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Bloomfield zeigt ganz unverblümt das wahre
Leben der Serienmörderin, soweit es menschenmöglich ist, da die verstörte
Frau sicherlich einen großen Teil der Wahrheit mit in ihr Grab genommen
hat. In exklusiven Interviews kann man den Sinneswandel der Frau und auch
ihren Hass auf die Gesellschaft und die Polizei beobachten. Der Sinneswandel
ist mit Sicherheit das Schockierenste, was man in realen Dokumentationen
erleben kann, denn erst geht die Frau mit der Überzeugung in die
Gerichtsverhandlungen, dass sie ein Opfer durch Vergewaltigungen geworden
ist und am Ende sieht sie sich als einen kaltblütigen Mörder, der sich mit
Gott arrangiert hat und auf jeden Fall umgebracht werden muss.
Der Regisseur bleibt derweil stets sachlich
und versucht sein gutes Verhältnis zu der Frau aufrechtzuerhalten, was im
Verlauf immer schwieriger wird. Besonders bizarr ist eine Szene, in der
Aileen denkt die Kamera sei ausgeschaltet. In der vorherigen Aufnahme
erzählte sie von den absichtlichen Morden, im Anschluss aber wieder von den
Vergewaltigungen.
Auch ein Interview mit der leiblichen Mutter
der Mörderin bringt keine Klarheiten ans Licht. Aileen
Wuornos behauptet sogar das ihre leibliche Mutter nicht mehr leben
würde, was aber natürlich nicht der Fall ist. Ihr schizophrener Zustand
hätte Aileen eigentlich das Leben retten müssen, da vor der Hinrichtung
eines Menschen eine Untersuchung stattfindet, aber Gouverneur
Jep Bush (Bruder des „Idiot Son Of An Asshole“ (Ein Lied der Gruppe
NOFX)) passte dies nicht in seine Wahlvorbereitungen, da er mit ihrer
Liquidierung, einen Monat vor der Wahl, seine harte Hand unter Beweis
stellen konnte.
Szenen wie diese treiben einem beim Betrachten
einen dicken Klos in den Hals, auch wenn man natürlich nur wenig Mitleid
mit der Mörderin haben kann. Sie war sicherlich ein Mensch, den man auf der
Strasse nicht begegnen will, da schon ein Blick in ihre Augen große Angst
auslöst. Den bösen Blick legt sie einige Male während der Interviews auf
und gepaart mit ihrem Verfolgungswahn und dem draus resultierendem Hass wird
einem mehrfach Angst und Bange.
“Aileen: Life And Death Of A Serial Killer”
ist eine wirklich beeindruckende Dokumentation, die man
Serienmörder-Interessierten und Leuten, die den Film “Monster” bereits
gesehen haben nur wärmstens empfehlen kann, da er viel tiefer als die
Hollywood-Produktion geht. Natürlich wird man auch hier nicht die ganze
Wahrheit über das Leben der Aileen Wuornos erfahren, da die Protagonistin
sie mit ins Grab genommen hat... Aber man kann wenigstens sehen was die
Medien aus der Geschichte gemacht haben und wie ein kaputtes Leben dafür
genutzt wurde, sich politische Vorteile zu verschaffen.
Zur DVD von E-M-S:
Bildformat:
Vollbild 4:3
Tonformate: deutsch DD 2.0, englisch DD 2.0
Untertitel: deutsch
Ländercode: 2
Extras:
Trailer von dem Film "Monster"
Filmo- und Biografie von Nick Broomfield
Bild
und Ton sind entsprechend einer Dokumentation nicht zu vergleichen mit einer
Filmproduktion - dass erwartet aber auch niemand. Das DVD-Menü ist mit
einem netten Song hinterlegt, der nach der Betrachtung des Films zum
traurigen Ohrwurm wird.
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