|
Während der Teenie-Horror nach dem Erfolg von
"Scream" eine regelrecht triumphale Phase durchschritt, ist dieser
Erfolg mittlerweile weitestgehend wieder abgeklungen. So blieb auch den
Produzenten und Regisseuren nicht unbemerkt, dass mit dem stark ausgelutschten
Schema kaum Kohle mehr zu scheffeln ist, was die Verlagerung des
Hauptaugenmerks innerhalb des Horrorfilms in der letzten Zeit auf andere
Sub-Genres lenkte. "School of Fear" erscheint da im ersten
Augenblick beinahe wie ein immens verspäteter Nachzügler, bis eine kleine
Recherche ergibt, dass es sich hierbei um den bereits acht Jahre alten
Streifen "Horror 101" handelt. Unter diesem Umstand ist dem Werk
seine stark vorhersehbare und bisweilen ins Unendliche wiedergekaute Story
selbstredend zu verzeihen. Auch, wenn man somit eine gewisse Nachsicht im
Falle dieses Films walten lassen sollte, so rettet es ihn letztendlich leider
nicht davor, haltlos in unterdurchschnittliche Regionen abzurutschen.
"Horror 101", bzw. "School of
Fear" dürfte wohl eines der eigenwilligsten Horror-Erzeugnisse sein, die
jemals das Licht der Filmwelt erblickten. Die Freigabe ab 12 Jahren deutet
bereits an, was dann nach anfänglichen Befürchtungen des Publikums zur
grausigen Realität wird. Was wir hier haben, ist ein Horrorfilm, dem die
wichtigsten Attribute dieser Filmgattung gänzlich abhanden gekommen sind.
Eine Suche nach Spannung und handfesten Schockszenen ist daher ebenso zwecklos
wie die Hoffnung auf Blut und sonstige Genre-Merkmale. Dies wird von Seiten
der Verantwortlichen zwar andeutungsweise damit entschuldigt, dass dies in den
Gesamtkontext des Filmes passen mag, letztendlich beweist es aber nichts
weiter als die Unfähigkeit des Regisseurs, einen Film auf eine Zielgruppe
auszurichten.
Der Name der Person, die sich für dieses Werk
verantwortlich zeichnet, dürfte derweil bei so manchem Cineasten und
Horrorfreund schon für schlaflose Nächte sorgen - James Glenn Dudelson. Auf
das Konto dieses Mannes gehen die vielfach zerrissenen Streifen "Creepshow
3" und "Day of the Dead: Contagium", sowie der katastrophale
"Zombie Attack! - Museum of the Dead", der in der größten,
deutschen Filmdatenbank als einer der schlechtesten Horrorfilme überhaupt
sein berühmt-berüchtigtes Unwesen treibt. Mit einer solchen Vorgeschichte
des Regisseurs sollten die Erwartungen an "Horror 101" also noch
einmal deutlich heruntergeschraubt werden, doch im Großen und Ganzen ist es
nicht einmal die Inszenierung, die dieses Machwerk ins Aus bugsiert.
Der Erzählfluss und die Dramaturgie des Ganzen,
man möge es nicht glauben, funktionieren ansatzweise durchaus annehmbar. Der
Film hat inhaltlich absolut nichts zu bieten, lässt innerhalb seiner 84
Minuten aber kaum Langeweile aufkommen, was als seine größte Leistung
angesehen werden darf. Obwohl der Streifen an und für sich überhaupt nichts
Neues oder gar Sehenswertes zu bieten hat, verstrickt er altbekannte Schemen
und Formen so geschickt miteinander, dass daraus doch noch ein halbwegs
unterhaltsames Filmchen entsteht. Es handelt sich hierbei also um eine sehr
zweischneidige Angelegenheit, bei der davon auszugehen ist, dass sie mit etwas
mehr Konzentration auf das Eigentliche, den Horror, durchaus Potential gehabt
hätte.
Auf diese Weise ist "Horror 101", oder
auch "School of Fear", so etwas wie das Best Of des Teenie-Horrors,
der sich aber dieser Tatsache überhaupt nicht bewusst ist und die Fahrt in
eine völlig andere Richtung lenkt. Für den Zuschauer grenzt es einerseits
beinahe an einem Trauerspiel, die eigentlichen Bestandteile eines Horrorfilms
konsequent vorenthalten zu bekommen, andererseits stört dies nach einer Weile
fast überhaupt nicht mehr. Das Werk lebt somit einzig und allein von seiner
ebenso dünnen wie ausreichenden Geschichte, deren Ausgang aber schon
meilenweit im Voraus zu entschlüsseln ist. Schauspielertechnisch wird dabei
sicherlich auch kein großes Tennis gespielt, doch zumindest fanden sich
hierfür keine gänzlich unbekannten Akteure vor der Kamera an. Bo Derek
dürfte durchaus dem einen oder anderen Filmfreak ein Begriff sein und auch
Justin Urich ist aus "Monster Man" noch in guter Erinnerung.
Ein Film, den die Welt nicht braucht - diese
Aussage ist im Grunde beinahe nirgendwo angebrachter als hier. Obwohl sich das
Werk eindeutig ins Horror-Genre einordnet, verweigert er sich diesem im
Großen und Ganzen total und lässt sein Publikum vergebens auf die
vorausgesetzten Morde oder Schockeffekte warten. "Horror 101" ist
somit mehr eine Kuriosität, als ein ernstzunehmender Genre-Beitrag, rettet
sich aber mit einem gewissen Unterhaltungswert vor dem vollständigen Exitus.
Dies vermag jedoch nichts an der Tatsache zu ändern, dass man das Gesehene
nach kurzer Zeit wieder vollständig aus der Erinnerung verbannt hat.
"Horror 101" ist zwar als Pausenfüller in langweiligen Situationen
ein netter Notanker, täuscht auf diese Weise aber nicht über seine absolute
Belanglosigkeit hinweg. |
|
"Horror 101" wird in Deutschland von
e-m-s vertrieben und wurde von diesem Label schon im Jahr 2001 auf DVD
herausgebracht. Nachdem der Streifen damals ungeschnitten mit einer FSK 12
gekennzeichnet war, entschieden sich die Verantwortlichen nun vor kurzem für
eine Neuveröffentlichung und stellten den Film unter dem Alternativtitel
"School of Fear" erneut in die Regale der Videotheken. Auffallend an
diesem Release ist vor allem die Tatsache, dass der Film nun eine FSK 16
trägt, obwohl die Version mit der ursprünglichen identisch ist. Weiterhin
wird auf dem Cover keinerlei Bezug zum eigentlichen Titel genommen, so dass
man unwissentlich durchaus dem Irrglauben erliegen könnte, dass es sich
hierbei um einen gänzlich anderen Film handelt. Ausstattungstechnisch hat
sich zwischenzeitlich nicht viel getan. Die DVD bietet zwar den üblichen
Standard an Extras, so etwa Trailer und Bildergalerien, kommt aber mit keinen
nennenswerten Besonderheiten daher. |