Wenn es Nacht wird…

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OT:Wenn es Nacht wird…

ca. 10 Minuten

Deutschland 2004

Regie

  • Sebastian Radtke
Darsteller

  • Danny May
  • Carolin Meyer
  • Jens Lehmann
  • u.a.

Wenn es Nacht wird...

Story

Eine junge Frau (Carolin Meyer), die brutal zu Tode kam, wird von einer Vampirin aufgesucht (Danny May), die ihr durch eine Bluttaufe das Leben rettet und sie somit zu einer der ihren macht. Fortan zieht die Untote über 10 Jahre lang durch die Welt, um ihren Blutdurst zu stillen, doch irgendwann kann sie dieses Dasein nicht mehr ertragen und entscheidet sich für das Elixier, das den Vampiren ihr Leben raubt…

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Kritik

Ein Filmsektor, dem allgemein kaum Beachtung geschenkt wird, der aber stetigen Zuwachs findet, ist der Amateurfilm. Gerade im deutschen Bereich haben sich darin einige Namen etabliert, die man bisweilen sogar mit durchaus brauchbarer Horrorkost in Verbindung bringt. Von Ittenbach, der das Amateur-Genre mittlerweile verlassen hat, über Buttgereit, bis hin zu den unverbesserlich schlechten Schnaas und Taubert. Nicht ganz so bekannt wie die genannten, aber mindestens gleichwertig interessant, präsentiert sich dem Amateur-interessierten Zuschauer der Nachwuchsregisseur Sebastian Radtke, der zwischen 2002 und 2006 insgesamt 7 Kurzfilme und einen richtigen Film auf den Markt brachte, die er alle selbst inszenierte, finanzierte und auf die Beine stellte. Zwei der durchaus unterschiedlichen Kurzfilme erschienen nun als Double-Feature auf DVD, auch wenn die beiden Werke inhaltlich nur wenig Gemeinsamkeiten aufweisen. Während sich beim 10 minütigen "Während es Nacht wird…" um eine düstere und fast schon klassische Vampirgeschichte handelt, erweist sich "Tränen einer Rose" als mittelalterliches Märchen. Eine logische Grundvoraussetzung für beide Werke ist natürlich eine Sympathie zum Amateurfilm, denn wenn diese nicht vorhanden ist, wird man auch nur schwer einen Zugang in Radtke’s Kurzfilme finden. Es handelt sich hierbei um zwei absolute No-Budget Projekte, die von Radtke und seinem Freundeskreis im Alleingang inszeniert und veröffentlicht wurden, ein Vergleich mit größeren Produktionen fällt also weg. Auch wenn man an Amateurfilme andere Anforderungen stellen muss, als dies bei gewöhnlichen Filmen der Fall ist, so sind auch diese nicht vor kritischen Blicken geschützt. An und für sich hält sowohl "Wenn es Nacht wird…", als auch "Tränen einer Rose" der Erwartung des einmaligen Ansehens stand, auch wenn beide Werke dabei nicht über das Mittelmaß hinauskommen wollen. Im direkten Vergleich geht "Tränen einer Rose" als Sieger aus dem Rennen, da in diesem Werk klar die bessere Geschichte erzählt wird, die mit ihrer verträumten Erzählweise, der blühenden und farbenprächtigen Inszenierung und dem poetischen Off-Kommentar tatsächlich an ein Märchen erinnert. "Wenn es Nacht wird…" hingegen krankt insbesondere an der schwachen Geschichte, auch wenn an der Inszenierung nicht viel auszusetzen ist. Die dabei dargebotene Handlung ließe sich leicht in einem Satz zusammenfassen und mehr bekommt man in dem Kurzfilm auch nicht geboten. Eine Frau wird von den Toten zurückgeholt, es gibt einen Zeitsprung von 10 Jahren, sie darf einen Mann ermorden und sich anschließend das Leben nehmen. Das Ganze ist spannungslos und ohne Überraschungen vorgetragen und wartet mit einem lächerlichen Ende auf. Die Inszenierung selbst ist ansehnlich geraten, alles wird in blasse, farblose Bilder gehüllt, die Vampirinnen sind im Grunde nichts anderes als knapp bekleidete, leichenblasse Goths mit Plastikgebiss im Mund und die musikalische Untermalung ist hervorragend. Mit einer etwas ausgefeilteren Story hätte "Wenn es Nacht wird…" gleich einen wesentlich besseren Eindruck hinterlassen können. "Tränen einer Rose" hingegen wartet mit einer ungewohnten Handlung auf, die den Zuschauer in die Vergangenheit zurückversetzt und sofort mittelalterliches Flair verbreitet. Zu Lasten fällt der Story bisweilen seine billige Umsetzung, so etwa ein peinlicher Schwertkampf, doch an und für sich hat Sebastian Radtke mit dieser Kurzgeschichte das bis dato beste Werk seiner Karriere auf die Beine gestellt. "Tränen einer Rose" hat etwas tragisch Poetisches an sich und kommt ganz ohne Blut oder dergleichen sehr unterhaltsam daher. Auch hier gefällt insbesondere wieder die fabelhafte, musikalische Untermalung, die bisweilen sogar Erinnerungen an den Score von "Braveheart" aufkommen lässt. Die Schauspieler agieren in beiden Werken annehmbar, wenn auch erwartungsgemäß eher untalentiert. Dabei ist es jedoch nicht einmal das Schauspiel selbst, das negativ aufstößt, sondern vielmehr die lieblos heruntergeleierten Dialoge, was besonders in "Wenn es Nacht wird…" negativ ins Gewicht fällt. Jens Lehmann agiert in dieser Episode äußerst unbeholfen als Opfer der Vampirin, Carolin Meyer und Danny May machen als Vampirgoths aber eine gute Figur. In dem zweiten Kurzfilm sehen wir mit Ardor vom Venushügel, Steffen der Lautenschläger und Mario die Zunge dann drei Musiker der Mittelalter-Band Cornix Maledictum, die demzufolge schon Erfahrung mit der Thematik mitbringen und sich gut ins Geschehen einfügen. Leider überzeugen die beiden Kurzfilme nicht auf gleicher Ebene. Während "Tränen einer Rose" als poetisches Märchen daherkommt und einfach mal etwas anderes bietet, will der Funke bei der ausgelutschten Story in "Wenn es Nacht wird…" nicht so richtig überspringen. Die Inszenierung präsentiert sich jedoch in beiden Werken als stimmig, zum Thema passend und stilsicher, besonders hervorzuheben ist dabei noch einmal der fabelhafte Score beider Streifen. Wer sich für Amateurproduktionen interessiert, kann dieser Kurzfilm-Collection jedenfalls mal eine Chance geben, die insgesamt 23 Minuten für beide Werke sind akzeptabel investiert.

Bewertung

Splatter 1_5.gif
Spannung 2.gif
Story 2_5.gif
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Atmosphäre 4.gif
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Ähnlicher Film:

Wächter der Nacht

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OT:Nochnoi Dozor

ca. 117 Minuten

Russland 2004

Regie

  • Timur Bekmambetov
Darsteller

  • Konstantin Khabensky
  • Vladimir Menshov
  • Valeri Zolotukhin
  • Mariya Poroshina
  • u.a.

Wächter der Nacht

Story

Vor etlichen Jahrhunderten schlossen die Mächte von Gut und Böse einen Pakt. Um der totalen Zerstörung zu entkommen. Man einigte sich darauf, seine Kräfte nur mit gegenseitiger Erlaubnis einzusetzen. 1992 dann der Bruch: Eine Hexen-Zauberin versucht, ohne Erlaubnis, eine magische Abtreibung durchzuführen. Doch kurz vor Gelingen wird sie von der „guten“ Organisation „Night Watch“ gestoppt. Der Auftraggeber, Anton, wird wenig später Mitglied dieser Organisation.

Als Agent Anton im Jahre 2004 seiner Arbeit nachgeht, tötet er einen Vampir, einen „Wächter der Nacht“, der einen Jungen töten will. Daraufhin scheint das Gleichgewicht aus den Fugen zu geraten. Vielleicht ist Anton derjenige, den die Jahrhunderte alte Prophezeiung gesehen hat. Derjenige, der das Schicksal der Welt in der Hand trägt. Vielleicht aber auch nicht…

Kritik

Alles verstanden? Nein? Gut!

Obwohl das oben zusammengefasste tatsächlich das Geschehen extrem zusammenfasst. "Wächter der Nacht" ist ein Sammelsurium aus Ideen. Die Verfilmung des ersten Teils der Romantrilogie von Sergei Lukyanenko, die offensichtlich nur schwer umzusetzen ist. Ob sich der Film an die Romanvorlage hält, ist an dieser Stelle nicht zu klären. Allerdings ist dies zu bezweifeln, da ein Buch sicherlich keine großen Erfolge feiern kann, wenn es nur schwer zu verstehen ist.

Und das ist "Wächter der Nacht" als Film definitiv. Getragen wird er von seiner guten Optik. Es gibt zig gute Animationen, an den verschiedensten Schauplätzen, mit fulminanten Musikeinlagen die das Auge und das Ohr erfreuen. Wer kein Problem damit hat, dass Dingen zwischen Augen und Ohren abzuschalten, dürfte hier bestens unterhalten werden. Demjenigen, dem das aber nicht gelingt, hat wohl über die gesamte Spielzeit mit der eigenwilligen Geschichte zu kämpfen. Die unzähligen Handlungsstränge verlieren sich ineinander. Irgendeine Art der Ordnung sucht man vergebens. Hier kann man dies beobachten, dort das. Da jenes. Und zusammen ergibt das Gewusel offenbar kaum einen Sinn. Den Kampf Gut gegen Böse hätte man sicherlich transparenter gestallten können. Gegen Ende wird dem Betrachter zwar einiges geboten, dass einige Unklarheiten aufklärt, zufrieden kann man damit aber nicht sein.

Blöd ist auch, dass die Charaktere sehr oberflächlich betrachtet werden und man so kaum Identifikationsmöglichkeiten findet. Außer dem Protagonisten fällt keiner wirklich auf. Muss keiner wirklich auffallen. Will keiner wirklich auffallen. Schauspielerisch ist das Ganze passabel in den Kasten gebracht worden. Es gibt allerdings auch keine Rolle, die den Beteiligten etwas Besonderes abverlangt. Da eh alles überdreht ist, sollten selbst Laiendarsteller in diesem Film zurecht kommen.

Die Spannung bleibt auf der Strecke. Eine düstere Atmosphäre gibt es stellenweise. Regisseur Timur Bekmambetov legt auch keinen Wert auf blutige Spezialeffekte. Ein, zwei gibt es zwar, die sind aber frei von Härte. Einzig das „Wirbelsäulenschwert“ bleibt gut in Erinnerung.

Was unterm Strich bleibt, ist die Tatsache, dass der Titel "Wächter der Nacht" aufgrund der Promo besser klingt, wenn man den Film noch nicht gesehen hat. Er ist ein in die Länge gezogenes Sammelsurium mit Effektgewitter, guten Masken, netten Kostümen und ansehnlichen Kulissen. Optisch gut, inhaltlich bescheiden. Und zu allem Ärger hat man nach der Betrachtung auch noch Durst auf ein Kaffee der Firma, die hier sicherlich den einen oder anderen Rubel an Werbegeldern beigesteuert hat.

Bewertung

Splatter 2_5.gif
Spannung 1_5.gif
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Atmosphäre 2_5.gif
Gesamt 2_5.gif

Ähnlicher Film:

  • Wächter des Tages

Die Nacht der rollenden Köpfe

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OT:Passi di danza su una lama di rasoio

ca.90 Minuten

Italien, Spanien 1972

Regie

  • Maurizio Pradeaux
Darsteller

  • Robert Hoffmann
  • Anuska Borova
  • Nieves Navarro
  • George Martin
  • u.a.

Die Nacht der rollenden Köpfe

Story

Die junge Katja wartet auf einer belebten Aussichtsplattform zusammen mit ihren Eltern auf ihren Verlobten Alberto. Dabei beobachtet sie durch ein Münzfernglas einen kaltblütigen Mord. Den Mörder, der kurz darauf flieht, kann sie nur schemenhaft wahrnehmen, lediglich die Nummer des Hauses. Entgegen der Bitte ihres Verlobten, sich aus der Angelegenheit herauszuhalten, meldet sie den Vorfall der Polizei.

Am nächsten Morgen erfährt sie aus der Zeitung, dass es sich bei dem Mordopfer um eine berühmte Ballett-Tänzerin handelt. Kurz darauf findet man ein weiteres Mordopfer: Ein Straßenverkäufer, der vom Mörder bei dessen Flucht umgerannt worden war und dabei offenbar das Gesicht des Täter erkannt hat, wird mit aufgeschlitzter Kehle aufgefunden. Offensichtlich versucht der Mörder, sich unliebsamer Zeugen zu entledigen.

Wer ist dieser unheimliche Rasiermesser-Killer mit dem Schlapphut, der offensichtlich gehbehindert ist und einen Krückstock benutzt? Ist es vielleicht Alberto? Schließlich hinkt auch er und verstrickt sich zudem in widersprüchliche Aussagen… Die Polizei steht vor einem Rätsel. Da wird die nächste Leiche einer Ballerina verstümmelt aufgefunden…

Kritik

DIE NACHT DER ROLLENDEN KÖPFE!! Was für ein herrlicher Filmtitel!!!

Angesichts dieses reißerischen Titels ist man natürlich schnell der Vermutung auferlegen, es bei diesem Film mit einem Slasher um einen axtschwingenden Frauen-Köpfer zu tun zu haben. Doch weit gefehlt: DIE NACHT DER ROLLENDEN KÖPFE ist ein typischer italienischer Kriminalfilm (auch Giallo genannt; Giallo = Gelb, die Farbe die damals typisch war für den Einband der italienischen Groschenromankrimis, die oftmals als Vorlage für die Filme dienten), der sich allerdings einer Vielzahl typischer Horrorelemente bedient. Diese kommen insbesondere im Spannungsaufbau sowie den für Giallos dieser Art nicht untypischen grafischen Morden mit teilweise hohem Splattergehalt zur Geltung.

Der bei Beginn des Films in der deutschen Fassung eingeblendete Titelzusatz: „…ein böser Film“ lässt den Zuschauer schmunzeln und stimmt ihn augenzwinkernd auf das nun folgende filmische Ereignis ein. DIE NACHT DER ROLLENDEN KÖPFE ist nämlich wahrlich ein bitterböser und gerade dadurch höchst unterhaltsamer Vertreter des italienischen Kriminalfilms, mit all den dazugehörenden Utensilien, wie schwarze Handschuhe, Schlapphut, Rasiermesser 😉

Der Sleaze-Faktor des Films ist ziemlich hoch. Die wirklich sehr schön anzusehenden Darstellerinnen, allen voran Susan Scott (alias Nieves Navarro), werden bei fast jeder sich bietender Gelegenheit in ihrer vollen Schönheit (sprich nackt…) präsentiert. Das Ganze erscheint zwar, nicht zuletzt aufgrund der eindeutigen Intention der Darstellung, relativ plump, kommt jedoch stellenweise dezent künstlerisch-voyeuristisch rüber, wenn z.B. die Kamera die feilgebotene Offenherzigkeit distanziert aus der Ferne hinter sichteinschränkenden Objekten, wie Pflanzen, etc., auffängt.

Überhaupt sind die Kameraeinstellungen sehr gelungen und zeigen die diesbezügliche Experimentierfreude des Regisseurs Maurizio Pradeaux. Dabei setzt er zum Beispiel bei den Mordsequenzen unterschiedliche Perspektiven ein, nimmt die Kamera mal die Sicht des Täters ein (z.B. wie er sein Opfer aus seinem Versteck unter dessen Bett beobachtet), dann wieder zeigt sie das Blickfeld des Opfers. Dieses Kameraspiel gipfelt zum Showdown in einem Gewächshaus in einem fast schon Blitzlicht artigen Wechselspiel der Perspektiven, wobei die leicht wackelige Kameraführung die so entstehende Spannung noch bis ins Unermessliche steigert.

Robert Hoffmann, seinerzeit in dem Rififi-Klassiker TOP JOB – DIAMANTENRAUB IN RIO (Giuliano Montaldo, D, I, E, 1968) noch Schürzenjäger vom Dienst und späteres Kinski-Opfer, überzeugt mit typischem Italo-Schnauzbart in der Rolle des Alberto, der als Puppen-meuchelnder Künstler zunächst ins Visier der Polizeifahndung gerät und sich dann auf eigene Faust auf die Jagd nach dem Mörder macht.

Ein besonderes Lob gilt auch der Vertonung des Films mit einer wunderschön intensiven Geräuschkulisse. In einer Mordsequenz knatscht z.B. eine Tür dermaßen penetrant, dass sich einem die Nackenhaare sträuben. Auch der Soundtrack von Roberto Pregadio fügt sich mit teils dramatischen, teils fröhlich beschwingten (neapolitanischen? Nennt man das so?? Ja, 70er-Italofilm-stylisch eben…) Klängen passend in das Gesamtwerk ein.

Natürlich verzichtet auch DIE NACHT DER ROLLENDEN KÖPFE, wie viele andere Vertreter seiner Gattung, nicht auf den ein oder anderen, sagen wir mal vorsichtig: „etwas merkwürdigen“ Drehbucheinfall, bei dem sich der Zuschauer angesichts dessen Unlogik (um nicht zu sagen: Dämlichkeit) an den Kopf packt. Da streiten sich zum Beispiel zwei erwachsene (?), offensichtlich einheimische (!) Männer in fast schon „Stooges“-Manier direkt zu Beginn des Films um den Blick durch ein Münzfernglas, um WAS zu beobachten?? Sonnenbadende Schönheiten?? Kopulierende Teenager?? NEIN!!! Die Landschaft!!! (offensichtlich waren 1972 Münzferngläser gerade eine Weltneuheit auf dem Touristenmarkt, anders lässt sich die Faszination der beiden wohl kaum erklären…). Den Panorama-Blick genießend, entdeckt einer der beiden „Stooges“ dann jedoch doch noch etwas ganz Interessantes: Seine Frau betrügt ihn! Muss ja: schließlich kann er sie ja gerade beobachten, wie sie in ein fremdes Auto steigt, was ihn zu dem Kommentar hinreißt: „Ah so ist das also: Nen neuen Scheich hat die! Aber egal, ich hab sie ja auch oft genug beschissen.“ Dann tänzeln die beiden Hobby-Voyeure, sich stoogeesk gegenseitig foppend, aus dem Bild. Das muss man gesehen haben!!! Neben dieser Szene sei noch auf ein weiteres Highlight der unfreiwilligen Komik des Films hingewiesen, wobei sicherlich auch hier die Ausschmückung seitens der deutschen Synchro einen wesentlichen Teil zum Klamauk beisteuert: Katja, gerade Zeugin eines Mordes geworden, wendet sich an einen vorbeischlendernden Polizisten, der mit Uniform bekleidet, gerade mit seiner Frau vorbeischlendert. Ihre Bitte, etwas zu unternehmen, kann er leider nicht nachkommen, da er „nicht im Dienst“ sei und zudem seine Frau dabei habe. Und diese „hat keinen Sinn für SOWAS“ !!!!

Doch keine Panik: Derartige Böcke im Drehbuch bleiben im weiteren Verlauf des Films eher die Ausnahme, und DIE NACHT DER ROLLENDEN KÖPFE nun deswegen in die Ecke des Klamauk-Krimis zu stellen wäre absolut ungerecht.

Der Film legt bei der Suche nach dem wahren Mörder für den Zuschauer zahlreiche Köder aus. Die Auflösung des Falls vermeidet dabei glücklicherweise haarsträubende Überraschungen und unlogische Wendungen, die ja nicht selten bei manchen Vertretern des italienischen Giallos den positiven Gesamteindruck etwas trüben, wie es zum Beispiel bei TENEBRE (Dario Argento, Italien, 1982) der Fall ist.

DIE NACHT DER ROLLENDEN KÖPFE vollbringt das Kunststück, aufgrund seiner kurzweiligen Story, grandioser Spannung, hohem Sleazegehalt und dezentem Trash sowohl für den Filmabend allein, als auch in illustrer Runde auf ganzer Linie zu überzeugen und glänzend zu unterhalten!!!

Also: Macht aus Eurem Herzen keine Mördergrube und schaut Euch den Film an!! 😉

Fazit: Spannender, düsterer Giallo mit hohem Sleaze- und Horror-Faktor. Ein Klassiker!!!

Bewertung

Splatter 3_5.gif
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Atmosphäre 5_5.gif
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Ähnlicher Film:

Die Nacht der reitenden Leichen

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OT:La Noche del terror ciego

ca.96 Minuten

Portugal, Spanien 1971

Regie

  • Amando de Ossorio
Darsteller

  • Lone Fleming
  • César Burner
  • Elena Arpón
  • u.a.

Die Nacht der reitenden Leichen

Story

Ein Liebespaar und deren Freundin wollen zusammen einen Trip mit der Bahn machen, um sich an einem anderen Ort etwas zu entspannen. Auf der Zugfahrt kommt es allerdings zu einem kleinen Streit, woraufhin die alleinstehende Frau den fahrenden Zug verlässt. Sie ist mitten in der Einöde gelandet, hat aber ein Schloss entdeckt, auf dem sie die Nacht verbringen will. Das alte Gemäuer ist ihr anfangs sehr sympathisch, doch als die Nacht herein bricht soll sich das schnell ändern.

Denn das Schloss war vor einigen hundert Jahren von Templern bewohnt, einem satantreuen Orden, der seinerzeit Menschenopfer brachte, damit seine Mitglieder das ewige Leben erlangen. Offensichtlich hat dies auch geklappt, da die Skelette der alten Templer um Mitternacht aus ihren Gräbern steigen und Jagd auf die junge Frau machen. Sie kann zwar erst fliehen, wird aber im Morgengrauen von reitenden Templern eingeholt und getötet.

Das befreundete Ehepaar ahnt erst nichts von dem schrecklichen Ereignis, als sie allerdings erfahren, dass das Schloss, in dem sich ihre Freundin aufgehalten hat, verhext zu sein scheint und das sich alle Bewohner der Region davor fürchten, bekommen sie ein mulmiges Gefühl. Allerdings ist ihnen ihre Freundschaft wichtiger und so machen sie sich auf den Weg, dass Mädchen zu suchen…

Kritik

Die reitenden (in einem Teil auch schwimmenden) Leichen haben in den 70er Jahren für viel Furore gesorgt und waren lange Zeit das Aushängeschild des spanischen Horrorfilms. Es wurden von 1971 bis 1975 insgesamt vier Teile dieser Reihe gedreht, die alle einen großen Erfolg einspielten. Eigentlich gibt es auch noch einen fünften Teil, den Trashmeister Jes(u)s Franco 1985 nachlieferte, aber der wurde nicht mal annähernd so berühmt wie seine Vorgänger.

Alles begann mit „Die Nacht der reitenden Leichen“, einem außergewöhnlichen Horrorfilm, der allerdings nicht zu den besten seiner Art zu zählen ist. Er verfügt zwar über eine nette, recht ungewöhnliche Story, die Art und Weise wie sie erzählt wird, ist aber etwas fade und trocken. Besonders der Anfang hat die negative Eigenschaft, sich elendig lange hinzuziehen, bis es dann endlich mal zu etwas Action kommt und man erfährt, was es mit den reitenden Leichen eigentlich auf sich hat. Was man dann aber erfährt ist äußerst unterhaltend und zwingt einen nahezu dazu, die zweite Hälfte des Films intensiver zu betrachten. Glücklicherweise sind die letzten 40 Minuten mit einer sehr guten Spannung versehen, die Atmosphäre stimmt und auch die Kulissen können sich sehen lassen. Zu einen gibt es schöne Landschaftsbilder, aber vor allem sticht das gespenstische Schloss ins Auge, dass eine wirkliche Gänsehautstimmung aufkommen lässt.

Eine Gänsehaut bekommt man leider auch beim Betrachten der Protagonisten und auch beim Hören der Dialoge. Es ist halt alles, analog zum Plot, sehr schlicht, was auf das arg niedrige Budget zurückzuführen ist. Die Schlichtheit trifft hier leider auch auf die Spezialeffekte zu, die weder zahlreich noch grausam sind, was die Splatterfraktion schon etwas enttäuschen dürfte. Hier und da gibt es zwar mal etwas Blut zu sehen und ein Gummiarm kommt auch ins Spiel, insgesamt gesehen ist das aber nicht ausreichend, um die Ungeprüftheit der ungeschnittenen Fassung zu rechtfertigen.

Und damit sind wir auch schon beim Thema. Nach der Ausgrabung des Mastertapes ist Astro auf die geniale Idee gekommen, den Film wieder zu vermarkten und das leider nicht nur einmal. Es gibt die vier Teile zum einen einzeln auf VHS, dann jeweils zwei auf einer Kassette und schließlich auch noch eine, auf 500 Stück, limitierte Sammelbox. Da diese Videos allerdings nicht den ganzen Markt abdecken, hat Astro unter dem Metzgerlabel Pest… ähhh Best Entertainment eine stark geschnittene 16er Version auf DVD raus gebracht, die einzeln als auch in einer Box unter der Aufschrift „neu bearbeitete Fassung“ gekauft werden können. Von den DVDs ist allerdings abzuraten, da nicht nur die wenigen Splatterszenen fehlen, sondern auch Handlungsteile aus der Originalfassung entfernt wurden, welche die ganze Geschichte zu einem lustigen Verwirrspiel werden lassen, dass kaum durchschaut werden kann.

Für Freunde des Horrorgenres sind die reitenden und schwimmenden Leichen sicherlich Filme, die man gesehen haben sollte, man sollte sich von dem ersten Teil allerdings nicht zuviel versprechen und auf gar keinen Fall zur 16er Version greifen!

Bewertung

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Story 3_5.gif
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Ähnlicher Film:

  • Die restlichen "Leichen"

Die Nacht der Creeps

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Informationen

OT:Night Of The Creeps

ca.84 Minuten

USA 1986

Regie

  • Fred Dekker
Darsteller

  • Jason Lively
  • Steve Marshall
  • Jill Withlow
  • u.a.

Die Nacht der Creeps

Story

Irgendwo im Weltall… Kleine hässliche Alien versuchen, offenbar terroristische Artgenossen, an etwas zu hindern, dass sie aber nicht schaffen. Die Terroristen schaffen es einen Gegenstand aus ihrem riesigen Raumschiff zu schmeißen, bevor sie getötet werden …

Die vereinigten Staaten im Jahre 1959… Ein Liebespärchen beobachtet einen brennenden Gegenstand, der aus dem Weltall auf die Erde heruntersaust. Als sie bei der Einschlagstelle sind entdeckt der Mann ein merkwürdiges Etwas. Er betrachtet den Gegenstand näher als plötzlich ein Parasit in seinen Mund springt…

Die vereinigten Staaten im Jahre 1986…Eine Studentenverbindung beauftragt zwei junge Männer eine Leiche zu klauen. Als sie in einem Forschungslabor angekommen sind entdecken sie eine Leiche, die im Jahre 1959 eingefroren wurde. Sie betätigen den Mechanismus zum Auftauen und müssen dann feststellen das es die Leiche des Mannes ist, der 1959 mit einem Parasit verseucht wurde. Dieser Parasit hat sich in der Zwischenzeit vermehrt und versucht sich von nun an unter den Menschen zu verbreiten und sie in schreckliche Zombies zu verwandeln.

Nun liegt es an den beiden Verursachern die Menschheit zu retten. Sie haben bereits festgestellt das die „Creeps“ Angst vor Feuer haben, weil es sie zerstört. Doch kurz nach der Feststellung wird einer der beiden von den Parasiten befallen…

Kritik

„Die Nacht der Creeps“ ist einer der Filme, die man sich immer wieder gerne anschaut. Er ist wie ein typischer Teenagerfilm aufgebaut, unterscheidet sich aber von den gewöhnlichen weil Außerirdische, Creeps und sogar Zombies mitspielen. Die Spannung hält sich leider in Grenzen und auch einige Schnitte sind in der deutschen 18er Version vorhanden dafür besticht er aber durch seinen hohen Unterhaltungswert und den Spaß den man beim Betrachten hat.

Splattertechnisch wurde uns also wieder mal etwas vorenthalten, dass was wir aber sehen dürfen ist wirklich gut gelungen. Die Zombies sehen richtig mies aus, was allerdings positiv ist, die Creeps ekelig und die sonstigen Effekte wirken sehr echt. Trotz der Cuts hat sich die FSK wohl im Nachhinein noch einmal um entschieden diesen Film von FSK 16 auf 18 zu stufen. Dies ist mir aufgefallen weil die Warnschilder überklebt sind. Unter den 18ern kann man das Original sehen … ohne Worte …

Die Schauspielerischen Leistungen mag ich gar nicht einschätzen da es sich ja um einen Teeniefilm handelt. Aber die jungen Protagonisten spielen schon recht ansehnlich und der Cop, der einen Psycho spielen soll, stellt diesen gut dar.

Alles in allem ein gelungener Streifen mit großem Unterhaltungswert und guten Effekten, den man sich trotz seines Alters ruhig mal anschauen kann. Ich habe die bestimmt schon 10 mal getan und kein einiges bereut.

Bewertung

Splatter 3.gif
Spannung 4_5.gif
Story 4_5.gif
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Ähnlicher Film:

Halloween – Die Nacht des Grauens

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Informationen

OT:Halloween

ca. 92 Minuten

USA 1978

Regie

  • John Carpenter
Darsteller

  • Donald Pleasance
  • Jamie Lee Curtis
  • u.a.

Halloween - Die Nacht des Grauens

Story

Wie der Name schon erraten lässt geschieht der erste Mord in der Halloweennacht des Jahres 1963 . Der sechsjährige Michael Myers erdolcht grausam seine Schwester und wird daraufhin in eine geschlossene Anstalt gesperrt wo er in der Obhut des Psychiaters Dr. Loomis fünfzehn Jahre lang, ohne nur ein Wort zu verlieren, vegetiert. Der Doktor hat eine begründete Angst, dass Michael ausbrechen will um zurück in seine Heimatstadt Haddonfield zu fliehen um ein erneutes Blutbad anzurichten.Genau so begibt es sich schließlich auch und nach ein paar Morden trifft Michael auf das Kindermädchen Larie, dass sich einen erbitterten Kampf mit dem menschlichen Monster abliefert, dessen Ausgang völlig ungewiss ist.

Kritik

"Halloween – Die Nacht des Grauens" ist schon ein sehr beeindruckender Film, der das Genre des Horrorfilm wohl mit am meisten geprägt hat. Auch heute gibt es immer wieder Filme in diesem Stil. Leider wurde Halloween uns aber jahrelang vorenthalten, aus Gründen die man nicht nachvollziehen kann. Wenn man mal vom vergossenen Blut oder den Gräueltaten ausgeht, dann braucht man eigentlich nur den Fernseher auf einen beliebigen Sender einzustellen und sieht dort bestimmt mehr Gewalt, was aber zur heutigen Filmgesellschaft, die durch Hollywood geprägt wurde dazugehört. John Carpenter schafft es in diesem Horrorklassiker eine tolle Atmosphäre aufzubauen, die sich bis zum Schluss hält und mit einer tollen Spannung untermauert ist. Die Handlung selbst war wohl bei der ersten Vorführung im Kino nicht so vorhersehbar, wie sie jetzt ist, da eigentlich jeder weiß das Michael uns in sechs weiteren Teilen das Fürchten lehrt. Besonders hervorgehoben werden muss die kultige Filmmusik, die ebenfalls von John Carpenter stammt. Sie versteht es den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen und an den notwendigen Stellen, anhand von Soundeffekten auch zu erschrecken! Die Schauspielerischen Leistungen von Donald Pleasance und Jamie Lee Curtis kann man auch nur loben. Die beiden sollten ja aufgrund ihres Auftritts in diesem Film viele weitere Rollen angeboten bekommen. Also bleibt nur noch zu sagen, dass dieser Film unbedingt empfehlenswert ist für die, die laut Gesetzt erwachsen sind und besonders die, die den Film noch nicht gesehen haben trotz seiner vielen Jahre, die er auf dem Buckel hat.

Bewertung

Splatter 2.gif
Spannung 5.gif
Story 4.gif
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Atmosphäre 5.gif
Gesamt 5.gif

Ähnlicher Film:

Die Farben der Nacht

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Informationen

OT:Tutti i colori del buio

ca.91 Minuten

Italien 1972

Regie

  • Sergio Martino
Darsteller

  • George Hilton
  • Edwige Fenech
  • Ivan Rassimov
  • u.a.

Die Farben der Nacht

Story

Jane hat nach einem einschneidenden Ereignis einen kompletten Wandel, zum negativen, vollzogen. Seit dem Tag als sie mit Freund einen Autounfall hatte, hat die junge Frau schlimme Alpträume. Die beiden fuhren auf einer Landstrasse, als ihr Auto plötzlich ausscherte und frontal auf einen Baum traf. Jane verlor dabei ihr ungeborenes Kind und dies war wohl der Auslöser für die, sie jetzt plagenden, Alpträume.

In den schlimmen Träumen sieht sie wieder und wieder einen Mann, dessen strahlendblauen Augen auffallen. Er verfolgt sie und hat anscheinend die Absicht sie zu töten. Janes Freund, Richard, versucht sein möglichstes sie zu unterstützen aber die Träume enden einfach nicht. Sie scheinen sogar von Tag zu Tag schlimmer zu werden.

Nach gutem Zuspruch und der Tatsache das ihre Situation nicht wirklich erträglicher wird, entschließt sich Jane einen Psychiater aufzusuchen. Der zeigt zwar Verständnis für ihren Umstand, kann ihr aber trotz einiger Sitzungen nicht weiterhelfen. Es scheint jetzt so als wäre Jane verloren und als sei es nur noch eine Frage der Zeit bis sie völlig verrückt geworden ist und in eine Klinik eingeliefert wird.

Doch dann rät Janes Freundin Mary ihr, dass sie mal eine Sitzung einer satanischen Sekte besuchen solle, die könnten ihr vielleicht helfen und außerdem habe sie ja sowieso nichts zu verlieren. Gesagt getan und wenig später findet sich Jane in einer Messe der Satanisten wieder. Grausam scheint es zuzugehen, denn ihr wird als Begrüßung ein Kelch, gefüllt mit frischem Hundeblut vorgehalten, den sie leeren muss. Anschließend kommt es zu wilden, erotischen Handlungen in denen sie Raum und Zeit vergisst.

Nach diesem Erlebnis stellt sie fest das ihre Ängste völlig verschwunden sind. Allerdings hat sie jetzt ein anderes Problem und zwar die Sekte, die sich eigentlich als sehr hilfreich ausgezeichnet hat. Sie soll die Messen weiterhin besuchen und eines Nachts passiert es das ihre Freundin Mary sich vor ihren Augen umbringt. Der Hexenmeister meint nun das Jane die Nachfolgerin der Toten ist und sie die Sekte nicht mehr verlassen kann. Gepackt vor Angst, welche das Gesehene verursacht, flieht sie. Von nun an ist sie eine Verfolgte derer, die ihr ihre Angst genommen haben. Doch ab nun am erlebt Jane schlimmere Alpträume, als sie das vorher ausschließlich in ihren Gedanken gemacht hat …

Kritik

In diesem alten Klassiker von 1972 soll vor allem eins den Zuschauer beschäftigen und zwar die pure Angst. Es wurde mit Hilfe von Bild und Ton etwas geschaffen, dass die Ängste eines Menschen im Film zeigt und darüber hinaus auch die Verängstigung des Betrachters hervorruft. Ich habe mich zumindest in der ein oder anderen Szene so erschrocken, dass man da durchaus von Angst reden kann. Die Atmosphäre ist wirklich erstklassig, wie es früher in den guten, alten „Giallo“ Filmen so üblich war, was heutzutage leider keiner mehr so hinbekommt.

„Die Farben der Nacht ist eine Mischung aus Thriller und Horror, ich würde ihn aber nicht als Horrorthriller bezeichnen, da der Horror hier eigentlich mehr im Hintergrund steht und die, wunderbar in Szene gesetzte, Angst durch einen Gruseleffekt verstärkt. Eine weitere Verstärkung, um die Zuschauer in Angst zu versetzten, ist sicherlich die gekonnte Kameraführung. Immer wieder erwarten uns Einstellungen mit denen keiner rechnen konnte und die das ein oder andere Zucken bei mir ausgelöst haben.

Gelöst wird die anstrengende Stimmung immer wieder von einigen Nacktszenen der weiblichen Protagonisten. Ob das sinnig ist oder nicht möchte ich gar nicht beurteilen, es war allerdings seiner Zeit Mode immer wieder gutaussehende Schauspielerinnen so zu zeigen, wie Gott sie schuf. Gerade das hat war ein früheres Markenzeichen des italienischen Films.

Trotz das der Film in Italien gedreht wurde, spielt er in England. Warum das so ist weiß ich leider nicht. Genauso wenig weiß ich was der Titel „ Die Farben der Nacht“ bedeuten soll? Vielleicht sind die Farben die strahlendblauen Augen des Verfolgers und die Nacht steht für die erlebten Ängste. Aber einen genauen Zusammenhang mit dem Gezeigten kann ich nicht erkennen.

Leider hat der Film aber auch einige Schwächen. Dafür das es sich um eine 18er Version handelt, kommen doch recht wenig Szenen vor, die diese Auflage bekräftigen. Eine Einstufung ab 16 wäre hier wohl angebrachter gewesen. Im Film selbst haben mir die Schauspieler und die Kulissen weniger gefallen, da sie doch einiges an Atmosphäre rauben.

Alles in allem ist „Die Farben der Nacht“ aber ein recht guter Film, der immerhin schon stolze 30 Jahre auf dem Buckel hat. Wer sich mal richtig gruseln möchte, der sollte sich diesen Film mal ausleihen. Leute die in Hollywood-Zeiten einen Film dieser Tage erwarten sollten bei oder nach dem Betrachten wohl enttäuscht werden.

Bewertung

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Atmosphäre 5.gif
Gesamt 4.gif

Ähnlicher Film:

Cabal – Die Brut der Nacht

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Informationen

OT: Nightbreed

ca. 98 Minuten

USA 1990

Regie

  • Clive Barker
Darsteller

  • Craig Sheffer
  • David Cronenberg
  • Anne Bobby
  • u.a.

Cabal - Die Brut der Nacht

Story

Der alptraumgeplagte Aaron Boone leidet sehr unter seinen nächtlichen Visionen. Denn sie scheinen mehr als nur Fiktion zu sein. Immer wieder träumt er dasselbe. Von einer Stadt, die von Dämonen bewohnt wird. Der Ort Midian scheint für ihn immer realer zu werden und deshalb sucht er sich professionelle Hilfe. Psychiater Dr. Decker soll seine Leiden lindern. Boone erzählt Dr. Decker von dem, was er des Nachts erlebt. Dieser hört auch gespannt zu, hat aber auch seine privaten Gründe hierfür. Und nicht nur weil er seinem Patienten die Morde anhängen will, die ein Psychopath in der Gegend begangen hat. Dr. Decker ist schon seit langem auf der Suche nach dem Ort Midian und seinen monströsen Einwohnern.

Aaron Boone scheint nun eine neue Möglichkeit für Dr. Decker zu sein, die Stadt zu finden und auszulöschen. Durch einen geschickten Schachzug erfährt der Psychiater wo sich der Zutritt zur Stadt befindet und entledigt sich Boone, der bei einer Polizeiaktion, als mutmaßlicher Serienmörder, erschossen wird. Decker will nun Midian zerstören und seine Bewohner vernichten. Doch er ahnt nicht, dass Boone als Toter im Reich der Monster aufgenommen wurde und diese vor einem Angriff warnt. Doch die Schlacht um die mysteriöse Stadt scheint unausweichlich…

Kritik

Die Geschichte, die uns Clive Barker in „Cabal – Die Brut der Nacht“ präsentiert, gehört ohne Frage mit zu dem Besten, was der Horror-Film je hervor gebracht hat. Dass der Autor und Regisseur über ein Ausnahmetalent verfügt, hat er nicht zuletzt mit „Hellraiser – Das Tor zur Hölle“ bewiesen. Die Geschichte rund um Aaron Boone ist zwar nicht unbedingt einfach zu verstehen, wer den Film aber einmal gesehen hat, wird nicht davor zurückschrecken ihn das zweite Mal in den Videorekorder zu schieben. Gleich der Beginn weiß zu überzeugen.

Man wird in eine fantastische Welt geführt, von der man nicht weiß ob sie einen erstaunen oder erschrecken soll. Ob sie real oder fiktiv ist. Ob der Protagonist verrückt oder nicht verrückt ist. Letzteres ist zwar zu erahnen, dennoch kann man sich nicht wirklich sicher sein. Man bleibt wirklich während der gesamten Spielzeit am Ball. Wird quasi dazu gezwungen. Auch wenn ein leichtes Gefälle der negativen Art vorhanden ist, was die Story betrifft.

Positive Aspekte für das Gelingen des Streifens sind neben der erwähnten Geschichte die Masken, die mit viel Phantasie und Liebe zum Detail erstellt wurden. Hier wurden Monstren geschaffen, die Ihresgleichen suchen. Auch die Kulissen können sich sehen lassen. Der Friedhof und die Stadt der Monster sind wunderbar gestaltet. Und das natürlich ohne CGI.

Was auffällig ist, dass Clive Barker es versteht, die Monster nicht von der grausamen Seite darzustellen. Zumindest meistens. Wie auch in „Hellraiser“, kann man durchaus Sympathien für die hässlichen Geschöpfe entwickeln. Gerade auch weil Gut und Böse nicht eindeutig definiert sind. Ebenso ein guter Kniff ist Barker mit der Darstellung des Psychiaters Dr. Decker gelungen. Nicht nur, dass diese Person sehr besonders ist (An dieser Stelle soll nicht zu viel über den Charakter verraten werden) sie wird auch von jemand Besonderem gespielt. Kein Geringerer als Kult-Regisseur David Cronenberg konnte für diese Rolle eingestellt werden. Und er spielt sie sehr authentisch, was einer Meisterleistung nahe kommt. Protagonist Aaron Boone wird von Craig Sheffer gemimt. Ihm kann auch eine gute Leistung attestiert werden.

Ebenfalls gut ist die Musik, die abwechslungsreich und fast immer stimmig daherkommt. Danny Elfman hat hier eine sehr gute Akustik auf die Beine gestellt, die viele Szenen atmosphärisch aufwertet. „Cabal – Die Brut der Nacht“ ist und bleibt wohl einer der besten Horror-Filme, die es je gegeben hat. Irgendwann soll auch mal die lange angekündigte Director’s Cut-Fassung auf den Markt kommen, die dann noch mehr Details enthalten soll, vor allem blutige. Denn besonders blutig ist „Cabal – Die Brut der Nacht“ nicht unbedingt. Was aber leicht durch die mysteriöse Geschichte und die schön grausamen Bilder kompensiert wird.

Bewertung

Splatter 3_5.gif
Spannung 4_5.gif
Story 5_5.gif
Ekelfaktor 3_5.gif
Atmosphäre 5_5.gif
Gesamt 5_5.gif

Ähnlicher Film:

So finster die Nacht

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Informationen

Drehland Schweden
Drehjahr 2008
Laufzeit ca. 110 Minuten
Regie Tomas Alfredson
Darsteller Kåre Hedebrant Lina Leandersson Per Ragnar Peter Carlberg u.a.
Bild
  • 2
  • 35:1 (16:9)
Ton DD5.1
Sprachen
  • Deutsch
  • Schwedisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK 16
So finster die Nacht

Story

Oskar ist ein Außenseiter. Er wird in der Schule gehänselt, hat keine Freunde und interessiert sich für andere Sachen als Gleichaltrige. Der 12 jährige ist zum Beispiel von einer Mordserie fasziniert, die im Herzen von Schweden, nahe seiner Heimat, für Schlagzeilen sorgt.

Eines Abends lernt er Eli kennen, die ihn beim Spielen im Hof beobachtet. Schnell reift eine Freundschaft zwischen den beiden Kindern, deren Gemeinsamkeit das Andersein ist. Oskar verliebt sich in Eli. Glaubt er zumindest. Eli scheint die keimende Liebe erwidern zu wollen, aber nicht zu können. Denn sie trägt ein finsteres Geheimnis in sich. Ein Geheimnis, dass keinesfalls ans Tageslicht kommen darf…

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Kritik

Interessierte, die den Film und seine Story noch nicht kennen und sich an dieser Stelle nur informieren wollen, wie gut der Film ist, sollten den folgenden Text vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt lesen. Spoiler sind hier unvermeidlich…

Es gibt so viele Vampirfilme, dass man mit deren Beschreibung sicherlich einige Bücher füllen könnte. Einige sind gut, sind bekannt geworden, andere schwimmen nur auf einer blutigen Welle mit, um schnell etwas Lukratives in den Kasten zu bekommen. Und da die Thematik nach vielen Jahren ziemlich ausgelutscht ist, bekommt man nur sehr selten einen Film des Subgenre zu Gesicht, der einen freudig überrascht. Eigentlich ist freudig überrascht nicht die treffende Wortwahl, die man nach der Betrachtung von "So finster die Nacht" wählen muss. Dieser Film bietet einen einmaligen Stoff. Der herrlich verfilmt wurde und ein Muss für jeden Freund der Vampir- oder Coming-Of-Age-Filme ist.

"So finster die Nacht" bietet eine erstaunlich dichte Atmosphäre. Der Schnee, die Dunkelheit, die beengende Stimmung im Wohnkomplex, die Kälte. Alles ist sehr gut in Szene gesetzt und wirkt, obwohl die Kameraeinstellungen an einigen Stellen durchaus verbesserungswürdig wären. Dies ist auch der einzige Kritikpunkt des ansonsten überragenden Streifens. Die Bilder werden nicht immer gut eingefangen. Ein manches Mal wird sich nicht aus das Wesentliche konzentriert und mehr eingefangen, als es gut ist. Die Konzentration auf die Protagonisten respektive die aktuelle Handlungsszene geht das schon mal verloren. Aufgrund der außerordentlichen Geschichte kann man dies aber locker verkraften.

Erzählt wird aus dem Leben des kleinen Oskar. Eine Rolle, die sich herrlich für eine Sozialstudie eignet. Er hat trotz seines jungen Alters schon erhebliche Probleme. Oskar ist in sich gekehrt und wird von seinen Schulkollegen aufs äußerste gehänselt. So arg, dass er sogar Mordphantasien hat. Dann tritt Eli in sein Leben. Ein Mädchen, dass mit einem alten Mann auf Streifzüge geht und Oskar sehr ähnlich zu sein scheint. Nur, dass sie die Morde begeht. Die Charaktere tragen dazu bei, dass sich eine verstörende Stimmung breit macht. Gerade dann, wenn der alte Mann auf Beutefang geht oder in der Szene, die für den etwas treffenderen Originalfilmtitel „Let the Right One In“ („Låt den rätte komma in“) zuständig ist. Einige Spezialeffekte gibt es auch zu betrachten. Durchaus blutig, aber mit nichts versehen, was das FSK 16 der deutschen Fassung in Frage stellen würde.

Darstellerisch wird einem solide Kost geboten. Den Protagonisten nimmt man ihre Rollen ab. Kare Herebrant macht als Oskar einen ebenso nachhaltigen Eindruck wie Lina Leandersson als kleine Eli. Lina Leandersson bleibt einem sogar länger in Erinnerung, weil sie es wunderbar versteht, ihre Emotionen zu transportieren. Die Rolle der Eli ist aber auch emotionaler als die des schweigsamen Oskar. Regisseur Tomas Alfredson ist es gelungen, die Romanvorlage von John Ajvide Lindqvist („So finster die Nacht“ lautet der gleichnamige Titel des Buches) umzusetzen. Ohne Frage. Und mit zwei Heranwachsenden als Hauptdarsteller war das sicherlich kein leichtes Unterfangen.

„So finster die Nacht“ ist ein einmaliger Film, der in seiner Art wohl nur so in Schweden hergestellt werden konnte. Die schneeverschneite Landschaft trägt die Melancholie. Die Kälte lässt die Gefühle unverfroren rüberkommen und die skandinavische Gelassenheit bestimmt das Tempo. Aufgrund des langsamen Tempos kommt es zwar zu einigen Szenen, die etwas langatmig anmuten, diese passen aber bestens zum Gesamteindruck. Ein klasse Film!

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DVD

Als Ansichts-Objekt hatte die Horror-Page eine Promo-DVD zur Hand, die über keine Extras verfügt und mit eingeschränkter Qualität daherkommt. Deswegen können Bild- und Tonqualität sowie die Extras nicht bewertet werden. Für die Leihversion verspricht der Hersteller Trailer und Trailershow als Bonus. Die Kaufversion soll im Stülper kommen und mit folgenden Extra-Materialien bestückt sein: Trailer, Deleted Scenes, Audiokommentar Tomas Alfredson, Leseprobe Buch sowie Trailershow.

Bewertung

Splatter 2009_2.gif
Spannung 2009_3_5.gif
Story 2009_6.gif
Ekelfaktor 2009_2_5.gif
Atmosphäre 2009_5.gif
Tonqualität
Bildqualität
Zusatzmaterial
Gesamteindruck 2009_5_5.gif

Ähnlicher Film:

Sebsatian Radtke Collection: Wenn es Nacht wird Tränen einer Rose

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Informationen

Drehland Deutschland
Drehjahr
  • 2004
  • 2005
Laufzeit
  • ca. 10
  • 12 Minuten
Regie Sebastian Radtke
Darsteller Ardor vom Venushügel Tanja Lindenau Steffen der Lautenschläger Mario die Zunge Danny May Carolin Meyer Jens Lehmann u.a.
Bild 4:3 Vollbild
Ton DD 2.0
Sprachen Deutsch
Untertitel
LC 2
FSK 16
Sebsatian Radtke Collection: Wenn es Nacht wird Tränen einer Rose

Story

Tränen einer Rose In einer längst vergangenen Zeit, als Sagen, Legenden und Mythen noch existent waren und als die Menschen noch zu Träumen wagten: Ein Reiter (Ardor vom Venushügel) kommt seines einsamen Weges und entdeckt auf einer Waldlichtung eine wunderschöne, junge Frau (Tanja Lindenau), die sich in tiefem Schlaf befindet und der sich langsam ein abstoßend hässlicher Mann nähert. Der Reiter eilt der Schlafenden zu Hilfe und tötet den vermummten Fremden. Als die Frau daraufhin erwacht, zerbricht ihr Herz, denn ihr Liebster liegt tot vor ihr auf der Erde. Vor 7 Jahren ereilte das junge Paar ein Fluch, der die Frau über diesen Zeitraum in einen Schlaf fallen ließ und dem Mann ein hässliches Ungesicht zeichnete. An diesem Tag sollte der Fluch endlich aufgehoben werden… Wenn es Nacht wird… Eine junge Frau (Carolin Meyer), die brutal zu Tode kam, wird von einer Vampirin aufgesucht (Danny May), die ihr durch eine Bluttaufe das Leben rettet und sie somit zu einer der ihren macht. Fortan zieht die Untote über 10 Jahre lang durch die Welt, um ihren Blutdurst zu stillen, doch irgendwann kann sie dieses Dasein nicht mehr ertragen und entscheidet sich für das Elixier, das den Vampiren ihr Leben raubt…

07_2008_Sebastian_Radtke_Collection_1.jpg07_2008_Sebastian_Radtke_Collection_2.jpg

Kritik

Ein Filmsektor, dem allgemein kaum Beachtung geschenkt wird, der aber stetigen Zuwachs findet, ist der Amateurfilm. Gerade im deutschen Bereich haben sich darin einige Namen etabliert, die man bisweilen sogar mit durchaus brauchbarer Horrorkost in Verbindung bringt. Von Ittenbach, der das Amateur-Genre mittlerweile verlassen hat, über Buttgereit, bis hin zu den unverbesserlich schlechten Schnaas und Taubert. Nicht ganz so bekannt wie die genannten, aber mindestens gleichwertig interessant, präsentiert sich dem Amateur-interessierten Zuschauer der Nachwuchsregisseur Sebastian Radtke, der zwischen 2002 und 2006 insgesamt sieben Kurzfilme und einen richtigen Film auf den Markt brachte, die er alle selbst inszenierte, finanzierte und auf die Beine stellte. Zwei der durchaus unterschiedlichen Kurzfilme erschienen nun als Double-Feature auf DVD, auch wenn die beiden Werke inhaltlich nur wenig Gemeinsamkeiten aufweisen. Während sich beim 10 minütigen "Während es Nacht wird…" um eine düstere und fast schon klassische Vampirgeschichte handelt, erweist sich "Tränen einer Rose" als mittelalterliches Märchen. Eine logische Grundvoraussetzung für beide Werke ist natürlich eine Sympathie zum Amateurfilm, denn wenn diese nicht vorhanden ist, wird man auch nur schwer einen Zugang in Radtke’s Kurzfilme finden. Es handelt sich hierbei um zwei absolute No-Budget Projekte, die von Radtke und seinem Freundeskreis im Alleingang inszeniert und veröffentlicht wurden, ein Vergleich mit größeren Produktionen fällt also weg. Auch wenn man an Amateurfilme andere Anforderungen stellen muss, als dies bei gewöhnlichen Filmen der Fall ist, so sind auch diese nicht vor kritischen Blicken geschützt. An und für sich hält sowohl "Wenn es Nacht wird…", als auch "Tränen einer Rose" der Erwartung des einmaligen Ansehens stand, auch wenn beide Werke dabei nicht über das Mittelmaß hinauskommen wollen. Im direkten Vergleich geht "Tränen einer Rose" als Sieger aus dem Rennen, da in diesem Werk klar die bessere Geschichte erzählt wird, die mit ihrer verträumten Erzählweise, der blühenden und farbenprächtigen Inszenierung und dem poetischen Off-Kommentar tatsächlich an ein Märchen erinnert. "Wenn es Nacht wird…" hingegen krankt insbesondere an der schwachen Geschichte, auch wenn an der Inszenierung nicht viel auszusetzen ist. Die dabei dargebotene Handlung ließe sich leicht in einem Satz zusammenfassen und mehr bekommt man in dem Kurzfilm auch nicht geboten. Eine Frau wird von den Toten zurückgeholt, es gibt einen Zeitsprung von 10 Jahren, sie darf einen Mann ermorden und sich anschließend das Leben nehmen. Das Ganze ist spannungslos und ohne Überraschungen vorgetragen und wartet mit einem lächerlichen Ende auf. Die Inszenierung selbst ist ansehnlich geraten, alles wird in blasse, farblose Bilder gehüllt, die Vampirinnen sind im Grunde nichts anderes als knapp bekleidete, leichenblasse Goths mit Plastikgebiss im Mund und die musikalische Untermalung ist hervorragend. Mit einer etwas ausgefeilteren Story hätte "Wenn es Nacht wird…" gleich einen wesentlich besseren Eindruck hinterlassen können. "Tränen einer Rose" hingegen wartet mit einer ungewohnten Handlung auf, die den Zuschauer in die Vergangenheit zurückversetzt und sofort mittelalterliches Flair verbreitet. Zu Lasten fällt der Story bisweilen seine billige Umsetzung, so etwa ein peinlicher Schwertkampf, doch an und für sich hat Sebastian Radtke mit dieser Kurzgeschichte das bis dato beste Werk seiner Karriere auf die Beine gestellt. "Tränen einer Rose" hat etwas tragisch Poetisches an sich und kommt ganz ohne Blut oder dergleichen sehr unterhaltsam daher. Auch hier gefällt insbesondere wieder die fabelhafte, musikalische Untermalung, die bisweilen sogar Erinnerungen an den Score von "Braveheart" aufkommen lässt. Die Schauspieler agieren in beiden Werken annehmbar, wenn auch erwartungsgemäß eher untalentiert. Dabei ist es jedoch nicht einmal das Schauspiel selbst, das negativ aufstößt, sondern vielmehr die lieblos heruntergeleierten Dialoge, was besonders in "Wenn es Nacht wird…" negativ ins Gewicht fällt. Jens Lehmann agiert in dieser Episode äußerst unbeholfen als Opfer der Vampirin, Carolin Meyer und Danny May machen als Vampirgoths aber eine gute Figur. In dem zweiten Kurzfilm sehen wir mit Ardor vom Venushügel, Steffen der Lautenschläger und Mario die Zunge dann drei Musiker der Mittelalter-Band Cornix Maledictum, die demzufolge schon Erfahrung mit der Thematik mitbringen und sich gut ins Geschehen einfügen. Leider überzeugen die beiden Kurzfilme nicht auf gleicher Ebene. Während "Tränen einer Rose" als poetisches Märchen daherkommt und einfach mal etwas anderes bietet, will der Funke bei der ausgelutschten Story in "Wenn es Nacht wird…" nicht so richtig überspringen. Die Inszenierung präsentiert sich jedoch in beiden Werken als stimmig, zum Thema passend und stilsicher, besonders hervorzuheben ist dabei noch einmal der fabelhafte Score beider Streifen. Wer sich für Amateurproduktionen interessiert, kann dieser Kurzfilm-Collection jedenfalls mal eine Chance geben, die insgesamt 23 Minuten für beide Werke sind akzeptabel investiert. Einzel-Wertungen: Tränen einer Rose: 3,5 von 6 Wenn es Nacht wird…: 2,5 von 6

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DVD

Die beiden Kurzfilme "Wenn es Nacht wird…" und "Tränen einer Rose" erschienen gemeinsam auf einer DVD, die im Vertrieb des Labels Wolfpack-Power e.K. / CMS auf den Markt gebracht wurde. Dem Silberling ist anzumerken, dass in seine Produktion nicht so viel Geld investiert werden konnte, wie dies bei regulären Scheiben der größeren Major-Vertriebe der Fall ist. Dies stört allerdings weniger, handelt es sich bei den Kurzfilmen doch um reine Amateurprojekte und somit dürften die Käufer onehin wissen, auf was sie sich da einlassen. Die DVD selbst ist ordentlich ausgestattet und bietet zu jedem der beiden Kurzfilme ein kleines Making Of, den jeweiligen Trailer, Interviews, für "Wenn es Nacht wird…" zudem noch ein paar Outtakes.

Bewertung

Splatter 2008_1_5.gif
Spannung 2008_2_5.gif
Story 2008_3.gif
Ekelfaktor 2008_1.gif
Atmosphäre 2008_4.gif
Tonqualität 2008_2.gif
Bildqualität 2008_2.gif
Zusatzmaterial 2008_5.gif
Gesamteindruck 2008_3.gif