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Hart,
härter, am härtesten. In den letzten Jahren hat der Horror-Film
eine brutale Entwicklung gemacht. Nach Jahren der willkürlichen
Beschlagnahme und der Schnippellei wurde mir Filmen wie „Saw“,
„Hostel“ und Konsorten eine härte Gangart eingelegt. Viele
sprechen sogar von der Erschaffung eines neuen Subgenre, dem
(postmodernen) „Terrorfilm“ (Den es ja eigentlich immer schon
gab). Und dann, wenn man denkt das neue Untergenre so richtig
ausgelutscht zu haben, kommt ein neuer Beitrag daher, der böser
scheint als alle seine Vorgänger zusammen.
Und das nicht mit irgendeiner daher geholten Geschichte, die der
Realität fern ist, sondern mit einem aktuellen Thema, welches
momentan immer mehr in den Fokus rückt: Der Jungendkriminalität.
In Zeiten von Skandal-Rappern, Leichen in den Nachrichten, Pornos
auf dem Handy und Bandenbildungen in Schulen, scheinen die
Jugendlichen der heutigen Zeit zu verrohen. Zumindest medial und
verbal. Und genau in diese Kerbe schlägt „Eden Lake“.
Die Geschichte beginnt eigentlich ganz gemütlich, ganz entspannt.
Man darf ein Liebespärchen beim relaxen beobachten. Sie haben sich
für das Wochenende etwas Entspannung vorgenommen und wollen diese
in Zweisamkeit ausleben. Bis es dann zum Treffen mit den Kids kommt.
Eine Kehrtwende im Film. Die Geschichte ist sicherlich nicht überaus
ungewöhnlich für das geschulte Horror-Auge, sie funktioniert aber
mitsamt ihren Komponenten erstaunlich gut.
Was man „Eden Lake“ zu gute halten muss, ist sein Realismus. Man
hat nie den Eindruck, als könne sich das Gezeigte nicht wirklich so
abspielen. Kleine Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Die
Kulissen sind gut gewählt. Und das schöne dabei ist, dass es nicht
irgendwo in West Virginia, in Texas oder sonstigen Orten mit
vermehrtem Redneck-Vorkommen abspielt, sondern quasi vor der Haustür.
In einer ländlichen Gegend in England.
Regie-Neuling James Watkins
zeigt uns, dass Terror auch ohne den sonstigen Horror-Nährboden
auskommt. Man braucht keinen maskierten Killer, keine degenerierten
Rednecks und keinen Monster-Mann. Der böse Junge im Film ist noch
in seiner Entwicklung zum Bösewicht. Was ihn zum Gewalttäter macht
bleibt dem Betrachter verschlossen. Durch einen Blick in sein Milieu
kann man es nur erahnen. Die unglaubliche Brutalität und sein
Nihilismus bleibt nicht ohne Wirkung auf den Zuschauer. Man wünscht
sich sicherlich nicht viele Situationen aus Horror-Filmen, in die
man geraten möchte, doch ganz sicher nicht in diese hier.
Mit zunehmender Zeit steigert sich der Terror. Lässt die
erwachsenen Protagonisten von einer aussichtlosen Situation in die nächste
geraten. Mit stetig steigender Panik-Kurve. Als Zuschauer ist man da
froh über jede kleine Atempause. Alles ist so real, ist so
deprimierend und so erschreckend, dass man gar nicht weiß, ob man
dem Treiben bis zum Ende beiwohnen möchte. Aber man muss natürlich.
Das man bei der Stange bleibt, ist sicherlich auch den Darstellern
zu verdanken, die durch die Reihe einen guten Eindruck hinterlassen.
Am schwächsten fällt noch die Beurteilung von dem deutschen
Schauspieler Michael Fassbender („300“) aus, dessen Rolle als
Liebespartner, Moralapostel und Folteropfer ihm aber auch nicht
allzu viel abverlangt. Kelly Reilly kann als weiblicher Racheengel
und Vielgejagte mehr von ihrem Können preisgeben. Sie schafft es
vor allem ihre Emotionen, deren Bandbreite groß ist, authentisch zu
transportieren. Auch die Kinder-Bande mit ihrem 17jährigen Anführer
wirkt größtenteils sehr authentisch, sodass man es unweigerlich
mit der Angst zu tun bekommt.
Die Charaktere sind nicht sonderlich ausgelutscht worden. Sie werden
eher oberflächlich behandelt. Nur auf die Hauptfigur Jenny wird
etwas intensiver eingegangen. Beispielsweise als der Pädagogin förmlich
die Hände gebunden sind, als sie auf dem Weg in den Urlaub
unbeteiligt mit ansehen muss, wie ein Kind geschlagen wird.
Allerdings reicht dies aus, um zum einen ein ausreichendes Bild zu
zeichnen und zum anderen eine Sozialkritik im Streifen
unterzubringen. Die Halbstarken im Film erinnern sicherlich nicht
unbeabsichtigt den brutalen
Jugendbanden in London, in denen schwarz, weiß, männlich, weiblich
und natürlich auch Messer und Handys vertreten sind.
Da das Waffenarsenal begrenzt ist und keine überflüssigen
Kinkerlitzchen wie Fallen oder sonst etwas eingebaut wurden, hält
sich der Splatter-Pegel in Grenzen. Allerdings ist das Gezeigte
nicht zu unterschätzen. Es wird zwar nicht explizit mit der Kamera
draufgehalten, aber bei Zuschauern mit flauem Magen, könnte die ein
oder andere Szene Brechreiz auslösen.
Eigentlich müsste man an dieser Stelle auch noch auf das Ende
eingehen. Aber Leuten, die den Film noch nicht gesehen haben, soll
hier nicht zuviel verraten werden. Wenn man das Unerwartete
erwartet, dürfte man aber für diesen Film gerüstet sein.
„Eden
Lake“ ist ein durch und durch böser Film, der kurzweilig,
sozialkritisch und sehr brutal daher kommt. Spannung und die Atmosphäre
sind ebenso pässlich vertreten wie eine gute Location und
ordentlich zusammengestellte Musik. Der Mix passt also und sorgt mit
dem Geschehen dazu, dass „Eden Lake“ nachhaltig im Gedächtnis
bleibt. Ohne Frage. |
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Nach dem Einlegen
der DVD in das Abspielgerät werden einem ein paar Trailer geboten
(„Diary Of The Dead“,
„Sukiyaki Western Django“ und „Deception - Tödliche
Versuchung“). Im nett animierten DVD-Menü, dass bereits einige
Eindrücke zum Film preisgibt, kann man sich unter dem Punkt
„Bonusmaterial“ ca. 44 Minuten an Extras angucken, die wie folgt
aufgeteilt sind: Interviews Cast & Crew (ca. 31 Minuten), B-Roll
(ca. 6 Minuten), Featurette (ca. 4 Minuten) und einen Trailer. Zudem
gibt es im Hauptmenü noch eine Trailershow (sieben Titel).
Die Extras sind so informationshaltig, wie sie sein sollten. Und da
es auch an Bild sowie Ton nichts zu kritisieren gibt, kann die DVD,
die am 17.04.09 von der Universum Film GmbH auf den Markt gebracht
wird, ohne Bedingung empfohlen werden.
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