Masters Of Horror – Jenifer

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Informationen

OT:Masters of Horror 3: Dario Argento – Jenifer

ca.56 Minuten

USA 2005

Regie

  • Dario Argento
Darsteller

  • Steven Weber
  • Carrie Fleming
  • Cynthia Garris
  • u.a.

Masters Of Horror - Jenifer

Story

Während seiner Mittagpause kommt Polizist Frank in eine ungewöhnliche Situation. Er sieht, wie ein Mann eine junge Frau hinrichten will. Der verzweifelte Fremde scheint ebenso hilflos wie besessen zu sein und will die Frau auf gar keinen Fall freilassen. Frank bleibt nichts anderes übrig, als ihn zu erschießen. Dann kümmert er sich um das Mädchen. Sie hört auf den Namen Jenifer und ist von einer unverkennbaren Entstellung im Gesicht gezeichnet.

Dadurch zieht sie die Blicke natürlich auf sich, und viele ihrer Mitmenschen wenden sich vor Ekel ab. Doch ihr Retter scheint ihr Aussehen nicht zu schocken, er behandelt sie wie jeden anderen Menschen. Nach einiger Zeit wird die Beziehung sogar intensiver. Die beiden scheinen von einer unheimlichen Obsession gefesselt und setzten die Ehe des Polizisten aufs Spiel. Die Liaison soll aber bald einen schrägen Verlauf nehmen, da Jenifer einen ungewöhnlichen Appetit auf Fleisch hat…

Kritik

Die für das Fernsehen geschaffenen Serie "Masters Of Horror" erfreut sich, wie der Name sicherlich vermuten lässt, der Beteiligung namhafter Regisseure des Horror-Genres, die jeweils einen Beitrag in Stundenlänge abgeben. Unter ihnen befindet sich auch der italienische Meisterregisseur Dario Argento, der zuvor mit seinem "The Card Player – Tödliche Pokerspiele" dem einen oder anderen Fan "echten Horror", in Form von unsäglicher Langeweile, präsentierte. Ein Jahr später sollte es dann mit dem 56miütigen Kurzfilm wieder aufwärts gehen. Doch gänzlich hat Argento nicht zu alter Stärke zurückgefunden.

Mit dem Beitrag "Jenifer" hat Argento die Geschichte eines merkwürdigen Mädchens aufgegriffen, die fernab der Gesellschaft lebt. Im Gesicht entstellt, stumm und mit einem abnormen Appetit versehen treibt sie die Menschen in den Wahnsinn. Das ist Stoff für einen richtigen Kurzfilm von wenigen Minuten, und gäbe es in der "Masters Of Horror" Serie nicht eine Stunde Spielzeit auszufüllen, hätte der Film sicherlich viel besser werden können. So wird der Betrachter mit langatmigen Szenen bombardiert, die er eigentlich nicht sehen will.

Der Argento-Fan ist nun mal an schrägen Kameraeinstellungen und ordentlich Splatter interessiert, was in diesem Werk aber eindeutig zu kurz kommt. Wenn man allerdings bedenkt, dass "Jenifer" für das Fernsehen gedreht wurde, kann man die Spezialeffekte durchaus als sehr hart betrachten. Auch die Handschrift des Argento ist nicht deutlich zu erkennen. Die Story ist viel zu gradlinig und von Anfang an vorhersehbar. Wenn man nicht ab und zu einige ungewöhnliche Szenen vorkommen würden, auf die an dieser Stelle allerdings nicht weiter eingegangen werden soll, könnte man meinen, dass Hinz und/oder Kunz und nicht Argento den Regiestab in der Hand hatte.

Aber vielleicht hat er den Auftritt in der Serie ja genutzt um mal irgendwelche Ideen auszuprobieren, oder einfach mal ein maues Drehbuch runterzurasseln? Er muss sich jedenfalls der Konsequenz bewusst gewesen sein, dass er nach seinem Kartenspieler weiter an seinem guten Ruf sägt. Gelungen ist allerdings das Experiment mit der Optik der "Jenifer". Einige Szenen, gerade wenn es in die Nahaufnahme geht, sind wirklich ekelerregend. Den Maskenbildnern gebührt hierfür ein dickes Lob.

Höhepunkte besitzt "Jenifer" nur dann, wenn es etwas härter zur Sache geht. Das abnorme Mädchen verfügt sicherlich über genügend Potential, zartbesaitete Zuschauer zum Abschalten zu verleiten, Fans des früheren Meisterregisseurs sollten solch eine Kost allerdings gewöhnt sein. Besonders verstörend wirken die ungewöhnlichen Szenen leider nicht, da die gesamte Atmosphäre nicht sonderlich gut aufgebaut ist. Mag es an dem TV-Look liegen oder an der etwas lieblosen Herangehensweise? Der atmosphärische Gesamteindruck ist auf jeden Fall nicht sonderlich gut. Gleiches gilt für den Spannungsbogen, der so gut wie nicht vorhanden ist. Wie bereits erwähnt, lässt sich bereits nach wenigen Minuten erahnen, wo der Hase lang läuft. Zudem gibt es nur sehr wenige Szenen, in denen etwas wirklich Spannendes passiert.

Es wäre aber unfair, "Jenifer" vollends in den Dreck zu ziehen, da es ja sicherlich auch Leute gibt, die nicht jeden der guten Agentos gesehen haben und auch keine Vergleiche ziehen wollen. Im Vergleich zu anderen "Masters Of Horror" schneidet "Jenifer" sicherlich nicht schlecht ab, da es, neutral betrachtet, eine gute handwerkliche Arbeit ist. Die Filmmusik wurde von dem durchaus bekannten Claudio Simonetti hergestellt und passt ganz gut zu dem Gezeigten. Alles in allem ist das aber viel zu wenig, um einen richtig guten Horror-Film zu präsentieren. Wer typische Elemente des Argentos sucht wird nur mäßig bedient und wer Filme mit Tiefgang mag, ist bei "Jenifer" falsch. Als kurze Unterhaltung ist der Film aber durchaus empfehlenswert. Man darf halt nur nicht zuviel erwarten…

Bewertung

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Spannung 3.gif
Story 2_5.gif
Ekelfaktor 4_5.gif
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Gesamt 3_5.gif

Ähnlicher Film:

Masters Of Horror – Homecoming

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OT:Masters of Horror – Homecoming

ca.56 Minuten

USA 2005

Regie

  • Joe Dante
Darsteller

  • Jon Tenney
  • Robert Picardo
  • Thea Gill
  • u.a.

Masters Of Horror - Homecoming

Story

Unter Vortäuschung falscher Tatsachen hat die US-Regierung ihre Truppen in den Krieg geschickt. Junge Soldaten kommen ums Leben – unnötig. Der Unmut in der Bevölkerung wächst. Mütter trauern, machen die Politiker für den Tod ihrer Söhne verantwortlich.

Regierungssprecher David Murch versucht, in einer Fernsehshow die aufgebrachten Bürger zu beschwichtigen. Er wünschte, die toten Soldaten würden zurückkommen. Dann würden sie sagen, dass sie gerne für ihr Land gestorben seien.

Kurz darauf kehren die ersten getöteten G.I.’s tatsächlich als Zombies zurück. Sie wollen ihren Tod rächen…

Kritik

When there’s no more room in hell, the dead will VOTE on Earth…

Tote Soldaten, die zum Leben erwachen, um sich für ihren unnötigen Tod zu rächen. Zombies, die aus ihren Gräbern steigen und durch die Straßen wandeln. Ein klarer Fall für die Splatter-Fraktion in der Horror-Gemeinde. Oder etwa doch nicht?

Cover und Story der 6. Episode der erfolgreichen TV-Serie "Masters of Horror" lassen einen weiteren x-beliebigen Beitrag zum Thema 08/15-Zombie-Splatter erwarten, bei dem das Hirn eher verspritzt oder gegessen wird, statt zum Denken benutzt zu werden.

Dass dies jedoch nicht der Fall ist, ist dem Regisseur Joe Dante zu verdanken. Der Mann mit dem Hang zu komödiantischem und klassischem Horror liefert mit "Homecoming" eine brillante schwarze Komödie ab. Basierend auf der preisgekrönten Kurzgeschichte "Death and Suffrage" von Dale Bailey, nutzt Joe Dante die Gunst der Stunde, um seinen persönlichen Beitrag zur Abrechnung mit der kolonialherrschaftlichen Politik von George Bush und dem Irakkrieg zu leisten.

"Homecoming" ist somit kein reiner Horrorfilm. Eher eine Polit-Satire mit Horrorelementen. Die Handlung kreist im wesentlichen um eine handvoll Personen, Berater des amerikanischen Präsidenten. Medienexperten, die den Bürgern jede noch so schlechte Story als Erfolgsmeldung präsentieren, um ein Ziel zu erreichen: Die Wiederwahl des Präsidenten zu sichern. Diese ist in akuter Gefahr, denn die plötzlich auftauchenden Zombie-Soldaten passen irgendwie nicht so ganz zum "American Way of Life".

Die Bevölkerung ist besorgt, verunsichert. Dabei tun die Zombies eigentlich gar nichts. Sie sind lediglich präsent, und: Sie wollen wählen! Eine andere Regierung, die den Krieg beendet. Eine Katastrophe für die PR-Berater. Doch die Damen und Herren im Weißen Haus verstehen es, auch mit noch so schlimmen Krisen umzugehen. Das weiß der Zuschauer spätestens seitdem Robert de Niro und Dustin Hoffman 1993 in "Wag the Dog" mit einem inszenierten Krieg von den sexuellen Eskapaden des Präsidenten ablenken konnten. In diesem Fall ist nicht die drohende Wahlschlappe das Problem. Da wird die Wahl eben manipuliert, wäre ja nicht das erste Mal.

Problematischer für sie: Wie sollen sie mit den Zombies umgehen? Wenn sie doch wenigstens die Bürger fressen würden, dann hätte man wenigstens eine Rechtfertigung, sie zu beseitigen. Andererseits sind sie ja im gewissen Sinne Veteranen. Warum sie also nicht wie Veteranen behandeln, sprich: einfach ignorieren?

Es sind diese Gedankengänge und Diskussionen innerhalb des Krisenteams, die den Film so unterhaltsam machen. Das Team könnte passender nicht zusammengesetzt sein: Eine hysterische Karrierefrau mit Sado-Maso-Tick, ein erfolgreicher Präsidenten-Ghostwriter, dessen Kindheitstrauma das ganze Schlamassel überhaupt erst auslöst, ein Chef, der im Labor gerne Zombies quält und anschließend Raumerfrischer versprüht.

Zynismus und schwarzer Humor sind bei den Wahlkampfhelfern ebenfalls an der Tagesordnung und sorgen für manches Schmunzeln zwischendurch… Neben dem Humor, der Politik- und Medienschelte lässt Joe Dante aber natürlich auch den Horror nicht zu kurz kommen. Masken und Effekte können sich wie immer sehen lassen. Blut, Gewalt und Ekel halten sich bei "Homecoming" jedoch dezent in Grenzen, so dass der Film auch Nicht-Horrorfans als Politsatire gefallen dürfte.

Joe Dante wäre nicht Joe Dante, wenn er für die Horror-Fans nicht wieder ein paar nette Details eingebaut hätte, die es am Rande zu entdecken gibt: So erinnert eine Szene auf dem Friedhof sehr stark an den Klassiker "Night of the Living Dead" (1968). Dessen Regisseur George A. Romero findet sich dann passender Weise auch auf einem Grabstein verewigt, neben weiteren illustren Größen des Horror- Films, wie John Gilling ("Nächte des Grauens", 1966) oder Jacques Tourneur ("Ich folgte einem Zombie", 1943). Bestimmt finden sich bei mehrmaligem Anschauen noch einige mehr…

Mit "Homecoming" hat Joe Dante der "Masters of Horror" – Serie ein weiteres Highlight hinzugefügt.

Fazit: Joe Dante’s Abrechnung mit George Bush: Schwungvolle Horror-Polit-Satire

Bewertung

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Spannung 3_5.gif
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Ekelfaktor 3.gif
Atmosphäre 4.gif
Gesamt 4_5.gif

Ähnlicher Film:

Masters Of Horror – Cigarette Burns

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OT:Masters of Horror: John Carpenter – Cigarette Burns

ca.58 Minuten

USA 2005

Regie

  • John Carpenter
Darsteller

  • Norman Reedus
  • Udo Kier
  • u.a.

Masters Of Horror - Cigarette Burns

Story

Jerry Sweetman ist am Ende. Sowohl was sein Privatleben betrifft, als auch seine finanzielle Situation. Seine drogensüchtige Frau hat sich umgebracht, und das kleine Kino, das die beiden gemeinsam mühselig restauriert hatten, wirft nicht gerade den erhofften Gewinn ab. Sweetman’s Schwiegervater sieht in Jerry nur den Versager, der es weder geschafft hat, auf seine Tochter aufzupassen, noch geschäftlich etwas auf die Reihe zu bekommen. Aus diesem Grund fordert er auch umgehend die 200.000 Dollar zurück, die er Jerry und seiner Tochter als Hochzeitsgeschenk für das Kino geliehen hatte.

Jerry, der als Cineast voll und ganz für seine Filme lebt, kommt es daher gerade Recht, als er einen ebenso lukrativen wie ungewöhnlichen Auftrag erhält. Ein mysteriöser Filmsammler bittet ihn, einen seltenen Film aufzuspüren. Keinen gewöhnlichen Film: Um "Le Fin absolue du Monde" ranken sich Gerüchte und Sagen. Angeblich soll es bei seiner bisher einzigen Aufführung zu einem Blutbad unter den Zuschauern gekommen sein. Seitdem gilt der Film als verschollen.

Trotz der Warnungen verschiedener Experten macht sich Jerry auf die Suche nach dem Film. Diese führt ihn in eine alptraumhafte Welt. Realität und Wahnsinn verschmelzen miteinander. Bald muss er erkennen, dass alle Warnungen begründet sind: "Le Fin absolue du Monde" ist weit mehr als nur ein Film. Er ist ein wahrhaft tödliches Erlebnis!!

Kritik

"Ein Film, in den richtigen Händen, ist eine Waffe!" – Diese Worte bekommt Jimmy Sweetman auf der Suche nach "Le Fin absolue du monde" von verschiedenen Seiten als Warnung gesagt.

Im Gegensatz zu dem fiktiven Film im Film ist John Carpenter’s Werk "Cigarette Burns" nun zwar keine Waffe, kein Film für dessen Suche Sammler extra Detektive beauftragen würden, kein Film der bei seiner Aufführung für Tumulte oder Totschlag sorgen dürfte. Dafür aber ein Film, der über weite Strecken überzeugen kann und die Horrorgemeinde begeistern dürfte. Dass John Carpenter das richtige Händchen für Horror- und Actionfilme hat, dürfte inzwischen wohl hinlänglich bekannt sein. Filme wie "Halloween", "Die Klapperschlange", "Das Ende" zählen bereits jetzt zu den großen Genreklassikern. Auch dem etwas dezenteren Grusel war Carpenter nie abgeneigt.

Ein Beispiel dafür ist sein "Die Mächte des Wahnsinns", in dem er 1994 Sam Neill bei der Suche nach einem mysteriösen Schriftsteller auf einen Horror-Trip in die Abgründe der menschlichen Seele schickte.

Mit "Cigarette Burns" greift er nun diesen Ansatz wieder auf. Mit dem Unterschied, dass er seinen Helden diesmal nach einem sagenhaften verschollenen Film suchen lässt. Gerade filmbegeisterte Zuschauer oder Filmsammler können sich nun noch eher mit dem Geschehen identifizieren. Wer hat sie schließlich nicht irgendwann einmal gehört, die Mythen und Gerüchte um den verschollenen Director’s Cut eines Klassikers oder eine angeblich existierende extended Version eines ohnehin schon derben Splatter-Krachers? Mit fast hundertprozentiger Sicherheit erweisen sich derartige Gerüchte dann letztendlich zwar als falsch, allein der Gedanke, es KÖNNTE ja möglich sein, bereitet vielen Filmfreunden dennoch so manche schlaflose Nacht. Die Suche nach dem ultimativen Film wird zur Suche nach dem heiligen Gral.

Bei "Cigarette Burns" haben die Personen der Handlung unterschiedliche Vorstellungen vom ultimativen Film. Da ist der Snuff-Filmer, für den die Tötung vor der Kamera der perfekte Film ist, schließlich kommt er mit nur einem Schnitt aus – dem Schnitt durch die Kehle des Opfers. Auf der anderen Seite ist da der Filmsammler, der den Film als lebendiges Gesamtkunstwerk betrachtet und dabei soweit geht, dass er sich einen gefallenen Racheengel mit gestutzten Flügeln als lebendes Merchandising-Objekt aus dem Film im Keller hält.

Gespielt wird dieser Sammler von niemand geringerem als Udo Kier, Spezialist in Sachen "fanatischer-Wahnsinniger-mit-irrem-Blick". Er erfüllt seinen Part einmal mehr mit Bravour. Auch der eigentliche Hauptdarsteller Norman Reedus, der ein wenig wie ein jüngerer Bruder von Sean Bean aussieht, macht sich sehr gut in seiner Rolle. Wie Kier und Reedus im Interview auf der DVD berichten, muss die Arbeit mit John Carpenter an diesem Film sehr viel Spaß gemacht haben. Das ist allen Beteiligten anzumerken. Sie haben sich offensichtlich sehr ordentlich in ihre Arbeit reingekniet.

"Cigarette Burns" kommt ohne übertriebene Härte aus. Da der Film für das amerikanische Fernsehen produziert wurde, musste sich Carpenter hinsichtlich der Gewaltdarstellung ohnehin etwas zurückhalten. Dennoch bietet der Film einige blutige Momente, sodass auch diejenigen, die die Qualität eines Films lediglich anhand seines Blutgehaltes messen, voll auf ihre Kosten kommen. Carpenter selbst war sogar überrascht, dass die Effekte in der endgültigen Fassung die amerikanische Zensur passieren konnten. Schockeffekte kommen eher sparsam, verfehlen aber ihre Wirkung nicht. Die berühmten "Cigarette Burns", kleine Löcher, die sich beim Wechsel der Filmrolle in den Film einbrennen, kündigen dabei das Unheil an.

Die Musik stammt von Carpenter’s Sohn Cody. Nach seinen musikalischen Beiträgen zu "John Carpenter’s Vampire" und "Ghosts of Mars" tritt er erneut in die Fußstapfen seines Vaters. Sein Score erinnert ein wenig an das Thema von "Halloween" kommt aber an den unverkennbaren Originalsound nicht ganz heran. Trotzdem gefallen die ruhigen Klavierklänge, wenngleich sie auf Dauer ein wenig nerven. Etwas mehr Abwechslung wäre hier schön gewesen. John Carpenter beweist mit seinem Beitrag zur "Masters of Horror"-Serie, dass er immer noch zu den ganz großen Regisseuren des Genres gehört. Leider ist der Film nach nur 58 Minuten schon vorbei. Es hätte durchaus noch etwas mehr sein können…

Ein gutes Drehbuch in den richtigen Händen ist wie eine Waffe: Eine spannende Geschichte, ausgefeilte interessante Charaktere, von fähigen Schauspielern gut dargestellt. Das Ganze dann von John Carpenter atmosphärisch dicht verpackt und handwerklich wie immer perfekt inszeniert. Ein Film, der den Zuschauer zwar nicht erschlägt aber umhauen dürfte!

Bewertung

Splatter 3_5.gif
Spannung 4_5.gif
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Ekelfaktor 4_5.gif
Atmosphäre 5.gif
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Ähnlicher Film:

  • Die Mächte des Wahnsinns
  • Die neun Pforten

Masters Of Horror – Chocolate

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OT:Masters of Horror: Mick Garris – Chocolate

ca.56 Minuten

USA 2005

Regie

  • Mick Garris
Darsteller

  • Henry Thomas
  • Matt Frewer
  • u.a.

Masters Of Horror - Chocolate

Story

Merkwürdige Geschehnisse werfen Jamie’s bis dahin ziemlich gewöhnliches Leben schlagartig aus der Bahn. Der geschiedene Laborangestellte hat plötzlich Visionen, schmeckt, riecht und fühlt fremde Dinge. Er ist nicht mehr Herr über seinen eigenen Körper. Eine ihm völlig unbekannte aber wunderschöne Frau scheint mehr und mehr Besitz von ihm ergreift. Er lebt ihr Leben, er erlebt ihren Sex, er tötet mit ihren Händen. Jamie bleibt nur eine Möglichkeit: Er muss die Unbekannte finden, sich ihrem tödlichen Bann widersetzen…

Kritik

Seelenwandel, unbekannte Mächte, die von anderen Menschen Besitz ergreifen. Sehr häufig dient dieses Thema als Grundlage für Grusel- und Horrorfilme. Mal sind es irgendwelche dämonischen Kräfte, die meinen, sich im Körper von Erbsensuppe kotzenden Kindern breit machen zu müssen ("Der Exorzist").

Mal sind es irgendwelche toten Serienkiller die durchs Fernsehen zappen und die Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes in ihren Bann ziehen ("Shocker"). Die Liste der Filme mit derartiger Thematik ließe sich an dieser Stelle wohl endlos fortführen. Fast immer gehen bei diesen Filmen Mord- und Totschlag einher mit der ungewöhnlichen Art des "Gedankenaustausches". Die filmische Bandbreite reicht dabei vom dezent schockierenden Psychothriller (z.B. mit einem schizophrenen Killer namens Norman Bates in Alfred Hitchcock’s "Psycho") bis hin zum gorebeladenen Slasher-Movie (man denke beispielsweise an den etwas arg übertriebenen Mutterinstinkt einer Mrs. Vorhees an einem "Freitag, den 13").

"Chocolate" ist ein eher ruhigerer Vertreter dieser Variation des Horrorfilms. Die Story um einen gewöhnlichen Menschen, dessen Körper zunehmend von einer fremden Macht in Besitz genommen wird, bietet, mal abgesehen davon, dass sich ein Mann plötzlich als Frau fühlt, nicht viel Neues und ist zudem auch nicht wirklich sehr originell. Es ist daher ein besonderer Verdienst von Regisseur Mick Garris ("Critters 2"), dass er aus diesen eher dürftigen Voraussetzungen das Bestmögliche rausholt, um den Film wenigstens ins Mittelmaß zu retten. Denn "Chocolate" hält sich in Sachen Action und Spannung sehr zurück. Dem Film kommt die kurze Laufzeit von 58 Minuten zugute, denn bevor er wirklich unerträglich langweilig wird, ist er zum Glück vorbei. "Chocolate" ist also passable Durchschnitts-Unterhaltung. Nicht mehr nicht weniger.

Einige Charaktere sind ganz nett und interessant gezeichnet. So zum Beispiel Jamie’s Laborkollege. Ein mittvierziger Rockmusiker, der sich bei seinem Bühnenauftritt auch mal einen künstlichen Mohawk aufsetzt und sich überhaupt sehr jugendlich gibt. Genau so stellt man sich einen Wissenschaftler vor, der gerade an so existenziellen Dingen wie künstlichem Honigmelonen-Aroma arbeitet. Die meisten anderen Personen der Handlung sind aber eher belanglos, interessieren kaum. Auch in schauspielerischer Hinsicht hat man sicherlich schon bessere Leistungen gesehen. Die Hauptdarsteller kommen allerdings ganz sympathisch rüber.

Kurzweile kommt hingegen durch die vielen Ortswechsel auf. Jamie im Labor, Jamie beim Rockkonzert, Jamie in Kanada, bei der Suche nach der unbekannten Frau.

Um einen guten Horror-Film abzugeben, muss ein Horror-Film nun wahrlich nicht unbedingt zur dauerhaften Tour-de-Force werden, kontinuierlich die Spannung auf höchstem Niveau halten oder gar literweise im Blut versinken. Allerdings sollte er doch zumindest ein wenig für Grusel oder Unbehagen sorgen. Dies ist bei "Chocolate" jedoch so gut wie gar nicht gegeben. Der Spannungsbogen, sofern man denn überhaupt davon sprechen kann, dehnt sich kaum, die Handlung ist zu einfach vorhersehbar und bietet kaum Überraschungen. Lediglich gegen Ende des Films kommt es im Showdown zu einigen spannenden Momenten. Das war’s dann aber auch mit der ganzen Herrlichkeit.

Mit zwei, drei blutigen Effekten wird dann versucht, das unspektakuläre Geschehen ein bisschen aufzupeppen. Diese Szenen sind zwar handwerklich ordentlich umgesetzt, werden den Hardcore-Splatter-Fan aber auch kaum mehr als ein Gähnen hervorlocken.

Wie bei allen Episoden-Horror-Filmen, von "Geschichten aus der Schattenwelt" über "Unheimliche Schattenlichter" bis hin zur "Tales from the Crypt"-Serie (in Deutschland ebenfalls unter dem Titel "Masters of Horror" vermarktet) gibt es stärkere und schwächere Episoden. "Chocolate" gehört leider zu Letztgenannten. Er ist wahrlich kein "Master of Horror", allerdings auch nicht absolut schlecht. Durchschnitt eben. Eher für Komplettisten…

Bewertung

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Spannung 3.gif
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Gesamt 3.gif

Ähnlicher Film:

Die Horror Party

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Informationen

OT:April Fool’s Day

ca. 90 Minuten

USA 1986

Regie

  • Fred Walton
Darsteller

  • Deborah Foreman
  • Ken Olandt
  • Amy Steel
  • u.a.

Die Horror Party

Story

Die junge Muffy hat es geschafft! Nach jahrelanger Mühe hat sie endlich den angestrebten College-Abschluss in der Tasche. Das dies gefeiert werden muss ist logisch und deshalb lädt sie ihre Freunde an einem herrlichen Aprilwochenende zu einer Party in dem Ferienhaus ihrer Eltern ein. Allerdings soll das Wochenende nicht so schön werden, wie sich das die Jungendlichen vorstellen …

Bereits auf der Anfahrt ereignet sich ein grausamer Unfall und die Lage wird nicht sonderlich besser als die Gäste im Ferienhaus angekommen sind. Zwei der Eingeladenen verschwinden plötzlich, was bei fast allen einen Schock auslöst. Lediglich die Gastgeberin scheint wenig besorgt über die unerwarteten Zwischenfälle zu sein, sie macht sogar den Anschein das ihr die missliche Lage Spaß bereitet.

Als ein Pärchen, bei einem gemeinsamen Schäferstündchen, dann plötzlich die Leiche eines Verschwundenen entdeckt, ist Panik unter den Verbliebenen angesagt! Langsam aber sicher wird Muffy vorgeworfen, dass sie etwas mit den Zwischenfällen zu tun hat, sie bleibt aber eiskalt, die übrigen kämpfen derweil um ihr Überleben…

Hat sie wirklich etwas mit den Geschehnissen zu tun? Oder sollte es sich um einen schlechten Scherz handeln?

Kritik

„Die Horrorparty“ ist einer dieser Streifen, über die man nicht viele Worte verlieren muss. Lediglich das Ende setzt sich etwas von den typisch amerikanischen Teenage-Slasherfilmen ab, die vor einigen Jahren ja zahlreich den Markt überschwemmten und es heute immer noch tun, obwohl sie eigentlich keiner mehr sehen will. Allerdings ist das etwas andere Ende alles andere als Horrorfilmreif, aber ich will nicht zuviel verraten, da ich dem Film sonst alles Sonderbare nehme, dass er vorzuweisen hat.

Die Story ist wirklich öde und oft kopiert : Junge, gut aussehende amerikanische Studenten machen sich es in einem abgelegenen Haus bequem, wo sie auf ihren Tod warten, anstatt zu fliehen … Das war es auch schon was geboten wird und ein Fan des Genre wird daher ehr ein Auge auf die enthaltenen Spezialeffekte werfen. Dieser Punkt ist aber leider auch eine herbe Enttäuschung. Es gibt zwar einige Effekte zu sehen, die sind aber nicht sonderlich blutig und die meisten sind sogar schlecht gemacht, sodass einem geschultem Fan leicht ein Gähnen entströmt.

Und weil es so gut in diese Art der amerikanischen Filmkunst passt, wurden Laiendarsteller erfolgreich gecastet, die wenig professionell wirken und zu keinem Zeitpunkt Authentizität ausstrahlen. Alles andere wäre auch unlogisch gewesen, denn immerhin wollten die Verantwortlichen keine mühsam aufgebauten Traditionen brechen. Die Dialoge sind dementsprechend dümmlich und runden das Bild der Billigproduktion ab.

Ebenfalls zum negativen zu zählen wäre die nicht vorhandene Atmosphäre und die etwas lieblos ausgewählten Kulissen, die zwar nicht unbedingt auf Trash schließen lassen, aber immerhin sieht man das wohl finanzielle Mittel gefehlt haben – und das nicht zu knapp.

Doch trotz dieser aufgezählten Mängel besitzt der Film einen kleinen Unterhaltungswert der ihn etwas vom größten filmischen Schrott absetzt. Allerdings ist das nicht viel, sodass dieser Film nur bei extremer Langeweile konsumiert werden sollte.

Bewertung

Splatter 1_5.gif
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Ähnlicher Film:

Alcatraz Horror

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Informationen

Originaltitel Slaughterhouse
Länge 81 Minuten
Drehjahr 1988
Drehland USA
Regie Dimitri Logothetis
Schauspieler
  • Toni Basil
  • Nicholas Celozzi
  • Tom Reilly
Alcatraz Horror

Story & Kritik

Alex Gardner führte eigentlich ein ganz beschauliches Leben doch plötzlich wird er von schlimmen Schreckenvisionen und Alpträumen heimgesucht, die ihn schrecklich quälen. Verzweifelt sucht Alex eine Okkultismusexpertin auf und erzählt ihr von seiner Qual, denn er ist es leid immer wieder Dämonen zu sehen, oder sich selber beim sterben zugucken zu müssen.

Carolyn, die Okkultismusexpertin, findet heraus, dass seine Visionen etwas mit dem berüchtigten, stillgelegten Gefängnis auf Alcatraz zu tun haben müssen, da sehr viele Beweise daraufhin deuten.

Alex entschlisst sich der Gefängnisinsel einen Besuch abzustatten. Carolyn, sein Bruder und weitere Freunde begleiten ihn dabei und sie wollen ihm nach besten Kräften unterstützen, damit der endlich erlöst wird. Doch kurz nach dem Eintreffen wird der Körper seines Bruders von einem bösen Dämonen in Besitz genommen. Er verwandelt sich unfreiwillig in ein blutrünstiges Wesen und ist von nun an hinter Alex, Carolyn und den anderen her.

Einer nach dem anderen wird von dem Monster erledigt und die Tatsache das sich die Gruppe in einem Gefängnis befindet, erhöht nicht unbedingt die Überlebenschancen. Ein harter Kampf beginnt, den nicht alle überleben sollen.

Als erstes muss ich loswerden das ich von dieser DVD mehr als enttäuscht bin. Bis zum Einlegen der DVD habe ich nicht gewusst das dies kein unbekannter Film ist. „Alcatraz Horror“ wurde vor einigen Jahren schon mal auf Video rausgebracht und dann nach kurzer Zeit beschlagnahmt. Allerdings geschah dies nicht unter diesem Titel sonder unter „Slaughterhouse“ oder auch „Slaughterhouse Rock“. Das E-M-S Label hat sich gedacht das man den Film stark kürzen könne ( circa 10 Minuten ) um ihn dann legal wieder auf den Markt zu bringen. Leider, oder vielleicht auch zum Glück, ist dies nicht gelungen, da eine erneute Beschlagnahmung durchgeführt wurde. Wer „Alcatraz Horror“ trotz seines Verbotes mal zu Gesicht bekommt, der wird sich genau wie ich die Frage stellen warum dies geschah. Der Film trägt ein FSK 18, könnte aber auch ohne weiteres mit einer 16 ausgezeichnet werden, denn die gewalttätigen Szenen wurden ja freundlicherweise entfernt …

Der Film selber ist einer von denen, sie man einmal anschauen kann, dann aber wieder vergessen sollte. Die Handlung ist ein wenig an den Haaren herbeigezogen und lediglich die Tatsache das der Streifen in dem weltbekannten Gefängnis spielt gibt ihm ein bisschen Atmosphäre. Der Streifen zieht sich eigentlich die ganze Zeit und die fehlenden Szenen tragen dazu bei das die einzigen Highlights des Films nicht mehr vorhanden sind.

Zwar weiss ich nicht mehr hundertprozentig ob richtig heftig gesplattert wurde, dass tut bei dieser Filmbesprechung auch nichts zur Sache, da es ja um die zerstückelte Fassung geht. Recht wirr geht es dank der geschnittenen Szenen zur Sache und das wird von einigen Rockeinlagen musikalisch unterstrichen. Es handelt sich bei dieser Art von Musik nicht unbedingt um meine Lieblingsrichtung, allerdings hören sich die Tracks recht professionell an.

Ein Vorteil des Films ist es das ein grossteil im Dunkeln gedreht wurde. So merkt man gar nicht wie schlecht die Darsteller ihre Arbeit erledigen und man muss lediglich auf die grottenschlechten und meist absolut sinnlosen Dialoge vertrauen um zu wissen welche Qualität der Film hat. Ein wenig Spannung kommt zwar auch noch auf, allerdings nur ein wenig.

Also kann ich behaupten das dies ein Film ist, den in dieser Version, mit diesem Namen niemand braucht! Es ist zwar eine von momentan drei beschlagnahmten DVDs aber ich denke das dies kein Zustand auf ewig bleiben wird. Die deutsche Justiz macht sich ja in Sachen „Jungendschutz durch Filmverbot“ immer wieder lächerlich, doch dieser Film setzt dem Ganzen die Krone auf.

Bewertung

Splatter 1.gif
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Gesamt 1.gif

Horny House Of Horror

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Informationen

Drehland Japan
Drehjahr 2010
Laufzeit ca. 70 Minuten
Regie Jun Tsugita
Darsteller Mint Suzuki Saori Hara Asami Yûya Ishikawa u.a.
Bild
  • 2
  • 35:1 (anamorph/16:9)
Ton DD5.1
Sprachen
  • Deutsch
  • Japanisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK 18
Horny House Of Horror

Story

Nur widerwillig lässt sich der schüchterne Nakazu von seinen beiden Freunden nach dem Baseballspiel in das neue Bordell an der Ecke zerren. Seine Verlobte wartet auf ihn zu Hause, und irgendwie scheint ihm der Laden nicht ganz geheuer. Wie recht er mit seiner Ahnung hat, wird den Dreien schon sehr schnell bewusst: Die Girls im Club entpuppen sich als blutrünstige Furien. Getrieben von ihrem skrupellosen Boss haben sie nur ein Ziel: Ihre Kunden nicht zu verwöhnen, sondern zu entmannen!

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Kritik

„Eier, wir brauchen Eier!“, verlangte Bayern-Keeper Oliver Kahn seinerzeit. Doch was genau meinte der Torwart-Titan damit, wonach war ihm der Sinn? Mehr Einsatz auf dem Fußballplatz? Besuch vom Osterhasen? Oder etwa japanische Splatterkomödien mit Genitalverstümmelungen? Falls es tatsächlich letzteres gewesen sein sollte, so könnte ihm „Horny House of Horror“ bei der Eiersuche sehr entgegenkommen.

Mit seinem Regiedebüt entführt Jun Tsugita, der sich bislang einen Namen als Drehbuchautor für „Mutant Girl Squad“ (2010) gemacht hat, in die Welt von Sex und Gewalt, von Comedy und Splatter. Diese ist verortet in einem Bordell, in dem für die lüsternen Freier die Lust alsbald zum Leiden in der Lendengegend wird. Bordell? Blut? Da war doch was! Richtig: 1996 schickte Gilbert Adler in der abendfüllenden „Tales from the Crypt“- Episode „Bordello of Blood“ noch dralle Vampirinnen ins Rennen um des Mannes bestes Stück.

Jun Tsugita bemüht in seinem „House of Horror“ hingegen keine übernatürlichen Wesen. Penisneid ist Motor des blutigen Treibens. Ein verrückter Bordellbesitzer (Demo Tanaka , „Tokyo Gore Police“, 2008) untenrum von der Natur offensichtlich nicht so toll gesegnet, treibt seine Mädels zu perversen, blutigen (und tödlichen) Schnippeleien an den Kunden.

Hätte ein derartiger Plot in vergangenen Filmjahren sicherlich noch zu einem handfesten Skandal geführt, so wirkt diese abstruse Geschichte heutzutage weder schockierend noch irgendwie erotisch. Zwar zeigen die Mitarbeiterinnen des „Horny House of Horror“, u.a. Asami Sugiura („The Machine Girl“, 2008), Yûya Ishikawa („Hair Extensions“, 2007) und Porno-Queen Saori Hara, viel Haut und halten regelmäßig Popo und Brüste in die Kamera. Das Overacting und so manche Slapstickeinlage macht jedoch gleich jeden Ansatz von Erotik zunichte. Zudem scheint der Film ganz in der Tradition japanischer Filmwerke, die das Zeigen von Schamhaaren als unschicklich ansieht, in den wilden Momenten, die unter die Gürtellinie zielen, entschärft zu sein. Ob die schwarzen Balken oder Punkte zu Abdunkelung nackter Tatsachen dabei tatsächliche Zensur oder künstlerisches Stilmittel sind, bleibt dahingestellt. Fakt ist allerdings, dass dem deutschen Zuschauer in Sachen Splatter wohl so einiges vorsätzlich vorenthalten bleibt. Darauf deutet nicht nur die mit ca. 69 Minuten relativ kurze Spielzeit hin, auch wirken die blutigen Momente teilweise nicht komplett ausgereizt.

Da kann auch die Musik des „Piranha-Orchesters“ nicht dran rütteln. Die enthaltene Splatterei kann sich allerdings durchaus sehen lassen und bietet Gorehounds mit Faible für Asia-Feinkost gute Unterhaltung. Gerade zum Ende hin dreht der Film richtig auf und wartet mit einigen netten Gimmicks auf. Da sich das Ganze immer eher im Bereich der Parodie statt hartem Horrors bewegt, ist der Film nicht zuletzt eben auch aufgrund der geringen Spieldauer sehr kurzweilig und auch als Partyfilm in illustrer Runde geeignet. Wer weiß, vielleicht schaut dann auch Oli Kahn bei seiner Eiersuche vorbei…

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DVD

Mit lediglich ca. 70 Minuten Spielzeit erweist sich der Film selbst schon eher als Quickie. In Sachen Extras schließt sich die Silberscheibe von I-ON NEW MEDIA dem nahtlos an. Außer dem Trailer zum Film sowie einer Trailershow als Appetizer für weitere Titel ist Essig im Wok. Wer mag, kann sein Schul-Japanisch auffrischen und sich das Horny House im Originalton mit deutschen Untertiteln geben. Wer nicht, kann versuchen, Schamhaare zu entdecken oder sich in Tagträume flüchten und sich ausmalen, welche Splattereien dem deutschen Zuschauer bei dieser Veröffentlichung wohl vorenthalten wurden.

Bewertung

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Ähnlicher Film:

Hood Of Horror

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Informationen

og_title OT: Snoop Dogg’s Hood of Horror
origin_date
  • USA
  • 2006
duration ca. 84 Minuten
Regie Stacy Title
Darsteller Diamond Dallas Page Snoop Dogg Jason Alexander Danny Trejo
Bildformat
  • 1:1
  • 85 (16:9 anamorph)
Tonformat
  • Deutsch Dolby Digital 5.1
  • DTS Englisch Dolby Digital 5.1
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel
Ländercode code_2.jpg
Freigabe fsk_kj.gif
Hood Of Horror

Story

Rap-Legende Snoop Dogg ist, in einem Comic-Strip, in eine Schießerei verwickelt. Dummerweise trifft er dabei seine kleine Schwester, die an einem Kopfschuss verstirbt. Daraufhin tritt der Teufel an Snoop heran und bietet ihm eine einmalige Gelegenheit: Sein Leben für das seiner Schwester. Da Snoop das Angebot annimmt, moderiert er als lebender Toter durch drei Kurzgeschichten. Geschichte 1:

Eine junge, hübsche Frau, versucht die männlich dominierte Sprayer-Szene aufzumischen. Sie will den Tod ihrer Mutter rächen und erhält hierfür ein magisches Geschenk. Ihr wird eine Tätowierung gestochen. Wenn sie nun die Grafiken der Sprayer übermalt, segnet der Übermalte das Zeitliche… Geschichte 2: Der unverschämte Sohn eines hohen Militärs erbt von seinem Vater ein Anwesen. Allerdings mit Auflagen. Er soll mit den dort lebenden Ex-Soldaten ein Jahr zusammenleben, was dem weißen Typen und seiner schrillen Freundin zuwider ist. Er versucht die alten, schwarzen Menschen zu unterdrücken, was die sich auf Dauer aber nicht bieten lassen… Geschichte 3:

Vom Getto in den Rapstar-Himmel. Das ist es, wovon ein junger, aufstrebender Rapper träumt. Alles würde er dafür geben, doch niemals seine Freunde vergessen. Als er dann, dank seines Freundes, immer erfolgreicher wird, scheint er seine guten Vorsätze zu vergessen. Auf dem Zenit seines Erfolges holt ihn dann seine Vergangenheit ein. Zombiemäßig!

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Kritik

Wer hätte es für möglich gehalten, dass es mal einen Hood-Keeper gibt? Wohl nicht viele, denn bislang war nur der knochige Crypt-Keeper aus "Geschichten aus der Gruft" bekannt. Doch nun geht es in die Hood von Snoop Dog, in die "Hood Of Horror". Dabei ist Snoop nicht weniger ironisch als der Crypt-Keeper, wenn er vor, zwischen und nach den einzelnen Episoden ins Bild tritt und uns seine Nachbarschaft näher vorstellt. Zu Beginn wird einem ein Comic präsentiert, bei dem man noch nicht erahnen kann, was im Laufe des Films auf einen zukommen soll. Weswegen der Anfang gezeichnet wurde, kann nur vermutet werden. Erst denkt man sich eventuell, dass es an der extremen Gewaltdarstellung liegen könnte und man sich somit selbst vor der Zensur schützen wollte. Im Verlauf wird einem dann aber klar, dass dies absolut nicht der Fall ist. Dazu später mehr. Nach der Einführung geht es dann real weiter, mit drei abgeschlossenen Episoden, die ebenfalls in bester "Geschichten aus der Gruft"-Manier daherkommen. Nur etwas moderner halt und im direkten Bezug auf die afroamerikanische Bevölkerung. Auffällig sind dabei die makabere sowie ironische Erzählweise und die sehr guten sowie harten Spezialeffekte. Die Tatsache, dass die Geschichten recht kurz sind, trägt ungemein zum Unterhaltungsfaktor bei. Ebenso auch die Spezialeffekte die in einer angenehmen Häufigkeit auftauchen. Allerdings ist man nach der Betrachtung der ersten Geschichte etwas verwöhnt, da diese doch die blutigste ist, in dieser Episode gibt es dafür dann aber auch nur die wohl nur drittbeste Story. Interessant ist bei allen drei Geschichten, dass immer das Gute gewinnt. Das ist zwar nicht unbedingt unüblich für einen Film, hier ist der Sieg des Guten aber jedes Mal sehr speziell… Regisseur Stacy Title(„Black Devil“) und die Produzenten Tim Sullivan und Chris Kobin ("2001 Maniacs") haben eine nette Schauspielcrew für diesen Streifen gewinnen können. Neben Snoop Dog, der bereits in mehreren Streifen in kleinen Rollen (z.b. "Training Day" oder "Oldschool") zu sehen war, sind Danny Trejo („From Dusk Till Dawn“, „TDR – The Devils Reject“), WCW-Legende (Catchen) Diamond Dallas Page („TDR – The Devils Reject“), Richard Gant („Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung“), Billy Dee Williams („Fear City“) und andere mittelprächtig bekannte Darsteller zu sehen, die dem Film sichtlich gut tun. Keiner spielt so, dass er sich oder andere blamiert und das will ja schon was heißen (für einen Horror-Film mit lustigem Touch). Wesentlich ist auch noch der Soundtrack, der natürlich als feiner Hip-Hop und stimmungsvollen Rap aus den Boxen dröhnt. Allerdings ist der Sound nicht sehr aufdringlich, was man aufgrund des beteiligten Protagonisten nicht vermuten sollte. Insgesamt betrachtet ist "Hood Of Horror" ein über 90 Minuten nie langweilig werdender Film, der sowohl sehr amüsant, interessant und harter Horror-Film ist. Spannung und Atmosphäre sowie die Zeichnung der Charaktere wird zwar nicht sonderlich groß geschrieben, braucht es aber auch nicht, damit „Hood Of Horror“ als kurzweiliger Streifen funktioniert.

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DVD

Im gemalten, schön animierten DVD-Menü gibt es nicht sonderlich viel an Extras zu sehen. Es gibt den Trailer, den Originaltrailer, eine Trailershow des Labels und ein Making Of. Das Making Of dauert knapp 22 Minuten, ist sehr informativ und bildet den Mittelpunkt des Zusatzmaterials. Bild und Ton sind technisch absolut einwandfrei. Das Bild ist sehr gut aufgelöst und erlaubt es den vorhandenen Farben, ihre volle Kraft auf den Bildschirm zu bringen. Störungen gibt es natürlich keine. Der Ton ist sehr voluminös, was bei der Musik sehr gut rüberkommt und versteht es den Film zu untermalen. Technisch ist die DVD 1a.

Bewertung

Splatter 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_halb.gif2007_stern_schwarz.gif
Story 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif
Spannung 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_halb.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Ekelfaktor 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Atmosphäre 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Ton 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif
Bild 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif
Extras 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_halb.gif2007_stern_schwarz.gif
Gesamt 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif

Ähnlicher Film:

  • Geschichten aus der Gruft

The Horror Anthology 5: Xmas Tale

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Informationen

Darsteller
  • Maru Valdivielso
  • Ivana Baguero
  • Roger Babia
  • u.a.
Regie Paco Plaza
Tonformat Dolby Digital 5.1 (deutsch / spanisch)
Bildformat
  • Widescreen 1
  • 78: 1 (anamorph)
Sprachen Deutsch / Spanisch
Untertitel Deutsch
FSK Freigegeben ab 16 Jahren
Ländercode 2
Drehland Spanien
Jahr 2005
Filmlänge 72 Minuten
Verleih E-M-S
Originaltitel Xmas Tale
 The Horror Anthology 5: Xmas Tale

Story

Fünf Kinder, machen kurz vor Weihnachten im Wald eine kuriose Entdeckung. In einem tiefen Erdloch liegt eine bewusstlose Frau im Weihnachtsmann-Kostüm! Zunächst wollen der Frau helfen, doch durch Zufall sie finden heraus, um wen es sich bei Lady Nikolaus handelt: Die Dame in der Grube ist eine gesuchte Räuberin, die gerade mit einem erbeuteten Vermögen auf der Flucht ist.

Die Kinder beschließen, ihr "Findelkind" zu behalten und zu erpressen. Ihr Vorschlag: Freiheit gegen Bargeld! Die verletzte Verbrecherin gibt nach Tagen des Hungerns schließlich auf und händigt ihnen die Beute aus.

Doch die Kinder denken nicht daran, sie freizulassen, aus Angst vor der Polizei. Wenig später finden sie die Frau regungslos in der Grube.

Als sie sie kurz darauf begraben wollen, ist die Leiche verschwunden. Die Kinder haben dafür nur eine Erklärung, schließlich haben sie es ja selbst im neuen Horror-Schocker "Zombie Invasion" so gesehen: Die Frau muss zum Untoten mutiert sein, der sich nun an den Lebenden rächen will!

Der schreckliche Verdacht der Kinder scheint nicht unbegründet zu sein. Schon bald macht eine Weihnachtsfrau mit scharfer Axt Jagd auf sie…

Kritik

Eine Kinder-Clique findet in einer Grube im Wald einen weiblichen verbrecherischen Weihnachtsmann, beschließt ihn für eine Weile zu behalten, erpresst ihn um seine Beute, füttert ihn mit Süßigkeiten, zelebriert Voodoo-Riten aus einem Horror-Film und wundert sich schließlich, dass sie von einer untoten axtschwingenden Weihnachtsmann-Furie gejagt wird.

Was wie die Story einer neuen "South Park" – Episode klingt, ist der Beitrag von Regisseur Francisco "Paco" Plaza zur spanischen TV-Horror-Serie "Horror Anthology". Sein "Xmas-Tale" ist ein höchst amüsanter Mix aus Teenie-Komödie, Weihnachts-Slasher und Zombiefilm.

Die erste halbe Stunde des Films gehört eindeutig den Kiddies. Sie sind die gewissermaßen die "Goonies" des neuen Jahrtausends, heizen mit BMX-Rädern durch die Gegend, haben einen alten Wohnwagen als Hauptquartier ihres "A-Teams" und schlagen sich mit den üblichen Teenie-Problemen herum: Der schmächtige kurzsichtige Denker möchte gerne wie sein Vorbild Karate-Kid sein, trägt deshalb immer ein viel zu langes Stirnband und beschränkt sich beim Training lieber auf die leichteren Lektionen seines Idols: "Erst wachsen, dann polieren…" seinen Vater erfreut die blitzblanke Windschutzscheibe… Der heimlich rauchende Horror-Freak regt sich auf, weil seine Mutter das Video von "Zombie Invasion" mit ihrer Lieblingsserie überspielt hat. Es passiert zwar nicht sonderlich viel, dennoch zieht das Geschehen den Zuschauer in seinen Bann. Ein Phänomen, dass auch bei ähnlichen Filmen mit Kinder-Gangs auftritt: Ob "Stand by me" oder "Vorstadtkrokodile", wahrscheinlich liegt die Faszination darin, dass man sich teilweise an seine eigene Kindheit erinnert fühlt…

Weiter geht es mit einem ordentlich spannenden Thriller in bester 80er-Jahre-Weihnachts-Slasher-Stil: Die Weihnachtsfrau, selbstverständlich mit Axt ausgerüstet, macht Jagd auf die Kids. Doch die Kinder wissen sich, Dank einschlägigen Fachwissens aus Horror-Filmen zu wehren. Schön, dass die Kiddies im Vergleich zu vielen anderen Filmen hier NICHT neunmalklug und nervig wirken! Es kommt zum packenden Showdown in einem Vergnügungspark. Wer jetzt denkt, es käme nichts mehr, liegt allerdings falsch…

Fehlen noch die Eingangs erwähnten Zombie-Elemente. Nun, die streut Regisseur Plaza geschickt ein. Zum einen als Filmausschnitte des Kult-Schockers der Kinder "Zombie Invasion", in dem ein tougher Rockabilly-Typ seine blonde Freundin (im netten Gwendoline-Look) auf blutige Art und Weise vor glibberigen Zombies rettet. Zum anderen gegen Ende des Films. Dieses überrascht auf seine Art dann auch wirklich…

Nicht sehr oft gehen 72 Minuten Spielzeit eines Films so schnell vorbei, wie bei "Xmas-Tale". Über die gesamte Dauer kommt keine Langeweile auf. Die vereinzelten Splatter-Einlagen sind ordentlich inszeniert, jedoch eigentlich überflüssig. Der Film funktioniert auch ohne sie…

DVD

DVD-Specials:

zum Review lag uns leider nur die Presse-DVD vor.

Nach Angabe des Labels enthält die DVD folgende Features:

– Trailer-Show

Bewertung

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Atmosphäre 5.gif
Ton 5.gif
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Gesamt 5.gif

Masters Of Horror 3: Dario Argento – Jenifer

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Informationen

Darsteller
  • Steven Weber
  • Carrie Fleming
  • Cynthia Garris
Regie Dario Argento
Tonformat Deutsch (Dolby Digital 5.1 ) Englisch (Dolby Digital 5.1 )
Bildformat
  • 1
  • 78:1 ; 16:9
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel
FSK KJ
Ländercode 2
Drehland USA
Jahr 2005
Filmlänge 56 Minuten
Verleih SPLENDID
Originaltitel Masters of Horror 3: Dario Argento – Jenifer
 Masters Of Horror 3: Dario Argento - Jenifer

Story

Während seiner Mittagpause kommt Polizist Frank in eine ungewöhnliche Situation. Er sieht, wie ein Mann eine junge Frau hinrichten will. Der verzweifelte Fremde scheint ebenso hilflos wie besessen zu sein und will die Frau auf gar keinen Fall freilassen. Frank bleibt nichts anderes übrig, als ihn zu erschießen. Dann kümmert er sich um das Mädchen. Sie hört auf den Namen Jenifer und ist von einer unverkennbaren Entstellung im Gesicht gezeichnet.

Dadurch zieht sie die Blicke natürlich auf sich, und viele ihrer Mitmenschen wenden sich vor Ekel ab. Doch ihr Retter scheint ihr Aussehen nicht zu schocken, er behandelt sie wie jeden anderen Menschen. Nach einiger Zeit wird die Beziehung sogar intensiver. Die beiden scheinen von einer unheimlichen Obsession gefesselt und setzten die Ehe des Polizisten aufs Spiel. Die Liaison soll aber bald einen schrägen Verlauf nehmen, da Jenifer einen ungewöhnlichen Appetit auf Fleisch hat…

Kritik

Die für das Fernsehen geschaffenen Serie „Masters Of Horror“ erfreut sich, wie der Name sicherlich vermuten lässt, der Beteiligung namhafter Regisseure des Horror-Genres, die jeweils einen Beitrag in Stundenlänge abgeben. Unter ihnen befindet sich auch der italienische Meisterregisseur Dario Argento, der zuvor mit seinem „The Card Player – Tödliche Pokerspiele“ dem einen oder anderen Fan „echten Horror“, in Form von unsäglicher Langeweile, präsentierte. Ein Jahr später sollte es dann mit dem 56miütigen Kurzfilm wieder aufwärts gehen. Doch gänzlich hat Argento nicht zu alter Stärke zurückgefunden.

Mit dem Beitrag „Jenifer“ hat Argento die Geschichte eines merkwürdigen Mädchens aufgegriffen, die fernab der Gesellschaft lebt. Im Gesicht entstellt, stumm und mit einem abnormen Appetit versehen treibt sie die Menschen in den Wahnsinn. Das ist Stoff für einen richtigen Kurzfilm von wenigen Minuten, und gäbe es in der „Masters Of Horror“ Serie nicht eine Stunde Spielzeit auszufüllen, hätte der Film sicherlich viel besser werden können. So wird der Betrachter mit langatmigen Szenen bombardiert, die er eigentlich nicht sehen will.

Der Argento-Fan ist nun mal an schrägen Kameraeinstellungen und ordentlich Splatter interessiert, was in diesem Werk aber eindeutig zu kurz kommt. Wenn man allerdings bedenkt, dass „Jenifer“ für das Fernsehen gedreht wurde, kann man die Spezialeffekte durchaus als sehr hart betrachten. Auch die Handschrift des Argento ist nicht deutlich zu erkennen. Die Story ist viel zu gradlinig und von Anfang an vorhersehbar. Wenn man nicht ab und zu einige ungewöhnliche Szenen vorkommen würden, auf die an dieser Stelle allerdings nicht weiter eingegangen werden soll, könnte man meinen, dass Hinz und/oder Kunz und nicht Argento den Regiestab in der Hand hatte.

Aber vielleicht hat er den Auftritt in der Serie ja genutzt um mal irgendwelche Ideen auszuprobieren, oder einfach mal ein maues Drehbuch runterzurasseln? Er muss sich jedenfalls der Konsequenz bewusst gewesen sein, dass er nach seinem Kartenspieler weiter an seinem guten Ruf sägt. Gelungen ist allerdings das Experiment mit der Optik der „Jenifer“. Einige Szenen, gerade wenn es in die Nahaufnahme geht, sind wirklich ekelerregend. Den Maskenbildnern gebührt hierfür ein dickes Lob.

Höhepunkte besitzt "Jenifer" nur dann, wenn es etwas härter zur Sache geht. Das abnorme Mädchen verfügt sicherlich über genügend Potential, zartbesaitete Zuschauer zum Abschalten zu verleiten, Fans des früheren Meisterregisseurs sollten solch eine Kost allerdings gewöhnt sein. Besonders verstörend wirken die ungewöhnlichen Szenen leider nicht, da die gesamte Atmosphäre nicht sonderlich gut aufgebaut ist. Mag es an dem TV-Look liegen oder an der etwas lieblosen Herangehensweise? Der atmosphärische Gesamteindruck ist auf jeden Fall nicht sonderlich gut. Gleiches gilt für den Spannungsbogen, der so gut wie nicht vorhanden ist. Wie bereits erwähnt, lässt sich bereits nach wenigen Minuten erahnen, wo der Hase lang läuft. Zudem gibt es nur sehr wenige Szenen, in denen etwas wirklich Spannendes passiert.

Es wäre aber unfair, "Jenifer" vollends in den Dreck zu ziehen, da es ja sicherlich auch Leute gibt, die nicht jeden der guten Agentos gesehen haben und auch keine Vergleiche ziehen wollen. Im Vergleich zu anderen „Masters Of Horror“ schneidet "Jenifer" sicherlich nicht schlecht ab, da es, neutral betrachtet, eine gute handwerkliche Arbeit ist. Die Filmmusik wurde von dem durchaus bekannten Claudio Simonetti hergestellt und passt ganz gut zu dem Gezeigten. Alles in allem ist das aber viel zu wenig, um einen richtig guten Horror-Film zu präsentieren. Wer typische Elemente des Argentos sucht wird nur mäßig bedient und wer Filme mit Tiefgang mag, ist bei "Jenifer" falsch. Als kurze Unterhaltung ist der Film aber durchaus empfehlenswert. Man darf halt nur nicht zuviel erwarten…

DVD

DVD-Specials:

Die DVD kommt in einer sehr guten Bild- und Tonqualität daher und weiß mit den Extras durchaus zu überzeugen. Insgesamt gibt es ca. 90 Minuten Bonus. Dieser beinhaltet ein MAKING OF, in dem die Erstehung der Jenifer zu verfolgen ist. Es ist schon beeindruckend, wie eine sehr hübsche Frau in eine scheußliche Kreatur verwandelt wird. Des weiteren gibt es ein BEHIND THE SCENES, in dem unter anderem die Erstehung einiger Spezialeffekte zu sehen sind. Dann gibt es noch drei Interviews mit den Protagonisten sowie dem Regisseur. Diese Interviews sind nur in der Originalsprache und ohne Untertitel zu sehen. Allerdings gibt es keine Probleme, wenn man etwas Englisch beherrscht. Besonders Argento ist mit seinem gebrochenen Englisch sehr leicht zu verstehen. Als letztes gibt es dann noch eine Biografie des italienischen Regisseurs und ein paar Trailer. Die Extras können sich also ohne Frage sehen lassen.

Bewertung

Splatter 3.gif
Story 3.gif
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Atmosphäre 4.gif
Ton 6.gif
Bild 6.gif
Features 6.gif
Gesamt 4.gif