von schnellen Schnitten und einer erstklassigen Akustik
unterstrichen werden. Wenn Jaume Balagueró seiner Art treu bleibt, muss
Hollywood sich was einfallen lassen, damit ihnen die europäischen
Filmemacher nicht davonlaufen... |