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Kritik
"Frage
nicht, was Dein Seniorenheim für Dich tun kann, sondern was Du für
Dein Seniorenheim tun kannst."
Elvis
Presley vegetiert unerkannt in einem Altenheim vor sich hin, als plötzlich
eine ägyptische Mumie auftaucht und sich über die übrigen
Heimbewohner hermacht. Gemeinsam mit dem schwarzen (!) John F.
Kennedy übt Elvis den "Aufstand alter Männer" gegen das
Böse.
Hier ist
sie also: Die wohl schrägste Horror-Komödie der letzten Jahre!
"It's
now or never" dachte sich sich wohl Don Coscarelli, der Schöpfer
der "Phantasm"- Reihe, als ihm seinerzeit die
Kurzgeschichte "Bubba Ho-Tep" des texanischen
Schriftstellers Joe R. Landsdale in die Hände fiel. Fasziniert
machte er sich mit einem geringen Budget innerhalb kürzester Zeit
an dessen Verfilmung und schaffte so nach zuletzt doch eher
durchwachsenen Projekten endlich wieder einen ganz großen Wurf.
Sein "Bubba Ho-Tep", die Komödie um Elvis Presley,
Senioren, untote Mumien und Geschlechtskrankheiten kann schon jetzt
als Kultfilm angesehen werden.
Die schräge
Story an sich bietet schon einen hohen Unterhaltungswert, den
eigentlichen Hauptgewinn zog Coscarelli allerdings mit der Besetzung
der Hauptrollen.
Bruce
Campbell hat in der Vergangenheit schon oft genug sein komödiantisches
Talent bewiesen. Egal ob er mit Kettensäge und Schrotflinte zum
"Tanz der Teufel" (Sam Raimi, 1981) bittet, sich sogar
gegen eine ganze "Armee der Finsternis" (Sam Raimi, 1993)
stellt oder als Nachwuchs-Marshall Brisco County Jr. (1993) im
Wilden Westen Schurken und schönen Frauen gleicher Maßen nachjagt,
Bruce Campbell ist mit Leib und Seele bei seiner Arbeit.
Auch hier, bei "Bubba Ho-Tep" trägt er seinen ganz großen
Anteil zum Gelingen des Films bei. Er spielt niemand geringeren als
den "King of Rock'n'Roll" und brilliert in der Rolle des müden
und von Geschlechtskrankheiten geplagten Alt-Rockers. Fiese
Koteletten inklusive und selbstverständlich auch mit passendem
nuschelndem Südstaatenslang. Voller Zynismus kommentiert er im
Monolog aus dem Off, was um ihn herum geschieht, berichtet darüber,
wie es dazu kam, dass der große "King" nun als
vermeintlicher Elvis-Imitator sein Dasein im Seniorenheim fristet
und wie sich die Wucherung an seinem besten Stück entwickelt.
Ihm zur
Seite steht Ossie Davis als dunkelhäutiger US-Präsident John F.
Kennedy, der hinter allem und jedem eine politische Verschwörung
wittert.
Campbell
und Davis bilden ein hinreißendes Chaos-Duo, dass sich gegenseitig
glänzend ergänzt. Hüftleiden trifft auf Hirndefekt, körperliches
Gebrechen auf Altersdemenz. Wie bei einem typischen Buddy-Movie erhält
die Story dadurch ihren Reiz, dass sich zwei völlig
unterschiedliche Charaktere notgedrungener Weise zusammenraufen müssen.
Manche Dialoge der beiden driften zugegebener Maßen zwar etwas in
Melancholie ab. Dann wiederum überwiegt der pure Irrwitz, zum
Beispiel wenn die beiden über ägyptische Klosprüche
philosophieren, Davis wieder eine von seinen Verschwörungstheorien
aufstellt oder sie sich gemeinsam dem verbotenen Genuss von Süßigkeiten
hingeben. Man muss diese beiden alten Männer einfach ins Herz
schließen.
Technische
Kabinettstückchen darf man bei dieser Horrorkomödie nicht
erwarten. Die Spezial-Effekte sind eben low-budget. Allerdings liegt
das Hauptaugenmerk der Story ja im Wesentlichen auch auf den komödiantischen
und erzählerischen Aspekten.
Bereits
im Jahr 2002 erschienen, fand sich für die Low-Budget-Produktion
zunächst kein deutscher Filmverleih. Lediglich auf dem
Fantasy-Film-Festival 2003 kamen die deutschen Filmfreunde in den
Genuss von Don Coscarelli's Film und feierten die Komödie als
kleines Meisterwerk. Mit E-M-S hat sich nun endlich ein Label
erbarmt, das kultige Filmerlebnis als DVD-Veröffentlichung auch
einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
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