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Laut schallt es aus den österreichischen
Wäldern: Da ist etwas, dass ihr euch ansehen solltet.
Angesprochen sollten sich jene fühlen, die von
sich meinen Independent-Film-Fans zu sein. Denn mit „Sophie“ kommt mal
wieder ein frischer (Kurz-)Film-Beitrag auf den Markt, der einen
Verantwortlichen hinter sich hat, dessen Talent nicht zu leugnen ist. Schon
mit dem Vorgängerfilm „Plan B“ zeigt der 1975 in der Tschechischen
Republik geborene Österreicher Vlado Priborsky, das er es drauf hat. Drauf
das zu zeigen, was das Publikum sehen will. Leider ist „Plan B“ nicht sehr
verbreitet, doch mit der Erschaffung von „Sophie“ soll und wird sich das
sicher ändern.
Während „Plan B“ noch eine Mischung aus
Drama und Thriller ist, der Kurzfilmen wie zum Beispiel dem gelungenen „Zielgerade“
in nichts nachsteht, hat Priborsky vor, mit seinem neuen Werk ein breiteres
Publikum anzusprechen. Er wandert auf ähnlichen handwerklichen Pfaden, mischt
aber Horror und Splatter bei. Ob das die filmtechnischen Aspekte aufwertet ist
fraglich, fest steht aber das diese Entscheidung richtig ist. Denn was bringt
es einem, wenn man gute Filme macht, diese aber keinem größeren Publikum
vorstellen kann? Und das der Horror-Kurzfilm populär und ein Trittbrett für
junge Künstler ist, ist ja unumstritten.
„Sophie“ fängt ruhig, und fast da wo „Plan B“ endete, an. Alles ist
gut, alles wird gut. So ist zumindest der erste Eindruck des Betrachters. Dass
alles dann ganz anders wird, ist aufgrund der Genre-Zugehörigkeit nicht
verwunderlich und für den geneigten Zuschauer nicht unwichtig. Die Filmrolle
Sophie Liechtenstein wird innerhalb von Sekunden aus ihrem Leben gerissen.
Um viel mehr geht es in dem stellenweise sehr temporeichen 20minüter nicht.
Was bedeutet, dass die eigentliche Handlung sehr reduziert ist. Zum Glück
gibt es aber nicht nur das Leiden der Sophie Liechtenstein zu betrachten,
sondern auch einige Seiten- respektive Nebenschwenker. Und die sind es, die
„Sophie“ so interessant machen. Optisch hochprofessionell, wie es schon in
„Plan B“ zu betrachten war, lässt Vlado Priborsky erahnen, welches Talent
er besitzt. Schnelle, gut getimte Schnitte, visuelle Hochgenüsse und
interessante Kamerafahrten bringen dem Filmfan viel Spaß. Obwohl sich der
Film selbst in das Splatter-Subgenre einordnet, gibt es für den
hartgesottenen Betrachter solcher Filme nicht allzu viel zu sehen. „Sophie“
ist nicht blutlos, aber auch nicht blutrünstig.
Dass „Sophie“ nicht perfekt ist merkt man schnell. Es gibt durchaus
schauspielerische sowie dramaturgische Defizite. Eine Charakterisierung fehlt
und der Spannungsbogen hängt schon mal durch. Aber ein Zuschauer, der weiß
auf was er sich einlässt, kann das aber nicht im Geringsten erschüttern.
Denn derjenige, der des Öfteren mal unabhängige B- bis Z-Filme guckt, hat
schon anderes gesehen. Ganz anderes. Aber man verlangt ja auch nicht viel von
Leuten, die ihr Taschengeld in die Filmerei stecken um uns damit zu
unterhalten.
Und wenn da mal ein Beitrag, oder in Falle von
„Plan B“ und Sophie“ sogar zwei, aus dem Mittelmaß herausstechen, freut
man sich natürlich ein Loch in die Tasche.
Vlado Priborsky hat ganz sicherlich das Talent,
etwas Großes zu schaffen. Größer als das bisher von ihm Gezeigte. Aber
dafür braucht er natürlich finanzielle Unterstützung. Beispielsweise von
einer Produktionsfirma. Aufgrund der Dichte am Markt stehen die Chancen
sicherlich nicht optimal, wer Vlado Priborskys Lebenslauf (http://www.independentworks.at)
aber mal unter die Lupe genommen hat weiß, dass er ein Kämpfer ist. Von
daher lautet der Tipp der Horror-Page, dass wir von Vlado Priborsky
noch einiges langfilmtechnisches mit optischen Hochgenüssen zu sehen
bekommen. |