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Vor zwei Milliarden Jahren wurde die Erde von
den großen Alten kolonisiert, die daraufhin das Leben schufen, um sich zu
ernähren und die Menschen, um sie zu ihren Sklaven zu machen. Irgendwann
lehnten sich die Menschen jedoch gegen ihre Tyrannen auf und es entbrannte
ein Krieg, der bis heute andauert.
Eine Gruppe Überlebender verschanzt sich seit
einiger Zeit in einer alten Festungsanlage und harrt Tag für Tag verbittert
ihrem Schicksal, das da auf sie warten mag. Eine Aussicht auf Rettung vor
den finsteren Dämonen scheint es nicht zu geben, doch da hört der
Anführer der Menschen, Ian Hicks (Emanuele Cerman) eines Tages von dem Buch
Necronomicon, das womöglich den Schlüssel zur Vernichtung der
Schattenwesen in sich bergen soll. Mit mehreren Männern macht er sich auf
die unerbittliche Suche nach dem unermesslich wichtigen Relikt, nicht
ahnend, dass das Böse längst einen Weg in ihre Festung gefunden hat. Eine
der Frauen wurde auf ihrer Patrouille kürzlich von einem Dämonen
vergewaltigt und trägt nun das Kind der Alten in sich, das laut einer
finsteren Prophezeiung die Macht besitzt, alles menschliche Leben auf immer
zu vernichten... |
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Eine Lektion lernt man als langjähriger Fan
des Horror-Genres irgendwann aufs Schmerzlichste: Ein Streifen kann noch so
abgrundtief grottig und ein Regisseur noch so sehr im absolut falschen
Gewerbe gelandet sein, das Marketing solcher Filme legt einen doch immer
wieder aufs Neue rein. So auch bei dem Dünnschiss-Haufen "Armee des
Jenseits", dessen Coverbild und eigene Beschreibung stolz
Lovecraft-Anleihen verlauten, und den Anhänger dessen Lektüren schon
einmal in heller Vorfreude schwelgen lassen. Querverweise, Zitate und
Anspielungen auf die umfangreiche Welt des Necronomicon gab es in Film und
Fernsehen zwar schon genug, nicht selten wurde auch schon direkt darauf
Bezug genommen oder gar eine Lovecraft'sche Geschichte verfilmt - aber auf
die ultimative Umsetzung wartet der Fan noch heute. Und obgleich wohl
niemand damit gerechnet hätte, diese ausgerechnet in einem italienischen
B-Movie eines berüchtigten Schrottfilmers zu finden, so werden es nicht
wenige Allesseher eben doch wieder versuchen - und dabei einen üblen Tritt
in die Weichteile kassieren.
Nun könnte man ja mit der Phrase "andere
Länder, andere Sitten" kommen und naiv davon ausgehen, dass
Unterhaltung in Form von "Armee des Jenseits" in Italien
hochgradig angesagt ist. Blöd nur, wenn man dann gleichzeitig von einem
Land spricht, dass Namen wie Argento und Fulci hervorgebracht hat und in den
70ern und 80ern an der vorderen Front des Horrorfilm-Geschehens stand. Was
Ivan Zuccon aber mit "Armee des Jenseits", dem Sequel zu einem
Werk namens "The Darkness Beyond" (der vermutlich genau so
desaströs ausfällt), verbrochen hat, spottet beinahe schon jeder
Beschreibung. Als unbelehrbarer B-Movie-Massenvernichter erliegt man ja
bekanntlich irgendwann dem Irrglauben, an einem Punkt angekommen zu sein, an
dem man jeder noch so großen Filmgurke etwas abgewinnen kann, da man
schließlich "schon weitaus schlechteres gesehen hat". Doch
"Armee des Jenseits" ist dann die ultimative Belehrung des
Gegenteils, der jeden noch so trash-versessenen Schrottliebhaber in Zukunft
vorsichtig mit diesem Ausspruch umgehen lassen wird.
Würde man der Crime Scene Investigation (kurz
CSI) eine Kopie dieses Werkes zukommen lassen und sie um Aufklärung bitten,
wie es zu einem derartig scheußlichen Verbrechen kommen konnte, so würde
die Erklärung vermutlich folgendes auf den Punkt bringen: Ein psychisch
labiler Masochist (Ivan Zuccon), der sich selbst zum Regisseur berufen
fühlt, eine Aufgabe, mit der er hoffnungslos überfordert ist, wollte nach
seinem ersten verbrecherischen Akt ("The Darkness Beyond") noch
einen draufsetzen und sich mit einer gemeingefährlich-schlechten
Fortsetzung dafür an der Menschheit rächen, dass er damals hochkant von
der Filmakademie flog, zu der er einen Freischein in der Lotterie gewann. Zu
diesem Zweck engagierte er ein Team vollends verblödeter Dumpfkacheln, das
die am Set anfallenden Tätigkeiten zwar nicht erledigen, zumindest aber
nachahmen sollte. Die nächstgrößere Schwierigkeit bestand darin, einen
Haufen freiwilliger Schauspieler zu finden, woraufhin Zuccon zu seinem
eigenen Glück in einem Asyl für Schizophrene fündig wurde (welche den
Vorteil mit sich brachten, dass sie sich später nicht mehr an ihre
schmachvolle Tätigkeit erinnern würden). Als nächstes musste nur noch
eine gebrauchte Digitalkamera bei ebay abgestaubt und ein passendes
Plätzchen für die Dreharbeiten gefunden werden, doch auch da erwies sich
unserem Pseudo-Filmemacher das Schicksal hold. Ein altes Kellersystem und
ein kleines Außenaral sollten ausreichen, schließlich benötigt ein Film
von 85 Minuten keine großartigen Szenenwechsel. Nachdem dann kurz der
Begriff Lovecraft gegoogelt und einige Notizen auf dem Oberarm notiert
wurden (ein solcher Film braucht schließlich auch ein Drehbuch), konnte es
schon losgehen.
Ja, so muss sich das Ganze in etwa abgespielt
haben, anders lässt sich ein Film wie "Armee des Jenseits", bei
dem von vorne bis hinten nichts, aber auch gar nichts stimmen mag, nicht
erklären. Filme mit leichten Handlungsschwierigkeiten sind im B-Bereich
bekanntlich kein unbekanntes Phänomen, doch dieses Werk setzt dem gekonnt
die Krone auf. Jeder, der vor Filmbeginn nicht ausgiebig die umfangreiche
Zusammenfassung des Inhaltes auf diversen Film-Webseiten studiert hat, steht
nach ein paar Minuten auf verlorenem Posten, denn das, was "Armee des
Jenseits" als Story zu verkaufen versucht, ist in jeder Hinsicht
undurchschaubar und wohl nur den Verantwortlichen selbst zugänglich. Da
hocken ein paar Menschen in einem Kellersystem und faseln etwas vom Ende der
Welt, bis sich dem Zuschauer irgendwann erschließt, dass das Ganze wohl in
einer fernen Zukunft spielen soll. So weit alles klar, doch was es mit der
angeblichen Dämonin auf sich hat, die vielmehr wie ein zugedröhntes
Groupie von Marilyn Manson aussieht und sich mit Vorliebe von dem Anführer
der Menschen knallen lässt, bleibt ein Rätsel.
Die Protagonisten reden im Verlauf des Films
recht viel (das können sie zumindest ganz gut), hocken in ihrem Keller(das
auch), reden noch etwas, weil es so schön war, dann taucht gelegentlich das
Marilyn Manson-Fangirl auf, später fließt etwas Blut, plötzlich hat der
Anführer der Menschen weiße Kontaktlinsen auf den Glubschern und soll wohl
auch ein Dämon darstellen. Wer es bis dahin ausgehalten hat, bekommt
später dann noch etwas mehr Konfusion, seichten Splatter und einen
plötzlichen Showdown zu sehen, doch den Durchblick ergattert man dabei nie.
Man kann bestenfalls versuchen, sich krampfhaft an irgendwelchen Schauwerten
festzuklammern, doch da diese hier nicht gegeben sind, ist auch dies zum
Scheitern verurteilt. Vor billigen Kulissen hampeln einige Laiendarsteller
im billig-digitalen Look umher und haben dabei vermutlich die gesamte
Handlung improvisiert, anders ist das Fehlen jedweder Story-Dramaturgie oder
gar eines Sinns nicht nachvollziehbar. Zwischenzeitlich würde "Armee
des Jenseits" dann noch gerne etwas Bezug zu Lovecraft herstellen und
zitiert fleißig umher, doch dabei kommt schnell der Verdacht auf, dass Ivan
Zuccon bislang bestenfalls den Buchdeckel eines der zitierten Werke gesehen
hat.
Was sich hier also zwischen grenzenloser
Banalität und nicht enden wollender Langeweile abspielt, ist ein
sinnentleertes und ärgerliches B, nein, C-Movie, das in allen Belangen des
modernen Filmemachens versagt und nichts anderes als ein Armutszeugnis
seitens der Macher darstellt. Aber etwas anderes war von einem Regisseur,
welcher der Filmwelt schon Titel wie "Nympha" und "Bad
Brains" bescherte, auch nicht zu erwarten. Die Bezeichnung des
"italienischen Uwe Boll" dürfte Zuccon sicherlich bald gewonnen
haben, doch selbst das wäre beinahe noch ein Lob. Boll dreht wenigstens
noch mit Selbstironie und findet selbst als blindes Huhn ab und an noch ein
Korn, doch in dieser Hinsicht ist bei Zuccon eher dunkelschwarz zu sehen. |