|
Der
britische Filmbeitrag „Colin – Die Reise des Zombie“ ist ganz
weit von einem typischen Zombie-Streifen weg. Er ist minimalistisch,
nach Angaben mit einem Budget von unter 50 Pfund, hergestellt
worden. Dies merkt man nach dem Einlegen der DVD sofort. Die Kamera
ist wackelig, das Bild nicht so prall und der Ton ebenfalls nicht.
So richtig amateurmäßig halt. Aber das sollte den geneigten
Horror-Fan nicht von der Betrachtung abhalten. Die ersten Ittenbachs
wurden ja schließlich auch nicht anders hergestellt.
Dass der Ton nicht unbedingt auf dem höchsten Niveau ist, stört
eigentlich gar nicht. Es dauert eh bis zur 24. Minute, bis jemand
mal etwas sagt. Eine lange Zeit... Man bekommt dafür aber optisch
was geboten. Nennen wir es mal experimentelles Bildereinfangen. Auch
wenn sicherlich nicht jeder etwas mit der Optik anfangen kann muss
man sagen, dass sich die Macher um Regisseur Marc Price, der
ansonsten als Darsteller unterwegs ist und hier seinen ersten
eigenen Film in den Kasten gebracht hat, Gedanken machen. Sie filmen
nicht alles im 0815-Modus stupide ab, sondern versuchen etwas zu
entwickeln.
Hauptdarsteller Alastair Kirton hilft dabei. Man merkt ihm nicht
wirklich an, dass „Colin – Die Reise des Zombie“ sein erster
Auftritt vor der Kamera ist. Er spielt durchaus glaubhaft. Für
viele seiner Kollegen gilt das aber leider nicht. In einigen Szenen
gibt es schon sehr auffällige Aussetzer. Aber auch hier muss auf
den Status des (very) Low-Budget Streifen verwiesen werden.
Die Zombies im Film wirken nicht gerade gruselig. Somit kann sich
auch kaum eine richtig apokalyptische Stimmung breit machen. Auch
die Spannung bleibt in bescheidenen Grenzen. Das Endzeitszenario
will man dem Film nicht so wirklich abkaufen. Was allerdings ganz
gut gelungen ist, bis auf einige Laiendarsteller, sind die
Massenszenen. Gerade der Akustik wegen. Es wird gegrunzt und
gegurgelt, bis der Arzt kommt. Da muss man die Mannen um Regisseur
Marc Price loben. Die Leute dahin zu bringen, über Minuten hinweg
ernsthaft komische Geräusche zu machen, ist eine Glanzleistung. Gut
sind auch die musikalischen Untermalungen. Sie sind ebenfalls
minimalistisch, hauchen dem Film aber Traurigkeit ein und erzeugen
so eine depressive Stimmung.
Blutige Effekte gibt es natürlich auch. Immerhin ist die deutsche
DVD-Fassung mit einer roten 18 versehen worden. Die Darstellungen
gehen allerdings nicht sehr ins Detail. Es wird hier und da mal
etwas geknabbert und in Gedärmen gewühlt, Zombies werden
gepiesackt und „geschleudert“, in ähnlichen Genre-Filmen hat
man aber schon weit fiesere Sachen gesehen.
„Colin – Die Reise des Zombie“ ist ein interessanter Streifen
für diejenigen, die auch gerne Filme machen oder sich dafür
interessieren. Zombie-Fans dürften auch auf ihre Kosten kommen, man
darf aber nicht mit einer allzu hohen Erwartungshalten an den Film
rangehen. Für die breite Masse ist er definitiv nichts. Ob „Colin
– Die Reise des Zombie“ einfach nur plump draufhält oder Tatsächlich
eine Botschaft befördert ist sicherlich Auslegungssache. Wie dem
auch sei: Für eine kurzweilige Unterhaltung, für den bereits
genannten Interessentenkreis, loht er allemal. Im (fast)
No-Budget-Bereich hat man da schon ganz andere Sachen gesehen… |
|
Bild
und Ton sind so, wie man es erwarten darf. Nicht wirklich gut, aber
auch nicht wirklich schlecht. Das liegt halt an dem eingesetzten
Material. Bei den Extras sieht es da schon besser aus. Es gibt ein
Making Of von 39:31 Minuten, welches sehr spaßig und informativ
ist. Man sollte allerdings des Englischen mächtig sein, um diesen
Bonus in voller Gänze genießen zu können, da es keine Untertitel
gibt. Des Weiteren gibt es knapp eine Minute Deleted Scenes, den
Trailer zum Film, eine kurze Bildergalerie und einer Trailershow mit
fünf Titeln.
|