Vampire Clan – Vom Blut berauscht

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Informationen

OT:Vampire Clan

ca.83 Minuten

USA 2002

Regie

  • John Webb
Darsteller

  • Drew Fuller
  • Gina Collis
  • Ian Covell
  • u.a.

Vampire Clan - Vom Blut berauscht

Story

Die junge Jeni kommt spät abends nach hause und ist froh, dass ihre Eltern offensichtlich schon schlafen. So können sie nicht mitbekommen, dass es bei ihr etwas länger gedauert hat. Als sie in ihr Zimmer geht bemerkt sie, dass ihre Telefonschnur gekappt wurde, was sie natürlich merkwürdig findet. Die Schuld wird aber schnell auf die Schwester geschoben.

Kurze Zeit später geht ins Wohnzimmer und sieht von hinten, wie ihr Vater im Sessel sitzt. Als sie näher kommt, merkt sie, dass ihm der Schädel mehrfach eingeschlagen wurde. Jeni alarmiert die Polizei, die auch kurze Zeit später eintrifft. Die Schutzmänner bemerken zum einen, dass auch ihre Mutter getötet wurde und zum anderen das Jenis Schwester Heather nicht da ist. Die Schutzmänner vermuten eine Entführung. Diese Idee löst sich aber in Wohlgefallen auf, da eine Freundin von Heather eintrifft und behauptet, dass das Mädchen mit den mutmaßlichen Mördern verschwunden sei.

Der Anführer der Bande sei ein gewisser Rod Ferrel, der glaubt ein Vampir zu sein.

Die Polizei sucht nun nach diesen gewissen Rod Ferrel und spürt in nach kurzer Zeit in einem kleinen Hotel auf. Die anschließende Verhaftung ist quasi das Ende des Films, doch nun werden Geschehnisse aus der Vergangenheit des Vampir-Anführers gedanklich rekonstruiert…

Kritik

Auf der Grundlage einer wahren Geschichte ist "Vampire Clan" entstanden und da wundert es eigentlich niemanden, dass gar keine Vampire in dem Streifen auftauchen. Lediglich eine Gruppe junger Leute, die sich für Blutsauger halten. Sie haben keine Vampir-Zähne, keine Probleme mit Knoblauch oder Tageslicht und unsterblich sind sie wohl auch nicht. Wäre die ganze Geschichte um den Clan, der 1996 so, oder so ähnlich mordete, nicht in Amerika aufgepuscht worden, wäre dieses Filmchen sicherlich nie entstanden. So muss man, wenn man denn will, dass Geschehen über sich ergehen lassen.

Das Ganze dreht sich in der Hauptsache um den bleich geschminkten Protagonisten Rod, der als halbstarker Anführer auftritt. In seinem hörigen Gefolge befinden sich der schwer verwirrte Scott, die beiden Mädchen Charity sowie Dana und natürlich Heather, die mit dem Leader angebandelt hat. Die Crew steht fest hinter Rod, der ihnen versprochen hat, dass sie auch in den Clan der Vampire aufgenommen werden. Heather schlürft deswegen auch schon kräftig Blut, allerdings aus einer Wunde in Rods Hand, die er selbst mit einem Fingernagel geöffnet hat. Die jungendliche Gruppe macht im Laufe des Films triviales Zeug, was wohl andere Jungendliche auch machen. Daher entsteht auch nicht mal ein Hauch von Spannung. Atmosphärisch bekommt man ebenso viel, respektive wenig geboten. Lediglich eine Szene lässt den Bogen der Spannung noch mal etwas biegsamer werden. Und zwar als es der Familie von Heather und Jeni an den Kragen geht. Hier gibt es dann auch einige etwas härtere Szenen, die schön blutig sind, sich allerdings im Off abspielen. Sie sind also nichts für Freunde des Spezialeffekts.

Darsteller Drew Fuller, der die Hauptrolle abbekommen hat, spielt sich aggressiv in den Vordergrund der Crew. Dumm nur, dass man ihm keinerlei Talent zusprechen kann, denn sowohl Mimik als auch Gestik sind viel zu übertrieben dargestellt. Das spielt einer True-Crime-Geschichte natürlich nicht sonderlich in die Karten, da ihr ein Stück Glaubwürdigkeit genommen wird. Der Rest der Darsteller ist im Gegensatz zu Fullers Gehampel fast schon zu vernachlässigen. Die Bandbreite des Gespielten ist zwar hoch, allerdings glänzt niemand mit besonders guten oder auffällig schlechten Leistungen. Den angesprochenen Protagonisten ausgenommen.

Und was kann einen solchen Film dann noch retten? Schwere Frage. Es gibt keine Spannung, eine Atmosphäre will sich nicht aufbauen und die Darsteller sind eher schlecht als recht. Zudem hat das Ganze nicht mal ansatzweise für Freunde des Vampirismus parat, die aufgrund des Titels durchaus in Versuchung geraten könnten, sich diesen Film zuzulegen. Selbst Interessierte des True-Crime-Film finden hier nichts Interessantes. Zwar ist die Synchronisation gut gelungen, was für einen solchen Low-Budget Film nicht unbedingt üblich ist, und die Kameraarbeit ist ganz solide, dass war es dann aber auch schon an positiven Eindrücken.

Da kann man also nur zum Schluss kommen: Zeitverschendung pur.

Bewertung

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Story 2.gif
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Atmosphäre 2.gif
Gesamt 1_5.gif

Ähnlicher Film:

Hexenhaus – Blut für die Zombies

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OT:Dead Dudes In The House

ca. 95 Minuten

USA 1991

Regie

  • James Riffel
Darsteller

  • Douglas Gibson
  • Victor Verhaeghe
  • Sarah Newhouse
  • James Griffith
  • Naomi Kooker
  • u.a.

Hexenhaus - Blut für die Zombies

Story

Frohen Mutes machen sich sechs Teenager auf, ihrem Freund Mark bei der Renovierung eines gerade gekauften heruntergekommenen Landhauses zu helfen. Bei der Ankunft stolpern sie im Garten über einen Grabstein. Der Draufgänger und Hobbyhandwerker Bob ("Hey, wisst Ihr nicht, dass die Werkzeuge des Zimmermanns Hammer, Nägel und Bier sind?") hat natürlich nichts besseres zu tun als das Denkmal zu zerstören. Ein verhängnisvoller Fehler. Kurz nachdem die Gruppe das Haus betritt, geschehen merkwürdige Dinge. Fenster und Türen scheinen wie von Geisterhand verbarrikadiert zu sein. Eine alte unheimliche Frau wandelt durch das Haus. Diese hatte einst im Blutrausch ihren Nachbarn ermordet und war kurz darauf gestorben. Wenig erbaut über die Ruhestörung verwandelt sie einen Teenager nach dem anderen in blutrünstige dämonische Wesen. Es gibt kein Entrinnen aus dem HEXENHAUS…

Kritik

Die Firma TROMA macht ja schon seit jeher keinen Hehl daraus, sich für ihre Produktionen ziemlich dreist bekannter Vorlagen zu bedienen, um deren Themen dann in unvergleichbar trashiger Weise nach eigenen Vorstellungen neu umzusetzen. Die Resultate sind neben ernsthaften Beiträgen, wie dem unglaublich harten Vietnam-Veteranen-Drama "Combat Shock", in der Vielzahl rasante (Horror-) Komödien mit oftmals enormen Splattergehalt. Bekanntestes Kind der "Schmiede des trashigen Geschmacks" ist sicherlich der inzwischen schon mit drei Filmen vertretene verstrahlte Hausmeister "Toxic Avenger", kurz "Toxie". Bei ihren Ankündigungen ist TROMA mit augenzwinkerndem Humor auch nicht gerade bescheiden. So heißt es auf dem Cover / im Trailer des gorigen Kriegsspektakels "Troma’s War": "Gegen DIESEN Film wirkt Rambo wie Lassie…" Dem 1991 erschienenen HEXENHAUS ist schon nach kurzer Zeit anzusehen, an welchem großen Original er sich anlehnt. Ein einsames Haus / Hütte im Wald, ein paar unbedarfte Teenies, ein Fluch, Dämonen, Blut… Na? Klingelt’s? Richtig: Da war doch mal ein Film namens "Tanz der Teufel", der eine ähnliche Konstellation besaß… Nun läßt sich Hexenhaus als Semi-Amateurproduktion qualitativ nicht mit einem "Tanz der Teufel" vergleichen, schon gar nicht degradiert er jenes Meisterwerk zum "Ringelreigen der Glücksbärchis", allerdings macht er als Partyfilm (am besten als Abschluss einer langen Filmnacht, wenn die Aufmerksamkeit aufgrund Alkoholkonsums oder Müdigkeit allmählich etwas nachlässt) ähnlich viel Spaß wie das Original, vorausgesetzt, die eigenen Ansprüche sind wirklich nicht ZU hoch gesteckt. Von der Handlung her bietet Hexenhaus nun wirklich absolut nichts neues. Auch die unterschiedlichen Charaktere können 1 zu 1 in jedem zweitklassigen Teeniehorror angetroffen werden. Das Drehbuch (wahrscheinlich von Toxie persönlich mit seinem blutigen Wischmob hingeschmiert) weist eklatante logische Fehler und hanebüchene Ideen auf. Dass die Schauspieler auch nicht gerade als Hamlet-Darsteller die großen Theater der Welt füllen können, dürfte bei TROMA ebenfalls klar sein. Die deutsche Synchronisation trägt natürlich ihr übriges dazu bei, dass der Film Nicht-Vorgewarnten Normalsehern die Augen in Propellergeschwindigkeit verdrehen lassen dürfte. Recht witzig ist allerdings Victor Verhaeghe als Bob. Mit verwegenem Piratenkopftuch gibt er den vorlauten Proll, der alles können will, aber nichts schafft und die unbekannte alte Oma mal eben mit einem "Wenn sie nicht aufhört zu glotzen, werde ich hingehen und ihr eine knallen" begrüßt. Irgendwie erinnert er dabei ein wenig an den jungen Eric Idle von Monty Python… Die blutigen Spezialeffekte bei den Mordsequenzen sind wirklich gut gelungen und weisen in ihrer Härte Parallelen zu Tromas "Rabid Grannies" auf, zudem sind sie in der deutschen Fassung ungeschnitten. Leider sind jedoch die Masken ähnlich wie bei besagtem Großmütter-Splatter auch hier nicht gerade das Gelbe vom Ei. Über aufgeklebte Narben bei den wiederbelebten Opfern kann man noch getrost hinweg sehen. Warum allerdings die teeniekillende Großmutter von einem Mann (nämlich dem "Mark"- Darsteller Douglas Gibson) gespielt wird und mit umgeschnallten Getreidekissen-Buckel und Plastikmaske aussieht, wie ein zu groß gewachsener Leprechaun, bleibt wohl ein Geheimnis von TROMA. Vielleicht eine Art künstlerische Note der Firma? Warum nun, fällt der Film trotz besagter Mängel nicht vollends durch? Tja, dass mag wohl eines der Mysterien der TROMABILIA sein. TROMA schafft es nämlich einmal mehr, mit minimalistischer Qualität 95 Minuten amüsant zu unterhalten. Hexenhaus besitzt den Charme der frühen 80er Jahre mit ihrer Welle von splättrigen Teenie-Schnellschüssen. Anspruchslos, aber kurzweilig. Ideal für "mal eben zwischendurch". Splatter without any great matter… Fazit: TROMA- Horror in altbewährter Manier: Altbekannte Story, flache Charaktere, dafür aber umso tiefere Blutlachen… Ein Partyfilm für die Splatterfraktion!!

Bewertung

Splatter 5.gif
Spannung 3_5.gif
Story 3.gif
Ekelfaktor 5.gif
Atmosphäre 4.gif
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Ähnlicher Film:

Hexen bis aufs Blut gequält

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OT:Hexen bis aufs Blut gequält

ca. 93 Minuten

Deutschland, GB 1969

Regie

  • Michael Armstrong
Darsteller

  • Herbert Lom
  • Olivera Vuco
  • Herbert Fux
  • Udo Kier
  • u.a.

Hexen bis aufs Blut gequält

Story

Im Österreich des 17. Jahrhunderts ist es in einem kleinen Örtchen an der Tagesordnung, dass Hexen gequält und verbrannt werden. Dies liegt vor allem an dem heimtückischen Hexenjäger Albino, der nach Lust und Laune Frauen der Hexerei bezichtigt, wenn sie nicht das erledigen was er im Sinn hat. Doch sein Handeln hat sich mittlerweile herumgesprochen und so wird Lord Cumberland, ebenfalls ein Hexenjäger, in den Ort geschickt um dort für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

Mit dem Lord kommt auch sein langjähriger Assistent Christian von Meruh mit, der in der hiesigen Schenke direkt ein Auge auf die hübsche Vanessa wirft. Die beiden lernen sich kennen und ach einer gewissen Zeit auch lieben, obwohl sie wissen, dass sie aufgrund ihrer Verschiedenheit gar nicht miteinander liiert seien dürfen. Während dessen packt Albino der Zorn, da er jetzt nicht mehr frei schalten und walten kann und er bezichtigt Vanessa eines Abends der Hexerei. Er hat eigentlich keinen Anhaltspunkt dafür, ist aber erzürnt, da sie sich ihm verweigerte.

Nach dem Gesetzt wird Vanessa in das Gefängnis gesperrt, in dem sich bereits mehrere Gefangene befinden, die schrecklich gefoltert werden, um ihnen Geständnisse zu entlocken. Christian muss Tatenlos mit zusehen, wie seine Geliebte Gefahr läuft auf dem Scheiterhaufen zu landen. Er macht sich von nun an allerdings Gedanken, ob alles so richtig ist, wie es im Auftrag der Kirche geschieht und sein Mentor hat er unter ganz besondere Beobachtung gestellt…

Kritik

„Hexen bis aufs Blut gequält“ der vom Astro Label unter dem Namen „Mark of the Devil“ neu und ungeschnitten aufgelegt wurde, zeigt die schonungslose Wahrheit der Inquisition, was im Falle der Astroversion bei den Beschützern von Recht und Ordnung wenig Verständnis hervorrief, denn das Tape wurde am 10.07.2000 unsinnigerweise verboten. Sicherlich verfügt der Film über eine gewisse Härte, doch sollte man sich mal fragen, ob eine drastische Darstellung, die im übrigen nicht übertrieben wirkt, nötig ist um die Gräueltaten der Kirche darzustellen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

Erzählt wird die Geschichte eines jungen Glücks, dass aufgrund der Umstände nicht zueinander finden kann. Er ist ein Lehrjunge des großen Hexenmeisters und sie wird der Hexerei bezichtigt. Das die Beschuldigung völlig haltlos ist, beschreibt die Situation der damaligen Zeit, denn viele Hexen waren gar keine, sie fanden aber trotzdem den Tod auf dem Scheiterhaufen. In unserem kleinen Örtchen in Österreich wird erst gar kein Geständnis benötigt um die Frauen zum Tode zu verurteilen, da der Hexenmeister Albino die Geständnisse von seinem Untertan erfinden lässt. Als dann aber Ruhe und Ordnung in den Ort einkehren, bedarf es der Folter. Denn die Frauen geben natürlich nicht zu das sie Hexen sind, denn sie sind ja nun mal keine. Aber wenn man Daumenschrauben, Streckbänke und ähnliche Hilfsmittel über Stunden einsetzt können sich die Damen plötzlich an das erinnern, was ihnen vorgeworfen wird.

Das dies im Detail gezeigt wird ist dann ebenso abschreckend wie die Vorstellung, dass alles mal genau so stattgefunden hat. Und da können die Bewacher von Moral und Ordnung beschlagnahmen, was sie wollen, sie werden es aber nicht schaffen die Geschichte ungeschehen zu machen. Ob der Film geschnitten oder ungeschnitten betrachtet wird ist daher völlig egal. Es kommt auf die Kernaussage des Films an, die ganz klar zeigt was geschehen ist. Das dies dann in einem wirklich gelungenen Film geschieht, ist wohl ein weiterer Grund für das Verbot, denn somit läuft er ja Gefahr, von eine großen Anzahl Leuten gesehen zu werden. Für die Güte des Streifens ist zum einen die interessante Geschichte, inklusive der Liebesbeziehung, verantwortlich, aber auch, dass man neben den tragischen Szenen schöne Mittelalterbilder zu sehen bekommt. Die Schauspieler wurden, wie die Kulissen, ebenfalls gut gewählt und haben mit Udo Kier auch einen deutschen Ausnahmeschauspieler zu bieten, der zwar nicht die Hauptrolle spielt, er war zu dem Zeitpunkt ja noch sehr jung, aber immerhin die tragende Rolle des Christian.

Alles in allem ist „Mark of the Devil“ ein knallharter Historienfilm, den man sich ruhig schon mal angesehen haben sollte. Er erzählt etwas, dass Teile der heutigen Bevölkerung immer noch gerne verdrängen, was aber einen großen Schaden angerichtet und viele Leben gekostet hat. „Mark of the Devil“ ist ein wirklich guter Film, der sehr nachdenklich macht.

Bewertung

Splatter 4_5.gif
Spannung 4.gif
Story 5.gif
Ekelfaktor 5_5.gif
Atmosphäre 5.gif
Gesamt 5_5.gif

Ähnlicher Film:

  • Mark Of The Devil…

Fleisch + Blut

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OT:Flesh + Blood

ca.122 Minuten

USA 1984

Regie

  • Paul Verhoeven
Darsteller

  • Rutger Hauer
  • Jennifer Jason Leigh
  • Tom Burlinson
  • Jack Thompson
  • u.a.

Fleisch + Blut

Story

Fürst Arnolfini (Fernando Hilbeck) benötigt die Hilfe eines Söldnertrupps, um seine ehemalige Festung wieder in seinen Besitz bringen zu können. Als Gegenleistung verspricht er den Söldnern, dass sie die Festung anschließend plündern dürfen. Nach einer siegreichen Schlacht hält Arnolfini sein Wort allerdings nicht, sondern knöpft der Söldnerschar das ganze erbeutete Gold wieder ab und treibt sie aus der Burg. Die Söldner, geführt von dem toughen Martin (Rutger Hauer), schmieden allerdings schnell einen Plan, um sich für diese Demütigung zu rächen. So überfallen sie eines Tages eine Kutschen-Eskorte Arnolfinis, verletzen ihn und seine Männer schwer und entführen außerdem die bildhübsche Agnes (Jennifer Jason Leigh), welche Arnolfinis Sohn Steven (Tom Burlinson) versprochen war.

Agnes muss daraufhin einiges über sich ergehen lassen, schafft es aber, Martins Herz für sich zu gewinnen. Die Söldner nisten sich in einer großen Burg ein und frönen dem neuen Luxus, der sich ihnen bietet, während Arnolfini und seine Männer ihnen dicht auf den Fersen sind. Es kommt letztendlich zu einer großen Belagerung, bei der auf beiden Seiten deutliche Verluste zu verzeichnen sind und Steven in die Hände von Martin und seinen Leuten gerät. Nun muss sich Agnes für einen von Beiden entscheiden…

Kritik

"Fleisch & Blut" war der erste aufwändige US-Film des niederländischen Skandal-Regisseurs Paul Verhoeven. Mit diesem Namen sollte jeder etwas anfangen können, steht er doch in Verbindung mit derart bekannten Werken wie "Basic Instinct", "Starship Troopers", "Robocop" oder "Total Recall". Obwohl er zu Verhoeven’s besten Arbeiten überhaupt zählt, konnte der 11 Millionen Dollar teure Mittelalterfilm "Fleisch & Blut" im Jahr 1985 nur für mäßige Erfolge sorgen und gehört auch eher zu den oftmals weniger genannten Streifen des Filmemachers. Eine Frechheit eigentlich, denn nie zuvor wurde das Mittelalter so brutal, dreckig, düster und roh eingefangen, wie es hier der Fall ist. Der Streifen kombiniert all das, wofür der Name Paul Verhoeven steht und macht daraus einen unwiderstehlichen Mix aus Abenteuer, Romantik, Action und Provokation.

Hoch anrechnen darf man dem Werk, dass es sich technisch auf absolut höchstem Niveau befindet. Dank der Zusammenarbeit mit Kameramann Jan de Bont ("Speed") und dem ordentlichen Budget sieht "Fleisch & Blut" in keinster Weise nach einem günstigen Werk aus, sondern vermittelt sofort die Atmosphäre eines teuren Hollywood-Spektakels. Auch die Handlung des Films verdient ein Lob, so ist sie nämlich nicht nur auf Gewalt und die düstere Seite des Mittelalters aus, sondern bringt dazu noch einen äußerst interessanten Liebes-Aspekt ein. Die gebildete, gesittete und jungfräuliche Agnes, welche dem Naturwissenschaftler Steven versprochen ist, wird von einem Pack abstoßender, mordender und vergewaltigender Söldner entführt und entwickelt eine Art Abhängigkeit von deren Anführer Martin, weil er der Einzige ist, der sie vor den anderen beschützen kann. Auf der anderen Seite steht Steven, ein junger Mann, der keine Erfahrung im Kampf hat und sich lieber hinter Büchern versteckt. Bei seiner Befreiungsaktion muss er allerdings beweisen, dass auch in ihm ein Mann steckt und darf im Verlauf des Films immer weiter über sich hinauswachsen.

Man muss in jedem Fall etwas für das Mittelalter übrig haben, um Gefallen an "Fleisch + Blut" finden zu können. Hier wird nämlich all das gezeigt, was man aus Geschichtsbüchern und laschen Hollywoodfilmen nur erahnen kann, nämlich die düsterste und dreckigste Seite dieser harten Zeit. Frauen sind für die Söldner nicht mehr als Huren, die nach belieben vergewaltigt werden, was Paul Verhoeven auch offen und ungeniert zeigt. Es gibt zahlreiche Sexszenen in "Fleisch + Blut" welche allesamt nicht für prüde Zuschauer geeignet sind. Der Regisseur hat es wie kein zweiter verstanden, den harten Ton des Mittelalters perfekt auf Zelluloid zu bannen. Brandschatzung und Gewalt dürfen ebenso nicht fehlen wie die Pest, welche sich gegen Ende des Films in all ihrer Unbarmherzigkeit ihre Opfer sucht. Blut spritzt zwar nicht in unerschöpflichen Mengen, aber wenn es mal zur Sache geht, dann zeigt uns "Fleisch & Blut" alles und blendet kein Detail aus. Man hat hier zu wirklich jedem Zeitpunkt das Gefühl, sich im finstersten Mittelalter zu befinden, wofür man Verhoeven nur loben kann.

Die Sets und Bauten sind mindestens genau so fabelhaft und tun ihr übriges für ein einfach nur stimmiges Gesamtbild. Die riesige Festung, welche die Söldner einnehmen, wurde wunderbar in Szene gesetzt. Was vielen an "Fleisch & Blut" nicht gefallen dürfte, ist die Tatsache, dass einem hier nicht gerade Action am Fließband geboten wird. Es gibt eigentlich nur zwei große Action- bzw. Kampfszenen, die sich jeweils am Anfang des Films und gegen Ende finden, dazwischen konzentriert sich Verhoeven auf das raue Leben der Söldnertruppe um ihren Anführer Martin. Ich persönlich hatte kein Problem damit, keinen reinrassigen Actionfilm zu sehen, sondern kann dies sogar nur gut heißen. Dadurch gewinnt das Werk sogar noch etwas an Tiefe. Auch der romantische Anteil im Film ist nicht unwichtig und wurde schön eingearbeitet, ohne das Ganze zu kitschig werden zu lassen. Die Frage, ob sich Agnes letzten Endes für Martin oder für Steven entscheiden wird, steht permanent im Raum und macht das Geschehen noch spannender, als es ohnehin schon ist.

Kleinere Logikfehler tauchen dann und wann zwar auf, doch darauf werde ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Ich habe an "Fleisch & Blut" absolut nichts auszusetzen und kann nicht verstehen, wieso er bis heute im Schatten von Verhoeven’s anderen Werken steht. Der Film ist absolut unterhaltsam, abwechslungsreich, wunderbar inszeniert und gibt ein glaubhaftes Bild des Mittelalters wieder. Auch die Schauspieler agieren schlichtweg überragend. Rutger Hauer, den man noch aus "Hitcher – Der Highwaykiller" kennt, wurde einfach perfekt für die Rolle des knallharten Söldnerführers Martin ausgewählt, da er eine romantische Ader mit einer psychopatischen Ausstrahlung problemlos verknüpfen kann. Respekt zollen muss man auch Jennifer Jason Leigh, denn die damals noch überaus junge Schauspielerin ließ sich in einigen durchaus gewagten und sehr freizügigen Szenen filmen, was sicherlich nicht jede Darstellerin hätte über sich ergehen lassen. Auch die restliche Besetzung, Tom Burlinson als Steven, Jack Thompson als Hawkwood und Fernando Hilbeck als Arnolfini agieren überragend und in jedem Fall glaubwürdig.

Ich habe "Fleisch + Blut" schon einige Male gesehen und mag ihn von Mal zu Mal mehr. Dank seiner Kompromisslosigkeit in jeder Hinsicht ist Paul Verhoeven hiermit ein dreckiger, pessimistischer und harter Mittelalter-Film gelungen, der seine provokante Seite bestens mit einer unterhaltsamen und zu keiner Sekunde langweiligen Liebesgeschichte verbinden kann. Zwei Stunden lang entführt uns Skandalregisseur Verhoeven hier in eine Welt aus Krieg, Liebe, Mord und Pest und lässt einen am Ende vollkommen zufrieden und bestens unterhalten zurück. Schauspieler, die besser nicht hätten gecastet werden können, runden das Meisterwerk ab.

Bewertung

Splatter 2_5.gif
Spannung 4_5.gif
Story 5.gif
Ekelfaktor 3.gif
Atmosphäre 6.gif
Gesamt 6.gif

Ähnlicher Film:

  • Der Name der Rose

Blut für Dracula

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OT:Dracula – Prince of Darkenss

ca. 86 Minuten

USA 2005

Regie

  • Terence Fisher
Darsteller

  • Christopher Lee
  • Barbara Shelley
  • Andrew Keir
  • u.a.

Blut für Dracula

Story

Zehn Jahre nachdem der Graf Dracula vernichtet werden konnte, scheint die Gegend um die Karpaten ruhig geworden zu sein. Der Tourismus ist wieder belebt, was unter anderem die englischen Reisenden Charles, Allen und deren Frauen belegen. Das Brüderpaar möchte in dieser unheimlichen Gegend Urlaub machen und etwas erleben, wovon ihre weiblichen Begleiter allerdings nicht so angetan sind.

Die vier erhalten zwar Warnungen, sich einen gewissen Örtchen nicht zu nähern, die ignorieren sie aber. Sie lassen sich von einem Kutscher in die Wildnis fahren, der macht aber halt als die Nacht einbricht, schmeißt die Koffer von der Kutsche und fährt wieder nach hause. Die zwei Ehepaare sind zwar etwas ratlos, beschließen aber das beste aus ihrer Situation zu machen und entdecken glücklicherweise ein fast verfallenes Schloss, wo sie die Nacht verbringen wollen.

Komischerweise scheint das marode Schloss belebt zu sein, denn die Zimmer sind hergerichtet und auch der Tisch wurde gedeckt. Nach einigen Erkundungen in dem Gemäuer stellt sich ein Diener vor, der behauptet der Bedienstete des verstorbenen Grafen Dracula zu sein. Sein Chef hätte ihm befohlen, auch nach seinem Tod alle Gäste freundlich zu empfangen und zu verwöhnen. Doch der Diener hat nur eins im Sinn, seinen Meister wieder ins Leben zu bringen. In der Nacht lockt er Alan in den Keller des Schlosses und tötet ihn. Die Leiche wird über den Sarg des verstorbenen Vampirs gehangen, sodass das Blut des Getöteten auf die Asche des Grafen fällt und er somit wieder zum Leben erweckt wird.

Wenig später schnappt sich der Graf Allens Frau, beisst sie und macht sie so zu seiner willenlosen Gefährtin. Den anderen beiden soll es auch an die Wäsche gehen, doch die können vorerst fliehen, was allerdings nicht bedeutet das sie gerettet sind…

Kritik

„Blut für Dracula“ ist das Sequel, des damals so erfolgreichen „Dracula – Horror of Dracula“ und setzt genau da an, wo der Vorgänger aufhörte. Zu Beginn sieht man wie der Fürst der Dunkelheit zerstört wurde und dann beginnt die Story der beiden Ehepaare, die aus Abenteuerlust in ihr Verderben fahren.

Heutzutage ist eine solche Story natürlich x-fach abgedreht worden und haut keinen mehr vom Hocker, damals sah das aber ganz anders aus. Der Schrecken des transsylvanischen Grafen ging um die ganze Welt und hat wohl für hohe Verkaufszahlen von vampirvernichtenden Material gesorgt. Aber wie gesagt… die Uhren haben sich weitergedreht. Zwar besticht „Blut für Dracula“ durch seine Spannung, seine dichte Atmosphäre und die wunderbaren Kulissen, doch Leute, die sich nicht für alte Filme interessieren und stattdessen lieber ins Kino gehen, um sich die neusten Actionstreifen anzugucken, werden bitter enttäuscht sein.

Das Hauptaugenmerk des Films ist sicherlich „Mr. Dracula“, Christopher Lee, der auf seine Art und Weise den Fürst der Finsternis zum besten gibt. Zwar overacted er seine Rolle des nichtssagenden Blutsaugers, aber so lieben ihn die Leute nun mal. Die anderen Schauspieler machen ihre Arbeit wirklich gut und tragen somit zur Authentizität des Films bei, die ja damals sehr wichtig war um den Zuschauern einen Schrecken einzujagen. Wichtig hierfür war natürlich auch der erste Mord im Film, der das grüne Schild auf der DVD, mit der 12 drauf, etwas in Frage stellt. Es fließt schon eine Menge Blut und die Leiche wird im Anschluss auch etwas verachtend behandelt, um den Grafen wieder zum Leben zu erwecken.

Das war es allerdings schon, was es zum Film zu sagen gibt, da, wie bereits erwähnt, solche Filme heute nichts neues mehr sind. Jeder hat sicher schon einen Streifen in dieser Machart gesehen und „Blut für Dracula weicht diesem Trend nicht ab. Was den Film aber zu einem lohnenden Kaufobjekt macht, ist die Neuauflage auf DVD, vom E-M-S / Anolis Label. Das Bild und der Ton sind erstaunlich gut und es gibt eine Menge Extras für diejenigen, die an solchen Filmen interessiert sind.

Bewertung

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Spannung 4.gif
Story 4_5.gif
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Gesamt 4_5.gif

Ähnlicher Film:

Dracula – Horror of Dracula

Blut an den Lippen

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Informationen

OT:Les Lèvres rouges

ca.96 Minuten

Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien 1971

Regie

  • Harry Kümel
Darsteller

  • John Karlen
  • Delphine Seyrig
  • Danielle Ouimet
  • Andrea Rau
  • u.a.

Blut an den Lippen

Story

Valerie und Stefan sind ein frisch verheiratetes Ehepaar, welches sich auf der Hochzeitsreise befindet. Da sie ihr Schiff nach England verpassen entscheiden die beiden, im belgischen Ostende ein Hotel zu nehmen um dort zu nächtigen. Momentan ist keine Saison, weswegen Valerie und Stefan die einzigen Gäste sind. Außer dem Portier ist niemand in dem großen Anwesen. Später kehrt Gräfin Elisabeth Bathory in das Hotel ein, die mit ihrer Begleiterin Ilona für etwas Verwirrung sorgt, da der Portier behauptet die Gräfin schon vor 40 Jahren in diesem Hotel empfangen zu haben. Die einzige unerotische Aufregung der ersten Übernachtung des Liebespaar liefert dann auch nur die hiesige Tageszeitung, die von einer Mordserie berichtet. Am nächsten Tag wollen Valerie und Stefan eigentlich abreisen, überlegen sich aber ihr Verlassen noch etwas herauszuzögern. Dies führt dazu, dass sie Gräfin Elisabeth Bathory näher kennen lernen und von ihr in einen geheimnisvollen Bann gezogen werden. Bathory hat nämlich die Absicht, ihre Kammerzofe Ilona auszutauschen. Und Valerie scheint eine perfekte Nachfolgerin abzugeben…

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Kritik

Harry Kümels filmischer Erguss "Blut an den Lippen" ist ein über weite Strecken unbekannter Film geblieben. Bereits im Jahre 1971 erschienen, erzählt er eine nette Geschichte rund um den roten Lebenssaft und die Beziehung zwischen Vampirismus und Erotik. Sicherlich ist die reichliche Darstellung von nackter Haut nicht einer wissenschaftlichen Studie geschuldet, sondern Mittel zum Zweck um einen mittelmäßigen Streifen etwas aufzupeppen.

Mehr als mittelmäßig kann der Film nicht sein. Die Story ist, wenn auch subtil wirkend, sehr minimalistisch. Im Grunde geht es nur um die vier Protagonisten und ihren Aufenthalt im Hotel. Da kann, bei einer (uncut) Laufzeit von 96 Minuten, natürlich schon mal die ein oder andere langweilige Szene auftreten. Das Geschehen ist also begrenzt und hat prinzipiell das Problem, dass das Tempo alles andere als hoch ist. Dank guter Aufnahmen und dem schönen Schauplatz rund um das Hotel kann eine durchweg gelungene Atmosphäre erzeugt werden, welche die fehlende Spannung weitgehend kompensiert und "Blut an den Lippen" in seiner Gesamtheit dennoch ganz gut funktionieren lässt. Ob er bei der Fangemeinde von Langzähnen als guter Vampir-Film ankommt, darf bezweifelt werden. Auf klassische Vampir-Mittel wurde komplett verzichtet. Vampirzähne bekommt man nicht zu Gesicht. Ebenso wenig einen Van Helsing, Fledermäuse, Umhänge oder sonstige Symbolik. Aber man braucht ja nicht zwangsläufig auf altbekannte Stilmittel zu setzten, um solch eine Geschichte zu erzählen. Allerdings fließt in "Blut an den Lippen" dadurch reichlich wenig Blut, was es einem schwerer macht, ihn den Vampir-Gerne zuzuordnen.

Wie bereits erwähnt, wir der Film in der Hauptsache von den vier Hauptcharakteren getragen. Zum einen das Ehepaar und auf der anderen Seite die Baronin samt Zofe. Die Charakterisierung ist zwar nicht die intensivste, darf aber als gelungen betrachtet werden. Man bekommt zumindest die Chance, sich seinen „Liebling“ auszusuchen und mit ihm mitzuzittern. Darstellerisch bekommt man oberes Mittelmaß geboten. Delphine Seyrig spielt sich in der Rolle der Lady Bathory klar in den Vordergrund. Seyrig hat in ihrer Karriere zwar in knapp 40 Filmen mitgespielt, von denen sind aber kaum welche bekannt. Eigentlich schade. Ihre Zofe wird von der deutschen Darstellerin Andrea Rau („Tatort“ u.a.) gespielt. Sie kann zwar optisch überzeugen, fällt aber nur durch Zeigefreudigkeit auf.

Für Leute, die Filme aus den 70er mögen und die eine nette Atmosphäre der Erzählgeschwindigkeit bevorzugen, dürften mit "Blut an den Lippen" einen Film der guten Unterhaltung finden. Ob der Film, in seiner freizügigen Art, künstlerisch wertvoll ist oder am Thema vorbei geht, muss wohl jeder selbst entscheiden. Er ist zwar kein überdurchschnittlich guter Film, fest steht aber, dass man ungewöhnlich gut unterhalten wird.

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Bewertung

Splatter 1_5.gif
Spannung 2_5.gif
Story 2_5.gif
Ekelfaktor 2_5.gif
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Gesamt 4.gif

Ähnlicher Film:

Blut an den Lippen

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Informationen

Drehland
  • Belgien
  • Deutschland
  • Frankreich
  • Italien
Drehjahr 1971
Laufzeit ca. 96 Minuten
Regie Harry Kümel
Darsteller John Karlen Delphine Seyrig Danielle Ouimet Andrea Rau u.a.
Bild
  • 1
  • 66:1 (uncut)1
  • 78:1 (cut)
Ton DD 2.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK KJ
Blut an den Lippen

Story

Valerie und Stefan sind ein frisch verheiratetes Ehepaar, welches sich auf der Hochzeitsreise befindet. Da sie ihr Schiff nach England verpassen entscheiden die beiden, im belgischen Ostende ein Hotel zu nehmen um dort zu nächtigen. Momentan ist keine Saison, weswegen Valerie und Stefan die einzigen Gäste sind. Außer dem Portier ist niemand in dem großen Anwesen. Später kehrt Gräfin Elisabeth Bathory in das Hotel ein, die mit ihrer Begleiterin Ilona für etwas Verwirrung sorgt, da der Portier behauptet die Gräfin schon vor 40 Jahren in diesem Hotel empfangen zu haben. Die einzige unerotische Aufregung der ersten Übernachtung des Liebespaar liefert dann auch nur die hiesige Tageszeitung, die von einer Mordserie berichtet. Am nächsten Tag wollen Valerie und Stefan eigentlich abreisen, überlegen sich aber ihr Verlassen noch etwas herauszuzögern. Dies führt dazu, dass sie Gräfin Elisabeth Bathory näher kennen lernen und von ihr in einen geheimnisvollen Bann gezogen werden. Bathory hat nämlich die Absicht, ihre Kammerzofe Ilona auszutauschen. Und Valerie scheint eine perfekte Nachfolgerin abzugeben…

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Kritik

Harry Kümels filmischer Erguss "Blut an den Lippen" ist ein über weite Strecken unbekannter Film geblieben. Bereits im Jahre 1971 erschienen, erzählt er eine nette Geschichte rund um den roten Lebenssaft und die Beziehung zwischen Vampirismus und Erotik. Sicherlich ist die reichliche Darstellung von nackter Haut nicht einer wissenschaftlichen Studie geschuldet, sondern Mittel zum Zweck um einen mittelmäßigen Streifen etwas aufzupeppen.

Mehr als mittelmäßig kann der Film nicht sein. Die Story ist, wenn auch subtil wirkend, sehr minimalistisch. Im Grunde geht es nur um die vier Protagonisten und ihren Aufenthalt im Hotel. Da kann, bei einer (uncut) Laufzeit von 96 Minuten, natürlich schon mal die ein oder andere langweilige Szene auftreten. Das Geschehen ist also begrenzt und hat prinzipiell das Problem, dass das Tempo alles andere als hoch ist. Dank guter Aufnahmen und dem schönen Schauplatz rund um das Hotel kann eine durchweg gelungene Atmosphäre erzeugt werden, welche die fehlende Spannung weitgehend kompensiert und "Blut an den Lippen" in seiner Gesamtheit dennoch ganz gut funktionieren lässt. Ob er bei der Fangemeinde von Langzähnen als guter Vampir-Film ankommt, darf bezweifelt werden. Auf klassische Vampir-Mittel wurde komplett verzichtet. Vampirzähne bekommt man nicht zu Gesicht. Ebenso wenig einen Van Helsing, Fledermäuse, Umhänge oder sonstige Symbolik. Aber man braucht ja nicht zwangsläufig auf altbekannte Stilmittel zu setzten, um solch eine Geschichte zu erzählen. Allerdings fließt in "Blut an den Lippen" dadurch reichlich wenig Blut, was es einem schwerer macht, ihn den Vampir-Gerne zuzuordnen.

Wie bereits erwähnt, wir der Film in der Hauptsache von den vier Hauptcharakteren getragen. Zum einen das Ehepaar und auf der anderen Seite die Baronin samt Zofe. Die Charakterisierung ist zwar nicht die intensivste, darf aber als gelungen betrachtet werden. Man bekommt zumindest die Chance, sich seinen „Liebling“ auszusuchen und mit ihm mitzuzittern. Darstellerisch bekommt man oberes Mittelmaß geboten. Delphine Seyrig spielt sich in der Rolle der Lady Bathory klar in den Vordergrund. Seyrig hat in ihrer Karriere zwar in knapp 40 Filmen mitgespielt, von denen sind aber kaum welche bekannt. Eigentlich schade. Ihre Zofe wird von der deutschen Darstellerin Andrea Rau („Tatort“ u.a.) gespielt. Sie kann zwar optisch überzeugen, fällt aber nur durch Zeigefreudigkeit auf.

Für Leute, die Filme aus den 70er mögen und die eine nette Atmosphäre der Erzählgeschwindigkeit bevorzugen, dürften mit "Blut an den Lippen" einen Film der guten Unterhaltung finden. Ob der Film, in seiner freizügigen Art, künstlerisch wertvoll ist oder am Thema vorbei geht, muss wohl jeder selbst entscheiden. Er ist zwar kein überdurchschnittlich guter Film, fest steht aber, dass man ungewöhnlich gut unterhalten wird.

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DVD

Die DVD kommt mit einem verhältnismäßig gutem Bild daher. Die ungeschnittene Fassung ist dabei deutlich besser, als das „große“ Extra der DVD: die deutsche Kino-Fassung. Die Farben kommen nicht ganz exakt rüber, die Schärfe ist logischerweise auch nicht in ihrer kompletten Gänze zu betrachten und die ein oder andere Verschmutzung gibt es natürlich auch. Für einen Film von 1971 ist das Material aber sehr gelungen. Dies gilt auch für den Ton, der recht klar im DD2.0 Format aus den Boxen strömt.

Neben dem erwähnten „großen Extra“ gibt es noch den US-Amerikanischen Trailer und eine kleine Bildergalerie mit freizügigen Aushangfotos und einem Cover. Zudem gibt es noch einen DVD-ROM-Part in dem die Fotos zum Ausdruck bereit liegen.

Von der DVD aus dem Hause Eyecatcher gibt es insgesamt drei Versionen, die den gleichen Inhalt bieten. Zwei mal gibt es die Version in einer „normalen“ Hartbox mit zwei verschiedenen Cover-Motiven. Zu diesen beiden DVDs gestellt sich noch einen limitierte Version, die in einer großen Hartbox daherkommt. Hiervon gibt es lediglich 500 Exemplare.

Bewertung

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Spannung 2009_2_5.gif
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Blut für Dracula

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Informationen

Darsteller
  • Christopher Lee
  • Barbara Shelley
  • Andrew Keir
Regie Terence Fisher
Tonformat DD 2.0
Bildformat
  • 16:9 | 1:2
  • 35
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel Deutsch (ausblendbar)
FSK 12
Ländercode 2
Drehland GB
Jahr 1965
Filmlänge ca. 86 Minuten
Verleih E-M-S
Originaltitel Dracula – Prince of Darkenss
Blut für Dracula

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Der Film kann hier bestellt werden

Story

Zehn Jahre nachdem der Graf Dracula vernichtet werden konnte, scheint die Gegend um die Karpaten ruhig geworden zu sein. Der Tourismus ist wieder belebt, was unter anderem die englischen Reisenden Charles, Allen und deren Frauen belegen. Das Brüderpaar möchte in dieser unheimlichen Gegend Urlaub machen und etwas erleben, wovon ihre weiblichen Begleiter allerdings nicht so angetan sind.

Die vier erhalten zwar Warnungen, sich einen gewissen Örtchen nicht zu nähern, die ignorieren sie aber. Sie lassen sich von einem Kutscher in die Wildnis fahren, der macht aber halt als die Nacht einbricht, schmeisst die Koffer von der Kutsche und fährt wieder nach hause. Die zwei Ehepaare sind zwar etwas ratlos, beschliessen aber das beste aus ihrer Situation zu machen und entdecken glücklicherweise ein fast verfallenes Schloss, wo sie die Nacht verbringen wollen.

Komischerweise scheint das marode Schloss belebt zu sein, denn die Zimmer sind hergerichtet und auch der Tisch wurde gedeckt. Nach einigen Erkundungen in dem Gemäuer stellt sich ein Diener vor, der behauptet der Bedienstete des verstorbenen Grafen Dracula zu sein. Sein Chef hätte ihm befohlen, auch nach seinem Tod alle Gäste freundlich zu empfangen und zu verwöhnen. Doch der Diener hat nur eins im Sinn, seinen Meister wieder ins Leben zu bringen. In der Nacht lockt er Alan in den Keller des Schlosses und tötet ihn. Die Leiche wird über den Sarg des verstorbenen Vampirs gehangen, sodass das Blut des Getöteten auf die Asche des Grafen fällt und er somit wieder zum Leben erweckt wird.

Wenig später schnappt sich der Graf Allens Frau, beisst sie und macht sie so zu seiner willenlosen Gefährtin. Den anderen beiden soll es auch an die Wäsche gehen, doch die können vorerst fliehen, was allerdings nicht bedeutet das sie gerettet sind…

Kritik

„Blut für Dracula“ ist das Sequel, des damals so erfolgreichen „Dracula – Horror of Dracula“ und setzt genau da an, wo der Vorgänger aufhörte. Zu Beginn sieht man wie der Fürst der Dunkelheit zerstört wurde und dann beginnt die Story der beiden Ehepaare, die aus Abenteuerlust in ihr Verderben fahren.

Heutzutage ist eine solche Story natürlich x-fach abgedreht worden und haut keinen mehr vom Hocker, damals sah das aber ganz anders aus. Der Schrecken des transsylvanischen Grafen ging um die ganze Welt und hat wohl für hohe Verkaufszahlen von vampirvernichtenden Material gesorgt. Aber wie gesagt… die Uhren haben sich weitergedreht. Zwar besticht „Blut für Dracula“ durch seine Spannung, seine dichte Atmosphäre und die wunderbaren Kulissen, doch Leute, die sich nicht für alte Filme interessieren und stattdessen lieber ins Kino gehen, um sich die neusten Actionstreifen anzugucken, werden bitter enttäuscht sein.

Das Hauptaugenmerk des Films ist sicherlich „Mr. Dracula“, Christopher Lee, der auf seine Art und Weise den Fürst der Finsternis zum besten gibt. Zwar overacted er seine Rolle des nichtssagenden Blutsaugers, aber so lieben ihn die Leute nun mal. Die anderen Schauspieler machen ihre Arbeit wirklich gut und tragen somit zur Authentizität des Films bei, die ja damals sehr wichtig war um den Zuschauern einen Schrecken einzujagen. Wichtig hierfür war natürlich auch der erste Mord im Film, der das grüne Schild auf der DVD, mit der 12 drauf, etwas in Frage stellt. Es fliesst schon eine Menge Blut und die Leiche wird im Anschluss auch etwas verachtend behandelt, um den Grafen wieder zum Leben zu erwecken.

Das war es allerdings schon, was es zum Film zu sagen gibt, da, wie bereits erwähnt, solche Filme heute nichts neues mehr sind. Jeder hat sicher schon einen Streifen in dieser Machart gesehen und „Blut für Dracula weicht diesem Trend nicht ab. Was den Film aber zu einem lohnenden Kaufobjekt macht, ist die Neuauflage auf DVD, vom E-M-S / Anolis Label. Das Bild und der Ton sind erstaunlich gut und es gibt eine Menge Extras für diejenigen, die an solchen Filmen interessiert sind.

DVD

Wenn man im nicht animierten Menü den Punkt „Bonus“ auswählt, gibt es einige zu sehen. Es gibt einen Trailer zum Film, eine über 20minütige Dokumentation über die Hammer Vampirfilme, Audiokommentare von Christopher Lee, Francis Matthews, Barbara Shelley und Suzan Farmer und ein erstaunliches Behind the Scenes. Das ist wirklich eine Menge Material, mit dem man nicht rechnen konnte.

Bewertung

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