The Gruesome Twosome

Informationen

OT:The Gruesome Twosome

ca.72 Minuten

USA 1967

Regie

  • Herschell Gordon Lewis
Darsteller

  • Elizabeth Davis
  • Gretchen Wells
  • Chris Martell
  • Rodney Bedell
  • u.a.

The Gruesome Twosome

Story

In einer kleinen amerikanischen Vorstadt bereibt Mrs. Pringle (Elizabeth Davis) zusammen mit ihrem geistig zurückgebliebenen Sohn Rodney (Chris Martell) einen kleinen Perückenladen. Das Geheimnis des florierenden Geschäfts ist ebenso einfach wie grausam: Die Beiden bieten jungen Studenten eine Wohnung an, die sie dann überwältigen und skalpieren. Selbstverständlich bleibt das blutige Treiben nicht unbemerkt, es werden bereits drei Menschen vermisst. Da die Polizei bei ihren Nachforschungen nicht so recht weiterkommt, leben die Studenten der örtlichen Universität in permanenter Angst, dem Killer als nächstes zum Opfer zu fallen.

Auch an Kathy Baker (Gretchen Wells) und ihrer Freundin Nancy (Ronnie Cass) gehen die Geschehnisse nicht spurlos vorüber. Kathy beobachtet eines Tages, wie der unheimliche Hausmeister der Universität einige Knochen mit sich trägt und diese in seinem Garten vergräbt. Entsetzt verständigt sie die Polizei, doch es stellt sich heraus, dass der Hausmeister unschuldig ist. Nancy kauft sich derweil eine schicke Perücke in dem Geschäft von Mrs. Pringle und präsentiert sich daraufhin stolz vor ihren Freundinnen. Die Haare erinnern Kathy sofort an ein verschwundenes Mädchen und sie beschließt, sich den Perückenladen mal näher anzusehen…

Kritik

Wenn man sich so nach den Anfängen des Splatterfils umhört, wird einem oftmals George Romero’s "Dawn of the Dead" genannt, doch tatsächlich gab es schon mehr als 10 Jahre zuvor die ersten, blutigen Reißer zu bestaunen. Alles nahm seinen Anfang, als Herschell Gordon Lewis im Jahre 1963 "Blood Feast" veröffentlichte, in dem er bis dato unbekannte Gewaltgrenzen sprengte und seinen Zuschauern die eine oder andere Gore-Szene vor Augen führte. Damit ließ sich gutes Geld verdienen und so dauerte es nicht lange, bis Lewis diese Scheine weiter befuhr. Es folgten Filme wie "Two Thousand Maniacs" oder "Color Me Blood Red". Wo der Regisseur damals von vielen für seine brutalen Filmchen kritisiert wurde, gilt er heute als Urvater des modernen Gore-Films. "The Gruesome Twosome" ist einer von vielen schmuddeligen Blutexzessen Lewis‘, der sich qualitativ noch in einem gesunden, mittleren Bereich bewegt.

Wer bei dem Begriff Splatter an menschenverachtende Streifen denkt, in dem irgendwelche Menschen von Killern oder Kannibalen, oder von was auch immer, brutal niedergemetzelt werden, der liegt schon mal gar nicht so falsch. Nur sah das vor 39 Jahren eben noch anders aus, als es uns Regisseure wie Alexandre Aja heutzutage in Filmen "High Tension" präsentieren, um nur mal ein Beispiel zu nennen. "The Gruesome Twosome" ist mehr ein Vorreiter derartiger Filme und hat keineswegs etwas mit ihnen gemein. Das zeigt sich schon ganz klar in der Anfangssequenz, in der sich zwei bemalte Styroporköpfe angeregt über das Geschehen im Film unterhalten, bis plötzlich einer von ihnen ein Messer in den Kopf gerammt bekommt.

In dieser Art geht der Streifen zwar nicht weiter, doch jeder, der sich schon dabei nach einem Sinn fragen musste, kann sich einen Kauf gleich sparen. "The Gruesome Twosome" versprüht eine knallige Sixties-Atmosphäre und das meine ich so, wie ich es schreibe. Selbst in den unpassendsten Szenen ist der Streifen mit einer penetranten Jazzmusik unterlerlegt, die nicht selten die Dialoge übertönt. Und, nicht nur, dass Lewis recht wenig Geld für die Inszenierung zu Verfügung hatte, er ist auch nicht gerade sonderlich talentiert in seinem Fach. Nicht selten gibt es minutenlange Aufnahmen von Mädchen, die zu lauter Musik in ihrem pinken Plüschzimmer auf und ab hüpfen, oder von irgendwelchen Händen, denen wir in Nahaufnahme dabei zusehen dürfen, wie sie Essen schneiden. Das ist ziemlich blöd, dilletantisch und für die meisten sicherlich nervend, doch es ist eben ein typischer Lewis. Und irgendwie kann man den Kult um den Regisseur auch nachvollziehen, denn es gab wohl sonst nur wenige, die den kitschigen Charme der 60er mit brutalen Gore-Effekten vermischten.

Sonderlich spannend wird das Geschehen nie und von einer Überstrapazierung der Lachmuskeln darf auch nicht gesprochen werden. Unfreiwillige Komik gibt es dafür zuhauf, denn was das Publikum damals noch gut unterhielt und schockierte, kann einem heutzutage nur noch ein müdes Lächeln entlocken. Die Gewaltszenen in "The Gruesome Twosome" sind, wenn man darüber nachdenkt, schon ziemlich derb, doch die Umsetzung ist verständlicherweise nicht mehr mit den heutigen Effekten gleichzusetzen. Wenn der ständig sabbernde Rodney einer noch lebendigen und schreienden Frau die Kopfhaut abschneidet oder einer anderen mit einem elektrischem Brotmesser den Kopf abtrennt, dann klingt das wohl alles heftiger, als es in "The Gruesome Twosome" letztendlich zu sehen ist. Es ist einfach nicht sonderlich schockierend, dem blutigen Treiben zusehen zu müssen, wenn dabei klar die Stellen zu erkennen sind, an denen das Make Up auf die Stirn geklebt wurde. Für die damalige Zeit waren die Gore-Effekte sicherlich außerordentlich hart, doch heute besitzen sie bestenfalls noch Nostalgiestatus.

Die Schauspieler machen ihre Sache.. nun, sagen wir mal dem Film entsprechend. Insbesondere den Opfern ist deutlich anzusehen, dass sie vermutlich zum ersten Mal vor der Kamera standen. Keiner der hier zu sehenden Akteure ist mit einem übermäßigen Talent gesegnet, doch ausnahmsweise fasse ich das mal nicht als Negativpunkt auf. Es passt einfach zur Atmosphäre des Films, wenn uns 30 jährige Schauspieler als junge Studenten verkauft werden und zu allem Überfluss noch nicht einmal besonders gut spielen können.

Obwohl ich, objektiv betrachtet, nicht viel positives an "The Gruesome Twosome" ausmachen kann, hat er doch seine ganz eigenen Qualitäten. Was uns hier serviert wird ist astreiner Trash. Zwar nicht im Sinne eines Troma-Films, wo das Ganze absichtlich überzeichnet blöd ist, sondern vielmehr unfreiwillig und dadurch auch ziemlich komisch. Herschell Gordon Lewis versprüht in "The Gruesome Twosome" eine herrlich charmante Sixties-Atmosphäre und beweist wieder einmal, dass er als Regisseur nur begrenzt talentiert war. Zudem sehen die Effekte alles andere als real aus und die Schauspieler geben auch nicht viel her. Dennoch bleibt zu sagen, dass "The Gruesome Twosome" ein kurzweiliger Spaß geworden ist, der so herrlich blöd ist, dass er einfach gut unterhält.

Bewertung

Splatter 2_5.gif
Spannung 3.gif
Story 3.gif
Ekelfaktor 2.gif
Atmosphäre 4.gif
Gesamt 3.gif

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