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Bei
Knopfdruck Mord… Ein Sprichwort sagt: „Jeder Mensch ist käuflich,
es ist nur eine Frage des Preises.“ Wie hoch dieser ist, und wie
leicht die moralische Grenze zum unmoralischen Tun überschritten
ist, damit befasste sich Richard Matheson, eine der Ikonen der
Science-Fiction- und Horrorliteratur („I am Legend“, „The
Shrinking Man“) in seiner Kurzgeschichte „Button, Button“.
1970 im amerikanischen Playboy veröffentlicht, erfuhr die Story
erstmals 1986 eine filmische Umsetzung. Für die Kurzfilm-Episode im
Rahmen der TV-Serie „Twilight Zone“ wurde seinerzeit
Matheson’s Vorlage um einige dramaturgische Elemente geändert.
Offensichtlich schien der Autor davon wenig begeistert gewesen zu
sein und zog es vor, seine Beteiligung als Drehbuchautor unter
seinem Pseudonym Logan Swanson auszuweisen.
Knapp
40 Jahre nach Erstveröffentlichung von Matheson’s Kurzgeschichte,
nahm sich nun Regisseur Richard Kelly der Story an, um sie erstmals
als abendfüllenden Spielfilm zu präsentieren und bietet mit „The
Box“ eine solide Vorstellung, derer sich auch Richard Matheson
sicherlich nicht schämen braucht, die allerdings auch einige Schwächen
besitzt.„The Box“ beginnt stark, lässt dann eher nach, um
schließlich zum großen Finale anzusetzen. Für seine Version der
Story hat Richard Kelly einen Kreis illustrer Schauspieler um sich
scharen können.
Als prominentes Zugpferd wendet sich Cameron Diaz („Verrückt nach
Mary“, „Gangs of New York“) erstmals von den von ihr sonst
eher bekleideten Rollen ab und gibt statt Powerfrau oder Vamp die
biedere, zudem körperbehinderte Hausfrau und Mutter. Ein Part, den
sie sehr gut und glaubhaft verkörpert. Als Film-Ehemann steht ihr
der ebenfalls gut aufgelegte James Marsden („X-Men“, „Dich
kriegen wir auch noch“) zur Seite.
Frank Langella („Dracula’79“, „Brainssan“) brilliert
einmal mehr in der Rolle des mysteriösen Fremden, der ein
unheimliches Geheimnis verbirgt. Als Arlington Steward, durch einen
Blitzschlag grausam im Gesicht entstellt, sorgt allein schon seine
Anwesenheit für Unwohlsein. Seine ruhige aber gebieterische Stimme
trägt ihr Übriges zu diesem Eindruck bei. Die schauspielerische
Leistung steht also außer Frage. Vielmehr sind es dramaturgische Mängel,
die den Film statt zum Top-Thriller zum gehobenen Mittelmaß machen.
Um die 110 Minuten auszufüllen hat Regisseur Kelly, der sich durch
seinen außergewöhnlichen „Donny Darko“ (2001) nicht nur bei
Insidern einen Namen gemacht hat, die Vorlage der Kurzgeschichte um
eigene Handlungsstränge erweitert. Insbesondere stand er dabei vor
der Aufgabe, den Hauptpersonen der Handlung, die in der
Kurzgeschichte lediglich skizziert waren, charakterliche Tiefe zu
verleihen. Kurzerhand verquickte er daher Film mit Realität, nämlich
dem realen Leben seiner Eltern, einem NASA-Wissenschaftler als Vater
und einer Lehrerin als Mutter. Schließlich
verlagerte er noch die Handlung in die 70er Jahre.
Vor
wirklich schönen Seventies-Kulissen, inklusive
bewusstseinserweiternder Mustertapeten sind es dann letztendlich
aber genau diese „Füll-Szenen“, die dem Film teilweise die
Spannung und den Fluss rauben. So Kelly verliert sich zu sehr in
Details, Gefühle und Dialoge.
Doch das ist nicht das einzige Manko, das der Film besitzt.
Zwar
schafft es Kelly in den ersten Minuten des Films eine großartige
Spannung aufzubauen, die ohne Zweifel aus dem Mysterium um die Box
und den geheimnisvollen Fremden sowie dessen noch geheimnisvolleren
Angebot hervorgeht. Je mehr die Geheimnisse im Laufe des Films
aufgedeckt werden, umso mehr verliert der Film an Intensität und
Spannung und driftet schließlich in kitschige Fantasy ab. Das
gelungene Finale entschädigt hierfür dann wieder.
Ein Sprichwort sagt: „Weniger ist oft mehr“. „The Box“ ist
ein gutes Beispiel dafür, dass dies auch auf Verfilmungen von
Kurzgeschichten durchaus zutrifft. Dennoch
bietet „The Box“ solide Unterhaltung. Fans von Richard Matheson,
Richard Kelly oder Cameron Diaz können den Knopf (der Fernbedienung
selbstverständlich!) ohnehin bedenkenlos drücken... |
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Bei
Knopfdruck Extras... Die
DVD von Constantin-Film (im Vertrieb von Highlight) kommt mit
deutschem und englischem Ton. Optional lassen sich deutsche
Untertitel einblenden. Als Bonus zum Hauptfilm gibt es, neben einer
Kurzdokumentation über die Spezialeffekte, unter anderem insgesamt
über 40 Minuten Interviews mit beteiligten Personen. Während die
Statements der Darsteller und Verantwortlichen, bis auf einige
Ausnahmen, nur wenig ergiebig sind und meist nicht über eine
Zusammenfassung des Filminhaltes in eigenen Worten oder Komplimente
über die Kollegen und den Regisseur hinausgehen. Interessanter ist
da schon, wenn Regisseur Richard Kelly über die Entstehung von „The
Box“ berichtet.
Als
wirklich sehr gelungenes Feature sei allerdings das Interview mit
Richard Matheson persönlich zu nennen. Sehr sympathisch und mit
trockenem Humor erzählt der Schriftsteller Anekdoten aus seinem
Leben und gibt dabei augenzwinkernd zu, die Idee zu „The Box“
eigentlich von seiner Frau geklaut zu haben. Leider ist das
Interview schon nach etwa 5 Minuten vorbei. Dennoch: Großes Kino!
Wer hier NICHT den Knopf drückt, ist selbst schuld…
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