Der Satan mit den tausend Masken

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Informationen

OT:How To Make A Monster

ca.73 Minuten

USA 1958

Regie

  • Herbert L. Strock
Darsteller

  • Robert H. Harris
  • Paul Brinegar
  • Gary Conway
  • Gary Clarke
  • u.a.

Der Satan mit den tausend Masken

Story

Der Maskenbildner Pete Dumond (Robert H. Harris) arbeitet schon seit mehr als 25 Jahren für ein großes Filmstudio. Er ist ein Meister darin, die schaurigsten Gruselmasken zu entwerfen und hat dem Studio damit schon zu manch erfolgreichem Horrorfilm verholfen. Eines Tages allerdings kaufen zwei Männer das Studio auf und feuern einen Großteil der Mitarbeiter, unter anderem auch Pete, der von dieser Nachricht völlig geschockt ist. Seine Arbeit ist sein Leben und das Studio beinahe schon sein zu Hause, deshalb ist Pete auch nicht dazu bereit, die Kündigung einfach zu akzeptieren.

Mithilfe eines Spezial Make Ups, dass es ihm, auf die Haut einer anderen Person aufgetragen, ermöglicht, die gewünschte Person in eine Art Hypnose zu versetzen und sie zu befehligen, macht er sich zwei nichtsahnende Jungschauspieler untergeben, und trägt ihnen auf, die neuen Studiobosse zu töten. Zur Tarnung steckt er die Beiden in die Masken des Teenage Werwolf und des Teenage Frankenstein. Zuerst klappt alles wie geplant, doch die Polizei stellt schon bald die ersten Nachforschungen an…

Kritik

"How to Make a Monster" ist, wenn man so will, eine Hommage des US-Filmstudios American International Pictures an sich selbst. In den 50ern & 60ern war AIP groß im Rennen, was günstige und dennoch erfolgreiche Monster und B-Movies angeht und kam deshalb insbesondere bei dem jüngeren Publikum sehr gut an. Der heute von mir besprochene Streifen mit dem bescheuerten Deutschen Titel "Der Satan mit den tausend Masken" stammt aus dem Jahre 1958 und somit aus einer Zeit, in der viele Menschen dachten, dass der Horrorfilm seine erfolgreichste Zeit längst überschritten hätte. Dies wird auch in Herbert L. Strock`s Film selbst zum zentralen Thema gemacht.

Das Geschehen spielt sich natürlich nirgendwo anders als in den legendären AIP Studios selbst ab, wo wir Pete kennen lernen, einen alten, allseits beliebten Maskenbildner, dessen unheimliche Kreationen schon seit mehr als 25 Jahren für Furcht und Entsetzen sorgen. Plötzlich und unvorbereitet trifft ihn da die Nachricht, dass zwei Männer die Studios aufgekauft haben, die die Meinung vertreten, dass das Publikum langsam genug von Monstern habe und stattdessen lieber Musicals und Komödien sehen möchte. Da ist Pete allerdings anderer Meinung, und zeigt den Herren, dass der Horror noch längst nicht tot ist. Diese Handlung ist zwar an und für sich betrachtet zwar kein Überflieger, versteht sich selbst allerdings als humorvoller Seitenhieb auf die Kritiken am Horrorfilm damals und sollte auch als solcher gesehen werden. So stört es dann nämlich auch nicht weiter, dass die Idee mit dem Make Up, welches zwei Versuchspersonen in willenlose Untergebene verwandelt, ziemlich weit hergeholt ist.

Auf der einen Seite hätten wir da also die durchaus lobenswerte Kernaussage von "How to Make a Monster, auf der anderen allerdings befindet sich der Film und nichts anderes selbst. Betrachtet man den Streifen nämlich als Horrorfilm, was er weitgehend auch sein will, bietet er allenfalls guten Durchschnitt. Es wurde zwar vieles richtig angepackt von Herbert L. Strock, doch mindestens genau so viele Fehler finden sich dann leider auch im Drehbuch und in dessen Umsetzung. Während man der sich stetig aufbauenden Handlung anfangs noch voller Freude folgt, weicht dies auf Dauer einer leichten Form von Desinteresse, da "How to Make a Monster" mit keinen, aber wirklich auch gar keinen Überraschungen aufwarten kann. Die Story wird nach dem klassischen 08/15 Schema heruntergekurbelt und entpuppt sich als fast schon öder Krimi, der einzig und allein durch die Masken der Mörder leichte Anflüge von Horror mit sich bringt.

Ebenso ernüchternd ist es da, sich über die vielen verschenkten Möglichkeiten Gedanken zu machen. Wenn sich die Herren der American International Pictures schon dazu entschließen, sich selbst ins Bild zu rücken und dem Publikum einen Einblick in ihre Studios zu gewähren, dann hätte gerade dieser Aspekt durchaus noch weiter ausgebaut werden können. Obwohl der Streifen nämlich vorgibt, in einem Filmstudio zu spielen, bekommt man von dieser Tatsache fast nie etwas mit, da sich die Erzählung meist auf den alten Pete und seinen Gehilfen konzentriert.

Spannung sucht man aus heutiger Sicht leider vergebens, da bereits nach dem Lesen der Inhaltsangabe unmissverständlich klar wird, wer der Mörder ist. Trotzdem möchte ich den Film nicht schlechter machen, als er ist, denn den typischen Charme, wie man ihn eben nur in den B-Movies der damaligen Zeit vorfindet, hat "How to Make a Monster" definitiv. Es ist ein sympathisches, kleines Billighorrorfilmchen, das sich wenigstens Mühe gibt, den Zuschauer zu unterhalten und das zudem durch die Bank weg überragend gut agierende Schauspieler vorweisen kann. Gerade Robert H. Harris als Maskenbildner Pete, der sich immer mehr dem Wahnsinn nähert und seine Masken als seine Kinder betrachtet, hat eine Glanzleistung abgegeben.

"How to Make a Monster" hat sicherlich nicht das Recht, sich einen Klassiker zu nennen, doch für Freunde des etwas älteren Horrorfilms ist er durchaus mal einen Blick wert. Dank nur 73 Minuten Spielzeit kommt eigentlich nie gähnende Langeweile auf, auch wenn etwas mehr Spannung und Horror durchaus wünschenswert gewesen wären. Im großen und ganzen kann man mit einem Kauf aber nicht viel falsch machen, zumal der Film gerade durch seine Grundidee und der Tatsache, dass die American International Pictures sich darin quasi selbst zeigen, eine kleine Abwechslung zum typischen US-Monsterfilm der 50er darstellt.

Bewertung

Splatter 1.gif
Spannung 3.gif
Story 4.gif
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Atmosphäre 3_5.gif
Gesamt 3.gif

Ähnlicher Film:

Interview mit einem Vampir

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Informationen

OT:Interview With The Vampire

ca.118 Minuten

USA 1994

Regie

  • Neil Jordan
Darsteller

  • Brad Pitt
  • Tom Cruise
  • Christian Slater
  • Kirsten Dunst
  • Antonio Banderas
  • Stephen Rea
  • u.a.

Interview mit einem Vampir

Story

Nach über 200 Jahren erzählt der Vampir Louis einem Reporter seine Lebensgeschichte. Er beginnt bei seiner „Geburt“ als Vampir im Jahre 1791, als er mit 24 Jahren von dem Vampir Lestat gefunden wurde und durch diesen als Vampir wiedergeboren wurde. Louis hatte zur damaligen Zeit all seinen Lebensmut verloren, hatte als reicher Plantagenbesitzer kurze Zeit zuvor seine Frau im Kindbett verloren und führte von da an ein tristes Dasein. Er war auf der Suche nach dem Tod und erst als Lestat ihn den Tod spüren lässt und vor die Wahl stellt zu sterben oder an seiner Seite das ewige Leben zu kosten, entscheidet sich Louis für das „Leben“. Lestat und Louis führen fürs erste eine Leben inmitten von Louis Plantage, jedoch werden Louis Sklaven langsam misstrauisch, da ihr Herr nur noch des nachts das Haus verlässt und auch eine merkwürdige „Seuche“ umhergeht. Louis kann sich jedoch nicht mit den Gegebenheiten des Vampirdaseins anfreunden. Im Gegensatz zu Lestat ist ihm seine Menschlichkeit geblieben und so haßt er es Menschen zu töten und deren Blut zu trinken. Stattdessen begnügt er sich mit dem Blut von Tieren.

Als die Sklaven auf der Plantage einen Aufstand anzetteln, steckt Louis selbst das ganze Anwesen in Brand. Lestat rettet ihr Leben in letzter Sekunde und somit begeben sie sich nach New Orleans.

Jahre später findet Louis, nach einem Streit mit Lestat, in den Elendsvierteln das Mädchen Claudia. Claudias Eltern wurden von der Pest dahingerafft und sie kniet noch immer vor ihrer bereits toten, verwesenden Mutter. In seinem Kummer und seiner Wut trinkt Louis das Blut des Mädchens. Als Lestat auftaucht lässt er sie, erschrocken über sich selbst, fallen und rennt davon. Er ist entsetzt darüber, dass er das Leben dieses Kindes ausgelöscht hat. Jedoch irrt er sich, denn er hatte das Kind nicht getötet, etwas Leben steckte noch in ihm und somit erwartet Louis eine Überraschung, als er zurück zu Lestat kommt. Dieser hat sie nämlich mitgenommen und wandelt sie nun auch um zum Vampir. Damit hofft er insgeheim Louis wieder mehr an sich zu binden, was ihm auch gelingt. Denn Louis fühlt sich verantwortlich für Claudia und somit wird Claudia eine Art Tochter für die Beiden.

20 Jahre lang geht es gut mit den dreien. Claudia lernt viel von Lestat und hat keine Hemmungen damit ihre kindliche Natur ein zusetzten um ihre Opfer zu töten. Jedoch merkt Claudia dann, dass sie niemals altern wird, dass sie ewig den Körper eines Kindes haben wird und niemals den einer Frau bekommt. Mit diesem Wissen steigert sich in ihr ein Hass auf Lestat, weil dieser sie zum Vampir machte. Louis dagegen liebt sie abgöttisch.

Sie vergiftet Lestat mit einer List und gemeinsam mit Louis versenken sie Lestat dann im Mississippi. Gerade als die beiden die Stadt verlassen wollen, taucht Lestat jedoch wieder auf und es kommt zu einem kleinen Kampf. Denn Lestat will nun Claudia töten, was Louis nicht zulässt. Ihr Haus geht in Flammen auf und Louis und Claudia können entkommen. Lestat bleibt in den Flammen zurück. Die beiden machen sich schließlich auf den Weg nach Europa um dort andere Vampire zu finden und um mehr über sich selbst zu erfahren. Nach langer Suche treffen sie in Paris auf das Theater der Vampire, das von echten Vampiren geführt wird. Armand ist ihr Anführer und Louis ist fasziniert von Armand und erhofft sich von ihm Antworten auf all seine Fragen. Denn Armand scheint wesentlich älter als Lestat zu sein.

Claudia findet derweilen eine Frau, die gerade erst ihre Tochter verloren hat und die Claudia sogleich ins Herz schließt. Als Claudia von Louis verlangt eine Vampirin aus dieser Frau zu machen, stimmt dieser erst nach einem langen Streitgespräch zu, um danach allerdings endgültig nicht mehr bei Claudia in der Schuld zu stehen. Als die nun wieder 2 Vampire einige Stunden später erwachen, werden sie von den Vampiren des Theaters aus dem Schlaf gerissen und in deren Gruft verschleppt. Dort wird Louis von den beiden Frauen getrennt und in einem Sarg bei lebendigem Leibe eingeschlossen und in einer Kammer eingemauert. Claudia und ihre Freundin werden in einen Brunnenschacht gesperrt und der Sonne überlassen. Denn die Vampire des Theaters besitzen Fähigkeiten, die Louis und Claudia bis dahin nicht bekannt waren und konnten somit die Gedanken der beiden lesen. Daher bekamen sie heraus, dass Claudia Lestat getötet hat und somit sie sich einem der wenigen Vampirgesetzte schuldig gemacht hat und mit dem Tod bestraft werden muß.

Ende (nur lesen, wer’s wissen will!):

Erst am nächsten Abend ( Claudia und ihre Freundin sind im Sonnenlicht verbrannt), befreit Armand Louis aus seinem Gefängnis. Als Louis sieht, was mit Claudia geschehen ist, schwört er Rache! Stunden später kehrt er in die Gruft zurück und zettelt ein Blutbad in der Gruft an. Keiner der Vampire entkommt ihm. Dabei vergisst er jedoch die Zeit und es beginnt bereits wieder die Sonne aufzugehen, als Armand ihn erneut rettet. Armand hofft, dass Louis zu seinem neuen Gefährten wird, jedoch kann Louis ihm nicht verzeihen, dass er es zugelassen hat, was sie Claudia antaten und somit macht er sich alleine auf den Weg.

Ein paar Jahre später trifft Louis Lestat wieder, Lestat ist ziemlich zerbrechlich und ängstlich und die beiden unterhalten sich kurz, ehe Louis erneut aufbricht.

Damit beendet Louis sein Interview dem Reporter gegenüber. Dieser ist äußerst fasziniert von der Geschichte und möchte am liebsten auch gleich zum Vampir werden, was Louis wiederum ablehnt und er verschwindet. In seinem Auto hört sich der Reporter später noch mal die Bänder, auf denen Louis Geschichte ist an… da taucht Lestst hinter ihm auf dem Rücksitz auf…

Kritik

Dieser Film ist ein absolutes MUSS!!! Er ist ein einzigartiger Kultstreifen, den es wohl nicht zu überbieten gibt! Gesehenhaben sollte ihn jeder einmal! Die Schauspieler setzten ihre Rollen perfekt um und mit anderen Vampirfilmen kann man den Film nicht vergleichen. Die Atmosphäre des Films ist düster, jedoch nicht brutal. Eine Art gefühlvoller Vampirfilm würde ich sagen. Es gibt kaum brutale Szenen, es fließt wenig Blut und dennoch handelt es sich hierbei um meinen absoluten Lieblingsfilm!!! Eine Fortsetzung im gleichen Niveau zu verfilmen, dürfte unmöglich sein! Manche von Euch, falls es noch Leute gibt, die den Film bisher versäumt haben zu sehen, sollten sich auch nicht davon abschrecken lassen, dass ausgerechnet Tom Cruise einen Vampir spielt, selbst er ist topp besetzt und geht prima in die Rolle des Lestat ein. Also, ab mit Euch in die nächste Videothek!!!!

Die Schauspieler sind:

Brad Pitt, Tom Cruise, Christian Slater, Kirsten Dunst, Antonio Banderas, Stephen Rea …

Auf der DVD befindet sich Zusatzmaterial zum Film, Szenenanwahl sowie interaktive Menüs.

Desweiteren habt ihr die Wahl zwischen folgenden Untertiteln:

Deutsch/ Englisch/ Spanisch/ Französisch/ Italienisch/ Türkisch/ Holländisch/ Schwedisch/ Norwegisch/ Dänisch/ Finnisch/ Portugiesisch/ Hebräisch/ Polnisch/ Griechisch/ Tschechisch/ Ungarisch/ Isländisch/ Kroatisch/ Deutsch für Hörgeschädigte/ Englisch für Hörgeschädigte

Sprachen:

Englisch/ Spanisch ( Dolby Digital)/ Deutsch ( Dolby Surround Stereo)

FSK ab 16 Jahre, wobei ich sagen muß, dass dieser Film auch von jüngeren Leuten gesehen werden kann, da er kaum brutale Szenen beinhaltet.

Spieldauer: 118 Minuten

Ländercode 2

Bewertung

Splatter 1.gif
Spannung 6.gif
Story 6.gif
Ekelfaktor 1.gif
Atmosphäre 6.gif
Gesamt 6.gif

Ähnlicher Film:

  • Bram Stokers Dracula
  • Die Königin der Verdammten

Die Frau mit der 45er Magnum

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Informationen

OT:Ms. 45

ca.77 Minuten

USA 1981

Regie

  • Abel Ferrara
Darsteller

  • Zoe Tamerlis
  • Albert Sinkys
  • Darlene Stuto
  • u.a.

Die Frau mit der 45er Magnum

Story

Thana ist in einer New Yorker Kleiderfabrik für Näh- und Bügelarbeiten zuständig und hat offenbar viel Spaß an ihrer Arbeit. Allerdings wird die stumme Frau in letzter Zeit immer öfter von Männern belästigt. Auf ihrem Weg nach hause kommt es zu kleineren Übergriffen, die eines Tages in einer Doppelvergewaltigung enden. Nachdem sie ihrem letztem Peiniger das gegeben hat, was er haben wollte, nimmt sie die junge Frau seine 45er Magnum und tötet ihn. Um den Mord zu vertuschen wird das Opfer in kleiner Teile zerstückelt und in regelmäßigen Abständen in den New Yorker Mülleimern entsorgt. Dies soll aber nicht die ganze Rache gewesen sein, denn dem männlichen Geschlecht geht es von nun, mittels der 45er, an den Kragen.

Kritik

10 Jahre nachdem Kultregisseur Abel Ferraras seinen ersten Film geschaffen hatte und zwei Jahre nach dem berühmt berüchtigten „The Driller Killer“ schuf er einen der besten „Rape and Revenge“ Streifen überhaupt und vielleicht seinen besten Film in einer Liste zahlreicher Kassenfüller. Ferrara erzählt die Geschichte einer hübschen Frau, die in der Stadt lebt, die Ferrara so oft zum Thema gemacht hat. Die junge Thana ist durch eine Behinderung nicht wie alle anderen Menschen in ihrer Umgebung und passt sich durch ihre leicht depressive Stimmung der Atmosphäre der amerikanischen Ostküstenstadt an, die der Meister wie immer prächtig in den Kasten bringt. Thana scheint trotz der leicht miesen Stimmung sehr lebensfreudig, bis sie an ein paar üble Kerle gerät. Aufgrund der Behinderung der Protagonistin kommt der Film ohne allzu viele Dialoge aus, was alles andere als störend daherkommt. Ferrara lässt vielmehr Bilder sprechen und natürlich das neue Sprachrohr der Stummen – die 45er Magnum. Dem Betrachter wird es selbst überlassen zu entscheiden, was Gut und was Böse ist. Sind es die sexgeilen Männer, die offensichtlich ohne jegliche Art Contenance ausgestattet sind und sich ihrem Trieb auf Kosten anderer hingeben, oder ist es diejenige, die das Gesetz ebenfalls bricht und die Welt von denen befreit, die ihr Erbmaterial wahllos verbreiten wollen? Echt Sympathien können allerdings nur für die Protagonistin entstehen, die von Zoe Tamerlis nahezu perfekt gespielt wird. Es geht eine ungeheuere Ausstrahlung von der Frau mit dem einprägsamen Gesicht aus, die ohne Frage nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Es ist faszinierend zu beobachten, wie Zoe Tamerlis es fertig bringt, aus einem zierlichen Geschöpf eine eiskalte, leichenzerstückelnde Killerin werden zu lassen, was wirklich authentisch rüberkommt. Gepaart mit der, bereits angesprochenen, düsteren Atmosphäre, die die Großstadt nicht von einer warmen, sondern der bitterkalten Seite zeigt wird das Ganze zu einem besonderen Streifen. „Die Frau mit der 45er Magnum“ ist zwar ganz klar ein „Rape and Revenge“, aber sicherlich kein Rip-Off eines typischen Bronson-Films, was ja durchaus angenommen werden könnte. Er ist hart, schockierend und blutig, aber nie übertrieben exzessiv und trotz der plumpen Story ein Thema für lange Diskussionsrunden. Wer diesen Klassiker noch nicht gesehen hat, hat ohne Frage etwas verpasst.

Bewertung

Splatter 2_5.gif
Spannung 4.gif
Story 3.gif
Ekelfaktor 4.gif
Atmosphäre 6.gif
Gesamt 5.gif

Ähnlicher Film:

  • Henry – Portrait…
  • Ein Mann sieht rot

Death Game – Das Spiel mit dem Tod

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Informationen

OT:Deathrow Gameshow

ca.77 Minuten

USA 1987

Regie

  • Mark Pirro
Darsteller

  • John McCafferty
  • Robyn Blythe
  • Beano
  • Darwyn Carson
  • u.a.

Death Game - Das Spiel mit dem Tod

Story

Chuck Toedan (John McCafferty) ist der Moderator der unglaublich populären Gameshow "Live or Die", in der zum Tode verurteilte Verbrecher die Chance auf einen Hinrichtungsaufschub erhalten. Die einzige Bedingung ist allerdings, dass sie die sadistischen und brutalen Spiele überleben. Aufgrund des kontroversen Inhalts der Show hat "Live or Die" natürlich nicht nur eine Vielzahl begeisterter Fans und Anhänger, sondern mindestens genau so viele Gegner. Chuck Todean ist daran gewöhnt, ständig von irgendwelchen Moralisten und Verrückten bedroht und belästigt zu werden, so nimmt er auch seine Diskussionsgegnerin bei einem Talkshowauftritt, Gloria Sternvirgin (Robyn Blythe), nicht weiter ernst, die "Leb oder Stirb" aufgrund der darin gezeigten Brutalität für äußerst verachtenswert hält.

Zwar sind Drohungen nichts neues für Chuck, doch ein Mordversuch ist auch für ihn eine neue Erfahrung. Als er nach seinem Talkshowauftritt von zwei maskierten Männern angegriffen wird, schafft er es gerade noch, Gloria in seinen Wagen zu zerren und das Weite zu suchen. Dies schätzt Chuck als einen von der Mafia geplanten Auftragsmord ein, da der Pate Don Guido Spumoni in "Live or Die" vor einigen Monaten einen äußerst makaberen Tod fand. Chuck’s Befürchtungen sollen sich bestätigen, als plötzlich ein zweiter Killer auf der Türschwelle seines Büros steht. Luigi Pappalardo (Beano), so der Name des Hitmans, erklärt sich aber bereit, den Moderator am Leben zu lassen, wenn dieser Mama Pappalardo (Mark Lasky) einen Auftritt in der Show "Make a Big Deal" verschafft. Als die Mutter des Killers durch eine reihe unglücklicher Missverständnisse allerdings bei "Leb oder Stirb" landet und für eine Kandidatin gehalten wird, artet die Situation aus…

Kritik

Es passiert immer wieder mal, dass mich ein Film aufgrund seiner unvergleichlichen Art noch überraschen kann und ich anschließend überzeugt behaupten kann, so etwas zuvor noch nie gesehen zu haben. Und obwohl hier der Vergleich mit einer bekannten, amerikanischen Trash-Schmiede nahe liegen würde, war dies bei "Death Game" der Fall. Der Film glänzt sicher nicht durch seinen Status als filmhistorisches Meisterwerk, sondern einfach dadurch, dass man so etwas nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Sicher, schon Arnold Schwarzenegger war für "Running Man" schon zu Gast in einer äußerst brutalen Gameshow, doch was Mark Pirro mit "Death Game" geschaffen hat, lässt sich nur schwerlich mit dem Klassiker von Paul Michael Glaser vergleichen. Denn während dort noch die Action im Vordergrund stand, ist es hier die bloße Freude am Nonsens.

Das Prinzip der brutalen Gameshow, um welches sich der Film herum aufbaut, ist ebenso simpel wie vielversprechend. Wenn zum Tode verurteilte Sträflinge das menschenverachtende, sowie unterhaltsame Spiel überleben, winkt ihnen ein Hinrichtungsaufschub, wenn nicht, dann spart das dem Staat schon mal die Hinrichtungskosten. Wie man sich denken kann, überleben die wenigsten Kandidaten die sadistischen Spielchen, doch wer nun mit einer Menge Blut und Splatter rechnet, hat sich zu früh gefreut. Mir persönlich blieb kein sichtbarer Tropfen Blut in Erinnerung, was die Frage aufwirft, wieso "Death Game" nicht ab 16 freigegeben wurde? Doch sei’s drum, denn was dem Streifen an Effekten fehlt, das macht er mit seinem Humor sehr gut wieder wett. So möchte ich hier beispielsweise eine Szene anführen, in der das Genital eines Kandidaten mit Bewegungsmeldern ausgestattet wird, während vor dem Mann eine Stripperin ihre heiße Show abzieht. Blöd nur, dass der Kandidat von einigen tausend Volt gebraten wird, sollte sich bei ihm etwas rühren.

Eine Kritik an derartigen Showkonzepten und dem sensationsgeilen Publikum sollte man bestmöglich nicht erwarten, da sich "Death Game" weitgehend auf einem sehr trashigen Pfad bewegt und gar nicht erst mit so etwas wie einem Hintergedanken protzen will. Der Film nimmt dabei stellenweise derart kuriose und schlicht und einfach alberne Züge an, dass Freunde von Trash-Kost à la Troma hier auf jeden Fall ihren Spaß haben werden. Der Film ist darauf ausgelegt, sich in keinster Weise ernst zu nehmen, verkommt aber dennoch glücklicherweise nicht zu einer absoluten Blödelshow, wie man es von manchen Machwerken der eben genannten Produktionsfirma kennt.

Wer "Death Game" gesehen hat, ganz egal ob letztendlich davon begeistert oder enttäuscht, darf sich auf einige Szenen gefasst machen, die man nicht mehr so schnell vergisst. Es gibt zwar nicht ständig etwas zu lachen, aber der Humorgehalt bewegt sich erfreulicherweise in oberen Bereichen. Langweilig wird das Ganze definitiv nie, was auch auf die kurze Spielzeit von knapp 77 Minuten zurückzuführen sein könnte. Der Plot hangelt sich im Übrigen nicht von einer abgedrehten Todesart zur anderen, sondern konzentriert sich mehr auf die Beziehung zwischen Chuck und Glorie, sowie auf den abgedrehten Mafiosi Luigi Pappalardo und seine Mutter. Dabei ist der Streifen stets abwechslungsreich, bietet neben einer gehörigen Portion verrückter Ideen auch einige Geschmacklosigkeiten, sowie etwas nackte Haut. Grund zur Beschwerde habe ich sogar absolut nicht gefunden, auch wenn dies absolut subjektiv ist, für trash-ungeprüfte Filmkonsumenten dürfte "Death Game" absolut nicht geeignet sein.

Die Schauspieler können ihre Rollen allesamt überzeugend rüberbringen, insbesondere John McCafferty als schleimiger und arroganter Gameshow-Master. Die Figur scheint ihm wie auf den Leib geschneidert, während auch Robyn Blythe als Gloria eine gute Figur abgibt. Einige Figuren sind zwar etwas überzogen, wie etwa die Mutter von Luigi Pappalardo, die tatsächlich von einem verkleideten Mann gespielt wurde, doch derartiges verzeiht man dem Film gerne.

Im Fall von "Death Game" sollte man sich nicht von der Freigabe und der augenscheinlich brutalen Thematik täuschen lassen, der Film ist ein ganz und gar gewollt lustiges Trash-Erlebnis der ausgefalleneren Art. Wer einfach mal wieder 77 Minuten Spaß mit einem hirnlos-unterhaltsamen Machwerk haben möchte, das ganz in der Tradition von Troma daherkommt, der ist hier richtig. Blut- und Splatterfreaks allerdings sollten ihr Geld für andere Filme ausgeben, auch wenn "Death Game" in einigen Szenen mit einer gehörigen Portion Sadismus und Sarkasmus nicht geizt.

Bewertung

Splatter 2.gif
Spannung 3.gif
Story 4_5.gif
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Atmosphäre 3.gif
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Ähnlicher Film:

  • Running Man

Der Mörder mit dem Januskopf

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Informationen

Verlag: Lübbe

ca. 51 Minuten

Deutschland 2000

RegieOliver Döring
Sprecher

  • Frank Glaubrecht
  • Joachim Kerzel
  • Martin May
  • Karl-Heinz Tafel
  • u.a.
Der Mörder mit dem Januskopf

Story

Mittwoch, 18:45. Contact In, London. Die junge Prostituierte Mandy duscht gerade, als ein Mann namens Alex Terras das Zimmer betritt. Terras ist der einflussreichste Zuhälter und Casinobetreiber des Londoner Untergrunds und Mandy genießt als seine Geliebte ganz besondere Privilegien. Doch das soll sich ändern. Alex hat herausbekommen, dass Mandy mit seinem Erzrivalen telefoniert hat und verlässt nach einem Wutausbruch das Zimmer. Daraufhin gibt er seinem Leibwächter den Befehl, Mandy auszuschalten, doch das soll nicht mehr nötig sein, denn genau in diesem Moment betritt ein Mann das Casino und wünscht, Alex zu sprechen. Er behauptet, er könne seinen Erzrivalen erledigen und Terras zur Nummer 1 in London machen. Als Alex seinen Worten nur wenig Glauen schenkt, schlägt der Fremde, der sich Mr. Janus nennt, eine Demonstration seiner Macht vor und bietet dem Gangsterboss an, noch in diesem Moment eine unliebsame Person aus dem Weg zu räumen. Terras lässt Mandy ins Zimmer holen, die Janus "assistieren" soll. Doch was dann geschieht, lässt sogar den hartgesottenen Verbrecher an seinem Verstand zweifeln. Plötzlich dreht Janus seinen Kopf um 180° und wo sich vor wenigen Sekunden noch blondes Haar befand, tummeln sich nun widerwärtige Schlangen über einem steinernen, unmenschlichen Gesicht, auf dessen Stirn ein unheilvolles Zyklopenauge thront. Als dieses in das Gesicht der jungen Prostituierten blickt, ist deren Schicksal besiegelt. Innerhalb weniger Sekunden zerfließen die äußeren Atemorgane der Frau und lassen sie in einem grausamen Todeskampf qualvoll ersticken. Terras, der nach dieser Demonstration gewillt ist, jedes von Janus‘ Worten zu glauben, hört sich dessen Vorschlag an. Wenn es ihm gelingt, innerhalb von 24 Stunden einen Gewissen John Sinclair zu töten, wird ihn der Dämon zum mächtigsten Mann in London machen… Mittwoch, 20:05. Lonesdale Friedhof, London. Auf dem Lonesdale Friedhof geht der Oberinspektor John Sinclair einem aktuellen Fall von Leichendiebstahl nach und hält aus diesem Grund die Nacht über Wache. Was er nicht ahnt, ist, dass er von Terras in eine Falle gelockt wurde, der bereits seinen besten Killer auf ihn angesetzt hat. Ehe es sich Sinclair versieht, hat er eine geladene Waffe am Hinterkopf und wird zum Krematorium gelotst, wo er von dem Killer verbrannt werden soll. Doch das ist nur der Anfang eines schrecklichen Falles, in dessen Verlauf es Sinclair nicht nur mit einem mächtigen Dämon, sondern erstmals auch mit Killern aus Fleisch und Blut zu tun bekommt…

Kritik

Wenn man der John Sinclair Edition 2000 Hörspielserie eines nicht vorwerfen kann, dann ist dies mit Sicherheit mangelnde Ideenvielfalt. Auch in der fünften Folge, "Der Mörder mit dem Januskopf", gerät John wieder an einen äußerst interessanten und eigenständigen Gegner, der in keinster Weise mit den Dämonen zu vergleichen ist, mit denen sich der Geisterjäger bereits herumschlagen durfte und noch herumschlagen dürfen wird. Nachdem die vierte Folge von einer Sektenanführerin handelte, die mit Satan im Bunde war, greift dieser Teil die bekannte Mythologie der Medusa neu auf und transportiert sie ins heutige London. Nur, dass es hier keine Frau ist, die Menschen durch ihren Anblick zu Stein erstarren lassen kann, sondern ein männlicher Dämon namens Janus, der, wie schon Lionel Hampton, durch eine sehr ruhige, kultivierte Art bedrohlich wirkt. Doch dabei bleibt es nicht. Zum ersten Mal verbündet sich die Hölle mit menschlichen Killern, um Sinclair so ein für allemal auszuschalten ("Mitleid, Selbstlosigkeit, Respekt vor dem Leben, das sind seine Schwachstellen"). Dazu geht es ab ins Glückspiel-Milieu, in dem der Gangsterboss Alex Terras beheimatet ist. Wer nicht kuscht oder nach seiner Pfeife tanzt, wird kaltblütig ermordet. Ein brutaler, unnachgiebiger Verbrecher, der mit Udo Schenk nicht besser hätte besetzt werden können. Nachdem er als Totengräber Lionel Hampton die meiste Zeit über ruhig und besonnen blieb, darf Schenk, den man durch seine Synchronrollen für Kevin Bacon und andere Hollywoodstars kennt, hier mal wieder einen richtig cholerischen Dreckskerl sprechen und erfüllt diese Aufgabe perfekt wie kein zweiter. Alex Terras ist das perfekte Gegenstück zum ruhig kalkulierenden Dämon Janus und somit bilden die beiden das ultimative Duo Infernale. Als Janus hingegen ist Walter Gontermann zu hören, der gleichzeitig seine bislang bedeutendste Rolle innerhalb der Edition 2000 spricht und erst in Folge 23 ("Der unheimliche Richter") wieder so diabolisch auftrumpfen darf. Ruhig und freundlich spricht Gontermann den Dämonen mit den zwei Gesichtern und verleiht ihm somit eine brutale Unberechenbarkeit. Janus scheint zu intelligt, zu raffiniert, um sich auf unüberlegte Wutausbrüche herabzulassen, er scheint über den Dingen zu stehen und das übermächtige Böse zu repräsentieren. Seine Art, den Opfern den Garaus zu machen, ist zudem eine überaus Grausame. Langsam lässt er ihre Atemorgane schmelzen und lässt sie einen grausamen Erstickungstod sterben. Ein mächtiger, interessanter Dämon, der von Gontermann nicht hätte besser gesprochen werden können. Die Tatsache, dass John Sinclair dieses Mal gegen Höllenwesen UND Menschen kämpfen muss, macht dieses Hörspiel besonders abwechslungsreich. Es ist gleichzeitig schaurig (der grausame Fund eines Hafenarbeiters und dessen Reaktion darauf), als auch actionreich (Finale) und lässt Sinclairs Gegenspieler besonders in deren gemeinsamen Momenten zu Höhepunkten auflaufen. Wenn Janus den Verbrecher Terras aufsucht und ihm dessen Versagen mitteilt, könnte man sich kein besseres Duo als Schenk und Gontermann wünschen. Sinclair steht in diesem Hörspiel nicht pausenlos im Vordergrund, darf aber permanent um sein Leben kämpfen. Ein Highlight ist die Szene in einem Krematorium, in dem der Geisterjäger um ein Haar von einem gewissenlosen Killer verbrannt wird, welcher wiederum herausragend von Philipp Schepmann gesprochen wird. Weiterhin darf man sich auf einen weiteren Auftritt von Martin May als Suko freuen, ohne den Sinclair dieses Mal wohl nicht lebend aus der Angelegenheit kommen würde. Das Team um Sinclair wird langsam zu einem essentiellen Bestandteil der Edition 2000 und es ist immer wieder interessant zu hören, von wem Sinclair in den jeweiligen Hörspielen begleitet wird. "Der Mörder mit dem Januskopf" hat wieder einige durchaus lustige Momente inne, die als kleinere Auflockerung zur gebotenen Spannung und Grausamkeit dienen. Sinclairs Sprüche ("Kennst Du die Schöne und das Biest Sinclair? Ich bin beides." "Ach, sie sind also halb Monster und halb Frau?") sind wieder einmal klasse und passen aus Frank Glaubrechts Mund wie die Faust aufs Auge. "Der Mörder mit dem Januskopf" bietet Fans der Edition 2000 alles, was diese sich wünschen. Inszenatorisch stimmt wieder einmal alles, so dass man zu keinem Zeitpunkt Probleme damit hat, sich die geschilderten Szenen vorstellen zu können. Gespannt verfolgt man Sinclairs Kampf gegen einen mächtigen Dämon, der hier mit menschlichen Gegnern zusammenarbeitet und somit eine doppelte Bedrohung für den Geisterjäger darstellt. Die Atmosphäre stimmt auch in diesem Hörspiel, dafür sorgt die Ansiedlung im Verbrecher-Milieu, welches für das nötige Gefühl kaltblütiger Brutalität sorgt, der sich der Geisterjäger plötzlich ausgesetzt sieht. "Der Mörder mit dem Januskopf" ist zu keinem Zeitpunkt langatmig geraten, sondern schildert die Geschichte absolut spannend und abwechslungsreich, so dass hier nur die Höchstwertung in Frage kommt. Review by Crapkeeper Sprecher Akustik Spannung Story Horrorfaktor Gesamt Zurück zur Audiobook-

Übersicht

Bewertung

Sprecher books_6.gif
Akustik books_6.gif
Spannung books_6.gif
Story books_5.gif
Horrorfaktor books_5.gif
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Schach mit dem Dämon

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Informationen

Verlag: Lübbe

ca. 58 Minuten

Deutschland 2000

RegieOliver Döring
Sprecher

  • Frank Glaubrecht
  • Joachim Kerzel
  • Martin May
  • Franziska Pigulla
  • u.a.
Schach mit dem Dämon

Story

Sonntag, 22:48 – Auf dem Anwesen der Conolly´s Als die Türklingel auf dem Anwesen der Conolly’s zu später Stunde läutet, versetzt das Bill und seine Frau Sheila nicht in Verwunderung, da sie mit der Ankunft eines Paketes rechnen. Und in der Tat ist es der Antiquitätenhändler Octavio, der Bill eine ganz besondere Rarität liefert: Ein sehr seltenes Schachspiel aus dem 16. Jahrhundert, das der Reporter seinem Freund John Sinclair am kommenden Tag zum Geburtstag schenken möchte. Doch, so umwerfend die Verarbeitung des Brettes und der Figuren auch erscheint, so wirkt es doch, als würde eine seltsam-bedrohliche Präsenz von dem Schachspiel ausgehen. Des Nachts hat Bill schreckliche Albträume von riesigen, zum Leben erweckten Schachfiguren, die seine Frau und ihn brutal ermorden. Montag, 08:15 Im Apartment von Oberinspector John Sinclair Der große Tag steht an und für John Sinclair laufen die Vorbereitungen auf seinen Geburtstag bereits auf Hochtouren. Da ereilt ihn unvermittelt ein höchst beunruhigender Anruf, der sich wie ein finsterer Schatten über die Laune des Geisterjägers legt. Eine seltsame Stimme droht ihm, dass er noch an diesem Tag sterben werde. Dieser Anruf verfolgt John noch den ganzen Tag über, doch seine Freunde bringen ihn auf seiner Geburtstagsparty schnell auf andere Gedanken. Doch zu einer harmonischen Feier unter Freunden soll es nicht kommen: Als sich John nur schnell ins Bad begibt, vernimmt er plötzlich die Schreie seiner Freunde, nur um seine Wohnung anschließend absolut verlassen vorzufinden. Wieder meldet sich der unheimliche Anrufer bei John, der ihm zu verstehen gibt, dass sich Johns Freunde in seiner Gewalt befinden und inzwischen in einer bösartigen Parallelwelt um ihr nacktes Überleben kämpfen. Wenn John seine Freunde retten will, muss er sich auf ein diabolisches Schachspiel mit dem Entführer einlassen, der sich als Antiquitätenhändler Octavio entpuppt. Der Clou: Bei den Spielfiguren handelt es sich um Johns Freunde. Tätigt der Geisterjäger auch nur einen falschen Zug, besiegelt er damit deren Schicksal…

Kritik

Bereits in der fünften Folge der John Sinclair Edition 2000, "Der Mörder mit dem Januskopf", versetzte ein Dämon den Geisterjäger und etliche andere Menschen erstmals in eine andere Dimension. Wo dies in dem Hörspiel allerdings nur das Finale bestimmte, nimmt ein derartiger Handlungsstrang in der Folge "Schach mit dem Dämon" einen weitaus wichtigeren Part ein. Erstmals nimmt die Hörspielreihe eine stark Fantasy-beeinflußte Form an, was später beim "Kino des Schreckens" noch auf den Höhepunkt getrieben werden soll. Nun muss sicherlich jeder für sich selbst entscheiden, inwiefern er mit derartigen Inhalten symphatisieren kann, im Grunde bilden sie aber eine interessante Abwechslung zu den sonstigen Storys. Wenn man "Schach mit dem Dämon" eines nicht vorwerfen kann, dann, dass hier zu irgendeinem Zeitpunkt kein spannender Erzählfluss zugange wäre. Mit 58 Minuten Laufzeit liegt die Folge bereits über Sinclair-Durchschnitt, dennoch wirkt das Hörspiel deutlich kurzweiliger als beispielsweise "Damona, Dienerin des Satans" oder "Der Mörder mit dem Januskopf". Die vertonte Geschichte ist abwechslungsreich und spannend und schafft es so, die Zeit wie im Flug vergehen zu lassen. Auch weiß die Tatsache zu gefallen, dass die Bedrohung nicht bereits zu Beginn vorhanden ist, sondern sich immer mehr steigert. Bereits die Anfangsszene in dem Anwesen der Conolly’s leistet in dieser Hinsicht großartige Arbeit, wenn das Paar urplötzlich von Rittern und anderen, lebendigen Schachfiguren angegriffen wird. Hier können Oliver Doring und sein Team wieder einmal großartige Schockeffekte für sich verbuchen und ihre Hörer regelrecht einem Herzinfarkt nahe bringen. Schnell wird klar, dass etwas Böses von dem Schachbrett ausgeht. Natürlich hat ein Dämon seine Finger im Spiel, der Johns Freunde sogar in eine andere Dimension entführt. Und hier kommt man bereits zum größten Manko dieser Folge: Der Logik. Sinclairs Freunde werden in eine paralelle Welt entführt, um letzten Endes ein Druckmittel gegen den Geisterjäger in den Händen zu haben und ihn zu einem Schachspiel auf Leben und Tod erpressen zu können. Das Seltsame ist, dass Johns Freunde in der fremdartigen Dimension sofort von einer riesigen Spinne angegriffen und beinahe getötet werden, was somit den kompletten Plan Octavio’s ruiniert hätte. So geht es munter weiter. Obwohl dem Dämon alles an einem Schachspiel gegen den Geisterjäger liegt, erweist er sich letztendlich als miserabler Spieler. Natürlich darf man bei einer Vertonung eines Groschenromanes nicht auf all zu viel Logik hoffen und lässt man diesen Faktor beiseite, wird man von "Schach mit dem Dämon" gewohnt erstklassig unterhalten. Wieder einmal bekam Udo Schenk den Part des Bösen, allerdings erschafft er einen völlig neuen Charakter, der in keinster Weise mit dem Gangsterboss Alex Terras oder dem Totengräber Lionel Hampton zu vergleichen wäre. Sehr kratzig, alt und eher still spricht Schenk den Dämon Octavio und macht ihn damit zu einem durchaus interessanten Gegenspieler. Auf das Stamm-Ensemble hinter den Mikrofonen muss indessen beinahe nicht mehr eingegangen werden. Glaubrecht, Kerzel, Pigulla, Bierstedt und May haben sich mittlerweile voll und ganz in der Edition 2000 beheimatet und scheinen sich in ihren Rollen absolut wohl zu fühlen. Die erstklassigen Sprecher bieten dem Hörer wieder einmal Kino für die Ohren, bei dem auch gelegentliche Gags oder humorvolle Oneliner nicht fehlen dürfen ("Ich wurde noch nie von einem Bauern gedeckt"). "Schach mit dem Dämon" unterhält seine Käufer bestens, gehört dennoch nicht an die Spitze einer Edition 2000 Rangliste. Die Handlung geht stellenweise viel zu schnell vonstatten und scheint sich in ihren Ereignissen beinahe schon zu überschlagen. Dies garantiert zwar ein hohes Tempo, sorgt aber auch dafür, dass man sich kaum in die verschiedenen Szenen einleben kann, da sie stets sehr schnell wieder einem neuen Szenario weichen müssen. Davon mal abgesehen, macht sich stellenweise das Ausbleiben jedweder Logik bemerkbar, was dem Ganzen einen etwas unfertigen Nachgeschmack verleiht. Der Fantasy-Gehalt der Folge steht indessen nicht zur Kritik, da hier jeder für sich entscheiden muss, ob er sich mit derartigen Inhalten anfreunden kann oder nicht. Die Vertonung der bösartigen Dimension und dem Angriff der Riesenameise kann aus technischer Sicht allerdings voll überzeugen. Letztendlich ein durchaus bedingungslos zu empfehlendes Hörspiel, wenn auch nicht ganz so großartig wie manche seiner Vorgänger und Nachfolger. Review by Crapkeeper Sprecher Akustik Spannung Story Horrorfaktor Gesamt Zurück zur Audiobook-

Übersicht

Bewertung

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Story books_5.gif
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Begegnung mit dem Serienmörder

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Fakten

Autor

Stephan Harbort

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Verlag

Droste

Erscheinungsdatum

August 2008

Seiten

336

Preis

19,95€

Begegnung mit dem Serienmörder

Story & Kritik

"Begegnung mit dem Serienmörder. Jetzt sprechen die Opfer". So der Titel des neuen Harbort- Sachbuchs. Kriminalist Stephan Harbort widmet sich diesmal, wie es der Titel erahnen lässt, nicht hauptsächlich dem Serienmörder, sondern dem Opfer. Zumindest denen, die noch sprechen können, da sie die Tat überlebt haben. Stephan Harbort versucht populärwissenschaftlich zu ergründen, wer wo und wann besonders gefährdet ist. Diese Aufgabe stellt sich für den Laien als eine besonders schwierige. Man kennt es ja aus den Medien, Büchern und Filmen, dass meist Irgendjemand aus dem Gebüsch auftaucht und ein überraschtes Opfer überfällt. Das Buch schildert einige Fälle der verschiedensten Sorte. Als Jemand, der kein Blut lesen kann, sollte man unbedingt aufpassen, da nicht jedes Angriffsopfer mit dem Leben davon kommt. Dies könnte man ja aus dem Titel schließen. Die Geschichten sind authentisch, auf ihre Weise fesselnd und schockierend. Man kann gut nachvollziehen warum wer wie handelt. Dies ist natürlich auch das Verdienst vom Autoren Harbort. Nicht zuletzt sein Schreibstil hat ihn so populär gemacht. Er schreibt flüssig und wenn man den 336 Seiten starken Schinken erst mal in der Hand hat, will man ihn eigentlich gar nicht mehr beiseite legen.

In einem Interview sagte Stephan Harbort mal, dass er darauf achtet, welche Fälle von Serienmorden veröffentlicht werden können. Und es ist immer wieder erstaunlich, wie viel von dem geeigneten Material zur Verfügung steht. Harbort hat sage und schreibe über 600 Einzeltaten untersucht, die im Zeitraum von 1945 und 2007 begangen wurden. 107 Opfer von Serientätern haben die Angriffe überlebt, wobei die Zahl sicherlich eher eine nach oben offene Variable als eine feste Größe ist. Ob sich die zwangsweise aufkommenden Fragen mithilfe des Buches beantworten lassen, sei mal dahingestellt. Wenn sich beispielsweise eine junge Frau entscheidet dieses Buch zu kaufen und zu lesen, um ihr Leben sicherer zu machen, wird sie sicherlich eher mit Standardantworten konfrontiert. Die da lauten: Vertraue keinem Fremden, gehe des Nachts nicht über die Straße, trampe nicht und so weiter. Aber es gibt auch Hinweise, wie Opfern ein bestimmtes Verhalten das Leben rettet respektive gerettet hat. Ob diese gewonnen Erkenntnisse dann in der eventuellen Praxis auch lebensrettend sind, ist fraglich. Das verschiedene Verhaltensweisen aber Leben gerettet haben, ist unbestreitbar. Es ist äußerst interessant zu verfolgen, wie Opfer den Mordversuchen, die facettenreich sind, entkommen können. Einige mit dem sicheren Tod vor Augen, andere, die sich der Gefahr der Situation gar nicht so bewusst waren. Von den Überlebenden dann zu hören, wie ihre Begegnung war ist überwältigend und nur schwer nachzuvollziehen. Es kommen aber auch Täter zu Wort, die Harbort interviewt hat. Die Aussagen einiger Täter sind ebenfalls nur schwer verdaubar. Was nach den verschiedenen Tatvorgängen etwas unpassend daherkommt, ist die statistische Auswertung, die natürlich dazugehört, in ihrer wissenschaftlichen Trockenheit aber etwas den Lesefluss stört. Wer will kann diese Schlussteile der einzelnen Fallbeispiele auch überspringen, da es im Anhang des Buches ausführliches Tabellenmaterial gibt, welches die verschiedensten Statistiken führt. "Begegnung mit dem Serienmörder. Jetzt sprechen die Opfer" ist eine neue Herangehensweise an das Thema „Serienmord“, welche mit altbekannten Mitteln neue Einblicke in dieses Phänomen bringt. Aufgrund des überragenden Schreibstils, der Art und Auswahl der realen Geschichten und der stets anstehenden Schock-Spannung ist das Buch unbedingt zu empfehlen. Und das nicht nur an diejenigen, die sich ohnehin für das Thema Serienmord interessieren. Es ist für die breite Öffentlichkeit konzipiert, die Eindrücke in ein beängstigendes, unübliches Alltagsphänomen gewinnen soll.

Bewertung

Schreibstil books_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gif
Spannung books_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern_leer.gif
Story books_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern_leer.gif
Horror-Faktor books_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern_leer.gif
Gesamteindruck books_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern.gifbooks_stern_halb.gif

Molly Hartley – Pakt mit dem Bösen

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Informationen

Drehland USA
Drehjahr 2008
Laufzeit ca. 82 Minuten
Regie Mickey Liddell
Darsteller Haley Bennett Jake Weber Chace Crawford Shanna Collins u.a.
Bild
  • 1
  • 85:1 (anamorph/16:9)
Ton DD5.1
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK 16
Molly Hartley - Pakt mit dem Bösen

Story

Molly Hartley ist ein ebenso hübsches wie seltsames Mädchen. Sie hat, nach Aussage der Fachärzteschaft, eine Psychose, die sie Stimmen hören und seltsame Sachen sehen lässt. Dies führt natürlich dazu, dass Molly eher ein auffällige Schülerin ist und ihre Mitschüler sie deswegen immer gut beobachten.

Nach einer Operation hofft sie auf eine Verbesserung ihres Zustandes, doch die Halluzinationen sind auch weiterhin ein Teil ihres Lebens. Die Wahnvorstellungen werden sogar schlimmer, je näher ihr 18. Geburtstag rückt. Ein Tag, an dem das geschehen soll, was geschehen muss…

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Kritik

Mickey Liddell hat sich für sein Debüt auf dem Regiestuhl einen Okkult-Horror-Streifen zur Brust genommen, an dem man prinzipiell nicht viel falsch machen kann. Das Drehbuch bietet eine Geschichte dar, die zwar für den Betrachter einige Tücken mit sich bringt, ansonsten aber einfach und schlicht gestrickt ist.

Im Film „Molly Hartley – Pakt mit dem Bösen“ geht es um eben jene Molly, die wahnsinnige Probleme quälen. Probleme mit sich selbst. Sie hört Sachen, die andere nicht hören können. Sieht Dinge, die außer ihr sonst niemand sieht. Da steht man natürlich recht einsam da. Gerade wenn es sich beim Nebenschauplatz um ein Highschool handelt, an der ja bekanntermaßen immer irgendwelche Grüppchen gebildet und Freaks ausgesondert werden. Doch so hart trifft es die Protagonistin nicht. Sie spaltet eher, als dass sie gänzlich ausgegrenzt wird.

Diese Wiedergabe lässt erahnen, was im Mittelpunkt des Films steht. Die Ereignisse rund um die Schule werden immer mal wieder von kleineren Horror-Einlagen aufgefrischt. Es gibt beispielsweise einige Schockmomente, die einen aufschrecken lassen. Die Visionen werden mit fortlaufender Zeit zunehmend intensiver. Und je näher der Tag der Volljährigkeit der Protagonistin rückt, desto mehr will man wissen, was einen erwartet.

Wäre nicht die Erwartung auf das Unerwartete, würde „Molly Hartley – Pakt mit dem Bösen“ allerdings fast durchfallen. Der Film ist nicht sonderlich intensiv und nach der guten, aber ereignislosen Einstimmung wünscht man sich etwas mehr. Was auch immer. Gebündelt werden die spannenden Szenen (abgesehen von den Erwarteten) auf wenige Momente und es baut sich keinerlei Horror-Atmosphäre auf. Vielleicht braucht es die auch nicht, da es sich hier ja nicht um einen astreinen Horror-Flick handelt, geschadet hätte sie aber auf keinen Fall.

Die Darsteller, insbesondere Haley Bennett als Molly, sind ein weiterer Grund warum man trotz der Ereignislosigkeit, die doch des Öfteren aufkeimt, nicht abschaltet. Haley Bennett, bekannt aus „The Hole“, macht einen frischen, freundlichen und energiegeladenen Eindruck. Ihr ist es anzusehen, dass ihr das Spielen Spaß macht. Daher fällt es einem nicht sonderlich schwer, für die Rolle Sympathien zu entwickeln, was dem Film natürlich ein ganzes Stück weiterbringt. Auch der Rest der Crew weiß größtenteils zu überzeugen. Und das die Darsteller in einem Teenager-Film zu gefallen wissen, ist ja nicht unbedingt die Regel.

Auf Effekte der blutigen und auch der unblutigen Art wurde in „Molly Hartley – Pakt mit dem Bösen“ fast gänzlich verzichtet. Von daher ist dies sicherlich kein Film für den Splatter-Freund. Es sei denn, er hat am Abend seine Freundin zu hause und will sich mal von seiner weichen, seiner sanften Seite präsentieren. Dann könnte „Molly Hartley – Pakt mit dem Bösen“ sicherlich der richtige Film sein. Ein Pärchenfilm anstatt, wie sonst so oft im Horror-Genre, ein Partyfilm. Und unterm Strich schwermütiger, okkulter Durchschnitt.

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DVD

Bild und Ton der DVD sind prinzipiell nicht zu beanstanden. Da Bild ist klar und bringt die notwenigen Farben so wieder, wie es sich für diese farbvolle Teenager-Highschool-Umgebung gehört. Der Ton ist auch in Ordnung. Die Bewertung kommt ohne einen Kritikpunkt aus.

Als Extras gibt es auf der DVD einige Trailer (einige davon nach dem Einlegen der DVD) und im Menüpunkt Bonus Interviews mit Machern sowie Beteiligen (ca. 26 aufschlussreiche Minuten mit deutschen Untertiteln).

Bewertung

Splatter 2009_1_5.gif
Spannung 2009_2_5.gif
Story 2009_2_5.gif
Ekelfaktor 2009_2.gif
Atmosphäre 2009_2.gif
Tonqualität 2009_6.gif
Bildqualität 2009_6.gif
Zusatzmaterial 2009_4.gif
Gesamteindruck 2009_3.gif

Ähnlicher Film:

Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb

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Informationen

og_title OT: Gyakufunsha Kazoku
origin_date
  • Japan
  • 1984
duration ca. 102 Minuten
Regie Sogo Ishii
Darsteller Katsuya Kobayashi Mitsuko Baisho Yoshiki Arizono Youki Kudoh
Bildformat
  • 1
  • 78:1 (anamorph / 16:9)
Tonformat Deutsch Dolby Digital 1.0 Japanisch Dolby Digital 1.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Japanisch
Untertitel Deutsch
Ländercode code_2.jpg
Freigabe fsk_12.gif
Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb

Story

Der Familienvater Katsuhiko Kobayashi (Katsuya Kobayashi) macht sich ernsthafte Sorgen um seine Familie, bei der er schon seit geraumer Zeit erste Anzeichen von Geisteskrankheit festzustellen glaubt, weshalb er all das gesparte Geld, das er über die Jahre in einem großen Konzern verdient hat, zusammenkratzt, um mit seiner Familie aus der erstickenden Großstadt zu fliehen. Gemeinsam ziehen sie in ein hübsches Häuschen in einem Vorort von Tokio. Alle sind begeistert über die Idylle des Eigenheims: Katsuhiko’s Frau Saeko (Mitsuko Baisho) bringt dies zum Ausdruck, indem sie sich ihrem Mann "schenkt", während Tochter Erika (Youki Kudoh), die noch immer dazu neigt, in Babysprache zu sprechen, in ihrem eigenen Zimmer endlich für ihre künftige Karriere als Sängerin oder Catcherin üben kann.

Anfangs läuft alles seinen geregelten Gang, doch als Katsuhiko irgendwann eine Termite im Haus entdeckt, geht er mit allen Mitteln gegen die vermeintlichen Schädlinge vor. Auch bei den restlichen Familienmitgliedern zeigen sich nach und nach wieder die Anzeichen der alten Krankheit. Sohnemann Masaki (Yoshiki Arizono) zieht sich Tag und Nacht in sein Zimmer zurück, um für seine Collegeprüfung zu lernen und bringt sich durchaus auch selbst Schmerzen bei, um nicht einzuschlafen. Als dann auch noch Katsuhiko’s Vater Yasukune (Hitoshi Ueki) bei ihnen einzieht, gerät die Situation völlig aus den Fugen. Katsuhiko schlägt mitten im Wohnzimmer ein Loch in den Boden, um seinem Vater ein neues Zimmer auszuheben, wo er allerdings auf weitere Termiten stößt. Da verliert er vollends den Verstand und sieht für sich und seine Familie nur noch einen Ausweg: Gruppenselbstmord! Die restliche Familie ist von dieser Idee jedoch ganz und gar nicht begeistert, so dass es schnell zu einem gnadenlosen Überlebenskampf in den eigenen vier Wänden kommt…

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Kritik

Den Japanern macht einfach niemand etwas vor, was verrückte Filmideen angeht. Was schon lange Gewissheit ist, bestätigt sich durch "Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb" wieder einmal bestens. Hinter dem höchst seltsamen Titel verbirgt sich eine schräge und rabenschwarze Komödie, die mittlerweile mit 23 Jahren schon etwas älter ist, im Laufe der Zeit aber einen gewissen Bekannt- und Beliebtheitsgrad erlangen konnte, der dem Film auch hierzulande in gewissen Kreisen einen bestimmten Kultstatus verleiht. "Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb" ist eine sehr überzeichnete Parodie auf das schöne Bild des perfekten Familienlebens und zersetzt dieses Bild gnadenlos durch die schrägsten Einfälle. Der Einfluss dieses Films auf andere Regisseure ist unverkennbar. Wer sich etwas auskennt, weiß, dass für Filme wie "2LDK" oder "Visitor Q" nicht nur einmal zu "Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb" gelinst wurde. Der etwas merkwürdige Filmtitel findet seinen Ursprung im Übrigen in einer in Japan üblichen Redewendung, die auf einen Vorfall zurückgeht, bei dem ein japanischer Pilot in einem plötzlichen Anfall von Verwirrung die Turbinen einer vollbesetzten Passagiermaschine auf Schubumkehr setzte und diese somit zum Absturz brachte.

Mindestens so schräg wie der Titel ist auch der ganze Film geraten, auch wenn davon zu Beginn nur recht wenig zu erahnen ist. Dem Zuschauer wird die typische japanische Kleinfamilie vorgestellt: Der in einem großen Konzern hart arbeitende Vater bringt das Geld nach Hause, die Mutter kümmert sich um den Haushalt, der Sohn widmet die gesamte Freizeit seinen Schulbüchern und die Tochter blickt zu den großen Stars auf und möchte einmal Sängerin werden. So weit nichts ersichtlich, was auf eine abgefahrene Komödie ohne jegliche Grenzen hindeuten würde, allerdings ist schnell klar, dass Sôgo Ishii’s Bilder einer ganz normalen Familie nur Fassade sind. Dahinter liegt nackter Wahnsinn blank, der sich in immer verrückteren Taten entlädt. Wer an dieser Stelle nun meint, den Namen des Regisseurs schon einmal gelesen zu haben, der wird ihn mit Sicherheit in Verbindung mit "Electric Dragon 80.000 V" kennen, bei dem Ishii ebenfalls Regie führte und der hierzulande gemeinsam mit "Tetsuo – The Iron Man" auf DVD erschien.

Das Besondere an dem Film sind in erster Linie seine Charaktere, auf denen der Streifen geschickt aufbaut und ohne die er witzlos wäre. Sie alle wirken auf den ersten Blick ganz normal, haben aber dann ausnahmslos ihre mehr oder weniger große Macken, die sich mit fortschreitender Spieldauer immer mehr bemerkbar machen. Gerade der Vater ist eine Sache für sich. Er ist so sehr auf das Wohl seiner Familie aus, dass er gar nicht bemerkt, wie sehr er von allen nur ausgenutzt wird. Als er sich gar nicht anders zu helfen sieht, hält er den Gruppenselbstmord für die letzte Lösung. Das Tolle an den Charakteren ist sicherlich ihr, auf den ersten Blick, normales Erscheinungsbild, das aber nur schwer über die Probleme hinwegtäuscht, die sie alle mit sich zu tragen haben. Dabei sind sie alle sehr überspitzt dargestellt, insbesondere die kleine Tochter, die ständig nur in der dritten Person von sich spricht und somit von kaum jemand ernstgenommen wird. Klasse ist auch der Großvater, der sich bestens darüber amüsiert, wenn er einem kleinen Kind im Park einen Ball ins Gesicht wirft.

Manchmal hat man gerade so als Europäer seine gewissen Probleme mit japanischen Filmen, da einem ein direkter Bezug zum Geschehen fehlt, hier ist das jedoch ganz anders. Jeder wird sich in einer der Figuren vielleicht wiedererkennen, zudem wird man durch immer neue Einfälle stetig bei Laune gehalten. Gerade das immer stärkere Abdriften des Vaters in den Wahnsinn ist sehr humorvoll dargestellt. Irgendwann ist er so sehr davon besessen, die weißen Ameisen (Termiten) zu bekämpfen, dass er es am Arbeitsplatz nicht mehr aushält, nach Hause rennt (sehr schön in einer Kamerafahrt vor ihm her festgehalten) und dem Ungeziefer dort mit Feuer zu Leibe rückt. Auch, die tolle Idee, mitten in der Wohnung ein Loch buddeln zu müssen, bis er auf eine unterirdische Quelle stößt und das Haus unter Wasser setzt, sorgt immer wieder für das eine oder andere schmunzeln.

Das einzige Problem des Films ist, dass er mit über 100 Minuten etwas zu lang geraten ist, was sich an manchen Stellen schon bemerkbar macht. Manche Szenen hätte man durchaus kürzen können, hin und wieder wird der sonstige Drive das Ganzen dadurch etwas ausgebremst. Entschädigt wird man dadurch aber durch ein grandioses Finale, das in einem wirren Überlebenskampf endet, nachdem die Idee des Gruppenselbstmordes nicht auf Anklang stoßen konnte. Die Familienmitglieder heizen sich gegenseitig kräftig ein, Highlight ist dabei die Szene, in der der Großvater droht, seine Nichte zu vergewaltigen, wenn die anderen nicht kapitulieren. Dies ist dabei so abgehoben dargestellt, dass man nur noch darüber lachen kann. Sogo Ishii’s Gesellschafts-Satire wird sich sicherlich nicht jedem erschließen, allerdings werden alle, die sich auch für andersartige, alternative Ideen öffnen können, ihren Spaß mit dem Streifen haben. Die Schauspieler gingen zum Teil mit dem typischen Overacting zu Werke, das man aus asiatischen Gefilden schon kennt, allerdings verkörpern sie ihre Charaktere sehr passend. Manche von ihnen sind auch durchaus bekannt, so ist Youki Kudoh beispielweise bald in "Rush Hour 3" zu sehen, während auch die restlichen Hauptdarsteller schon in zahlreichen anderen Streifen tätig waren.

"Die Familie mit dem umgedrehten Düsenantrieb" ist ein Film, den man mögen oder hassen kann, dazwischen gibt es nicht viele Möglichkeiten. Entweder man kann sich mit der überdrehten Machart des Films anfreunden und lacht herzhaft, wenn sich eine japanische Kleinfamilie an die Gurgel geht, oder eben nicht. Stellenweise macht sich zwar schon etwas Langatmigkeit breit, dafür wird man dann aber immer wieder von großartig-absurden Situationen entschädigt, die nicht selten so abstrus sind, dass sie einfach nur urkomisch wirken. "Die Familie mit dem umgedrehten Düsenantrieb" ist eine bissige und sarkastische Gesellschafts-Satire und sollte auch als solche verstanden werden, ein Reinschauen lohnt sich hier auf alle Fälle.

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DVD

Bei uns wurde "Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb" von AFN / Ascot Elite auf DVD herausgebracht, allerdings sollte man seine Erwartungen als Käufer etwas zurückstellen. Obwohl die deutsche Synchronisation durchaus gefallen kann, muss man sich hierbei und auch beim japanischen Originalton mit Monosound zufrieden geben. Das Bild ist dem Alter des Films entsprechend, schließlich hat dieser sein 20 jähriges Jubiläum bereits hinter sich gelassen und zählt somit nicht mehr zu den neuesten Machwerken. Überaus enttäuschend ist hingegen, dass keinerlei Extras ihren Weg auf die Scheibe gefunden haben, nicht einmal eine Trailershow.

Bewertung

Splatter 2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Spannung 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_halb.gif2007_stern_schwarz.gif
Story 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_halb.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Ekelfaktor 2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Atmosphäre 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Ton 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Bild 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Extras 2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Gesamt 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif

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