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Blutüberströmte,
bizarr aussehende Gestalten, besser bekannt als Zombies, schlürfen
durch die Stadt, ahnungslose Passanten und Fahrzeugen werden
kurzerhand belagert und der Verkehr kommt teils zum erliegen…nein
es handelt sich nicht um eine Szene aus einem neuen Horrorfilm,
sondern um eine Szene wie sie jüngst am 18.07.09 in der Frankfurter
Innenstadt geschehen. Diese eher ungewöhnliche „Demonstration“
wird als Zombie Walk deklariert und ist ein Event der besonderen
Art, wie sie nun schon seit einigen Jahren in größeren Städten
von einer stetig wachsenden Fangemeinde zelebriert wird.
History:
Bereits 2003
kamen 6 junge Menschen in Toronto/Kanada auf die Idee zu solch einem
Walk und marschierten als Zombies verkleidet durch die Stadt, wer hätte
damals gedacht, dass diese Idee Schule machen würde? Denn nur
wenige Jahre später schon stieg die Zahl der Teilnehmer drastisch
an und erreichte ihren bisherigen Höhepunkt am 29.10.06 in
Pittsburgh/USA, wo 894 als Zombies kostümierte Gestalten im Zuge
einer Benefizveranstaltung zu Gunsten der „Greater Pittsburgh
Community Food Bank” durch die Stadt wankten/schlürften/zogen und
sie sich somit auch einen Platz im Guinness Buch der Rekorde
sicherten. Inzwischen haben sich diese Veranstaltungen auch in
Deutschland etabliert und jährlich finden in einigen größeren Städten
(Frankfurt, Heidelberg, Köln, Düsseldorf, Berlin…) solche Walks
statt. Veranstalter sind für gewöhnlich Privatpersonen mit einer
Vorliebe für das Horror-Genre. Die Termine erfährt man via
Internet in diversen Foren und Homepages.
Have Fun:
Der Sinn und
Zweck eines Zombie Walks ist schlicht und einfach Spaß haben!!! Man
trifft sich mit Gleichgesinnten und zieht dann in der Gruppe durch
die Stadt. Mitmachen kann jeder, der Lust dazu hat.
Die wenigen
Regeln dabei sind einfach:
- Zombieverkleidung (Ausnahme Fotographen)
- Keine Randale!
Frankfurt 2009:
Beim diesjährigen
Walk in Frankfurt traf man sich zwischen 18 und 19h am Hauptbahnhof
und legte noch die letzten Schliffe bei der Verkleidung an, frischte
das Filmblut noch einmal auf und poste noch kurz für ein paar
Photos. Die unbeteiligten Passanten schienen zunächst etwas
irritiert, doch die meisten nahmen diese ungewöhnliche
Zusammenkunft mit Humor auf und zückten gar ihre Handys um das ein
oder andere Beweisphoto zu schießen. Es sollen sich anfangs sogar
Passanten nach dem Wohlergehen der „Zombies“ erkundet haben, da
das Blut und die künstlichen Wunden teils schon sehr realistisch
wirkten. Nach und nach tauchten schließlich immer mehr Zombies auf
und nach einem kurzen Regenschauer (zum Glück sollte es bei diesem
kurzen Regenbefall bleiben) setzte sich der Tross in Richtung
Stadtmitte in Bewegung.
Der Weg, den
diese Prozession nehmen sollte war zuvor im Internet auf der
Frankfurter Zombie Walk-Seite zu lesen (www.zombiewalk-frankfurt.de.vu).
Angeführt wurde das ganze von den beiden Organisatoren, den
Zombie-Eltern Sturmgeist & Zelas. Es ging zunächst vom
Hauptbahnhof aus in Richtung des Einkaufszentrums My Zeil, von dort
aus weiter zur Konstablerwache und schließlich zum Römer, wo eine
kleine Pause stattfand und auch zwei männliche Zombienonnen zum
Gedenken an Michael Jackson den legendären Moonwalk darboten. Der
kleine Zwischenstopp war auch dafür gut, dass alle etwa 300 Zombies
wieder langsam aufschließen konnten, da immer mal wieder ein
kleineres Grüppchen auf dem bisherigen Weg „verloren“ ging.
Nach diesem kurzen Zwischenstopp wurde der Walk schließlich
fortgesetzt und es ging auf einer anderen Straße zurück zum My
Zeil und weiter zur Alten Oper, wo sich die Zombiebrut nach einem
Gruppenphoto fürs erste auflöste. Anschließend sollte noch zum
Abschluss des Abends in der Diskothek „Final Destination“
gefeiert werden.
Während des
Walks traf man auch auf eine weitere Veranstaltung – den
Christopher Street Day, beide Termine waren jedoch unabhängig
voneinander festgesetzt worden, doch keine der beiden Gruppen störte
sich an der anderen, im Gegenteil beide vertrugen sich hervorragend
und alles blieb auch friedlich. Die Blicke der Zuschauer waren teils
wirklich göttlich und ich denke dass die Zombiebrut einen
bleibenden Eindruck in den Köpfen so manches Zuschauers
hinterlassen hat.
Kostümierung:
Bei der Kostümierung
war teils wirklicher Einfallsreichtum am Werke, neben „normalen“
Zombiegewändern (alte zerfetzte Kleidung mit einer ordentlichen
Portion Filmblut besudelt), gab es auch einige Mädels, die sich als
Krankenschwestern alla Silent Hill verkleideten oder gar in blutigen
Brautkleidern durch die Straßen zogen und auch die männliche Bevölkerung
ließ sich so einiges einfallen und zog teils als Chirurgen, Nonnen,
Soldaten oder gar als Jason umher. Filmblut durfte an diesem Tage in
großen Mengen auf den heimischen Herden geköchelt worden sein.
Besonders schön fand ich auch, dass selbst jüngere Leute mit von
der Partie waren und sogar zwei Hunde den Walk bekleideten, natürlich
ebenfalls in bester Zombiemanier an der Seite ihrer Besitzer – es
gibt eben doch Zombiehunde!
FAZIT:
Der Walk war
absolut genial und gewiss nicht mein letzter!!! Selbst Leute die
ansonsten eher weniger mit der Materie am Hut haben, kann ich nur wärmstens
empfehlen sich diese Gaudi einmal aus der Nähe anzusehen. Es gibt
inzwischen auch einige Videos und zahlreiche Photos über diesen
Walk im Netz.
Bilder zum vergrößern anklicken. (c) Vampiria @Horror-Page 2009
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