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Viren-Filme
kommen nicht aus der Mode. Dies zeigt einmal mehr der
US-amerikanische Filmbeitrag „Carriers“ von 2009. Allerdings
setzt „Carriers“ nicht auf bluttriefende Kämpfe gegen Zombies,
sondern beschäftig sich eher zwischenmenschlich mit dem Stoff.
Dabei wird ein ruhiges Erzähltempo an den Tag gelegt. Ruhig aber
keineswegs uninteressant. Man kann die vier Protagonisten dabei
beobachten, wie sie unterwegs sind. Einfach nur unterwegs. Die erste
halbe Stunde bietet von daher auch nicht sonderlich viel Spannung.
Die Charaktere werden vorgestellt und man erfährt zudem etwas über
die Seuche. Wenn auch nicht sonderlich viel, was sich im Verlauf der
Geschichte auch nicht ändern soll. Als die Reisegruppe
dann auf einen Mann mit seiner Tochter trifft, geht der Schlamassel los.
Ein klarer Vorteil von „Carriers“ ist, dass das Geschehen nicht
an einem, sondern an vielen verschiedenen Orten stattfindet. Mal
kann man die Leute beim Golfen beobachten, mal sind sie in einer
Viren-Station und kurz drauf schon wieder ganz woanders. Da macht
das Zugucken spaß. Allerdings gibt es auch zwei bis drei Szenen,
die sich etwas aufblähen, ohne dabei mit super interessanten Sachen
rüberzukommen.
Zombies gibt es in „Carriers“ so gut wie nicht. Die Infizierten
werden auch nicht so genannt und es gibt keine typischen Schlachten
mit Kopf ab, Hirn raus, Kugel in die Birne oder was man sonst alles
so macht, um die Menschenfresser loszuwerden. Wobei gesagt werden
muss, dass die Infizierten im Film offenbar keine Lust auf
Menschenfleisch haben. Daher gibt es auch keine schlimmen
Spezialeffekte. Das FSK16 der deutschen DVD geht aber trotzdem in
Ordnung.
Wie
bereits angesprochen richtet sich das Augenmerk in „Carriers“
eher auf die zwischenmenschlichen Seiten. Es müssen harte und
traurige Entscheidungen getroffen werden. Denn wer überleben will
darf keinerlei Mitleid mit den Infizierten haben. Ein Kontakt mit
dem Virus führt zum sicheren Tod. Zudem ist ein heißer Kampf um
Benzin entbrannt. Wer Benzin haben und somit flexibel sein möchte,
muss über Leichen gehen. Zwangsweise. Vielleicht sind diese Szenen
von den Regisseuren respektive dem Drehbuchautor mit in den Film
reingenommen worden, um ein grausames Spiegelbild unserer
Gesellschaft zu zeichnen? Das Regiezepter wird von den Brüdern Àlex
und David Pastor geschwungen. David Pastor kommt ohne Referenzen, Àlex
war einer von zahlreichen Regisseuren von dem, in Deutschland nicht
erschienenen, Drama „Tapas
mixtas 2“. Die Jungs haben also nicht unbedingt den
reichhaltigsten Erfahrungsschatz, machen ihre Sache aber ordentlich.
Darstellerisch bekommt man grundsolide Kost geboten. Chris Pine
(„Star Trek“), Piper Perabo („Coyote Ugly”), Lou Taylor
Pucci („Horsemen”) und Emily VanCamp („The Ring 2”) machen
ihre Sache als Hauptcharaktere sehr gut. Hier hat man es wirklich
mit einem hochprofessionellen Cast zu tun.
„Carriers“ ist in der Gesamtbetrachtung ein feiner Road-Trip mit
viralen Einschüben. Er ist kein neuer „Dawn Of The Dead“ aber
interessanter als neuere Genrebeiträge wie beispielsweise „Autumn
Of The Living Dead“ oder „Mutants“. Ein paar Szenen sind
vielleicht etwas zu ruhig und es fehlt ihm auch etwas an Action, um
eine bessere Bewertung zu erhalten. Auch fehlen Massenszenen, in den
en man viele Infizierte sieht und so das Ausmaß der Katastrophe
erahnen kann. Aber „Carriers“
ist
ein gut funktionierender Road-Movie, der es versteht gut zu
unterhalten. |
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Das
DVD-Menü stimmt einen gleich auf die leicht unbeschwerte und
gleichzeitig deprimierende Grundstimmung des Films ein. Mit guter Optik und noch
besserer Akustik. Im Menü findet man neben dem deutschen und dem
originalen Trailer zum Film das Submenü „Specials“. Hier gibt
es ein B-Roll von circa neun Minuten, sieben Interviews (17:18
Minuten), Filmclips (02:56 Minuten) und noch einen Trailer. Alles,
wenn nötig, natürlich mit deutschen Untertiteln versehen. Das Bild
der DVD geht schwer in Ordnung. Wie auch der Ton. Zwar mit leichten
Kritikpunkten, diese fallen aber nicht sonderlich ins Gewicht.
Von der DVD gibt es verschiedene Versionen. Uns lag zur Rezension
die „Special Edition“ vor, die freundlicherweise mit einer
Virenschutzmaske ausgestattet ist. Man weiß ja nie... Darüber
hinaus gibt es eine 3-Disc Limited Survival Box, mit drei DVDs, Einweghandschuhen,
Desinfektionstuch, antiseptischen Gel und einem Sticker. Da kann
dann im Falle des Falls gar nichts mehr schief gehen. Eine
„normale“ DVD ohne Schnickschnack gibt es für den
risikoliebenden Filmfan natürlich auch noch.
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