Untote wie wir – Man ist so tot, wie man sich fühlt

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OT:The Revenant

ca.113 Minuten

USA 2009

Regie

  • D. Kerry Prior
Darsteller

  • Annie Abbott
  • Senyo Amoaku
  • David Anders
  • Suzan Averitt
  • u.a.

Untote wie wir - Man ist so tot, wie man sich fühlt

Story

Der amerikanische Soldat Bart ist im Nahen Osten eingesetzt und gerät dort in einen Hinterhalt. Wo Hauptdarsteller im Eigentlichen überleben, endet dort das Leben von Bart. Nach einem Kopfschuss ist Schluss. In die Heimat geht es dann nur noch, um an der eigenen Beerdigung anwesend zu sein.

Doch nach dem Begräbnis erwacht Bart wieder zum Leben. Er denkt, einem Irrtum aufgesessen zu sein und macht sich auf den Weg zu seinem Kumpel Joey. Dieser ist natürlich schockiert, als sein untoter Freund in der Türangel steht. Wie sich herausstellt ist Bart zu so etwas wie einem Zombie, respektive Vampir geworden. Er benötigt menschliches Blut, um nicht vollständig zu verwesen. Coolerweise hat Joey kein Problem damit, mit Bart loszuziehen. Also machen sie sich auf, Nachtgestallten in den Straßen von L.A. als lebende Bluttankstellen aufzutreiben.

Kritik

Im Horror-Genre kommt es oft vor, dass irgendwelche Geschichten wieder und wieder erzählt werden. Gerade wenn es um Zombies oder Vampire geht. Das Strickmuster ist meist dasselbe. Daher ist es jedes Mal interessant, wenn ein innovativer Filmbeitrag zum Thema daherkommt. Denn so kann und muss „Untote wie wir“ betitelt werden.

In dem amerikanischen Streifen wird versucht, das Zombie- und das Vampir-Genre zu kreuzen. Gemengt mit einer gehörigen Priese schwarzem Humor, was im Großen und im Ganzen wunderbar funktioniert. Man wird während der Betrachtung in verschiedene Erlebniswelten geschickt. Es gibt den Krieg im Feindesland, den Tod, die Wiederauferstehung, die Wandlung und letztlich wieder kriegerische Handlungen in den Straßen der Großstadt. Viel Abwechslung also, die für viel Unterhaltung sorgt. Es werden in einigen Szenen sogar Erinnerungen an Abel Ferrara („The Driller Killer – Der Bohrmaschinenkiller“, „Die Frau mit der 45er Magnum“ u.v.a.) wach, auch wenn das Geschehen in den Straßen der Westküsten-Metropole und nicht New York spielt.

Man bekommt hier keinen typischen Genre-Film zu Gesicht. Witzig bei der Kreuzung zwischen Zombie und Vampir ist, dass der Protagonist bei klarem Verstand ist, aber verfault und ziemlich übel riecht. Zumindest dann, wenn er nicht regelmäßig blutigen Nachschub erhält. Dies bedeutet zwangsläufig, dass die Futtersuche höchste Priorität hat. Und es bedeutet, dass ekelige und blutige Szenen nicht selten sind.

Zugegebenermaßen ist die Hochglanz-Independent-Produktion dabei aber kein perfekter Film. Es gibt einige Längen und auch einige Momente, die für eine Komödie zu wenig Unterhaltungswert mitbringen. Die Komik kommt in „Untote wie wir“ eher subtil rüber. Es gibt keine wirklichen Schenkelklopfer, dafür ist die Gesamtsituation aber lustig und skurril.

Regisseur Kerry Prior kann man keinen Vorwurf und kaum Verbesserungsvorschläge machen. Er hat den Stoff gut in den Kasten gebracht und auch an die Charakterisierung gedacht. Das ist ja bei Filmen dieser Art keine Normalität. Man entwickelt zwangsläufig Sympathien für die beiden Hauptdarsteller und fiebert bei ihrem Kampf, um frisches Blut, mit. Darstellerisch bekommt man dabei solide Kost geboten, was ja auch nicht der Normalfall ist.

Zum Schluss des Reviews muss festgehalten werden, dass „Untote wie wir“ ein bemerkenswerter Film ist, der einem sympathisch vermittelt, dass Vampir-Zombies auch nur Menschen sind.

Bewertung

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Ähnlicher Film:

Tetsuo – The Iron Man

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OT:Tetsuo

ca.67 Minuten

Japan 1988

Regie

  • Shinya Tsukamoto
Darsteller

  • Tomorowo Taguchi
  • Kei Fujiwara
  • Nobu Kanaoka
  • Renji Ishibashi
  • u.a.

Tetsuo - The Iron Man

Story

Ein japanischer Geschäftsmann hat furchterregende Albträume von bizarren Kreaturen aus Metall. Wie im Wahn nimmt er ein Metallrohr und schiebt es sich unter Schmerzen in seinen Oberschenkel. Als er kurz darauf sieht, wie duzende Maden auf der Wunde umherkriechen, rennt er schreiend auf die Straße und wird dort von einem Auto angefahren. Der Fahrer des Wagens (Tomorowo Taguchi) versucht, den Unfall zu vertuschen und entsorgt den scheinbar toten Körper, doch der Überfahrene kehrt zurück. Entsetzt muss er feststellen, dass sich sein ganzer Körper mehr und mehr in eine komplexe Maschine aus Metall und zahllosen Drähten verwandelt. Der sich immer mehr verwandelnde Mann stößt schon bald auf weitere Mensch-Maschinen und es kommt zu brutalen Auseinandersetzungen…

Kritik

Beim sogenanntem "Cyberpunk" handelt es sich um ein Subgenre, das dem Science-Fiction entsprungen ist und das die selben Grundtöne aufweist. Dabei ist der Cyberpunk aber sehr viel deprimierender, kälter und pessimistischer und beschäftigt sich meist mit der Angst der Menschen vor der fortschreitenden Technologie. Shinya Tsukamoto schuf im Jahre 1988 mit seinem Low-Budget Titel "Tetsuo – The Iron Man" einen Überraschungshit, der in Fan-Kreisen als der Experimentalfilm schlechthin gilt und als einer der Vorreiter extremen Cyberpunks. Ich war aufgrund der oftmals überschwänglich guten Kritiken sehr gespannt auf den Film, muss aber letztendlich sagen, dass meine Erwartungen wohl falsch waren.

Was wir hier haben ist, anders kann man es im ersten Moment nicht nennen, richtig, richtig kranker Scheiß. Für den Mainstream-Konsumenten absolut unverträglich, dürfte dieser Streifen selbst eingefleischten Arthouse-Kennern noch einiges abverlangen und manch einen schnell an dessen persönliche Grenze treiben. Was Tsukamoto hier nämlich weitgehend alleine auf die Beine stellte, passt sich in keinster Weise den üblichen Konventionen und Regeln eines Films an, sondern wirkt ganz und gar wie ein ca. 70minütiger Drogentrip eines Psychopathen, wie ein unheilvoll grausamer Albtraum aus Metall, aus dem es kein Entkommen mehr gibt.

Der Begriff Experimentalfilm wurde von Tsukamoto also sehr wörtlich genommen, denn sein schwarzweißer Kunstfilm ist ein sehr schwer greifbares Etwas, zu dem nur die Wenigsten einen Zugang finden dürfen. In blitzschnell zuckenden, rasant geschnittenen und surrealen Bildern wird dem Zuschauer eine Geschichte erzählt, die sehr viel Interpretationsgabe erfordert. Was einem hier geboten wird, ist von dem menschlichen Verstand im ersten Anlauf nicht fassbar und bedarf viel Überlegungszeit, bevor man überhaupt einen Hauch einer Meinung zum Film haben kann.

Ein japanischer Geschäftsmann verliert sich hier in einer Welt aus Metall, Drähten und Maschinen, die ihn zum Wahnsinn zu treiben scheint, bis er schließlich selbst zu dem transformiert, was er am meisten fürchtet. Ob Shinya Tsukamoto hiermit eine Kritik an unserer technologisierten Welt üben wollte, in der die Maschinen beinahe schon die Kontrolle über die Menschheit haben, kann ich so nicht sagen. Es ist jedem selbst überlassen, wie er diesen abgedrehten Bilderrausch auffasst. Fakt aber ist:

Man muss viel, sehr viel Geduld und Zeit mitbringen, um "Tetsuo" etwas abgewinnen zu können. Natürlich kann man sich den Streifen nebenbei ansehen und sich an der visuellen Flut an Reizen & Inspirationen freuen, doch wird man in diesem Fall kaum mit dem Streifen auf einen vernünftigen Nenner kommen. So ging es auch mir. Was ich erwartete war schlicht und einfach ein bizarrer Film, vielleicht ein bisschen im Stil von Rozz Williams‘ "Pig", doch das ist "Tetsuo" in keinster Weise. Einen Film im eigentlichen Sinn wird man hier nicht zu sehen bekommen, sondern vielmehr einen maschinellen Albtraum, in dem einem unverständliche Bilder und erdrückende Elektronik entgegengeschleudert werden, was man erst mal verarbeiten können muss.

Das ist es dann auch, was mir hauptsächlich an "Tetsuo" missfallen hat. Spannung findet sich hier zu keiner Sekunde, was dazu führt, dass der Film ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch langweilt. Krank und verrückt ohne Ende mag das Teil sein, ohne Zweifel, aber so lange kein einziges, typisches Merkmal für einen Film (zumindest für das, was ich unter einem "Film" verstehe) zu finden ist, weiß ich nicht, wieso ich mir so etwas überhaupt ansehe. Die "Erfahrung Tetsuo" sollte man als Cineast oder als Allesseher mal machen, aber ob einem der "Kultfilm" dann auch gefällt, ist eine ganz andere Frage, die jeder für sich selbst beantworten sollte.

Bewertung

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Gesamt 2_5.gif

Ähnlicher Film:

The Psycho Tronik Man

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OT:The Psychotronik Man

ca.80 Minuten

USA 1979

Regie

  • Jack M. Sell
Darsteller

  • Jeff Caliendo
  • Paul Maurel
  • Brian Newton
  • u.a.

The Psycho Tronik Man

Story

Ein Mann, dessen Namen man nicht erfährt, bekommt auf einmal Probleme. Als er in seinem Auto sitzt passiert irgendwas, er weiß aber nicht was los ist. Verwirrt irrt er durch die amerikanische Kleinstadt, die seine Heimat ist, betäubt von dem seltsamen Erlebnis im Auto.

Als er bei einem Fremden einkehrt, stirbt dieser kurze Zeit später und offenbar hat es etwas mit ihm zu tun. Er scheint mit seinen Gedanken töten zu können, hat diese aber in keinster Weise unter Kontrolle. In seiner Ratlosigkeit flieht der Mann, ohne auch nur daran zu denken sich helfen zu lassen. Die örtliche Polizei erfährt natürlich von dem Todesfall und macht sich auf die Suche nach dem Mörder, der laut der Polizei über unnatürliche Kräfte verfügen muss. Um dies zu klären wird ein Professor zu Rate gezogen, der meint das der Gesuchte über psychotronische Kräfte verfügen muss.

Als die Polizei plötzlich die Fährte des „Psycho tronic man“ kommt es zu einer dramatischen Verfolgungsjagd …

Kritik

Ne, ist klar …

Ich habe wirklich schon viele schlechte Filme gesehen, muss aber immer wieder erstaunt feststellen das es Streifen gibt, die so manchem Schundwerk noch einen draufsetzten. „The psycho tronic man“ ist da wohl eines der besten Beispiele für. Der Film ist von vorne bis hinten einfach nur dümmlich, langweilig und völlig ohne Sinn und Verstand.

Ich denke das es kein Problem wäre einen Kurzfilm von etwa fünf Minuten zu drehen, in dem der gleiche Inhalt gezeigt würde, wie in diesem Streifen. Besonders die Verfolgungsjagd ist so etwas von bescheuert … Ich habe nicht auf die Uhr geguckt, denke aber das sie deutlich länger als 20 Minuten anhielt und das ohne wirkliche Action zu zeigen oder etwas anderes, dass den Zuschauer an den Film fesselt. Die Idee mit der psychotronischen Energie (gibt es die überhaupt ?) mag ja vielleicht ansatzweise gut sein, doch fragt man sich nach dem Betrachten was das überhaupt ist. Im Film wird gezeigt das es eine nicht kontrollierbare, psychische Kraft ist, die sogar töten kann, so recht aufgeklärt wird es allerdings nicht, sodass der Betrachter im Anschluss mit weniger weiß als vorher …

Die Schauspieler, die sich bereiterklärt haben diesen Mist zu verfilmen, sind wohl keine, denn ich würde mir ohne weiteres zutrauen deren abgelieferte Leistung zu toppen. Gleiches gilt auch für das Drehbuch, denn die Dialoge sind einfach unterste Schublade. Blut in rauen Mengen gibt es leider auch nicht zu sehen, auch wenn dies sicherlich eine Aufwertung gewesen wäre. Das FSK 16 mag daher etwas hoch sein, ich denke aber das man jüngere Menschen vor so einem Schwachsinn schützen sollte …

Das einzig positive an diesem Streifen ist das die Gesamtspielzeit nicht, wie angegeben, 90 Minuten beträgt sondern lediglich knapp 80 Minuten. Man hat also 10 Minuten gespart, in denen man wesendlich sinnvollere Sachen machen kann als sich diesen Schund anzutun. Insgesamt ist „The psycho tronic man“ also ein Film, den man wirklich keinem empfehlen kann. Falls ihn wirklich mal jemand in die Finger bekommen sollte, was ich nicht glaube und hoffe, sollte er ihn also liegen lassen und lieber zum neusten Bridney Spears Film greifen, da der um längen besser ist …

Bewertung

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Gesamt 1.gif

Ähnlicher Film:

Monster Man

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OT:Monster Man

ca.92 Minuten

USA 2003

Regie

  • Michael Davis
Darsteller

  • Eric Jungmann
  • Justin Urich
  • Aimee Brooks
  • Joe Goodrich
  • u.a.

Monster Man

Story

Der schüchterne spießige Adam ist unterwegs zur Hochzeit seiner Ex-Freundin, um diese eventuell noch von ihrem Vorhaben abzubringen und für sich zurückzugewinnen. Eher unfreiwillig nimmt er seinen vorlauten und unkonventionellen Kumpel Harley mit. Unterwegs passieren plötzlich merkwürdige Dinge: Ein Leichenwagen bremst sie beinahe aus. Dann taucht plötzlich ein gewaltiger Monster-Truck auf und versucht sie von der Straße abzudrängen.

Als die beiden an einer Tankstelle eine Rast einlegen, taucht der Truck erneut auf, und Adam kann einen Blick auf dessen unheimlichen Besitzer werfen, ein degeneriertes Wesen, anscheinend direkt aus der Hölle. Im Fernsehen erfahren sie zudem von einem blutigen Ritualmord, offensichtlich von eben diesem Monster verübt. Panikartig setzen die beiden ihre Fahrt fort, immer in der schrecklichen Gewissheit, dass ihnen der mordlüsterne Fremde auf den Fersen ist. Einziger Lichtblick bei dieser Tour de Force scheint die wunderschöne Anhalterin Sarah zu sein, die sich zu den beiden gesellt und den beiden gehörig den Kopf verdreht.

Als die drei in eine merkwürdige Kleinstadt kommen, in der sämtliche Einwohner auf irgendeine Art und Weise verstümmelt sind, wissen sie, dass sie sich der Höhle des Löwen genähert haben. Und der Monster Man wartet schon auf sie…

Kritik

Da bist Du platt!!!

Die Vorliebe des amerikanischen Volks für Unterhaltung der etwas merkwürdigeren Art, ist wohl eines der wenigen letzten ungelösten Rätsel der Menschheitsgeschichte. Da verbringen z.B. schon vorpubertierende Kiddies stundenlang vor dem Fernseher, um sich enthusiastisch irgendwelche catchenden Muskelprotze in abgesprochenen Show-Kämpfen anzusehen. Und was den Teenies ihre Kraftmeier, sind den tumben „erwachsenen“ Durchschnittsamerikanern der Landbevölkerung (im Volksmund auch „Rednecks“ genannt…) die Kampfkolosse auf vier Rädern: Dröhnende Monstertrucks mit überdimensionalen Reifen, die über kleine unschuldige Autos hinwegwalzen wie die kanadische Eishockey-Nationalmannschaft über eine japanische Auswahl. Goliath matscht David platt, Schrottpressen als Showattraktion: Das zeugt nicht gerade von den hohen Ansprüchen der Zuschauer, scheint aber für viele Rednecks eben DER Freizeitspaß neben NRA und Ku-Klux-Klan zu sein…

Was würde sich da also besser anbieten, als diese beiden Themen „Monstertruck-Mania“ und „Rednecks“ für einen Horrorfilm zu verarbeiten!!!

„Monster Man“ macht dieses sehr geschickt, verzichtet auf übermäßige Mad Max- Verfolgungs- Action oder Autoschrott-Orgien, wie sie eigentlich von Filmen ähnlicher Thematik her bekannt sind, sondern lebt eher von der spannenden und dramatischen Geschichte.

Und dazu gehört u.a. auch die wirklich gelungene Einführung der Charaktere:

Die beiden Freunde könnten unterschiedlicher nicht sein:

Auf der einen Seite Adam, der ultra-spießige ruhige Typ, der nie ein Risiko eingeht, sogar beim Ausweichen eines toten Tieres auf der Straße noch den Blinker setzt und sich vor Betreten einer Tankstellentoilette extra Schutzstulpen aus Gummi über seine Schuhe zieht. Auf der anderen Seite der vorlaute Harley, der nie seine Klappe halten kann, sogar in den finstersten Redneck-Kneipen lautstark über die anwesenden Gäste lästert und fast ununterbrochen seine Gedanken kundtut, die vornehmlich um Themen wie Sex, Sex, Sex und das andere Geschlecht kreisen. So philosophiert er z.B. beim Anblick einer reizenden jungen Dame über den Zusammenhang zwischen der Intimfrisur einer Frau und deren Fähigkeiten im Bett. In einer anderen Szene, als die beiden Freunde am Wegesrand ein Grab eines Unfallopfers entdecken, stellt sich ihm vordringlich die Frage, ob bei toten Frauen mit künstlichen Brüsten die Silikonimplantate mit verrotten, oder ob die Gerippe nun auf ewig einen üppigen Vorbau haben…

Kein Wunder, dass dem schüchternen Adam das Auftreten von Harley teilweise mehr als peinlich ist…

Das Rätsel um die Identität des Monster Man bleibt lange ungelöst. Er taucht einfach so aus dem Nichts auf, hetzt die beiden Freunde mal eben mit seinem Truck ein bisschen über die Straße, um dann ebenso spurlos wieder zu verschwinden. Ein subtiler Schrecken der Landstraße…

Zwar hat der Film zwischendurch mal den ein oder anderen dramaturgischen Hänger, insbesondere bei der Romanze zwischen Sarah und Adam.

Dafür wird der Zuschauer aber zum Schluss hin vollkommen entschädigt!!

Das Ende wartet mit einer wunderschön eindringlichen Atmosphäre, nervenzerreißenden Spannung, einigen deftigen Splattermomenten und einer ziemlich unerwarteten Auflösung der Geschichte auf.

Parallelen zu einigen bekannten Horror-Vertretern sind ziemlich offensichtlich: So erinnert der Monster Man mit seiner maskenartigen zusammengeflickten Fratze u.a. an Leatherface aus Tobe Hoopers Meisterwerk „Texas Chainsaw Massacre“ (USA, 1974), wobei ihm hier als Mordwerkzeug, nicht die Excalibur-Kettensäge, sondern ein gewaltiger Monster-Truck dient, mit dem er seine Opfer zu Tode hetzt bzw. in Grund und Boden malmt (letzteres wird zur Freude der Gorehounds unter den Zuschauern dann auch mehr als einmal ausgiebig in Szene gesetzt…)

Die ohnehin schon sehr stimmungsvoll spannende Atmosphäre (nur vereinzelt durch einige Sprüche und Schoten der beiden ungleichen Freunde aufgelockert) erreicht gegen Ende des Films ihren Höhepunkt, wenn die Gefährten z.B. mit ihrem Wagen in eine Geisterstadt in bester Wildwestmanier gelangen, in der merkwürdige Skulpturen wie Vogelscheuchen aufgestellt sind, oder sie sich in einem Pub umsehen und verwundert und schockiert feststellen, dass sämtlichen Gästen irgendwelche Gliedmaßen fehlen…

Der sehr krude Schlussteil hätte auch aus Doktor Satans „Haus der 1000 Leichen“ (Rob Zombie, 2003) persönlich stammen können. Mehr sei an dieser Stelle allerdings nicht verraten…

Der Film war der Abräumer auf dem Fantasy Film Festival 2003!!! Nicht zu Unrecht!!

Fazit: Extrem unterhaltsamer Roadmovie-Splatter. Ein weiterer Beweis, dass der moderne Horror-Film noch viele schöne Überraschungen parat hat!!!

Bewertung

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Spannung 4.gif
Story 4_5.gif
Ekelfaktor 4_5.gif
Atmosphäre 4.gif
Gesamt 5.gif

Ähnlicher Film:

The Last Man On Earth

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OT:The Last Man On Earth

ca.86 Minuten

Italien 1964

Regie

  • Ubaldo Ragona
Darsteller

  • Vincent Price
  • Franca Bettoia
  • Emma Danieli
  • Giacomo Rossi-Stuart
  • u.a.

The Last Man On Earth

Story

Der Wecker klingelt. Etwas behände steigt Robert Morgan aus dem Bett. Ein neuer Tag beginnt. Ein neuer Tag mit dem stets gleichen Ablauf. Schon seit drei Jahren, als es damals zum Ausbruch der großen Epidemie kam: Die verbarrikadierten Türen seines Hauses kontrollieren, den Knoblauch und die Spiegel an den Türen erneuern, Holzpfähle anfertigen. Danach gilt es, in der Stadt die Toten aufzusammeln, sie in die große Grube am Rande der Stadt zu werfen, mit Benzin zu übergießen und anzuzünden, um so deren Wiederkehr zu verhindern. Nachdem er anschließend noch die Stadt nach Überlebenden abgesucht hat, neigt sich auch der Tag schon dem Ende zu. Die Nacht bricht herein. Gleich werden die vampirartigen Wesen, die Opfer der Seuche, wieder kommen. Sie versuchen, ihn zu holen. Ihn, Robert Morgan. – Den letzten Menschen auf der Welt.

Kritik

Da meint man, wirklich schon so gut wie alles gesehen zu haben, die meisten wichtigen Klassiker des Horrorfilms zumindest vom Namen her zu kennen, und dann bekommt man plötzlich einen Film wie "The Last Man on Earth" vor die Augen. Basierend auf dem Roman "I am Legend" von Richard Matheson, aus dessen Feder u.a. auch die Vorlage für Jack Arnold’s "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C." stammt, nimmt mit "The Last Man on Earth" bereits Jahre zuvor schon wichtige Elemente von modernen Horror- und Endzeit- Klassikern wie George A. Romero’s "Night of the Living Dead" oder "Crazies" vorweg. Der unvergessene Genre-Star Vincent Price spielt den Mediziner Robert Morgan. Er scheint der einzige Überlebende einer großen Epidemie zu sein, die alle Menschen zu blutgierigen Vampiren bzw. Zombies hat werden lassen. Anfangs beobachtet der Zuschauer Morgan bei seinem üblichen Tagesablauf: Waffen bauen, Schäden an seinem verbarrikadierten Haus ausbessern, Vampire jagen, Leichen entsorgen. Aus dem Off kommentiert Morgan das Geschehen, lässt den Zuschauer teilhaben an seinen Gedanken. Morgan scheint sich an die Situation, der wohl letzte Mensch auf der Welt zu sein, abgefunden zu haben. Scheinbar aber nur. Die Sehnsucht nach seiner Frau und seiner Tochter plagt ihn. Die Gedanken an seine Liebsten, die von der unheilvollen Seuche dahingerafft wurden. In diesen Momenten lauscht Morgan den Klängen des Grammophons und gibt sich ganz den Erinnerungen hin. Dabei erlebt der Zuschauer anhand von Rückblenden, wie die tödliche Seuche damals ihren Lauf nahm. Wie sie anfangs nur im weit entfernten Europa grassierte und daher von Wissenschaftlern als harmlos eingeschätzt wurde. Wie sie dann plötzlich Freunde, Bekannte und schließlich die Morgan’s Familie befällt. Wie die lebenden Toten auf der Suche nach Blut durch die Stadt streifen.

Und wie schließlich das Militär die Leichen in einer riesigen Grube außerhalb der Stadt verbrennt. Das Feuer in der Leichengrube erlischt nie, auch lange nachdem das Militär diese nicht mehr nutzt, da die Soldaten selbst Opfer der Seuche wurden. Morgan ist es, der für reichlich Brennmaterial sorgt: Systematisch durchkämmt er die Stadt nach den zombiehaften Blutsaugern, pfählt sie und bringt sie zur Grube. Morgan bei seinem Dasein als letzter Mensch auf der Welt zu beobachten, ist unglaublich unterhaltsam und spannend zugleich. Langeweile kommt zu keiner Zeit des Films auf. Spannende Momente lösen sich dabei mit dramatischen und einfühlsamen Szenen ab, in denen Vincent Price einmal mehr zeigt, warum er auf ewig einer der besten Schauspieler der Welt bleiben wird. Seine Mimik, seine Gestik – einfach unübertroffen. Obwohl er im zweiten Abschnitt des Films weniger die Möglichkeit hat, seine Fähigkeiten als Darsteller in Szene zu setzen, da nun Spannung und Action im Vordergrund stehen. Eines Tages trifft Morgan nämlich auf eine junge Frau. Eine Mutantin. Ein Halbwesen aus Vampir und Mensch. Sie soll Morgan in eine Falle locken. Denn die Mutanten haben eine neue Weltordnung erschaffen. In ihrer Welt ist kein Platz mehr für Menschen. Die Jagd auf den letzten "Andersartigen" beginnt und endet schließlich in einem furiosen, finsteren Finale. Auch nach über 40 Jahren funktioniert der Film und sorgt durch sein eindringliches apokalyptisches Szenario für ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Menschenleere Straßen, verwaiste Einkaufszentren, Dutzende von Leichen verstreut in der Landschaft. Der Stoff aus dem "idyllische" Endzeitfiktionen gemacht sind. Dass der Film in schwarz-weiß gedreht wurde, trägt dem Genuss keinen Abbruch. Im Gegenteil, die ohnehin schon finster nihilistische Stimmung wird dadurch nur noch verstärkt. Ursprünglich sollte der Film in den berühmten britischen Hammer Studios realisiert werden. Allerdings hatte Hammer kein Interesse und gab die Rechte an den Produzenten Robert L. Lippert weiter. Dieser ließ den Film daraufhin in Italien drehen. So verwundert es kaum, dass Regisseur Ubaldo Ragona die Rollen fast ausschließlich mit italienischen Darstellern besetzte, mal abgesehen von Vincent Price. Ob es daran lag, dass der Film beim Publikum nie die Beachtung erlangte, die er verdient hätte? Da musste dann schon sieben Jahre später in Hollywood Charlton Heston ran. Mit dem amerikanischen Filmhelden und jetzigen Waffen-Narr wurde die Story unter dem Titel "The Omega Man" zum Blockbuster. Fazit: "The Last Man on Earth" ist ein Meilenstein in der Geschichte des phantastischen Films. Ein finsterer apokalyptischer Mix aus Vampir- Zombie- und Endzeitfilm. Der Ursprung von George A Romero’s "Zombie".

Bewertung

Splatter 1_5.gif
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Story 5.gif
Ekelfaktor 1_5.gif
Atmosphäre 6.gif
Gesamt 6.gif

Ähnlicher Film:

The Gingerdead Man

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OT:The Gingerdead Man

ca.70 Minuten

USA 2005

Regie

  • Charles Band
Darsteller

  • Gary Busey
  • Robin Sydney
  • Ryan Locke
  • Larry Cedar
  • u.a.

The Gingerdead Man

Story

Eines Tages verschlägt es einen übel gelaunten Killer namens Millard (Gary Busey) in die Bäckerei der Familie Leigh, wo dieser nicht lange zögert und kurzerhand Sarah’s (Robin Sydney) Vater und ihren Bruder erschießt. Sie selbst lässt er am Leben und wird kurz darauf von der Polizei geschnappt. Millard wird der Prozess gemacht und er landet auf dem elektrischen Stuhl. Anschließend wird seine Leiche verbrannt. Blöderweise landet seine Asche anschließend durch einen mysteriösen Lieferanten wieder in der besagten Bäckerei. Brick (Jonathan Chase), ein Arbeitskollege von Sarah, hält die Asche für eine Backmischung und stellt daraus einen Lebkuchenteig her. Blöderweise verletzt sich Brick bei dieser Tätigkeit an der Hand, woraufhin etwas Blut in den Teig sickert.

Ehe er und Sarah es sich versehen, ist die Seele Millards in einen kleinen, nur wenige Zentimeter großen Lebkuchenmann transformiert. Allerdings ist der Killer auch in dieser Größe noch äußerst gefährlich, wie sich schnell herausstellt. Während die Beiden überlegen, wie sie die vulgäre, mordlüsterne Backware wieder loswerden, holt sich diese schon ihre ersten Opfer..

Kritik

Charles Band, bei uns weitgehend unbekannt, ist ein großer Name im B-Movie Bereich. Der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, der sich fast ausschließlich dem Horrorfilm verschrieben hat, inszenierte nicht nur zahlreiche billige und trashige Machwerke selbst, sondern gründete zudem das Produktionsstudio Full Moon Features. Band ist bekannt für die "Puppet Master" Reihe, die mittlerweile schon ganze 9 Teile umfasst. Es scheint eine Vorliebe Bands zu sein, ganz nach dem Vorbild von "Chucky", kleine, unscheinbare Spielzeuge auf Menschen loszulassen. Diesem Laster frönt Band auch in "The Gingerdead Man", wobei es hier allerdings keine Spielzeuge sind, die 60 Minuten lang diverse Leute massakrieren dürfen, sondern sage und schreibe ein lebendig gewordener Lebkuchenmann. Das ist so dämlich und abstrus, dass es eigentlich nur Spaß machen kann.

Ganz so unterhaltsam, wie ich mir den Streifen ausmalte, war er dann aber auch wieder nicht. Doch der Reihe nach. Obwohl angegeben ist, dass "The Gingerdead Man" eine Laufzeit von knapp 70 Minuten hat, dauert der Hauptfilm nur eine Stunde, die restlichen 10 Minuten gehen für den Abspann drauf. Nun ja, sicherlich auch eine Art, ein an und für sich viel zu kurzes Werk noch ein bisschen zu strecken. Doch wer mit den Arbeiten von Charles Band vertraut ist, der weiß, dass derartige Laufzeiten bei ihm keine Seltenheit sind und so habe ich an dieser Stelle auch keinen Grund zur Beschwerde.

Dass die Story bei einem Film, der von einem lebendig gewordenen Lebkuchenmann handelt, nicht sehr anspruchsvoll ist, das versteht sich natürlich von selbst. Doch anstatt die ganz trashige Schiene zu befahren, scheint die Handlung von "The Gingerdead Man" gewohnt altbekannt und in wenigen Sätzen geschildert. Die Ereignisse finden über den ganzen Film lediglich in der kleinen Bäckerei statt, denn ein riesiges Budget war, wie bei allen Band-Produktionen, natürlich nicht vorhanden. Das Erfreuliche hieran ist jedoch wieder einmal, dass Charles Band weiß, wie man ein billiges B-Movie dennoch gut aussehen lässt und so erweckt "The Gingerdead Man" auf den aller ersten Blick tatsächlich noch den Eindruck einer ordentlichen, gut ausgestatteten Produktion. Doch beim näheren Hinsehen finden sich schnell Mängel: Die Story wird in keinster Weise eingeleitet oder plausibel eingeführt, schon in der ersten Sekunde befinden wir uns in der Bäckerei und sehen dem hässlichen, unverwechselbaren Schauspieler Gary Busey dabei zu, wie er den Vater und den Bruder von unserer austauschbaren Hauptdarstellerin Sarah umlegt. So weit so gut, als nächstes gibt es einen kleinen Zeitsprung und anhand von Zeitungsartikeln werden wir darüber in Kenntnis gesetzt, dass besagter Mörder auf dem elektrischen Stuhl gegrillt wurde.

Diese und weitere Aspekte werden in knapp 5 Minuten abgehandelt, was unterstreicht, dass Band keinerlei Wert auf seine Charaktere legt. Aber warum sollte er auch? Ein Film über einen mordenden Lebkuchenmann braucht derlei Kleinigkeiten nicht. Bei Berücksichtigung auf das Hauptanliegen des Films – pures Entertainment – beginnt man schnell, sich auf die wesentlichen Faktoren zu konzentrieren, die bei einem derartigen Machwerk entscheidend sind, doch auch diese treten -leider- nur vereinzelt auf. Obwohl der Lebkuchenmann schnell durch eine Verkettung unglücklicher Umstände zum Leben erwacht, kommt der Streifen zuerst nicht richtig in die Gänge. Zu allem Überfluss entschied sich Band nämlich doch dafür, dass eine kleine Pause für ein Einführen seiner Charaktere wohl ganz angebracht sein könnte und so gibt es durchaus die eine oder andere, längere Dialogszene.

Logik hat der Film in keinster Weise zu bieten. Nicht nur, dass sich spät abends noch so viele Leute zufällig in der Bäckerei befinden, es wird auch nicht recht klar, wieso sich die Protagonisten nicht einfach aus dem Staub machen. Anstatt dass sie nach dem ersten Mord fliehen, verweilen die Hauptakteure lieber noch länger in der Bäckerei und machen sich Gedanken darüber, wie sie den Lebkuchenmann töten können – was letztendlich, bei einem derartigen Gegner – auch nicht all zu schwer ist. Das Verhalten der Figuren ist total künstlich und dient natürlich nur dazu, dass sie dem Lebkuchenmann früher oder später zum Opfer fallen.

"The Gingerdead Man" wendet also Schema F an und ist nicht halb so einfallsreich, wie es die Grundthematik verspricht. Eine Gruppe Vollidioten nimmt den Kampf gegen ein Gebäckstück auf, mehr ist da nicht. Allerdings heißt das nicht, dass der Streifen nicht auch mit Einfallsreichtum protzen könnte. Dieser ist nämlich durchaus gegeben. So kann der Gingerdead Man trotz seiner Größe nicht nur problemlos Auto fahren, sondern ist sogar in der Lage, mehr als 10 Schuss aus einem 6 Schuss Revolver abzugeben. Schon sehr erstaunlich. Das Hauptaugenmerk des Films liegt einfach darauf, dass es ein Lebkuchenmann ist, der hier für Chaos und Terror sorgt, das alleine ist der Ansicht von Charles Band nach schon ausreichend für einen gelungenen Film. Und tatsächlich: Dank der kurzen Spieldauer ist "The Gingerdead Man" eine kurzweilige und eigentlich durchaus vergnügliche Angelegenheit, aber all zu viel Lob hat das Werk auf der anderen Seite doch nicht verdient.

Hier und da wird uns mal ein Mord serviert, wobei sich der Splattergrad allerdings sehr zurückhält. Eine Hand wird blutig abgehackt und ein Messer in einen Kopf gestochen, mehr wird dem Horrorfilmfan nicht geboten. Die, meiner Meinung nach, gelungenste Szene ist die, in der ein Protagonist ein großes Stück aus dem Lebkuchenmann herausbeißt und dieser dann große Mengen an Blut verliert. Im Großen und ganzen dürfte der Streifen für Splatterfans aber nicht interessant sein, vielmehr ist er für Freunde des puren Nonsens geeignet. Trash à la Troma wird einem hier allerdings nicht geboten, so gibt es keinerlei Sexszenen und auch keine all zu offensichtlich bewusst billige Aufmachung. Auch gibt es nicht ganz so viel zu lachen, wie man das vielleicht erwarten könnte, doch zumindest die Schauspieler lassen einen nicht im Stich. Allesamt spielen sie so schlecht, dass es einfach wunderbar zum Film selbst passt. Erwähnenswert ist dabei nur Gary Busey, dessen Visage einem sofort bekannt vorkommt und das nicht grundlos. Der Akteur, der schon in über 100 Filmen mitwirkt, verfügt über ein Antlitz, das man so schnell nicht wieder vergisst und passt dadurch gut in die Rolle des Killers. Später leiht er dem Lebkuchenmann natürlich noch seine Stimme. Dieser sieht übrigens ganz passabel aus und wurde nicht so schlecht in Szene gesetzt, wie es das Budget des Filmes zuerst vermuten lässt.

"The Gingerdead Man" bietet einem das, was er verspricht: Einen mordenden Lebkuchenmann. Nicht mehr, und nicht weniger. Wer nun meint, dies sehen zu müssen, der ist mit einem Kauf des Filmes gut beraten, doch einen herausragenden Streifen sollte dabei niemand erwarten. Denn mehr als das, was das Cover bereits verspricht, gibt es hier nicht zu sehen: Einen mordenden Lebkuchenmann. Ja, das ist so weit hergeholt, dass ich es gar nicht oft genug sagen kann. Da ich mir ohnehin jeden noch so billigen Mist ansehe, hatte ich durchaus meinen Spaß mit dem Titel, doch objektiv betrachtet ist der Streifen natürlich Schund, den sich Herr Band hätte sparen können. Für die etwas sinnloseren 60 Minuten zwischendurch aber ganz nett anzusehen.

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Ähnlicher Film:

  • Blood Dolls

Cannibal Man

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Informationen

OT:La Semana del Asesino

ca. 90 Minuten

Spanien 1971

Regie

  • Eloy de la Iglesia
Darsteller

  • Vicente Parra
  • Emma Cohen
  • Eusebio Poncela
  • u.a.

Cannibal Man

Story

Marcos ist ein etwa 30jähriger Mann, der auf den ersten Blick normal wirkt. Seinen Lebensunterhalt verdient er in einer Fleischfabrik, die für ihre gute Suppe bekannt ist, die nur mit dem besten Fleisch gekocht wird. Neben der Arbeit vergnügt sich Marcos mit seiner neuen Freundin, die einige Jahre jünger ist als er. Als die beiden eines Nachts unterwegs sind, kommt es zu einem handfesten Streit mit einem Taxifahrer. Marcos tötet ihn im Kampf mit einem Stein, woraufhin die beiden flüchten.

Paula, die Freundin, ist nach der Tat fix und fertig und möchte das Marcos sich der Polizei stellt, was der aber vehement ablehnt. Als sich der Streit zuspitzt, erwürgt er das junge Mädchen und versteckt die Leiche in seinem Schlafzimmer. Als am nächsten Tag sein Bruder bei ihm vorbeischaut, erzählt er ihm die Geschichte. Sein Bruder zwingt Marcos zur Polizei zu gehen und droht das er ihn sonst selber anzeigt, was sein Todesurteil bedeutet.

Als weitere Menschen von den Morden erfahren, ist es auch um sie geschehen. Marcos hat bald arge Probleme mit den Leichen, da seine Wohnung fürchterlich stinkt und selbst Deosprays nichts mehr nutzen. Aber zum Glück ist da ja noch die Fleischfabrik, die eine Maschine hat, in der Fleischtücke zermahlen werden. Marcos muss sich aber beieilen, da man ihm bereits auf den Schlichen ist…

Kritik

Als erstes muss man wohl erwähnen, dass „Cannibal Man“ nicht unbedingt ein Kannibalenfilm ist, auch wenn der Titel darauf schließen lässt. Zwar kommt es zu einer Szene, in welcher der Protagonist anstatt seiner Lieblingssuppe versehentlich eine aus seiner Arbeitsstelle vorgesetzt bekommt, in der möglicherweise Menschenfleischstücke enthalten waren. Marcos hat ja die Leichenteile in der Fleischmaschine entsorgt, sonst kommt es aber zu keinem Kannibalismus. Daher ist es auch kein Streifen des Kannibalensubgenre sondern nur ein Thriller, mit menschlichem Beigeschmack.

Marcos ist im Film in keiner wirklich glücklichen Lage. Der erste Mord passierte noch aus dem Affekt heraus, dann hat er aber wirklich Pech, da sein Plan nicht hinhaut alles zu verschweigen. Immer mehr Leute erfahren von seinem Treiben, was die ganze Sache eskalieren lässt. Dabei kommt es dann aber nicht nur zu grausamen Szenen, denn es gibt zusätzlich einige gehörige Prisen schwarzen Humor. Allen voran natürlich die Szene mit der Suppe, in der Carols plötzlich schlecht wird…

Splattertechnisch gibt es nicht allzu viel zu berichten. Es gibt lediglich eine ganz nette Szene mit einem Beil, dass ein Opfer mitten ins Gesicht bekommt. Der Effekt ist gelungen und trotz des hohen Alters des Films ansehnlich. Schauspielerisch bekommt man Durchschnittskost geboten, allerdings sticht der Protagonist etwas heraus, da er wirklich authentisch wirkt.

Durch die Morde und die etwas auswegslose Situation des Hauptdarstellers, erinnert der Film ein wenig an „Henry – Portrait Of A Serial Killer“. „Cannibal Man“ besitzt eine ähnlich beklemmende Atmosphäre, die im Zusammenspiel mit der schlichten, aber guten Story zu unterhalten weiß. Spannung gibt es zwar weniger, allerdings fragt man sich hin und wieder was Marcos wohl als nächstes passiert und ob das gut geht (für wen auch immer).

Etwas langweilig wirken die Dialoge, die meist nicht viel zu sagen haben, sich aber trotzdem über weite Strecken des Films erstrecken. Es gibt zwar gute Ansätze, die versuchen Marcos Psyche offen zulegen, es bleibt allerdings meist bei diesem Ansatz, obwohl die ein oder andere Klärung sicherlich interessant gewesen wäre. Man weiß nämlich nicht warum Marcos diesem Tötungstrieb unterliegt. Hat es was mit seiner Vergangenheit zu tun, oder weil er jüngere Mädchen liebt, oder liegt es vielleicht daran, dass er mit seinem schlichten Leben unzufrieden ist? Fragen über Fragen, die nicht beantwortet werden, was aber natürlich Raum für die Phantasie lässt.

Alles in allem ist „Cannibal Man“ ein guter Film, der ein wenig an die guten alten Giallo erinnert, dem aber auch ganz klar sein Alter anzusehen ist. Wen komische Frisuren, Klamotten und veraltete Musik nicht stören, der sollte sich diesen Streifen mal zu Gemüte führen.

Bewertung

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Ähnlicher Film:

The Boogey Man

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Informationen

OT:The Boogeyman

ca. 82 Minuten

USA 1980

Regie

  • Ulli Lommel
Darsteller

  • Suzanna Love
  • Ron James
  • John Carradine
  • u.a.

The Boogey Man

Story

Das Geschwisterpaar Lacey und Willy sieht versehentlich zu, als sich ihre Mutter und deren Freund miteinander amüsieren. Da dies der Liebhaber der Mutter gar nicht so anregend findet, bestraft er Willy, indem er ihn an sein Bett fesselt. Lacey hat das mit ansehen müssen und da ihr der Bruder leid tut, geht sie in die Küche, holt ein Fleischermesser und befreit ihn aus seiner misslichen Lage. Als Willy frei ist nimmt er sich das Messer, geht in das Schlafzimmer seiner Mutter und sticht wie wahnsinnig auf ihren Freund ein…

20 Jahre später leben Lacey und Willy weit weg von ihrer alten Heimat. Aber die Spuren aus der damaligen Nacht sind noch sichtbar. Lacey plagen seitdem schlimme Alpträume und Willy hat seit der Nacht kein einziges Wort mehr geredet. Aber trotz allen leben die beiden in einer gewissen Distanz zum damaligen Geschehen. Dies ändert sich allerdings, als ihre Mutter anruft und den beiden mitteilt, dass sie nicht mehr lange zu leben hat und sie das Recht hätte, sie noch einmal zu sehen. Nach dem Anruf werden Laceys Alpträume und Visionen so schlimm, dass es für sie und ihren Ehemann kaum erträglich ist.

Daher beschließt ihr Gatte, dass Haus, in dem die Bluttat stattfand, zusammen mit Lacey besuchen und hofft, dass er ihr Leiden so lindern kann. Doch nach dem Besuch verbessert sich nichts. Es scheint sogar so, als wäre alles viel schlimmer geworden. Lacey und Willy können jetzt sogar fühlen, dass irgendetwas da ist, was vorher nicht da war. Und das, obwohl die Lacey und ihr Mann nur einen zertrümmerten Spiegel aus ihrem ehemaligen Haus mitgebracht haben…

Kritik

„The Boogey Man“, was übersetzt soviel wie „der schwarze Mann“ bedeutet, ist im Horrorgenre ein recht bekannt gewordener Film. Allerdings nicht weil er so außergewöhnlich gut ist, sondern weil sein Sequel der Beschlagnahme zum Opfer fiel. Wenn man also die „Sammelliste“ der BPjS durchforstet, trifft man immer wieder auf diesen Filmtitel und behält ihn unweigerlich im Gedächtnis. Dies ist wohl auch der Grund, warum sich viele Filmlabel bemüht haben, den Streifen neu aufzulegen, denn es gibt mittlerweile neun verschiedene Versionen des Streifen auf DVD, VHS und Laserdisk und das obwohl der Film ja, wie erwähnt, alles andere als ein Meisterwerk ist.

Gleich zu Beginn merkt man, dass das Gezeigte wenig glaubhaft wirkt, denn die Mutter der beiden Kinder treibt eine Art SM-Spielchen mit ihren Lover, dass wirklich sehr künstlich aussieht. Dann kommt es zu einer kleinen Szenen, die zeigt was für ein Rüpel der Typ ist und wenige Minuten später hat er auch schon ein Messer im Rücken…

Sicherlich ist zu diesem Zeitpunkt ein Hauch von düsterer Atmosphäre zu spüren, die stoppt aber abrupt, als es dann 20 Jahre später weitergeht und erst einmal ein bisschen über das Leben der beiden erzählt wird. Dann kommt es wie es kommen muss: Alte Erinnerungen werden geweckt, die im Zusammenhang mit einem Besuch im Elternhaus zu einem Blutbad führen. Dabei gibt es zwar einige mystische Momente, die auch gute Spannungsmomente bieten, so richtig gruseln kann man sich aber nicht und das man vom Film in seinen Bann gezogen wird, kann man auch nicht gerade behaupten.

Selbst Splatterfans kommen nicht voll und ganz auf ihre Kosten, denn die Spezialeffekte sind zum einen recht rar und zum anderen nicht wirklich überzeugend. Blutig sind sie allemal, doch was nutzen einem Unmengen von Kunstblut, wenn die ganze Sache irgendwie unecht aussieht? Und wo wir gerade bei unecht sind… Die Schauspieler wirken allesamt wenig authentisch, was natürlich zwangsläufig dazu führt, dass alles einen unechten Touch hat. Sicherlich wissen alle, die diesen Film gucken, das die Story zu weit hergeholt ist um echt zu sein, aber trotzdem gibt es ja Filme, die es einigermaßen schaffen, einem das vorzutäuschen…

„The Boogey Man“ ist also ein mysteriöser Streifen, den man dem Slasher-Subgenre zuordnen kann, der nicht wirklich überzeugt. Besonders blöd ist, dass nicht wirklich geklärt wird, was passiert, aber an dieser Stelle sollen natürlich keine Details des Endes erzählt werden, da der ein oder andere diesen Film sicherlich noch gucken will. Alles in allem ist es leider nur ein Durchschnittsfilm, den man schnell wieder vergessen würde, wenn da nicht der zweite Teil wäre…

Bewertung

Splatter 1_5.gif
Spannung 2.gif
Story 2_5.gif
Ekelfaktor 1.gif
Atmosphäre 2_5.gif
Gesamt 2.gif

Ähnlicher Film:

  • The Boogey Man 2

Gingerdead Man 2: Passion Of The Crust

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Informationen

Drehland USA
Drehjahr 2008
Laufzeit ca. 80 Minuten
Regie Silvia St. Croix
Darsteller Michelle Bauer Pieter Christian Colson Michael Deak Bruce Dent u.a.
Bild 1.33:1 (NTSC)
Ton DD 2.0
Sprachen Englisch
Untertitel
LC 1
FSK
Gingerdead Man 2: Passion Of The Crust

Story

Weil das Böse nicht zu vernichten ist, kann der Terror des Lebkuchenmanns fortgesetzt werden. Diesmal in einem Filmstudio: Denn dort wird unser zuckersüßes Weihnachtsgebäck per Sonderzustellung hingeschickt, um ein wenig Farbe an das Set zu bringen. Während der Erbe des Studios, Kelvin Cheatam, eine junge, hübsche Lady mit ihrem behinderten Freund durch das Studio führt, beginnt der Lebkuchenmann seine Metzgerarbeit…

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Kritik

Dies ist also die Fortsetzung von „The Gingerdead Man“, der ja durchaus auch ohne viel Story und tiefgehendes Geplänkel überzeugen kann. Da stellt sich zurecht die Frage, ob das im Sequel genauso ist.

Auf den ersten Blick:

Nein, ist es nicht. Diesmal gibt es durchaus noch weniger Story. Besser gesagt: Es gibt zwei Storys, die miteinander irgendwie nicht viel zu tun haben, außer dass die Leute der ersten in der zweiten von unserem kleinen Mörder geschlachtet werden. Auf der einen Seite spielt sich also der Film ab, indem Kelvin seiner Freundin versucht zu zeigen, wie toll er doch ist und wie schön so ein leben im Filmgeschäft sein kann, und auf der anderen Seite versucht unsere Kruste einfach nur möglichst viele Leute zu töten.

Auf den zweiten Blick:

Denkste, die Storys hängen zwar immer noch nicht zusammen, aber irgendwie verbacken sie sich in der Mitte des Films, dass eine Einheit zu existieren scheint. Aber immerhin hält sich der Film diesbezüglich an das wichtigste: Er wird nie langweilig!

Kommen wir zum Paradestück des Films. Hier muss diesmal das Lebkuchenmännchen weichen, obwohl er immer noch ziemlich cool ist. Aber der fetzige, stellenweise auch rockige Soundtrack stellt unseren kleinen Liebling in den Schatten! Hört selbst rein!

Zu den Schauspielerischen Leistungen sollte man nicht allzu viel sagen, schließlich liegt ja ein B-Movie vor. Die Jungs und Mädels im Film fallen nicht besonders auf, weder durch besonders gute Darbietungen, aber zum Glück auch nicht durch besonders schlechte Leistungen. Vielmehr sollte man sein Augenmerk auf die Puppen richten. Es ist bekannt, dass Charles Band, der hier als Produzent tätig war, einen Puppenfetish hat. Und diesen lebt er auch bis aufs weiteste aus. So viele Handpuppen, die man an einer Hand gar nicht abzählen kann. Sehenswert sind sie alle, besonders hervorgehoben werden sollte ein etwas umfunktioniertes Spielzeug namens „Haunted Dildo“.

In ihrem bisher ersten und einzigen Film zaubert Sylvia St. Croix eine gelungene Leistung in die Flimmerkiste. Man kann aber durchaus davon ausgehen, dass Charles Band mehr als nur Produzent war, denn der Film erinnert sehr stark an den ersten Teil und auch an andere Werke Bands.

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DVD

In der englischen Originalfassung sind Ton und Bild sehr gut, keine Mäkel sind festzustellen. Weiterhin findet man auf diesem Silberling Trailer zu „Dangerous Worry Dolls“, „Evil Bong“, „Decadent Evil 2“ und einen nützlichen Link zur „Full Moon Direct“ Website. Ein Making-Of war wohl weniger nützlich, da der Film ja eigentlich schon einige Blick hinter die Kulissen zulässt. Bei so einem Chaos muss es echt nicht leicht sein, einen Film zu drehen…

Bewertung

Splatter 2010_5.gif
Spannung 2010_4.gif
Story 2010_2.gif
Ekelfaktor 2010_3.gif
Atmosphäre 2010_5.gif
Tonqualität 2010_6.gif
Bildqualität 2010_6.gif
Zusatzmaterial 2010_3.gif
Gesamteindruck 2010_4.gif

Ähnlicher Film:

The Gingerdead Man

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Informationen

Drehland USA
Drehjahr 2005
Laufzeit ca. 70 Minuten
Regie Charles Band
Darsteller Alexia Aleman Newell Alexander Margaret Blye Gary Busey u.a.
Bild 1.33:1 (NTSC)
Ton DD2.0
Sprachen Englisch
Untertitel
LC 1
FSK
The Gingerdead Man

Story

Im Diner „Cadillac Jack’s“ in Texas: Der ziemlich schlecht gelaunte Millard Findlemeyer bringt nahezu die ganze Familie Leigh um, die gerade ihr Lunch genießt. Es überleben lediglich Sarah und ihre Mutter. Zwei Jahre später wird Millard hingerichtet, seine Überreste nachher verbrannt.

Zum Glück für ihn hat er jedoch eine Hexe zur Mutter, die dann natürlich seine Asche mit ein wenig Lebkuchenfertigteig mischt und dieses Gesamtpaket dann an die Familienbäckerei der Leighs schickt.

Beim Lebkuchenmännchenbacken passiert dann das, was besser niemals hätte passieren sollen: Der Millard-Lebkuchen-Fertigmischung wird zufälligerweise Blut zugefügt. Im Ofen wird Millard dann zum zweiten mal geboren, jedoch ist er diesmal über einen Meter kleiner als zuvor:

Er ist ein mordlüsterner Lebkuchenmann, der die ganze Familie Leigh ausrotten will…

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Kritik

Ein Lebkuchenmann, der autofahren kann. Welch eigenartige Idee von B-Movie Legende Charles Band („Puppet Master“ Reihe, „Evil Bong I + II“), den man auf diesem Metier aus den Bereichen Science Finction, Horror und Fantasy in den USA sehr wohl kennt, in Deutschland sehr wohl kennen sollte. Denn wie dieser Film hier wird Trash vom Feinsten geboten. Wie könnte man bei solch großer Erfahrung und einem Faible für amoklaufende Puppen auch auf eine andere Idee kommen, als ein Stück Gebäck, das Spaß am böse sein hat?

Wie schon gesagt, es ist eine trashige Horror-Komödie, die natürlich wenig Logik in der Handlung aufweist, dazu aber gut zu unterhalten weiß. Und das ist es ja schließlich auch, was einen Film sehenswert macht. Einfach mal das Hirn abstellen und sich beduseln lassen. Wer sich diesen Voraussetzungen ergibt, der kann auch getrost diese DVD in den Player schieben.

Denn ein üblicherweise sehr süßer Lebkuchenmann, der hier übrigens weniger süß zu sein scheint, wird hier zu einem schmackhaften Leckerbissen für Trash und B-Moviefans. Allein die Vorstellung von einem circa 25 Zentimeter großem Stück Gebäck, das mit einer Beinverlängerung Auto fährt oder eine Kanone bedient ist definitiv schon erlustigend. Gut in Bilder umgesetzt kann das durchaus zu einem Lachkrampf führen.

Zum Glück für alle Zuschauer ist es gut umgesetzt, man kann sich gern seinem Lachen ergeben. Außerdem sehenswert umgesetzt sind sämtliche Spezialeffekte, man wundert sich gar, wie viel Lebenssaft in einen etwa recht flachen Lebkuchenmann passt, der in etwa so lang ist wie eine Ukulele. Leider gibt es von diesen Szenen aber nicht allzu viele.

Für Filme dieser Art, die nicht unbedingt tiefgehend sind und deren Story auch nicht grade aufs extremste ausgeweitet ist, bieten sich bekanntermaßen große Räume an. Und am besten passt da natürlich zur Spannung, das Ganze in einer riesigen, ja wirklich riesigen Bäckerei spielen zu lassen. Das tut dem Film wirklich gut. Bei lediglich 60 Minuten Spielzeit wird der Spielort nicht überreizt. Die Spannung beschränkt sich ebenfalls aufgrund der Kürze nicht nur darauf, was der kleine Lebkuchenmörder als nächstes macht. Die Story entwickelt sich sehr gut.

Die Darstellerin der Sarah, Robin Sydney ("Evil Bong") liefert hier gute Arbeit ab. Sie wird wirklich verzweifelt und todängstlich eingesetzt. Ryan Locke („American Black Beauty“) spielt als Amos die coole Sau im Film, und dies auch recht cool. Eine Rolle, die ihm aufgrund seines Aussehens schon auf den Leib geschnitten zu sein scheint. Last but not Least: Gary Busey, der hier weniger durch seine Schauspielerische Leistung auffällt, die er ja auch lediglich im Prolog abrufen darf, sondern eher durch die Anwesenheit seiner Stimme auf der englischen Tonspur, die perfekt zu einem blutrünstigen Stück Weihnachtsgebäck passt!

Alles in allem ein sehenswerter Film.

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DVD

Da der Horrorpage nur die englische Originalfassung vorlag, kann keinerlei Bewertung der Synchronisation o.ä. gemacht werden. Die englische Tonqualität ist jedoch sehr gut, genauso wie das Bild. Zusatzmaterial gibt es hier allerdings nicht so viel, lediglich ein paar Trailer und Werbung von Full Moon Productions.

Bewertung

Splatter 2010_5.gif
Spannung 2010_5.gif
Story 2010_5.gif
Ekelfaktor 2010_4.gif
Atmosphäre 2010_5.gif
Tonqualität 2010_5.gif
Bildqualität 2010_5.gif
Zusatzmaterial 2010_2.gif
Gesamteindruck 2010_5.gif