Kickboxer From Hell

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OT:Zodiac America 3 – Kickboxer From Hell

ca.87 Minuten

Hongkong 1991

Regie

  • Alton Cheung
Darsteller

  • Mark Houghton
  • Soono Shroff
  • Richard Edwards
  • Kieran Hanlon
  • u.a.

Kickboxer From Hell

Story

Während des Trainings mit seinem Bruder für ein Turnier in Hongkong wird der amerikanische Kickbox-Champion Sean durch eine Horde Karatekämpfer, die eine junge Frau jagen, gestört. Nachdem er die Schurken in die Flucht geschlagen hat, erzählt ihm die Gerettete, die Unholde gehörten einer Gruppe von Satansjüngern an. Sie selbst sei eine Nonne, mit der Mission, die Satans-Sekte zu bekämpfen. Sean schenkt den Aussagen der Nonne zunächst keinen Glauben. Nachdem jedoch sein Bruder von den Satanisten getötet, und die Nonne entführt wird, startet er seinen eigenen Feldzug gegen die Sekte.

Soweit nachvollziehbar??

Dann wäre da allerdings noch ein Ehepaar, das in seinem Haus von Geistererscheinungen in Form einer mysteriösen Frauengestalt heimgesucht wird. Der Mann dreht durch, seine Frau stirbt.

Ach ja: Vampire mit Plastikgebissen gibt’s auch noch zu bestaunen!!!

Alles klar??

Kritik

Es war einmal vor langer, langer Zeit in einem (hoffentlich) weit, weit entfernten Filmstudio.

Das Familienunternehmen von Produzent Hans Wurst steht nach zahlreichen Flops am Rande des Ruins. Nur ein neuer Film kann da noch Abhilfe schaffen. Allerdings sind die drei Drehbuchschreiber noch nicht fertig mit ihrer Arbeit: Ehefrau Martha schreibt gerade an einer Kickboxer-Story nach Schema F, Vater Kuno arbeitet derweil an einer Geschichte über ein verwunschenes Haus und "Irgendwas mit Vampiren", während Mutter Helga sich einem okkultem Thema über Satanismus widmet.

Egal: "Machen wir halt schnell aus drei Teil-Stories eine ganze!!! Ob das zusammenpasst, ist doch nebensächlich. Hauptsache wir machen schnell Kohle. Außerdem bedienen wir somit Karate- UND Horror-Fans!!" Und so wurde mal eben Schwippschwager Hans, seines Zeichens Vollproll und Teilzeitalkoholiker, für eine Kiste Bier als Hauptdarsteller engagiert: Schnell ein paar Chuck Norris – Filme gekuckt, die Bierpocke unter Jogginghose und T-Shirt versteckt – und fertig ist Superheld Sean!!!

Welch Geschenk des Himmels: Die netten Bekannten aus dem China-Imbiss von nebenan sind bereit gratis die Rollen der "Haunted – Einheimischen" zu übernehmen. Doch wen könnte man kostengünstig für die Besetzung der Satanisten-Gang gewinnen? No Problem: Ehrensache für Sohnemann Bruno und seine Böhse-Onkelz-Clique!!! Synchronisiert wird das Ganze ja ohnehin wie immer von Bruder Jacobs Kegelclub während der Kegeltour.

Oh Gott: Opas Akkordeon klemmt wieder!! Woher also die Musik nehmen, wenn nicht stehlen?? Obwohl: Hmm, warum eigentlich nicht? Vielleicht lenken bekannte Soundtracks von Horrorklassikern ja sogar von der schundigen Handlung ab… Also einfach mal eben schnell wahllos die Musik von Kult-Filmen wie "Halloween" und "Hellraiser" wahllos in die Handlung kopiert. Wie? Das Opening-Theme von "Re-Animator" passt nicht als Untermalung eines Kickbox-Kampfes? Ha, das wollen wir doch mal sehen…

So oder ähnlich muss "Kickboxer from Hell" entstanden sein.

Sieh an, welche "Perlen" der Filmkunst der Videomarkt bietet… "Kickboxer from Hell" ist, wie der Name und Untertitel "Der Satan hat eine neue Waffe – Einen Kickboxer aus der Hölle" erwarten lassen, TRASH in Reinkultur!!!!

Die einzelnen Handlungsstränge gehen so dermaßen zusammenhanglos ineinander über, dass man mutmaßen kann, hier wären drei Geschichten zusammengeworfen worden. Schauspielerisch ist hier so ziemlich der Bodensatz des Martial-Arts-Kinos erreicht. Jeder "Karate-Tiger"- Abklatsch ist dagegen oscarreif!!

Getoppt wird der ganze Dilettantismus durch die fast schon kultig-schlechte Synchronisation. Wenn Sean mit animalischen Lauten sein Training durchführt, so wird der Zuschauer unweigerlich an den vorgetäuschten Orgasmus von Meg Ryan in "Harry und Sally" erinnert.

Das Gesamtwerk hätte als Parodie durchaus das Zeug zum Kultfilm gehabt, leider fehlt dem Film jegliche Ironie und Komik, wie sie z.B. die Filme von TROMA ausmacht. Aller berechtigter cineastischer Kritik zum Trotz, kann dem Film dennoch ein gewisses Maß an Unterhaltungswert nicht abgesprochen werden, Stichwort: TRASHFACTOR!!!!

Die sich bietende unfreiwillige Komik macht "Kickboxer from Hell" zu einem höchst unterhaltsamen Trash-Movie, bei dem der Betrachter stets auf den nächsten Faux-pas wartet… Unbedingt in großer Runde mit viel Bier zu geniessen!!!!!

Fazit: Lebt Ed Wood etwa noch?? "Kickboxer from Hell" ist auf unterhaltsame Art und Weise dilettantisch und stumpf. Man muss ihn gesehen haben, um es glauben zu können!!

Bewertung

Splatter 1_5.gif
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Ähnlicher Film:

  • Unvergleichbar schlecht!!!

Hellraiser 3 – Hell On Earth

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OT:Hellraiser III – Hell On Earth

ca. 93 Minuten

USA 1992

Regie

  • Anthony Hickox
Darsteller

  • Terry Farrell
  • Doug Bradley
  • Paula Marshall
  • Kevin Bernhardt
  • u.a.

Hellraiser 3 - Hell On Earth

Story

Joey ist eine Reporterin, die in einem New Yorker Krankenhaus unterwegs ist um dort einige Informationen für ihre neuste Reportage zu sammeln. Plötzlich sieht sie wie ein stark blutender Mann eingeliefert wird. Sein ganzer Körper weist schwere Wunden auf, die von an Ketten hängenden Haken verursacht wurden. Die Haken stecken immer noch in ihn und kurz nach seiner Einlieferung wird er plötzlich von ihnen zerfetzt. Terri, eine junge Frau, war Zeugin des Vorfalls, will aber anfänglich nicht darüber reden, doch Joey findet heraus das der Vorfall irgendetwas mit einer berühmten Diskothek zu tun hat, dem „Boiler Room“.

Der „Boiler Room“ Besitzer J.P. Monroe ist vor kurzer Zeit in den Besitz einer mysteriösen Statue gekommen, der „Säule der Seelen“, in der die Cenobiten am Ende des Vorgängerfilms gefangen wurden. Durch einen dummen Zufall geschieht es das ein wenig Blut von J.P. auf die Statue tropft und ihr somit neues Leben einhaucht. Pinhead, der Anführer der dämonischen Cenobiten, erwacht und zieht als erstes die Bettbekanntschaft von J.P. in die Statue um Energie zu tanken. J.P. ist von nun an ein willenloser Sklave, der einzig dafür da ist Nachschub zu besorgen.

Joey, die Reporterin, ist inzwischen in den Besitz eines rätselhaften Würfels gekommen, der mit dem Tod des im Krankenhaus eingelieferten Mannes zu tun hat und mit dem man das Tor zu Hölle öffnen kann.

J.P. ist auf der Suche nach weiteren Opfern für Pinhead ist, ruf seine Exfreundin Terri an, die mittlerweile bei Joey lebt, da die beiden Frauen sich angefreundet haben. Terri besucht ihn und kurz nach der Ankunft versucht J.P. sie in die Statue zu stoßen, was aber misslingt. Stattdessen gelingt es Terri, J.P. in selbige zu schubsen und Pinhead nimmt das Opfer gerne an. Denn nun hat er genug Energie die Statue zu verlassen.

Der befreite Pinhead macht sich in den Discosaal auf um die Besucher schrecklich niederzumetzeln und einige von ihnen in seine neue Armee der Untoten zu rekrutieren. Mit diesen neuen Cenobiten versucht Pinhead nun Joey den mysteriösen Würfel abzunehmen, da er mit seiner Hilfe vernichtet werden kann…

Kritik

Es war eigentlich im Vorhinein klar das der dritte Teil der Serie seine Vorgänger „Hellraiser – Das Tor zur Hölle“ und „Hellbound – Hellraiser 2“ nicht toppen könnte aber trotzdem ist dies ein Streifen der besseren Sorte. Im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen fließt in „Hellraiser 3 – Hell on Earth“ wesendlich mehr Blut und Freunde des Splatter werden sich über einige Szenen sehr freuen, was insbesondere die Discoszene betrifft.

Atmosphärisch ist er im Gegensatz zu mach anderen Filmen wirklich um Welten besser, allerdings hat „Hellraiser 3“ nun mal das Problem, dass er mit seinen Vorgängern verglichen wird. Dafür gibt es aber einige Informationen über Pinhead, die schon recht interessant sind für Leute, die sich richtig mit den Filmen beschäftigen. Auch neu ist das es eine ganze Menge neue Cenobiten gibt, die meiner Meinung nach richtig für Stimmung sorgen. Die „neuen“ kommen allerdings nicht aus einer anderen Welt sondern werden in der Disco geschaffen. Pinhead tötet die Menschen auf die verschiedensten Arten und nach dem Tod weisen die Cenobiten die Eigenschaften auf, wie sie getötet wurden. Als Beispiel wäre da der „Discman“ zu nennen, der in der Disko von CDs getötet wird und im Anschluss diese als Gesichtsschmuck trägt ( natürlich richtig im Gesicht ) und auch seine Opfer mit diesen Tonträgern niederstreckt.

Gute schauspielerische Leistungen, ein passender Soundtrack, hervorragende Masken und Topkulissen runden den Film ab, der als erster der Reihe nicht in England sondern in Amerika gedreht wurde.

Ein kurzes Wort über die verschiedenen Fassungen dieses Streifens muss ich noch los werden. Ich selber besitze die DVD von Laser Paradiese und die VHS Kassette des GMT Label, die Pinhead 3 heißt. Beide sind uncut aber es gibt auch noch einen Director’s Cut von Screenpower. Von der deutschen Version des Highlight Video Label würde ich allerdings abraten, da es völlig verstümmelt ist, genau wie die beiden Vorgänger bei diesem Label.

Horrorfans möchte ich diesen Film selbstverständlich empfehlen und auch alle denen, die Pinhead ins Herz geschlossen haben. Leute mit schwachem Magen sollten von diesem Film allerdings Abstand nehmen, da doch einige heftige Splatterszenen zu sehen sind.

Bewertung

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Spannung 5.gif
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Hell – Gefangene des Jenseits

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OT:Narok

ca. 89 Minuten

Thailand 2005

Regie

  • Tanit Jitnukul
  • Sathit Praditsarn
  • Teekayu Thamnitayakul
Darsteller

  • Nathawan Woravit
  • Kom Chauncheun
  • Punyapon Dhajsonk
  • Wuttinan Maikan
  • u.a.

Hell - Gefangene des Jenseits

Story

Auf dem Weg zu einem Drehort stößt der Wagen eines Filmteams frontal mit einem anderen Vehikel zusammen. Als die Crew wieder zu sich kommt, muss sie feststellen, dass sie sich in einer öden, kahlen Landschaft befinden, die sofort an eine Wüste erinnert. Als niemand eine Erklärung findet, tauchen plötzlich barbarenartige Kreaturen auf, die das Filmteam wie Vieh durch die karge Landschaft treiben. Nach einiger Zeit wird ihnen bewusst, dass sie sich nirgendwo anders als in der Hölle befinden. Der Teufel persönlich bestraft jeden Einzelnen von ihnen für die Sünden, die sie in ihrem Leben begangen haben, woraufhin sich den jungen Leuten ein Bild des absoluten Grauens bietet: Auf einer Art riesigem Schlachtfeld werden Tausende und Abertausende von Menschen von den Schergen des Teufels grausam gefoltert, in Stücke gerissen oder verstümmelt. Als den Jungfilmern allerdings klar wird, dass sie noch gar nicht tot sind, sondern nur im Koma liegen, versuchen sie mit allen Mitteln, aus der Hölle zu entkommen. Doch da hat der Teufel natürlich seine Einwände…

Kritik

Wer an asiatisches Horrorkino denkt, dem fallen meist sofort schwarzhaarige Frauen mit weiß geschminkten Gesichtern ein, die aus dem Jenseits heraus Rache üben. Durch den Boom von Filmen wie "The Ring" oder "The Grudge" ist es einem kaum noch möglich, unvoreingenommen an ein asiatisches Werk heranzugehen, ohne sofort die beiden genannten Titel im Kopf zu haben. Doch mit "Hell – Gefangene des Jenseits" bringen drei thailändische Regisseure etwas Abwechslung in die asiatischen Genrebeiträge. Auch, wenn es sich dabei sicherlich nicht um ein Meisterwerk handelt, so ist doch die Grundidee zumindest sehr interessant. Filme, die sich die ganze Zeit über in der Hölle abspielen gibt es nicht all zu viele. "Japanese Hell" würde mir da zwar spontan einfallen, doch dieser war eher schlecht als recht, so dass er kaum eine Empfehlung wert ist.

"Hell – Gefangene des Jenseits" verspricht viel phantastisches und viel Effektarbeit, schließlich kann dem Zuschauer nicht jede beliebige Kulisse als Hölle verkauft werden. Erstaunlich ist, dass der Streifen anfangs nicht viel Zeit verschwendet, sondern den Autounfall gleich zu Beginn zeigt, doch bevor es dann schleunig ab in die Hölle geht, erhalten wir erst einen kleinen Rückblick, erfahren, wie es zu dem Unfall kam und lernen einige Charaktere kennen. Dies zwar äußerst oberflächlich und kaum weiter erwähnenswert, doch zumindest so, dass "Hell" wenigstens noch ein Minimum einer Handlung hat. Und eigentlich ist eine richtige Charakterisierung hier kaum weiter wichtig, schließlich geht es nur darum, dass die Personen letztendlich in der Hölle landen, um mehr geht es in "Hell" auch nicht.

Sobald die Szene mit dem Autounfall vorüber ist, macht sich erst einmal Ernüchterung breit, denn die Hauptfiguren erwachen zuerst an einem Ort, der so gar nicht an Fegefeuer und ewige Verdammnis erinnern will, sondern mehr etwas von einer beliebigen, kahlen Wüste hat. Und wenn dann auch noch seltsame Typen auftauchen, die an eine Mischung aus Samurai und Barbar erinnern, dann fragt man sich endgültig, ob man sich hier einen Trashfilm ansieht. Satan selbst sieht auch nicht viel besser aus. Obwohl wir hier also mehr ein "Mad Max" Szenario als eine richtige Hölle haben, und die dämonischen Höllenkreaturen sich sehr schnell als verkleidete Thailänder herausstellen, kann "Hell" doch noch punkten, sobald es ans Eingemachte geht und die Gruppe um ihr Leben kämpfen muss.

Wie erwähnt gibt es einige Szenen, bei denen auf einem riesigen Feld unzählig viele Menschen von den brutalen Schergen des Teufels gefoltert werden. Dabei hat man sofort das Gefühl, dass die drei Regisseure Tanit Jitnukul, Sathit Praditsarn und Teekayu Thamnitayakul mit den Werken des Deutschen Filmemachers Olaf Ittenbach vertraut sind, denn an diesen erinnern die fast schon episch angelegten Höllenfolterein sofort. In allen nur erdenklichen Arten und Weisen werden Menschen gequält und verstümmelt, Brustkörbe mit Hämmern zertrümmert, wehrlose Opfer in Lavabäder getaucht oder in Stücke geschnitten. Dass der Streifen mit einer Freigabe ab 16 wegkam, grenzt an einem Wunder. Sehr explizit und detailliert bekommt man die Gewalt zwar nie zu sehen, doch meist sind die diversen Folterungen sehr gut im Hintergrund zu erkennen, auch wenn sich das Geschehen nie ganz auf sie fixiert, sondern mehr an den Hauptprotagonisten haftet. An und für sich gibt es sicher blutigere Filme als "Hell", doch der Bodycount ist hier dennoch extrem hoch, so dass schwache Gemüter ihre Finger von diesem Werk lassen sollten.

Was außerdem an "Hell" zu gefallen weiß, ist der fantasylastige Gehalt des Werkes. Dass der Film Übernatürliches bietet, dürfte schon anhand der Inhaltsangabe klar werden. Zwar nicht so sehr, dass das Ganze die Bezeichnung Fantasyfilm verdient, doch Freunde des phantastischen kommen auf ihre Kosten. Auf spektakuläre Kulissen wurde leider weitgehend aus Kostengründen verzichtet, ebenso sind die CGI Effekte nicht zu jedem Zeitpunkt dem besten Maß der Dinge entsprechend, doch damit kann man leben, schließlich ist "Hell" ein B-Movie und dafür schon außerordentlich ansehnlich.

Die Schauspieler sind allesamt eher schlecht und als recht und zwar weil es ihnen nicht gelingt, den Zuschauern ihre Charaktere auf eine sympathische Art und Weise näher zu bringen. Zum Teil liegt das an den wirklich grottenschlechten Darbietungen, manchmal aber auch einfach daran, dass die Schauspieler vom Drehbuch keine bessere Rolle zugeschrieben bekamen. Wie dem auch sei, im Großen und Ganzen fallen die eher ernüchternden Schauspielerleistungen nicht all zu negativ ins Gewicht, da es darauf in "Hell" nicht ausschließlich ankommt.

"Hell" dürfte für all diejenigen interessant sein, die sich für härtere Horrorkost mit leichten Fantasy-Einschlägen interessieren. Die interessante Story wurde, dem Budget bedingt, passabel umgesetzt und kann insbesondere mit einer hohen Anzahl von Folterszenen aufwarten. Wer sich im Allgemeinen nicht für asiatisches Kino begeistern kann, darf hier dennoch mal einen Blick riskieren, "Hell" kann in keiner Weise mit den ansonsten typischen Geisterfilmen aus Japan verglichen werden, die es mittlerweile schon im Überfluss gibt. Dass der Film kein Highlight ist, liegt schlichtweg daran, dass die Story nicht mehr bietet als 90 Minuten Folter und obskure Samurai-Teufelsschergen, und zudem recht kompliziert geschildert wird. Dennoch, für guten Durchschnitt reicht es allemal.

Bewertung

Splatter 3_5.gif
Spannung 4.gif
Story 4_5.gif
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Atmosphäre 3.gif
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From Hell

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Informationen

OT:From Hell

ca.117 Minuten

USA 2001

Regie

  • Albert Hughes
  • Allen Hughes
Darsteller

  • Johnny Depp
  • Hether Graham
  • Ian Holm
  • Ian Richardson
  • u.a.

From Hell

Story

Das Jahr 1888 soll in London ein ganz besonderes werden. In der vernebelten Stadt geht ein Frauenmörder um, der es ausschließlich auf Prostituierte abgesehen hat. Inspektor Abberline wird mit dem Fall beauftragt, da der junge Polizist sehr intelligent ist und darüber hinaus über eine besondere Fähigkeit verfügt. Im Rausch und im Traum hat er Visionen. Visionen, die in der Tat das zeigen, was sich zutragen wird.

"Jack the Ripper" scheint nur einen kleinen Kreis von Frauen für seine mörderischen Spiele zu bevorzugen. Inspektor Abberline hat diesen, dank seiner Fähigkeit, schnell ausfindig gemacht, kann aber nicht verhindern, dass es zu weiteren Morden kommt. Die Tatsache, dass der Mörder mit speziellem Werkzeug Organe entnimmt und mit besonderen Lockmitteln vorgeht, lässt Abberline schnell vermuten, dass der Mörder ein gebildeter Mann sein muss. Der nicht zum Spaß tötet. Doch seine Vorgesetzten wollen von dieser Theorie nichts hören. Sie vermuten einen Wahnsinnigen, einen Handwerker oder Schlachter hinter den Vorfällen.

Trotz vieler Hindernisse setzt Abberline die Suche nach dem mysteriösen Mörder fort. Doch mit jeder Erkenntnis gerät er tiefer in einen Strudel aus Unwissenheit…

Kritik

Der Film der Hughes-Brüder „From Hell“ ist alles andere als eine historisch exakte Umsetzung des Stoffes um den weltbekannten Mörder Jack the Ripper. Aber trotzdem ist es ein extrem sehenswerter Film geworden, der den Zuschauer von der ersten bis letzten Minute spannend unterhält. Die frei erfundene Kriminalgeschichte ist wohl aus publikumswirksamen Gründen mit dem Namen des englischen Mörders versehen worden, der zwischen August und November des Jahres 1888 im East End von London fünf (vielleicht auch mehr) Prostituierte ermordete. Man hatte sicherlich seitens der Macher diese Idee im Kopf, dass London aus dem späten 19. Jahrhundert darzustellen und hat es dann auch so umgesetzt. Denn so eine Detailverliebtheit, wie sie in „From Hell“ zu bestaunen ist, gibt es nicht oft zu sehen. Die Nachbauten sind erste Sahne. Optisch passt alles. Die Straßen Londons mit all ihren Bewohnern wirken so echt, dass man sich tatsächlich in die Zeit um 1888 zurückversetzt fühlt. Und alles ist bis ins kleinste Detail stimmig. Da wundert es niemanden, dass der Film atmosphärisch auf höchstem Niveau spielt.

Etwas weniger gelungen ist die Charakterisierung der einzelnen Figuren. Diese wirken nicht immer sehr echt. Inspektor Abberlines Drogenräusche und Visionen sind zu fantastisch, um sie zu glauben. Und auch seine angehimmelte Bordsteinschwalbe kommt nicht glaubhaft rüber. Während ihre Kolleginnen sich miesen Typen hingeben, um ihr Brot zu verdienen, bleibt sie stets unberührt. Und sie ist auch immer sauberer und weniger grob als ihre Busenfreundinnen. Zudem ist es etwas merkwürdig, dass nur in einem kleinen Freundeskreis gemordet wird. Aber diese, respektive dieser Kritikpunkt ist auch der einzige.

Die Story ist sehr abwechslungsreich und bietet immer wieder interessante Kehrtwendungen. Wer der Mörder ist kann nicht erraten werden. Der Spannungsbogen ist vorbildlich. Zudem kommen immer wieder Schockszenen zum Vorschein, die zwar nicht so extrem sind wie in anderen Horror-Filmen, ihre Wirkung aber durchaus erzielen. Und garniert wird das Ganze mit kleinen Spezialeffekten, die nicht übertrieben dargestellt, aber stellenweise doch recht hart sind. Zumindest wenn man betrachtet, dass dieser Film sicherlich nicht nur ein altes Publikum ansprechen soll.

Ein besonders Augenmerk in dieser Jack the Ripper-Verfilmung ist Protagonist Johnny Depp: Er versteht es mit seinem außergewöhnlichen Talent und seiner seltsamen Rolle, den Zuschauer zu fesseln. Die darstellerische Leistung ist wirklich außergewöhnlich gut. Heather Graham kann als Mary Kelly dieses Niveau nicht halten. Ihre Ausstrahlung ist, wie bereits erwähnt, nicht authentisch. Der, neben Depp, noch einzig positive Auffallende ist Ian Holm („Alien“, Naked Lunch“, „Herr der Ringe“), ebenfalls in einer besonderen Rolle.

„From Hell“ hat den großen Vorteil, dass er trotz seiner langen Spielzeit bestens unterhält. Und das ist es, was man von einem Film will. Nicht mehr und nicht weniger. Daher ist dieser auch bestens für eine gruselig spannende Abend-Unterhaltung geeignet. Als Jack the Ripper-Fan muss man zwar das ein oder andere Auge zudrücken, dass Guckvergnügen wird aber in keinem Fall geschmälert.

Bewertung

Splatter 2_5.gif
Spannung 4.gif
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Ekelfaktor 2.gif
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Ähnlicher Film:

From Hell

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Informationen

OT:From Hell

ca.117 Minuten

USA 2001

Regie

  • Albert Hughes
  • Allen Hughes
Darsteller

  • Johnny Depp
  • Hether Graham
  • Ian Holm
  • Ian Richardson
  • u.a.

From Hell

Story

Wir befinden uns in East End, einem Londoner Elendsviertel gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Das Viertel wird von der „besseren“ Gesellschaft sehr gemieden. Halsabschneider, Scharlatane, Prostituierte und Obdachlose tummeln sich in dieser verruchten Gegend und eines haben sie alle gemeinsam: Kein Geld. Viele der Frauen dieses Viertels verkaufen sich für eine Nacht in einem warmen Bett oder einen Leib Brot. Andere sind schon froh, wenn sie sich für wenig Geld einen Lehnplatz in einem trockenen Raum kaufen können. Die Straßen sind völlig verdreckt, Ratten ziehen umher, Verbrechen stehen auf der Tagesordnung doch dann geschehen ein paar bestialische Morde, die sich von den gewöhnlichen Todschlägen stark abheben…

Der junge Inspektor Abberline, der vor wenigen Jahren seine Frau im Kindbett verloren hat und sich seither mit einer Mischung aus Absinth und Laudanum seinem Kummer hingibt, besitzt eine besondere Gabe, er hat öfters Visionen, die später tatsächlich geschehen. Auf diesem Wege hat er bereits zahlreiche Verbrechen aufgeklärt und so hofft man, dass er nun einen sehr bizarren Mord im Viertel Whitechapel ( einem Teil des East Ends) aufklären kann. Ein gewöhnlicher Mord wäre nun nichts neues, jedoch spielt hierbei die Tatsache eine große Rolle, dass dem Opfer – einer Londoner Prostituierten – auf bestialische Art und Weise etwas entfernt worden ist. Bei dem Anblick des Opfers verspürt sogar der dortige Polizeiarzt im Leichenschauhaus starke Übelkeit. Der Name des Opfers ist Mary Ann Nichols oder auch „Polly“ genannt. Von einem Motiv fehlt jegliche Spur. Nur ein Weintraubenstiel ist die einzige Spur.

Nur wenige Tage später wird erneut eine junge Prostituierte ermordet aufgefunden – Annie Chapman – „Dark Annie“. Diesmal sieht der Inspektor den Fall in einer Vision ehe er geschieht. Und auch dieser Frau wurden bestialisch Organe entnommen ( die Vagina, ein Teil der Gebärmutter und ein Teil der Harnblase). Außerdem wurden dem Opfer seine Eingeweide um den Hals gelegt und auch diesmal findet sich wieder ein Weintraubenstiel bei dem Opfer.

Abberline sucht schließlich Hilfe bei einem sehr angesehenen alten Arzt, der sogleich auch der Leibarzt der englischen Königsfamilie ist und erfährt von diesem einige interessante Dinge über den Mörder, der sehr bald schon den Namen „Jack the Ripper“ erhält. Eines wird immer deutlicher, der Mörder ist mit ziemlicher Sicherheit in der höheren Gesellschaftsschicht zu suchen. Er muss ein sehr gebildeter Mann sein, der sich sehr gut in der weiblichen Anatomie auskennt, da alle Opfer sehr präzise bearbeitet worden sind.

Bei seinen Ermittlungen stößt Abberline auch auf einen Zusammenhang der Opfer. Sie waren alle Freundinnen und so versucht er hilfreiche Informationen in der Clique der Frauen zu finden. Diese besteht aus 5 jungen Prostituierten ( inzwischen ja nur noch 3). Eine dieser Frauen fällt ihm dabei besonders ins Auge – Mary Kelly. Sie ist irgendwie anders als die anderen Frauen und so kommt es wie es kommen muss, unser Inspektor entwickelt zusehnlich Gefühle für diese Frau. Doch auch davon lässt sich Jack the Ripper nicht abhalten.

Abberline erfährt schließlich von Mary Kelly, dass sie und ihre Freundinnen vor kurzer Zeit bei einem sehr merkwürdigen Vorkommnis Zeugen wurden. Eine andere Freundin von ihnen, die es geschafft hat, aus den Elendsvierteln herauszukommen, indem sie einen reichen Mann heiratete und auch ein Kind von diesem bekam, wurde vor ihren Augen entführt. Von dem Kind fehlt zunächst jede Spur. Abberline geht diesen Vorkommnissen nach und findet die vermisste Freundin in einer Irrenanstalt wieder. Sie hat sich sehr verändert, spricht kaum noch. Ein Teil ihres Gehirns wurde ihr entfernt. Als er herausfindet, wer der Ehemann der Dame ist, erlebt er schließlich eine Überraschung.

Aus Angst, dass Jack the Ripper erneut zuschlägt, gibt Abberline Mary Kelly Geld, damit sie sich mit ihren Freundinnen ein Quartier sucht und um einige Tage von der Straße wegzubleiben. Elisabeth Stride – „Long Liz“ ignoriert die Warnungen ihrer Freundin und geht dennoch auf die Straße. Kurz darauf ist sie tot. Jedoch konnte Jack the Ripper sein blutiges Ritual nicht beenden, da er von einem Kutscher dabei gestört wurde. Am gleichen Abend, nur wenige Blocks weiter, wurde auch die 4. der Freundinnen, die sich auf die suche nach Long Liz machte gleich darauf zum nächsten Opfer des Rippers. Ihr Name: Catharine Eddowes – „Kate Kelly“. Bei ihr hatte der Ripper wieder genügend Zeit, um den Leichnam bestialisch zuzurichten. Augen, Nasen, Wangen und Lippen waren zerschmettert, der Hals durchgeschnitten ( wie immer), ihr Bauch war aufgeschlitzt und ihre Niere und ihre Gebärmutter waren entnommen worden.

Je mehr Abberline nun jedoch dem Fall auf die Spur kommt, desto mehr Steine werden ihm von seinen Vorgesetzten in den Weg gelegt. Niemand will etwas davon wissen, dass der Ripper zur gehobenen Klasse gehören soll. Außerdem kommt der Inspektor den „Freimaurern“ auf die Spur, einer nur im geheimen arbeitenden Gruppe von sehr angesehenen Leuten. Dann bekommt er eine schreckliche Vision von Mary Kelly…

Kritik

Der Film ist klasse!!! Es gibt ja schon so einige ältere „Jack the Ripper“ – Verfilmungen, aber ehrlich gesagt, kann keiner dieser Filmchen mit diesem hier mithalten. Alleine die Atmosphäre ist schon genial, erinnert etwas an „Sleepy Hollow“. Der Film ist schön düster gehalten und wieder einmal scheint es, in den Elendsvierteln, nie richtig hell zu werden. Anders dagegen die Szenen, die in den vornehmen Kreisen spielen. Helllichter Sonnenschein, gepflegte Gärten usw… In den Elendsvierteln dann das genaue Gegenteil. Ich finde, dem Regisseur ist es sehr gut gelungen, einen in die damaligen Zustände zurück zu versetzen.

Auch wurde sich ziemlich an die Originalfälle gehalten. Die Morde, Namen der Beteiligten usw. stimmten mit Aufzeichnungen über diesen wohl bekanntesten Serienmörder aller Zeiten überein. Sogar die Beweiße, die Paul Begg in seinem Buch „Jack the Ripper – Die unzensierten Fakten“ hervorbrachte und die Mary Kelly betrafen, wurden vom Regisseur in diesen Film übernommen.

Allerdings wurde auch eine Rahmenhandlung um die ganze Geschichte neu erfunden, wie die Liebesgeschichte zwischen dem Inspektor und der Prostituierten Mary Kelly. Aber es gibt ja auch nur in den seltensten Fällen keine solche Geschichte in einem solchen Film. Hätte für meinen Geschmack nicht unbedingt sein müssen, aber bitte sehr!

Die wahre Identität des Jack the Ripper wurde im Grunde ja niemals aufgeklärt, der Film gibt hierbei lediglich eine Möglichkeit an, wie es vielleicht gewesen sein könnte. 3 Haupttheorien gibt es in dem Ripper – Fall, die alle bis heute nicht aufgeklärt werden konnten: die Ausländertheorie, die Königsfamilientheorie und die Medizinstudent-/Doktor-/ Schlachtertheorie. Der Regisseur hat sich die wohl interessanteste und meist verwendete Theorie für seinen Film herausgesucht.

Die Schauspieler spielen ihre Rollen recht glaubhaft, auch wenn es mir immer noch sehr schwer fällt, Johnny Depp nach „Sleepy Hollow“ wieder eine ernstere Rolle abzukaufen ( für mich wird er irgendwie immer als trotteliger, Angst vor Spinnen habender, armer Idiot da stehen). Dennoch halte ich ihn für einen klasse Schauspieler!

Für alle, die nun nach meinen Ausführung ( speziell die Morde betreffend) Angst haben, sich vor dem Film ekeln zu müssen, seit unbesorgt! So genau sieht man die zugerichteten Leichen überhaupt nicht. Man sieht zwar den Ripper bei seiner „Arbeit“ jedoch der Blick auf die Leichen bleibt Euch erspart. ( Merkwürdig fand ich es zwar schon, als z.B. bei einer Szene, ich sag jetzt nur Kopf und ein paar Kutschenräder, nur wir im Kino laut los lachten, aber nun ja, wir fanden es eben spaßig!). Splatter braucht hier niemand zu erwarten ( leider!). Andererseits könnte ich mir Johnny Depp noch sehr viel weniger in einem blutigen Splatterstreifen vorstellen!

Empfehlen tue ich den Film einfach jedem, der sich für Thriller oder Serienkiller interessiert! Der Film ist unbedingt sehenswert!!!

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Ähnlicher Film:

Poker Run – Highway To Hell

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Informationen

Drehland USA
Drehjahr 2008
Laufzeit ca. 88 Minuten
Regie Julian Higgins
Darsteller Kevin Anthony Brooks Ryan Caldwell Cathy Deobler D.C. Douglas u.a.
Bild
  • 1
  • 85:1 (anamorph/16:9)
Ton
  • DD5.1
  • DTS
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK 18
Poker Run - Highway To Hell

Story

Billy und Ray sind zwei üble Zeitgenossen. Die beiden Biker aus dem Hinterland halten sich nicht gerade an die gesetzlichen Vorschriften. In keiner Weise. Eines Tages treffen die beiden auf Robert und Allen. Zwei Männer aus der Großstadt, die mit ihren Frauen auf Tour sind. Die sechs schließen sich zusammen, um den „Poker Run“ zu machen. Ein Spiel, bei dem man fünf Bars anfahren muss um dort eine Karte serviert zu bekommen. Doch an eine gute Hand ist nicht zu denken. Die beiden Halunken entführen nämlich die Bräute der Touristen und wollen ein bösartiges Spiel spielen.

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Kritik

Das Cover von „Poker Run“ verspricht einem den „Highway To Hell“. Die Beschreibung ein Rednecks meets Roadtrip. Und wenn dann noch pokernde Rocker vorkommen, die nichts Gutes im Sinn haben, ist das doch eine Steilvorlage für einem guten Horror-Streifen, oder?

Leider ist das, was „Poker Run“ bietet aber alles andere als gute Ware. Nicht mal solide Horror-Kost und schon gar kein unterhaltsamer Film. Leider. Und dabei fängt es gar nicht mal so schlecht an: Man wir zu Beginn mit den beiden Übeltätern vertraut gemacht. Sie leben abgelegen, entstammen offensichtlich nicht dem frischesten Genpool und gehen keinem ordentlichen Job nach. Und dann kommen die Städter. Leichte Opfer…

Das Spielchen hübsche Städter gegen abgefuckte Rocker funktioniert dann im Verlauf aber nicht so, wie man sich das wünscht. Es ist wenig spannend, kaum atmosphärisch und nicht authentisch in Szene gebracht. Die Locations sind nicht immer so, wie man sich das wünscht. Da hätte man viel mehr rausholen müssen. Die karge Wüstenlandschaft und deren verstaubte Bars bieten viel mehr Potential, wie man aus anderen Filmen weiß. Zudem sind die bösen Figuren arg überzeichnet. Sogar soweit, dass sie unglaubwürdig wirken. Im Horror-Film ist das zwar nicht unbedingt besonders, hier fällt es aber arg auf.

Man kommt nichts Besonderes vor die Linse gesetzt. Hier und da gibt es zwar mal kleine interessante Einschübe, für eine gute Dauerunterhaltung ist das aber zu wenig. Obwohl man in einer Szene nicht so recht verstehen mag, warum sich ein Toter plötzlich zu Wort meldet. Nett sind dahingegen einige Dialoge. Zumindest für Freunde etwas merkwürdiger Unterhaltungen. Beispiel gefällig? „Letztes mal habt ihr eine Nutte in der Dusche vergessen. Wisst ihr wie schwer tote Nutten zu entsorgen sind, wenn die Biester erst mal tot sind…“. Aber so sind sie nun mal. Tote Nutten, welche die Dreistigkeit besitzen auch noch tot zu sein…

Optisch geht es nicht gerade um dahingeschiedene Prostituierte. Es müssen zwar Leute beziehungsweise einige ihrer Körperteile scheiden, dies bleibt dem Betrachter der deutschen Fassung allerdings „erspart“. In der Rohfassung ist der Film schon nicht sonderlich brutal, er wurde für den heimischen Markt aber noch mal gestutzt. „Poker Run“ ist wahrscheinlich wieder mal ein Beispiel für das Durchgreifen der oft kritisierten Prüfstelle. Filme mit hohem Budget dürfen viel, dafür werden kleine Produktionen dann dahin geschnitten, wo sie die Ordnungshüter hinhaben wollen. Wahrscheinlich um eine gewisse Quote zu erreichen. Aber wer weiß das schon?

Aber man muss gestehen, dass selbst Kettensäge, Pumpgun, Machete oder auch eine Armee von Zombies diesen Film nicht hätten retten können. Er ist von Regisseur-Neuling Julian Higgins einfach schlecht umgesetzt worden. Die Schnitzeljagd auf Rädern ist recht ereignislos, die „durchgeknallten“ Rednecks und ihre Gegenspieler sind uninteressant sowie recht harmlos und zudem nicht auf dem höchsten schauspielerischen Niveau. Es wird kein Poker gespielt und blutig ist der Streifen auch nicht. Da bleibt nicht viel Positives übrig. Lediglich ein interessanter Anfang. Und für einen guten, oder mittelmäßigen, Film ist das leider etwas zu wenig.

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DVD

Technisch ist die DVD aus dem Hause Sunfilm/Tiberius Film dem Inhalt um Meilen voraus. Man bekommt ein ordentliches Bild und einen ebenso ordentlichen Ton, der in DD5.1 und DTS daherkommt. Als Extras gibt es ein paar Trailer, Deleted Scenes (23:19 Minuten, ohne Untertitel in Originalsprache) und ein Gag Reel. Witzige Mitschnitte vom Dreh, die für einige Lacher sorgen (05:14 Minuten).

Bewertung

Splatter 2010_1_5.gif
Spannung 2010_2_5.gif
Story 2010_2.gif
Ekelfaktor 2010_2_5.gif
Atmosphäre 2010_3.gif
Tonqualität 2010_5.gif
Bildqualität 2010_5.gif
Zusatzmaterial 2010_4.gif
Gesamteindruck 2010_2.gif

Ähnlicher Film:

Drag Me To Hell

0

Informationen

Drehland USA
Drehjahr 2009
Laufzeit ca. 95 Minuten
Regie Sam Raimi
Darsteller Alison Lohman Justin Long Lorna Raver Dileep Rao u.a.
Bild
  • 2
  • 35:1 (anamorph/16:9)
Ton DD5.1
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
  • Spanisch
Untertitel
  • Deutsch
  • Englisch
  • Spanisch
LC 2
FSK 16
Drag Me To Hell

Story

Christine Brown ist Sachbearbeiterin in einer Bank und hat ausgezeichnete Aufstiegschancen. Sie und ihr neuer Kollege streben an, stellvertretender Filialleiter zu werden. Das einzige, was ihr Chef an ihr momentan kritisiert ist die Tatsache, dass sie etwas mutiger werden muss.

Da kommt ihr der Umstand gelegen, dass eine alte Zigeunerin um eine Kreditverlängerung bittet. Diesen lehnt sie mit dem Einverständnis ihres Vorgesetzten ab. Einerseits ist sie froh, mal hart durchgegriffen zu haben, auf der anderen Seite tut ihr die alte Frau auch leid. Als diese aber plötzlich zur Furie wird und ihr verbal Sachen an den Kopf schmeißt, denkt sie das Richtige gemacht zu haben.

Doch dieser Gedanke ist falsch. Denn die alte Dame hat Christine mit einem fürchterlichen Fluch belegt. Sachen geschehen, die normalerweise nicht geschehen können. Nach einem Besuch bei einem Hellseher, erhält sie Gewissheit: In drei Tagen wird sie in die Hölle geholt…

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Kritik

Anfang der 80er Jahre wurde ein neues Horror-Juwel geboren. „Tanz der Teufel“ war der anmutende Titel und Sam Raimi der Erschaffer. 10 Jahre später zeigte Raimi, dass er auch mit anderem Stoff umgehen kann und schuf den Film „Darkman“, der bei der Fan-Gemeinde ebenfalls bestens ankam. Nach einigen Folgefilmen zog es ihn zu höheren Aufgaben nach Hollywood. Er machte die „Spider-Man“ Filme populär, opferte dafür allerdings seinen Kultstatus bei seinen Fans. Doch nun, im Jahre 2009, geht Raimi einen Schritt rückwärts. Ein Schritt, der ihn horrortechnisch wieder in seinen alten Fußstapfen zurückbringt.

Denn mit „Drag Me To Hell“ hat einen Film erschaffen, der ganz klar an seine Anfangszeit erinnert. Mit einer recht schlichten Story wird der Betrachter in das Geschehen, in Zeiten der Wirtschaftskrise, eingeführt. Eine Frau braucht einen Kreditaufschub, was von den bösen Bankern abgelehnt wird. Sie wird so ihr Haus verlieren. Dies ist natürlich nicht unbedingt der Stoff, aus dem Horror-Filme sind. Glücklicherweise handelt es sich bei der Kreditverweigerten aber um eine alte Zigeunerin, die des Fluchens mächtig ist. Und so kommt es, wie es kommen muss. Die Bankangestellte Christine gerät in ernsthafte Schwierigkeiten und für den Horror-Fan geht die Party los.

Was bei „Drag Me To Hell“ heraussticht ist der Spannungsaufbau. Es geht immer wieder gut ab und man darf sich an einigen Stellen erschrecken lassen. Zudem gibt es gute Effekte. Diese sind zwar meist völlig überdreht, wer aber an „Darkman“ und „Tanz der Teufel“ zurückdenkt, wird sich an Ähnliches erinnern. Dadurch das einige Szenen wirklich wie aus einem Comic rüberkommen, wird die mittelmäßig vorhandene Härte natürlich etwas entschärft. Über die Splatterszenen hinaus hat Raimi dafür gesorgt, dass selbst der hartgesockenste Horror-Fan versucht ist, bei einigen Szenen den Blick vom Geschehen abzuwenden. Es gibt nämlich zahlreiche Ekelszenen, die so ekelig sind, dass man sie eigentlich gar nicht sehen will.

Man bleibt aber natürlich am Ball, da man den Rest der Geschichte sehen will. Das Ganze ist sehr gut arrangiert und kameratechnisch gibt es interessante Blickwinkel zu betrachten. Das Tempo passt, der Spannungsbogen ist auf Zug, die Atmosphäre ist meistens schön horrormäßig und das Gezeigte immer interessant. Mit zunehmender Laufzeit wird es um unsere Protagonistin immer dunkler. Sie weiß irgendwann, dass sie mit einem Fluch belegt ist und kämpft gegen einen übergroßen und nicht immer sichtbaren Feind. Und dieser unglückliche Zustand der Christine ist für den Zuschauer sehr fesselnd. Raimi beweist, dass er die Mischung aus Horror und tiefschwarzen Humor so anrichten kann, wie kaum ein zweiter Filmemacher. Na ja… Peter Jackson kam da früher auch ran.

Zur guten Unterhaltung tragen auch die Darsteller bei, die über große Strecken das unglaubliche Geschehen glaubhaft auf die Leinwand zaubern können. Alison Lohmann („Die Legende von Beowulf“) als Verfluchte und Justin Long („Jeepers Creepers“) als ihr leitgeplagter Freund machen einen grundsoliden Job.

Unterm Strich ist „Drag Me To Hell“ ein schön überladener Old School Horror-Flick der mit seiner Mischung aus gruseliger Atmosphäre und schwarzem Humor Spaß macht. Mr. Raimi ist es nach fast 10jähriger Abstinenz gelungen, bravourös ins Horror-Geschäft zurückzukehren. Für Horror-Fans ist das ein Rückschritt nach vorne. Hoffentlich legt der Meister da noch einen nach.

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DVD

Bild und Ton entsprechen dem High-Budget-Standard. Zu meckern gibt es hier nicht das Geringste. Das Bild ist schön scharf und kann die vielen Farben gut rüberbringen, die im Film verwendet werden. Der Raumklang sorgt zudem für einen akustischen Genuss. Extratechnisch gibt es keine großen Besonderheiten auf der DVD. Nach dem Einlegen der Scheibe gibt es ein paar Trailer und im Bonus-Menü ein Produktionstagebuch. Quasi ein Making Of mit deutschen Untertiteln und ca. 35 Minuten Laufzeit.

Bewertung

Splatter 2009_2_5.gif
Spannung 2009_4_5.gif
Story 2009_4_5.gif
Ekelfaktor 2009_5.gif
Atmosphäre 2009_4.gif
Tonqualität 2009_6.gif
Bildqualität 2009_6.gif
Zusatzmaterial 2009_3_5.gif
Gesamteindruck 2009_5.gif

Ähnlicher Film:

Crowley – Back From Hell

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Informationen

Drehland GB
Drehjahr 2008
Laufzeit ca. 102 Minuten
Regie Julian Doyle
Darsteller Simon Callow Kal Weber Lucy Cudden Jud Charlton u.a.
Bild
  • 1
  • 85:1 (anamorph/16:9)
Ton
  • DD5.1
  • DTS
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel
LC 2
FSK 16
Crowley - Back From Hell

Story

Aleister Crowley lebte vor einigen Jahren noch und brachte nicht viel Gutes über seine Umwelt. Mit seinem Tod hatte sich das Problem erledigt. Doch nun basteln fleißige Forscher an einer Datenbank, die mit dem Wissen des Altmeisters angereichert wird.

Als diese fertiggestellt ist, wird dem armen Professor Haddo mittels eines Virtual-Reality-Anzugs das Wissen von Aleister Crowley in die Birne gepeitscht. Dieser ist danach nicht mehr der, der er mal war. Denn Crowleys Geist hat den Körper von Haddo übernommen. Jetzt versucht der ein uraltes Ritual durchzuführen. Die „Chemische Hochzeit“…

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Kritik

Drogen können komische Sachen mit Menschen anstellen. Heavy-Metal-Legende Ozzy Osbourne ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Ob Bruce Dickinson, der Frontmann der Heavy-Gruppe Iron Maiden einen ähnlichen Konsum an ungesunden Substanzen in der Vergangenheit hinter sich hat, ist nicht klar. Klar ist aber, dass er beim Schreiben des Drehbuchs zu „Crowley – Back From Hell“ wohl nicht ganz klar im Oberstübchen war.

Regisseur Julian Doyle („Schock-Therapie“ und beteiligt bei „Leben des Brain“ und Darsteller in „Sinn des Lebens“ ) muss das bewusst gewesen sein, als er sich daran gemacht hat, dass Geschriebene umzusetzen. Für schräge Ideen scheint Doyle stets ein offenes Ohr zu haben. Denn die Geschichte ist, gelinde gesagt, recht eigenwillig. Ein Sammelsurium an Ideen und Phantasien, welches es dem Zuschauer nicht gerade einfach macht, so richtig durch das Geschehen durchzublicken.

Die Geschichte ist ziemlich an den Haaren herbeigezogen, über weite Strecken aber überdurchschnittlich unterhaltsam. Es will sich zwar keine rechte Spannung und noch weniger eine Horror-Atmosphäre aufbauen, da sich die Szenarien aber oft abwechseln, bleibt man bei der Stange. Die Beobachtung des Protagonisten macht durchaus Spaß. Die Rolle ist recht lustig angelegt und kann mit einigen seltsamen Aktionen für angenehme Unterhaltung sorgen. Tabus gibt es nicht. Ob das Anpinkeln von Studenten, Kacke auf dem Schreibtisch oder eine Bedrängung eines Studenten von hinten: Regeln des politisch korrekten Kinos werden nicht eingehalten. Glücklicherweise ist die Darstellung dieser drastischen Szenen nicht in Vollendung praktiziert worden. Das wäre dem Guten auch ein wenig zu viel gewesen. Action und rasante Szenen kommen in „Crowley – Back From Hell“ nur selten vor. Dafür gibt es aber eine erhöhte Anzahl an Dialogen, die glücklicherweise nicht langweilig angelegt sind. Haddo steht hier natürlich im Mittelpunkt. Die Rolle wird von Simon Callow gespielt. Callow ist ein erfahrener Schauspieler, der schon in vielen kleineren Produktionen zu sehen war und sein Handwerk beherrscht. Auch für den Rest der Crew hat man solide Darsteller einstellen können, die es verstehen, ihren Job ordentlich zu erledigen.

Prinzipiell kann man das auch dem Regisseur unterstellen. Wäre da nicht das Problem, dass er es nicht geschafft hat, der Geschichte einen roten Faden einzuimpfen. Wahrscheinlich ist er an der Vorlage gescheitert. Eine Vorlage, die wohl nur sehr schwer umzusetzen ist. Regisseur Julian Doyle gelingt es aber, den Fokus in den verschiedenen Abschnitten auf das Wesentliche zu konzentrieren. Zudem hat er sehr gut aussehenden Kulissen in den Film gebracht, die ein optisches Vergnügen auslösen und er hat auch einen guten Schnitt an den Tag gelegt. Anmeckern müsste man eigentlich noch, dass das Okkulte nicht so rüber kommt, wie man es bei einem Okkult-Thriller normalerweise gewohnt ist.

Auch in Sachen Splatter ist Sparflamme angesagt. Es gibt zwei, drei kleinere Szenen, die aber nicht in einem Blutbad enden. Rot wird es nur bei der Suche nach einem Opfer für die Zeremonie. Natürlich in Gestallt von schönen Frauen, die mal bekleidet und mal unbekleidet über den Bildschirm huschen. In diesem Bezug ist eine sehr witzige Szene zu nennen, in der Haddo einen Rothaar-Check macht und es nach dem Heben des Röckchens überraschenderweise mit einer Blondine zutun hat…

Zu den durchsichtigsten Filmen gehört „Crowley – Back From Hell“ sicherlich nicht und er ist auch kein herausragender Beitrag in seinem Subgenre. Allerdings versteht es der Film, den Betrachter gut zu unterhalten. Wenn auch sehr unkonventionell, provokant und überladen. Aber er ist abwechslungsreich, stellenweise witzig und bleibt so auf jeden Fall positiv im Gedächtnis.

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DVD

Neben einigen Trailern gibt es bei den Extras, im feurigen DVD-Menü, einen Audiokommentar mit Bruce Dickinson und Julian Doyle, ein Making Of und Deleted Scenes. Die Laufzeit des Making Of beträgt ca. 21 unterhaltsame Minuten. Deutsche Untertitel sind einblendbar. Die geschnittenen Szenen betragen stolze 29 Minuten und 18 Sekunden. Nach der Betrachtung der Szenen kommt man zweifelsfrei zu der Erkenntnis, dass die Jungs und Mädels ziemlich viel Zeit in den Film gesteckt haben. Respekt.

Bild und Ton kann man als gelungen bezeichnen. Auch wenn der Sound in einigen Szenen, wenn brachiale Musik eingespielt wird, etwas laut ist. Da hätte man sicherlich etwas ohrenfreundlicher abmischen können. Ansonsten gibt es aber nichts zu meckern.

Bewertung

Splatter 2009_1_5.gif
Spannung 2009_3_5.gif
Story 2009_2_5.gif
Ekelfaktor 2009_4_5.gif
Atmosphäre 2009_3.gif
Tonqualität 2009_5.gif
Bildqualität 2009_6.gif
Zusatzmaterial 2009_4.gif
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Ähnlicher Film: