|
Drogen
können komische Sachen mit Menschen anstellen. Heavy-Metal-Legende
Ozzy Osbourne ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Ob Bruce
Dickinson, der Frontmann der Heavy-Gruppe Iron Maiden einen ähnlichen
Konsum an ungesunden Substanzen in der Vergangenheit hinter sich
hat, ist nicht klar. Klar ist aber, dass er beim Schreiben des
Drehbuchs zu „Crowley – Back From Hell“ wohl nicht ganz klar
im Oberstübchen war.
Regisseur Julian Doyle („Schock-Therapie“ und beteiligt bei
„Leben des Brain“ und Darsteller in „Sinn des Lebens“ ) muss
das bewusst gewesen sein, als er sich daran gemacht hat, dass
Geschriebene umzusetzen. Für schräge Ideen scheint Doyle stets ein
offenes Ohr zu haben. Denn die Geschichte ist, gelinde gesagt, recht
eigenwillig. Ein Sammelsurium an Ideen und Phantasien, welches es
dem Zuschauer nicht gerade einfach macht, so richtig durch das
Geschehen durchzublicken.
Die Geschichte ist ziemlich an den Haaren herbeigezogen, über weite
Strecken aber überdurchschnittlich unterhaltsam. Es will sich zwar
keine rechte Spannung und noch weniger eine Horror-Atmosphäre
aufbauen, da sich die Szenarien aber oft abwechseln, bleibt man bei
der Stange. Die Beobachtung des Protagonisten macht durchaus Spaß.
Die Rolle ist recht lustig angelegt und kann mit einigen seltsamen
Aktionen für angenehme Unterhaltung sorgen. Tabus gibt es nicht. Ob
das Anpinkeln von Studenten, Kacke auf dem Schreibtisch oder eine
Bedrängung eines Studenten von hinten: Regeln des politisch
korrekten Kinos werden nicht eingehalten. Glücklicherweise ist die
Darstellung dieser drastischen Szenen nicht in Vollendung
praktiziert worden. Das wäre dem Guten auch ein wenig zu viel
gewesen.
Action
und rasante Szenen kommen in „Crowley – Back From Hell“ nur
selten vor. Dafür gibt es aber eine erhöhte Anzahl an Dialogen,
die glücklicherweise nicht langweilig angelegt sind. Haddo steht
hier natürlich im Mittelpunkt. Die Rolle wird von Simon Callow
gespielt. Callow ist ein erfahrener Schauspieler, der schon in
vielen kleineren Produktionen zu sehen war und sein Handwerk
beherrscht. Auch für den Rest der Crew hat man solide Darsteller
einstellen können, die es verstehen, ihren Job ordentlich zu
erledigen.
Prinzipiell kann man das auch dem Regisseur unterstellen. Wäre da
nicht das Problem, dass er es nicht geschafft hat, der Geschichte
einen roten Faden einzuimpfen. Wahrscheinlich ist er an der Vorlage
gescheitert. Eine Vorlage, die wohl nur sehr schwer umzusetzen ist.
Regisseur Julian Doyle gelingt es aber, den Fokus in den
verschiedenen Abschnitten auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Zudem hat er sehr gut aussehenden Kulissen in den Film gebracht, die
ein optisches Vergnügen auslösen und er hat auch einen guten
Schnitt an den Tag gelegt. Anmeckern müsste man eigentlich noch,
dass das Okkulte nicht so rüber kommt, wie man es bei einem
Okkult-Thriller normalerweise gewohnt ist.
Auch in Sachen Splatter ist Sparflamme angesagt. Es gibt zwei, drei
kleinere Szenen, die aber nicht in einem Blutbad enden. Rot wird es
nur bei der Suche nach einem Opfer für die Zeremonie. Natürlich in
Gestallt von schönen Frauen, die mal bekleidet und mal unbekleidet
über den Bildschirm huschen. In diesem Bezug ist eine sehr witzige
Szene zu nennen, in der Haddo einen Rothaar-Check macht und es nach
dem Heben des Röckchens überraschenderweise mit einer Blondine
zutun hat...
Zu den durchsichtigsten Filmen gehört „Crowley – Back From
Hell“ sicherlich nicht und er ist auch kein herausragender Beitrag
in seinem Subgenre. Allerdings versteht es der Film, den Betrachter
gut zu unterhalten. Wenn auch sehr unkonventionell, provokant und überladen.
Aber er ist abwechslungsreich, stellenweise witzig und bleibt so auf
jeden Fall positiv im Gedächtnis. |
|
Neben
einigen Trailern gibt es bei den Extras, im feurigen DVD-Menü,
einen Audiokommentar mit Bruce Dickinson und Julian Doyle, ein
Making Of und Deleted Scenes. Die Laufzeit des Making Of beträgt
ca. 21 unterhaltsame Minuten. Deutsche Untertitel sind einblendbar.
Die geschnittenen Szenen betragen stolze 29 Minuten und 18 Sekunden.
Nach der Betrachtung der Szenen kommt man zweifelsfrei zu der
Erkenntnis, dass die Jungs und Mädels ziemlich viel Zeit in den
Film gesteckt haben. Respekt.
Bild und Ton kann man als gelungen bezeichnen. Auch wenn der Sound
in einigen Szenen, wenn brachiale Musik eingespielt wird, etwas laut
ist. Da hätte man sicherlich etwas ohrenfreundlicher abmischen können.
Ansonsten gibt es aber nichts zu meckern.
|