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Das Internet, grenzenlose Weiten. Wir schreiben
das Jahr 2008.
Der 34jährige Regisseur Simon Hynd
hat offensichtlich die Weiten durchsucht und etwas Abseits des WWW etwas
gefunden, was es in dieser Form noch nicht online gibt: Den Terrorismus in
seiner voyeuristischer und geldgeilen Art. Ein amerikanischer Geschäftsmann
soll für die Sünden seines Landes büßen. Und alle gucken zu. Die Idee ist
interessant und bietet eine Menge Potential. Was daraus gemacht wurde ist
sehenswert. Die Idee zum Film stammt aber nicht von Regisseur Simon Hynd alleine. Er hatte eine Vorlage mit gleichem Titel, die die Autorin
Stona Fitch zu Papier brachte.
Man soll
eigentlich nicht meinen, dass so etwas funktioniert. Denn der Großteil des
Films spielt in einer überschaubaren Kulisse ab. Mit lediglich einem
Protagonisten. Doch das Team um Simon Hynd hat wirklich eine gute Arbeit
geleistet. Mit Rückblenden aus dem Leben der Hautfigur Elliot, mit
vereinzelten Besuchen von Terroristen und mit nicht zu verachtenden Folter und
Ekelszenen wird stets für Abwechslung gesorgt. Langeweile ist hier, trotz der
wenig üppigen Handlung, ein Fremdwort. Mit wenig Geld wurde etwas sehr
unterhaltsames geschaffen.
Der Realismus ist beachtlich. Man kennt es aus dem Medien, dass immer wieder
Terroristen das Internet für sich und ihre Ideologien missbrauchen. Hier sind
es zwar nicht die langbärtigen Übeltäter, auf die sich sonst alles
konzentriert, von den Rollen der politisch motivierten Kriminellen geht aber
doch eine Menge krimineller Energie aus. Und das, obwohl die recht unbekannten
Darsteller nicht mal perfekt agieren. Sie geben offensichtlich ihr bestes, um
das Gelingen des Films zu fördern, können aber nicht immer überzeugen.
Hauptdarsteller Jason Behr („Roswell“, „The Grudge – der Fluch“)
zeigt gerade in den Anfangsszenen Schwächen, wird aber zum Glück, je
schlechter es seiner Rolle geht, besser.
Die Folterszenen sind immer wieder die Höhepunkte in „Senseless – Der
Sinne beraubt“. Wie man dem filmischen Untertitel entnehmen kann, geht es
gut zur Sache. Der Ekelfaktor ist sehr hoch. Und auch die Spannung respektive
der Nervenkitzel kommt nicht zu kurz. Die Atmosphäre ist nicht sehr dicht.
Versprüht aber verstörende Momente. Gerade zum Schluss. Auf den hier aber
nicht näher eingegangen werden soll.
Die mittransportierte Sozialkritik stellt ebenfalls einen Höhepunkt dar. In
ausgefeilten Dialogen wird dem Opfer der Standpunkt der Täter vermittelt. Und
dies durchaus nachvollziehbar. Es fällt einem schwer, Sympathien für das
Opfer aufzubauen. Auch wenn es ihm ganz schön an den Kragen geht. Was klar
ist, ist das man nicht in Elliots Haut stecken möchte. Gefoltert wird
glücklicherweise nicht im Detail. Das wäre wohl auch nur schwer zu ertragen.
Die einzelnen Szenen sind an sich schon fies genug und dürften dafür sorgen,
dass nicht wenige den Kopf vom Betrachtungsgerät abwenden, wenn es zur Sache
geht. Trotz der Gemeinheiten kann sich „Senseless – Der Sinne beraubt“
von Filmen absetzten, die man aufgrund der Thematik mit ihm vergleichen
würde. „Hostel“, „Wolf Creek“ und Konsorten sind auf jeden Fall
anders.
Das
die Internetgemeinde die Entscheidungen fällt, die sie fällt, muss man
hinnehmen. Im Film wird nicht direkt auf die externen Machenschaften
eingegangen. Man bekommt es nur von den Terroristen vermittelt. Hier hätte
man sicherlich etwas ausschweifender werden können. Denn die Idee an sich ist
sehr interessant.
Unterm Strich hat man es hier mit einem sehr guten Film zu tun, der mit einer
neuen, guten Idee daherkommt. Darsteller, die Kamera und die Atmosphäre
hätten sicherlich etwas besser sein können, diese Tatsachen ändern aber
nichts daran, dass man „Senseless – Der Sinne beraubt“ nach der
Betrachtung gut in Erinnerung behalten wird. Diese Erinnerungen werden zum
Beispiel dann abgerufen wenn man durchs Internet surft, oder auch nur einen
Teelöffel benutzt... |
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Bild- und
Tonqualität der DVD gehen in Ordnung. Für das Gezeigte reicht eine
Qualität, die im oberen Drittel anzusiedeln ist. Nicht ganz in Ordnung gehen
die Extras, die quasi nicht vorhanden sind. Neben dem Original-Trailer gibt es
eine Leseprobe, die als PDF-Datei auf der DVD ist und per Computer betrachtet
werden kann. Der Verleih von „Senseless
– Der Sinne beraubt“ startet ab dem
4.11.2008, der Verkauf ab dem 29.1.2009.
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