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Der
japanische Filmbeitrag „Exte
- Hair Extensions“ ist im wahrsten Sinne des Wortes eine haarige
Angelegenheit. Der Film ist alles andere als Standard-Horror von der
Stange. Mit einer unglaublichen Geschichte, die sich um längere
schwarze Haare dreht, als man es zuvor in japanischen Grusel-Filmen
gesehen hat, ist für beste Unterhaltung gesorgt. Vorausgesetzt natürlich,
man hat etwas für seltsame Storys übrig.
Ob „Exte – Hair Extensions“ ein astreiner Horror-Streifen ist,
ist nach der Betrachtung nicht 100%ig festzumachen. Fest steht, dass
die Horror-Elemente nicht sehr schockierend sind. Blut gibt es nur
bedingt zu sehen. Zwischendrin kommt es zu Drama ähnlichen Szenen,
die traurig und erschreckend sind. Und dann kommen immer mal wieder
Einlagen der seltsamen Art. Wo man nicht genau weiß, ob sie lustige
gemeint sind oder nur etwas überdreht daherkommen. Dies ist meist
dann der Fall, wenn wir es mit dem seltsamen Kauz, dem
Haar-Fetischisten, zu tun bekommen. Die Japaner haben ja durchaus
einen Humor, über den nicht jeder Mitteleuropäer lachen kann. Und
wahrscheinlich sind die eben erwähnten Szenen unter eben diesen
einzuordnen.
Aber nichts desto trotz versteht es „Exte – Hair Extensions“
gut zu unterhalten. Eine interessante Szene reiht sich an die nächste.
Und wenn es zur nächsten haarigen Szene kommt, ist eh nicht an
Langeweile zu denken. Die Haare sprießen aus (und in) alle(n)
erdenklichen Körperöffnungen. Glücklicherweise nur oberhalb der Gürtellinie.
Aber das ist auch schon ekelig genug. Dabei greifen die Macher um
Regisseur Shion Sono („Suicide Club“, „Strange Circus“)
meist auf CGIs zurück. Die sind zwar klar erkennbar, aber gut
gemacht und meist authentisch. Falls das überhaupt geht. Die
Regieleistung ist ordentlich. Shion Sono bringt das Geschehen recht
schnörkellos aber gekonnt in den Kasten.
Gut anzusehen sind die darstellerischen Leistungen. Allen voran
Chiaki Kuriyama als Hauptdarstellerin Yuko.
Ihr Charakter ist ebenso sympathisch wie das Auftreten der jungen
Dame, die aus Filmen wie „Battle Royale - Nur einer kann überleben“,
„Kill Bill: Vol. 1“ oder beispielsweise auch „Krieg der Dämonen“
bekannt sein dürfte. Ren
Osugi fällt als Haarfetischist besonders auf. Wenn auch nicht immer
positiv. Aber seine Rolle und seine Darstellungskunst ist durchweg
unterhaltsam. Auffällig ist zudem die Rolle der kleinen Mami.
Sie wird im Film oft schlecht behandelt und erntet dafür einiges an
Mitleid. Leider ist die deutsche Synchronisation der kleinen nicht
so gelungen, was etwas an Glaubhaftigkeit raub. Dies gilt glücklicherweise
aber nur für diese Rolle. Der Rest wurde gut synchronisiert, was
bei Filmen dieser Art ja nicht zwingend die Regel ist.
Was bei „Exte
- Hair Extensions“ im positiven Sinn auffällt ist die Musik.
Besonders in den Szenen, wo es mysteriös wird und die Haare sprießen.
Der Sound ist dabei brachial und äußerst passend. Auch wenn einem
das „Stille Nacht, heilige Nacht“ Gedudel als
Weihnachts-Freak eventuell aufstößt. Im negativen Sinn fällt
allerdings auch noch etwas auf. Und zwar das nicht alles zwingend
logisch angelegt ist. Mal attackieren die Haare ihr Opfer sofort,
mal dauert es auffällig lange.
Was unterm Strich übrig bleibt ist ein Film, der auf jeden Fall mit
einer einzigartigen Thematik daher kommt. Der allerdings sein
einzigartiges Potential nicht vollends ausschöpft. Er eignet sich
bestens als Film für Freund und Freundin. Während der männliche
Part sich gelassen die Glatze krault, dürfte die langmähnige
Freundin wohl vor Angst die Fingernägel reduzieren. Kauenderweise.
Aber beide müssen natürlich auf Filme aus Fernost stehen. Da dies
ein typischer Vertreter ist, auch wenn die Handlung durchaus
atypisch ist. |
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Das
Bild der DVD, aus dem Hause Rapid Eye Movies, geht so eben noch in
Ordnung. Richtig scharf und frei von Körnungen ist es nicht. Der
Ton ist von etwas besser Qualität. Gut ist er in den haarigen
Szenen, da dann die Lautsprecher richtig gefordert werden.
Im schlichten, aber dennoch stimmungsvollen DVD-Menü gibt es ein
paar Trailer zu sehen. Unter „Extras“ findet man ein Making Of
(48:28 Minuten lang und deutsch untertitelt), ein lustiges
Karaoke-Video von dem Song „Hair“ (den der bekloppte
Haar-Fetischist einige Male im Film anstimmt), Deleted Scenes (01:17
Minuten), dazu TV-Spots und den japanischen Kinotrailer. Das ist ein
wirklich abwechslungsreiches und reichhaltiges Bonusprogramm,
welches Spaß macht.
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