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When there's no more room in hell, the dead will VOTE on Earth... Tote Soldaten, die zum Leben erwachen, um sich für ihren unnötigen Tod zu rächen. Zombies, die aus ihren Gräbern steigen und durch die Straßen wandeln. Ein klarer Fall für die Splatter-Fraktion in der Horror-Gemeinde. Oder etwa doch nicht? Cover und
Story der 6. Episode der erfolgreichen TV-Serie "Masters of
Horror" lassen einen weiteren x-beliebigen Beitrag zum Thema
08/15-Zombie-Splatter erwarten, bei dem das Hirn eher verspritzt oder
gegessen wird, statt zum Denken benutzt zu werden. Dass dies jedoch nicht
der Fall ist, ist dem Regisseur Joe Dante zu verdanken. Der Mann mit dem
Hang zu komödiantischem und klassischem Horror liefert mit "Homecoming"
eine brillante schwarze Komödie ab. Basierend auf der preisgekrönten
Kurzgeschichte "Death and Suffrage" von Dale Bailey, nutzt Joe
Dante die Gunst der Stunde, um seinen persönlichen Beitrag zur Abrechnung
mit der kolonialherrschaftlichen Politik von George Bush und dem Irakkrieg
zu leisten. "Homecoming" ist somit kein reiner Horrorfilm. Eher eine Polit-Satire mit Horrorelementen. Die Handlung kreist im wesentlichen um eine handvoll Personen, Berater des amerikanischen Präsidenten. Medienexperten, die den Bürgern jede noch so schlechte Story als Erfolgsmeldung präsentieren, um ein Ziel zu erreichen: Die Wiederwahl des Präsidenten zu sichern. Diese ist in akuter Gefahr, denn die plötzlich auftauchenden Zombie-Soldaten passen irgendwie nicht so ganz zum "American Way of Life". Die Bevölkerung ist besorgt, verunsichert. Dabei tun die Zombies eigentlich gar nichts. Sie sind lediglich präsent, und: Sie wollen wählen! Eine andere Regierung, die den Krieg beendet. Eine Katastrophe für die PR-Berater. Doch die Damen und Herren im Weißen Haus verstehen es, auch mit noch so schlimmen Krisen umzugehen. Das weiß der Zuschauer spätestens seitdem Robert de Niro und Dustin Hoffman 1993 in "Wag the Dog" mit einem inszenierten Krieg von den sexuellen Eskapaden des Präsidenten ablenken konnten. In diesem Fall ist nicht die drohende Wahlschlappe das Problem. Da wird die Wahl eben manipuliert, wäre ja nicht das erste Mal. Problematischer für sie: Wie sollen sie mit den Zombies umgehen? Wenn sie doch wenigstens die Bürger fressen würden, dann hätte man wenigstens eine Rechtfertigung, sie zu beseitigen. Andererseits sind sie ja im gewissen Sinne Veteranen. Warum sie also nicht wie Veteranen behandeln, sprich: einfach ignorieren? Es sind diese Gedankengänge und Diskussionen innerhalb des Krisenteams, die den Film so unterhaltsam machen. Das Team könnte passender nicht zusammengesetzt sein: Eine hysterische Karrierefrau mit Sado-Maso-Tick, ein erfolgreicher Präsidenten-Ghostwriter, dessen Kindheitstrauma das ganze Schlamassel überhaupt erst auslöst, ein Chef, der im Labor gerne Zombies quält und anschließend Raumerfrischer versprüht. Zynismus und schwarzer Humor sind bei den Wahlkampfhelfern ebenfalls an der Tagesordnung und sorgen für manches Schmunzeln zwischendurch...
Joe Dante wäre nicht Joe Dante, wenn er für die Horror-Fans nicht wieder ein paar nette Details eingebaut hätte, die es am Rande zu entdecken gibt: So erinnert eine Szene auf dem Friedhof sehr stark an den Klassiker "Night of the Living Dead" (1968). Dessen Regisseur George A. Romero findet sich dann passender Weise auch auf einem Grabstein verewigt, neben weiteren illustren Größen des Horror- Films, wie John Gilling ("Nächte des Grauens", 1966) oder Jacques Tourneur ("Ich folgte einem Zombie", 1943). Bestimmt finden sich bei mehrmaligem Anschauen noch einige mehr... Mit "Homecoming" hat Joe Dante der "Masters of Horror" - Serie ein weiteres Highlight hinzugefügt. Fazit: Joe Dante's Abrechnung mit George Bush: Schwungvolle Horror-Polit-Satire |