The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning

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Informationen

OT:The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning

ca.96 Minuten

USA 2006

Regie

  • Jonathan Liebesman
Darsteller

  • Jordana Brewster
  • Taylor Handley
  • Diora Baird
  • R. Lee Ermey
  • u.a.

The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning

Story

In einem texanischen Kaff wird in den 30er Jahren ein Baby in einem Schlachthaus zur Welt gebracht, das jedoch von den Eltern nicht gewollt wird und deshalb kurzerhand in einem Müllcontainer landet. Kurz darauf wird es jedoch von einer nach Essen suchenden Frau gefunden, die das kleine Lebewesen kurzerhand mit nach Hause nimmt.

Viele Jahre später, im Sommer 1969, befinden sich vier junge Erwachsene, der 18 jährige Dean Hill (Taylor Handley) und seine Freundin Bailey (Diora Baird), sowie Dean’s Bruder Eric (Matthew Bomer) und dessen Verlobte Chrissie (Jordana Brewster) auf einer Autofahrt durch Texas, da Dean vor kurzem seinen Einzugsbefehl für den Vietnamkrieg erhalten hat und nun auf dem Weg ist, seinen Dienst anzutreten. Eric, der schon einmal in Vietnam war, hat sich sofort dazu bereit erklärt, seinen Bruder zu begleiten, ahnt aber nicht, dass Dean überhaupt keine Lust hat, seinem Einberufungsbefehl nachzukommen.

Während ihrer Autofahrt werden die vier plötzlich auf andere Gedanken gebracht, als sie auf eine Bande angriffslustiger und pöbelnder Rocker treffen. Eine bewaffnete Rockerbraut startet gar den Versuch, Dean, Eric, Bailey und Chrissie auszurauben, wird aber von einem plötzlich auftauchenden Mann in Sheriffuniform (R. Lee Ermey) getötet. Der Fremde, Sheriff Hoyt, erweist sich aber nicht als Retter in der Not, sondern als noch schlimmeres Übel, als er die Jugendlichen unter Waffengewalt entführt und zu einem abgelegenen Farmhaus bringt. Die dort lebende Familie Hewitt ist eine Bande geisteskranker Psychopathen und Kannibalen, für die das frische Menschenfleisch wie gerufen kommt. Als sich dann auch noch der kettensägenschwingende Sohnemann (Andrew Bryniarski) der Hewitt’s vorstellt, der mit Vorliebe die Gesichtshäute seiner Opfer trägt, scheint es, als gäbe es für die vier keinerlei Hoffnung mehr..

Kritik

Ich persönlich hätte niemals gedacht, dass es heutzutage überhaupt noch einmal möglich ist, dass Horrorfilme wie damals in den 70ern oder 80ern nur übelst geschnitten gezeigt werden dürfen. In Zeiten, in denen Streifen wie "Hostel" oder "The Hills Have Eyes" schon als Mainstream-Horror bezeichnet werden und ungeschnitten durchkommen, kann man sich als Horrorfan eigentlich nicht gerade beklagen. Für um so mehr Wirbel hat dann vor einiger Zeit die Gerüchteküche um den Film "The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning" gesorgt, von dem es hieß, dass er von dem Label Warner nur geschnitten ins Kino gebracht werden würde. Natürlich konnte zu dem damaligen Zeitpunkt noch niemand ahnen, wie gravierend die Zensur dann tatsächlich zuschlagen würde. Die "Texas Chainsaw Massacre" Streifen waren noch nie große Lieblinge der FSK, doch "The Beginning" traf es nun leider besonders hart, während Marcus Nispel’s Werk vor drei Jahren kaum Federn lassen musste. Die FSK verweigerte dem Prequel allerdings selbst in der onehin schon um knapp 6 Minuten gekürzten R-Rated Fassung eine Freigabe, weshalb Warner noch einmal kräftig die Schere ansetzen musste. So kommt die deutsche Kinofassung im Vergleich zur gänzlich ungeschnittenen Unrated-Version auf eine Differenz von knapp 13 Minuten, was beinahe unglaublich ist, so liegt der Gewaltgrad des Streifens nämlich nur leicht über dem von "The Hills Have Eyes", welcher bei seinem Kinorelease keine derartigen Probleme hatte.

Durch die starken Schnitte, die die Kinoversion vorzuweisen hatte, erwies sie sich bisher als nicht gerade gewinnbringend. Dennoch machte der Film gerade in Deutschland auf sich reden und dadurch entstand wohl, zumindest hierzulande, schon ein kleiner Hype um das Werk, dem man aber mit Vorsicht begegnen sollte. Wie schon "Hostel" bewiesen hat, werden oftmals die wildesten Gerüchte in die Welt gesetzt, die dann aber auf keinerlei Grundlage basieren. Ich möchte mich jetzt nicht nur über Sinn & Unsinn von Zensur auslassen, sondern "The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning" auch möglichst objektiv als simples Prequel zu "Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre" betrachten, Hype hin oder her. Die Entscheidung, hier die Vorgeschichte von Leatherface und seiner degenerierten Familie zu erzählen, war sicherlich nicht die Schlechteste, doch bereits nach 15 Minuten wird einem hier schnell klar, wie der Hase läuft. Es werden schnell einige noch offene Fragen aus der Vergangenheit der Familie Hewitt angerissen, damit sich der Film die Bezeichnung "Sequel" geben kann, doch was einem im Weiteren erwartet, ist typischer Oldschool-Terror, der einen stark an die bereits bekannten "Texas Chainsaw Massacre" Filme erinnert und im Grunde genommen nichts Neues bieten kann.

Dem Pulbikum wird so erklärt, unter welch fragwürdigen Umständen der kleine Leatherface das Licht der Welt erblickte, wie Charlie Hewitt dazu kam, sich Sheriff Hoyt zu nennen, und schlußendlich, wie Onkel Monty seine Beine verlor, doch das war es dann auch schon. Wer Marcus Nispel’s 2003er-TCM gesehen hat, der wird über diese Antworten dankbar sein, doch nichtsdestotrotz war die Idee, ein Sequel zu drehen, mehr eine Notlösung für die Macher. Es gibt keinerlei Szenen aus der Kindheit von Thomas Hewitt (bzw. Leatherface) zu sehen, was wohl viele Fans sicherlich auch brennend interessiert hätte. Stattdessen gibt es nach den notdürftigsten Erklärungen einfach einen Zeitsprung, und wir befinden uns wieder einmal in einem altbekannten "Texas Chainsaw Massacre" Szenario.

Der Original-Streifen aus dem Jahre 1974, bei dem noch Tobe Hooper Regie führte, ist zurecht ein Klassiker, weil er es noch schaffte, ein Gefühl des Terrors ohne einen einzigen Blutstropfen entstehen zu lassen, Teil 2 war hingegen mehr eine auf lockeres Entertainment ausgelegte Fortsetzung, die mir aber immer noch sehr zugesagt hat. Teil 3 – "Leatherface – Die neue Dimension des Grauens" ließ dann aber schon erste Schwächen erkennen, während die Reihe mit Teil 4 ("Die Rückkehr") ihren absoluten Tiefpunkt erreicht hatte, das Machwerk glich mehr einer filmischen Katastrophe. Michael Bay und Marcus Nispel packten die Thematik dann aber einige Jahre später an einem anderen Schopf an und präsentierten annehmbaren Terror, der jedoch vielen Fans eindeutig zu blutleer war. Für die Anhänger der Reihe dürfte "The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning" nun die absolute Offenbarung sein, da er psychischen Terror mit brutalem Gore vermischt und eindeutig das Härteste darstellt, was uns die Reihe um den kranken Hewitt-Clan bislang geboten hat.

Es war eigentlich stets lachhaft, wie die Reihe in Deutschland zensiert und aus dem Verkehr gezogen wurde, da sie ihrem Namen nie so ganz gerecht werden konnte. Von einem Massaker war noch in keinem der vorangegangenen fünf Filme etwas zu sehen, doch das hat sich nun geändert. Regisseur Jonathan Liebesman hätte ich nach seinem schwachen Mainstream-Gruselfilmchen "Der Fluch von Darkness Falls" in keinster Weise eine derartige Schlachtplatte zugetraut, wie er sie hier serviert. Natürlich möchte ich an dieser Stelle nicht übertreiben und "The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning" als den ultimativen Splatterfilm bezeichnen, doch wenn man bedenkt, dass so etwas mittlerweile für ein breites Publikum gedreht wird, dann ist das schon äußerst erstaunlich. Derartigen Gore gab es bis vor kurzem lediglich in B-Movies und im Independent-Sektor zu sehen, nach Streifen wie "The Hills Have Eyes" und "Saw 3" ist "TCM – The Beginning" nun die nächstmögliche Steigerung. Zum ersten Mal in der Geschichte der Filmreihe kommt die Kettensäge nun endlich so zum Einsatz, wie es der Titel verspricht: Da werden Opfer gnadenlos in der Mitte durchsägt, anderen wird gar die Gesichtshaut abgeschnitten oder blutig die Kehle geöffnet. Blut spritzt hier durchaus exzessiv, im Gore-Vergleich wirkt der Film aus dem Jahre 2003 wie harmloses Kinderprogramm.

Was "The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning" aber so brutal macht, ist die gnadenlose Unbarmherzigkeit, in der einem die Perversitäten hier um die Ohren gehauen werden. Während "Hostel" beispielsweise durch seinen nicht ganz ernstzunehmenden Anfangsteil noch beruhigen konnte, herrscht hier von Anfang an eine menschenverachtende Atmosphäre. Der Streifen nimmt sich selbst zu jedem Zeitpunkt ernst und bringt kein bisschen Humor mit. Nicht selten wird man mit Momenten puren Terrors konfrontiert, die einen in ihrer Intensität nicht mehr so schnell loslassen. Gerade durch die absolut geisteskranke, aber nicht übertrieben lachhaft dargestellte Art von Sheriff Hoyt und Leatherface, die die Hauptcharaktere extremer Folter aussetzen, ist der Streifen nicht für schwache Nerven geeignet. Die Goreszenen an sich alleine genommen hätten sicherlich nicht für einen derartigen Wirbel gesorgt, würden sie nicht noch von der absolut aussichtslosen und pessimistischen Atmosphäre unterstrichen werden.

Wer etwas zu kritisieren sucht, wird andererseits schnell fündig werden, denn die Story ist im Prinzip ein haargenauer Abklatsch bereits bekannter Motive. So sind manche Szenen sogar direkt aus den Vorgängern übernommen, und nur leicht abgeändert worden, wie etwa die Verfolgungsjagd inklusive ratternder Kettensäge oder das Abendessen am Tisch. Dennoch werden auch diejenigen, die alle Vorgänger kennen, hier keineswegs gelangweilt, da einen der Streifen durch seine unausweichlich brutale Art schnell selbst auf die Folter spannt und stets mitfiebern lässt. "The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning" verfügt über zahlreiche Spannungsmomente und lebt, anders als "Saw 3", nicht nur vom Ekelfaktor allein.

Was das Inszenatorische betrifft, haben wir hier wieder einmal ein Highlight. Die 16 Millionen Dollar Produktionsbudget wurden richtig angelegt, denn auch hier fand wieder die unverkennbare Optik aus "Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre" ihren Einsatz, die das Geschehen mit einer gewissen Kühle und Sterilität unterstreicht. Ansonsten: Schnitte, Sound, Kulissen, alles befindet sich auf Bestniveau. Selbst an den Schauspielern habe ich in diesem Fall nichts auszusetzen. Die Charaktere sind sympathisch angelegt und sorgen dafür, dass man mit ihnen mit leidet, was bei einem derartigen Film eine unerlässliche Pflicht ist. Anders, als bei diversen anderen Machwerken, bei denen es einem egal ist, wer zunächst getötet wird, hofft man hier tatsächlich auf ein Überleben der Hauptfiguren. Ein schauspielerisches Highlight ist R. Lee Ermey, den man noch bestens aus "Full Metal Jacket" kennt und der bereits im 2003er Kettensägenmassaker den brüllenden, geisteskranken Hoyt verkörperte. Dies erledigt er in diesem Film mit fast noch mehr Wahn, was ihn nur noch unheimlicher und gefährlicher wirken lässt.

"The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning" wird seinem Titel endlich gerecht und serviert der Horrorfilmgemeinde eine blutige, spannende und fesselnde Schlachtplatte, die sich sehen lassen kann. Jonathan Liebesman hat hiermit bewiesen, wie moderner, brutaler Horror auszusehen hat und daran werden sich bald erscheinende Machwerke wie "Hostel 2" oder "The Hills Have Eyes 2" erst einmal messen müssen. Natürlich ist die Bezeichnung "Sequel" im Grunde genommen nur eine Rechtfertigung für eine weitere Möglichkeit, Geld zu machen, und natürlich erzählt Liebesman hier keine neue Geschichte, doch von diesen Mängeln abgesehen ist "The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning" pures Terrorkino, wie es sein sollte. Für mich jedenfalls war dies der definitiv beste "TCM" Teil bisher.

Bewertung

Splatter 4_5.gif
Spannung 4_5.gif
Story 3.gif
Ekelfaktor 4_5.gif
Atmosphäre 4.gif
Gesamt 5.gif

Ähnlicher Film:

Texas Chainsaw Massacre 2

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Informationen

OT:Texas Chainsaw Massacre 2

ca.95 Minuten

USA 1986

Regie

  • Tobe Hooper
Darsteller

  • Dennis Hopper
  • Caroline Williams
  • Jim Siedow
  • u.a.

Texas Chainsaw Massacre 2

Story

Vor 13 Jahren fielen fünf junge Leute, die zum Spaß nach Texas fuhren, einer kannibalistischen Familie zum Opfer. Die sogenannte Saw Familiy pflegt es ihre Opfer zu essen und die Knochen und Zähne zu Möbelstücken zu verarbeiten. Vier von fünf mussten dran glauben, während sich die junge Sally gerade noch retten konnte und in letzter Sekunde aus den Fängen der Familie flüchten. Danach tauchte die Saw Family unter und man hörte nichts mehr von ihnen. In letzter Zeit kommt es aber immer wieder zu brutalen Kettensägenmorden und Menschen verschwinden spurlos. Die Polizei redet es aber so hin als ob es sich um Unfälle handelt, denn niemand hat gerne einen wahnsinnigen Killer in seinem Bezirk. Die Wahrheit aber ist, das Texas Kettensägenmassaker ist noch lange nicht vorbei…

Heute, 1984. Zwei obercoole Typen rasen durch den Staate Texas und ballern ab und zu zum Spaß ein paar Briefkästen und so kaputt. Es kommt Ihnen ein Auto entgegen und um den Fahrer so richtig zu erschrecken steuern sie genau auf ihn zu, so dass dieser gerade noch ausweichen kann. Die zwei rufen bei der Radiomoderatorin Stretch an und labern sie mit dummen Zeug zu. Als sie über eine Brücke fahren steht auf einmal das Auto von vorhin da und fängt an sie zu verfolgen. Die beiden haben Pech, denn die Fahrer des fremden Vehikels sind der Kettensägenkiller Leatherface und sein verrückter Bruder Top Chop. Leatherface mach mit ihnen kurzen Prozess und erledigt beide mit der Kettensäge. Da die beiden Opfer zur gleichen Zeit bei der Radiomoderatorin Stretch angerufen haben, hat diese alles auf Band aufgenommen.

Dieses Band kann theoretisch beweisen, dass es die Killer gibt. Also geht Stretch zu Lefty (gespielt von Dennis Hopper (Ja, der Dennis Hopper!)), ein Polizist, der die Saw Familie schon seit Jahren jagt. Er ist nämlich der Bruder von Sally, der überlebenden von damals und Franklin (Der Typ im Rollstuhl aus Teil 1), der leider dran glauben musste. Durch das Tonband gerät Stretch in Schusslinie der Killer und es dauert nicht lange bis Leatherface und Top Chop ihr einen kleinen Besuch abstatten, den sie gerade noch überlebt. Lefty und Stretch tun sich zusammen und wollen der Familie gemeinsam das Handwerk legen. Während Stretch dabei an ihre Karriere denkt, denkt Lefty nur an Rache. Nachdem er das Versteck der Familie ausgemacht hat bewaffnet er sich mit drei Kettensägen und geht auf die Jagd. Es endet schließlich in einem genialen Showdown.

Kritik

Wenn man sich eine Fortsetzung anschaut ist es meistens so, dass es sich nur um eine manchmal mehr oder weniger gute Kopie des Originals handelt. Manchmal, aber selten, passiert es aber auch das die Fortsetzung besser ist als der Erstling (zum Beispiel: Hellraiser 2, Aliens, Phantasm 2, Terminator 2 (wobei ich persönlich Terminator 1 aber vorziehe)), was dann aber immer damit im Zusammenhang liegt das die Geschichte von Teil 1 nicht einfach kopiert sondern weitererzählt wird. Gleich eines Vorweg, Teil 1 vom Kettensägenmassaker ist schon besser als Teil 2, aber dieser braucht sich nicht dahinter verstecken. Bei „The Texas Chainsaw Massacre 2“ haben wir auf jeden Fall das Glück das es sich um eine gute Fortsetzung handelt. Wie die anderen restlichen Teile sind kann ich nicht sagen, außer das Teil 4 totaler Schrott sein soll.

Nach einem kurzem Einleitungstext kommt auch schon der Anfangsmord, der sehr cool und spannend inszeniert ist. Wie der Ausfällt habe ich ja schon bereits oben in der Story beschrieben und von daher möchte ich mich auch hierzu nicht weiter äußern. Danach geht es erst einmal etwas ruhiger zu, wir lernen Stretch und Lefty kennen und der Film plätschert erst einmal ein bisschen vor sich hin. Langweilig wird es aber nicht, da auch in der Anfangsfase des Films ein paar interessante Szenen zu finden sind, allem voran die Stelle an der Lefty seine drei Kettensägen kauft und an einem Baumstamm testet. Schon hier kann man seinen Hass deutlich spüren. Dann dauert es auch schon nicht mehr lang bis Stretch in ihrer Station Besuch bekommt. Ihr Mitarbeiter (und Verehrer) Aiday (Keine Ahnung wie man den schreibt) wird dabei mit einem Hammer brutal niedergeschlagen und sie selber mit der Kettensäge angegriffen. Leatherface bringt es aber nicht fertig sie zu töten, da er sich in sie verliebt. Ich weiß, das klingt jetzt vielleicht etwas albern und blöd ist aber alles sehr gut gemacht und zieht den Film keinesfalls runter (Im Gegenteil!).

Stretch und Lefty folgen den beiden Irren dann in ihr Versteck, werden getrennt und ab da befinden wir uns im 45 Minuten dauerndem Showdown. Hier wird wieder die gewohnte kranke Atmosphäre des ersten Teils erzeugt, wenn auch nicht so heftig. Spannung ist da ganz klar auch dauerhaft vorhanden und man hofft andauernd für Stretch das sie aus diesem Labyrinth wieder herauskommt. Das Versteck der Saw Familie ist übrigens eine alte verlassene Mine in den Bergen, oder so was ähnliches. Am Ende dürfen wir dann auch noch ein furioses Kettensägenduell zwischen Lefty und Leatherface mit ansehen.

Nur eine Szene fand ich im Finale etwas blöd. Oder sagen wir so, blöd ist sie ganz und gar nicht, nur ist diese Szene eins zu eins geklaut aus Teil 1. Hierbei handelt es sich um das Abendessen der Familie. Stretch wird von Leatherface und Bruder gepackt und über einen Eimer gezerrt. Nun kommt Großvater mit seinem Rollstuhl und versucht vergeblich sie mit dem Hammer totzuschlagen. Nach etlichen Versuchen schafft er es dann doch sie zweimal zu treffen, aber dann steht auf einmal Lefty da. Diese Szene ist zwar schön krank gemacht und passt wunderbar in den Film, nur ist sie von Anfang bis Ende geklaut aus Teil 1. Vielleicht war das ja auch Absicht, aber bei mir ist es jeden Fall eher negativ aufgestoßen.

Der größte Unterschied zum Erstling aber ist der Blutgehalt. Es gibt zwar nicht viele blutige Szenen, wenn aber eine kommt dann eine richtige und ohne das die Kamera wegblendet. Die blutigste Szene des Film ist ohne Zweifel der Anfangsmord. Dem Typen wird ihm wahrsten Sinne des Wortes die komplette Schädeldecke weggesägt. Ansonsten gibt es auch noch eine ziemlich krass ausgefallene Häutung im Film und gegen Ende fetzt es auch einmal Gedärme herum. Da der Effekte Macher Tom Shavini heißt, sind diese auch sehr realistisch ausgefallen und wirken keinesfalls billig oder künstlich. Ein Blutbad a la „Braindead“ dürft ihr zwar nicht erwarten, da der Film wie schon der Vorgänger auf Atmosphäre setzt, aber den ein oder anderen Hingucker gibt es auf jeden Fall.

Schauspielerisch gesehen kann man diesmal auch nicht meckern. Die Saw Familie spielt wieder absolute Oberklasse, allen Voran der verrückte Vater. Bei ihm hat man Glücklicherweise auch den selben Schauspieler gewählt wie in Teil 1. Und, diesmal haben wir sogar einen richtigen Star in der Mitte. Ich spreche hier ganz klar von Dennis Hopper, der eine sehr überzeugende Leistung bringt. Wie sie den dazu bewegen konnten in einem solchen Film mitzuspielen weiß ich nicht, ich fand es auf jeden Fall Klasse! Auch die restlichen Figuren machen ihre Sache sehr gut so das man bei niemandem meckern kann. Okay die beiden Typen am Anfang übertreiben es vielleicht etwas, aber länger als 5 Minuten sind diese sowieso nicht zu sehen. Der Regisseur heißt Tobe Hooper, der selbe wie in Teil 1. Abgesehen von den beiden Kettenmassakerfilmen brachte er uns auch noch Filme wie „Poltergeist“ oder „Lifeforce“. Ich hab sicher noch den ein oder anderen Film von ihm gesehen, kann mich aber momentan nicht mehr dran erinnern. Mit Teil 2 des Kettensägenmassakers hat er uns jeden Fall bis auf ein paar kleine Schwächen eine sehr gute Fortsetzung beschert.

Leider ist der Film noch immer nicht offiziell in Deutschland erschienen und wie es aussieht wird sich daran auch nichts ändern (Ich würde sagen, ein Fall für Laser Paradise oder Dragon bzw. Raptor). Das liegt daran das der Film verboten wurde bevor er öffentlich im Kino gezeigt wurde. Es heißt sogar, dass er mitten in der Testvorführung beschlagnahmt wurde. Glücklicherweise hat Midnight Movies die komplett ungeschnittene Unrated Fassung, komplett in Deutsch, als Bootleg auf DVD herausgebracht. Mit anderen Worten, eine inoffizielle deutsche Version, die sogar in ziemlich guter Qualität daher kommt. Das Verbot kann ich im übrigen nicht so ganz nachvollziehen. Der Film ist zwar brutal, hat aber ab und an auch schwarzen Humor.

Meine Meinung basiert auf der Unrated DVD von Midnight Movies, die ich für 18 Euro neu/ovp ersteigert habe. Für ein Bootleg ist die Bild und Tonqualität ausgezeichnet, so dass man meinen könnte es sei eine offizielle DVD wenn man es nicht weiß. Als Extras gibt es den Trailer zum Film und geschnittene Szene. Diese sind übrigens ziemlich interessant und blutig gemacht. In einer der geschnittenen Szenen wird beispielsweise eine komplette Footballmannschaft niedergemetzelt. Zum anschauen ist das schon interessant, im Nachhinein bin ich aber froh das diese Szene gestrichen wurden, da diese lächerlich wirkt und die Atmosphäre zerstören würde.

Auf VHS gibt es den Film auch in Form eines Bootlegs. Ansonsten könnt ihr auch zu einer ausländischen Version greifen. Hierbei aber bitte drauf achten das ihr eine Unrated und keine R-Rated Version erwischt.

Wenn ihr Teil 1 gut findet und nichts gegen Fortsetzungen habt, werdet ihr Teil 2 auch gut finden. Ich empfehle jedem der auf Horrorfilme steht, diesen Film anzuschauen. Nicht Horrorfans hingegen sollten ihn lieben meiden . Da er ein paar kleine Schwächen hat werde ich einen Stern abziehen.

Bewertung

Splatter 3.gif
Spannung 4_5.gif
Story 2_5.gif
Ekelfaktor 4.gif
Atmosphäre 4_5.gif
Gesamt 4_5.gif

Ähnlicher Film:

Texas Chainsaw Massacre 2

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Informationen

OT:Texas Chainsaw Massacre 2

ca.95 Minuten

USA 1986

Regie

  • Tobe Hooper
Darsteller

  • Dennis Hopper
  • Caroline Williams
  • Jim Siedow
  • u.a.

Texas Chainsaw Massacre 2

Story

Zwei angetrunkene Jugendliche fahren mit ihrem Wagen durch die Weiten von Texas und terrorisieren alles, was ihnen vor die Nase kommt. Kein Ortseingangsschild oder Briefkasten ist vor ihnen und ihren Colts sicher und es erscheint wie ein Wunder, dass noch kein Mensch durch sie Schaden genommen hat.

Mitten in der Fahrt kommen die beiden Halunken plötzlich auf die glorreiche Idee, bei dem örtlichen Radiosender anzurufen, um der Moderatorin auf die Nerven zu gehen. Dies gelingt auch, doch nach einer Weile werden die beiden aus der Leitung gekickt. Unbekümmert fahren sie weiter, um einige Zeit später erneut beim Sender anzurufen. Als sie gerade auf Sendung sind, ändert sich die Stimmungslage der Betrunkenen, denn sie werden von einem anderen Auto gerammt. Die Moderatorin hält inne und lauscht nun den Geschehnissen, die nichts gutes verheißen. Die beiden Jugendlichen haben nämlich den Falschen gerammt und müssen nun Bekanntschaft mit dessen Kettensäge machen, was live über den Äther gesendet wird.

Die Moderatorin ist geschockt und vermutet das die Sache etwas mit den Geschehnissen vor einigen Jahren zu tun hat, wo eine Gruppe Jugendlicher übel zugerichtet wurde. Es gibt immer wieder Erzählungen von der ominösen Saw-Family, aber gefunden werden konnte sie bisher noch nicht. Die Annahmen der Reporterin werden bestätigt, als plötzlich Lefty auftaucht, welcher der Saw-Family seit einigen Jahren auf den Schlichen ist. Lefty freundet sich mit der Radioreporterin an und überredet sie, die Mitschnitte des Telefonats, der beiden Umgekommenen, erneut über den Sender zu schicken.

Und siehe da… es wird tatsächlich von dem Vater der Kettensägenträger gehört, der daraufhin seine beiden Söhne in die Stadt schickt, damit sie sich um die Sache kümmern können. Aber Leatherface und sein ebenso verstörter Bruder schaffen es nicht, die Radiomoderatorin zu töten, was bald schlimme Konsequenzen haben soll…

Kritik

Fast 14 Jahre hat es gedauert, bis einer der umstrittensten Horrorfilme aller Zeiten, „Blutgericht in Texas“, einen Nachfolger bekommen hat und wenn man es streng sieht, ist das deutsche Volk nicht in den Genuss gekommen, dieses Sequel zu bewundern. Es ist nämlich bereits im Kino (am 05.11.1990) beschlagnahmt worden (bis dato ist dies nur fünf Filmen gelungen), weswegen es nie eine offizielle deutsche Fassung gab. Glücklicherweise haben sich aber ein paar Leute die Mühe gemacht, dem Film eine deutsche Tonspur zu verpassen, die im übrigen recht gelungen ist und ihn als Bootleg zu vertreiben, sodass gewillte Deutsche das Verbot umgehen können.

Und dies lohnt sich, da „Texas Chainsaw Massacre 2“ ein recht gelungener Streifen ist, der sogar einen Hollywoodstar aufbieten kann. Kein geringerer als Denis Hopper gibt sich in diesem Film die Ehre, allerdings ist sein Auftritt stellenweise alles andere als eine Werbung für ihn, aber dazu gibt es später mehr.

Die Geschichte aus diesem Film ist eigentlich nicht mit der aus seinem Vorgänger vergleichbar, wenn da nicht diese gewisse Redneck-Familie wäre, die irgendwo in der unentdeckten Ferne wohnt, wo offensichtlich noch nie ein Polizeiwagen angehalten hat, um sich die degenerierte Sippschaft aus der Nähe zu betrachten. Doch der Film beginnt nicht mit den debilen Protagonisten, sondern mit zwei Burschen, die erst wild in der Gegend umherfahren und dann auf Teile der abgefahrenen Sippe treffen, was sie natürlich nicht überleben. Bereits hier wird einem klar, dass der Nachfolger wesentlich härter als das „Blutgericht“ ist, der ja im übrigen nicht im Splatter- sondern eher im Terrorsubgenre einzuordnen ist. Verantwortlicher in Sachen Blut und Co ist im übrigen kein Geringerer als Tom Savini, der bereits in zahlreichen Horrorfilmen gezeigt hat, was man mit Blut, Knete und ein wenig Phantasie für Schweinereien anrichten kann.

Nachdem die beiden Texas-Jungs also ihr Leben ausgehaucht haben, geht um die Radioreporterin, da sie den Mord mitgehört und auf Band aufgenommen hat. Zu ihr gesellt sich dann Dennis Hopper, der im Gegensatz zu der jungen Frau im weiteren Verlauf des Films nicht vor der netten Family flüchtet, sondern versucht ihr den Gar auszumachen. Während die Schauspielercrew von gut bis ansehnlich spielt, macht sich der Star aus Hollywood nicht selten zum Affen. Er versucht nämlich die Familie mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen und muss daher erst mal den Umgang mit der Kettensäge üben, was er vor einem Geschäft, in dem er sich zwei der guten Stücke unter den Nagel gerissen hat, in einer wirklich lächerlichen Art und Weise probiert. Wenn der gute alte Leatherface mit seiner Säge jongliert mag das ja noch ganz cool aussehen, aber die Verrenkungen die Hopper zum besten gibt, sind so unsportlich, dass man nicht mal mehr drüber lachen kann. Leider bekommt der Betrachter im weiteren Verlauf eine weitere, wesentlich ausgedehntere Szene zu sehen, wo Dennis erneut zum Kettensägenschwinger wird, was ebenso albern wirkt und der ernsthaft gemeinten Szene ihre Ernsthaftigkeit raubt. Der Schauspielprofi spielt die ruhigeren Szenen zwar bedeutend besser, jedoch bleibt ein fader Beigeschmack zurück.

Neben diesen negativ geprägten Einlagen gibt es leider den weiteren Kritikpunkt, dass sich die ganze Geschichte etwas zieht und das merkt man bereits nach der Eröffnungsszenen, als die Radiomoderatorin von den beiden Unholden aufgesucht wird. Sicherlich ist das Gezeigte äußerst interessant, da diese Szenen besonders verstörend sind, allerdings zieht sich die Sache unnötig in die Länge und bereits nach einigen Minuten wünscht man sich das der Film endlich Fortschritte macht. Diese gibt es dann glücklicherweise auch, aber so richtig überzeugen kann keine Szene. Die Spannung ist zwar in Ordnung, die Atmosphäre gut, wenn auch nicht so perfekt die im Vorgänger und die Effekte sehenswert, der richtige Kettensägenfunken will aber nicht überspringen.

Somit kann man zu dem Fazit kommen, dass „Texas Chainsaw Massacre 2“ zwar ein recht guter Horrorfilm ist, der atmosphärisch dicht und mit guten Effekten gespickt ist, er aber nicht mit seinem Vorgänger mithalten kann, auch wenn er zur Freude der Splatterfraktion wesentlich blutiger ausgefallen ist. Als eigenständiger Streifen weiß er aber meist zu überzeugen, wodurch man ihn im oberen Drittel der besten Horrorfilme ansiedeln muss.

Tobe Hooper hat durch diesen Nachfolger glücklicherweise sein Gesicht nicht verloren, was man aber nicht von allen Mitwirkenden behaupten kann (Vorsicht! Doppeldeutiger Humor…)

Bewertung

Splatter 3.gif
Spannung 3_5.gif
Story 4.gif
Ekelfaktor 4_5.gif
Atmosphäre 4.gif
Gesamt 4.gif

Ähnlicher Film:

Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre

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Informationen

OT:Michael Bay´s Texas Chainsaw Massacre

ca.100 Minuten

USA 2003

Regie

  • Marcus Nispel
Darsteller

  • Jessica Biel
  • Jonathan Tucker
  • Erica Leerhsen
  • Mike Vogel
  • Eric Balfour
  • R. Lee Ermey
  • u.a.

Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre

Story

Im Sommer des Jahres 1973 macht sich eine fünfköpfige Teenagergruppe auf den Weg nach Mexiko, um dort einem Musikkonzert zu lauschen. Als sie die staubigen Strassen von Texas durchfahren, sehen sie plötzlich ein apathisches Mädchen auf der Strasse, dass fast Bekanntschaft mit dem Kühlergrill ihres Kleinbusses macht. Sie wenden und beschließen, die verstörte junge Frau etwas mitzunehmen, da sie irgendwo am Ende der langen Strasse wohnt.

Dies soll sich allerdings als schwerer Fehler rausstellen, denn nach dem die Reisegruppe den Weg, den die junge Frau ging, zurückfährt holt sie einen Revolver aus ihrem Schritt, steckt ihn in ihren Mund und drückt ab. Die angerichtete Sauerei ist groß und ein Verbergen der Tatsache kommt nach kurzer Diskussion nicht in Frage, denn die Heckscheibe ihres Vehikels ist nicht nur durchlöchert, es kleben auch unzählige, in Blut getränkte, Hirnstücke an ihr.

Nun wollen sie also dem Fall der Polizei melden, was sich in dieser abgelegnen Einöde nicht gerade als einfach herausstellen soll. Sie suchen eine Art Supermarkt auf und werden von dort zu einer alten Mühle geschickt, wo der Sheriff sie empfangen soll. Dies dauert allerdings ein wenig und so gucken sie sich in dem heruntergekommenen Gebäude um und entdecken einen kleinen Jungen, der im Gesicht entstellt ist und ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legt.

Zwei der fünf beschließen, nach einer längeren Wartezeit, die Gegend zu durchforsten und in der Tat finden sie ein Haus. Erstaunlicherweise verfügt es sogar über einen Telefonanschluss, was die beiden sichtlich erleichtert. Der Bewohner des Hauses, ein alter, an den Rollstuhl gefesselter Mann, lässt allerdings nur das Mädchen in sein Heim, ihre männliche Begleitung muss draußen warten. Als er aber die Wartezeit für überhöht hält, geht er in das Gebäude um das Mädchen zu suchen. Was er findet, hat aber nicht im geringsten etwas mit seiner Freundin zu tun, vielmehr sieht er ein heruntergekommenes Innenleben, in dem es ein ganzes Zimmer mit Vogelscheiße gibt, die ein, in einen kleinen Käfig gefangenes, Huhn abgibt. Diese bizarren Eindrücke soll er aber wenig später vergessen, da er einem leicht degenerierten Mann gegenübersteht, der eine Ledermaske trägt und ihn mit seiner Kettensäge bearbeiten will…

Kritik

Das Horrorgenre scheint 2003 einen richtigen Aufschwung zu erleben, da sich das Filmgeschäft diesem Subgenre wie lange nicht mehr zugewandt hat. Es gab einige atemberaubende Streifen in den Kinos zu bewundern, die glücklicherweise auf das jahrelang ausgeschlachtete „Scream-Prinzip“ verzichtet haben. Düstere Atmosphäre scheint wieder ein Renner zu werden und auch Hollywoodgrössen wie Michael Bay machen nicht vor dem Horrorfilm halt. Das dies natürlich ein risikoreiches Unterfangen ist, lässt sich kaum leugnen, denn Bay hatte bis zum Filmstart eine blütenreine und Milliarden Dollar schwere Weste. In seinen fünf Regiearbeiten hat er die Filme „Bad Boys“, „Bad Boys 2“ „Armageddon“, „The Rock“ und „Pearl Harbor“ zu verantworten. Alle wurden ein Riesenerfolg und spielten nicht weniger als 1,5 Milliarden Dollar ein! In „MBTCM“ führte Bay allerdings nicht Regie, sonder gab den Stab an den gebürtigen deutschen Marcus Nispel weiter. Aber warum beschäftigen sich Bay und Nispel, mit einem Streifen, der seinerzeit für viel Aufsehen sorgte und wohl wesentlich mehr Gegner als Fans hat?

Wahrscheinlich weil die Vorlage unter den Fans, die diesen Film lieben, mit am beliebtesten ist, denn auch 29 Jahre nach dem Erscheinen des „Blutgericht in Texas“ ist der Film in aller Munde. Widererwarten beschäftigt sich der Streifen nicht mit der detaillierten Zerschneidung mittels der Kettensäge, nein er verbreitet eher Angst und Schrecken, zeigt wie quälend ein Leben sein kann und wieso die amerikanischen Hinterwäldler so interessant zu beobachten sind.

Bay und Nispel haben allerdings darauf verzichtet, alles bis aufs kleinste Detail zu kopieren und haben dem Film etwas Eigenleben gegeben, dass wohl auch nötig war, um die Menschenmengen in die Kinos zu ziehen. Gleich zu Beginn wird einem beim Betrachten klar, dass die Story zwar nicht grundlegend, aber doch um einiges geändert wurde. War es im Original noch der Bruder des Kettensägenmann, der den Touristen einen Schrecken in die Glieder jagte und sich dann wieder aus dem Staub machte. Diesmal spielt diese Rolle eine junge Frau, die den Bus betritt und später nur (in Plastik gehüllt) rausgetragen werden kann… Sicherlich fragen sich viele, warum die Story so geändert wurde, da diese Szene im Original ja nicht unbedingt unwichtig war, wenn dann aber die Kamerafahrt durch den durchlöcherten Kopf auf der Leinwand erscheint, wird klar, in wiefern die Verantwortlichen das Tobe Hooper Werk verändern wollten.

Auch wenn sich im weiteren Verlauf vieles ähnlich, Im Bezug auf das Original abspielt, ist es doch etwas anders. Der Film wurde um einige Charaktere verstärkt, es mussten aber auch einige gehen. Besonders gelungen ist die neue Rolle des Sheriffs, die von keinem geringerem als R. Lee Ermey gespielt wird, der als „Schleifer“ schon einige Auftritte in Filmen wie „Full Metal Jacket“, „Zickenterror“ „Dead Man Walking“… gespielt hat. Er ist schauspieltechnisch sicherlich die einzige Augenweide, da die anderen Rollen nicht sonderlich anspruchsvoll sind. Einzig und allein Jessica Biel fällt etwas aus den Schatten, dies ist allerdings eher optischer Natur… Insgesamt gesehen liefern die Darsteller eine gute Arbeit ab, die aber auf gar keinen Fall überbewertet werden darf.

Der Film lebt ganz klar von seiner Spannung, der düsteren Atmosphäre und den nett anzusehenden Kulissen, die mehr als ein mal an „Wrong Turn“ erinnern. Zudem gibt es noch einige Ekeleinlagen, die sich gewaschen haben und es sicherlich verantworten müssen, dass nicht jeder Kinobesucher diesen Film bis zum Ende durchhalten wird. Der Ekelfaktor ist extrem hoch und wird auch abgehärteten Mägen schwer zu schaffen machen!

Ein direkter Vergleich mit dem Original fällt schwer, denn Michael Bay´s Variante wurde ja fast 30 Jahre später gedreht und in dieser Zeit ist viel Wasser die Flüsse der Erde hinuntergeflossen. Die Zeiten haben sich geändert und so auch das Kinopublikum, was natürlich bei einem angestrebten Erfolg beachtet werden muss. Die neue Mischung ist zwar anders als die alte, sie ist aber sicherlich nicht schlechter. „MBTCM“ ist blutiger, ekeliger, effekt- und actionlastiger als sein Vorgänger und nicht zuletzt wohl auch massenverträglicher. An den Charme des originalen „TCM“ kommt er nicht ganz heran, wird aber dennoch große Erfolge feiern!

Bewertung

Splatter 4_5.gif
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Ekelfaktor 6.gif
Atmosphäre 6.gif
Gesamt 6.gif

Ähnlicher Film:

  • Texas Chainsaw Massacre
  • Wrong Turn

Mexican Werewolf in Texas

0

Informationen

OT:Mexican Werewolf in Texas

ca.88 Minuten

USA 2005

Regie

  • Scott Maginnis
Darsteller

  • Erika Fay
  • Gabriel Gutierrez
  • Michael Carreo
  • Martine Hughes
  • u.a.

Mexican Werewolf in Texas

Story

In dem kleinen Kaff Furlough irgendwo in der texanischen Wüste, in der Nähe der Grenze von Mexiko, passiert eigentlich nie etwas. Entweder man prügelt sich, hütet Ziegen oder schiebt eine Nummer in der Wüste, ansonsten gibt es hier nichts zu tun. Doch das ändert sich eines Tages schlagartig. Eines Nachts werden einige Ziegen brutal umgebracht. Als die örtliche, unfähige Polizei nichts unternimmt, stellt die Schülerin Anna (Erika Fay) die Vermutung an, dass das legendäre Wesen Chupacabra für die Tat verantwortlich sein könnte. Sie ist fest entschlossen, der Sache zusammen mit ihren Freunden auf den Grund zu gehen und begibt sich dabei in höchste Gefahr. Mit der Hilfe der Erwachsenen dürfen die Jugendlichen allerdings nicht rechnen, denn diese sind so sehr in ihre rassistische Streitereien verstrickt, dass sie den Geschichten um Chupacabra keinen Glauben schenken. Als dann Annas Vater auch noch herausfindet, dass sie mit dem Mexikaner Miguel (Gabriel Gutierrez) zusammen ist, eskaliert die Situation gänzlich…

Kritik

Da hat sich Scott Maginnis ja etwas ganz cleveres einfallen lassen: Vermutlich dachte sich der Mann, dass er, wenn er schon keinen interessanten Film zu bieten hat, doch wenigstens mit einem halbwegs vertraut klingenden Titel werben könnte. So kam er dann auf "Mexican Werewolf in Texas", der sofort Erinnerungen an "American Werewolf in Paris" wachruft, obwohl er natürlich absolut nichts mit der tollen Horrorkomödie aus dem Jahr 1997 gemeinsam hat. Und wer glaubt, in diesem B-Movie würde ein Werwolf vorkommen, der muss schnell feststellen, dass der Titel irreführend ist. Nicht ein Werwolf macht hier eine texanische Kleinstadt unsicher, sondern ein Chupacabra. Wie, noch nie gehört? Chupacabra (oder auch Chupacabras) ist ein Fabelwesen, das seinen Ursprung im Lateinamerikanischen hat, und von dem behauptet wird, dass er Ziegen und Schafen die Kehle aufschlitzt, um ihr Blut zu trinken. Angeblich soll es schon viele Fälle gegeben haben, bei denen ein Chupacabra gesichtet wurde, doch eindeutige Beweise gab es bislang noch nicht. Experten sind sich einig, dass ein derartiges Wesen nie existiert hat und die vielen Fälle von Tierverstümmelungen auf das Konto von menschlichen Tätern gehen.

Ob nun real oder nicht, an und für sich ist diese Handlung für einen Horrorfilm nicht die Schlechteste. In einer Serie wie "X-Faktor – Das Unfassbare" wäre der Mythos um den Chupacabra sicherlich besser aufgehoben, aber nun gut. Lassen wir Scott Maginnis seinen Spaß und sehen mal, was der Gute uns mit seinem ersten, richtigen Spielfilm beschert hat. Dass dem Werk kein umwerfendes Budget zugrunde lag, das wird einem schon sehr schnell klar. Die knappe Finanzierung des Streifens scheint sich als allen Ecken und Enden bemerkbar machen zu wollen, wobei ich aber durchaus auch schon billigere Produktionen gesehen habe. Glücklicherweise ist noch klar erkennbar, dass hier keine Amateuere am Werk waren, das hätte dem Ganzen vermutlich den Rest gegeben.

Da der Streifen im heißen, staubigen Texas spielt, sollte es nicht wundern, dass es Maginnis nicht gelingt, eine schöne Atmosphäre aufzubauen. Dessen war sich der Regisseur wohl auch bewusst und legte es aufgrund dessen auch gar nicht erst darauf an, seinen Film unheimlich oder düster erscheinen zu lassen. Vielmehr wirkt alles wie aus einer Kopie von "Howling VII": Wir haben die inzest-gezeichneten Rednecks, die so real die Rolle der Klischeehinterwäldler spielen, dass man sich schon wieder fragen muss, ob hier wirklich Schauspielerei am Werk war. Außerdem, und das wird wohl viele abschrecken, ist "Mexican Werewolf in Texas" ein Teenie-Horrorfilm. Zwar nicht in der Tradition von "Düstere Legenden" und derlei Konsorten, aber dennoch sind es in diesem Fall Teenager, die den Mordfällen nachgehen. Was das bedeutet, dürfte nicht schwer zu erraten sein: Die eine oder andere Sexszene, Alkoholkonsum und mindestens zwei Partys, anders kennt man es ja auch nicht vom "Teeniehorror".

Ebenso entsprechen dann auch die Charaktere typischen Abziehbildern: Der dämliche Proll, die notgeile blonde Tussi, und das verliebte Pärchen, Anna und Miguel, die ganz in der Tradition von Romeo & Julia mit ihrer Beziehung den Zorn der Eltern auf sich ziehen, da diese sich nicht riechen können. So, und wer jetzt noch nicht gähnt, der ist selbst schuld. Klingt alles öde? Ist es auch, was durch die vorhersehbare Geschichte nicht gerade aufgepeppt wird. Die Story wird von Anna erzählt, die von einem besseren Leben träumt und uns Zuschauern von den "schicksalhaften Ereignissen in jenem Sommer" (oder so ähnlich) berichtet. Das hat wenigstens den Vorteil, dass Scott Maginnis sich nicht sonderlich bei der Umsetzung des Drehbuchs anstrengen musste, denn eine derartige Erzählung ist immer einfach als das langsame Einführen in einen Plot.

Spannend ist "Mexican Werewolf in Texas" ungefähr so sehr wie ein Sonntagmorgen in der Kirche. Hätte man sich wenigstens Mühe mit dem Monster gegeben, hätte das wohl noch etwas herausreißen können. Dank wirrer, schneller Schnitte bei den Angriffsszenen bekommen wir den Chupacabra allerdings nie gänzlich zu Gesicht, sondern können sein Äußeres nur erahnen. Wirklich blutig wird es übrigens auch in der ungeschnittenen Fassung nicht. Bis auf eine Szene, in der einem Typen die Gedärme freigelegt werden, gibts nichts für die Gorefraktion zu sehen. So ist überaus fraglich, wer überhaupt etwas mit "Mexican Werwolf in Texas" anfangen können wird. Horror, Spannung oder Splatter sind hier kaum vorhanden, ebensowenig wie schwarzer Humor oder sonstige, positive Eigenschaften. Alles, was das Konsumieren dieses Werks befürwortet, ist, dass es überraschenderweise kaum so unerträglich wird, das man sich genötigt fühlt, die DVD aus dem Player zu nehmen. Alles geht recht zügig vonstatten, so dass sich "Mexican Werewolf in Texas" nicht auf zu vielen Dialogszenen festfährt, doch das ist seine einzige, positive Eigenschaft. Die Schauspieler sind allesamt nicht in der Lage, das Ruder herumzureißen. Kein Wunder, bei den dämlichen Charakteren, die sie spielen müssen.

Den Horror, den das Cover verspricht, durfte ich leider vergebens suchen, ebenso wie den titelgebenden Werwolf. "Mexican Werewolf in Texas" ist ein B-Movie, welches die Legende um den Chupacabra aufgreift, doch daraus leider keinen brauchbaren Film machen kann. Alles zieht sich hier viel zu zäh und unspektakulär dahin, es gibt keine nennenswerten Highlights und auch keine genaue Zielgruppe, der man dieses Machwerk empfehlen möchte. Unterdurchschnittliches Videothekenfilmchen, das man nicht gesehen haben muss.

Bewertung

Splatter 2.gif
Spannung 1_5.gif
Story 2_5.gif
Ekelfaktor 2.gif
Atmosphäre 2_5.gif
Gesamt 2.gif

Ähnlicher Film:

Michael Bay´s Texas Chainsaw Massacre

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Informationen

Darsteller
  • Jessica Biel
  • Jonathan Tucker
  • Erica Leersen
  • Mike Vogel
  • R. Lee Ermey
Regie Marcus Nispel
FSK Voraussichtlich FSK 18
Drehland USA
Jahr 2003
Filmlänge ca. 100 Minuten
Originaltitel Michael Bay´s Texas Chainsaw Massacre
 Michael Bay´s Texas Chainsaw Massacre

Story

Im Sommer des Jahres 1973 macht sich eine fünfköpfige Teenagergruppe auf den Weg nach Mexiko, um dort einem Musikkonzert zu lauschen. Als sie die staubigen Strassen von Texas durchfahren, sehen sie plötzlich ein apathisches Mädchen auf der Strasse, dass fast Bekanntschaft mit dem Kühlergrill ihres Kleinbusses macht. Sie wenden und beschliessen, die verstörte junge Frau etwas mitzunehmen, da sie irgendwo am Ende der langen Strasse wohnt.

Dies soll sich allerdings als schwerer Fehler rausstellen, denn nach dem die Reisegruppe den Weg, den die junge Frau ging, zurückfährt holt sie einen Revolver aus ihrem Schritt, steckt ihn in ihren Mund und drückt ab. Die angerichtete Sauerei ist gross und ein Verbergen der Tatsache kommt nach kurzer Diskussion nicht in Frage, denn die Heckscheibe ihres Vehikels ist nicht nur durchlöchert, es kleben auch unzählige, in Blut getränkte, Hirnstücke an ihr.

Nun wollen sie also dem Fall der Polizei melden, was sich in dieser abgelegnen Einöde nicht gerade als einfach herausstellen soll. Sie suchen eine Art Supermarkt auf und werden von dort zu einer alten Mühle geschickt, wo der Sheriff sie empfangen soll. Dies dauert allerdings ein wenig und so gucken sie sich in dem heruntergekommenen Gebäude um und entdecken einen kleinen Jungen, der im Gesicht entstellt ist und ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legt.

Zwei der fünf beschliessen, nach einer längeren Wartezeit, die Gegend zu durchforsten und in der Tat finden sie ein Haus. Erstaunlicherweise verfügt es sogar über einen Telefonanschluss, was die beiden sichtlich erleichtert. Der Bewohner des Hauses, ein alter, an den Rollstuhl gefesselter Mann, lässt allerdings nur das Mädchen in sein Heim, ihre männliche Begleitung muss draussen warten. Als er aber die Wartezeit für überhöht hält, geht er in das Gebäude um das Mädchen zu suchen. Was er findet, hat aber nicht im geringsten etwas mit seiner Freundin zu tun, vielmehr sieht er ein heruntergekommenes Innenleben, in dem es ein ganzes Zimmer mit Vogelscheisse gibt, die ein, in einen kleinen Käfig gefangenes, Huhn abgibt. Diese bizarren Eindrücke soll er aber wenig später vergessen, da er einem leicht degenerierten Mann gegenübersteht, der eine Ledermaske trägt und ihn mit seiner Kettensäge bearbeiten will…

Kritik

Das Horrorgenre scheint 2003 einen richtigen Aufschwung zu erleben, da sich das Filmgeschäft diesem Subgenre wie lange nicht mehr zugewandt hat. Es gab einige atemberaubende Streifen in den Kinos zu bewundern, die glücklicherweise auf das jahrelang ausgeschlachtete „Scream-Prinzip“ verzichtet haben. Düstere Atmosphäre scheint wieder ein Renner zu werden und auch Hollywoodgrössen wie Michael Bay machen nicht vor dem Horrorfilm halt. Das dies natürlich ein risikoreiches Unterfangen ist, lässt sich kaum leugnen, denn Bay hatte bis zum Filmstart eine blütenreine und Milliarden Dollar schwere Weste. In seinen fünf Regiearbeiten hat er die Filme „Bad Boys“, „Bad Boys 2“ „Armageddon“, „The Rock“ und „Pearl Harbor“ zu verantworten. Alle wurden ein Riesenerfolg und spielten nicht weniger als 1,5 Milliarden Dollar ein! In „MBTCM“ führte Bay allerdings nicht Regie, sonder gab den Stab an den gebürtigen deutschen Marcus Nispel weiter. Aber warum beschäftigen sich Bay und Nispel, mit einem Streifen, der seinerzeit für viel Aufsehen sorgte und wohl wesentlich mehr Gegner als Fans hat?

Wahrscheinlich weil die Vorlage unter den Fans, die diesen Film lieben, mit am beliebtesten ist, denn auch 29 Jahre nach dem Erscheinen des „Blutgericht in Texas“ ist der Film in aller Munde. Widererwarten beschäftigt sich der Streifen nicht mit der detaillierten Zerschneidung mittels der Kettensäge, nein er verbreitet eher Angst und Schrecken, zeigt wie quälend ein Leben sein kann und wieso die amerikanischen Hinterwäldler so interessant zu beobachten sind.

Bay und Nispel haben allerdings darauf verzichtet, alles bis aufs kleinste Detail zu kopieren und haben dem Film etwas Eigenleben gegeben, dass wohl auch nötig war, um die Menschenmengen in die Kinos zu ziehen. Gleich zu Beginn wird einem beim Betrachten klar, dass die Story zwar nicht grundlegend, aber doch um einiges geändert wurde. War es im Original noch der Bruder des Kettensägenmann, der den Touristen einen Schrecken in die Glieder jagte und sich dann wieder aus dem Staub machte. Diesmal spielt diese Rolle eine junge Frau, die den Bus betritt und später nur (in Plastik gehüllt) rausgetragen werden kann… Sicherlich fragen sich viele, warum die Story so geändert wurde, da diese Szene im Original ja nicht unbedingt unwichtig war, wenn dann aber die Kamerafahrt durch den durchlöcherten Kopf auf der Leinwand erscheint, wird klar, in wiefern die Verantwortlichen das Tobe Hooper Werk verändern wollten.

Auch wenn sich im weiteren Verlauf vieles ähnlich, Im Bezug auf das Original abspielt, ist es doch etwas anders. Der Film wurde um einige Charaktere verstärkt, es mussten aber auch einige gehen. Besonders gelungen ist die neue Rolle des Sheriffs, die von keinem geringerem als R. Lee Ermey gespielt wird, der als „Schleifer“ schon einige Auftritte in Filmen wie „Full Metal Jacket“, „Zickenterror“ „Dead Man Walking“… gespielt hat. Er ist schauspieltechnisch sicherlich die einzige Augenweide, da die anderen Rollen nicht sonderlich anspruchsvoll sind. Einzig und allein Jessica Biel fällt etwas aus den Schatten, dies ist allerdings eher optischer Natur… Insgesamt gesehen liefern die Darsteller eine gute Arbeit ab, die aber auf gar keinen Fall überbewertet werden darf.

Der Film lebt ganz klar von seiner Spannung, der düsteren Atmosphäre und den nett anzusehenden Kulissen, die mehr als ein mal an „Wrong Turn“ erinnern. Zudem gibt es noch einige Ekeleinlagen, die sich gewaschen haben und es sicherlich verantworten müssen, dass nicht jeder Kinobesucher diesen Film bis zum Ende durchhalten wird. Der Ekelfaktor ist extrem hoch und wird auch abgehärteten Mägen schwer zu schaffen machen!

Ein direkter Vergleich mit dem Original fällt schwer, denn Michael Bay´s Variante wurde ja fast 30 Jahre später gedreht und in dieser Zeit ist viel Wasser die Flüsse der Erde hinuntergeflossen. Die Zeiten haben sich geändert und so auch das Kinopublikum, was natürlich bei einem angestrebten Erfolg beachtet werden muss. Die neue Mischung ist zwar anders als die alte, sie ist aber sicherlich nicht schlechter. „MBTCM“ ist blutiger, ekeliger, effekt- und actionlastiger als sein Vorgänger und nicht zuletzt wohl auch massenverträglicher. An den Charme des originalen „TCM“ kommt er nicht ganz heran, wird aber dennoch grosse Erfolge feiern!

Bewertung

Splatter 2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif
Spannung 2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif
Atmosphäre 2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif
Ton 2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif
Bild 2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif
Gesamt 2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif2003_stern.gif

Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre

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Informationen

OT:Michael Bay´s Texas Chainsaw Massacre

ca.100 Minuten

USA 2003

Regie

  • Marcus Nispel
Darsteller

  • Jessica Biel
  • Jonathan Tucker
  • Erica Leerhsen
  • Mike Vogel
  • Eric Balfour
  • R. Lee Ermey
  • u.a.

Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre

Story

Im Sommer des Jahres 1973 macht sich eine fünfköpfige Teenagergruppe auf den Weg nach Mexiko, um dort einem Musikkonzert zu lauschen. Als sie die staubigen Strassen von Texas durchfahren, sehen sie plötzlich ein apathisches Mädchen auf der Strasse, dass fast Bekanntschaft mit dem Kühlergrill ihres Kleinbusses macht. Sie wenden und beschließen, die verstörte junge Frau etwas mitzunehmen, da sie irgendwo am Ende der langen Strasse wohnt.

Dies soll sich allerdings als schwerer Fehler rausstellen, denn nach dem die Reisegruppe den Weg, den die junge Frau ging, zurückfährt holt sie einen Revolver aus ihrem Schritt, steckt ihn in ihren Mund und drückt ab. Die angerichtete Sauerei ist groß und ein Verbergen der Tatsache kommt nach kurzer Diskussion nicht in Frage, denn die Heckscheibe ihres Vehikels ist nicht nur durchlöchert, es kleben auch unzählige, in Blut getränkte, Hirnstücke an ihr.

Nun wollen sie also dem Fall der Polizei melden, was sich in dieser abgelegnen Einöde nicht gerade als einfach herausstellen soll. Sie suchen eine Art Supermarkt auf und werden von dort zu einer alten Mühle geschickt, wo der Sheriff sie empfangen soll. Dies dauert allerdings ein wenig und so gucken sie sich in dem heruntergekommenen Gebäude um und entdecken einen kleinen Jungen, der im Gesicht entstellt ist und ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legt.

Zwei der fünf beschließen, nach einer längeren Wartezeit, die Gegend zu durchforsten und in der Tat finden sie ein Haus. Erstaunlicherweise verfügt es sogar über einen Telefonanschluss, was die beiden sichtlich erleichtert. Der Bewohner des Hauses, ein alter, an den Rollstuhl gefesselter Mann, lässt allerdings nur das Mädchen in sein Heim, ihre männliche Begleitung muss draußen warten. Als er aber die Wartezeit für überhöht hält, geht er in das Gebäude um das Mädchen zu suchen. Was er findet, hat aber nicht im geringsten etwas mit seiner Freundin zu tun, vielmehr sieht er ein heruntergekommenes Innenleben, in dem es ein ganzes Zimmer mit Vogelscheiße gibt, die ein, in einen kleinen Käfig gefangenes, Huhn abgibt. Diese bizarren Eindrücke soll er aber wenig später vergessen, da er einem leicht degenerierten Mann gegenübersteht, der eine Ledermaske trägt und ihn mit seiner Kettensäge bearbeiten will…

Kritik

Das Horrorgenre scheint 2003 einen richtigen Aufschwung zu erleben, da sich das Filmgeschäft diesem Subgenre wie lange nicht mehr zugewandt hat. Es gab einige atemberaubende Streifen in den Kinos zu bewundern, die glücklicherweise auf das jahrelang ausgeschlachtete „Scream-Prinzip“ verzichtet haben. Düstere Atmosphäre scheint wieder ein Renner zu werden und auch Hollywoodgrössen wie Michael Bay machen nicht vor dem Horrorfilm halt. Das dies natürlich ein risikoreiches Unterfangen ist, lässt sich kaum leugnen, denn Bay hatte bis zum Filmstart eine blütenreine und Milliarden Dollar schwere Weste. In seinen fünf Regiearbeiten hat er die Filme „Bad Boys“, „Bad Boys 2“ „Armageddon“, „The Rock“ und „Pearl Harbor“ zu verantworten. Alle wurden ein Riesenerfolg und spielten nicht weniger als 1,5 Milliarden Dollar ein! In „MBTCM“ führte Bay allerdings nicht Regie, sonder gab den Stab an den gebürtigen deutschen Marcus Nispel weiter. Aber warum beschäftigen sich Bay und Nispel, mit einem Streifen, der seinerzeit für viel Aufsehen sorgte und wohl wesentlich mehr Gegner als Fans hat?

Wahrscheinlich weil die Vorlage unter den Fans, die diesen Film lieben, mit am beliebtesten ist, denn auch 29 Jahre nach dem Erscheinen des „Blutgericht in Texas“ ist der Film in aller Munde. Widererwarten beschäftigt sich der Streifen nicht mit der detaillierten Zerschneidung mittels der Kettensäge, nein er verbreitet eher Angst und Schrecken, zeigt wie quälend ein Leben sein kann und wieso die amerikanischen Hinterwäldler so interessant zu beobachten sind.

Bay und Nispel haben allerdings darauf verzichtet, alles bis aufs kleinste Detail zu kopieren und haben dem Film etwas Eigenleben gegeben, dass wohl auch nötig war, um die Menschenmengen in die Kinos zu ziehen. Gleich zu Beginn wird einem beim Betrachten klar, dass die Story zwar nicht grundlegend, aber doch um einiges geändert wurde. War es im Original noch der Bruder des Kettensägenmann, der den Touristen einen Schrecken in die Glieder jagte und sich dann wieder aus dem Staub machte. Diesmal spielt diese Rolle eine junge Frau, die den Bus betritt und später nur (in Plastik gehüllt) rausgetragen werden kann… Sicherlich fragen sich viele, warum die Story so geändert wurde, da diese Szene im Original ja nicht unbedingt unwichtig war, wenn dann aber die Kamerafahrt durch den durchlöcherten Kopf auf der Leinwand erscheint, wird klar, in wiefern die Verantwortlichen das Tobe Hooper Werk verändern wollten.

Auch wenn sich im weiteren Verlauf vieles ähnlich, Im Bezug auf das Original abspielt, ist es doch etwas anders. Der Film wurde um einige Charaktere verstärkt, es mussten aber auch einige gehen. Besonders gelungen ist die neue Rolle des Sheriffs, die von keinem geringerem als R. Lee Ermey gespielt wird, der als „Schleifer“ schon einige Auftritte in Filmen wie „Full Metal Jacket“, „Zickenterror“ „Dead Man Walking“… gespielt hat. Er ist schauspieltechnisch sicherlich die einzige Augenweide, da die anderen Rollen nicht sonderlich anspruchsvoll sind. Einzig und allein Jessica Biel fällt etwas aus den Schatten, dies ist allerdings eher optischer Natur… Insgesamt gesehen liefern die Darsteller eine gute Arbeit ab, die aber auf gar keinen Fall überbewertet werden darf.

Der Film lebt ganz klar von seiner Spannung, der düsteren Atmosphäre und den nett anzusehenden Kulissen, die mehr als ein mal an „Wrong Turn“ erinnern. Zudem gibt es noch einige Ekeleinlagen, die sich gewaschen haben und es sicherlich verantworten müssen, dass nicht jeder Kinobesucher diesen Film bis zum Ende durchhalten wird. Der Ekelfaktor ist extrem hoch und wird auch abgehärteten Mägen schwer zu schaffen machen!

Ein direkter Vergleich mit dem Original fällt schwer, denn Michael Bay´s Variante wurde ja fast 30 Jahre später gedreht und in dieser Zeit ist viel Wasser die Flüsse der Erde hinuntergeflossen. Die Zeiten haben sich geändert und so auch das Kinopublikum, was natürlich bei einem angestrebten Erfolg beachtet werden muss. Die neue Mischung ist zwar anders als die alte, sie ist aber sicherlich nicht schlechter. „MBTCM“ ist blutiger, ekeliger, effekt- und actionlastiger als sein Vorgänger und nicht zuletzt wohl auch massenverträglicher. An den Charme des originalen „TCM“ kommt er nicht ganz heran, wird aber dennoch große Erfolge feiern!

Bewertung

Splatter 4_5.gif
Spannung 5_5.gif
Story 5_5.gif
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Atmosphäre 6.gif
Gesamt 6.gif

Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre

0

Informationen

OT:Michael Bay´s Texas Chainsaw Massacre

ca.100 Minuten

USA 2003

Regie

  • Marcus Nispel
Darsteller

  • Jessica Biel
  • Jonathan Tucker
  • Erica Leerhsen
  • Mike Vogel
  • Eric Balfour
  • R. Lee Ermey
  • u.a.

Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre

Story

Texas im Jahre 1973. Es sollte ein so schöner Sommerferien-Trip für die 5 jungen Leute werden: Nach ein paar Tagen Aufenthalt in Mexiko mit dem Van quer durch Texas fahren, um dann zum Abschluss der Tour ein Lynard Skynard Konzert zu besuchen.

Doch erstens kommt es anders, und zweitens schrecklicher, als sie es sich in ihren schlimmsten Albträumen hätten vorstellen können.

Abgelenkt durch ein Streitgespräch mit seiner Freundin Erin, überfährt Fahrer Kemper beinahe ein apathisch auf der Straße wandelndes Mädchen. Die junge Frau ist völlig verängstigt, redet wirres Zeug und macht auch optisch einen ramponierten Eindruck, so dass sich die Gruppe, wenn auch mit äußerstem Unbehagen, verpflichtet fühlt, sie in ihrem Bus mitzunehmen und Hilfe für sie zu suchen. Während der Fahrt erzählt sie bruchstückhaft von schrecklichen Todesfällen und grausigen Erlebnissen. Plötzlich hält sie einen Revolver in der Hand und begeht vor den Augen ihrer entsetzten Retter Selbstmord.

Erin und Pepper, die beiden Mädchen der Truppe können nach langer Diskussion ihre männlichen Begleiter Kemper, Morgan und Andy davon überzeugen, den Fall der Polizei zu melden, anstatt die Leiche einfach nur zu beseitigen. Bei Benachrichtigung des Sheriffs wird ihnen mitgeteilt, dass dieser bei einer alten Mühle auf sie warten würde. Dort angekommen treffen die jungen Leute jedoch nur einen unheimlichen und ziemlich zerlumpten Jungen namens Jedidiah, woraufhin Erin und Kemper beschließen, sich in der näheren Umgebung nach Hilfe umzusehen. Bald werden sie fündig: Ein verschrobener Redneck im Rollstuhl läßt Erin in seinem heruntergekommenen Herrenhaus telefonieren. Als dem draußen wartenden Kemper das lange Wegbleiben seiner Freundin merkwürdig erscheint, sucht er im Haus nach ihr, findet statt seiner Angebeteten aber nur einen qualvollen Tod durch den durch eine Erbgutkrankheit mit nur körperlich, sondern auch geistig degenerierten Sohn des Hauses: Tom "Leatherface" Hewitt, der nicht nur geschickt mit der Motorsäge umgehen kann, sondern auch dem Hobby der Handarbeit frönt, indem er die Körperteile seiner Opfer liebevoll zu verwerten weiß.

In der Annahme, der ungeduldige Kemper hätte sie versetzt, macht sich Erin wütend auf den Weg zurück zu ihren Freunden. Diese wiederum hatten inzwischen die Freude, den ortsansässigen Sheriff kennen lernen zu dürfen, einen faschistoiden perversen Sadisten, der keinen Hehl aus seinen nekrophilen und menschenverachtenden Ansichten macht.

Die Gruppe macht sich auf die Suche nach dem immer noch verschollenen Kemper. Erin und Andy beschließen, in dem alten Herrenhaus des Rollstuhl-Rednecks zu suchen und machen dort ebenfalls die Bekanntschaft mit Leatherface und seiner Kettensäge, Erin zum Glück nur flüchtig, Andy bzw. sein Bein leider etwas intensiver…

Erin flüchtet panisch wieder zurück zu Morgan und Pepper, um kurz darauf zusammen mit den beiden den Schikanen des erneut auftauchenden Sheriffs hilflos ausgeliefert zu sein. Nicht gerade überraschend stellt sich heraus, dass dieser ein Mitglied der degenerierten Familie ist.

Er verhaftet Morgan, misshandelt ihn und bringt ihn zum Herrenhaus, wo er weitere Peinigungen ertragen muß, während sich Leatherface mit seiner Kettensäge um die beiden verbliebenen jungen Damen kümmert.

Nur Erin kann entkommen. Doch es scheint, als ob sie im Kreis laufen würde. Die Nacht ist dunkel, die Gegend unwegsam, und Leatherface und seine Sippe sind ihr immer einen Schritt voraus…

Kritik

Blasphemie?? Größenwahnsinn??

Eines ist sicher: Mangelndes Selbstvertrauen kann Regisseur Marcus Nispel nun wirklich nicht vorgehalten werden. Schließlich hat er, der sich bisher als Werbespot-Visualist und Inszenator für Musik-Clips einen Namen gemacht hat, sich für sein Filmdebüt nicht irgendeine Story ausgesucht, sondern sich an das Remake von "BLUTGERICHT IN TEXAS" ("THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE", Tobe Hooper, USA, 1974), einem der größten Horror-Klassiker der Filmgeschichte gewagt. Ein Unterfangen, das bei Fans und Kritikern schon im Vorfeld mit großer Skepsis aufgenommen und als zum Scheitern verdammt bezeichnet wurde.

Doch das Resultat straft jeden (zugegebenermaßen berechtigten) Zweifel lügen:

Mit Michael Bay als erfahrenen Produzenten im Hintergrund, einer bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt besetzten Riege von Schauspielern und vor allem einem Drehbuch, das die Geschichte des Klassikers eigenwillig und relativ actionlastig interpretiert jedoch immer dicht an der Atmosphäre und Intensität des Originals bleibt, hat Marcus Nispel das anscheinend Unmögliche möglich gemacht. Dieser Film reiht sich nahtlos in die Reihe grandioser moderner Remakes von KULT-KLASSIKERN des Horrorfilmes ein.

Wie ihrer Zeit schon David Cronenberg mit "DIE FLIEGE" (USA, 1987) oder John Carpenter mit seinem "DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT" (USA, 1981) verstand es Marcus Nispel mit "MICHAEL BAY’S TEXAS CHAINSAW MASSACRE" ein Remake eines Meisterwerkes so zu inszenieren, dass ein eigenständiger Film entstand, der das Original in einer genialen Art und Weise für die aktuelle Zeit neudefiniert und gleichzeitig Hommage an die Vorlage ist, da eine Nähe zum Klassiker jederzeit gegeben ist.

So wird der Film sicherlich alle Gruppen von Kinogängern erfreuen: Die Fans, die das Original kennen, lieben und sich aufgrund dieser gelungenen Umsetzung cineastischen Terrors nun Wirklich keine Sorgen um die Zukunft des Horrorfilms machen brauchen, ebenso, wie den durchschnittlichen Kinogänger, der sich einfach mal etwas jenseits des blutarmen, geleckten Hollywood-Mainstreams kurzweilig unterhalten will.

"MICHAEL BAY’S TEXAS CHAINSAW MASSACRE" weist über die ganze Handlung verteilt ziemlich drastische Momente auf und bietet gewissermaßen das, was dem Original aufgrund seines hiesigen Verbotes seinerzeit an Blutrünstigkeiten angedichtet wurde. Im Gegensatz zur Vorlage wird nicht an kostbarem Lebensaft gespart, und das Publikum muss sich die Wirkung einer Kettensäge auf die Anatomie des Menschen nicht nur vorstellen…

Gleichwohl härter (und somit auch viel eher dem Grauen des Originals entsprechend) sind die verbalen und schließlich auch physischen Demütigungen und Misshandlungen der Opfer. Leider stellt allerdings eben die Explizität der Gewalt, verbunden mit den in heutiger Zeit anscheinend obligaten schnellen Filmschnitten während der Actionsequenzen, ein Manko dar. Dort wo im Original der Ekel und der Schock der Phantasie des Publikums überlassen wurde, wird hier teilweise mit der Belastbarkeit der Mägen der nicht splatter-erprobten Zuschauer gespielt. Jeder Splatter-Freak wird begeistert sein, Zartbesaitete können sich wohl das Geld für das Popcorn sparen 😉

Das Produktionsteam hat sich bei der Auswahl der Schauspieler wirklich Gedanken gemacht. Die schauspielerischen Leistungen sind, entgegen der herkömmlichen Klischees, durchweg überzeugend, wobei die Glaubwürdigkeit der Charaktere zu keiner Zeit durch hohle Dialoge zunichte gemacht werden. Jessica Biel, die übrigens die meisten ihrer Stunts selber übernommen hat, spielt den Part der toughen Erin mit unglaublicher Energie und erfüllt ihren Part mit Bravour.

Besonders hervorzuheben ist allerdings die oscarreife schauspielerische Leistung von R. Lee Ermey ("FULL METAL JACKET", Stanley Kubrick, USA, 1987), der die Rolle des Sheriffs als Oberfiesling so intensiv verkörpert, dass es dem Zuschauer vor Wut und Empörung über dessen Boshaftigkeit schlicht die Sprache verschlägt!

Gelungen ist auch die Einbettung des Filmes in eine pseudodokumentarische Handlung. Dabei führt Marcus Nispel die Idee des Originals weiter, bei dem zu Beginn über bizarre Leichenschändungen berichtet wird, um dem Film eine (historisch durch den Fall ED GEIN ja auch tatsächlich vorhandene) Authentizität zu verleihen. Dem modernen Kino entsprechend, umrahmt Nispel sein "Massaker" von Polizeiberichten und amateurhaften Videosequenzen im Stile von "BLAIR WITCH PROJECT" (Daniel Myrick, Eduardo Sanchez, USA, 1999), wodurch zusätzlich eine unbehagliche Atmosphäre entsteht.

Im Gegensatz zum Original, kommt in diesem Remake der Person des Leatherface eine größere Bedeutung zu Teil. Sicherlich kann man den Produzenten hierbei die Verfolgung kommerzieller Ziele unterstellen, mittlerweile ist Leatherface ja zur Kult-Figur avanciert, allerdings ist die Hintergrundgeschichte des Tom Hewitt und, sein blutiges Treiben und die Anfertigung seiner Masken auch für Old-School-Fans höchst interessant und hat somit ihre Berechtigung.

Insgesamt versteht es Marcus Nispel ausgezeichnet, die Atmosphäre und Dichte des Originals mit den Motiven des aktuellen Films zu verbinden, d.h. er geht auf die Sehgewohnheiten des modernen Publikums ein, ohne die Fans des Originals zu verprellen. Vielleicht werden einige Zuschauer aufgrund des Terrors auf der Leinwand den Kinosaal verlassen. – Mit Sicherheit werden durch diesen Film aber sehr viele Leute zu Horror-Fans!!

Angesichts dieses gelungenen Debüts von Marcus Nispel bleibt zu hoffen, dass er in Zukunft dem Horror-Genre treu bleiben wird. Es warten sicher noch einige Klassiker auf würdige Remakes. Wie wäre es mit "LAST HOUSE ON THE LEFT" (Wes Craven, USA, 1972) oder "DAWN OF THE DEAD" (George A. Romero, USA, 1977) ???

Fazit:

Operation gelungen – Patient zersägt!!! Grandioses und derbes Remake eines der größten Horror-Klassiker aller Zeiten!! Perfektes Schock-Kino!!!

Bewertung

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