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Kult-Regisseur
Robert Rodriguez hat mit „Machete“ etwas
Besonderes geschaffen. Eigentlich war es ja nur einer von einigen
Fake-Trailern, der seinen Grindhouse-Beitrag „Planet
Terror“ aufpeppen sollte. Zusammen mit Quentin Tarantino, der den
Beitrag „Death Proof“ ablieferte, erschufen die beiden (dabei
als Regisseure mit von der Partie: Rob Zombie, Edgar Wright und Eli
Roth) zahlreiche Vorschauen zu Filmen, die nicht existieren. Da Rodriguez
aber sehr viel positiven Zuspruch für den Machete-Trailer erhielt,
entschloss er sich die Filmvorschau in einen abendfüllenden Beitrag
umzuwandeln.
Und das hat sich mal gelohnt. Normalerweise darf man ja nicht allzu
viel erwarten, wenn etwas Kurzes in die Länge gezogen wird. Viele
Male hat man schon gesehen, wie eigentliche Kurzfilme gestreckt
wurden und dadurch mit Unmengen an Langeweile daherkamen. Bei
„Machete“ ist dies aber nicht so. An Langeweile ist bei diesem
Streifen nicht zu denken.
Mit „Machete“ haben Rodriguez („Planet Terror“, „Sin
City“ u.a.) und sein Regie-Begleiter Ethan Maniquis, eine Figur
erschaffen, die direkt Kultstaus erlangen konnte. Und es ist nicht
zuletzt Hauptdarsteller Danny Trejo zu verdanken, dass „Machete“
so cool rüberkommt. Trejos besonderes Aussehen, seine Mimik und die
Gestik verleit der Rolle eben diese Coolness, die nötig ist. Danny
ist nicht nur ein ungewöhnliches, sondern auch ein sehr bekanntes
Gesicht. Er hat in Filmen wie „Hood Of Horror“, „TDR - The
Devil's Rejects”, „Irgendwann in Mexico”, „Con Air”, „From
Dusk Till Dawn” und vielen anderen Produktionen mitgearbeitet,
ohne aber jemals in der Hauptrolle zu stehen. Dass er dies verdient
hat, zeigt Trejo ganz klar. Er ist zwar nicht der allerbeste
Darsteller, aber ein ziemlich lässiger. Und seine 66 Jahre sieht
man Trejo bei seinen Action-Auftritten kaum an.
Bekanntere Darsteller als Trejo sind ebenfalls am Set vertreten. Ob
Robert De Niro als Senator John McLaughlin, Jessica Alba, Steven
Seagal, Michelle Rodriguez, Jeff Fahey, Cheech Marin
als cooler Padre, Don Johnson, Lindsay Lohan oder
Splatter-Pabst Tom Savini. Die gezeigten Leistungen sind durch die
Bank so, wie man sie erwarten darf.
Optisch auffällig, neben dem Aufgebot von Stars, sind die
zahlreichen Splattereffekte. Ähnlich wie in „Planet Terror“
geht es hier fürchterlich zur Sache. Und das nicht nur mit der
Machete, wie man ja aus dem Titel schließen könnte. Die Gewalt
wird ziemlich drastisch und übertrieben dargestellt. Zwar durchaus
selbstzweckhaft aber immerhin so übertrieben, dass man sich keine
Sorgen machen muss. Zudem wurden einige CGIs eingepflegt, die viel
an Authentizität rauben und somit den Eindruck verstärken, man befände
sich in einem Comic-Streifen.
Ähnlich wie bei einem B-Action-Movie gibt es ausreichend Spannung,
Schießereien, Prügeleien und Explosionen. Die Dialoge sind dabei
sinnig und die Handlung nachvollziehbar. Und dann gibt es ja auch
noch die Auseinandersetzung mit der Politik. Mit einem zugekniffenen
Auge wird auf die Problematik der Einwanderung und Integration von
mexikanischen Landsleuten eingegangen. Eine Gesellschaftssatire der
besonderen Art.
„Machete“ darf durchaus als besonderer Film eingestuft werden,
er bringt gegen Ende zwar einige Handlungsschwächen mit sich, kann
im Großen und Ganzen aber überzeugen. Die Hommage an den B-Movie
zeigt, dass Rodriguez seinem Kumpel Tarantino momentan
meilenweit überlegen ist. Und es wäre höchstwahrscheinlich eine
große Freude, wenn die angekündigten Teile 2+3 nicht nur ein Fake
wären, sondern in die Tat umgesetzt würden. |