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Michelle (Angelique
Hennessy) ist das typische Mauerblümchen an ihrer Schule und hat aufgrund
ihrer zurückhaltenden Art nicht viele Freunde. Während die anderen
regelmäßig auf Partys gehen, vergräbt sie sich lieber in Büchern. Eines
Tages soll sich dies anscheinend ändern, als sie von Aaron (Jerad
Anderson), einem der coolsten Typen an der Schule, zu seiner anstehenden
Fete eingeladen wird. Michelle ist über diese Einladung natürlich außer
sich vor Freude und leistet sich zu diesem Anlass sogar ein neues Kleid,
obwohl sie und ihre Mutter allgemein nicht unbedingt in Reichtum leben.
Auf
der Party soll jedoch alles anders kommen, als Michelle sich dies
vorgestellt hat. Aaron füllt sie immer mehr ab und führt sie anschließend
auf ein Zimmer. Dort will er Michelle natürlich verführen, doch als diese
sich sträubt, lässt er nicht von ihr ab und vergewaltigt sie. Im Laufe der
Tat stoßen noch zwei Freunde Aaron's hinzu, die sich ebenfalls an Michelle
vergehen. Als die Jungs fertig mit ihr sind, merken ihre Freundinnen
natürlich sofort, das etwas geschehen ist und verdächtigen Michelle, sich
an ihre Kerle herangeschmissen zu haben. Fortan macht die Clique dem
gequälten Mädchen das Leben zur Hölle. In der Schule wird sie zur
Schlampe erklärt und gilt fortan als Ausgestoßene. Michelle sieht nur
einen Ausweg: Sie kommt ihrem Ruf nach und gibt sich fortan als Flittchen
aus, das ihren männlichen Peinigern alsbald die Köpfe verdreht. Ihre
Rechnung scheint aufzugehen und einer Rache steht nun nichts mehr im Weg... |
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Es waren bereits 30
Jahre vergangen, als Brian De Palma eindrucksvoll Stephen King's
"Carrie" in Szene setzte und mit dieser dramatischen
Außenseiter-Erzählung Maßstäbe im Horror-Genre setzte und sich ein
Low-Budget-Regisseur namens Jim Hemphill dachte, dass es an der Zeit wäre,
den Stoff nach eigener Interpretation neu zu verfilmen. Warum auch nicht,
mag man sich denken, schließlich handelt es sich dabei um einen Stoff, der
im Grunde auch mit wenig Geldmitteln realisierbar ist und an und für sich
auch nur wenig Erfahrung in Sachen Filmerstellung bedarf. Da trifft es sich
gut, dass Hemphill hiermit sein Debüt ablieferte, auch wenn er mit
"Bad Reputation" sicherlich nicht allen Genre-Anhängern positiv
in Erinnerung bleiben dürfte.
Die Geschichte wird
straight forward erzählt, stets an den Erwartungen des Publikums entlang
und ohne irgendwelche Überraschungen versehen. Michelle ist die typische
Film-Außenseiterin: Im Grund die Hübscheste von allen, dennoch ohne
Anschluss an die Menschen ihres Alters. Die Figur ist so oberflächlich
gezeichnet, dass sie die meiste Zeit über belanglos bleibt, bis sie sich
durch eine rapide Veränderung in der Filmmitte selbst jede Glaubwürdigkeit
nimmt. Aus dem gutgläubigen und netten Mauerblümchen wird nach der
Vergewaltigung urplötzlich die eiskalt kalkulierende Femme Fatale, die
genau weiß, wie sie sich an all ihren Peinigern rächen kann und dies auch
ohne mit der Wimper zu zucken durchzieht.
Natürlich erwartet
man von einem Low-Budget Film, beziehungsweise B-Movie und nichts anderes
ist "Bad Reputation", keine großartige Storytiefe und so werden
die meisten Konsumenten des Werkes diese äußerst unglaubwürdige Wendung
der Story so oder so hinnehmen. Dies ist zudem durchaus nützlich, da man
ansonsten gar nicht in den Genuss der süßen Rache kommen würde, die
Michelle an ihren Vergewaltigern und deren Freundinnen ausübt. Gerade in
der Hinsicht fällt aber all zu deutlich auf, dass der deutschen Version die
Schere angesetzt wurde, was den Gesamteindruck leider etwas trübt. Zwar
werden alle Morde in ihren Grundzügen gezeigt, so dass nie ein Rätselraten
entsteht, wer nun wie ins Gras beißen durfte, dennoch wäre eine
ungeschnittene Veröffentlichung wünschenswert gewesen, zumal sich erahnen
lässt, dass "Bad Reputation" auch Uncut nicht unbedingt sehr
brutal daherkommt. Ein Splatterfestival hingegen hätte ohnehin nicht
glaubwürdig in den Charakter des Films gepasst, der sich allgemein eher
realitätsnah gibt.
Eines darf man dem
Werk sicherlich hoch anrechnen: Wer mit Filme aus der unteren Preisklasse
Erfahrung hat, wird von "Bad Reputation" gut unterhalten werden,
dies steht außer Frage. Nach der Vergewaltigung arbeitet die Dramaturgie
konsequent auf die Rache an den Tätern hin, es gibt keine störenden
Zwischenplots, keine Bremsblöcke in der Handlung. Die Laufzeit vergeht
somit ziemlich rasch, "Bad Reputation" hinterlässt einen
kurzweiligen Eindruck und weist keine nennenswerten Längen auf. Zwar wäre
dem Werk auf der anderen Seite durchaus vorzuwerfen, dass er
Charakterisierungen im Grunde vollkommen vermissen lässt und mit dem Nichts
einer Handlung aufwartet, doch wenn man diesen Fakt ehrlich und logisch
betrachtet, dann stören sich daran mit Sicherheit die wenigsten Kandidaten
aus der Zielgruppe dieses Films.
Obwohl dies
sicherlich nicht zu den Intentionen des Regisseurs gehörte, schafft es
"Bad Reputation", trotz fehlender Tiefe in der Handlung, die
Gedanken des Zuschauers zum darin aufgegriffenen Thema anzuregen. Mobbing
ist auch heute noch ein aktuelles Thema, doch Selbstjustiz kann nie die
passende Antwort darauf sein. So erscheint der Höhepunkt des Films, bei dem
Michelle mit einer Jason-Maske durch eine Halloweenparty schleicht und
zahlreiche Menschen abmurkst, beinahe schon etwas hochgegriffen, aber so war
das bekanntlich schon immer im Rape & Revenge Genre. Abschließend
lässt sich nur noch die Leistung der Schauspieler ansprechen und die
agieren gemäß ihrer vermutlich sehr geringen Gage grundsolide. Angelique
Hennessy bringt die Außenseiterin ebenso annehmbar rüber wie die Sexbombe,
vom Rest des Casts wurde hingegen kaum schauspielerisches Talent gefordert.
"Bad
Reputation" wird B-Movie-Nerds annehmbar unterhalten, alle anderen
sollten allerdings unbedingt ihre Finger von diesem Werk lassen. Die
Rechnung, "Carrie" ein Tribut in Rape & Revenge Form zu
zollen, ging immerhin noch ganz unterhaltsam auf, auch wenn Jim Hemphill's
Regiedebut definitiv nicht lange in der Erinnerung verweilen wird. Gesehen
und vergessen, aber zumindest funktioniert das Teil in seinen 86 Minuten
durch einen annehmbaren Drive und jede Menge Kurzweil erheblich besser, als
so manch anderes aus der selben Ecke. Die Schnitte in der deutschen Fassung
sind mehr als ärgerlich, aber für die Willkür der deutschen
Zensurbehörden ist dem Film selbst kein Vorwurf zu machen.
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