„Lovesick“ ist der zweite Liebe, Sex und Abhängigkeit-Streich, des ehemaligen Punk-Doku und Pop-Filmers Wolfgang Büld, der sich mit der Industrie angelegt hatte und daraufhin keine Lust mehr auf „normales“ Kino hatte. Nach seinem „Debüt“ 2003, mit dem Film Penetration Angst“ bleibt er seiner neuen Masche treu, scheint sich aber den Frust von der Seele gedreht zu haben. War „Penetration Angst“ noch ein wilder Genre-Mix, der überall anecken wollte, ist „Lovesick“ da eher zu einem trivialen Thriller geworden. Aber nur eher. Denn die, die mit seinem Vorgängerfilm schon etwas anfangen konnten, werden sicherlich auch mit entsprechender Begeisterung „Lovesick“ verfolgen. 

Dieser Streifen ist zwar klar gradliniger, bringt aber auch den Nachteil mit sich, dass die Abwechslung fehlt. Die Story ist zwar ausgewogen und gut erzählt, trotzdem kommt es aber zu einigen Längen. Ob Büld die Ideen ausgegangen sind ist schwer zu sagen, einige Szenen lassen aber darauf hinweisen, da sie doch recht langwierig sind. Der Trash-Faktor ist ebenfalls etwas zurückgegangen und witzige Szenen gibt es eigentlich gar nicht. Die Atmosphäre ist gut gelungen und wird von einem passablen Soundtrack untermalt. Szenen zum Wohlfühlen gibt es nicht. 

Die Rachestory dreht sich in der Hauptsache um die attraktive Protagonistin und deren Chef.
Diese versuchen sich gegenseitig, so gut es geht, zu verarschen, was ihnen immer wieder aufs Neue gelingt und für Kehrtwendungen im Handlungsverlauf sorgt. Das Mittel hierzu lautet natürlich Sex. Hauptdarstellerin Fiona Horsey zeigt mal wieder in hoher Konzentration, was die Natur ihr geschenkt hat. Darstellerisch bewegt sie sich auf dem bekannt mittelprächtigen Niveau. Paul Conway ist auch wieder, wie schon im „Vorgängerfilm“ mit von der Partie. Seine Leistung ist allerdings nicht berauschend. Ihm kommt aber zu gute, dass seine filmische Mutter, ein Hoteldrachen, so schlecht spielt, dass es fast schon witzig anzusehen ist. Sie bekleidet aber glücklicherweise eine eher kleine Rolle. 

Gewaltszenen gibt es eigentlich keine wirklich brutalen, was die Freigabe etwas in Frage stellt. Ein FSK 16 hätte hier allemal gereicht. Büld hat also auch in dieser Hinsicht einen Gang zurückgeschaltet, was nicht unbedingt nachvollziehbar ist.  

Alles in allem bleibt „Lovesick“ aber ein eher ungewöhnlicher Streifen, für Freunde des unabhängigen Film. Nicht so gut wie Bülds Werk auf dem Jahre 2003, aber immer noch sehenswert.