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Puh...
Es gibt Filme, nach deren Konsum man erst mal Abstand gewinnen muss,
um das soeben Gesehene zu verdauen. Ein Spaziergang, Jogging,
vielleicht ein bisschen "Vera am Mittag" gucken...
Bei "Obszön" scheinen derlei Ablenkungsmanöver irgendwie
nicht direkt zu funktionieren. Zu verstörend ist das Gezeigte, als
dass es sich nach ein paar Stunden aus dem Kopf verdrängen ließe.
Die Geschichte um den bierbäuchigen Pseudo-Terroristen Herzl,
Nutten, Inzest, dezent angedeutete Pädophilie hinterlässt beim
Zuschauer einen nachhaltigen Eindruck. Als Vergleich fallen am
ehesten die Filme von Christoph Schlingensief ein, mit dem
Unterschied, dass Schlingensief's Werke durch Provokation
unterhalten.
Bei "Obszön" ist es anders: Hier provoziert die
Unterhaltung. Das Dargestellte überschreitet die Grenzen des
guten(?), von der Gesellschaft definierten Geschmacks, bricht Tabus
und ist letztendlich doch als einfacher Unterhaltungsfilm gedacht:
Es wird in der Küche während des Teigknetens doggy-style gefickt,
zusammen mit der minderjährige Tochter gebadet, später auch mit
ihr zusammen in die Kiste gehüpft. Die Tochter sehnt sich nach
ihren ersten "Fick" mit Peter, dabei bekommt sie erst am
Ende des Films überhaupt ihre erste Periode.. Peter begleitetet die
Minderjährige als "Jude" verkleidet in ein
Sado-Maso-Theater, wo die beiden der Vergewaltigung ihrer Mutter
beiwohnen. In den Einschüben der Parallelhandlung macht sich dann
noch "Ekel Alfred" Heinz Schubert über seine Gummipuppe
her..
Starker Tobak, der dem Zuschauer allein schon von der Story her präsentiert
wird. Verstärkt wird der morbide Grundton des Films dann allerdings
noch durch die wirklich grandios intensive Leistung der Darsteller.
Allen voran Volker Sprengler.
Volker Spengler ist als Peter Herzl, ungepflegter schmierbäuchiger
Lockenkopf mit Pilotenbrille, weit davon entfernt, zum Sympathieträger
zu avancieren. Das, obwohl er ja eigentlich unschuldig verfolgt wird
und sich eben einfach nur so durchschlägt. Allerdings ist Peter
auch nicht gerade abgeneigt, Nutten zu prellen, dumme Sprüche
angesichts einer ermordeten Prostituierten zu reißen oder es sich
eben bei Kathi und ihrer Tochter im Bett gemütlich zu machen.
Dialoge, mal mehr, mal weniger sinnvoll, stehen im Vordergrund.
Dadurch erhält der Film ein hohes Maß an Authentizität. Es geht
um Banalitäten, auf den ersten Blick eben alltägliche Situationen,
die als Gesamtes bei genauerer Betrachtung allerdings ein ziemlich
schräges Bild einer kranken Gesellschaft widerspiegeln. Hinzu kommt
dann noch der Wiener Dialekt. Den Wienern wird ja seit jeher ein
leichter Hang zum Morbiden nachgesagt. Und der Dialekt, wirklich
nicht Jedermanns Sache, fügt sich wirklich nahtlos ein in den verstörenden
Gesamteindruck des Films. Bei aller (zum Glück nur angedeuteten)
Perversion, bei aller Provokation: Der Film hat irgendwie das
gewisse Etwas. Was genau das ist? Gute Frage. Vielleicht die künstlerisch-chaotisch
anmutende Atmosphäre, die sich irgendwo einpendelt zwischen
RAF-Terrorismus, Vergangenheitsbewältigung und Pornokino...
Fazit: Nutten, Terroristen, Inzest, Pädophilie. Obszön... Ein
passender Filmtitel für einen ebenso abstoßenden, wie
faszinierenden Film. |
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Zunächst
muss man dem Berliner DVD-Label CMV-Laservision natürlich erst mal
ein Lob aussprechen, dass man einen solch interessanten Streifen auf
die Silberscheibe gepresst und mit einem schmucken Cover umhüllt
hat. Ein dreckiges Schmuckstück der Filmgeschichte, das nun viel
mehr Leuten als vorher zugänglich ist. Das Bild kann beim
Betrachten nicht so recht überzeugen. Es gibt viele Verschmutzungen
des Materials, die allerdings wiederum für eine gewisse Atmosphäre
sorgen. Sprich: Mit dem Bild kann man sehr gut leben. Für den Ton
gilt ähnliches. Klarer Raumklang ist etwas anderes, den braucht man
hier aber nicht. Die Extras sind, wen wundert es, spärlich besetzt.
Neben ein paar Trailern gibt es eine nette und umfangreiche
Bildergalerie. Aber es wäre auch ein wahres Wunder gewesen, wenn
man hier ein Making Of oder sonst was finden würde. Der Film hat
immerhin schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und war auch seiner
Zeit nicht sonderlich verbreitet.
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