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„Wir
machen jetzt einen Trash-Film - Koste es, was es wolle.“ So, oder
zumindest so ähnlich, müssen es die Macher des Films „Antrage“
gesagt respektive gedacht haben, als sie sich für die Produktion
des Streifens entschieden haben. Die Fähigkeit, einen guten Trash-
oder halt B-Movie abzuliefern haben nicht viele. Vielleicht eine
handvoll Leute, deren Namen Charles Band, Lloyd Kaufman, Roger
Corman oder Terence Fisher in der Szene bekannt sind. Nun kommt aber
ein gewisser Christoph Gampl, der noch nichts dergleichen in seiner
filmischen Vita stehen hat. Da wird man als fachkundiger Gucker natürlich
misstrauisch.
Aber egal. Als Allesgucker bekommen so viele Filme eine Chance,
warum dann nicht auch dieser hier? Und es geht auch gar nicht so
schlecht los: Ein Sprecher mit seltsamen, mexikanischem Akzent führt
uns in die Szenerie ein. In der mexikanischen Wüstenlandschaft des
Studio Babelsberg, nahe Potsdam, darf man die verschiedenen Figuren
beobachten, wie sie verschiedene Dinge machen. Alles wirkt irgendwie
komisch. Wie im Film. Allerdings ohne eine trashige Note. Aber sei
es drum. Was auffällt, ist das die Geschichte nicht gerade
geradlinig ist. Ein roter Faden fehlt ebenso, wie der Durchblick
beim Betrachter. Da ist es durchaus hilfreich, einen Blick auf die Rückseite
der DVD zu schmeißen und sich den Text dort noch mal durchzulesen.
Der Film lebt lange vom Treiben der Darsteller, welches durchaus
nett anzusehen ist. Zwar völlig übertrieben, aber meist
professionell in den Kasten gebracht. Und das ist auch nicht
verwunderlich. Denn zur Schauspiel-Crew gehören unter anderem Götz
Otto („James Bond 007 - Der Morgen stirbt nie“), Yasmina Filali
(bekannt aus Funk und Fernsehen und als Ehefrau des ehemaligen FC
Bayern Spielers Thomas Helmer), Lars Rudolph („Mein Führer“) Elisabeth Volkmann („Klimbim“) und
auch Gojko Mitic („Winnetou“). Alles bekannte Gesichter der
deutschen Film- und TV-Szene. Lars Rudolph als Ameisen-Oberhaupt und
Elisabeth Volkmann (R.I.P.) als Bürgermeisterin sind hervorzuheben.
Allerdings spielen die Beiden auch mit Abstand am übertriebensten.
So nett das Staraufgebot aber auch ist, man bemerkt schnell, dass
dem Film etwas fehlt. Und zwar Substanz. Das Treiben um die Ameisen
und den angekündigten Ameisen-Mann lässt ganz schön lange auf
sich warten. Hier und da bekommt man zwar mal etwas mit, wo der Film
hinsteuert ist aber lange Zeit unklar. Und da es, wie bereits erwähnt,
auch nicht so richtig trashen will, ist der Unterhaltungswert nicht
sonderlich hoch. Man kann sich mal eine alberne Kotzszene angucken,
brachialen Dialogen lauschen oder Frau Filali als billiges Flittchen
betrachten, irgendwie denkt man aber, man befindet sich in Helge
Schneiders „Texas“ (aber ohne Witzigkeit) oder in einem sandigen
Kammerspiel.
Zum Glück hält dieser Zustand aber nicht dauerhaft an. Im letzten
drittel des Films bekommen die Macher die Kurve und präsentieren
dem geneigten Betrachter das, was er sich erhofft. Ameisen-Quatsch,
Monster-Quatsch und sogar die ein oder andere Splatterszene. Und...
man glaubt es kaum: Das Monster, welches auftritt ist Trash. Richtig
schöner, purer Trash. Das sieht mal so richtig scheiße aus.
Auch wenn das Vieh und der damit verbundene Showdown etwas an den
japanischen Trash-Streifen „Nezulla - The Rat Monster“ (natürlich
ohne Ameisen) erinnern, kommt Freude auf. Etwas doof ist allerdings,
dass das Monster zu 95% im dunkeln auftaucht. Dies dient sicherlich
zum Selbstschutz der Verantwortlichen...
Unterm Strich ist „Antrage“ einer dieser Filme, die sich am
Schluss retten können und somit einigermaßen gut im Gedächtnis
festigen. Für Freunde des „normalen“ Filmgenuss ist der
Streifen mit - an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit - nichts.
Für die heimischen Trash-Gucker ist es eine gute Alternative zum
amerikanischen Standard-Material. Allerdings sollte man nicht mit
allzu hohen Erwartungen an die Sache ran gehen. Denn die BRD hat in
diesem Genre, wie auch in allen anderen (Außer vielleicht
Nazi-Verfilmungen) noch einiges aufzuholen. Aber wer an seinen
Defiziten arbeitet ist auf dem richtigen Weg. Und daher kann man
sich schon mal auf die weiteren Teile der „Planet B Edition“
freuen. Für Interessierte seinen hier noch schnell die Titel erwähnt:
„Mortal Beauty - Fluch der Schönheit“ und „Lovelorn und die
Rache des Pharao“. |
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Die
DVD kommt mit einer Bild- und Ton-Qualität daher, die dem Film
angemessen ist. Richtig scharf und klar ist das Bild nicht. Der Ton
nicht perfekt abgestimmt und ohne größere Effekte. Aber das geht
durchaus in Ordnung. Wie auch das Bonusmaterial, welches aus drei
Trailern, einem großen Interview (ca. 12 Minuten), einem
Audiokommentar, zwei TV-Ausschnitten zur Berlinale (ca. 3 Minuten +
ca. 18 Minuten) und „Bloopers And Moods“ (ca. 6 Minuten)
besteht.
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