Angst

0

Informationen

Darsteller
  • Erwin Leder
  • Rudolf Götz
  • Silvia Rabenreither
  • Edith Rosset
Regie Gerald Kargl
Tonformat Deutsch Dolby Digital Mono 2.0
Bildformat 16:9 (anamorph widescreen)
Sprachen Deutsch
Untertitel
FSK KJ
Ländercode 2
Drehland Österreich
Jahr 1983
Filmlänge 80 Minuten
Verleih Epix
Originaltitel Angst
Angst

Story

Nach 10 Jahren Zuchthaus wird der junge Werner Kniesek entlassen und hat nur eines im Sinn:

Er will Frauen töten.

In seiner Heimatstadt, die ihm aufgrund der langen Abwesenheit fremd geworden ist, versucht er einen Kontakt mit zwei jungen Damen herzustellen, was ihm aber misslingt. Daraufhin setzt er sich in ein Taxi, und will die Fahrerin umbringen. Die Frau wehrt sich und schlägt Werner in die Flucht. Verwirrt und ziellos läuft er umher, bis er an ein abgelegenes Haus gelangt, das ihm aufgrund der Abgelegenheit als perfekter Tatort in Frage kommt. Er bricht in das Haus ein. Im Haus befindet sich ein geistig sowie körperlich behinderter Mann, von dem offensichtlich keinerlei Gefahr ausgeht. Der Killer sieht sich in seiner neuen Behausung um und bemerkt bald, wie die Mutter und die Schwester des Behinderten heimkehren. Auf diesen Moment hat der Killer gewartet und kann nun sein herbeigesehntes Massaker starten…

Kritik

Nach wahren Begebenheiten wurde im Jahre 1983 in Österreich ein erschreckend guter Film in den Kasten gebracht, der den deutschen Filmmarkt nie erreichen sollte. Regisseur Gerald Kargl hatte allen Grund zur Befürchtung, dass sein Werk in Deutschland beschlagnahmt worden wäre. Zum Glück ändern sich die Zeiten aber und nun kann sich auch das deutsche Publikum ein Bild von dem Film „Angst“ machen. Ein Bild, das sich sicherlich nachhaltig in der Hirnrinde festsetzen wird.

Erzählt wird eine wahre Geschichte, wie sie sich in Österreich zugetragen hat. Die Namen der Beteiligten wurden allerdings geändert, wahrscheinlich zum Schutz der Angehörigen. Ein psychopatischer Killer, der von Erwin Leder („Das Boot“, „Underworld“) perfekt gespielt wird, gelangt in Freiheit und will – oder vielmehr muss – seinen perversen Gedanken freien Lauf lassen, um körperliche und seelische Befriedigung zu erlangen. Seine kranke Welt wird zum einen von dem hervorragenden Schauspielkünsten Erwin Leders dokumentiert und zum anderen als „Voice-Over“, also einer im Hintergrund sprechenden Stimme, verdeutlicht.

Dies hat eine dichte und verstörende Atmosphäre zur Folge, die durch technische Soundeffekte, selten gesehene Kameraeinstellungen und hektische Schnitte ergänzt wird. Die Geschichte ist hart, ernst und lässt dem Betrachter kaum eine Chance zum Durchatmen. Alles geht sehr schnell: Haftentlassung, die Szene in der Bar, die Eroberung des Hauses und das Massaker mit anschließender Ritualisierung der Taten. Allerdings gibt es nur wenige, kleine Zeitsprünge, weswegen man den Eindruck gewinnt, den Mörder in bester Big-Brother-Manier verfolgen zu können.

Der Film zeigt den Killer – und nur den Killer – im Vordergrund. Die restlichen Darsteller wirken eher wie Kulissen. Es ist nicht wie in vielen anderen Filmen, wo die Polizei im Hauptblick ist und jeder mitfiebern darf, dass der Täter endlich gefasst wird. Hier wird viel Wert darauf gelegt, die psychisch gestörte Seite des Werner Kniesek darzustellen, was dem Film gut tut und ihn von vielen anderen absetzt.

„Angst“ ist hart, erbarmungslos, verstörend und sicherlich nichts für zartbesaitete Leute. Wer allerdings Filme wie „Henry – Portrait Of A Serial Killer“, „The Secret Life Of Jeffrey Dahmer“ oder auch „Last House On The Left“ mag, dem ist mit diesem Österreichischen Genre-Beitrag ein unerhofftes Geschenk in die Arme gefallen.

Vielen Dank hierfür an das DVD-Label Epix

DVD

DVD-Specials:

Intro von Jörg Buttgereit (SCHRAMM),

2 Kino-Trailer,

Regisseur-Interview,

ANGST-Artikel,

Hinter den Kulissen-Fotogalerie,

Interview mit Komponist Klaus Schulze,

Biografie von Erwin Leder,

Kurzfilm ZIELGERADE,

animiertes Hauptmenü,

EPIX-Trailer-Show

Und, leicht versteckt, ein Special über Jörg Buttgereit

Die Extras sind sehr umfangreich und bestens

dafür geeignet, das Gesehene weiter zu verarbeiten.

Besonders gut ist der Kurzfilm "Zielgerade",

der auf der Horror-Page bereits besprochen wurde.

Zum "Zielgerade"-Review geht es HIER

Bewertung

Splatter 1.gif
Spannung 4.gif
Atmosphäre 6.gif
Ton 3.gif
Bild 5.gif
Features 6.gif
Gesamt 5.gif

Zurück bleibt die Angst

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Informationen

OT:Ghost Story

ca.105 Minuten

USA 1981

Regie

  • John Irvin
Darsteller

  • Fred Astaire
  • Melvyn Douglas
  • Douglas Fairbanks Jr.
  • John Houseman
  • u.a.

Zurück bleibt die Angst

Story

Regelmäßig treffen sich die vier reifen Gentlemen, um ihrer gemeinsamen Leidenschaft nachzugehen. Bei Zigarren und Brandy lehren sich die Herren mit Gruselgesichten gegenseitig das Fürchten. Und noch etwas verbindet die Mitglieder der „Chowder Society“: Ein schreckliches Geheimnis, der Mord an einer jungen Frau. Durch den mysteriösen Tod eines ihrer Söhne holt sie nun die Vergangenheit ein. Nach 50 Jahren nimmt der ruhelose Geist der Toten Rache…

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Kritik

Es muss nicht immer der King sein… Zugegeben: Zumindest was die Verkaufszahlen betrifft, ist wohl Stephen King – der unumstrittene König der modernen Horror-Literatur. Auch die vielen Verfilmungen seiner Bücher wie „ES“, „Shining“, „Carrie“ sind bei Fans und Kritikern gleichermaßen beliebt. Doch auch abseits des King’schen Gruselkönigreichs ziehen andere Meister des Grauens regelmäßig erfolgreich die Leser mit ihren Schauergeschichten in den Bann. Clive Barker ist ein gutes Beispiel dafür. – Oder eben Peter Straub. Sein Roman „Ghost Story“ (hierzulande unter dem Titel „Geisterstunde“ veröffentlicht) lieferte 1981 die Vorlage für einen gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerten Gruselfilm. „Ghost Story“ ist ein ebenso solides wie unterhaltsames Stück Geisterfilm mit netter winterlicher Atmosphäre, einem passenden Score von Filmkomponist Philipp Sarde, funktionierenden Schockmomenten und vier Hollywoodveteranen in Hochform – nur noch übertroffen von der überragenden Alice Krige als Rachegeist. Für seine Leinwand-Adaption von „Ghost Story“ ist es Regisseur John Irvin nicht nur gelungen, Peter Straubs Werk würdig umzusetzen, er konnte hierfür eine mehr als illustre Schar alt gedienter Hollystars um sich versammeln: Fred Astaire, Melvyn Douglas, Douglas Fairbanks Jr., John Houseman.Wenn sich diese vier Veteranen des Kinos gemeinsam in einem Film die Ehre geben, dann geraten Cineasten sicherlich ins Schwärmen. Reine Horror-Fans dürfte die Ankündigung eines Fred Astaires in einem Gruselfilm allerdings zunächst erst einmal verwirren, wenn nicht gar abschrecken, schließlich erntete der Hollywoodstar seinen Ruhm in erster Linie in ganz anderen, seichteren Genres, wobei er vor allem den Tanzfilm wie kein Zweiter prägte. Skeptiker brauchen allerdings keine Angst zu haben: Weder singt, noch tanzt Fred Astaire. Im Gegenteil: Der Weltstar, für den „Ghost Story“ der letzte abendfüllende Kino-Film sein sollte wirkt in seiner Rolle als von Alpträumen geplagter Senior alles andere als ein Fremdkörper. Ebenso wie seine berühmten Kollegen ist er die ideale Besetzung als einer der Gentleman der „Chowder Society“. Der eigentliche Hingucker des Films indes ist weiblich und spielt die großen Recken des Kinos locker an die Wand. In ihrer Doppelrolle als verführerischer Vamp und Rachegeist bringt Alice Krige das Blut ihrer männlichen Filmkollegen zunächst zum Kochen und dann zum Gefrieren. Die gebürtige Südafrikanerin, die Horror-Fans u.a. durch ihr Mitwirken in Stephen King’s „Schlafwandler (1992) bekannt sein dürfte, macht nicht nur optisch – mal erotisch im Eva-Kostüm, dann gespenstisch mit Brautkleid und eiskaltem Blick – eine gute Figur. Ihr gehören die magischen Momente des Films, die Schlüsselszenen und unvergessene Monologe wie dieser: „An Orte will ich Dich bringen, wo Du noch niemals warst. Dinge werde ich Dir zeigen, die Du noch niemals sahst. Und Dein Leben möchte ich aus Dir heraus rinnen sehen…“ Zu Recht bezeichnet Alice Krige ihre Rolle in „Ghost Story“ als den bis dato wichtigsten Part ihrer Karriere.Auch ihr Kollege Craig Wasson, hier ebenfalls in einer Doppelrolle, liefert eine ordentliche Leistung ab. Gleiches gilt im Übrigen für das Special-Effects-Team um Henry Miller jr.. Dessen inszenierte Schockeffekte sind zwar spärlich gesät dafür aber umso wirkungsvoller platziert. Für Regisseur John Irvin (u.a. „Der City Hai“ 1986) stellt „Ghost Story“ bislang den einzigen Ausflug ins Horror-Genre dar. Das ist zwar schade. Dennoch bleibt Hoffnung auf weitere. Denn schließlich hat der gute Mann gezeigt, dass er das Zeug dazu hat, einen „Straub“ auf der Leinwand zum „King“ werden zu lassen… Fazit: Der ideale Opener für einen klassischen Heimkino-Grusel-Marathon an einem stürmischen Winterabend. Am besten bei Kerzenschein und einem Glas Rotwein genießen. Danach darf es dann auch gerne ein bisschen Stephen King sein…

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Bewertung

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Spannung 3.gif
Story 3.gif
Ekelfaktor 2.gif
Atmosphäre 4.gif
Gesamt 4.gif

Ähnlicher Film:

  • Das Haus der langen Schatten
  • The Ring

Penetration Angst

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Informationen

OT:Penetration Angst

ca.99 Minuten

GB 2003

Regie

  • Wolfgang Büld
Darsteller

  • Fiona Horsey
  • Paul Conway
  • Jon Campling
  • u.a.

Penetration Angst

Story

Die attraktive Helen wird gerade von einem Verehrer beturtelt, als plötzlich ein Auto mit einem schmierigen Typ hält. Die junge Frau gibt dem verdutzten Schüchterling einen Korb und steigt in das Auto, um kurze Zeit später von dem groben Fahrer vergewaltigt zu werden.

Allerdings spielt sich merkwürdiges ab: Der Vergewaltiger verschwindet spurlos, als er zum Höhepunkt kommt. Nur seine Klamotten sind noch da. Später macht sich Helen dann auf den Weg zu ihrem Frauenarzt, der ebenfalls nichts Gutes mit ihr im Sinn hat. Er betäubt sie und macht sich dann über die Schlafende her. Als diese aus ihrer Narkose erwacht findet sie nur noch die Kleidung des Arztes und ein gefülltes Kondom.

Helen ahnt, dass mit ihrer Vagina etwas nicht in Ordnung ist und ihr Unterleib meldet sich auch wenig später mit den hungrigen Worten: „FEED ME!!“…

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Kritik

Regisseur Wolfgang Büld ist einer dieser Menschen, die sich erst spät im Leben outen. Vormals bekannt geworden mit Punk-Dokus quotenreichen Klassikern wie „Und tschüß“ [TV-Serie], „Go Trabi Go 2“, „Manta, Manta“, „Der Formel Eins Film“ oder auch „Gib Gas – Ich will Spaß!“ mit den damals äußerst populären Nena und Markus, brach er 2003 mit dem „normalen“ Film und machte sich auf, eine kleine, Genreübergreifende independent Produktion in den Kasten zu bringen. Sein geringes Budget brachte er in England zusammen und drehte dort auch „Penetration Angst“.

Die Story ist wirklich harter Tobak. Eine männerfressende Muschi, die schon mal mit einer leckeren Bockwurst oder Säure zur Ruhe gebracht wird. Trash pur. Gepaart mit mehr oder weniger Szenen, die unweigerlich das Wort Sexploitation nach sich ziehen. Klar, wenn man wenig Geld, dafür aber eine nett anzusehende, freizügige Darstellerin hat, liegt das ja auch auf der Hand. Aber Bülds Film ist mehr als nur ein kleiner, unbedeutender Schmuddelstreifen. Er ist erstaunlicherweise sehr unterhaltsam, da er auch noch einen Nebenplot zu der Geschichte rund um Helens Freudenspalte mit sich bringt. Da geht es zum Beispiel um Sex mit Siamesischen Zwillingen und einer Zwangstrennung mit dem elektrischen Brotmesser. Das dargestellte ist äußerst schräg und zumeist auch mit einem sehr besonderen Humor versehen.

Atmosphärisch ist das Ganze sehr dicht und stets mit einer bedrückenden Stimmung versehen. Trotz einiger lustigen Einlagen. Büld versteht es sehr gut einer andere Seite der Gesellschaft darzustellen, die, zugegebenermaßen, sehr übertrieben in den Kasten kommt. Aber dennoch zum Nachdenken animiert.

Aber sicherlich ist in „Penetration Angst“ nicht alles Gold was glänzt. Der Anfang ist zwar kurios, beinhaltet aber auch einige Szenen, die etwas langweilig und nichts sagend sind. Wer möchte das einem Amateur-Werk respektive einer Untergrundproduktion aber böse nehmen? Für Ottonormalverbraucher dürfte „Penetration Angst“ sowieso ein Film sein, der nach kurzer Zeit abgeschaltet, oder aufgrund der Thematik erst gar nicht zugelegt wird. Fans des weniger normalen Film dürften aber durchaus ihre Freude haben, da es hier etwas nicht Alltägliches zusehen gibt.

Darstellerisch wird einem ein breites Band präsentiert, das von sehr schlecht bis solide reicht. Hautdarstellerin Fiona Horsey spielt ihre Rolle passabel. Ihr kommt natürlich zu gute, dass sie extrem zeigefreudig ist und in diese Hinsicht auch etwas zu bieten hat. Neben entblößten Menschen gibt es auch einige Horror-Einlagen, die bis auf eine Ausnahme aber nicht sonderlich brutal sind.

„Penetration Angst“ ist ein extrem außergewöhnlicher Film, der sowohl gemocht als auch verspottet wird, was ihn nicht unbedingt uninteressant macht.

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Bewertung

Splatter 2_5.gif
Spannung 4_5.gif
Story 3_5.gif
Ekelfaktor 3_5.gif
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Ähnlicher Film:

  • Lovesick
  • Twisted Sisters

Nude Fear – Nackte Angst

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Informationen

OT:Chui hung 20 nin

ca.89 Minuten

Hongkong 1998

Regie

  • Alan Mak
Darsteller

  • Kathy Chow
  • Tse Kwan Ho
  • Cheung Tat-Ming
  • u.a.

Nude Fear - Nackte Angst

Story

Als junges Mädchen musste die engagierte Polizistin Joyce Chan Wing-yee mit ansehen, wie ihre Mutter bestialisch ermordet wurde. Sie fand sie gefesselt und stark blutend in ihrer gemeinsamen Wohnung und konnte erst nicht realisieren, was überhaupt geschehen ist. Dieses Ereignis ist höchstwahrscheinlich der Grund ihrer späteren Berufswahl. Und wie es kommen muss, macht sie als junge Polizistin eine Erfahrung, die den prägenden Erlebnissen aus ihrer Jugend ähnelt. Der Tatort ist ähnlich rituell hergerichtet, wie damals bei ihrer Mutter, was Joyce, die ohnehin ihre ganze Energie in ihre Arbeit legt, dazu veranlasst, sich von diesem Fall nicht mal mehr ansatzweise abzuwenden.

Doch der Fall ist alles andere als leicht zu lösen: Es wird ein Tatverdächtiger gefasst, der zwar für den aktuellen, nicht aber für den Fall aus der Vergangenheit in Frage kommt. Komischerweise weiß der Verdächtige aber bestens über Joyces Mutter Bescheid. Doch bevor Joyce näheres erfahren kann, bringt sich der mögliche Mörder grausam um. Zudem taucht ein Mädchen mit merkwürdiger Vergangenheit auf: 12 Jahre war sie verschwunden und, wie sich rausstellt, von dem Mörder Joyces Mutter entführt und von der Außenwelt abgekapselt gehalten. Das ganze Geschehen wird immer komplizierter, doch Joyce ist von dem Gedanken besessen, den Mörder zu stellen…

Kritik

Als ultimativer Psycho-Thriller, dem Klassiker "Sieben" ähnlich, wird "Nude Fear" angepriesen und es ist nicht schwer zu erraten, dass der Beitrag aus Hongkong mit dem Vorbild nicht wirklich Schritt halten kann. Aber dennoch ist "Nude Fear" alles andere als eine Enttäuschung. Er präsentiert sich als äußerst unterhaltsamer Film, der eigentlich über die gesamte Spielzeit überzeugen und erstklassig unterhalten kann. Besonders der Anfang weiß zu gefallen, in dem eine dunkle, verstörende Stimmung aufgebaut wird, die analog zur auftauchenden Spannung und dem Erzählten, dem Betrachter sicherlich nicht mal den Hauch eines Gedanken in sich aufkommen lässt, den Rest des Films nicht weiterzugucken. Der Zuschauer wird in den Bann des Films gerissen, dessen Umklammerung sich aber sukzessive löst. Sicherlich ohne auf ein schlechtes Niveau zu fallen, doch der Ende des Streifens kann mit dem Anfang nicht ganz mithalten.

Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mädchens, das den Tod ihrer Mutter miterlebt und sich im Laufe der nächsten Jahre zu einer nahezu besessenen Polizistin entwickelt, die nur für ihren Job zu leben scheint.

Und was wäre da angebrachter, als sie mit ihren bösen Erinnerungen aus ihrer Jugend zu konfrontieren? Logisch ist das zwar nicht unbedingt, hilft der Geschichte aber in Schwung zu kommen und die Protagonistin, die solide von Kathy Chow verkörpert wird, in einem bedauerlichen Licht zu stehen, was unweigerlich filmisches Mitleid auslöst. Im Laufe der Geschichte verdichtet sich das Netz der Verdächtigen, bis die junge Polizistin ihrem Gegenpart gegenüber steht und versucht, ihm den Garaus zu machen.

Wie gesagt, verflachen die Ereignisse etwas während des Duells von Gut gegen Böse. Die Rätsel vor der Zusammenkunft sind zwar gut und logisch in die Geschichte integriert, doch es gibt keine Ereignisse, die an Filme wie zum Beispiel "Sieben" erinnern. Die Ereignisse sind weniger spektakulär und intelligent eingebettet worden. Harte Einlagen gibt es nicht, mal abgesehen von einigen blutreichen Aufnahmen. Dafür ist die Rolle des Bösewichts aber so richtig schön böse, wie man sich das wünscht. Und… bis aufgedeckt ist, bei wem es sich um den Bösewicht handelt, kann der Zuschauer lustig mitraten, ohne jedoch eine gute Chance zu besitzen, richtig zu tippen.

Wer von "Nude Fear" erwartet, dass er besonders innovativ ist und auf eine Analogie zu "Sieben" erwartet, der ist auf dem Holzweg. Wer allerdings ohne diese Erwartungen an den Film rangeht, der wird bestens unterhalten und wird sich den Filmtitel positiv in Erinnerung halten.

Bewertung

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Spannung 4_5.gif
Story 4.gif
Ekelfaktor 3.gif
Atmosphäre 4_5.gif
Gesamt 4_5.gif

Ähnlicher Film:

Angst

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Informationen

OT:Angst

ca. 80 Minuten

Österreich 1983

Regie

  • Gerald Kargl
Darsteller

  • Erwin Leder
  • Rudolf Götz
  • Silvia Rabenreither
  • Edith Rosset
  • u.a.

Angst

Story

Nach 10 Jahren Zuchthaus wird der junge Werner Kniesek entlassen und der hat nur eines im Sinn: Er will Frauen töten.

In seiner Heimatstadt, die ihm aufgrund der langen Abwesenheit fremd geworden ist, versucht er einen Kontakt mit zwei jungen Damen zu herzustellen, was ihm aber misslingt. Daraufhin setzt er sich in ein Taxi, wo er die Fahrerin umbringen will, was die Frau aber verhindern kann und den angehenden Mörder daraufhin zur Flucht zwingt. Verwirrt und ziellos läuft er umher, bis er an ein abgelegenes Haus gelangt, dass ihm aufgrund der Abgelegenheit als perfekter Schauplatz in Frage kommt.

Er bricht in das Haus ein, indem sich ein geistig sowie körperlich behinderter Mann befindet, von dem offensichtlich keinerlei Gefahr ausgeht. Der Killer sieht sich in seiner neuen Behausung um und bemerkt bald, wie die Mutter und die Schwester des Behinderten heimkehren. Auf diesen Moment hat der Killer gewartet und kann nun sein herbeigesehntes Massaker starten…

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Kritik

Nach wahren Begebenheiten wurde im Jahre 1983 in Österreich ein erschreckend guter Film in den Kasten gebracht, der den deutschen Filmmarkt nie erreichen sollte. Regisseur Gerald Kargl hatte allen Grund zur Befürchtung, dass sein Werk in Deutschland beschlagnahmt worden wäre. Zum Glück ändern sich die Zeiten aber, und nun können sich auch Deutsche ein Bild von dem Film „Angst“ machen, das sich sicherlich nachhaltig in der Hirnrinde festsetzen wird.

Erzählt wird eine wahre Geschichte, wie sie sich in Österreich zugetragen hat. Die Namen der Beteiligten wurden allerdings geändert, wahrscheinlich zum Schutz der Angehörigen. Ein psychopatischer Killer, der von Erwin Leder („Das Boot“, „Underworld“) perfekt gespielt wird, gelangt in Freiheit und will – oder vielmehr muss – seinen perversen Gedanken freien Lauf lassen, um körperliche und seelische Befriedigung zu erlangen. Seine kranke Welt wird zum einen von dem hervorragenden Schauspielkünsten Erwin Leders dokumentiert und zum anderen als „Voice-Over“, also einer im Hintergrund sprechenden Stimme, verdeutlicht.

Dies hat eine dichte und verstörende Atmosphäre zur Folge, die durch technische Soundeffekte, selten gesehene Kameraeinstellungen und hektische Schnitte untermalt wird. Die Geschichte ist hart, ernst und lässt dem Betrachter kaum eine Chance um durchzuatmen. Alles geht sehr schnell: Haftentlassung, die Szene in der Bar, die Eroberung des Hauses und das Massaker mit anschließender Ritualisierung der Taten. Allerdings gibt es nur wenige, kleine Zeitsprünge, weswegen man den Eindruck gewinnt, den Mörder in bester Big-Brother-Manier verfolgen zu können.

Der Film zeigt den Killer – und nur den Killer – im Vordergrund. Die restlichen Darsteller wirken eher wie Statisten. Es ist nicht wie in vielen anderen Filmen, wo die Polizei im Mittelpunkt des Geschehens steht, und jeder mitfiebern darf, dass der Täter endlich gefasst wird. Hier wird viel Wert darauf gelegt, die psychisch verstörte Seite des Werner Kniesek darzustellen, was dem Film gut tut und ihn von vielen anderen absetzt.

„Angst“ ist hart, erbarmungslos, verstörend und sicherlich nichts für zartbesaitete Leute. Wer allerdings Filme wie „Henry – Portrait Of A Serial Killer“, „The Secret Life Of Jeffrey Dahmer“ oder auch „Last House On The Left“ mag, dem ist mit diesem Österreichischen Genre-Beitrag ein unerhofftes Geschenk in die Arme gefallen.

Vielen Dank hierfür an das DVD-Label Epix

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Bewertung

Splatter 2.gif
Spannung 4.gif
Story 4.gif
Ekelfaktor 4.gif
Atmosphäre 6.gif
Gesamt 5.gif

Ähnlicher Film:

  • Henry – Portrait Of A Serial Killer
  • The Secret Life Of Jeffrey Dahmer

Possession – Die Angst stirbt nie

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Informationen

Drehland USA
Drehjahr 2007
Laufzeit ca. 82 Minuten
Regie Joel Bergvall Simon Sandquist
Darsteller Sarah Michelle Gellar Lee Pace Michael Landes Joel Bergvall u.a.
Bild
  • 2
  • 35:1 (anamorph/16:9)
Ton
  • DD5.1
  • DTS
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK 16
Possession - Die Angst stirbt nie

Story

Die Brüder Ryan und Roman sind von Natur aus grundverschieden. Etwas haben sie eines Tages aber gemeinsam: Beide steigen in ihr jeweiliges Auto, die sich dann unfalltechnisch treffen. Beide werden aus ihren fahrbaren Untersätzen rausgeschleudert, beide erleiden dabei einen Herzstillstand woraufhin beide wiederbelebt werden, aber im Koma landen. Natürlich werden dann beide noch auf das selbe Zimmer im Krankenhaus verfrachtet.

Roman erwacht nach einiger Zeit. Allerdings hat er das Problem, dass er sich für seinen Bruder Ryan hält. Dessen Ehefrau soll Roman mit zu sich nehmen. Sie macht dies auch und stellt mit der Zeit seltsame Dinge fest…

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Kritik

Sarah Michelle Gellar war in den letzten Jahren in einigen Horror-Produktionen zu sehen. Darunter auch als Karen Davis in „The Grudge – Der Fluch“ Teil 1+2. Bekanntermaßen zwei Remakes, deren Vorlagen aus Asien, genauer gesagt Japan, stammen. Im Jahre 2007 ist sie dann in einem ähnlichen Streifen zu sehen, dessen Wurzeln in Südkorea angesiedelt sind und der neu für den US-Markt verfilmt wurde. In Deutschland ist die Vorlage bis dato noch nicht erschienen, weswegen es schwierig ist, „Possession“ mit dem Original „Addiction“ zu vergleichen. Allerdings scheint dies nicht sonderlich wichtig, da man nach der Betrachtung dieses Films erst ein mal genug von der Thematik haben dürfte.

Denn „Possession“ ist zwar durchaus ein Horror-Film, aber keiner der guten und erst recht keiner der intensiven Sorte. Er ist streckenweise atmosphärisch angelegt und kommt mit netten Bildern daher. Der Inhalt ist aber ebenso (für Horror-Verhältnisse) trivial wie ohne Höhepunkte ausgestattet. Die Geschichte dreht sich um ein junges Pärchen, was plötzlich durch einen Autounfall getrennt wird. Nach einiger Zeit kommt dann der Bruder des Ehemannes zurück und nimmt dessen Rolle ein. Das Geschehen ist zwar grundsätzlich etwas mysteriös, aber niemals so interessant, dass man sich nach Aufklärung sehnt. Man ahnt eher, wo der Hase lang läuft und fiebert dem Finale entgegen.

So richtig gruselig und schockierend wird es nie. Für Splatter und Gore ist auch kein Platz. Abgesehen von einer Szene mit einem Messerchen, welche dann letztendlich die FSk16 Freigabe rechtfertigt. Da der Spannungsbogen auch nicht der gespannteste und die Geschichte nicht sehr reichhaltig ist, bleibt an sich nicht viel übrig, was dem Film ein paar positive Eindrücke abgewinnen könnte. Die Optik der Kamera wurde ja schon genannt. Die Regisseure Joel Bergvall („Invisible – Gefangen im Jenseits“) und Simon Sandquist (ebenfalls „Invisible – Gefangen im Jenseits“) fangen schöne Bilder ein, auch wenn das den Film nicht wirklich weiterbringt. Wer sich das einzige Werk der beiden Schweden angesehen hat, wird einige Parallelen feststellen. „Invisible – Gefangen im Jenseits“ war jedoch ganz weit weg von Hollywood und Mainstream, was ihn sehenswert gemacht hat.

Durchaus sehenswert sind die Darsteller in „Possession“. Allen voran natürlich Sarah Michelle Gellar („Scream 2“, „Buffy – Im Bann der Dämonen“ u.a.), die zwar nicht mehr jünger wird, ihren Stiefel aber gekonnt runterspielt. Michael Landes („Final Destination 2“) und Lee Pace spielen die Brüder Roman und Ryan ebenfalls ordentlich. Den drei Hauptakteuren kommt sicherlich zugute, dass die Charakterzeichnung nur oberflächlich angelegt ist.

Unterm Strich sind die wenigen positiven Eindrücke aber natürlich etwas zu wenig für einen gut funktionierenden Film. Denn „Possession – Die Angst stirbt nie“ kommt zu spannungs- und überraschungsfrei daher. Bringt zudem nichts mit, was man schon in irgendeiner Art und Weise in einem anderen Streifen gesehen hat. Das technische Niveau ist zwar gut, die Geschichte wird aber zu schleppend und zu unaufgeregt erzählt.

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DVD

Das Bild und gerade der Ton der DVD sind nicht wirklich zu bemängeln. Hier hat man sehr gute Qualität vorliegen. Besonders die Akustik kann dank des guten Score überzeugen. Im sehr nett gestalteten DVD-Menü kann man zu dem Submenü „Extras“ gelangen, was sicherlich den Höhepunkt der Silberscheibe markiert. Es gibt eine FEATURETTE (3:33 Minuten), das Making Of BEIM DREH (16:34 Minuten), DELETED SCENES (2:33 Minuten), ein ALTERNATIVES ENDE (29:14 Minuten), INTERVIEWS (18:55 Minuten), den ORIGINALTRAILER sowie eine TRAILERSHOW mit vier Titeln. Alles, falls notwenig, in deutsch untertitelt. Zudem gibt es nach dem Einlegen der DVD drei Trailer, die automatisch abgespielt werden. Technisch gibt es für „Possession“ die volle Punktzahl, leider kann aber auch das den Film an sich nicht retten.

Bewertung

Splatter 2010_1_5.gif
Spannung 2010_2_5.gif
Story 2010_2_5.gif
Ekelfaktor 2010_1.gif
Atmosphäre 2010_3.gif
Tonqualität 2010_6.gif
Bildqualität 2010_6.gif
Zusatzmaterial 2010_5.gif
Gesamteindruck 2010_2.gif

Ähnlicher Film:

Zurück bleibt die Angst

0

Informationen

Drehland USA
Drehjahr 1981
Laufzeit ca. 105 Minuten
Regie John Irvin
Darsteller Fred Astaire Melvyn Douglas Douglas Fairbanks Jr. John Houseman u.a.
Bild
  • 1
  • 85:1 (anamorph/16:9)
Ton DD2.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK 16
Zurück bleibt die Angst

Story

Regelmäßig treffen sich die vier reifen Gentlemen, um ihrer gemeinsamen Leidenschaft nachzugehen. Bei Zigarren und Brandy lehren sich die Herren mit Gruselgesichten gegenseitig das Fürchten. Und noch etwas verbindet die Mitglieder der „Chowder Society“: Ein schreckliches Geheimnis, der Mord an einer jungen Frau. Durch den mysteriösen Tod eines ihrer Söhne holt sie nun die Vergangenheit ein. Nach 50 Jahren nimmt der ruhelose Geist der Toten Rache…

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Kritik

Es muss nicht immer der King sein… Zugegeben: Zumindest was die Verkaufszahlen betrifft, ist wohl Stephen King – der unumstrittene König der modernen Horror-Literatur. Auch die vielen Verfilmungen seiner Bücher wie „ES“, „Shining“, „Carrie“ sind bei Fans und Kritikern gleichermaßen beliebt. Doch auch abseits des King’schen Gruselkönigreichs ziehen andere Meister des Grauens regelmäßig erfolgreich die Leser mit ihren Schauergeschichten in den Bann. Clive Barker ist ein gutes Beispiel dafür. – Oder eben Peter Straub. Sein Roman „Ghost Story“ (hierzulande unter dem Titel „Geisterstunde“ veröffentlicht) lieferte 1981 die Vorlage für einen gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerten Gruselfilm. „Ghost Story“ ist ein ebenso solides wie unterhaltsames Stück Geisterfilm mit netter winterlicher Atmosphäre, einem passenden Score von Filmkomponist Philipp Sarde, funktionierenden Schockmomenten und vier Hollywoodveteranen in Hochform – nur noch übertroffen von der überragenden Alice Krige als Rachegeist. Für seine Leinwand-Adaption von „Ghost Story“ ist es Regisseur John Irvin nicht nur gelungen, Peter Straubs Werk würdig umzusetzen, er konnte hierfür eine mehr als illustre Schar alt gedienter Hollystars um sich versammeln: Fred Astaire, Melvyn Douglas, Douglas Fairbanks Jr., John Houseman.Wenn sich diese vier Veteranen des Kinos gemeinsam in einem Film die Ehre geben, dann geraten Cineasten sicherlich ins Schwärmen. Reine Horror-Fans dürfte die Ankündigung eines Fred Astaires in einem Gruselfilm allerdings zunächst erst einmal verwirren, wenn nicht gar abschrecken, schließlich erntete der Hollywoodstar seinen Ruhm in erster Linie in ganz anderen, seichteren Genres, wobei er vor allem den Tanzfilm wie kein Zweiter prägte. Skeptiker brauchen allerdings keine Angst zu haben: Weder singt, noch tanzt Fred Astaire. Im Gegenteil: Der Weltstar, für den „Ghost Story“ der letzte abendfüllende Kino-Film sein sollte wirkt in seiner Rolle als von Alpträumen geplagter Senior alles andere als ein Fremdkörper. Ebenso wie seine berühmten Kollegen ist er die ideale Besetzung als einer der Gentleman der „Chowder Society“. Der eigentliche Hingucker des Films indes ist weiblich und spielt die großen Recken des Kinos locker an die Wand. In ihrer Doppelrolle als verführerischer Vamp und Rachegeist bringt Alice Krige das Blut ihrer männlichen Filmkollegen zunächst zum Kochen und dann zum Gefrieren. Die gebürtige Südafrikanerin, die Horror-Fans u.a. durch ihr Mitwirken in Stephen King’s „Schlafwandler (1992) bekannt sein dürfte, macht nicht nur optisch – mal erotisch im Eva-Kostüm, dann gespenstisch mit Brautkleid und eiskaltem Blick – eine gute Figur. Ihr gehören die magischen Momente des Films, die Schlüsselszenen und unvergessene Monologe wie dieser: „An Orte will ich Dich bringen, wo Du noch niemals warst. Dinge werde ich Dir zeigen, die Du noch niemals sahst. Und Dein Leben möchte ich aus Dir heraus rinnen sehen…“ Zu Recht bezeichnet Alice Krige ihre Rolle in „Ghost Story“ als den bis dato wichtigsten Part ihrer Karriere.Auch ihr Kollege Craig Wasson, hier ebenfalls in einer Doppelrolle, liefert eine ordentliche Leistung ab. Gleiches gilt im Übrigen für das Special-Effects-Team um Henry Miller jr.. Dessen inszenierte Schockeffekte sind zwar spärlich gesät dafür aber umso wirkungsvoller platziert. Für Regisseur John Irvin (u.a. „Der City Hai“ 1986) stellt „Ghost Story“ bislang den einzigen Ausflug ins Horror-Genre dar. Das ist zwar schade. Dennoch bleibt Hoffnung auf weitere. Denn schließlich hat der gute Mann gezeigt, dass er das Zeug dazu hat, einen „Straub“ auf der Leinwand zum „King“ werden zu lassen… Fazit: Der ideale Opener für einen klassischen Heimkino-Grusel-Marathon an einem stürmischen Winterabend. Am besten bei Kerzenschein und einem Glas Rotwein genießen. Danach darf es dann auch gerne ein bisschen Stephen King sein…

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DVD

Kein Zweifel: John Irvin’s „Ghost Story“ kann ohne weiteres als ein Klassiker des Geisterfilms bezeichnet werden. Schade daher, dass die DVD selbst dann auch eher „klassisch“ daherkommt. Die hier gebotene deutsche und englische Tonspur, dazu optionale deutsche Untertitel, sind ja bekanntlich inzwischen gängiger Standard. Gleiches gilt für die Kapiteldirektanwahl. Darüber hinaus bietet der Silberling leider keinen weiteren Sonderkomfort. Einziger Lichtblick ist eine üppige Trailershow, die mit einigen Klassikern Vorfreude auf weitere Veröffentlichungen von MIG schürt.

Bewertung

Splatter 2010_1.gif
Spannung 2010_3.gif
Story 2010_3.gif
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Penetration Angst

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Informationen

Darsteller
  • Fiona Horsey
  • Paul Conway
  • Jon Campling
Regie Wolfgang Büld
Tonformat Deutsch Dolby Digital 2.0 & 5.1; Englisch Dolby Digital 2.0 & 5.1
Bildformat
  • 1:1
  • 85 (anamorph tbc)
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel Deutsch
FSK Keine Jugendfreigabe (KJ)
Ländercode 2
Drehland Großbritannien
Jahr 2003
Filmlänge 99 Minuten
Verleih Epix
Originaltitel PENETRATION ANGST
Penetration Angst

Story

Die attraktive Helen wird gerade von einem Verehrer beturtelt, als plötzlich ein Auto mit einem schmierigen Typ hält. Die junge Frau gibt dem verdutzten Schüchterling einen Korb und steigt in das Auto, um kurze Zeit später von dem groben Fahrer vergewaltigt zu werden.

Allerdings spielt sich merkwürdiges ab: Der Vergewaltiger verschwindet spurlos, als er zum Höhepunkt kommt. Nur seine Klamotten sind noch da.Später macht sich Helen dann auf den Weg zu ihrem Frauenarzt, der ebenfalls nichts Gutes mit ihr im Sinn hat. Er betäubt sie und macht sich dann über die Schlafende her. Als diese aus ihrer Narkose erwacht findet sie nur noch die Kleidung des Arztes und ein gefülltes Kondom.Helen ahnt, dass mit ihrer Vagina etwas nicht in Ordnung ist und ihr Unterleib meldet sich auch wenig später mit den hungrigen Worten: „FEED ME!!“…

Kritik

Regisseur Wolfgang Büld ist einer dieser Menschen, die sich erst spät im Leben outen. Vormals bekannt geworden mit Punk-Dokus quotenreichen Klassikern wie „Und tschüß“ [TV-Serie], „Go Trabi Go 2“, „Manta, Manta“, „Der Formel Eins Film“ oder auch „Gib Gas – Ich will Spaß!“ mit den damals äußerst populären Nena und Markus, brach er 2003 mit dem „normalen“ Film und machte sich auf, eine kleine, Genreübergreifende independent Produktion in den Kasten zu bringen. Sein geringes Budget brachte er in England zusammen und drehte dort auch „Penetration Angst“.

Die Story ist wirklich harter Tobak. Eine männerfressende Muschi, die schon mal mit einer leckeren Bockwurst oder Säure zur Ruhe gebracht wird. Trash pur. Gepaart mit mehr oder weniger Szenen, die unweigerlich das Wort Sexploitation nach sich ziehen. Klar, wenn man wenig Geld, dafür aber eine nett anzusehende, freizügige Darstellerin hat, liegt das ja auch auf der Hand. Aber Bülds Film ist mehr als nur ein kleiner, unbedeutender Schmuddelstreifen. Er ist erstaunlicherweise sehr unterhaltsam, da er auch noch einen Nebenplot zu der Geschichte rund um Helens Freudenspalte mit sich bringt. Da geht es zum Beispiel um Sex mit Siamesischen Zwillingen und einer Zwangstrennung mit dem elektrischen Brotmesser. Das dargestellte ist äußerst schräg und zumeist auch mit einem sehr besonderen Humor versehen.

Atmosphärisch ist das Ganze sehr dicht und stets mit einer bedrückenden Stimmung versehen. Trotz einiger lustigen Einlagen. Büld versteht es sehr gut einer andere Seite der Gesellschaft darzustellen, die, zugegebenermaßen, sehr übertrieben in den Kasten kommt. Aber dennoch zum Nachdenken animiert.

Aber sicherlich ist in „Penetration Angst“ nicht alles Gold was glänzt. Der Anfang ist zwar kurios, beinhaltet aber auch einige Szenen, die etwas langweilig und nichts sagend sind. Wer möchte das einem Amateur-Werk respektive einer Untergrundproduktion aber böse nehmen? Für Ottonormalverbraucher dürfte „Penetration Angst“ sowieso ein Film sein, der nach kurzer Zeit abgeschaltet, oder aufgrund der Thematik erst gar nicht zugelegt wird. Fans des weniger normalen Film dürften aber durchaus ihre Freude haben, da es hier etwas nicht Alltägliches zusehen gibt.

Darstellerisch wird einem ein breites Band präsentiert, das von sehr schlecht bis solide reicht. Hautdarstellerin Fiona Horsey spielt ihre Rolle passabel. Ihr kommt natürlich zu gute, dass sie extrem zeigefreudig ist und in diese Hinsicht auch etwas zu bieten hat. Neben entblößten Menschen gibt es auch einige Horror-Einlagen, die bis auf eine Ausnahme aber nicht sonderlich brutal sind.

„Penetration Angst“ ist ein extrem außergewöhnlicher Film, der sowohl gemocht als auch verspottet wird, was ihn nicht unbedingt uninteressant macht.

DVD

DVD-Specials:

Making Of, Trailer, Bildergalerie, EPIX-Trailer-Show

In dem nett animierten Hauptmenü, das mit einer sehr guten Musik hinterlegt ist, kann man folgendes Zusatzmaterial abrufen:

Neben der üblichen Trailershow gibt es ein paar Bilder, den Originaltrailer und ein Making Of, dem wahlweise deutsche Untertitel beigeschaltet werden können. Das Making Of dauert etwa 25 Minuten und ist sowohl interessant als auch informativ.

Bild und Ton kommen in einer angemessen Bild- sowohl Tonqualität daher, die sicherlich nicht mit den neusten DVDs der großen Label mithalten kann, aber auch nicht muss.

Bewertung

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Ton 5.gif
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Features 5.gif
Gesamt 6.gif