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Im Grunde spricht
es schon für sich, mit dem Namen des Regisseurs Charles Band
vertraut zu sein. Wer bereits einen oder mehrere Filme des
amerikanischen Trash-Vielfilmers gesehen hat, auf dessen Konto
derartige Werke wie "Blood Dolls - Die Killerpuppen",
"The Gingerdead Man" oder "Evil Bong" gehen, der
weiß auch ganz genau, mit was bei den schrägen filmischen
Low-Budget-Erzeugnissen Band's zu rechnen ist, der bislang 32 Filme
selbst inszenierte und 237 ähnlich gelagerte Titel produzierte.
Erstaunlicherweise weiß eine kleine Übersicht der Filme des
Regisseurs, der sich unter anderem auch durch seinen Puppen-Fetisch
einen Namen gemacht hat, durchaus zu gefallen. Die Werke Band's und
seiner hauseigenen Produktionsschmiede, den Full Moon Pictures, mögen
zwar für ihr geringes Budget bekannt sein, schaffen es aber
gelegentlich, durch ihre Kombination aus bisweilen durchaus
einfallsreichen Storylines mit einer gehörigen Portion
Selbstironie, absolut solide zu unterhalten, was man sonst nicht von
allen Erzeugnissen aus diesem Kostensektor behaupten kann. Mit einem
seiner neusten Outputs, dem leider vollkommen überflüssigen und in
vielerlei Hinsicht missglückten "Dead Man's Hand - Casino der
Verdammten" tat sich Charles Band jedoch keinen Gefallen und dürfte
mit diesem uninteressanten Streifen selbst alte Trash-Veteranen in
die Flucht treiben.
Schon die Story des
Films scheint nicht gerade ein Garant für annehmbare
Trash-Unterhaltung zu sein und es überrascht sicherlich auch kaum,
dass vor Band noch niemand auf die Idee kam, einen Horrorfilm
ausschließlich in einem Casino spielen zu lassen. In diesem
Ambiente will hier jedenfalls keinerlei Atmosphäre entstehen, auch
wenn man den Setdesignern zumindest eine gute Arbeit zugestehen
muss. Die vollkommen verstaubte und mit Spinnennetzen behangene
Einrichtung macht durchaus den Eindruck, als habe sich in dem Casino
seit vielen Jahren keine Menschenseele mehr aufgehalten und als sei
es keine gute Idee, eine Nacht in diesem fast verfallenen
Etablissement verbringen zu wollen. Dennoch überrascht die Tatsache
der fehlenden Schauerstimmung wenig, war Charles Band doch noch nie
für unheimliche oder schaurige Filme bekannt, dagegen spricht
alleine schon der alles erdrückende Trashgehalt seiner Filme.
"Dead Man's Hand - Casino der Verdammten" als Horrorfilm
zu bezeichnen, trifft den sprichwörtlichen Nagel also kaum auf den
Kopf, es sei denn, diese Genre-Zuweisung rührt von unsagbar debilen
Charakteren, dem fehlen jedweder Spannung oder der Abwesenheit eines
vernünftigen Plots her.
Sollte es die
Intention der Macher gewesen sein, einen möglichst schlechten Film
hervorzuwürgen, dann haben sie ihre Aufgabe zweifellos mit Glanz
und Gloria erledigt. Die Misere mag für manch einen schon bei der
Optik des Werkes ihren Anfang nehmen, die in ihren weichgezeichneten
Bildern mehr an eine unfreiwillig komische US-Serie à la "X-Factor",
statt an einen Low-Budget-Horrorfilm erinnert. Dies wäre jedoch mit
Sicherheit noch zu verschmerzen, würde wenigstens die Story
irgendwelche halbwegs interessanten Ansätze beherbergen, doch hier
hofft der frühzeitig resignierende Zuschauer leider vergebens. Mehr
als die Hälfte der Laufzeit wird mit intellektvernichtenden
Dialogen und geistigem Dünnschiss gefüllt, in dem sich die sechs
jungen Hauptcharaktere stetig noch zu überbieten scheinen. Die
absolute Krönung stellt in dieser Hinsicht ein selbstverliebter
Musiker dar, dessen Flöte in der letzten Zeit häufig ihren Dienst
versagt, weshalb die gebeutelte Freundin zu herzhaften und
lautstarken Solonummern genötigt wird, damit unser lieber Macho vor
seinen Freunden sein Gesicht wahren kann. Ist blöd wie Sau, wird
hier unnötig in die Länge gezogen, füllt aber zumindest
Screentime. Und irgendwie muss Band das Kunststück ja gelingen,
seinen filmischen Reinfall auf 80 Minuten zu strecken, wenn er
inhaltlich schon nicht viel zu bieten hat.
Sobald sich dann
irgendwann langsam aber sicher die Entwicklung in Richtung eines
Horrorfilms andeutet, erwacht der Zuschauer vorerst wieder aus
seinem selbst eingeleiteten, komatösen Zustand, nur um dann
frustriert festzustellen, dass auch nun keine Besserung in Sicht
steht. Die Gesichtsattraktionen Sid Haig und Michael Berryman geben,
zusammen mit einer prallen Blondine und einem heimtückischen
Kartendealer, die wiedergekehrten Ermordeten, die daraufhin ihr
fieses Spiel mit ihren Opfern treiben. Dafür werden die jungen
Leute zumeist per Handschellen an einen Tisch gefesselt, woraufhin
sie gegen die Untoten zu einem Spiel antreten müssen. Dass der
Einsatz nichts geringeres als ihr Leben ist und die Geister nicht
gerade mit fairen Karten agieren, versteht sich von selbst, dennoch
wirkt sich auch dieser Part des Films wie eine Überdosis Valium
aus. Spannungsarm und ohne ersichtlichen Sinn und Verstand geht das
Treiben vonstatten, in dessen Verlauf der plötzlich wieder sehr
potent wirkende Musik-Macho beinahe den blonden Geist beglücken
darf, während manch andere blutig den Verlust ihrer
offensichtlichen Gummi-Ärme bedauern oder auch mal munter mit den
Geistern fachsimpeln. Die einzig nennenswerten Szenen sind dabei
die, in denen sich die Geister von ihrer wahren Gestalt zeigen und
sich als riesige Kartoffel-Monster mit rot glühenden Augen oder ähnlich
kuriosem präsentieren. Im Großen und Ganzen zieht das
undefinierbare Trash-Geschehen allerdings mehr ermüdend als
begeisternd am Publikum vorbei, daran kann auch die Präsenz eines
Sid Haig ("Haus der 1000 Leichen") oder eines Michael
Berryman ("The Hills Have Eyes") nichts ändern. Letzterer
wird hier ohnehin nur auf sein schräges Äußeres beschränkt und
mit einer ihm absolut unwürdigen Rolle abgespeist, während Haig
sich in der Rolle des beinahe zahmen und zu Diskussionen bereiten
Geistes sichtlich zu langweilen scheint. Ein wenig können einem die
kultigen Mimen schon leid tun, da sie sich inzwischen mit solchen
Rollen über Wasser halten müssen, aber bei den Horror-Nerds wird
ihr Auftreten seinen Zweck vermutlich durchaus erfüllen.
Charles Band, Sid
Haig und Michael Berryman - diese Namen versprechen dem geneigten
Trash-Konsumenten durchaus annehmbare Unterhaltung, doch leider
sollte man sich im Falle von "Dead Man's Hand - Casino der
Verdammten" nicht blind darauf verlassen. Stellenweise erweist
sich das Werk als derart verstandsabstinent, dass es schon irgendwie
wieder unterhält, aber insgesamt windet sich der Streifen 80
Minuten lang hilflos in die verschiedensten Richtungen, ohne auch
nur die leiseste Form einer Storyline, einer Dramaturgie oder einer
erwähnenswerten Spannung auf die Beine stellen zu können. Da der
Film selbst für Trash-Fans zu zahm und belanglos ausfällt, ist
letztendlich wohl keine einzige Zielgruppe mehr übrig, die mit
diesem Machwerk noch ihren Spaß haben könnte. |