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Story
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In den 50er Jahren gelangt radioaktiver Staub eines an der Erde
vorbeirasenden Meteors auf die Erde und sorgt für eine Epidemie
unermesslichen Ausmaßes. Jeder, der stirbt, verwandelt sich kurz darauf
in einen Zombie und giert nach dem Fleisch der Lebenden. In einem Krieg
kann sich die Menschheit allerdings gegen die Zombies durchsetzen und
lebt jetzt in gesicherten Zonen, die ringsherum mit sichernden umgeben
sind, während außerhalb noch immer die Untoten umherwanken. Durch eine
Erfindung des Konzerns ZomCon ist es den Menschen mittlerweile sogar
möglich, die Zombies zu zähmen. Ein besonderes Halsband lässt die
Untoten ihren Heißhunger auf Menschenfleisch vergessen und macht sie zu
braven Haushaltssklaven.
Auch in dem kleinen aber beschaulichen
Vorort Willard ist es inzwischen in Mode gekommen, sich einen Zombie
für den privaten Gebrauch zuzulegen. Sei es nun für die Erledigung
aller anfallenden Arbeiten im Haushalt oder gar als Postboten oder
Milchlieferanten - die ruhiggestellten Zombies sind aus dem Alltagsleben
nicht mehr wegzudenken. Der Einzige, der sich noch gegen diesen Trend
sträubt, ist Bill Robinson (Dylan Baker), der seinen Vater in den
Zombiekriegen erschießen musste und seitdem eine gewisse Abneigung
gegen die Untoten hegt - sehr zum Leidwesen seiner Frau Helen
(Carrie-Anne Moss). Diese hätte schon gerne einen Zombie für den
Hausgebrauch, insbesondere, da mit Mr. Bottoms (Henry Czerny) erst
kürzlich der Sicherheitsbeauftragte von ZomCon nebenan eingezogen ist
und Helen in ihrer Nachbarschaft nicht als Außenseiter gelten möchte.
So schafft sie sich eines Tages ohne die Einwilligung ihres Gatten einen
Zombie (Billy Connolly) an, was vor allem bei Sohnemann Timmy (K'Sun
Ray) nach einiger Zeit auf sehr positive Resonanz stößt. Der Kleine
freundet sich schnell mit dem verwesenden Untergebenen an und nutzt
diesen auch, um sich gegen tyrannische Klassenkameraden zur Wehr zu
setzen. Doch eines Tages kommt es zur Katastrophe: Als der
Familienzombie, genannt Fido, im Park die alte Mrs. Henderson
erschreckt, wird diese handgreiflich, zerstört dessen Halsband und wird
prompt zum Mittagessen des Untoten. Timmy versucht zwar, die
Angelegenheit zu vertuschen, beschwört damit aber nur ein noch
größeres Chaos herauf. Während sich in Willard die Leichen häufen,
stellt Mr. Bottoms Ermittlungen an und hat die Robinsons schon bald in
Verdacht... |
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"Noch eine Zombiekomödie?" werden
sich viele Horrorfans angesichts von "Fido" fragen. Ja, es gehört
durchaus Mut dazu, nur wenige Jahre nach "Shaun of the Dead" einen
weiteren Streifen dieser Güteklasse ins Rennen um die beste Horrorkomödie zu
schicken, kam die ausgesprochen britische Zombie-Comedy doch sowohl bei den
Fans, als auch den Kritikern ausgesprochen gut an. Da braucht es, wie
erwähnt, entweder Mut oder andernfalls eine verdammt gute Idee und die Crew
um Regisseur Andrew Currie dürfen von sich behaupten, in voller Linie von
letzterem profitiert zu haben. Die Fans erwartet hier absolut kein lahmer
Aufguss des offensichtlichen Vorbildes, sondern vielmehr ein liebenswertes,
ausgesprochen einfallsreiches Werk, das sogar viele Ansätze zum potenziellen
Kultfilm aufweist.
Der Ausgangspunkt und die Kernidee des Films ist
ebenso simpel wie brillant. Nach einem weltweiten Krieg gegen die altbekannten
Untoten kam ein großer Konzern mit einer revolutionären Erfindung daher, die
die fleischfressenden Bestien kurzerhand zu zahmen Schoßhündchen
umfunktioniert und sie zu nützlichen Werkzeugen des Alltags werden lässt.
Zeitlich wird man dabei in das Amerika der 50er zurückversetzt,
"Fido" erinnert mit seinem zuckersüßen Aufguss und seiner
grellbunten Optik nicht umsonst an "Pleasentville". Wir befinden uns
in einem typischen Vorort à la "American Beauty", in dem jeder
vorgibt, den amerikanischen Traum zu leben, in dem offensichtlich alles
perfekt ist. Die Frauen kümmern sich um den Haushalt, die Männer gehen
gemeinsam Golfen und die Kinder werden zu braven Musterschülern erzogen. Doch
hinter der Fassade läuft so einiges schief. Die biederen Hausfrauen haben es
faustdick hinter den Ohren und fühlen sich entgegen ihres braven Images
sexuell unbefriedigt und von ihren Männern missachtet. Eine typische Satire
auf das spießige US-Leben - mit Zombies, wohlgemerkt.
Besonders ohne diese scheinbar heile Welt der
50er Jahre, wäre "Fido" nicht einmal im Ansatz das, was er jetzt
ist. Beschwingte, alte Jazzmusik dudelt aus den Radios, während die Zombies
die Post austragen, die Rasen mähen und den Müll raustragen. Andrew Currie
und seinem Team gelang es dabei außerordentlich gut, den Geist der damaligen
Zeit einzufangen und dem Streifen ein beachtliches Stück Nostalgie
einzuhauchen, natürlich nicht, ohne dabei die typisch bissigen Seitenhiebe
außer Acht zu lassen. Die Satire auf das spießige Kleinbürgertum
funktioniert dabei allerdings ebenso hervorragend wie die erfrisch lustige
Zombiekomödie, die die Untoten hier mal von einer ganz anderen Seite zeigt.
"Fido" geht durch und durch in seiner Geschichte auf, die Zombies
sind hier wirklich in allen Bereichen des Alltags verankert. Die Untoten
gelten bereits als Statussymbol, die das Ansehen einer Familie erheblich
steigern, während man in der Schule das Schießen mit scharfen Waffen
beigebracht bekommt und schon mit 12 Jahren eine Handfeuerwaffe besitzen
sollte.
"Fido" ist einfach so perfekt
durchkonstruiert, dass es jederzeit Spaß macht, dem allmählichen Zerfall des
blankpolierten Vorstadtlebens beizuwohnen. Nervenzerreißende Spannung sollte
man aber zu keinem Zeitpunkt erwarten, ebenso handelt es sich hierbei weniger
um einen typisch-blutigen Vertreter des Zombiefilms. Natürlich sorgen die
Untoten bei Versagen ihrer Halsbänder gelegentlich schon einmal für einen
ausgerissenen Arm oder angeknabberte Hälse, aber alles in allem dominiert
hier eine absolut humorvolle, niemals sehr ernstzunehmende Grundstimmung. Die
Handlung fokussiert sich auf die Familie Robinson und deren neu erworbenen
Zombie Fido, der im Laufe der Handlung für gehörig Unruhe sorgt. Mit dem Tod
der alten Mrs. Henderson vermehren sich die frischen und unkontrollierbaren
Zombies plötzlich mit rasender Geschwindigkeit und als wäre das noch nicht
genug, droht den Robinsons auch noch die Verbannung in die "wilde
Zone" außerhalb der sicheren Zäunen von Willard.
Würde nicht gelegentlich mal etwas Blut
spritzen, könnte "Fido" glatt als gutgelaunte Unterhaltung für die
ganze Familie durchgehen. Fido entwickelt sich schnell zu einem guten Freund
des kleinen Timmy und ersetzt der Hausfrau Helen in manchen Belangen sogar
ihren Gatten Bill, der lieber mit seinen Freunden Golfen geht, als Zeit mit
seiner Familie zu verbringen. In erster Linie die Tatsache, das hier vielmehr
die ruhigen, humorvollen Töne dominieren, macht "Fido" zu etwas
Besonderem. Und der Erfolg gibt dem Film recht. Der Streifen kommt fast
durchweg sehr gut an und ist deshalb mit "Shaun of the Dead"
durchaus ebenbürtig. Schauspielerisch bekommt man dabei auch sehr viel
geboten. Die aus "Matrix" allseits bekannte Carrie-Anne Moss passt
wie die Faust aufs Auge in die Rolle der verführerischen, aber ebenso
unterversorgten Hausfrau, während Charakterdarsteller Dylan Baker bestens die
Phobien und Ängste des Familienvaters Bill an den Mann bringt. K'Sun Ray
macht seine Sache, trotz seines Alters, hervorragend, während Henry Czerny
bestens den fiesen Unsympath, Kriegshelden und Sicherheitsbeauftragten Mr.
Bottoms verkörpert. Eine Rolle für sich ist auch die des schrägen Nachbarn
Mr. Theopolis, herrlich gespielt von Tim Blake Nelson, der sich einen
geschminkten, weiblichen Zombie als Sexsklaven hält.
"Fido" ist eine durch und durch
spaßige Parodie auf den american way of life, die gekonnt aufzeigt, dass
selbst hinter der saubersten Oberfläche bei weitem nicht alles stimmt. Hinzu
kommt eine einfallsreiche und super umgesetzte Story um gezähmte Zombies, die
wohl jedem Fan von intelligenten Horrorkomödien zusagen dürfte. Mit einem
Übermaß an Spannung oder Gewalt sollte man hier allerdings nicht rechnen,
auch wenn das Blut natürlich hin und wieder schon dezent spritzt.
"Fido" richtet sich letztendlich aber mehr an Liebhaber schräger
und irrwitziger Komödien und als solche betrachtet ist sie auf jeden Fall
mehr als nur einen Blick wert, sondern beinahe schon ein Pflichtkauf. |