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Kritik
Mit
„Time Slip – Tag der Apokalypse“ (Sengoku Jieitai) schuf
Regisseur Mitsumasa Saito 1979 ein Science-Fiction-Abenteuer, das
nicht nur wegen der Mitwirkung der japanischen Martial-Arts-Ikone
Sonny Chiba, sondern vor allem aufgrund der interessanten Handlung
bei Filmfreunden schnell zum Kultfilm avancierte. Durch eine
Sonnenanomalie wurde eine Gruppe japanischer Militärs samt
Waffenarsenal in das mittelalterliche Japan katapultiert und sah
sich mit der ebenso fremden wie faszinierenden Kultur der
traditionellen Samurai-Krieger konfrontiert.
Aus der
durchaus reizvollen Ausgangssituation entwickelte Mitsumasa Saito
seinerzeit ein nettes Abenteuerfilmchen, das zwar einige
dramaturgischen Längen aufwies, letztlich jedoch gute Unterhaltung
lieferte.
„Samurai
Commando“ greift nun, über 25 Jahre später, den Stoff des
Klassikers auf und versäumt es dabei, die dramaturgischen Schwächen
des Originals abzustellen. Masaaki Tezuka's Film aus dem Jahr 2005
kann nicht direkt als Remake des Sonny-Chiba-Actioners bezeichnet
werden, vielmehr handelt es sich um eine Variation der
Drehbuchvorlage, angepasst an die Sehgewohnheiten des heutigen
Publikums. Während das Original seinen Unterhaltungswert neben den
Kampfszenen vor allem aus dem Aufeinandertreffen der verschiedenen
Kulturen bezog, sucht „Samurai Commando“ sein filmisches Heil in
purer Action und CGI-Effekten und scheitert dabei. Die
Schlachtenszenen sind spärlich gesät und reichen in ihrer
Darstellung bei weitem nicht an die teilweise wirklich schön
inszenierten Kampfsequenzen des Originals heran. Über die
dargebotenen Computer-Animationen sollte man besser den Kimono des
Schweigens legen. Sie wirken in ihrer schlichten Umsetzung wie
Relikte aus den frühen 90er Jahren.
Insgesamt
macht „Samurai Commando“ den Anschein einer schnell
heruntergekurbelten TV-Produktion. Verstärkt wird dieser Eindruck
zusätzlich durch die teilweise blasse Vorstellung der Schauspieler.
Hier kann eigentlich kein Mime richtig überzeugen. Was allerdings
am meisten stört, sind die teilweise haarsträubenden Drehbucheinfälle.
Zugegeben, bei Filmen mit Zeitreise-Thematik empfiehlt es sich
nicht, hohe Ansprüche an Realitätsnähe zu stellen, wenn dem
Zuschauer jedoch weisgemacht werden soll, dass es ein leichtes sei,
mal eben im mittelalterlichen Japan hochmoderne Raffinerien aus dem
Boden zu stampfen, und am Ende sogar eine Atombombe ins Spiel kommt,
dann kann sich dieser mit Recht ein wenig verschaukelt vorkommen.
Für
einen anspruchslosen Filmabend ist „Samurai Commando“ ganz
passabel. Für richtig gute Unterhaltung sei an dieser Stelle doch
besser das Original empfohlen.
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