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Was
braucht der Horror-Fan mehr? Eine einsame Insel, ein mehrköpfiges
Monster, Menschenjäger und eine Menge Opfer… Nicht viel. Dies hat
sich sicherlich auch Regisseur Andrew Pendergast
(„Parasite
– Das Grauen hat die Erde erreicht“(Soll nicht
nur außer- sondern auch unterirdisch sein) gedacht, nachdem er die
Vorlage zum Film in den Händen gehalten hat. Er war sich sicherlich
seines schmalen Budgets bewusst, dachte sich aber wohl, dass da
nicht viel schiefgehen kann. Und in der Tat: „Hydra – The Lost
Island“ ist zwar „nur“ ein Film, der für das Fernsehen
produziert wurde, weiß aber unterm Strich gut zu unterhalten.
Und das wird einem gleich zu Beginn bewusst: Ohne große Einleitung
geht es zur Sache. Man darf eine Forschergruppe dabei betrachten,
wie sie von einem Monster niedergemetzelt wird. Gut, die Tatsache,
dass das Ungeheuer bereits zu Anfang enttarnt wird, ist
spannungstechnisch sicherlich kein Zugewinn. Allerdings hat der Film
ja einiges mehr zu bieten und so kann man diese kleine
Spannungsbremse locker wegstecken. Dennoch bringt der frühe
Auftritt des schuppigen Protagonisten ein Problem mit sich. Denn um
die Hydra darzustellen, haben die Meister des speziellen Effektes
nicht etwa zu Latex oder Knetmasse gegriffen. Sie haben das gute
Tierchen komplett im Computer erstellt und in den Film geschnitten.
Da die Mittel begrenzt waren, ist als Ergebnis auch nur eine
begrenzt gute Animation herausgekommen. Freundlich ausgedrückt.
Diese unbeabsichtigte Verfehlung der Realität bringt allerdings
auch einen gewalttätigen Vorteil mit sich. Denn es geht zur Sache -
und das nicht zu knapp. Gliedmaßen werden abgebissen und recht
viele Leute blutrünstig zerfetzt. Da alles aber, wie gesagt, nicht
wirklich echt wirkt, ist der Streifen mit einer FSK 16 Einstufung
davon gekommen. Man darf sich gar nicht vorstellen was gewesen wäre,
wenn die Hydra nicht nur die drei Köpfe (so zumindest zu Beginn des
Films) sondern, wie in der griechischen Mythologie beschrieben, neun
Mäuler hätte...
Die Geschichte ist zwar facettenreich, aber auch üppig in ihrer Dämlichkeit.
Neben dem seltsamen Mehrköpfer geht es noch um das Schwert des
Herakles, welches im Lavastrom des ebenso animierten Vulkans
schwimmt und im Laufe der Zeit große Bedeutung gewinnt. Des
Weiteren gibt es eine Art „Insel der Verdammten“. Mit
sozialkritischen Untertönen. Und auch ein vergangener Militärkonflikt
kommt nicht zu kurz. Alles wirkt natürlich etwas an
den Haaren herbeigezogen.
Das die Darsteller nur Mittel zum Zweck sind wird schnell klar.
Keiner kann überzeugen. Nicht mal im Ansatz. Auch der vermeintliche
Star im Cast, Texas Battle („Wrong Turn 2“, „Final Destination
3“) kann zu keiner Zeit überzeugen. Die Darsteller haben aber das
Glück, dass sie bei den spannenden Szenen, bei den interessanten
Bildern von der Insel oder den haarsträubenden Animationen nicht
besonders schwer ins Gewicht fallen.
Auch wenn das griechische Drumherum etwas im Dunkeln bleibt, zeigt
sich „Hydra – The Lost Island“ als unterhaltsamer als man das
annehmen darf. Aufgrund der Fülle der Geschichte und den ungewöhnlichen
Effekten macht er über die gesamte Spiellänge Spaß. Zumindest
denjenigen, die mit solchen Filmen richtig umgehen können. Keine
Probleme mit Dummdialogen, an den Harren herbeigezogene Geschichten,
Trash, Logiklücken und sonstigen Dingen haben, die B- bis Z-Movies
ausmachen. Dem Film fehlt es zwar etwas an Glaubwürdigkeit,
richtiger Spannung und einer wirklich bedrohlichen Stimmung, dürfte
als Party-Film aber auf jeden Fall taugen. |