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Daywalker
und Vampirjäger Blade hat es nicht leicht: Nicht nur, dass er mit der
Säuberung der Umwelt von den Vampiren im Rückstand ist, nein, eben diese
Vampire haben sich einen neuen perfiden Plan ausgedacht, um Blade den Garaus
zu machen und die Weltherrschaft zu übernehmen. Sie locken Blade in eine
Falle in der er versehentlich einen Menschen tötet. Verständlich, dass die
Presse und Öffentlichkeit dem Job des Vampirjägers nun etwas kritisch
gegenüber steht und eine Hetzkampagne gegen ihn startet. Obendrein muss
sich Blade noch gegen seine Erzfeinde behaupten, die mit Hilfe des
Ur-Vampirs (Dracula himself!) endlich die Macht an sich reißen wollen.
Unterstützung bekommt Blade durch die übliche bunte Mischung von tollen
Leuten, die aber alle nicht so cool sind wie er... |
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So oder ähnlich könnte man die abgedroschene
„Handlung“ des dritten Teils der Geschichte um den geheimnisvollen
Halbvampir und Vampirjäger BLADE kurz umschreiben. Ist aber wohl auch egal,
weil die Handlung bei diesem mit Effekten überladenen Actionfilm wohl eh
keinen interessiert, am allerwenigsten wohl den Drehbuchautor selbst, der
sich den Plot wohl mal eben während seines mittäglichen Verdauungsgangs
zur Toilette auf die Handfläche gekritzelt hat.
Insgesamt musste offensichtlich nicht nur beim
Drehbuch, sondern vor allem auch in filmtechnischen Bereichen gespart
werden, um den Titelhelden die wohl nicht gerade geringen Gagenforderungen
erfüllen zu können. Eine Fehlinvestition par excellence:
Wesley Snipes scheint offensichtlich bei den Dreharbeiten vor Coolness
eingefroren zu sein. Seine schauspielerische Leistung ist in BLADE 3 am
ehesten vergleichbar mit der eines besoffenen Kampfroboters und beschränkt
im wesentlichen auf cooles Macho-Gehabe und noch coolere Sprüche.
Und für alle, die es selber immer noch nicht kapiert haben, WIE cool Blade
doch ist, hat der Drehbuchautor natürlich immer mal wieder kleine Hinweise
in den „bahnbrechenden“ Dialoge eingebaut, wie z.B. „Boah, Blade! Du
zuckst wohl nie mit der Wimper, was?“ (oder so ähnlich...)
Auch die anderen Schauspieler können froh
sein, dass ihre Rollen ohnehin nur als schnödes Beiwerk ins Drehbuch
geschrieben wurden und hinter die Actionsequenzen im Stakkato-Schnitt
deutlich zurücktreten, so dass sich wohl kein Kritiker ernsthaft Gedanken
über deren lustlose Performance machen wird. Bleibt allerdings noch zu
erwähnen, dass sich die Abteilung „Casting“ wohl auch einen Jux erlaubt
hat bei der Besetzung einiger Rollen:
Konnte Jessica Biel im Kettensägenmassaker – Remake von Michael Bay noch
durchaus in ihrer Rolle als Scream-Queen und Leatherface-Opfer gefallen, so
wirkt sie hier als toughe Vampir-Killerin mit ihrem Flitzebogen absolut
fehlbesetzt, wobei man sich allerdings generell fragt, was diese Rolle
überhaupt für einen Zweck erfüllt... (na ja: Catwoman-Matrix-Chicks, die
from dusk till dawn in der Underworld Bösewichte jagen, um dann den Tomb zu
raiden, scheinen ja immer gut anzukommen....)
Dann wäre da ja noch Patton Oswalt, der „Spencinator“ aus der
Kult-TV-Serie „KING OF QUEENS“. Sein Auftritt sorgt zumindest aufgrund
seines Bekanntheitsgrades und seines unkonventionellen Aussehens für etwas
Unterhaltung, zumindest bei Fans der TV-Serie.
Warum sich die Produzenten dieses allerdings nicht zu nutzen machen, und er
einen relativ ernsten Part übernimmt (zudem in der deutschen Fassung nicht
einmal seine bekannte Synchronstimme vom TV bekommen hat), weiß wohl nur
„Dracula himself“ in seinem albernen Kostüm. Wahrscheinlich wäre der
Film dadurch wohl nicht „cool“ genug... ;-)
Es fällt schwer, Blade 3 überhaupt noch als
Film nach herkömmlicher Definition zu bezeichnen. Schließlich sollte man
doch von einem Film zumindest ein Minimum an Handlung erwarten können. Was
hier jedoch abgeliefert wird, ist eine stumpfe Aneinanderreihung von
Computereffekten in unheimlich schneller Schnittfolge, untermalt mit fetten
Techno-Beats. Die Zielgruppe für diesen Film dürfte demnach klar sein: MTV
und ViVa– verstrahlte 14jährige, denen bloß nicht zuviel Denkleistung
abverlangt werden darf...
BLADE 3 kommt denn auch eher wie ein einziger
unnötig langer Videoclip oder Comic-Strip rüber. Die Effekte scheinen
allesamt am Computer erstellt worden zu sein und wirken letztendlich
schlichtweg lächerlich. Nix mehr mit klassischen Vampirismuselementen: Hier
platzen die Vampire, getroffen von Silberkugeln und Wunderwaffen, die „halb
so heiß wie die Sonne“ sind und „nur verwendbar in einer vierläufigen
Flinte... ... oder einem
Flitzebogen!!!“ (muahahahahaha) in tausend Computerpixel. Gähn!!!! Na
wenigstens erspart so etwas den Produzenten eine Menge Geld z.B. für
Kunstblut, etc. Und das PC-Game zum Film ist beim Dreh auch schon
automatisch halb fertig, weil man Filmszenen einfach 1:1 übernehmen kann.
Das restliche Geld kommt ja dann durch Blade-Klingeltöne im Download-Abo
wieder rein...
Teil 1 der Blade-Saga wirkte seiner Zeit mit
seiner interessanten Story um den mysteriösen Vampirkiller aus der
Schattenwelt zwischen Mensch und Vampir unwahrscheinlich innovativ, machte,
insbesondere auch aufgrund der starken Vorstellung des Bösewichts, wirklich
Spaß und ließ BLADE schon zu einer neuen Kultfigur im Horrorkino
avancieren. Doch genauso
schnell wie der Mythos mit Teil 1 entstand, genauso schnell wurde er durch
den zwar splattrigen, jedoch aufgrund fehlender Story absolut langweiligen,
zweiten Teil ramponiert, und bekommt nun durch diesen dritten Aufguss in
Form eines unsäglichen debilen Action-Overloads entgültig den Garaus
gemacht. Bleibt nur zu hoffen, dass die Macher des Film das nun auch endlich
kapiert haben und nicht noch einen vierten Teil nachlegen (obwohl: noch
schlechter geht ja eigentlich nicht mehr...)
Fazit:
Wer dachte, Alien vs. Predator wäre an Niveau- und Einfallslosigkeit nicht
mehr zu toppen, wird mit BLADE 3 eines besseren belehrt. Schwachsinniges
Computergeballer ohne Story und Logik. Ärgerlich!!! |