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„Undead“ war
bereits auf dem 17. Fantasy Filmfest von den Besuchern in den höchsten Tönen
gelobt worden und nicht wenige Betrachter sprachen von einem zweiten
„Braindead“. Nach der Ausstrahlung auf dem Filmfest, wo man ihn nur in
Originalsprache bewundern durfte, hat es leider etwas länger gedauert bis
„Undead“ auf DVD aufgelegt wurde, doch jeder, der diese Scheibe in der
Hand hält, wird mit Sicherheit feststellen das diese Parallelen nicht nur
aufgrund des benachbarten Drehortes an Peter Jacksons Splatterfestival
zustande gekommen sind. Der Blutrausch ist zwar nicht so intensiv, der
Film ist aber dennoch extrem blutig und versucht die Splattergemeinde mit
zahlreichen Spezialeffekten bei Laune zu halten, was ohne Frage auch
gelingt.
Die Handlung ist dagegen eher im B-Movie Bereich anzusiedeln, da über
weite Strecken nicht wirklich viel passiert. Zu Begin sieht man, wie das
ruhige Kleinstädtchen durch die himmlische Katastrophe aus ihrem Schlaf
geweckt wird und wenige Minuten später befindet man sich bereits am
ersten Hauptschauplatz, der Hütte des Waffennarren. Allerdings kommt
nicht ein Hauch von Langeweile auf, da es Splattertechnisch ziemlich zur
Sache geht und es auch spannungsgeladene Kämpfe zwischen den Toten und
den Untoten gibt. In der Zwischenzeit wird noch versucht, die
verschiedenen Charaktere etwas zu durchleuchten, doch allzu viel gibt es
da nicht. Es sind eigentlich typische Rollen, die aber so ausgewählt
wurden, dass es einfach zwischen ihnen krachen muss. Die sechs
Schauspieler, die versuchen das blutlose Geschehen etwas schmackhaft zu
machen, können nicht wirklich überzeugen, passen aber irgendwie sehr gut
in den Streifen, da absolut nichts ernstgenommen wird und vieles an eine
Low-Budget Produktion erinnert. Für die meisten der Akteure war es im übrigen
der erste professionelle Auftritt vor einer Kamera, lediglich Felicity
Mason hat schon Erfahrungen im Filmgeschäft gesammelt. Allerdings war das
in dem 1969 gedrehten „She and he“, der völlig unbekannt blieb und
die schauspielerischen Qualitäten nicht unbedingt förderte.
Aber auf die Schauspieler kommt es in „Undead“ auch nicht an, viel
wichtiger sind die optischen Eindrücke und die Tatsache, dass es so gut
wie gar nicht langweilig wird. Dies liegt sicherlich auch daran, dass sich
die Brüder Peter und Michael Spierig bei ihrem Regiedebüt richtig in ihr
Projekt reingekniet haben und viel Arbeit sowie Liebe investiert haben.
Die Spezialeffekte haben sie sogar an ihrem Home-PC erstellt, was man zwar
in einigen Szenen deutlich sieht, dass aber in keiner Weise störend ist.
Erstaunlicherweise wurde die DVD mit einem FSK 16 versehen und ist wohl
uncut. Es gibt zwar einige Szenen, die ausgeblendet werden, wenn man aber
bedenkt was man zu sehen bekommt, wird es wohl offensichtlich, dass die
eventuell fehlenden Szenen wohl wegen Geldknappheit nicht in den Kasten
gebracht wurden. Die Einstufung ist aber auf jeden Fall ein Witz, da es
richtig heftig zur Sache geht. Platzende Köpfe, abgetrennte Gliedmassen
und zahlreiche Verstümmelungen kommen alle paar Minuten vor und es gibt
nicht wenige Filme, die weniger zeigen und trotzdem geschnitten, ab 18
freigegeben wurden oder dem §131 StGB zum Opfer gefallen sind. Trotz das
diese Entscheidung nicht nachzuvollziehen ist, freut es natürlich die
Splattergemeinde, dass mal wieder ein schöner Streifen zum Aushängeschild
des Splattergenre werden könnte.
Die Regie-Brüder haben vielleicht bei einigen Spezialeffekten Geld
gespart, allerdings haben sie nicht dabei gespart, sich von anderen Filmen
inspirieren zu lassen. Diese Inspirationen haben sie dann auch in ihrem
Skript übernommen, wie unweigerlich zu erkennen ist. Die Idee für die
Splattereffekte stammen wohl daher das sie „Braindead“ gesehen haben,
„Night of the Living Dead“ ist in der Hausszenen wiederzuerkennen und
ganz weit weg von „Bad Taste“ ist „Undead“ auch nicht wirklich.
Zudem gibt es noch andere Inspirationen, die nicht aus ihrer Feder
stammten, aber erfolgreich kombiniert wurden.
Was es an „Undead“ zu kritisieren gäbe ist die Tatsache, dass der
Film das hohe Anfangstempo nicht halten kann und zusehends abflacht.
Allerdings wird er nie schlecht oder langweilig, selbst nicht als es gegen
Ende zu einer „Begegnung mit der splatterigen Art“ kommt, die den
unterschwelligen Witz des Films widerspiegelt...
„Undead“ ist ein MUSS für Splatterfreaks!!! |