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Der
kanadische Filmbeitrag „Autumn Of The Living Dead“ läutet eine
neue Ära ein. Eine, wo Zombies keine Zombies mehr sind. Die
Billigproduktion wartet zwar mit einem Titel (zumindest in
Deutschland) auf, der auf einen Romero-Verschnitt hoffen lässt, die
Hoffnung wird beim Gucken aber recht fix im Keim erstickt. Das große
Problem des Films ist, dass von den Zombies so gut wie keine Gefahr
ausgeht. Was natürlich blöd ist. Die Überlebenden haben kein
Problem damit, mal durch eine Zombie-Ansammlung zu gehen. Es reicht,
die faulenden Kollegen einfach zur Seite zu schubsen. Dies hat natürlich
zur Folge, dass weder die Lebenden noch die Toten ernsthaft
angegriffen werden müssen und der Zombie-Fan somit um alles das
beraubt wird, warum er das Subgenre mag.
Kein Gore, kein Splatter, keine Kopfschüsse, keine abgerissenen Körperteile,
keine Gedärme.... Diese Liste könnte man um all das vervollständigen,
was man in einschlägigen Filmen bereits zu Gesicht bekommen hat.
Somit kann „Autumn Of The Living Dead“ durchaus von sich
behaupten, anders zu sein. Vielleicht will der Streifen auch gar
kein Zombiefilm sein, da die Nennung „Zombie“ im Film auch gar
nicht vorkommt. Vielmehr versucht er sich, die zwischenmenschlichen
Beziehungen unserer Gruppe zu durchleuchten. Die ist leider durchaus
einschläfernd, da nichts interessantes passieren will. Dies liegt
sicherlich auch am Plot, der ebenso aussagelose ist. Die Seuche
kommt, die Gruppe flieht. Vielmehr passiert nicht. Zwischendrin gibt
es noch einen kleinen Abstecher, wo Mr. Kung-Fu alias David
Carradine („Frankensteins Todes-Rennen“, „Kill Bill: Vol. 1“
u.v.a.) mitspielt. Diese Szene lockert das Geschehen zwar etwas auf,
reist aber natürlich auch nichts mehr raus.
Noch problematischer wird es allerdings bei der Inszenierung. Hierfür
könnte Prinz Valium verantwortlich gewesen sein. Klar: Der Film
entstammt einen Buchvorlage und kommt dieser nahe. Aber dennoch muss
man sich für das guckende Publikum etwas überlegen, damit es nicht
in den Fernsehsesseln einschläft. Möglicherweise ist die
Charakterdarstellung im Buch interessanter und die Dialoge besser zu
verfolgen. Auf dem Bildschirm kann das aber niemanden vom Hocker
hauen.
Auch in Sachen Spannung und Atmosphäre kann man nicht viel
berichten. Für einen Endzeit-Film ist die Atmosphäre nicht dicht
und nicht verstörerisch genug. Es werden zwar ein paar nette, kalte
Bilder eingefangen, für einen guten Gesamteindruck ist das aber
viel zu wenig. Zudem sind die Kulissen nicht überzeugend. In
anderen Filmen mit ähnlicher Thematik hat man da schon viel bessere
Sachen gesehen. Ganz nett anzusehen sind allerdings die Masken der
verrottenden Virusverseuchten.
Die ausgelöste Apokalypse löst keine Überlebensangst aus.
Vielmehr wird der Verlust der Lebenden betrauert. Denn das die
Protagonisten überleben scheint sicher. Die umherlaufenden Toten
werden nämlich nicht durch ihre Fleischeslust angetrieben, sondern
nur durch laute Geräusche. Warum auch immer. Von Momenten der
spannenden Art bleibt man somit verschont. Was die Haltekraft der
Augenlider nicht wirklich unterstützt.
Die unbekannte, aber recht solide agierende Schauspielcrew sorgt
auch für keine Aufreger. David Carradines Auftritt kann, wie
bereits erwähnt, zwar für etwas Abwechslung sorgen, die dann aber
auch schnell wieder in der Ereignislosigkeit auflöst.
Dem geneigten Betrachter sollte klar sein, dass die Verfilmung von
„Herbst“ alles andere ist als ein Zombie-Film in bekannter
Manier. Diese Untoten schonen ihr Gebiss und haben nur Bock auf
laute Geräusche. Das ist zwar durchaus mal etwas anderes, da die
Inszenierung aber auch nicht zu gefallen weiß und Spannung sowie
Atmosphäre zu wenig ausgeprägt sind, ist „Autumn Of The Living
Dead“ ein Film, den man eventuell doch lieber im DVD-Regal stehen
lassen sollte. Zumal er mit 105 Minuten auch recht lang geworden
ist. Es sei denn, man fand das Buch zum Film gut und möchte sich
ein Bild von der Verfilmung machen. |